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30.01.2017 13:03    |    Trottel2011    |    Kommentare (70)    |   Stichworte: Aston, Callum, DB7, Jaguar, Martin, Project, R6, V12, XJ41, XJS, XJ-S, XX

Motor-Talker!

 

Aston Martin DB7Aston Martin DB7Ich möchte versuchen eine Reihe an "Sonderartikeln" zum XJ-S bzw. XJS zu bringen. Es geht hierbei NICHT um meine Iron Lady, sondern um ihre Schwestern, sei es hübscher, schneller oder praktischer :) Schließlich ist der XJ-S eine besondere Erscheinung und wurde gerne "besonderer" gemacht ;)

 

Dieser Artikel behandelt ein XJ-S, der kein Jaguar (mehr) ist: den Aston Martin DB7

 

Jaguar XJ41 - FrontJaguar XJ41 - Front'Moment, Aston Martin DB7? Wie kann der DB7 eine Schwester des XJ-S sein?' Diese Frage kam bei mir einst auch auf. Aber damit das verstanden werden kann, muss man zurück in die Zeit, als Jaguar die British Leyland Fesseln entkam und kurz vor der Übernahme durch FoMoCo stand. 1988/1989 war der XJ-S bereits gute 15 Jahre auf dem Markt. Zwar konnte immer noch mit der Konkurrenz in Sachen Fahrdynamik mithalten, aber es war veraltet. Die Formensprache spiegelten die 70er wieder. Ebenso wollte man die BL Zeit hinter sich lassen...

 

Jaguar XJ41 - HeckJaguar XJ41 - HeckBei Jaguar liefen die Entwicklungsarbeiten am Nachfolger bereits auf Hochtouren. Der XJ-S sollte spätestens 1991/1992 durch den Nachfolger ersetzt werden. Das gesamte Auto sollte sich vom XJ-S abheben, ähnlich wie aus E-Type der XJ-S wurde. Vorbei die Zeit der eleganten Linie und komfortablen Fahrweise, zurück zu einem Sportwagen. Als FoMoCo dann Jaguar kaufte, wurde Jaguar der Premier Automotive Group (der PAG, dem auch Volvo und Lincoln angehören sollten) zugewiesen und Projekte eben auch anderweitig bewertet.

 

Jaguar XJ41 - Biturbo R6 BenzinerJaguar XJ41 - Biturbo R6 BenzinerBei der Entwicklung des als XJ41 geführten Projektes, hatten die einstigen Jaguarentwickler gehofft, ein Sportwagen zu erschaffen, welches unterhalb des XJ-S platziert werden könnte und als eine Art Technologieträger dienen könnte bis der XJ-S dann wirklich ersetzt werden würde. Der XJ41 hatte Allradantrieb (das wäre der erste Jaguar mit Allradtechnologie gewesen), einen Biturbo R6 Benziner (das erste zwangsbeatmete Motörchen) und kam auf ein "stolzes" Gewicht von etwas mehr als 2 Tonnen!!! Viel zu groß und schwer um als Fahrmaschine angesehen zu werden... So gefiel es zwar der Konzernleitung aber dennoch wäre es unbrauchbar geworden und würde dem XJ-S dann doch übertrumpfen können. Die Chefetage entschied dagegen.

 

Tom Walkinshaw sah aber Potenzial in dem Wagen und beauftragte Ian Callum (heutiger Jaguardesign, früher anderweitig tätig aber dazu kommen wir noch) den Wagen umzugestalten... Umzugestalten ist jedoch etwas falsch ausgedrückt. Es sollte kleiner werden und auf das Chassis des XJ-S sitzen, welches immer noch mit der Konkurrenz mithalten konnte und somit eine sehr gute Basis darstellte. Somit begannen die Arbeiten. Callum gelang es die Proportionen beizubehalten und den eigentlich massigen Wagen durch geschickte Abänderung auf XJ-S Format zu bringen. Der Motor wurde beibehalten, der Antrieb aber auf Standardantrieb statt Allradantrieb geändert und das Ganze als "Projekt XX" der Firmenleitung vorgezeigt.

 

Jaguar XJ41 - KühlergrillJaguar XJ41 - KühlergrillDer Geschäftsführung gefiel der neue Wagen nicht. Das markanteste Bauteil, der Kühlergrill vorne, wich von dem ab, was die Jaguarleiter sich vorstellten. Erneut bat Walkinshaw Callum den Wagen etwas umzugestalten... Man hatte ein Plan, wie das Auto dennoch das Licht der Fertigung erblicken sollte: als Aston Martin.

 

Man stellte der Fordkonzernleitung den Wagen als "Aston Martin DB7" vor. Die Führung war begeistert und gab grünes Licht zur Produktion als Aston Martin. Besonders weil unterhalb des Virage noch eine Lücke offen war. Quasi ein Einstiegs-Aston. Ford war tatsächlich auf Anhieb begeistert.

 

Jaguar XJ41 - InnenraumJaguar XJ41 - InnenraumCallum, als einstiger Mitarbeiter bei Jaguar, wurde nun Designer von Aston Martin (bis er dann zu Jaguar zurückwechselte). Unter der Haube des neuen DB7 werkelte aber nun doch kein Biturbo R6 sondern ein Kompressor R6... Von Jaguar! Man nahm die ältere Form des AJ16 (den AJ6 - bei Jaguar mit eckigem Ventildeckel und Zündverteiler bestückt), verringerte den Hubraum auf 3.2l (im XJ-S hatte der AJ6 3.6l) und versah dem Motor mit einem Kompressor. Aus 3.2l wurden 335 ps gezaubert (Jaguar schaffte es beim Nachfolgermotor, dem AJ16, den ersten Jaguarmotor mit Kompressor, 320 ps rauszuholen bei 4.0l Hubraum).

 

Jaguar XJ41 - NaseJaguar XJ41 - NaseUnterm Blech fand man die identische Vorderachse des XJ-S gepaart an eine leicht modifizierte Hinterachse (außenliegende statt innenliegende Bremsscheiben, die der XJS - als 2. Faceliftmodell - ab ca. 1994 auch erhielt) welches aber ohne Probleme gegen XJ-S, XJ (Serie 1-3) und E-Type Achsen ausgetauscht werden konnte (sofern ABS vorhanden war :D). Beide Achsen sind an gleiche Stellen montiert und machen somit einen identischen Radstand von 2591 mm.

 

Aston Martin DB7Aston Martin DB7Später (1999) erschien noch der V12... Der erste V12 von Aston Martin und - welch Zufall - von dem sind viele Teile mit dem Jaguar V12 kompatibel, welches 1996 ausgelaufen ist. Böse Zungen behaupten, dass Ford den V12 von Jaguar einstampfen ließ, damit Aston Martin dieses für 1999 ins Programm aufnehmen konnte - natürlich stark überarbeitet aber in seine Grundzüge ziemlich ähnlich. Es ist eine Möglichkeit, welches aber schwer zu beweisen sein wird. Und genau belegen kann man dies nicht...

 

So ist das rettende Auto (bis heute der meistgebaute Aston aller Zeiten mit mehr als 7000 Einheiten) und die optische Designgrundlage für fast alle Aston Martins von heute, auf ein Auto zurückzuführen, welches als Jaguar das Licht der Welt erblicken sollte und dann, weil die Geschäftsführung das Design nicht mehr mochte, an Aston Martin weitergereicht wurde.

 

Aston Martin DB7 Aston Martin DB7


30.01.2017 13:15    |    Dynamix

Was ich am DB7 immer interessant fand war die Tatsache das er das Borg Warner T56 Getriebe hatte. Ein Getriebe das auch in sehr vielen US-Cars gelandet ist, darunter so illustre Namen wie:

 

Chevrolet Corvette

Chevrolet Camaro,

Dodge Ram SRT10

Dodge Viper

Ford Mustang Cobra,

Ford Mustang Cobra R

Ford Falcon XR6, XR6T, XR8

FPV F6 Tornado/Typhoon, GT/GT-P

Holden Commodore

Holden Monaro

Chevrolet Corvette Z06

Pontiac GTO

Cadillac CTS-V

Chevrolet SSR


30.01.2017 13:19    |    Trottel2011

Ist das T56 nicht ein Tremec Getriebe? Weil das auch sehr gerne beim V12 Umbau verwendet wird :D Also V12 mit Schaltgetriebe statt V12 mit 3/4 Gang GM Automatik. Hatte ich auch etwas in Betracht gezogen, weil die TH400 doch ein paar Ponies kostet aber ich nicht wirklich Lust habe, für ein Kupplungspedal mit ABS Box mal eben mehrere Tausend Euro zahlen zu müssen :D

 

Aber das Tremec T-56 Magnum ist schon ein häufiges Getriebe... In alles von Viper bis zum Aston Martin :D Scheint ein "Universaltalent" zu sein :D


30.01.2017 13:23    |    Dynamix

Ok, ich korrigiere. Es hat seine Karriere als Borg Warner T-56 begonnen und ist dann irgendwann in den späten 90ern zum Tremec geworden ;)

 

Faszinierend finde ich das es das Ding schon gefühlt ewig gibt und es trotzdem noch verbaut wird :) Dazu gibts dann noch verstärkte Versionen von dem Ding dir RICHTIG was (glaube bis 1000NM) abkönnen. Das kriegst du mit 99% der normalen Motoren nicht kaputt, nicht mal der 572er Crate Big Block von Chevrolet würde das Ding zerbröseln.

 

Gut, es gäbe da für die Automatikfans noch das 4L80/85E und selbst davon gibt es noch verstärkte Versionen die 1000NM und mehr packen aber da kostet das Getriebe auch so viel wie mein Mii in neu :D


30.01.2017 13:29    |    Trottel2011

Nur die Amis schaffen es solche Werte zu liefern :D Frag mal hier in Deutschland bei VW nach einem Schaltgetriebe für 900 nm... Selbst 800 nm wird schon schwer :D


30.01.2017 13:33    |    Dynamix

Die Amis haben ja auch ein ziemlich stark ausgeprägtes Aftermarket Programm ;)

 

Frag mal bei VW nach einem 9,4 Liter V8, ich glaube die versuchen dich nach der Frage in die Klapse einweisen zu lassen :D

 

Schon Wahnsinn was es da alles so gibt. Von Motoren für Oldtimer bis hin zu den aktuellen Motoren ist da eigentlich für jeden was dabei. Und die passenden Getriebe die das abkönnen haben die auch noch im Programm :) Das Ganze dann sogar ab Werk! Nix mit selbst umbauen oder für teures Geld zum Spezialisten rennen der dann auch noch mal ein paar Wochen für den Umbau braucht.

 

Bei denen kommst du an fette Motoren und Getriebe so einfach ran wie an eine M16 im nächsten Walmart :D

 

Für Bastler sind die USA da ein Paradies, kein Wunder das bei Gas Monkey und co gefühlt jedes Projekt erst einmal nen neuen Motor bekommt :D

 

Hier mal beispielsweise ein stinknormales 4L85E

 

http://www.gmperformancemotor.com/parts/19300175.html

 

Knapp 3000$ für ein brandneues Getriebe von dem Format ist schon fast Diebstahl. Man bedenke mal was der Austausch eines 08/15 Getriebes bei unseren Herstellern kostet. Da ist man meist für das Getriebe schon über 2000€ los :eek:


30.01.2017 13:38    |    Trottel2011

Naja, ist ja auch kein Wunder. Die Amis haben es halt :D

 

Ich habs schon mal anderweitig gesagt: das, was wir Hubraum nennen, ist für die Amis gerade einmal sowas wie "Anlassermotor". Wir sind hier ja zwischendurch sowas von stolz auf 2l Hubraum! "Hey, mein GTI hat ein 2.0l TSI!" oder "Mein V8 hat 4.0l Hubraum...". Da lacht der Ami halt nur :D 4.0l sind schon auch da noch immer klein. Mein 5.3l V12 ist auch noch klein. 5.7l ist da ja fast schon Mindestgröße für ein V8. Oder lieber 7.0l. Naja, 9.4l gehen ja auch - hatte das nicht einst der Cadillac Eldorado in FWD Form drin? Aber mit vielleicht 200 ps oder so :D


30.01.2017 13:44    |    Dynamix

Naja, 2 Liter sind auch bei den Amerikanern mittlerweile ganz normale Motorengrößen. Gut, beim Camaro nennt sich das Basismotor :D

 

Bei den V8 Motoren kommt es auf den Hersteller an. Ford hat ja schon seit langem nichts mehr mit richtig Hubraum im Angebot. Die sind ja schon Anfang der 90er auf 4,6 Liter runtergegangen. Dann kam vor ein paar Jahren der Coyote mit 5 liter und jetzt der Vodoo mit 5,2 Liter.

 

Einzig GM und Mopar wehren sich noch ein bisschen. Früher war DER Standard Small Block der 350er, also der 5,7er wie er auch in unserem Cop Car steckt. Mit dem LS2 ging dann der Hubraum immer weiter hoch, mittlerweile sind 6,2 Liter der Standard. Wenn die Gerüchte stimmen könnte GM an einem Nachfolger des LS7 Small Blocks basteln, dann gäbe es immer noch ordentlich Hubraum zu kaufen :cool:

 

Mopar hält nach langer V8 Abstinenz am 5,7 Liter Standard fest.

 

Der Cadillac Big Block hatte 8,2 Liter und der war wirklich nicht der stärkste. Dafür halt Drehmoment ohne Ende ;)


30.01.2017 13:47    |    Trottel2011

Amis... Wenn ich sonst an meine Heimat denke... Als ich klein war, hatte man im Schnitt irgendwas von 1500 Kubik gehabt :D Und da waren schon die vielen V12 von Jaguar, die V8 von Rolls Royce und Bentley mit 6.75l (auch noch heute ein "Whopper"), der Rover V8 mit 3.5l, 3.9l und ich glaube 4.5l (bin da nicht mehr ganz uptodate) drin... :)


30.01.2017 14:18    |    Dynamix

Wobei der Rover V8 ja im Prinzip ein Motor war den man bei Buick weggeworfen hat :D

 

Umso schöner zu sehen das die Briten damit was anfangen konnten :)

 

Edit: Und damit hätten wir elegant wieder die Kurve zurück zu den Briten bekommen :D


30.01.2017 15:34    |    PIPD black

Ich mach dann mal die Rockford-Wende :p.

 

Kaum gibt's hier Lob für die GM-Getriebe, folgt die Retoure-Kutsche:

http://www.motor-talk.de/.../...gern-mit-sechs-zylindern-t5931783.html

 

Zitat:

Vorsicht auch beim 330d mit Automatik: Das Getriebe (Hersteller: GM) in diesem Modell hat Probleme mit dem Drehmoment des Motors. Es kann zu Getriebeschäden kommen.

Man faßt es nicht.....:D


30.01.2017 15:47    |    Dynamix

In dem Falle lag das Problem aber eher daran das die Dödel bei BMW ein Opel Getriebe eingekauft haben das viel zu schwach für Ihren fetten Diesel war :D

 

Wenn ich für 20 Mann kochen will und dann nur 3 Dosen Ravioli kaufe darf ich mich auch nicht bei Maggi beschweren wenns für 20 Mann nicht reicht ;)


30.01.2017 15:49    |    PIPD black

3 Dosen Ravioli aufwärmen, ist bei dir kochen?:confused:

:p

 

OK....genug OT.


30.01.2017 15:53    |    Dynamix

Du hast mich schon verstanden ;) :D

 

Außerdem bin ich ein Mann: Ich KANN kochen, MUSS es aber nicht :D


30.01.2017 16:08    |    knolfi

@Trottel2011 wieder mal ein toller Bericht...und ich hab wieder mal was auf meine alten Tage dazugelernt. :D

 

AM und Jaguar sind seelenverwandt...und der Nachfolger des XJ-S, der XK8 sah ja auch irgendwie immer wie ein kleiner AM aus.

 

Mal noch ein Tipp, auch wenn's OT ist: warum lässt du deine hervorragend recherchierten Artikel nicht bewerten? Du kannst dies doch in den Blogeinstellungen angeben und man könnte auch so diesen Artikel verfolgen ohne ein Kommentar zu schreiben...obwohl ich das hier sehr gerne mache. :)


30.01.2017 16:09    |    Creeper45

Oh mann hier vermisse ich wirklich den Gefällt mir button :D

 

War das Opel-Getriebe vl noch aus Lopez-Zeiten? Würde einiges erklären...


30.01.2017 16:35    |    Trottel2011

@knolfi

 

Danke!

 

Bzgl. dem Bewerten... Ich bin dagegen und deaktiviere es jedes Mal :) Einfacher Grund: damit wird auch oft genug Unfug betrieben. Manche Artikel erhalten gleich mehrere "Nicht Lesenswert" (also Thumbs Down) ohne irgendwelche Kommentare etc. Ich habe keine Angst vor Bewertungen, finde sie aber einfach "unsinnig". Qualität erkennt man auch ohne Daumen :)

 

@Creeper45

 

Ich glaube weniger dass es ein Opelgetriebe ist sondern eine GM Automatik ;) GM ist ja nicht automatisch Opel. In meinem XJ-S ist auch ein GM Getriebe und kein Opelgetriebe drin... Auf dem Getriebe ist ein GM eingegossen. Hergestellt in USA...


31.01.2017 00:03    |    Creeper45

Das mit dem Opel-Getriebe hat Dynamix in den Ring geworfen, da will ich mich nicht mit fremden Federn schmücken ;) es würde aber wirklich einiges erklären, wenns ne Lopez-Spardose wäre

 

Zum Thema bewerten, ich kenne da ein Forum, da kann man maximal sein eignes "Gefällt mir" zurückziehen. Wer mein Bild kennt und den 1. Satz meiner Sig, hat ne Ahnung, welches das sein könnte...


31.01.2017 08:45    |    Dynamix

Mea Culpa! Hatte irgendwie im Kopf das 5L40E wäre hauptsächlich bei Opel zum Einsatz gekommen. War doch nicht so. Fakt ist jedenfalls das dieses Getriebe zu schwächlich für den fetten Diesel war da das Getriebe maximal 340 NM abkann. Der M57D30 Motor haut aber mindestens 390NM und mehr raus. Da sollte es nicht verwundern wenn das Getriebe das nicht lange mitmacht.

 

Interessant finde ich das trotzdem einige schreiben das der so mindestens 100.000km packt.


31.01.2017 08:51    |    tommy_c20let

Dass die GM-Getriebe (5L40-E, bei GM für 400 Nm spezifiziert) bei BMW nicht lange halten hat BMW leider ganz allein selber zu verantworten da sie unbedingt die Getriebesteuerung komplett auf den Kopf stellen mussten, entgegen der GM-Empfehlung. Es gibt nämlich einige Gründe wieso das 5L40-E im Opel Omega B verbaut (mit Opel-Abstimmung im AT-STG) deutlich länger hält.

 

Bei Opel wird schon ab ~ 30 km/h die Wandlerüberbrückungskupplung in gewissen Situationen (Tempomatbetrieb oder kurze Zeit bei gleichbleibendem Tempo) geschlossen. Bei z.B. 70 km/h auf der Landstraße fährt man quasi fast immer mit geschlossener WÜK während sie bei BMW unter 100 km/h gar nicht (nie!) schließt. BMW wollte damit damals die Audi Multitronic "nachahmen" so dass eben beim Beschleunigen die Drehzahl hochgeht und man dann bis weit über 100 km/h im Wandler nudelt und quasi keine Schaltvorgänge spürt.

 

Damit fährt man also bei BMW deutlich mehr über den Wandler, sprich übers Öl. Dieses wird entsprechend mehr belastet, wird heißer und verschleißt schneller. Man stelle sich Anhängerbetrieb mit 80 km/h vor. Zum Beispiel 800 km mit Anhänger nach Italien und man fährt diese 800 km bei BMW zu 100% über den Wandler, beim Omega zu 95% mit geschlossener WÜK und damit nicht über den Wandler. Das dann noch im Hochsommer, man kann sich vorstellen wie das heiße Öl im BMW-Getriebe im Zeitraffer altert während es im Opel dank geschlossener WÜK nur schmieren, jedoch keine Kraft übertragen muss.

 

Dazu kommt dass bei BMW die WÜK per PWM (Pulsweitenmodulation) sehr langsam geschlossen wird so dass die Wandlerüberbrückungskupplung mit den Jahren massiv verschleißt und der ganze Abrieb im Öl landet welches dank der "Lebensdauerfüllung" irgendwann das ganze Getriebe + Filter zusifft (mit anschließendem Getriebeschaden) wenn man keinen Ölwechsel macht. Da gibts bei den BMW-Usern auch schöne Forenberichte über Vibrieren bei gewissen Tempi wenn die WÜK langsam schließt und dabei heftig rubbelt. Wundert mich nicht, dafür ist die WÜK ja auch gar nicht von GM ausgelegt worden.

 

Beim 5L40-E im Omega B hat Opel das wie bei den 4 Gang GM Automaten gemacht, die WÜK ist offen oder zu und das schließen merkt man gerade mit frischem Öl fast gar nicht, man sieht nur die Drehzahl kurz etwas abfallen wenn sich die Ein und Ausgangswelle verbinden, das geht innerhalb einer halben Sekunde.

 

Der Abrieb der per PWM schleifenden WÜK kommt im BMW-Fall also noch dazu und dann ist auch klar wieso das 5L40-E bei BMW bei 150 tkm schon regelmäßig stirbt während es manche Omega B 2.5 DTI gibt die auch 200 oder 250 tkm fahren ohne einmal das Öl gewechselt zu haben und das Getriebe ist noch ganz gut in Schuss. Obwohl sich auch hier ein Wechsel aller 80 tkm empfiehlt, am besten mit DEXRON VI Öl. Dieses ist für 160 tkm spezifiziert, das ab Werk eingefüllte DEXRON III im Übrigen nur für 80 tkm, auch bei BMW! Damit wird erneut sichtbar wie sinnfrei eine die Angabe einer "Lebensdauerfüllung" ist wenn das Öl schon laut Spezifikation bei 80 tkm fertig ist.. :rolleyes:

 

Als ich mein Öl im 5L40-E bei 110 tkm spülenderweise gewechselt hab, war es zwar etwas dunkler aber noch als rot zu erkennen. Es waren auch keine Späne am Magneten, nicht mal eine Emulsion. Da gibt es Bilder von BMW-Fahrern wo es bei 100 tkm schon pechschwarz war und der Magnet bereits voll mit Späneemulsion. :rolleyes:

 

Wie es bei Range Rover mit dem Getriebe ist weiß ich nicht, hab aktuell einen TD6 (3 Liter BMW M57, ab Werk gedrosselte 177 PS und 390 Nm) mit 5L40-E in der Mache der auf seine Leistungskur wartet. Fahren konnte ich damit bisher noch nicht. Aber sicher interessant ob BMW auch dort die Getriebesoftware verpfuscht hat (Rover gehörte damals zu BMW) oder ob der eher Opel-like schaltet und die WÜK zügig schließt.

 

Sorry für das OT. :p :D

 

Viele Grüße,

Thomas


31.01.2017 11:55    |    CossiMk2

Nur der Vollständigkeit halber: m. W. waren die Getriebe zwar von GM, aber aus Straßburg.

 

Ansonsten wieder großes Lob für den Artikel! Zu lesen, was du schreibst, macht einfach immer Spaß.


31.01.2017 12:28    |    Ascender

Ich dachte grad so:

 

Mhm.. Jaguar-Plattform aus den 70ern, 6-Zylinder... da dürfte doch so ein Aston DB7 recht günstig... *bei Mobile nachgeguckt* Oha... :eek: :D


31.01.2017 12:32    |    Dynamix

Schmeiß mal ne Zahl in den Raum!


31.01.2017 13:16    |    Daemonarch

Mein Onkel hat nen DB7 in "Jägergrün"... Schickes Auto!


31.01.2017 13:32    |    PIPD black

Früher wurden in D die MB gern in grün verkauft. Irgendwann fiel hier mal das Wort "bauerngrün". Nachdem MB sowas aus der Farbpalette schmiss, gingen auch die Bestellungen der Bauern zurück.:p

 

Keine Ahnung ob Wahrheit oder Fiktion.......


31.01.2017 14:11    |    Trottel2011

@Dynamix

 

Günstig sind die DB7 auch heute nicht... Ich glaube irgendwo ab 15000 EUR für eins im Zustand 'geht'. Teile für Karosserie und Innenraum kosten eine Menge. Teile für Motor und Achsen auch - bei AM -aber es geht deutlich günstiger bei Jaguar :D


31.01.2017 14:15    |    Dynamix

Wobei 15.000 € für nen fahrbaren Aston ja schon fast günstig sind. Wenn man mal an den Neuwert denkt.


31.01.2017 14:18    |    Trottel2011

Das ist so gerade noch fahrbar :D Anderer seits ist es teuer für eine Plattform, welches ewig alt ist ;) als es eingestellt wurde, war es schon 41 Jahre alt ;)


31.01.2017 14:21    |    Dynamix

Was soll ich denn sagen? Die Plattform meines Caprice ist mittlerweile 40 Jahre alt, die Plattform auf der diese widerum basiert über 50 :D

 

Trotzdem hat man den Wagen in D damals angeblich für um die 80.000DM verkauft.


31.01.2017 14:22    |    Trottel2011

Naja, bei Amis ist das ja nicht unbekannt. Aber bei Briten schon selten. Ausser bei Rover... Siehe Mini und Defender :D


31.01.2017 14:33    |    Ascender

Zitat:

Günstig sind die DB7 auch heute nicht... Ich glaube irgendwo ab 15000 EUR für eins im Zustand 'geht'. Teile für Karosserie und Innenraum kosten eine Menge. Teile für Motor und Achsen auch - bei AM -aber es geht deutlich günstiger bei Jaguar :D

Hahaha, schön wärs. Dachte ich nämlich auch. Die DB7 gehen ab 30.000 los. Und das nur mit dem 6-Zylinder. Die V12-Versionen liegen bei 45.000 EUR. :D


31.01.2017 15:12    |    Speedy1st

Wirklich interessant.

 

Selbst mit den Fotos, Rücken an Rücken verglichen fällt es mir schwer eine Verwandschaft vom Prototyp zum Aston zu erkennen.

Ok, den Kotflügel, aber Front, Haube, und ab der A Säule sowieso alles schaut sich nicht ähnlich.

 

 

Der DB7 ist aber wohl zeitlos, auch wenn er mir etwas zu bieder ist (schon damals, Ende der 90er).


31.01.2017 15:26    |    Trottel2011

@Ascender

 

Dann war das der englische Preis. Da gibt es AM sowieso deutlich billiger :D Siehe Wheeler Dealers :D


31.01.2017 15:29    |    Dynamix

Den DB7 fand ich vom Design immer etwas langweilig. Da hat Aston später deutlich aufregendere Autos mit dieser Form gebaut.

 

Als einziger Engländer reizt mich sowieso nur ein End 80er Esprit. Leider damals noch nicht mit V8 Motor, aber mir gefällt das Heck mit den eckigen Leuchten einfach besser als das mit den runden. Leider mittlerweile auch nicht mehr bezahlbar.

 

Sowas wäre fein! Meine Lieblingskombi in Sachen Interieur und Exterieur Farbe!

 

http://suchen.mobile.de/.../details.html?...

 

Alternativ fänd ich den Elan II ganz nett, aber den auch nur weil er für einen Lotus wieder etwas spleenig ist. Mit dem Markenkern hat der ja nicht viel gemein.

 

Was ich generell mal gerne fahren würde wäre so ne nett motorisierte Exige oder Elise. Einfach nur mal ums probiert zu haben. Wollen würde ich sowas nicht unbedingt.


31.01.2017 15:36    |    Ascender

Zitat:

Dann war das der englische Preis. Da gibt es AM sowieso deutlich billiger :D Siehe Wheeler Dealers :D

Ja, das ist bekannt. Die Preise für Gebrauchte sind dort viel niedriger als hier. Am besten kurz vor dem Brexit kaufen, da dürfte es nochmal günstiger sein - und man kann auch noch Kitcars, dank EU-Zulassung hier anmelden...


31.01.2017 15:38    |    Trottel2011

Für ein Lotus musst du den Blog wechseln :D Da habe ich wenig mit am Hut... Katzen oder vielleicht einzelne Probefahrten :D Mehr gibbet hier nicht! :D

 

Mir selbst gefällt der DB7 nicht. Mir gefällt eigentlich alles, was AM nach dem Virage herstellte nicht wirklich. Das Design ist schon altbacken und wirkt wie ein Audi - Designevolution mit minimale Änderungen und dadurch wird es einfach irgendwann öde. Der Virage hat eine Präsenz, genauso auch ein älterer V8 oder ein DB5... Das sind noch AM aber ich bin sowieso nicht der AM Fan... DB5 oder E-Type... DB5 teurer aber E-Type schneller... ;) Und dabei mag ich den E-Type auch nicht! :D


31.01.2017 15:39    |    Dynamix

Und ich dachte immer du machst hier generell die Grundversorgung für alte Briten :D

 

Macht ja hier sonst keiner ;)


31.01.2017 15:48    |    Trottel2011

Ich kann das ja gerne in einem zweiten Blog machen... Bin aber eher auf Jaguar eingeschossen :D Da gibt es schon genug zu erläutern :D


31.01.2017 16:03    |    Ascender

Nananana... Rassendiskriminierung im Trottel-Blog. :D Die armen Lotusse. :(


31.01.2017 16:07    |    Trottel2011

Loti! Latein oder Altgriechisch :D

 

1x Bonus, 2x Boni

1x Ford Focus, 2x Ford Foci

1x Lokus, 2x Loki

1x Lotus, 2x Loti

 

:D :D :D


Deine Antwort auf "Die Unbekannten Schwestern - Teil 6, Aston Martin DB7"

Blog Recommendation, the

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Man Behind The Scenes, the

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Best of Britain

Fiat

 

Cars, the

The Crown Juwel:

Die Iron Lady

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ-S (XJ27)

Modelljahr: 1989.5

Motor: V12 (5.3l, 295 BHP)

Getriebe: Automatik (3-Gang TH400)

Farbe: Arctic Blue (JFE)

Ausstattung: Volle Hütte + Sportsitze + Sportlenkrad + Glasschiebedach

Alle bisher gekauften und verbauten Teile

Im Besitz: seit 10/2013

 

The New Daily Driver:

Lusysan

Hersteller: FCA (by Mazda)

Auto: 124 Spider (Typ 348 bzw. NF)

Motor: R4 Multiair (1.4l, 140 BHP)

Getriebe: 6 Gang Automatik (Aisin B400)

Farbe: Vesuvio Schwarz Metallik

Ausstattung: Lusso mit alles

Modifikationen: -30 mm H&R Sportfedern, Stubby Kurzstabantenne, getönte Seitenblinker ohne Spiegeleieffekt

Im Besitz: seit 10/2018

 

A Former Daily Driver:

Toni

Hersteller: FCA (Fiat)

Auto: 500 (312) "Lounge"

Modelljahr: 2018

Motor: R4 (1.2l, 69 BHP)

Getriebe: Handschaltung (5-Gang)

Farbe: Vesuvio Schwarz Metallik (kommt)

Ausstattung: zusätzlich zu Lounge noch 5" Touchscreen samt 6 Lautsprecher, getönte Scheiben hinten, Chrompaket, und ein paar Kleinigkeiten

Im Besitz: 05/2018 - 10/2018

 

Another Former Daily Driver:

Rusty Jag

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ8 Executive (X308)

Modelljahr: 1997

Motor: V8 (3.2l, 237 BHP)

Getriebe: Automatik (5-Gang ZF5HP24)

Farbe: Meterorite Pearl (MDT)

Ausstattung: Vollausstattung bis auf Memorysitze, Soundanlage, Regensensor und Navigationssystem

Alle bisher gekauften und verbauten Teile

Im Besitz: 03/2015 bis 05/2018

 

Yet Another Former Daily Driver:

The Jaguar Formerly Known As "Jag"

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ6 SPORT (X300)

Modelljahr: 1995

Motor: R6 (3.2l, 211 BHP)

Getriebe: Automatik (4-Gang ZF4HP22)

Farbe: Schwarz Metallik

Ausstattung: Sportpaket + ein paar Kleinigkeiten

Im Besitz: 01/2015 - 02/2015

Unknown Sisters, the

Auflistung der Sonderartikel zum XJ-S/XJS

 

Teil 1: Lister LeMans

Teil 2: Lynx Eventer

Teil 3: Koenig Breitbau

Teil 4: TWR XJ-S

Teil 5: PBB Monaco

Teil 6: Aston Martin DB7

Teil 7: Jaguar XJ-C

Teil 8: Daimler-S

Teil 9: Railton Claremont und Fairmile

Teil 10: Hess and Eisenhardt Convertible

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