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02.09.2022 18:41    |    Trottel2011    |    Kommentare (76)    |   Stichworte: A6, Audi, avant, C8/4K, drive, let's, let's drive

Hallo Motor-Talker!

 

Mal wieder ein Let's Drive? Ja! Aber heute haben wir mal was anderes als die Norm. Es ist der erste Audi hier im Blog und m.E. auch der erste Premium obere Mittelklasse sein. Das sind ein paar Sachen, da muss der A6 einiges erfüllen!

 

Fangen wir an. Was haben wir hier? Es ist ein 2022er Audi A6 der C8 Generation (nein, nicht die C8 Corvette :D) mit der 45 TFSI Motorisierung. Was nach viel Leistung klingt, ist schon fast die Basismaschine. Unter der Haube werkelt der altbekannte 2.0l TFSI/TSI (EA888) Motor, mit 265 PS (5250 bis 6500 U/min) und 370 nm (von 1600 bis 4300 U/min). Das Ganze gekoppelt an einer Automatik (7 Gang S-Tronic). Als Farbe haben Wir das übliche Schwarzmetallik, den man in dieser Klasse findet.

 

Design… Ja, es ist ein Audi. Man erkennt, dass es ein Audi ist. Ob A4 Avant, A6 Avant oder irgendwas Neues dazwischen? Es ist ein Audi und das sieht man. Das Design wirkt einfach mittlerweile altbacken. Wo ist die Designrevolution, welches vor ca. 5 Jahren von Audi angekündigt wurde? Wo sind die neuartigen Formen? Ich spreche es aus: der A6 ist bieder! Sehr sogar! Da können Versuche die nun mittlerweile seit mehreren Generationen gebaute Optik (die sich nicht großartig unterscheidet) zu verstecken nicht helfen. Es verkauft sich aber dennoch. Ich verstehe das nicht :confused: Das Heck sieht einfach aus wie eine moderne Interpretation des Ur-100-Avants. Das Design ist sehr zurückhaltend. Wie man einst Jaguar bei der XJ Reihe für zu viel Zurückhaltung und Traditionsbewusstsein kritisierte. Aber der A6 hat sich kaum verändert. In der aktuellen Welt, wo das Design sich immer mehr als Hauptkaufpunkt herauskristallisiert und die Modellzyklen immer kürzer werden, ist Audi hier sehr sehr sehr mutig! Ja, ich weiß, dass wir hier ein Auto haben, welches mitten im Modellzyklus steckt, aber es ist immer noch ein A6 und immer noch sieht es seinem Vorgänger und seinem Vorvorgänger sehr sehr ähnlich… Tut mir Leid, das Design ist für mich bieder und recht langweilig. Und an dem Punkt halte ich hartnäckig fest. Soweit, so Audi. Es geht aber ja auch um's Fahren hier. Also, steigen wir mal flott ein.

 

Öffnet man die Fahrertür merkt man, dass hier Wertigkeit groß geschrieben wurde. Mehr dazu aber später. Im Innenraum wartet der A6 mit schwarzem Leder, Aluminiumeinsätze und einer sehr minimalistischen, aber dennoch übersichtlichen Innenraum auf einem. Die Sitze sind weich und fühlen sich toll an. Man findet sich mit der Sitzverstellung aus dem Hause VW ja sehr gut sofort zurecht. Allgemein gibt einem der Inne Raum ein Gefühl von 'hier war ich doch schon mal!?'. Auch wenn nur wenige Teile überhaupt von einem VW stammen könnte, ist die logische Platzierung, die Lage im Innenraum und allgemein alles sehr logisch und sinnvoll platziert.

 

Sitzt man und lässt sein Blick über das Armaturenbrett wandern, sieht man eine moderne Landschaft. Gradlinig aber zurückhaltend. Etwas Understatement in einem ansonsten barocken deutschen Design. Es gefällt.

 

Das Lenkrad wirkt, da man die Tasten auf ein Mindestmaß reduziert hat, sehr filigran. Ja zierlich. Das ist toll! Aber im selben Zug fehlen mir Tasten für den Tempomaten, die meiner Meinung nach auf dem Lenkrad was zu suchen. Da kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein, wie viel gehört auf ein Lenkrad und wie wenig. Für mich gehört die Steuerung der Freisprecheinrichtung (wenn vorhanden, aber heute die Norm), der Tempomat und zumindest die Grundfunktionen des Radios (Lauter, Leiser, Senderwechsel, Stumm) auf das Lenkrad. Audi hat das hier geschickt gelöst, in dem man alle Funktionen des Tempomaten auf einen zusätzlichen Lenkstock gesetzt hat. Die Bedienung dessen ist aber auch sehr gut. Platzierung und Nutzung sind mal brauchbar. Toyota/Subaru Lösung war bescheiden (unten rechts an der Lenksäule) genauso wie die von Renault häufiger Fragen und Rätsel aufgibt anstelle von Sinn und Praktikabilität. Zum Lenkrad: es fasst sich gut an. Zum ersten Mal fühlt sich das Aluminium am Lenkrad gut an. Die Kanten sind gebrochen (nicht wie Opel es gerne mal machte!). Das Leder fühlt und fasst sich sehr gut an. Die sonstigen Hebel machen einen sehr guten soliden und wertigen Eindruck. Das Einrasten ist präzise und überzeugt mit einer guten Qualitätsanmutung. Erstaunlich was ein Klick für ein Eindruck suggerieren kann.

 

Hinter dem Lenkrad kommt das "Kombiinstrument" (in Anführungszeichen, weil ja wieder nur ein Display) zum Vorschein. Ein super hochauflösendes Display mit sehr gutem Schutz gegen Blendung/Spiegelung mit einem SEHR klaren und ansprechenden Design. Ich habe nicht alle Menüpunkte durchgespielt, da ich mit dem Auto nur kurz unterwegs war, aber super. Gefällt mir wirklich gut. Alles ist direkt klar ablesbar. Keine unnötigen Spielereien, die dem Premiumanspruch nicht gerecht werden könnten/würden. Nüchtern, aber elegant. Maschinell, aber sehr hochwertig im Design. Da können sich viele eine Scheibe von abschneiden. Was aber nicht bei einem Fahrzeug wie hier zu sehen geht, ist die schlechte Ablesbarkeit von Kühlmitteltemperatur (wobei ich froh bin, dass sowas überhaupt verbaut wird!) und Tankanzeige. Abhängig von Sitzposition und Lenkradposition verschwinden beide Anzeigen entweder ganz oder zum Teil hinter dem schönen Lenkrad. Z.B. konnte ich die Tankanzeige nur mit dem linken Auge sehen. Mit geschlossenem linkem Auge war es nicht mehr sichtbar für das rechte Auge. Das geht auch irgendwann doch ein wenig auf die Sehkraft (wenn man zwangsweise über Kreuz blicken muss).

 

Was folgt nach dem Kombiinstrument? Richtig! Infotainment. Vorweg: ich habe mich hier schnell daran gewöhnen können, fand es aber am Anfang sehr irritierend, weil unerwartet: haptisches Feedback! Da wie in fast allen Autos nur noch Touchscreens zum Vorschein kommen, ist das mittlerweile gewohnte "antippen" ja normal. Einmal das was man haben will antippen, es öffnet sich. Beim A6 ging das nicht. Es war sogar irritierend. Aber dann machte es klick. Drückt man etwas fester (wobei das ja widersprüchlich zum Touchscreen ist) auf das Icon, klickt der Bildschirm einmal kurz. Wie ein Mikroschalter, der gerade betätigt wird. Aber wenn man das verstanden hat, ist das System echt gut. Man erwartet es nicht, kennt es nicht anders, doch dann, wenn es da ist, ergibt es plötzlich schlagartig Sinn. Man braucht nur einmal drücken!!! :D Endlich! Man weiß sofort, dass die GUI die Wahl verstanden hat.

 

Zum Infotainment gibt es nicht viel zu sagen. Es ist logisch, übersichtlich, nutzbar. Ungewohnt wieder: die Möglichkeit das untere Display (für Klima und Sitzheizung) für die Zielorteingabe (entweder per Tastatur oder Buchstabenerkennung) einzugeben. Schönes Gimmick.

 

Wenn wir schon bei der Klimabedienung sind: meine Meinung zur Klimabedienung bleibt immer noch gleich: feste Tasten und Drehregler sind durch nichts zu ersetzen. Das sind Tasten, die sollten immer vorhanden sein. Audi hat hier - wie fast überall mittlerweile die Norm - auf ein Touchscreen gewechselt. Dafür aber auch die Start-Stopp Automatik und die Warnblinker mit eingebunden. Aber Lautstärke sowie Radio Ein/Aus ist ein normaler Drehregler...!? :confused: Warum so? Was ist die Logik dahinter? Egal...

 

Wichtiger Aspekt gerade ist der Wählhebel :D Genau SO mag ich meine Wählhebel. In der Mittelkonsole, am liebsten in T-Form und dann hochwertig im Gefühl und Bedienung. Das Material ist sauber verarbeitet. Das Leder hat ein schönes warmes Feeling (kein Wunder, war ja auch in der Sonne :D) und das Aluminium passt zum Innenraum. Die Bedienung ist selbsterklärend, wie bei jeder modernen Automatik. Es gefällt mir mehr, als der langsam langweilig werdende Drehregler bei Jaguar oder auch bei vielen anderen Marken normal... Es ist erfrischend, wenn es in "T-Form" da ist. Das ist ergonomischer und zeitgleich kampfjetartig :D

 

Alles in allem fühlt sich fast alles hochwertig an... Aber ist es das auch? Naja, ich bin mir da recht unsicher. Wobei nein, ich bin mir sicher, dass wir hier Mogelpackungen haben. Die Plastiken Links und Rechts der Mittelkonsole sind noch billiger als das Hartplastik manch günstigen Kleinwagen. Wieso? Da etwas Kunstleder aufzutragen wäre kein Problem gewesen. Zusätzlich gehöre ich leider zur der Gruppe Menschen, die auch mal auf eine Oberfläche klopfen. Einfach um etwaige Hohlräume zu erkennen (Hohlraum = Klangkörper) und die sind zahlreich vorhanden... Das hört man hier bestens:

 

 

Ja, die Oberfläche fühlt sich toll an, aber auch das verdeckt nur einen günstigen Kunststoff. Es täuscht optisch. Aber wie auch im Video zu hören, gibt es schon Knistergeräusche auf der kleinen 'Ablage' vor dem Beifahrer. Bei gerade einmal knapp 8500 km. Das ist nicht Premium und wird dem Premiumanspruch nicht gerecht. Die Optik ist heute offenbar wichtiger als wirkliche Qualität. Tut mir leid Audi, hier muss nachgebessert werden. Der billigere VW Passat klingt auf dem Armaturenbrett deutlich hochwertiger. Ignorieren wir den Rest vom Innenraum und wechseln zum Fahren.

 

Wir haben hier, Audi typisch Quattro, also ein Allradsystem. Mag ich es? Nein. Warum? Weil der Motor starke Einflüsse auf die Lenkung hat. Also wie ein typischer Fronttriebler. Damit ist für mich klar, dass das Allradsystem eher vorderachslastig ausgelegt ist. Das BMW Allrad ist DEUTLICH besser, wenn ich es mit dem getesteten 3er vergleiche, bei dem ich das X Drive nicht vermutet habe! Härteres Beschleunigen wird mit Lenkeinwirkungen gekontert. Es fühlt sich NICHT gut an. Hier fehlt einfach eine gute RWD Plattform, welches aber nicht zu Audi passt, also, rein geschichtlich jetzt. In die obere Mittelklasse gehört RWD oder RWD mit zuschaltbarem Frontantrieb für Allrad. FWD ist da einfach falsch. Das hat sogar Cadillac irgendwann verstanden...

 

Der 4 Zylinder Motor ist aber richtig gut. Sehr laufruhig. Man merkt keine Vibrationen im Innenraum. Die Start Stopp Automatik ist kaum spürbar agierende, wahrscheinlich wegen dem guten Start Stopp Verhalten. Es hängt gut am Gas und harmoniert sehr gut mit der 7 Gang S Tronic. Schaltzeiten sind schnell und der Motor brummt fröhlich und leise vor sich hin. Man hört ihn aber deutlich. Im 3er war es deutlich leiser (und das ist eine Klasse drunter). Im Jaguar XF ist es ebenfalls deutlich leiser und das war noch ein Diesel!

 

Das Fahrwerk aber ist ein Sahnestück. Sehr komfortabel, aber dennoch sportlich ohne zu sportlich zu sein. Ich habe die verschiedenen Dämpferstufen nicht probieren können, aber ich hatte auch nie das Gefühl da was anfassen zu müssen. In Kombination mit den 19" Felgen und dem sehr komfortablen Sitzen war ein sehr entspanntes Reisen möglich. Komfortabel kann der A6, das bescheinige ich ihm sofort.

 

Beim Fahren konnte ich dann den Tempomaten samt Stauassistenten nutzen. Hiermit erkläre ich feierlich, dass Ausi nun meinen Lieblingstempomaten verbaut! Der Stauassistent gehört zu den besten Features, die ich jemals probieren konnte. Stressfrei durch die immer häufiger vorkommenden Staus. Alter Verwalter ist das gut! Abstand eingestellt, Vmax und Rest macht die Kiste. Ich bilde mir sogar ein, dass es sogar eine Rettungsgasse versucht hat zu bilden. Immer wieder lenkte der Wagen zum Fahrbahnrand, egal welche Spur ich nutzte. Wenn das wirklich so ist, hat Audi da ein Innovationspreis verdient und das sollte der Standard werden! Der Tempomat war beim Fahren so feinfühlig agierende. Dagegen wirkt das im Tipo primitiv! Statt im letzten Augenblick erst zu bremsen sieht der A6 den Vordermann auch trotz klein eingestelltem Abstand früh genug, dass er das Gas wegnimmt und ausrollen lässt... Ich kann da nur von schwärmen!

 

Was aber bescheiden ist, ist die Übersichtlichkeit. Ohne Piepser und Kameras ist quasi kein Vorankommen möglich. Einparken nur auf großem offenem Platz. Die Rückfahrkamera sowie die Parksensoren sind zwingend erforderlich. Vorne sieht man, aufgrund der recht tiefen Grundsitzposition ziemlich wenig. Das Ende des Autos kann nur erahnt werden. Das ist aber ein Leid, den wirklich fast jedes Auto mittlerweile mit sich schleppen muss. Hinten dagegen ist die Sicht nicht schlecht, aber es geht deutlich besser. Gefühlt ist der Rückspiegel auch nicht 100% akkurat wiederspiegelnd. Es gibt ja Spiegel, die die Größe anders darstellen können. Irgendwie ist die wiedergegebene Größe im Innenspiegel nicht wirklich das, was man sieht. Verzerrt würde ich sagen. Die Außenspiegel dagegen sind genau und präzise einstellbar und geben einem zumindest nach außen hin einen guten Eindruck von was hinter einem passiert.

 

So, mein Bericht muss ja noch mit ein paar Bewertungspunkten enden. Achtung! Die Punkte sind alle subjektiv (das heißt mein Eindruck!).

 

Fazit: ein gutes Langstreckenfahrzeug mit tollen Features, sehr gutem Komfort und eine adäquate Leistung. Leider Schwächen im selbst aufgelegten Premiumsegment, welches durch das Kaschieren von billigen Plastiken mit etwas höherwertigen Oberflächen nicht besser wird.

 

Pro:

- Ausstattungsumfang

- Komfort

- Assistenzsysteme (sehr gut!)

- Platz

 

Kontra:

- Qualitätsanmutung

- Stärkere Lenkeinflüsse

- Design (wird langsam sehr langweilig)

- Schlechte Übersicht ohne Sensorik

 


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Mein Blog hat am 08.10.2020 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Man Behind The Scenes, the

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Best of Britain

Volvo

 

Vehicles, the

Current Vehicle:

The Daily Driver:

Öwes

Hersteller: Volvo Cars

Auto: V70 (Typ B/III)

Motor: R5, D5244T10 (2.4l R5, 205 BHP)

 

Former Vehicles:

The Depressing Daily Driver:

Mister FU

Hersteller: Stellantis (Fiat)

Auto: Tipo (Typ 356)

Motor: R3 Firefly (1.0l, 100 BHP)

 

The Former Daily Driver:

Lusysan

Hersteller: FCA (by Mazda)

Auto: 124 Spider (Typ 348 bzw. NF)

Motor: R4 Multiair (1.4l R4, 140 BHP)

 

The Former Crown Juwel:

Die Iron Lady

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ-S (XJ27)

Modelljahr: 1989.5

Motor: V12 (5.3l V12, 295 BHP)

 

A Former Daily Driver:

Toni

Hersteller: FCA (Fiat)

Auto: 500 (312) "Lounge"

Modelljahr: 2018

Motor: R4 (1.2l R4, 69 BHP)

 

Another Former Daily Driver:

Rusty Jag

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ8 Executive (X308)

Modelljahr: 1997

Motor: V8 (3.2l V8, 237 BHP)

 

Yet Another Former Daily Driver:

The Jaguar Formerly Known As "Jag"

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ6 SPORT (X300)

Modelljahr: 1995

Motor: R6 (3.2l R6, 211 BHP)

XJ-S in Teilen und Modellen

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