Auch Trottel können richtig liegen...
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19.01.2023 10:13    |    Trottel2011    |    Kommentare (28)    |   Stichworte: hobby, mountainbike, mtb, neu, Scor, scott

Hallo Motor-Talker!

 

Vor etwa 18 Monaten habe ich mir meinen ersten vollgefederten Mountain Bike geholt und bin von dem Sport angefixt. 1.5 Saisons habe ich mit dem Scott Spark 970 meinen Spaß gehabt aber so langsam geht mir das Bike auf dem Keks. Der Steuersatz ist andauernd defekt (ich habe dieses Jahr alleine 4x das obere Lager gewechselt, jedes Mal namhafte Teile die nicht günstig waren). Außerdem merke ich, wie es irgendwie nicht mehr mit mir mithalten kann :D ;) Da es nur ein "günstiges" Einstiegsmodell war, ist das soweit für mich in Ordnung, dennoch musste was Neues her :D

 

Nur was? Mein Fahrstil ist mittlerweile eher dem Enduro zuzuordnen. Sprich eine Mischung aus Downhill und Crosscountry. Da ist mein Spark mit seinen 130/140 mm Federweg bisher fast immer am Aufsetzen oder Durchschlagen. Naja, hilft ja auch nicht, dass ich nicht gerade ein Leichtgewicht bin! :D Daher hatte ich überlegt den Spark soweit noch etwas aufzurüsten, merke aber, dass, aufgrund der speziellen Ausführung des Sparks, viele bessere Teile nicht passen oder die Geometrie so versauen, dass es nicht mehr den Spaß bereiten kann, wie es bereiten könnte. Gerade der Dämpfer in der Mitte für die Hinterradschwinge stellt ein Problem dar... Das habe ich verworfen und doch ein paar Taler in die Hand genommen. Was gibt es aber jetzt?

 

Der Markt ist für Enduros ziemlich gut aufgestellt. Allerdings sind fast nur noch Kohlefaserrahmen mit langen Federwegen vorhanden – ideal! Naja, ist ja kein Problem. Kohlefaser hat sich mittlerweile einen guten Namen gemacht. Markt auskundschaften! Also Rahmen anschauen, Möglichkeiten durchspielen, usw. - das Ergebnis ist, dass ich einige Rahmen mochte aber nicht alle mag. Es sollte schon meinem Geschmack entsprechen. Mein Budget hatte ich schon gesetzt (bis 5000 EUR) und dann ging es an die Suche nach ansprechende und gute Bikes… Auf der Liste standen:

 

Nukeproof Giga 290

Pro: Geiler Rahmen, gute Ausstattung, richtig gute Bewertungen von Hobby und Pro

Con: Ersatzteilversorgung (speziell für Nukeproofbauteile) aufwendig und teuer (Dank Brexit)

 

Specialized Enduro Comp Carbon

Pro: Ausstattung, Verarbeitung

Con: Preis (eigentlich über Budget, durch Modellwechsel knapp drunter) und Sonderwege, die die Marke beschreitet

 

Mondraker Superfoxy

Pro: Design Design Design! Ausstattung, Verarbeitung

Con: Aluminiumrahmen, teilweise kurze Federwege, etwas erhöhter Schwerpunkt gegenüber anderen Schwingendesigns

 

Cannondale Jekyll 2

Pro: Bikeporn! Ausstattung, Farbe (Beetle Green ist so mein Geschmack)

Con: Preis (selbst mit Rabatt über das gesetzte Budget)

 

Santa Cruz Nomad 6

Pro: Ausstattung, Qualität, Design

Con: Preis (auch hier ist es deutlich über mein Budget)

 

Canyon Spectral 29 CFR

Pro: Ausstattung, Qualität

Con: Preis, Design nicht 100% mein Geschmack

 

Ich wäre nicht abgeneigt ein Scott wieder zu kaufen, aber die Problematik mit dem Steuersatz hat mir doch irgendwie gereicht. Ebenso die ganzen Sonderwege, die die Marke beschreitet. Daher habe ich hier Scott direkt wieder ausgeschlossen. Der Spark war ein guter Einstieg aber irgendwie dann doch nicht auf Dauer was für mich.

 

Doch dann fand ich etwas, was mich triggerte… Ein Rahmen, mit einer so schönen Linienführung. Schöne und kleine Details, die man sonst nicht häufig sieht und sogar noch modular, sodass man entweder kürzere oder längere Federwege fahren kann, ohne sich die Geometrie zu versauen. Die Idee war es den Rahmen zu nehmen und nach Wunsch aufzubauen. Aber da der Rahmen mit knapp 3.300 EUR zu „Buche“ schlägt, und ich für 1000 EUR nicht ansatzweise die Wunschkomponenten da reinbekommen würde, wurde beschlossen, dass ich das Bike am „Stück“ nehme und dann nach Wunsch ändere…

 

Die Suche ging recht erfolglos los… Das Modell, auf das ich scharf war, war das Scor 4060 LT in „Slate“ grau. LT für „Long Travel“. Ein richtiges Endurobike. Aber dann… 2022er Modelljahr. Die 2023er Modelljahre sind in einer anderen Farbe. Fermaledeit! Die Farben sagen mir nicht zu. „Google is you friend!“ denke ich mir, während ich die Tasten zum Glühen bringe. Scor ist sowieso eine kleine, neue Marke von BMC (Schweizer Urgestein). M.E. zum MJ 2022 gestartet. Die Produktionsmengen waren nicht groß…

 

Die Ausstattung fällt "üppig" aus. Rockshox Zeb Gabel, Deluxe Dämpfer, SRAM NX Schaltgruppe (hatte ich auf dem Spark auch - war sehr zufrieden mit!), SRAM Code R Bremsen (unten mehr dazu :D),

 

Google googelt, der Trottel hier trottelt und dann denke ich, dass ich mein Ergebnis habe. Nope! ST und nur M oder XL. Als „Durchschnittshorst“ brauche ich natürlich die gängigste Bikegröße: L. Als ST (Short Travel) leider mit zu wenig Federweg – was man aber recht zügig ändern könnte – fand ich ein paar Rahmen nur. Doch dann, nachdem die Tasten glühen, Googles Rechenzentrum ein Hackerangriff aus Bremen sich dachten, habe ich endlich das letzte Modell in Deutschland gefunden (neu! Nicht gebraucht!). Also, schnell bestellen/kaufen. 3…2…1… Nicht eBay aber meins! :D

 

Die Lieferung sollte nur ein paar Tage dauern und dann ist das gute Stück da. Es steht in seiner vollen Pracht vor mir und ich denke mir: dagegen sieht mein Scott Spark altbacken aus! Die Scott Rahmenformen waren vor 5 Jahren wohl sehr modern. Und sind heute ungefähr da, wo einst die Y-Frame Bikes der 90er waren… Fast jeder Anbieter hat ein Rahmen im Programm, welches dem Scott Profil nahe kommt. Aber vom Scor? Nein! Frisch, neu, einzigartig! :eek: Goil! :D

 

Für die Zahlenfetischisten und Ausstattungsfanatiker, hier mal die Ausstattung/Ausrüstung:

 

Rahmen:

SCOR 4060 full carbon frame

Lower-Link Driven Instant Center Linkage

160mm rear wheel travel

Fully guided internal cable routing

Stash box

Boost 148

SRAM Universal Derailleur Hanger

Lower ISCG 05 mount / Chainguide

 

Gabel:

RockShox ZEB Select, 170mm travel

Charger RC damper

DebonAir air spring

Compression adjust

Rebound adjust

44mm rake

 

Dämpfer:

RockShox Super Deluxe Select+ RT damper, 62.5 mm travel

Rebound adjust

Open / pedal / lock lever

Trunnion mount

 

Gänge:

1 x 12

 

Kettenrad:

SRAM Descendant 6K Eagle

170mm length

32T chainring

DUB Interface

 

Kassette:

SRAM NX Eagle (PG-1230)

11-50T

 

Kette:

SRAM NX Eagle

Rear Derailleur

SRAM NX Eagle

 

Schaltgruppe:

SRAM NX Eagle Trigger

 

Bremsen:

SRAM Code R

Centerline rotors; 200mm

 

Lenker:

SCOR Alloy Bar

31.8mm clamp

800mm wide

20mm rise

5° up sweep - 9° back sweep

 

Vorbau:

SCOR Alloy Stem

3D forged

31.6mm bar bore

35mm lenght

0° angle

 

Dropper Post:

X-Fusion Manic

L/XL 170mm travel

 

Sattel:

Fizik Terra Alpaca X5

 

Laufradsatz:

XDX-530

28 spokes

Sealed cartridge bearings hubs

6061-T6 alloy rim; welded joint

30mm internal width

Tubeless ready

 

Naben:

XDX-530

28 spokes

Sealed cartridge bearings hubs

 

Reifen:

Maxxis Assegai 29 x 2.5" (F) / Maxxis Dissector 29 x 2.4" (R)

Compound: 3C Maxx Grip (F) / 3C Maxx Terra (R)

Casing: EXO+ (F) / Double Down (R)

Tubeless ready

Tire Clearance

Width: 64mm

Diameter: 750mm

 

Gewicht:

15.20kg / 33.51lb

 

Direkt nach der Lieferung am 01.12.2022 (Weihnachtsgeschenk an mich selbst :D) war mir schon klar, was verändert werden muss... Und zwar zwingend. Das ist auch schnell erledigt:

 

1. Pedale von RaceFace, die gleichen goldenen Pedale, wie am Scott Spark.

2. Lenkstange und Vorbau von RaceFace, wieder wie am Spark, nur mit mehr Höhe.

3. Bremshebel von SRAM aus der RSC Anlage, wie am Spark.

4. Sattel von ERGON, wie am Spark.

5. Mudguard an der Gabel von RockShox

6. Alle silbernen Schrauben durch Goldene Titanschrauben ersetzen.

 

Die erste Ausfahrt mit dem Teil war zwar nur kurz entlang der Weser, aber es hat ordentlich Spaß gemacht. Das Fahrgefühl ist gut, verglichen zum Spark knackt nichts. Es ist alles solide. Vermittelt sofort den Eindruck von Qualität und Kompetenz ohne es zu übertreiben. Nach etwas Fahren und angewöhnen konnte ich schon die ersten Wesertreppen runterballern. Danach die ersten kleinen Drops (Geländeabsätze) probiert und auch die gehen besser als mit dem Spark (da hatte ich Sorge, dass mir der Rahmen irgendwann bricht - alleine weil ich knapp an der Grenze des "Systemgewichts" stand). Aber nein, fährt sich echt gut.

 

Ich bin auf den ersten Einsatz im Gelände gespannt. Hoffentlich wird es wieder etwas wärmer... Vorher muss ich aber wieder Kondition aufbauen. Habe ich über die Feiertage komplett vernachlässigt und das rächt sich schnell :D :D :D

 


02.09.2022 18:41    |    Trottel2011    |    Kommentare (65)    |   Stichworte: A6, Audi, avant, C8/4K, drive, let's, let's drive

Hallo Motor-Talker!

 

Mal wieder ein Let's Drive? Ja! Aber heute haben wir mal was anderes als die Norm. Es ist der erste Audi hier im Blog und m.E. auch der erste Premium obere Mittelklasse sein. Das sind ein paar Sachen, da muss der A6 einiges erfüllen!

 

Fangen wir an. Was haben wir hier? Es ist ein 2022er Audi A6 der C8 Generation (nein, nicht die C8 Corvette :D) mit der 45 TFSI Motorisierung. Was nach viel Leistung klingt, ist schon fast die Basismaschine. Unter der Haube werkelt der altbekannte 2.0l TFSI/TSI (EA888) Motor, mit 265 PS (5250 bis 6500 U/min) und 370 nm (von 1600 bis 4300 U/min). Das Ganze gekoppelt an einer Automatik (7 Gang S-Tronic). Als Farbe haben Wir das übliche Schwarzmetallik, den man in dieser Klasse findet.

 

Design… Ja, es ist ein Audi. Man erkennt, dass es ein Audi ist. Ob A4 Avant, A6 Avant oder irgendwas Neues dazwischen? Es ist ein Audi und das sieht man. Das Design wirkt einfach mittlerweile altbacken. Wo ist die Designrevolution, welches vor ca. 5 Jahren von Audi angekündigt wurde? Wo sind die neuartigen Formen? Ich spreche es aus: der A6 ist bieder! Sehr sogar! Da können Versuche die nun mittlerweile seit mehreren Generationen gebaute Optik (die sich nicht großartig unterscheidet) zu verstecken nicht helfen. Es verkauft sich aber dennoch. Ich verstehe das nicht :confused: Das Heck sieht einfach aus wie eine moderne Interpretation des Ur-100-Avants. Das Design ist sehr zurückhaltend. Wie man einst Jaguar bei der XJ Reihe für zu viel Zurückhaltung und Traditionsbewusstsein kritisierte. Aber der A6 hat sich kaum verändert. In der aktuellen Welt, wo das Design sich immer mehr als Hauptkaufpunkt herauskristallisiert und die Modellzyklen immer kürzer werden, ist Audi hier sehr sehr sehr mutig! Ja, ich weiß, dass wir hier ein Auto haben, welches mitten im Modellzyklus steckt, aber es ist immer noch ein A6 und immer noch sieht es seinem Vorgänger und seinem Vorvorgänger sehr sehr ähnlich… Tut mir Leid, das Design ist für mich bieder und recht langweilig. Und an dem Punkt halte ich hartnäckig fest. Soweit, so Audi. Es geht aber ja auch um's Fahren hier. Also, steigen wir mal flott ein.

 

Öffnet man die Fahrertür merkt man, dass hier Wertigkeit groß geschrieben wurde. Mehr dazu aber später. Im Innenraum wartet der A6 mit schwarzem Leder, Aluminiumeinsätze und einer sehr minimalistischen, aber dennoch übersichtlichen Innenraum auf einem. Die Sitze sind weich und fühlen sich toll an. Man findet sich mit der Sitzverstellung aus dem Hause VW ja sehr gut sofort zurecht. Allgemein gibt einem der Inne Raum ein Gefühl von 'hier war ich doch schon mal!?'. Auch wenn nur wenige Teile überhaupt von einem VW stammen könnte, ist die logische Platzierung, die Lage im Innenraum und allgemein alles sehr logisch und sinnvoll platziert.

 

Sitzt man und lässt sein Blick über das Armaturenbrett wandern, sieht man eine moderne Landschaft. Gradlinig aber zurückhaltend. Etwas Understatement in einem ansonsten barocken deutschen Design. Es gefällt.

 

Das Lenkrad wirkt, da man die Tasten auf ein Mindestmaß reduziert hat, sehr filigran. Ja zierlich. Das ist toll! Aber im selben Zug fehlen mir Tasten für den Tempomaten, die meiner Meinung nach auf dem Lenkrad was zu suchen. Da kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein, wie viel gehört auf ein Lenkrad und wie wenig. Für mich gehört die Steuerung der Freisprecheinrichtung (wenn vorhanden, aber heute die Norm), der Tempomat und zumindest die Grundfunktionen des Radios (Lauter, Leiser, Senderwechsel, Stumm) auf das Lenkrad. Audi hat das hier geschickt gelöst, in dem man alle Funktionen des Tempomaten auf einen zusätzlichen Lenkstock gesetzt hat. Die Bedienung dessen ist aber auch sehr gut. Platzierung und Nutzung sind mal brauchbar. Toyota/Subaru Lösung war bescheiden (unten rechts an der Lenksäule) genauso wie die von Renault häufiger Fragen und Rätsel aufgibt anstelle von Sinn und Praktikabilität. Zum Lenkrad: es fasst sich gut an. Zum ersten Mal fühlt sich das Aluminium am Lenkrad gut an. Die Kanten sind gebrochen (nicht wie Opel es gerne mal machte!). Das Leder fühlt und fasst sich sehr gut an. Die sonstigen Hebel machen einen sehr guten soliden und wertigen Eindruck. Das Einrasten ist präzise und überzeugt mit einer guten Qualitätsanmutung. Erstaunlich was ein Klick für ein Eindruck suggerieren kann.

 

Hinter dem Lenkrad kommt das "Kombiinstrument" (in Anführungszeichen, weil ja wieder nur ein Display) zum Vorschein. Ein super hochauflösendes Display mit sehr gutem Schutz gegen Blendung/Spiegelung mit einem SEHR klaren und ansprechenden Design. Ich habe nicht alle Menüpunkte durchgespielt, da ich mit dem Auto nur kurz unterwegs war, aber super. Gefällt mir wirklich gut. Alles ist direkt klar ablesbar. Keine unnötigen Spielereien, die dem Premiumanspruch nicht gerecht werden könnten/würden. Nüchtern, aber elegant. Maschinell, aber sehr hochwertig im Design. Da können sich viele eine Scheibe von abschneiden. Was aber nicht bei einem Fahrzeug wie hier zu sehen geht, ist die schlechte Ablesbarkeit von Kühlmitteltemperatur (wobei ich froh bin, dass sowas überhaupt verbaut wird!) und Tankanzeige. Abhängig von Sitzposition und Lenkradposition verschwinden beide Anzeigen entweder ganz oder zum Teil hinter dem schönen Lenkrad. Z.B. konnte ich die Tankanzeige nur mit dem linken Auge sehen. Mit geschlossenem linkem Auge war es nicht mehr sichtbar für das rechte Auge. Das geht auch irgendwann doch ein wenig auf die Sehkraft (wenn man zwangsweise über Kreuz blicken muss).

 

Was folgt nach dem Kombiinstrument? Richtig! Infotainment. Vorweg: ich habe mich hier schnell daran gewöhnen können, fand es aber am Anfang sehr irritierend, weil unerwartet: haptisches Feedback! Da wie in fast allen Autos nur noch Touchscreens zum Vorschein kommen, ist das mittlerweile gewohnte "antippen" ja normal. Einmal das was man haben will antippen, es öffnet sich. Beim A6 ging das nicht. Es war sogar irritierend. Aber dann machte es klick. Drückt man etwas fester (wobei das ja widersprüchlich zum Touchscreen ist) auf das Icon, klickt der Bildschirm einmal kurz. Wie ein Mikroschalter, der gerade betätigt wird. Aber wenn man das verstanden hat, ist das System echt gut. Man erwartet es nicht, kennt es nicht anders, doch dann, wenn es da ist, ergibt es plötzlich schlagartig Sinn. Man braucht nur einmal drücken!!! :D Endlich! Man weiß sofort, dass die GUI die Wahl verstanden hat.

 

Zum Infotainment gibt es nicht viel zu sagen. Es ist logisch, übersichtlich, nutzbar. Ungewohnt wieder: die Möglichkeit das untere Display (für Klima und Sitzheizung) für die Zielorteingabe (entweder per Tastatur oder Buchstabenerkennung) einzugeben. Schönes Gimmick.

 

Wenn wir schon bei der Klimabedienung sind: meine Meinung zur Klimabedienung bleibt immer noch gleich: feste Tasten und Drehregler sind durch nichts zu ersetzen. Das sind Tasten, die sollten immer vorhanden sein. Audi hat hier - wie fast überall mittlerweile die Norm - auf ein Touchscreen gewechselt. Dafür aber auch die Start-Stopp Automatik und die Warnblinker mit eingebunden. Aber Lautstärke sowie Radio Ein/Aus ist ein normaler Drehregler...!? :confused: Warum so? Was ist die Logik dahinter? Egal...

 

Wichtiger Aspekt gerade ist der Wählhebel :D Genau SO mag ich meine Wählhebel. In der Mittelkonsole, am liebsten in T-Form und dann hochwertig im Gefühl und Bedienung. Das Material ist sauber verarbeitet. Das Leder hat ein schönes warmes Feeling (kein Wunder, war ja auch in der Sonne :D) und das Aluminium passt zum Innenraum. Die Bedienung ist selbsterklärend, wie bei jeder modernen Automatik. Es gefällt mir mehr, als der langsam langweilig werdende Drehregler bei Jaguar oder auch bei vielen anderen Marken normal... Es ist erfrischend, wenn es in "T-Form" da ist. Das ist ergonomischer und zeitgleich kampfjetartig :D

 

Alles in allem fühlt sich fast alles hochwertig an... Aber ist es das auch? Naja, ich bin mir da recht unsicher. Wobei nein, ich bin mir sicher, dass wir hier Mogelpackungen haben. Die Plastiken Links und Rechts der Mittelkonsole sind noch billiger als das Hartplastik manch günstigen Kleinwagen. Wieso? Da etwas Kunstleder aufzutragen wäre kein Problem gewesen. Zusätzlich gehöre ich leider zur der Gruppe Menschen, die auch mal auf eine Oberfläche klopfen. Einfach um etwaige Hohlräume zu erkennen (Hohlraum = Klangkörper) und die sind zahlreich vorhanden... Das hört man hier bestens:

 

 

Ja, die Oberfläche fühlt sich toll an, aber auch das verdeckt nur einen günstigen Kunststoff. Es täuscht optisch. Aber wie auch im Video zu hören, gibt es schon Knistergeräusche auf der kleinen 'Ablage' vor dem Beifahrer. Bei gerade einmal knapp 8500 km. Das ist nicht Premium und wird dem Premiumanspruch nicht gerecht. Die Optik ist heute offenbar wichtiger als wirkliche Qualität. Tut mir leid Audi, hier muss nachgebessert werden. Der billigere VW Passat klingt auf dem Armaturenbrett deutlich hochwertiger. Ignorieren wir den Rest vom Innenraum und wechseln zum Fahren.

 

Wir haben hier, Audi typisch Quattro, also ein Allradsystem. Mag ich es? Nein. Warum? Weil der Motor starke Einflüsse auf die Lenkung hat. Also wie ein typischer Fronttriebler. Damit ist für mich klar, dass das Allradsystem eher vorderachslastig ausgelegt ist. Das BMW Allrad ist DEUTLICH besser, wenn ich es mit dem getesteten 3er vergleiche, bei dem ich das X Drive nicht vermutet habe! Härteres Beschleunigen wird mit Lenkeinwirkungen gekontert. Es fühlt sich NICHT gut an. Hier fehlt einfach eine gute RWD Plattform, welches aber nicht zu Audi passt, also, rein geschichtlich jetzt. In die obere Mittelklasse gehört RWD oder RWD mit zuschaltbarem Frontantrieb für Allrad. FWD ist da einfach falsch. Das hat sogar Cadillac irgendwann verstanden...

 

Der 4 Zylinder Motor ist aber richtig gut. Sehr laufruhig. Man merkt keine Vibrationen im Innenraum. Die Start Stopp Automatik ist kaum spürbar agierende, wahrscheinlich wegen dem guten Start Stopp Verhalten. Es hängt gut am Gas und harmoniert sehr gut mit der 7 Gang S Tronic. Schaltzeiten sind schnell und der Motor brummt fröhlich und leise vor sich hin. Man hört ihn aber deutlich. Im 3er war es deutlich leiser (und das ist eine Klasse drunter). Im Jaguar XF ist es ebenfalls deutlich leiser und das war noch ein Diesel!

 

Das Fahrwerk aber ist ein Sahnestück. Sehr komfortabel, aber dennoch sportlich ohne zu sportlich zu sein. Ich habe die verschiedenen Dämpferstufen nicht probieren können, aber ich hatte auch nie das Gefühl da was anfassen zu müssen. In Kombination mit den 19" Felgen und dem sehr komfortablen Sitzen war ein sehr entspanntes Reisen möglich. Komfortabel kann der A6, das bescheinige ich ihm sofort.

 

Beim Fahren konnte ich dann den Tempomaten samt Stauassistenten nutzen. Hiermit erkläre ich feierlich, dass Ausi nun meinen Lieblingstempomaten verbaut! Der Stauassistent gehört zu den besten Features, die ich jemals probieren konnte. Stressfrei durch die immer häufiger vorkommenden Staus. Alter Verwalter ist das gut! Abstand eingestellt, Vmax und Rest macht die Kiste. Ich bilde mir sogar ein, dass es sogar eine Rettungsgasse versucht hat zu bilden. Immer wieder lenkte der Wagen zum Fahrbahnrand, egal welche Spur ich nutzte. Wenn das wirklich so ist, hat Audi da ein Innovationspreis verdient und das sollte der Standard werden! Der Tempomat war beim Fahren so feinfühlig agierende. Dagegen wirkt das im Tipo primitiv! Statt im letzten Augenblick erst zu bremsen sieht der A6 den Vordermann auch trotz klein eingestelltem Abstand früh genug, dass er das Gas wegnimmt und ausrollen lässt... Ich kann da nur von schwärmen!

 

Was aber bescheiden ist, ist die Übersichtlichkeit. Ohne Piepser und Kameras ist quasi kein Vorankommen möglich. Einparken nur auf großem offenem Platz. Die Rückfahrkamera sowie die Parksensoren sind zwingend erforderlich. Vorne sieht man, aufgrund der recht tiefen Grundsitzposition ziemlich wenig. Das Ende des Autos kann nur erahnt werden. Das ist aber ein Leid, den wirklich fast jedes Auto mittlerweile mit sich schleppen muss. Hinten dagegen ist die Sicht nicht schlecht, aber es geht deutlich besser. Gefühlt ist der Rückspiegel auch nicht 100% akkurat wiederspiegelnd. Es gibt ja Spiegel, die die Größe anders darstellen können. Irgendwie ist die wiedergegebene Größe im Innenspiegel nicht wirklich das, was man sieht. Verzerrt würde ich sagen. Die Außenspiegel dagegen sind genau und präzise einstellbar und geben einem zumindest nach außen hin einen guten Eindruck von was hinter einem passiert.

 

So, mein Bericht muss ja noch mit ein paar Bewertungspunkten enden. Achtung! Die Punkte sind alle subjektiv (das heißt mein Eindruck!).

 

Fazit: ein gutes Langstreckenfahrzeug mit tollen Features, sehr gutem Komfort und eine adäquate Leistung. Leider Schwächen im selbst aufgelegten Premiumsegment, welches durch das Kaschieren von billigen Plastiken mit etwas höherwertigen Oberflächen nicht besser wird.

 

Pro:

- Ausstattungsumfang

- Komfort

- Assistenzsysteme (sehr gut!)

- Platz

 

Kontra:

- Qualitätsanmutung

- Stärkere Lenkeinflüsse

- Design (wird langsam sehr langweilig)

- Schlechte Übersicht ohne Sensorik

 


10.08.2022 13:00    |    Trottel2011    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: Mountainbike, MTB, Scott, Spark, Tuning, Upgrade

Hallo Motor-Talker!

 

Vorher, gut eingesaut im BOP Bad SalzdetfurtVorher, gut eingesaut im BOP Bad SalzdetfurtTja, Hobbies wollen ja gelebt werden und damit das geht, müssen sie auch immer weiter optimiert werden, weshalb man da nie mit fertig wird :D Ich habe bereits an meinem Scott Spark schon ein paar Optimierungen vorgenommen (Upgrade 1) aber stellte fest, dass ich noch nicht ganz zufrieden war.

 

Ziemlich staubig vom Bikepark WinterbergZiemlich staubig vom Bikepark WinterbergAls Pedale hatte ich damals direkt nach dem Kauf welche von Ready For Race (von Cube) besorgt und die montiert. Waren nicht günstig aber ich fand sie deutlich besser als die normalen typischen Billig-Pedale, wie man sie im Fahrradladen automatisch verbaut bekommt. Beim letzten Einsatz auf einem Trail hatte ich spontan ein Knacken im Pedal. Immer an der gleichen Stelle. Immer dann, wenn KEINE Belastung drauf war. Das Pedal habe ich zerlegt und festgestellt, dass das Lager schon defekt war. Huch! Das ist ja eine Qualität. Vielleicht 100 km damit im Gelände getreten, den Rest der Zeit drauf gestanden... Bin ich zu fett? Bestimmt! :D Sollte das aber so schnell gehen? Nein.

 

Neue Teile!Neue Teile!Zeitgleich merkte ich, dass die Code R Bremse gefühlt gefühlloser wurde. Erstaunlich... Eigentlich sagt man, dass sie immer gefühlvoller wird mit dem Gebrauch. 3-4x entlüftet und es fühlte sich besser an. Eine Undichtigkeit in der Anlage kann ich auch komplett ausschließen. Was ich aber gefunden habe war, dass im Vorratsbehälter (auch wenn winzig) beim Entlüften immer etwas aus dem "Entlüftungsloch" rauskam. Offenbar ist da wohl was defekt... Aber das wirkt sich nicht auf die Bremsleistung aus. Im Bikepark war dann zuletzt das Problem, dass vorne die Bremse immer geschliffen hat. Hinten dagegen der Leerweg vom Hebel seeeehr lange wurde. Da ich kein Entlüftungswerkzeug dabei hatte, konnte ich da nicht selbst ran und habe Rat gesucht... Leider ist die R wohl immer so - zumindest so die Aussage des Technikers. Alle Bremsen vor Ort genauso mal angefasst. Der Bremshebel fühlte sich bei jedem so an...

 

Zusätzlich waren alle Bremskolben SEHR schwergängig. Wenn man ohne Bremsscheibe den Hebel vorsichtig zog, kam immer nur 1 Kolben raus. Die restlichen 3 verweilten eben länger in ihren Bohrungen. Also ging es da an die Arbeit. Nach Tipps von einem GMBN Video arbeitend, konnte ich in beiden Bremssätteln die Kolben gangbarer bekommen. Jetzt flutschen sie einfacher raus und ziehen sich danach direkt wieder rein. Wieso das jetzt erst auffällt? Keine Ahnung. Danach noch eine Entlüftung nach einem sehr guten Tutorial von einem deutschen Anbieter geschaut und was passiert? Alles PERFEKT! Die Bremse hat Biss! Jetzt bekomme ich die Hebel nicht mehr ganz rangezogen - so wie es vorher war! :eek:

 

Vorher mit SyncrosVorher mit SyncrosNachher mit Race FaceNachher mit Race FaceIch konnte dann im Bremshebel deutlich mehr Gefühl aufbauen aber es war immer noch nicht so, wie ich es wollte. Ein kleiner Zukauf und ich hatte die Bremshebel vom SRAM Code RSC... Von SRAM die beste Bremse der Code Reihe (die R war quasi der Einstieg). Die Hebel getauscht, entlüftet und WOW! Ein Unterschied wie Tag und Nacht! Wo wart ihr vor einem halben Jahr!? :D Feinfühlig, gut dosierbar und auch im Druckpunkt verstellbar. Für mich nicht die feinfühligste Einstellung, bitte! :D

 

So, Bremse geht besser und ist auf das "Spitzenmodell" geupgradet und fühlt sich mit den Jagwire (man muss ja irgendwas mit Jag haben :D) sehr wohl. Beide harmonieren und wirken bestens für den Abbau von Geschwindigkeit :D

 

Vorne Race Face, hinten CrankbrothersVorne Race Face, hinten CrankbrothersJetzt geht es an 2 Stellen weiter, wo ich immer etwas genervt war.: Pedale. Wie oben stehend, sind sie mir ja im Einsatz quasi kaputtgegangen. So nicht! :D Also ging es an den Kauf von anderen Pedalen... Da scheiden sich ja auch die Geister. Alle meine Mitfahrer empfehlen immer "Klick-Pedale". Ich komme mit den Viechern nicht zu recht. Nur einer hatte Flat Pedals und hatte eine Empfehlung...

 

Die Crankbrothers Stamp 1. Nicht teuer, gibt es bei vielen Händlern und sind leicht da aus Plastik. Okay, sage ich. Probieren wir aus! Also, gekauft, montiert, einmal gebraucht und - neh. Das passt nicht, fühlt sich falsch an. Ich hatte das Gefühl, dass ich andauernd von den Pedalen rutschen würde, trotz der Pins die Grip vermitteln sollen. Also wieder ab vom Fully und ran ans Alltagsbike. Ergebnis: da sind sie deutlich besser und arbeiten mit meinen typischen Turnschuhen besser...

 

Was jetzt? Was kaufen? Was ist besser? Naja, schon eine Weile habe ich mit ein paar Teile geliebäugelt, die ich haben wollte... Die kanadische Marke Race Face bietet eine Serie an - Atlas - welches richtig geil sein soll. Optisch sehr ansprechend (ein Muss!) und technisch sehr empfehlenswert - wenn man den entsprechenden Youtubern glauben schenken will ;) :)

 

In der Abendsonne am DeichIn der Abendsonne am DeichNude X Dämpfer und Pedal-Bling!Nude X Dämpfer und Pedal-Bling!Naja, kauft man sich eben die Serie ein... Und etwas "Biker Bling" :D Somit wurden Pedale, Lenker und Vorbau von RaceFace bestellt. Und boar... Sind die Teile geil :D :D :D Farbton "Kash Money" (was in etwa ein Bronze/Gold entspricht). Der Farbton ist in echt richtig geil. Ich mags. Also montieren. Pedale austauschen ist eine Sache von "10 Minuten" wenn man das manuell macht. Direkt auf das Bike aufgestiegen und festgestellt, dass die Pins auf den Pedalen sich sofort in das Gummi der Schuhsohle einbohren. Kein Gefühl von Verrutschen möglich! Basta! :D Spannend ist, dass die Pedale aus Aluminium nur 10 g mehr pro Seite wiegen als die Kunststoff Stamp 1 von den Crankbrothers.

 

Der Lenker ist etwas anders. Der vorherige Lenker war 780 mm breit. Heute eine relativ gängige Breite aber mir gefühlt zu schmal. Ein getestetes Propain Bike hatte 820 mm und das fühlte sich deutlich besser an. Also geht's hier auch mit 40 mm mehr Breite ins Gelände. Das Ganze gepaart mit dem passenden Vorbau - ebenso in der gleichen Serie - mit 65 mm Länge. Die erste Fahrt fühlte sich schon deutlich besser und präziser-fahrender an. Deutlich aufgewertet.

 

Bei Kaiserwetter auf dem DeichBei Kaiserwetter auf dem DeichWenn man alle Gewichte zusammenrechnet (siehe Bilder) sieht man, dass ich trotz breiterem Lenker, Metallpedale und Vorbau ein paar Gramm sparen konnte. Mit Race Face Teilen komme ich auf 883 g. Mit Syncros und RTR auf 894 g. Also sind das 11 g weniger :D Das Gewicht ist etwas geringer aber ganz ehrlich, ich wiege knapp 100 kg... Was sind da 11 Gram? Das ist einmal weniger furzen oder ein paar Tropfen mehr trinken... ;)

 

Und dann gibts zum Abschluss noch einen neuen Sattel. Etwas mehr Sitzknochenabstand wurde genötigt, damit ich nicht wie sonst immer das Gefühl habe, dass mir die Arschbacken auseinander gedrückt werden (der alte Sattel saß nur ganz knapp auf den Sitzknochen auf und dadurch war es nur eine punktuelle Belastung - auf Dauer nicht sehr angenehm). Das Gewicht des Ergon Sattels habe ich nicht gemessen... War unnötig :D

 

Die erste richtige Ausfahrt ins Gelände ist noch nicht erfolgt, aber die "Trocken-Tests" scheinen bisher sehr zufriedenstellend zu sein. Treppen waren kein Problem mit Bremse, Lenker und Pedale. Auch ein paar kleinere Sprünge hier in der Ecke... Aber die richtige Belastung kommt beim nächsten Bike Park Besuch :D Daher gab es nur ein paar "Boulevard Cruises" und das mit "Bling" :D

 


28.07.2022 20:45    |    Trottel2011    |   Stichworte: 2 (X260), Automatikgetriebe, diesel, ingenium, Jaguar, Let's, let's drive, XF

Hallo Motor-Talker!

 

Anbei mein neues Auto... Nein, Spaß. Heute gibt's wieder ein Let's Drive und das bei meiner Lieblingsmarke. Heute: Der Jaguar XF 20d 180.

 

Wer mein Blog hier verfolgt, weiß, dass ich Jaguar über alles vergöttere. Dennoch erkenne ich die Fehler und Makel (meistens :D) an. Deshalb habt bitte etwas Nachsicht, wenn ich hier die rosarote Brille aufhaben sollte. Ich versuche sie aber abzulegen! :D

 

Also, Jaguar... Die britische Antwort zu BMW und Mercedes (Audi lasse ich außen vor, da fehlt der reine Heckantrieb in dieser Klasse). Vor uns steht ein Jaguar XF (2. Serie, sprich X260). Optisch SEHR konservativ aber das mögen die meisten Jaguar Fahrer. Eine "understated" Limousine mit sachte Linienführungen, dezente Akzente und ein Kühlergrill, welches weiter nicht aufgerissen werden könnte :D Für mich (Achtung! Subjektiv!) ist diese Form des XF die optisch gelungere Form. Der Vorgänger hatte mit dem Facelift einiges an Appeal dazu gewonnen aber hier macht die 3. Seitenscheibe das Design gerade richtig. Allerdings hat man sich mittlerweile an dem 6 Jahre alten Design doch recht sattgesehen. Besonders nachdem der XE und co ähnliche Merkmale haben, könnte die XF Limousine auch als XE oder XJ (abhängig aus welchem Winkel man schaut) durchgehen. Mir persönlich sagt das Design sehr zu, was nicht heißt, dass es perfekt ist.

 

Es fühlt sich alles außen sehr gut an. Auch wenn das Blech gerade aufgrund der aktuellen Gewächshaustemperatur nicht gerade kühl ist! ;) Die Farbe finde ich toll. Es erinnert mich irgendwie an den Arctic Blue von meiner ehemaligen Iron Lady - wahrscheinlich bleichen nur meine Erinnerungen aus... :D

 

Das langweiligste Design hat meiner Meinung nach das Heck. Da ist ja nicht wirklich was los. Es wirkt einfach "lieblos". Während beim Rest des Autos viel Gedanke in die Gestaltung der Karosserie gesteckt wurde, ist beim Heck die Einfachheit vielleicht zu einfach geraten. Aber, Understatement. Die dicken Endrohre, die auch Endrohre sind, sind da zum Glück groß erkennbar :D Eine kleine "Auffrischung" des eher biederen Heckdesigns.

 

Jetzt wo ich mehr die Bilder anschaue, hat die Limousine so ein wenig was vom Volvo S40 der II. Generation. Zumindest wenn man von schräghinten schaut. Die Linienführung vom Heck zum Dach mit der 3. Seitenscheibe... Ja, so wage kann man da ein S40 drin sehen :D

 

Wandern wir in den Innenraum, das ist sowieso der "Place To Be". Es erwartet einem hier perforiertes Leder, Klavierlack, Metall und - erstaunlich - kein Holz. Jaguarlimousine ohne Holz... Dass ich das noch erleben darf! :D Im Innenraum sitzt einfach alles. Es passt wie ein Handschuh. Die Sitze sind schnell gut eingestellt. Die Sitzverstellung arbeitet feinfühlig und das Ganze fühlt sich tatsächlich nach Premium an. Das "Klopfen" auf Türverkleidungen und Armaturenbrett zeigen klar, dass hier nicht gekleckert wird. Was man sieht, hat man! Es hört sich alles massiv an. Wuchtig. Aber dennoch fein. Die Oberseiten der Türverkleidungen laufen verspielt unter der Frontscheibe zum mittigplatzierten Jaguarschriftzug aus silbernem Metall. Das Armaturenbrett ist in "Stufen" dargestellt. Nicht schräg sondern recht kantig und aufrecht steht die Armaturentafel. Verglichen mit meine Jaguarlimousinen die ich hatte, absolut "korrekt" für ein Jaguar :D SO muss das.

 

Die Instrumente sind natürlich für ein Auto dieser Klasse als TFT Display ausgeführt. Das Display ist, wie auch das vom Infotainment, absolut kristallklar und hochauflösend. Selbst bei Reflektionen kann man bestens ablesen was einem das Auto zeigen will. Kleines "Schmankerl": je nach gewähltem Fahrprogramm, wechselt die Anzeige ihr Layout und ihre Farben.

 

Langsam alt wird dagegen der ausfahrende Drehknopf für die Automatik. Seitdem sind ja verschiedene Versionen bei anderen Marken auf den Markt geworfen worden, da kann das Gimmick langsam auch wieder angepasst werden. Ich finde immer noch die "J-Gate" wie im XJ6 von 1986 eingeführt am besten. Den könnte man ja modernisieren, wie wär's Jaguar? :D

 

Die Bedienung der Klimaanlage kann dagegen gerne so bleiben. Alles über echte Tasten! Ich bin sowieso Vertreter der Basisfunktionstasten. Sprich Klimaanlage, Sitzheizung/-kühlung und Lautstärke sollten immer über Tasten/Drehregler erfolgen. Sowie wie Tesla oder VW es gemacht haben, ist nicht der Weg, den man gehen sollte. Immer noch nicht.

 

Ein Manko im Innenraum: das Lenkrad. Das Lenkrad ist toll. Klares Design, fühlt sich hochwertig an. Auch die Tasten sind selbsterklärend und fühlen sich echt hochwertig an. Auch das Drückgefühl ist super. Aber die Lenkradeinstellung ist bei weitem nicht ausreichend für mein Empfinden. Rauf und runter gibt es genug Möglichkeiten. Aber das Lenkrad läßt sich gerade einmal ca. 3 cm rausziehen, wenn überhaupt! Das kann sogar mein Tipo besser und der kostet ja ein Bruchteil des XF Preises. Allerdings ist die Betätigung simpel! Rechts an der Lenksäule ist ein Drehrad. 90° gedreht und schon ist die Verstellung auf. 90° zurück und das Lenkrad sitzt fest. Es scheppert und klappert nichts! Und das ohne einen komischen Hebel links oder unterhalb der Lenksäule :D

 

Was mir gefällt, was aber mir nie zu vor aufgefallen ist: die Bedienhebel sehen aus, als wären sie samtig beflockt worden. Aber richtig interessant. Habe ich noch nie gesehen. Fühlt sich irgendwie auch so an, ist aber definitiv keine Beflockung. Die Chromringe sehen da nicht deplatziert aus.

 

Die Bedienung läßt absolut keine Rückfragen entstehen. Es ist alles logisch und gut platziert. Man fragt sich nicht „wie stelle ich das hier ein“ sondern es ist genau da, wo man es erwartet. Klimaanlage kühler stellen? Mittelkonsole auf einer Taste. Popoheizung einschalten? Taste drücken, auf dem Bildschirm die Temperatur/Stärke wählen. Wieso muss es denn über Untermenüs gehen? Und das Meridian Soundsystem ist gut. Ich würde sagen, das Bose im Fiat 124 Spider klingt besser aber es klingt noch schlecht. Es ist eine gute Anlage. M.E. nicht das „Highend“ Modell.

 

Allem in Allem wirkt der Innenraum sehr hochwertig. Das Testfahrzeug hatte zum Zeitpunkt des Tests gute 69.000 km runter und man spürte und sah davon, trotz Mietwagen, nichts! Die Sitze sind zwar etwas „geknickt“ aber das wäre ich auch, wenn jeden Tag nur Ärsche auf mich sitzen würden :D

 

Okay, wir kommen zu dem, wo Jaguar immer die Spitze spielen will: Fahrverhalten. Es sollen sportliche, luxuriöse Fahrzeuge sein, die elegant und unaufgeregt aber sportlich zum Ziel kommen sollen. Getreu dem alten Motto: „Grace, Space and Pace“.

 

Also, es ist eine moderne Reiselimousine. Das heißt, dass es recht hartgefedert ist. Ich würde nicht sagen zu hart, aber es ist hart. Verglichen mit meinem damaligen XJ8 ist der XF quasi bretthart. Dabei wirkt er zeitgleich recht „behäbig“. Die Lenkung ist super präzise aber durch das Fahrwerk wirkt es etwas „unbedarf“ und „behäbig“. Als ob es nicht das sein will, was es sein soll. Wie der Vater, der seinem Sohn sein Beruf aufzwingen will, aber der Sohn heimlich Rockstar werden will :D Es macht das, was es soll aber es will nicht das machen, was es machen soll.

 

Kurze Stöße werden gut weggefedert. Härtere weniger gut aber dennoch soweit komfortabel. In Kurven neigt er sich gerne etwas aber ich würde sagen, dass das eben dazugehört. Die Fahrmodi haben offenbar keinen Einfluss auf die Kurvendynamik. Ich würde sagen die sind nur für die Traktionsverhältnisse gut. Selbst durch das Drehen des Wählreglers auf S wurde das Fahrwerk nicht straffer oder steifer. Leider konnte ich nicht weitergehend testen in wie weit die Einstellungen das Fahrwerk beeinflusst haben.

 

Getriebe und Motor sind speziell :D Fangen wir einfach mal mit den Basics an: der Motor (2.0l Diesel 4 Zylinder) kommt mit einem Turbolader und 180 ps bzw. 430 nm (zwischen 1750 und 2500 U/min). Heute relativ normale Werte. Das in Kombination mit der guten ZF 8 Gang Automatik, die ich im 3er etwas komisch befunden hatte. Die 8hp45 ist schon ein Sahnestück. Im 3er irgendwie komisch schaltend, im XF makellos! Die Schaltzeitpunkte sind genau da, wo ich es erwarten würde und eigentlich so wie ich ein Schaltgetriebe fahren würde. In Verbindung mit dem aber relativ „müden“ Dieselmotor, aber nicht so harmonisch.

 

Der 2.0l bringt absolut normale Werte für unsere Zeit. 180 ps sind deutlich mehr, als ein typischer Diesel Anfang der 2000er brachte. Immer noch mehr als 2010. Aber hier passt was nicht. Der Motor fühlt sich nicht nach 180 ps an. Eher nach 150 ps. Und der Fahrzeugschein sagte eben 180 ps (132 kw). Ihm geht flott die Puste aus. Der generelle Anzug ist gut aber es fehlt eine bessere Abstimmung. Mein Gefühl sagt mir, dass zwischen Leerlauf und 1750 U/Min das Drehmoment nicht in ausreichend großer Stärke anliegt. Es mag sein, dass 430 nm vorhanden sind ab 1750 U/min aber davor ist es wirklich wenig. Für eine ca. 1.7t Limousine passen die Fahrwerte auch nicht. Der Mitbewerber von BMW, der 5er, schafft mit der gleichen Automatik und weniger Drehmoment (und 8 ps mehr) knapp 1.5 Sekunden früher die 100 km/h aus dem Stand. Das liegt definitiv nicht an den 8 ps mehr, die der BMW hat und am Drehmoment kann es auch nicht liegen. Der Motor läuft ruhig aber er kommt gefühlt nicht aus dem Quark. Ich denke mit dem V6 Diesel oder dem etwas kleineren (1,997 statt 1,999l) Diesel und 150 kw Dank 2 Turbolader wahrscheinlich deutlich besser aus dem Quark – auch wenn das Drehmoment in gleicher Höhe vorhanden ist. Oder der 177 kw (240 ps BiTurbo Diesel) mit 2.0l Hubraum wäre da besser. Eventuell auch das Schaltgetriebe. Aber der 180 ps Diesel passt definitiv nicht mit der Automatik zusammen. Wie es der 163 ps und 380 nm starke Motor können sollte? Hoffentlich keine Wanderdüne!

 

Wie gesagt, der Motor ist laufruhig aber es passt meiner Meinung nach NICHT zum Auto. 6 Zylinder sollten es für mein Geschmack sein. Schade ist, dass nur der V6 Diesel 6 Pötte hat. Es gibt den Ingenium Reihen-6er nicht für den XF. Und der V8? Früher gab es den XF mit 3.0l V6 Benziner aber leider ist das alles Geschichte. Und nochmal die Frage: V8? :D Wenn Jaguar Land Rover den aktuellen Defender gerade mit dem eigenen V8 versieht, erwarte ich hier auch ein V8 :D Danke. Next car please! :D

 

Würde ich den Wagen kaufen? Nein. Es ist hübsch. Es ist komfortabel. Es ist gut. Aber es ist nicht ein Jaguar, wie ich es noch kenne. Es ist zu hoch ohne ausreichend breit zu sein (optisch). Es ist elegant ohne Britishes Understatement zu garantieren. Es ist modern ohne modern zu sein (klingt komisch aber kann man so sehen). Die Technik ist etwas „datiert“. Dafür aber wird der XF jeden zufrieden stellen, der mal ein zuverlässiges Auto haben will, welches keine Schrulligkeiten eines „richtigen“ Jags bietet. Eine praktische Limousine, von einer Marke, welches unpraktische Autos baut. Man könnte sagen, die "Caddishness" fehlt :D

 

Insgesamt würde ich sagen, ist der XF ein gutes Auto, wenn auch Defizite im Antriebsstrang vorhanden sind.

 

Pro:

- Platz

- Verabreitung

- Kofferraum

- Fahrkomfort

- Moderne Motoren und Getriebe

 

Kontra:

- Fahrleistungen passen nicht zusammen

- Etwas veraltete Technik

- Mittlerweile altbackenes Design

- Kein großer Benziner

 

(Ich weise hier noch darauf hin, dass ich hier eine SUBJEKTIVE Empfindung darstelle und keine nachmessbare und bis in die Unendlichkeit zu diskutierende Fachmeinung habe)

 


28.06.2022 12:51    |    Trottel2011    |    Kommentare (20)    |   Stichworte: 2 (356), dachträger, fahrradträger, Fiat, proride, thule, Tipo

Hallo Motor-Talker!

 

Damals, als ich mit dem Mountain Biking angefangen hatte, dachte ich, ich würde nur sporadisch unterwegs sein. Daraus wurde sehr oft und damit verbunden kam irgendwann der Wechsel des Autos, weil ich nicht immer auf Mietfahrzeuge und Leihgaben angewiesen sein wollte. Darum kam der Tipo.

 

Aber ein MTB im Tipo zu transportieren, gestaltete sich immer etwas schwer. Es passt zwar (mit demontiertem Vorderrad) rein, aber dann ist es ein reiner 1-Sitzer, weil keiner vorne links sitzen kann. Ich wollte schon bei Kauf mir Möglichkeiten zum Transport schaffen. Eine Anhängekupplung schied aus, sieht scheiße aus und ist zu teuer in der Anschaffung. Außerdem traue ich den Viechern nicht, die nur auf dem Kugelkopf der AHK sitzen. Also ging es an die Dachträger. Dafür brauchte ich dann aber noch einen Radträger...

 

Es gibt einige Marken und Modelle auf dem Markt, aber Thule ist sich mir einfach als brauchbar in Erinnerung geblieben. Und so habe ich mich auf der Suche nach einem brauchbaren Träger für mein Fahrzeugdach gesucht. Mir waren ein paar Punkte wichtig:

 

1. leicht muss sein

2. kein Rahmenkontakt zum Bike haben

3. muss kompatibel zu 29" Räder haben

4. muss schnell und einfach zu beladen sein

 

Es schieden flott ein paar Modelle aus. Besonders weil ich das T-Nut-Schienensystem des Tipo Grundträgers verwenden wollte und das eben ein System vorgibt. Zusätzlich sollte es von einem vertrauenswürdigen Anbieter stammen und da sind Sachen wie "Roofjoy" oder "Bikecarrierbuddy" nicht gerade sympatisch :D Und so blieben 2 Modelle vom bekanntestens Anbieter zur Auswahl:

 

Der FastRide/TopRide und der UpRide.

 

FastRide/TopRide ist vom Prinzip her die wohl beste Möglichkeit das Bike mit dem Auto zu verbinden. Das Vorderrad wird rausgenommen und durch die Steckachsenaufnahmen der Gabel an den Träger befestigt. Zeitgleich entsteht aber ein neues Problem: das Vorderrad muss irgendwo hin. Also entweder in den Innenraum wieder oder auf einen separaten Träger (Front Wheel Holder) montiert werden. Einfacher? Nicht wirklich. Schneller? Nein, auch nicht. Somit blieb nur noch der UpRide übrig. Somit bestellte ich den UpRide von Thule und bin begeistert - mit ein paar Kritiken... :D

 

Eine der Kritiken gleich vorweg: es steht nirgendswo was man alles benötigt, um den Träger am Auto zu befestigen und was alles dabei ist. Das ist bescheiden, da man ja gerne mal Sachen zusammen bestellt um etwaige Versandkosten zu sparen. Ebenfalls muss man vorher wissen, was für ein Dachgrundträger das Auto hat. Im Falle der Original Grundträger von Fiat, sind es T-Nuten mit ca. 20 mm Breite. Auf der Homepage von Thule steht nirgends direkt, dass genau diese T-Schrauben gebraucht werden. Erst in der Betriebsanleitung, die man in der Regel erst zuhause beim Aufbau in die Hand nimmt (wenn man das überhaupt macht), sieht man, welche dabei sind. Egal, sowas gehört nicht in die Bedienungsanleitung sondern irgendwo auf einer Inhaltsliste :D

 

Egal, zum Träger. Geliefert wird es zerlegt in seine Einzelteile, bis auf Halterungen auf der Schiene. Der Zusammenbau ist selbsterklärend. Da braucht man nichts erklärt bekommen.

 

Die Montage aufs Auto ist genauso ein Kinderspiel. Einfach in die Nut des Grundträgers einfädeln, und die kleinen Hebel soweit drehen, sodass das Ganze schön stramm sitzt. Und das ist echt simpel. Dazu abschließbar... Will man das Teil nutzen, ist es flott erledigt... Den vorderen Halter hochklappen, bis es im 45° Winkel steht (natürlich vorher auf die Reifengröße des Rads einstellen). Danach das Fahrrad auf das Dach hieven und das Vorderrad in die Halterung einhängen. Das hintere Teil der vorderen Halterung hochklappen bis es einrastet. Danach mit dem kleinen grauen Griff das Vorderrad einklemmen (Rastverschluss, einfach ein paar Mal anheben und das Teil spannt sich per Ratschenmechanismus). So ziemlich einfach und mit einer Hand bedienbar - muss es ja auch, da die andere Hand das Bike stabilisieren muss! :D

 

Beim Hinterrad ist es ähnlich. Hier wird ein kleiner Gurt in den Ratschenverschluss gesteckt und damit das Hinterrad in der Schiene fixiert. Fertig. Noch mit dem Schlüssel das integrierte Rahmenschloss öffnen und am Rahmen hängen und damit ist alles erledigt. Gesichert, fest, stabil. Keine weiteren Halter oder Halterungen erforderlich.

 

Will man das Rad wieder vom Dach holen, ist es genauso einfach. Schloss öffnen, Hinterradgurt lösen, vordere Halterung lösen und abklappern (grauen Hebel betätigen) und das Rad herausheben. Fertig.

 

Montage und Aufbau sind einfach und schnell erledigt. Es ist alles selbsterklärend. Der Tröger ist leicht, zwar von der Größe her recht groß aber dennoch handlich genug, als dass man es selbst montieren kann.

 

Beim Fahren muss man sich natürlich etwas zurückhalten. Der Träger stellt natürlich eine Dachlast dar und damit wandert der Schwerpunkt des Autos etwas nach oben. Je schwerer das Dach beladen ist, desto höher wandert der Schwerpunkt. Zusätzlich erhöht sich der Verbrauch beim Fahren, wobei ich das nicht dermaßen hoch nennen würde. Ich fahre zwischen 100 und 120 km/h, Thule empfiehlt nicht mehr als 130 km/h. Da die Windgeräusche ab ca. 110 km/h überproportional steigen wird damit auch die Windlast und damit auch der Verbrauch steigen. Am besten scheint es mit 100 km/h zu sein. Mein Verbrauch im Tipo lag zuletzt auf 630 km mit Dachträger (315 km je Richtung) bei knapp 5.0l/100 km bei Tempomat 100. Das ist total in Ordnung.

 

Ein Kritikpunkt aber gibt es noch beim Fahren: es knarzt. Es knarzt sogar ziemlich viel, weil die Halterungen des UpRide Trägers aus Plastik sind. Das wirkt nicht gerade sicher auf Langstrecke. Am Anfang hat es gar nicht geknarzt. Mal schauen wie ich das abstellen kann.

 

Pro:

- Montage

- Bedienung

- Montage per T-Nut oder auf Quadratschienen möglich (weiteres Zubehör erforderlich)

- Integriertes Schloss zur Sicherung des Bikes

 

Kontra:

- Knarzen

- Produktbeschreibung auf Thule.de ist nicht sofort schlüssig

 

Meine Gedanken:

Ein praktischer Fahrradträger den man flott aufbauen, mit einer Hand bedienen kann und der sehr durchdacht ist.

 

 

Disclaimer: Nein, bevor jemand hier Werbung vermutet: ich habe den Träger selbst erworben, selbst bezahlt und selbst verwendet. Weder hat Thule irgendwas dazu beigetragen (außer das Produkt zu bauen), noch werde ich von Thule bezahlt.


17.06.2022 09:39    |    Trottel2011    |    Kommentare (92)    |   Stichworte: 2 (356), Fiat, händler, service, Tipo, wartung, werkstatt

Hallo Motor-Talker!

 

Nun, wer es bisher noch nicht erkannt hat, bin ich bei der Marke Fiat hängengeblieben. Der Erste, ein 500 namens "Toni", schiebe ich auf die Scheine "Montagsauto". Den Spider "Lusysan" habe ich 3.5 Jahre sehr gerne täglich bewegt. Nicht eine Panne, nicht einmal irgendwo ein Problem gehabt, außer mit der Unfähigkeit der Werkstätten um mich herum... Beim Tipo habe ich bisher auch keine Probleme zu vermelden, aber eine Sache gibt es, was Fiat bis heute nicht geschafft hat mich zu überzeugen:

 

-> SERVICE

 

Irgendwann ist jedes Auto für die Wartung fällig. Ist so, bleibt so. Besonders bei einem Neuwagen sollte man es schon so halten, dass zumindest während der Garantiezeit noch die Wartung bei der Fachwerkstatt oder dem Fachpartner erledigt wird. Bisher hatte ich nie Probleme bei anderen Marken. Bei Volvo habe ich sogar von der ersten bis zur letzten Wartung bei 200.000 km alle 20tkm den Händler besucht und dort den Service machen lassen. Aber Fiat...

 

Ich beginne mal einfach mit der ersten Erfahrung, die ich bei Fiat machte - und damals hatte ich selbst kein Fiat, sondern mein Vater. Damals ein Ducato mit 110 ps 2.0l Dieselmotor. Der Ducato war der erste Fiat, der bei uns sein Weg in den Fuhrpark fand, nachdem wir ein 131 Mirafiori hatten... Und das war irgendwann in den 80ern. Damals war mein Vater von der Maschine und dem Fahrwerk angetan, nur das Blech beim 131, da konnte man schon zuschauen, wie es sich zersetzt hat. Sprung in die 2000er. Der erste Ducato musste zur Wartung. Ölwechsel, Filterwechsel, ... Kein riesiges Problem... Denkt man!

 

Bei Abholung wurde erst einmal abgezockt. Die Rechnungssumme für eine kleine Wartung war weitaus höher als man es eigentlich erwarten würde. Bei knapp 10.000 km auf der Uhr sollte ja nur ein Ölwechsel gemacht werden. Nein, es wurde der 48.000 km Intervall ausgeschöpft. Geilo! Tat das Not? Nein. Wurde darum gebeten? Nein. Wurde die Rechnung bezahlt? Ja, Zähne knirschend. Egal, dafür kann das Auto ja nichts.

 

Es kam der Zeitpunkt, da war mein XJ8 durchgerostet. Es musste etwas Neues her. Der 500er sollte mich begleiten. 3 oder 4 Jahre hatte ich den eingeplant und wollte eigentlich solange meine Zeit in den XJ-S stecken. Es wurde also ein 500er mit 1.2l 4 Zylinder, Lounge Ausstattung und ein paar Extras gekauft. Farbe Schwarz. Eigentlich "schnuckelig". Meine Eltern haben sich im selben Schwung den gleichen Wagen gekauft. Identisch, bis auf die Scheibentönung. Recht schnell stellte sich heraus, dass etwas nicht mit meinem stimmte.

 

Mai 2018 war ein heißer Monat. Die Klimaanlage funktionierte aber bei einem Auto mit 7 km (!!!) auf der Uhr nicht. Super. Also ging es ab zum Händler und das Problem geschildert. Da manchmal kühle Luft aus den Lüftungsdüsen strömte, habe ich die Vermutung geäußert, dass nicht genug Kältemittel drin ist. Besonders weil der Kompressor sehr schnell einschaltete nachdem es ausgeschaltet war (beim XJ8 war die Klimaanlage so eingestellt, dass es zwischen Auskuppeln und Einkuppeln des Kompressors doch einige Minuten nicht lief und beim 500er war der Kompressor entweder dauerhaft an oder nur ganz kurz ausgeschaltet). Ebenso fiel auf, dass der Wagen bei jeder Geschwindigkeit, die gehalten wurde, ruckelte. Es bockte förmlich. Der Händler hat den Wagen dann für einen Tag auf dem Hof, ich musste mir ein Auto vom Autohaus mieten, obwohl eine Reparatur während der Garantie anstand... Egal. Wieder zum Händler bzw. zur Fachwerkstatt.

 

Der "Meister" begrüßt mich mit einem Ausdruck aus der Diagnose.

Meister: "Die Klimaanlage ist einwandfrei. Schauen Sie, der Kompressor wird ein- und ausgeschaltet."

Ich: "Sehe ich, habe ich vorher gemerkt aber es kommt nichts aus den Düsen raus."

Meister: "Aber wie Sie sehen funktioniert es."

Ich: "Haben Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter sich einfach mal in den Wagen gesetzt und geschaut ob kalte Luft aus den Düsen kommt?"

Meister: "Nein, aber es funktioniert."

Ich: "Okay, was ist mit dem Ruckeln?"

Meister: "Es sind keine Fehlercodes drin."

Ich: "Es ruckelt aber. Haben Sie eine Probefahrt gemacht und den Wagen so gefahren wie man fahren würde?"

Meister: "Nein, weil keine Fehlercodes da sind"

Ich: "Steigen Sie ein, wir fahren eine Runde"

 

Der Meister blickt auf meine Fahrweise. Die Kiste bockt, aus den Düsen kommt warme Luft.

 

Ich: "Schauen Sie wie die Kiste bockt und merken Sie wie es hier drin immer wärmer wird?"

Meister: "Sie fahren ja auch im falschen Gang!"

Ich: "Was? 80 km/h ist schon 5. Gang... Das ist bei jedem Auto so"

Meister: "Nein, das ist nicht im 500 so. Da müssen sind maximal den 4. nehmen"

Ich: "Ihr Ernst? Die Schaltanzeige sagt 5. Gang."

Meister: "Die ist ab Werk falschprogrammiert. Es gibt da auch kein Update."

Ich: "Quatsch. Und merken Sie wie es warm wird?"

Meister: "Sie können ja nicht erwarten, dass die Klimaanlage die Temperaturen auf Winterniveau absenkt. Klimaanlagen schaffen maximal 5-6°C verglichen zur Außentemperatur"

Ich: "Hören Sie mit dem Stuss auf. Ich hatte vor dem 500er ein XJ8. Da konnte ich gerade vor wenigen Tagen im Stau, auf der Autobahn, bei 35°C im Stand die Klimaanlage auf 16°C einstellen, mit offenen Scheiben und Schiebedach und TROTZDEM wurde es kalt im Innenraum! Und die Kiste soll das nicht schaffen?"

Meister: "Was Sie da erwarten ist für ein Kleinwagen zu viel"

Ich: "Im baugleichen 500 meiner Eltern ist die Klimaanlage in der Lage den Wagen abzukühlen"

Meister: "Ja, die älteren Modelle konnten das"

Ich: "Die Kiste ist baugleich am selben Tag vom Band in Polen gelaufen."

Meister: "Nein, das kann nicht sein"

Ich: "Okay, und das Ruckeln?"

Meister: "Innerorts max. 3. Gang bis 60 km/h, 4. bis 100, darüber hinaus den 5."

Ich: "Sowas bescheuertes... Der 500er meiner Eltern macht das Problem NICHT"

Meister: "Stand der Technik"

Ich: "Werden wir sehen"

 

Ein paar Tage später bin ich zur Werkstatt gegenüber meiner Arbeitsstelle gefahren. Habe gesagt, dass ich vermute, dass etwas Kältemittel fehlt. "Schauen wir uns an".

 

2 Stunden später ein Anruf. "Ja, es fehlte knapp 65% des Kältemittels. Die Anlage wurde nicht voll befüllt. Jetzt ist sie voll. Übrigens dreht sich der Kompressor schwer. Das könnte Ihr Ruckeln sein. Fahren Sie mal innerorts mal nur im 4. statt im 5. Gang, bis es eingelaufen ist. Sollte dann besser werden". Und tatsächlich, Wagen abgeholt und die Klimaanlage kühlte! Und da ich das Bocken nun beobachten konnte, bockte die Kiste nur, wenn die Klimaanlage bzw. der Kompressor aktiv war.

 

Also, Fachkompetenzen? Nicht vorhanden. Ein paar Tage später war ich in der Nähe des Händlers. Habe dem Verkäufer das gesteckt, er hat den „Meister“ zu uns gerufen und ihm das gesagt. Der Meister „den Kältemittelstand haben wir damals nicht geprüft“. Meine Aussage „Das war aus den Grafiken und den Steuerzeiten des Kompressors erkennbar, dass da nicht genug drin war, aber auf Kunden hören Sie scheinbar nicht. Sind ja alles Idioten und nur Sie haben Ahnung“. Der Verkäufer blickte mich an und war köstlich amüsiert… :D

 

Später, aber nicht viel später: Nach einem langen Tag im Büro fuhr ich auf die Autobahn. Das erste Mal, wo ich mit dem 500er mal hupen musste, ging die Hupe nicht. Tot. Aus. Muerte.

 

Also wieder beim Händler angerufen...

Ich: "Hupe Defekt, bitte erneuern"

Service: "Wie wollen Sie bezahlen? Bar oder mit Karte?"

Ich: "Bezahlen? Die Kiste ist gerade mal 3 Monate alt. Das ist Garantie!"

Service: "Ja, wie wollen Sie bezahlen?"

Ich: "Ich zahle gar nichts! Das ist Garantie/Gewährleistung!"

Service: "Ich trage ‚wird vor Ort entschieden‘ ein"

Ich: „Da gibt es nichts vor Ort zu entscheiden!“

Service: „Das können wir so noch nicht sagen.“

 

Ein paar Tage später – genauer 2 Wochen – hatte ich den Termin. Wieder musste ich mir ein Mietwagen nehmen – aus Kulanz ein Leihwagen geben (besonders weil ich nur 7 km fahren musste!), neh. Dann will man auch noch ein Tankbeleg als Nachweis, dass die Kiste vollgetankt wurde. Ich habe dann für unglaubliche 90 Cent vollgetankt… Die Tante an der Tankstelle war überrascht… Kannte das Spiel aber dennoch mit dem Autohaus.

 

Allen Ernstes wollte man von mir 170 EUR für die Reparatur der Hupe haben. Für eine Sache, welches beim Auto innerhalb von 2 oder 3 Monaten defekt war – ich merke an, das war ein Neuwagen. In dem Falle habe ich dann Stunk gemacht, mir den Verkäufer geschnappt und zugesehen, dass da was passiert. Ich bin ohne ein Betrag zu zahlen raus, reichte ja, dass ich schon für die vermurkste Klimaanlage zahlen musste…

 

Ich wollte dann den Wagen aufbereiten lassen. Schwarzer Lack sieht immer so schick aus, wenn es versiegelt und hologramfrei ist. Genau das wollte ich machen lassen. Dabei fiel auf, dass sich der Lack von der Stoßstange hinten links ablöst. Das wars dann für mich. Die Kiste hatte durch Mängel en Masse sich als nervig herausgestellt. Es reichte mir. 5 Monate habe ich den 500er ausgehalten. Wäre die Kompetenz seitens der Werkstatt größer, hätte ich den vielleicht länger gehabt, aber mich jetzt noch wegen einem Lackproblem mit dem Meister auseinandersetzen? Das wollte ich nicht.

 

Damals hat mich der Spider schon fasziniert, es gab eine Aktion, also ging der 500 zurück zum Händler. Weg ist weg. Dafür kam Lusysan. Herrlich! Neues Auto, 5 km auf der Uhr. Zwar beschissen aufbereitet und X-Mal durch die Waschstraße mit Plastikbürsten gejagt, damit die 2 Jahre Standzeit vom Lack runter ist, aber egal. Ich wollte die Kiste haben. Ich war bereit eine Aufbereitung auf meine Kosten machen zu lassen. Gebt her.

 

Stellt sich heraus: auf der Motorhaube waren 2 Stellen lackfrei und leicht korrodiert (hintere Kante der Motorhaube). Statt zum Meister zu gehen, ging ich zum Verkäufer. Er hat alles geregelt und das Ganze mit einem gratis Leihwagen geklärt. Herrlich! Service!

 

Irgendwann merkte ich, wie das Verdeck an der Vorderkante scheuerte und zwar an den Überrollbügeln. Das geht ja mal gar nicht! Also, ab zum Händler, reklamieren. Ist ja auch ein bekanntes Problem mit dem MX5 und 124 Spider gewesen. Zu knappe Toleranzen. Statt beim bisherigen Meister war ich bei einem anderen Meister. Ich dachte es sieht gut aus… Er wirkte kompetenter. Nein, auch eine Hohlbratze.

 

Meister: „Sie machen das Dach falsch auf. Sie müssen das so und so öffnen“

Ich: „Das steht nicht so in der Anleitung“

Meister: „Da ist ja auch ein Fehldruck drin.“

Ich: „Wie die Schaltanzeige im 500er falsch programmiert ab Werk kommt?“

Meister: kein Kommentar

 

Genervt fuhr ich weg. Mir war es da wieder egal. Aber irgendwann kam die Wartung. Meine erste Wartung mit dem Spider. 15.000 km sind schnell gefahren gewesen. Also fragte ich bei der Werkstatt nach, was die Wartung kosten würde und per Mailbox wurde mir aufgesprochen „ca. 250 EUR, ist ja nur ein Ölwechsel“. Huch, das ist ja nicht schlecht. Termin gebucht…

 

Hier gab es kein Leihwagen, war mir auch egal. Langsam sollte es mir auch dämmern, dass Kundenservice dort nur ein Grund ist, mehr abzukassieren. Nicht jeder ist wie Volvo. Irgendwann rief man mich an, Auto ist fertig. Ich dann hin, und den Spider abholen wollen.

 

Meister: „Das macht dann 36x,xx EUR!“

Ich: „BITTE?“

Meister: „36x,xx EUR. Wollen Sie in Bar oder mit Karte zahlen?“

Ich: „Was wurde aus 250 EUR?“

Meister: „Wer hat Ihnen das gesagt?“

Ich: „Sie, auf Mailbox. Nachricht habe ich noch“

Ich spiele die Mailboxnachricht ab. Zu hören SEINE Stimme. Zu lesen SEINE Nummer.

Meister: „Das war ich nicht.“

Ich: „Ich rufe zurück, schauen wir mal wann Ihr Telefon klingelt welche Nummer drauf ist“

Telefon klingelt, meine Nummer ist im Display.

Ich: „Also, 250 EUR wie Sie gesagt haben?“

Meister: „Ich kann Ihnen in den Teilen entgegen kommen, 10%.“

Ich: „Nein, ca. 250 sind nicht 36x,xx EUR!“

 

Ich bin laut geworden, fast wie eine Karen in den USA.. Zähne knirschend und voller Wut habe ich den Restbetrag bezahlt und noch im Auto gesehen: die Arbeit ist schlecht erledigt! Die Wartungslampe leuchtete weiter. Ich habe dann geprüft ob das Öl überhaupt getauscht wurde und gesehen, die Motorabdeckung war voll mit Öl (Fotos gemacht) und es lagen Lumpen im Motorraum. Mir ist die Hutschnurr gerissen! In Natura bin ich ein ruhiger Mensch. Aber das reichte mir!

 

Reingestürmt…

Ich: „SIE! Mitkommen!“

Ich zeige auf die leuchtende Motorwartungslampe und zeige den verölten Motor.

Ich: „Der Wagen war jetzt 8 Stunden bei Ihnen und Sie liefern so ein Service ab?“

Meister: „Wir bekommen die Lampe nicht aus.“

Ich: „Ja dafür sollten Sie ja genug Zeit gehabt haben um das zu diagnostizieren.“

Meister: „Wenn Sie den Wagen jetzt noch ein Tag stehen lassen, bekommen wir das hin.“

Ich: „Ich bin ja kein Experte, aber es gibt ein Update dafür. Den finden Sie im System. Ausserdem kann man die Lampe mit dem Gaspedal ausschalten/rückstellen. Aber ich brauche Ihnen das als Fachmann nicht sagen! Ich wische den Motor ab, Sie nehmen die alten gebrauchten Lumpen mit und ich fahre weg.“

Meister: kein Kommentar. Nimmt die Lumpen und geht weg.

 

Vom Hof runter und genervt zum Mazdahändler gefahren. Bei Mazda sehr freundlich begrüßt worden und der Servicetechniker wusste sofort „Ja, es gibt eine neue Software. Die wird bei der ersten Wartung neuaufgespielt. Gerne machen wir das für Sie! Benötigen Sie ein Leihwagen?“

 

Hopps! Kundenservice! Was!?

 

Das Update wurde aufgespielt. Jetzt dachte mein Spider es wäre ein MX5, aber dafür ging die Software. Einzig mein Navi nicht, aber das habe ich schnell und einfach beheben können.

 

Eine kurze Zeit später fing mein Dach an auszufransen. Trotz der schlechten Erfahrungen, fuhr ich zu meinem bisherigen Händler, aber vorher war ich bei Mazda. Mazda teilte mir mit, dass es für die MX5 Modelle eine Serviceanweisung gab, welches ein Versetzen der Überrollbügel sowie ein Austausch des Daches vorsah. Supi! Das sollte bei Fiat gehen. Ich hatte mir auch Online die offizielle Fiat Servicemeldung dazu gesucht und gefunden. Damit zum Händler.

 

Nachdem ich Probleme bei der Wartung hatte, wurde mir von der Geschäftsführung der Abteilungsleiter als neuer Ansprechpartner genannt. Also hieß es „testen“. Den Ansprechpartner aufgesucht und die Probleme geschildert unter Angabe der Servicenummer. Er konnte nichts finden, war aber bemüht. Okay, dachte ich mir.

 

Irgendwann kam eine Nachricht per Mail. Es gäbe da nichts und das Dach sei nicht beschädigt, darum sei ein Austausch nicht drin.

 

Diesmal habe ich mich dann direkt an die Fiatzentrale gewandt. Es reichte mir dann mit dem Händler. Mit Fiat besprochen, dass ich zu einem anderen Partner fahren kann, leider gab es damals nur 2 in Bremen, und dieser könnte eine zweite Meinung abgeben. Also, gesagt, getan. Ich bin zum Servicepartner gefahren und dieser hat sich die Problematik angenommen. „Kein Problem, wir sehen das als Mangel und werden uns drum kümmern“.

 

Irgendwann, 2 Wochen später, kommt die Rückfrage, ob ich die Möglichkeit hätte, den Wagen für einen Tag stehen zu lassen, ein Gewährleistungsprüfer von Fiat möchte sich den Wagen anschauen. Klar, kein Problem. Dafür gab es ein gratis Leihwagen und ich konnte den Tag über mein Geschäft nachgehen. Abends die Info bekommen „ist kein Problem, wird getauscht!“.

 

Ich dachte dass ich ENDLICH Kompetenz gefunden hatte. Die Problematik wurde geklärt es war schnell erledigt. Ich glaube 3 oder 4 Tage dauerte es. Solange hatte ich auch ein Leihfahrzeug und ich konnte abholen. Super! Alles zufriedenstellend erledigt. Es war nichts falsch montiert. Es passte alles.

 

Da die Wartung demnächst anstand, nach dem Preis gefragt. „2. Wartung, nur Ölwechsel und ggf. Luftfilterwechsel. Gemäß Preisliste ca. 290 EUR“. Super, ja, machen! Termin vereinbart und ich war soweit glücklich. Als ich dann den Wagen abgab, bin ich dann mit der Straßenbahn weitergefahren. Ich hatte mich über einen kompetenten Partner gefreut. Die Wartung wurde durchgeführt und ich war „happy“. Bis ich zuhause irgendwie merkte, dass irgendwas nicht stimmte. Ob es mir nur da aufgefallen war, weiß ich nicht. Aber irgendwas stimmte im Fussraum nicht. Da war eine Beule im Bodenblech. Ertasten konnte ich nichts. Okay, dachte ich mir, vielleicht ist es mir jetzt erst aufgefallen. Aber so geheuer war mir das nicht. Wartungsintervall war falsch eingestellt und diverse Kleinigkeiten stimmten nicht. Zu viel Fett an den Scharnieren. Die Tür ging „kleberig“ auf. Man kann es auch ZU gut meinen. Mein Eindruck war wieder getrübt aber nicht negativ.

 

Mittlerweile hatte mein Spider die 30tkm runter. Ich hatte schon länger gedacht, dass ich bei Mazda die Wartung mache. Die Garantiezeit von 20tkm/12 Monate war abgelaufen, also ging die Nächste Wartung bei Mazda durch. Abgesprochen, dass ich Material mitbringe und sie die Wartung machen und was soll ich sagen? PERFEKT! 3 Wartungen hat meine hiesige Mazdavertretung für mich erledigt. Und jedes Mal war ich SEHR zufrieden. SO geht Service.

 

Jetzt steht beim Tipo bereits die erste Wartung an. Ich zögere noch bis Anfang August noch hinaus, aber dennoch. Es steht an. Und die Frage ist: Wo fahre ich hin? Lasse ich das Autohaus, von dem ich es habe (mittlerweile der 3. in Bremen, wobei der erste Händler, wo ich den 500er und Spider her habe, nun kein Fiat PKW in der Filiale verkauft), dann die Wartung machen und schaue was bei rauskommt oder gehe ich direkt zu einer freien Werkstatt des Vertrauens? Zu Mazda kann ich damit nicht mehr. Und Volvo würde auch nicht mehr wollen bzw. ich würde das nicht mehr bezahlen wollen.

 

Nach ersten Fragen was die Wartung kosten würde, bin ich wieder sehr enttäuscht von der Servicearbeit der großen Fiat Autohäuser. Gemäß Betriebsanleitung sind Öl und Ölfilter zu tauschen sowie eine normale Durchsicht nach Schäden usw. durchzuführen. Die Preisspanne reicht von 250 bis 450 EUR. 250 EUR beim autorisierten Fiat Partner, 450 EUR bei den großen Häusern. Warum? Warum kann so eine Preisspanne vorhanden sein bei einer normalen ERSTEN Wartung!? Klar, die Overheadkosten (Miete, Energie usw.) sind unterschiedlich aber 200 EUR? Nein! Es ist Beschiss. Die erste Werkstatt möchte den Luftfilter sowie die Zündkerzen(!!!) nach knapp 6.000 km tauschen. Die Andere sagt Pollenfilter muss jedes Mal neu sowie die Bremsflüssigkeit. WTF!? Glauben die echt, dass jeder so doof ist um das zu machen!? Auf Rückfragen warum im Wartungsheft weniger Umfang drin steht wird geantwortet "Das Wartungsheft ist falsch". Heißt Fiat kann weder Wartungshefte noch Schaltanzeigen schreiben/programmieren!? Das ist absolute Verarschung! Ich habe mich danach entschieden: es geht zum Fiat Partner, nicht in die Werkstatt. Da waren die Kosten transparent. Das Serviceprogramm wurde gezeigt, es konnte alles nachvollzogen werden.

 

 

Es tut mir Leid, dass der Artikel so lang geworden ist. Es ist viel vorgefallen was mein Eindruck des Fiat Services trübt. Die Autos sind gut, wenn man von ein paar Kleinigkeiten absieht. Aber der Service ist das, was einen bei der Marke halten sollte. Oder zumindest bei der Station. Der Verkauf ist fast immer makellos aber wenn der Service mich verprellt oder ich abgezockt werde, überlege ich es mir doch eher anders, wenn es bei der nächsten Wartung um die Wahl der Werkstatt geht.


02.06.2022 16:11    |    Trottel2011    |    Kommentare (79)    |   Stichworte: 2 (356), Fiat, Tipo

Hallo Motor-Talker!

 

Mittlerweile bin ich unter den "Otto-Normal-Autofahrer" zurückgekehrt und die Zeiten von Mobilität geht über alles, ist vorbei. Der Tipo stellt sich mir bisher gut zur Seite... Die ersten Eindrücke sind somit auch da :) Daher gibt es mal einen kurzen Artikel... Also, das ist alles subjektiv und meine Empfindung. Wenn sich jemand damit eventuell angegriffen fühlen sollte, möchte er bitte beachten, dass es immer noch mein Eindruck ist und ich da keine Sorgen habe Kritik zu äußern. So, zum Tipo!

 

Motor und Getriebe:

Nun, der kleine 1.0l 3 Zylinder ist kein Wunderwerk der Technik. Es ist nicht das, was ein 2.0l R4 Sauger sein könnte und auch nicht das, was ein 1.4l Turbo ist. Es ist eine kleine Maschine, welches die Gesetze der Thermodynamik nicht außer Kraft setzen kann. Und das soll es auch nicht. Ich musste mich erst einmal wieder daran gewöhnen im Alltag wieder zu schalten und mit weniger Leistung auszukommen, aber Dank den 190 nm geht der Tipo aus dem Strand brauchbar vorwärts. Klar, keine <10 Sekunden für 0-100 (ich glaube es sind 11.7 Sekunden oder so) aber es reicht. Dennoch, für die Größe sehr quirlig und man kann erstaunlich schaltfaul fahren.

 

Spannend ist, wie ich finde, dass der kleine 3 Zylinder nicht wie ein typischer 3 Zylinder klingt. Beim Fahren klingt es nach einem 4 Zylinder. Die Laufruhe entspricht auch in etwa einem 4 Zylinder, außer man steht an der Ampel und der Klimakompressor springt an. Dann ist es etwas rauher aber sonst läuft der 3 Zylinder echt gut. Dafür, dass es mein bisher kleinster und Zylinder mäßig geringster Motor ist, bin ich angetan...

 

Ich war mir unsicher, ob ich wirklich mit "nur" 100 ps bei 1.3t Leergewicht leben kann und ich muss sagen: ich bereue es bisher nicht. Die 100 ps sind gut abrufbar, auch wenn oben rum sehr schnell abflachend (der rote Bereich geht bereits ab 5.500 U/Min los! Total ungewohnt :D). Ihm geht ab ca. 4.000 U/Min die Puste aus. Aber man ist kaum in dem Bereich zu gange. Selbst auf der Autobahn bei 130 km/h, ist gerade nur die 3000er Marke knapp passiert worden. Somit eine gute Übersetzung.

 

Das Getriebe schaltet sich ziemlich gut. Nicht so bescheiden wie im 500 oder im Ducato. Es hat eine schöne "Gewichtung" und die Schaltwege sind nicht kurz aber auch nicht ewig lang. Ich würde sagen einfach "Durchschnitt". Das ist ein guter Begriff, den ich hier wahrscheinlich häufiger nutzen werde :)

 

Meinen ersten Tankstopp (nach Abholung) war einfach ein "Testtanken". Kein Tankdeckel zu haben, den man irgendwie rausdrehen muss, ist für mich neu. Aber es wird bestimmt eines der Sachen sein, die ich irgendwann so gern habe, dass ich darauf nicht verzichten will... Wobei beim E-Auto das wohl sich nicht vermeiden lassen wird. Nach 156 km hatte ich 9,91l verbraucht. Dabei war meine übliche Strecke zur Arbeit und nachhause sowie ein kurzer Besuch bei den Schwiegereltern, die eine gute Landstraßenstrecke entfernt wohnen. Das Ergebnis waren 6,35l/100 km. Kein Spitzenwert ABER verglichen mit den gut 12l des Spiders, schon mal deutlich günstiger. Ich bin mal gespannt, wie es sich bei deutlich wärmeren Temperaturen und bei Langstrecke verhalten wird :)

 

Handling:

Würde ich das Handling als besser als im Spider oder XJ8 oder C30 bezeichnen, wäre irgendwas falsch und ganz ehrlich: das Handling ist bei weitem nicht in den Regionen zu finden. Entweder wären die anderen Fahrzeuge viel zu schlecht oder mein Popometer wäre nicht richtig kalibriert. ABER richtig, es ist bei weitem nicht einmal ansatzweise so gut, wie in den genannten Fahrzeugen. Der Spider war hyper agil und man konnte schon fast blind fahren (so viel Feedback durch Fahrwerk und Lenkung ist echt geil!), der C30 war Dank Ford Plattform super agil und der XJ8 war agil. Der Tipo reiht sich in die Reihe der Komfortablen aber Unsportlichen ein. Ja, er mag ein Sportmodell sein, aber er ist alles Andere als das. Das einzig "sportliche" an dem Tipo ist der Schriftzug an den Seiten :D

 

Die Lenkung ist etwas schwammig. Zwar nicht schlecht aber dennoch schwammig (auch wenn mir die City Lenkhilfe doch sehr gefällt) - die Lenkübersetzung ist immer wieder etwas, was ich nicht im Blick habe. Wo ich einst mit dem Spider das Lenkrad um knapp 35° bewegen musste um eine Kurve zu durchfahren, muss es beim Tipo um 70 oder sogar 90° bewegt werden. Ungewohnt am Anfang aber man gewöhnt sich dran - so in etwa Cadillac aus den 50ern Style :D Nein, nicht ganz das aber es sind merklich mehr Lenkradrotationen erforderlich um von Volleinschlag Links zu Volleinschlag Rechts zu drehen. . Das Fahrwerk schluckt fast jeden Scheiß weg und läuft keine Spurrillen hinterher. Sehr neutral gehalten. Dass sich der Tipo in die Kurven gerne heraus statt hinein lehnt, schiebe ich einfach auf die simple und unsportliche Auslegung ;)

 

Dennoch kann man den Tipo flott bewegen. Ich würde es als straff aber dennoch weich bezeichnen. Schwer zu beschreiben. Der Spider war straff und hart. Mein C30 einst straff. Der Jaguar brachte Straffheit mit Komfort zusammen (breit und flach). Der Tipo bringt straff und weich irgendwie im Einklang. Und das Ganze ohne das Gefühl zu haben, dass etwas nicht stimmt.

 

Die Bremsen sind gut! Ich würde sogar sagen sie sind feiner zu dosieren als im Spider. Ja, da hatte der Spider immer eine kleine Macke. Die Bremse war nicht gefühllos aber es gab bei allen Fahrzeugen immer etwas Spiel und etwas Gefühllosigkeit im Bremspedal (zumindest alle 3 die ich testete bzw. besessen habe). Das ist beim Tipo deutlich besser. Und das obwohl hinten nur Bremstrommeln verbaut sind. Früher habe ich die immer belächelt, aber die gute Trommel ist einfach nicht tot zu bekommen! ;)

 

Der Fahrkomfort ist hoch. Auf das Niveau des XJ8 ist es nicht. Da muss man aber sagen, dass der XJ8 eine sportliche Reiselimousine ist/war. Da ist der Komfort anders gewichtet als es im Tipo ist. Und zwischen beiden Fahrzeugen liegen mehr als 30 Jahre Entwicklung im Fahrwerk (auch wenn der Tipo eine simple Verbundlenkerachse hinten und McPherson Federbeine vorne hat).

 

Innenraum:

Ja, der Innenraum. Kurzgesagt: es ist alles da wo es hingehört, auch wenn die Bedienung nicht sich sofort erschließt. Mir fehlen im Tacho 2 Anzeigen: 1. eine Kühlmitteltemperaturanzeige und 2. ein Drehzahlmesser der präziser ist.

 

Zu 1.: ja, die Anzeigen sind nur ein Schätzeisen aber es ist zumindest eine Möglichkeit zu sehen wie schnell der Motor (dargestellt) die Soll-Temperatur erreicht hat. Beispiel defekter Thermostat. Ich könnte jetzt nicht sagen, ob das Aufwärmen des kleinen 3 Zylinders schnell oder langsam ist. Ob evtl. der Thermostat (der beim 1.4l Multiair gerne mal kaputt ging oder auch beim V8 im XJ8 gerne in der Stellung geschlossen hängenblieb) zickt. Nach etwas probieren habe ich gesehen, dass ich im Fahrzeugmenü nun doch versteckt Kühlwassertemperatur, Ladezustand der Batterie und Öltemperatur mir (jeweils einzeln) anzeigen lassen kann. Siehe Bilder in der Galerie

 

Zu 2.: Es gibt es Drehzahlmesser aber dieser zeigt nur LED Balken in 500 U/min Schritte an. Da ich häufiger beim Fahren auf die Anzeigen achte (auch bei Automatikfahrzeugen so gewesen!). ist es schon irritierend, wenn man beschleunigt (merklich) aber auf dem Drehzahlmesser passiert NICHTS. Lieber hätte ich dann KEINEN gehabt... Oder Analog. Nicht immer ist Digital die Lösung. Wenn es nach mir gehen würde, hätte der Sport Analoge Anzeigen. Vielleicht kann ich "runter rüsten". :D Aber nur wenn es wirklich nerven sollte (wahrscheinlich ist es mir irgendwann egal :D).

 

Die Nutzung des Tempomaten (egal ob Abstand oder normal) ist selbst erklärend. Funktioniert sehr gut, was ich anders gemacht hätte, wäre beim runterregeln, dass nicht automatisch die Bremse ordentlich reinknallt. Wenn ich in allen anderen Autos mit Tempomaten (die ich bisher hatte) z.B. von 80 auf 60 runtertippe, rollt die Kiste nur aus. Der Tipo macht es wie viele VWs. Die geben nochmal einen Schlag in den Nacken durch eine Bremsung, sobald man über 10 km/h Differenz geht. Gut ist, dass man Blockweise (1er oder 10er Schritte) regeln kann. Beim Spider und allen anderen ging nur 1 km/h (beim XJ waren es sogar teilweise nur 2/2.5 km/h Schritte) wobei beim Spider teilweise auch einzelne Zahlen übersprungen wurden :D Egal. Aber auch das ist eine Sache an die man sich gewöhnen kann. Es sind alles fast nur Gewöhnungssachen...

 

Die Sitze sind sehr bequem. Seitenhalt ist ausreichend (kommt nicht an den Spider ran, ist ungefähr gleichauf mit dem XJ8) und die Verstellmöglichkeiten sind zahlreich. Das Beste, wie ich finde, ist der Platz im Fond, wenn ich den Fahrersitz so einstelle, wie ich sonst sitzen würde. Da ist der Platz größer als ALLE meiner anderen Autos bisher. Sowohl beim DEUTLICH längeren XJ als auch im C30 war hinten nicht einmal ansatzweise so viel Beinfreiheit vorhanden. Die Kopffreiheit ist sehr gut. Man kann auf allen 5 Plätzen gut und lange sitzen - wie wir schon getestet haben.

 

Alles an Technik funktioniert selbsterklärend. Die Soundanlage ist natürlich nicht auf dem Niveau der Boseanlage im Spider aber das, was aus den Lautsprechern kommt, klingt weder blechern noch verstellt. Es ist ein guter Klang. Wahrscheinlich sind die Lautsprecher sowieso höherwertiger als die im Spider (da war nur ein Subwoofer noch drin - evtl. etwas, was ich nachrüsten sollte, aber keine Bassrolle... Muss ja nichts Großes sein) - Bose konnte es schaffen aus billigem Schrott einen halbwegs guten Ton zu holen ;)

 

Woran ich mich bisher nicht gewöhnt habe ist der Platz im Kofferraum :D Das fällt mir richtig schwer. Ich bin es gewohnt 1x die Woche einzukaufen und alles in ein Klappkorb zu quetschen und dann irgendwie durch die kleine Ladeluke zu manövieren. Jetzt heißt es Kofferraum auf, alles rein, Kofferraum zu, zuhause sich ärgern so viel gekauft zu haben :D 4 Winterreifen auf Felge vom Spider? Passen da problemlos AUFRECHT rein und dann geht die Klappe problemlos zu und die Kofferraumabdeckung sitzt einwandfrei.

 

Mein Spark konnte ich auch bereits einladen (allerdings mit abgenommenem Vorderrad). Nachdem ich beim letzten Bike Park Besuch mein Bike nicht reinigen konnte, tat es schon weh ds dreckige Rad in den Kofferraum zu packen. Besonders weil ich das Auto gerade wenige Tage hatte... :( Aber dafür gibt es jetzt Dachträger (Fiat) mit einem Thule UpRide Fahrradträger... Damit ist es zwar im Fahrtwind aber auch deutlich günstiger als ein Agrarhaken nachzurüsten...

 

Einziger Wehmutstropfen bisher: eine Delle über der Fahrertür, welches mich morgens mal schön begrüßte. Konnte aber direkt problemlos entfernt werden... Und danach erfolgt eine ordentliche Lackaufbereitung und Politur, seitdem strahlt der Tipo regelmäßig :D

 

 

Ansonsten ist der Tipo bisher sehr gut. Ich fahre den Wagen gerne. Der erste richtige Vernunftskauf meiner gesamten Fahrzeuggeschichte. Keine Bastelbude. Kein Wartungsstau. Kein Roadster. Kein Kleinstwagen der untermotorisiert ist und bockt. Keine Limousine mit mehr Rost als Blech. Kein Kombi der zu groß ist. Kein Kompakter mit zu kleinem Kofferraum und nur 2/3 Türen. Die Größe ist genau richtig. Es ist nicht auffällig, geht aber nicht unbedingt in der Masse unter. Es fährt sich gut. Es ist genau das Richtige für mich - bis zur nächsten Prioritätenänderung :D Daher bin ich auf die nächsten Jahre gespannt :) Ob es dem Ruf von Fiat bisher folgt oder ob es mich mängelfrei bis zum Ende des Dinosafts in meiner Familie begleiten wird :) Einen anderen "Neuwagen" mit Verbrenner glaube ich kommt nicht mehr rein. Der nächste könnte tatsächlich ein Stromer sein... KÖNNTE... Nicht wird :D Noch immer pocht in mir ein Verbrennerherz :D


09.04.2022 15:20    |    Trottel2011    |    Kommentare (68)    |   Stichworte: 320d, 3er, BMW, G21, Let's, let's drive, touring

Hallo Motor-Talker!

 

Es ergab sich die Möglichkeit den nächsten 3er zu teste, also, auf geht's! Den 2019er F30 (F31) konnte ich hier bereits vor knapp 2 Jahren testen und fand den ziemlich gut. Es schwebte mir als Gebrauchtwagenkauf statt den Tipo auch häufig im Kopf herum, weil es eben sehr praktisch und optisch sehr angenehm war. Da war ich dann gespannt, wie sich der Nachfolger fährt und verhält. Erstaunlich: ich mag den Vorgänger mehr :D

 

Fangen wir dann normal an. Was haben wir hier? Ein 2020er BMW 320d (G20er Serie) Touring (also G21) mit 2.0l Dieselmotor. Welche Version davon, kann ich aktuell sehr schwer bestimmen. Ich VERMUTE es ist der 318d mit 150 ps und 320 nm. Mehr als das kann der Wagen nicht haben, da es doch etwas behäbig wirkt. Das Ganze außen in Schwarz gehalten. Von außen läßt, bis auf die 2 Endrohre, nichts darauf schließen, was für ein Antrieb unter der Haube werkeln könnte...

 

Design... Nun, Design ist meistens eine Evolution. Manchmal Revolution aber in der Regel wird ein Design behutsam von Modell zu Modell weiter verfeinert (oder wie bei VW stumpf minimal geändert und das Ganze als neues Modell verkauft ;)). So geht man ja auf Nummer sicher und weiß, wie sich das Ganze stellt... Das Problem dabei ist, siehe Audi, man sitzt irgendwann in der Designfalle, weil das Design dann altbacken wirkt, obwohl es modern ist. Der G21 fällt genau in diese Schiene rein - wenn ich das so sagen darf (ACHTUNG! Subjektive Empfindung! Heißt: das ist mein Eindruck und meine Meinung!). Während die F20 Reihe vorher doch ziemlich schnittig und modern wirkte und noch immer wirkt, wirkt die F20 Reihe als wäre es einfach wieder aufgewärmt worden. Wie als würde man einfach ein Nip-Tuck bei einem Promi machen. Irgendwann wird aus der Schönheit ein Botox-Silikon-Katzenaugen-Mensch, wo man weinen und lachen kaum voneinander unterscheiden kann.

 

Vorne wirkt es irgendwie, naja, grob. Die Nieren sind natürlich nochmal größer geworden, aber der Rahmen und den Grill herum wirkt plump, grob, nicht fein gezeichnet. Trotz der Nierengröße hätte auch weniger "Rahmen" auch mehr sein können. Bei den Scheinwerfern habe ich E43 Vibes, aber eben in Kantig... In der Seitenansicht sieht es ähnlich aus. Etwas zu "grob". Könnte auch ein plattgedrückter X3 sein oder ein X1 der 1. Serie in "lang". Die Silhouette des F20 war da noch etwas angenehmer...

 

Das Heck dagegen gefällt mir besser. Es wirkt breiter, bulliger und mit ECHTEN Endrohren links und rechts, sieht es einfach richtiger aus. Entweder hat ein Auto Endrohre oder es hat keine. Aber Endrohre anzudeuten und dann irgendwo am Unterboden enden zu lassen ist dermaßen bescheuert. DANKE BMW, dass ihr immer noch an funktionstüchtige Endrohre festhaltet :D

 

Steigen wir mal ein... Nachdem ich jetzt mittlerweile meinen Tipo gewohnt bin fällt mir auf: man, der Innenraum ist "klein". Ich bin kein Riese, aber wenn der Fahrersitz so eingestellt ist, wie ich darin normal fahren würde, hat der Mitfahrer hinter mir deutlich weniger Platz als in meinem Tipo. Klar, er fährt dann in "Premium" aber trotzdem ist der Platz in meinem deutlich kleineren Tipo größer... Nachdem ich mich hineinsetzte merkte ich auch: die B-Säule ist wirklich im Weg. Auch hier, der Vergleich zum Tipo. Da ist die B-Säule nochmal weiter hinten. Liegt wohl einfach in der Sitzposition. Im Tipo sitzt man recht hoch und dadurch nicht so "liegend" wie im deutlich flacheren BMW. Damit ich (182 cm) nicht an der Decke anstoße, muss ich den Sitz so einstellen, dass ich tiefer als mir lieb wäre, sitzen muss (kleiner Sitzriese). Wie gesagt: subjektive Empfindung. Im Vorgänger war das auch gefühlt besser.

 

Was mir im Vorgänger und hier gefällt: wie BMW das digitale Cockpit gestaltet. Nur eine TFT Tafel und fertig geht hier nicht und das ist auch gut so! Die Rundinstrumente sind erhaben und stehen etwas über dem zentralen Display im Kombiinstrument. Das wirkt dreidimensionaler und hochwertiger. Eine flache "Scheibe" können andere auch... Die Anzeigen bleiben immer noch gut abzulesen und sind kristallklar! Daumen hoch!

 

Der Blick wandert entlang des Armaturenbretts zur Mittelkonsole samt Infotainment. Ähm, ja. Infotainment. Hier muss sich immer etwas "tun" und das hat sich auch bei BMW getan. Allerdings, bin ich mir unsicher ob ich damit leben könnte. Es wirkt alles verschachtelt. Menü > Menü > Menü > Ergebnis den man sucht. Das Menü ist irgendwie innen überfrachtet. Damit es "clean" wirkt, wurde offenbar so viel wie möglich versteckt. Bestimmt ergeht das anderen genauso. Da war die Menüführung und der Aufbau im Spider deutlich klarer, obwohl fast die gleichen Funktionen drin waren. Die Auflösung ist aber gut! Hier gibts dann von mir ein "I kind of like it but also don't" ;)

 

Nun die Mittelkonsole. Endlich! Ein Hersteller der versteht, dass man unbedingt eine Steuerung für die Klimatisierung OHNE es in einem Menü finden zu müssen. Und direkt daneben ein Lautstärkedrehknopf! Hallelujah! Bitte, bitte, bitte, BMW, behaltet das bei! Die Mittelkonsole ist ansonsten relativ mau. Der Wählhebel gefällt mir besser als im Vorgänger, allerdings fehlt mir die manuelle Eingriffmöglichkeit für Schaltvorgänge. Eine "+/-" Option hätte gereicht [EDIT: Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass eine +/- Wahlmöglichkeit da war. Ich habe nach Schaltwippen, wie bei BMW wohl häufiger, auch im Vorgänger, gesucht. Damit ist dieser Punkt nicht mehr gültig :D EDIT ENDE]. Ansonsten ist der Knauf gut und klein. Die Zeiten, in denen der Wählhebel direkt mit dem Getriebe verbunden waren sind wohl bei BMW länger vorbei ;)

 

Hinter der großen Klappe vor dem Wählhebel versteckt sich einiges an Stauraum sowie Becherhalter. Mein Problem: es wirkt wieder unlogisch. Es ist ein großes Fach mit - was ich als induktive Lademöglichkeit identifiziert geglaubt zu haben - einer großen Handyschale. Aber mein Samsung Galaxy Note 8 passt da nicht rein. Zumindest nicht ausreichend tief. Es steht immer hoch und ist auch nicht das größte Gerät auf dem Markt. Im Tipo passt es einwandfrei mit Luft nach links und rechts in die gleiche Position.

 

In der Mittelkonsole ist das I Drive Rädchen drin. Es läßt sich gut bedienen, wenn man die Tausend Menüs kennt, nimmt jedoch einiges an Platz in der Mittelkonsole weg. Gut dass man die Handbremse (mechanisch) weggespart hat. Da kann man ja weitere Tasten einsetzen ;) Ansonsten sind da ja einige Tasten drin, die man gar nicht so häufig brauchen würde...

 

Die Sitze sind bequem. Man hat viele Einstellmöglichkeiten aber etwas mehr Kopffreiheit im Innenraum wäre cool... Zumindest wenn man sich das wünschen darf :D Der Platz hinten ist ausreichend, ich behaupte es gibt mehr Platz im Tipo. Alleine durch die Höhe geht mehr. Schaut man sich den Kofferraum an, sieht man einfach nur eine typische Fläche mit 2 Klappen drin. Ansonsten ist Kofferraum = Kofferraum. Wie ich es immer toll find, ist die einzeln aufklappbare Heckscheibe klasse. Das sollten viele haben, selbst in Kompaktwagen wäre das eine tolle Ergänzung.

 

Negativ aufgefallen ist mir die Materialanmutung. Günstig bis billig würde ich sagen. Es knistert viel. Die Oberseiten der Türverkleidungen wirkt einfach billig. Fühlt sich billig an und ist nicht massiv oder innen gedämmt. Bei einem Auto für 20.000 EUR würde ich sagen "das passt". Bei einem Auto für mehr als das Doppelte, ist es alles Andere als passend. Das Armaturenbrett zeigt viel "Aluminium". Bei unserem recht kühlen April, müssten Aluminiumteile sehr lange kalt bleiben. Die Türgriffe im Innenraum bleiben kalt und sind massiv Alu (oder zumindest auf jeden Fall aus Alu). Ich habe im Innenraum sonst NIRGENDSWO Alu gefunden. Es ist nur silberner Plastik teils sogar leicht verchromt. Warum? Warum muss es wieder Plastik sein welches auf "teuer" getrimmt wird wo aber die erste Berührung nachdem aufzeigt, dass es nur Blender sind. Auch die Mittelkonsole wirkt so. Es knackt und knistert aus einigen Stellen und insgesamt ist das den Preis nicht wert. Niemals. Tut mir Leid, wenn ich das so schreibe, aber in meinem "günstigen" Fiat Spider war der Innenraum wertiger und kostet nur ein Bruchteil. Ob es evtl. am Modell lag? Ich vermute dass dieses Modell ein Basis Modell mit ein paar Extras war. Wahrscheinlich sind die teureren Modelle mit mehr Ausstattung besser. Aber was ich hier sehe würde ich Preislich auf Skoda/Volkswagen Level stellen und selbst das könnte zu teuer sein. Sorry BMW, hier ist Nachholbedarf!

 

Jetzt kommt das, worauf BMW immer Stolz ist: Freude am Fahren! Ich würde den Wagen insgesamt als "souverän" bezeichnen. Ein sehr ausgewogenes Fahrwerk trifft auf einen guten Motor, der jedoch etwas träge wirkt... Ich führe mal aus...

 

Motor starten und der 2.0l Diesel macht sich hörbar. Zwar nicht durch Lautstärke, sondern eher durch einen kurzen rauhen Motorlauf. Ob das tatsächlich an diesem Wagen liegt oder an der ganzen Reihe, ist unklar. Ich habe da kein Vergleich. Sobald der R4 Diesel warm ist, fühlt man nichts mehr. Seidenweicher Motorlauf. Für ein 4-Zylinder Diesel ist das besonders gut! Das kann VW nicht so gut. Das kann Mercedes nicht so gut. Fährt man dann an, wirkt die 8 Gang Automatik etwas zäh. Die erste Fahrstufe dauert mir persönlich etwas zu lange. Es fühlt sich an, als würde man seeehr lange die Kupplung schleifen lassen. Aber dann wird die zweite Fahrstufe eingelegt und es geht unmerklich weiter. Das Gaspedal ist im normal Modus recht gefühlvoll. Im Sportmodus sehr gefühlvoll und im EcoPro Modus ziemlich taub.

 

Nach dem Anrollen und Beschleunigen fällt mir auf: die Kiste ist SEHR straff. Und ich meine RICHTIG Straff. Aber das unnötiger weise. Die Reifen sind laut. Der Abrollkomfort mit den verbauten 17" Felgen ist ziemlich - öhm - schlecht? Das kann der deutlich deutlich deutlich günstiger Tipo mit 18"ern besser. Und es kommt noch schlechter... Was mir besonders aufgefallen ist, ist ein Dröhnen im Innenraum beim Befahren von Kopfsteinpflaster. Es ist erstaunlich laut und unangenehm in den Ohren. Das habe ich bei sonst keinen anderen Wagen gehabt. Ich schiebe das auf Fahrwerk und Reifen/Räder. Es ist einfach unangenehm. Und dabei fuhr ich nicht schnell oder zu langsam. Normale 30 km/h wie ich das mit anderen Autos fast täglich mache. DAS kann BMW deutlich besser!

 

Ist man aber auf normalem Asphalt, fährt sich der G21 doch besser, aber es kann besser sein. Die unnötige Straffe soll wohl ein sportliches Fahren suggerieren. Es wirkt aber einfach unausgereift. Als ob irgendwas fehlen würde. Als ob die Techniker gemeint haben, dass jeder mit Nackenschmerzen aufwachen will weil das Ganze so straff sein muss! Liebe BMW Entwicklungsleiter: es muss nicht straff sein. Man kann ein sportliches Auto haben mit einem sehr sportlichen Fahrwerk komplett ohne Hüpfen und Poltern zu müssen. Was helfen würde, wäre aber weniger Gewicht. Man spürt sofort, dass der 3er zugelegt hat. Zumindest wirkt es so. Ob es wirklich schwerer ist? Die Lenkung arbeitet präzise, jedoch relativ schwergängig (und dabei war es auf die leichtgängigste Einstellung gesetzt). Ich hatte nie das Gefühl, dass das Heck mich überholen wollte. Es schob gut und ging gut um Kurven. Das ist schon mal gut. Leider kann ich kein Verbrauchswert angeben, aber gemäß Langzeitschnitt im Bordcomputer, waren es nach 26.000 km bei knapp 7.8l/100 km. Für ein 150 ps Diesel "geht so". Weniger geht schon mit mehr Hubraum und Leistung.

 

 

Mein Fazit zum Auto? Es kommt nicht an den Vorgänger ran. Bei mir wurde kein "Must Have" Gefühl geweckt. Auch kamen keine Sportwagenfeelings auf. Ich kam mir einfach vor, wie in einem tieferen VW Passat mit brauchbare Ausstattung und sehr hartem Fahrwerk. Für das Geld, geht mehr und ich würde NICHT kaufen. Wenn, dann lieber den Vorgänger. Für ein Mietwagen: absolut okay. Für ein Alltagsauto: nope, not for me.

 

Nachtrag/Edit:

 

Nachdem ich heute wieder damit unterwegs war, stellt es sich heraus: 320d xDRIVE. Also 190 PS, 400 nm. Fährt sich nicht sehr agil für 190 PS. Für 150 würde ich sagen, dass es angemessen ist. Für 190 fehlt da was...


26.03.2022 13:54    |    Trottel2011    |    Kommentare (104)    |   Stichworte: 124, 2 (356), fiat, Multiair, Multijet, Sport, Tipo, Typ

Hallo Motor-Talker!

 

Es ist soweit, Zeit für ein neues Auto und damit verbunden einen neuen Artikel. Seit 3.5 Jahren fahre ich meinen Fiat 124 Spider. Ein tolles Auto, welches mir immer viel Spaß bereitet hat. Der kleine 1.4l Multiair zieht und schreit dabei, als gäbe es kein Morgen. Die Automatik schaltet schneller, als man es mit einem regulären Handschalter hätte machen können. Die Soundanlage von Bose stimmte mich bei Stau immer Glücklich und das Gefühl einen so agilen kleinen Flitzer unterm Arsch zu haben, war einfach sensationell. Wie aber im Artikel vor wenigen Tagen erfasst, kommt jetzt der Nachfolger... Wer keine Lust auf Lesen hat, kann einfach nach unten scrollen ;)

 

Die Gedankengänge waren hier mannigfaltig. Ich wusste, ich wollte etwas Günstiges haben. Hintergrund: mittlerweile ist ein Auto für mich zum "Gebrauchsgegenstand" degradiert worden. Ob ich jetzt mit Heckantrieb oder Allrad oder Frontantrieb fahre, ist mir wumpe. Die Spritpreise treiben einen die Tränen in die Augen, der Automarkt ist im Arsch. Alles Scheiße, Gruß Elli. Ein Vorteil: die Gebrauchtwagenpreise sind in Tummult... Aber auch das ist nicht immer so. So kann ich den Spider als Gebrauchtwagen mit einem Gewinn verkaufen... :D

 

Meine Suche trieb mich in verschiedene Gedankengänge...

 

-> Spider behalten?

-> Spider durch ein Rest-TÜV Auto ersetzen?

-> Spider durch einen alten Rolls Royce oder Bentley aus den 80ern ersetzen?

-> Spider durch einen XJR ersetzen?

-> Spider durch ein Auto ersetzen, was MTB-kompatibel ist?

-> Gar kein Auto mehr?

 

Ich habe mich für Option 5 entschieden... Diesmal auf Nummer sichergehen. Und so wurden diverse Autohäuser und Marken abgeklappert. Überall Platz genommen. Eine Wunschkonfiguration erstellt. Die Konfiguratoren glühten förmlich. Es sollte etwas in der Kompaktklasse werden. Sprich: 5 Türer "Hatchback". Aufgrund meiner Erfahrungen, schied der Golf VIII schon aus - mit meiner Wunschausstattung wäre ich irgendwo bei 38.000 EUR... Überall Touchbedienung? Danke, aber nein Danke! Ebenso schieden SUV Varianten aus. Sowas kann ich mir nicht antun. Mein Budget war bei 25.000 EUR. Eigentlich ein guter Wert... Damit sollte eigentlich einiges gehen - SOLLTE!

 

In der Kompaktklasse gibt es ein paar Fahrzeuge, die mir optisch zusagten (Neuwagen):

 

- Renault Megané

- Peugeot 308

- Toyota Corolla

- Opel Astra

- Ford Focus

- Fiat Tipo

 

Aber auch in der Transporterklasse, sprich Format Größer als ein Caddy/Kleiner als ein Bulli gibt es ein paar Fahrzeuge, wo ich mir die als Gebrauchtwagen hätte beschaffen können, aber da sind dann die Rahmenbedingungen anders... Da gingen auch ein paar Pickups, die ebenfalls für mich als Transporter zählen:

 

- Fiat Scudo

- Peugeot Partner

- Renault Master (auch wenn der etwas größer ist)

- Ford Transit (wobei der wieder vorne recht eng ist, finde ich)

- Toyota Hilux

- Fiat Fullback (Misterbishi L200)

 

Hier wäre mit dem Budget nur weniger drin. Und auch alles nur Diesel (wobei ich gegen Diesel eine Abneigung habe, aber besser als ein Benziner in der Größe... Also wird es wohl ein Kompakter, alleine wegen der Parkplatznot in Bremen schon eine Pflicht!

 

Meine Rahmenbedingungen sind recht simpel:

 

- 100-120 ps (Benzin/Diesel)

- Automatik wäre schön, aber Schalter ist auch gut

- Klimaautomatik

- LED Licht rundum oder zumindest LED Licht vorne (Xenon aber noch viel lieber!)

- Tempomat (mit Abstandsregelung wäre am Besten)

- Parksensoren und Rückfahrkamera (Kamera ein Minimum)

- Sitzheizung

- Keyless Entry (Funk-ZV wäre auch okay)

- Kofferraum mit >400l Volumen

- Android Auto (Bonuspunkte wenn Kabellos)

- Beheizbare Aussenspiegel

- Automatisch abblendender Innenspiegel

- Regensensor

- eine gute Aussenfarbe nur bloss kein schwarz oder weiß!

 

Das sind eigentlich keine Besonderheiten auf dem Markt. Alles Sachen, die in der Kompaktklasse heute die "Norm" schon darstellen. Aber die Frage ist, wo ist die Norm preislich bei diesen Fahrzeugen? Hier mal die Startpreise/Listenpreise:

 

1. Renault Megané: ab 24.050,00 EUR zzgl. Überführung mit 115 ps 1.2l Motor

2. Peugeot 308: ab 24.950,00 EUR zzgl. Überführung mit 110 ps 1.2l Motor

3. Toyota Corolla: ab 25.920,00 EUR zzgl. Überführung mit 122 ps Systemleistung (98 ps 1.8l und 72 ps Elektromotor)

4. Opel Astra: ab 22.465,00 EUR zzgl. Überführung mit 110 ps 1.2l Motor

5. Ford Focus: ab 23.600,00 EUR zzgl. Überführung mit 100 ps 1.0l Motor

6. Fiat Tipo: ab 22.490,00 EUR zzgl. Überführung mit 100 ps 1.0l Motor

 

Wie man sieht, sind die Preise doch recht ähnlich für die Kompaktklasse, wenn man den Golf rauslässt... Der Astra ist noch etwas günstiger, aber das ist dann bei der Ausstattung wieder flöten. Mir ist aufgefallen, dass die meisten in der Liste einfach keine brauchbaren Konfiguratoren haben und damit verbunden auch schlechte Pakete... Immer im Kombination mit irgendwas. Naja, beim Kaufobjekt habe ich einfach alles ausgewählt und ganz ehrlich? Da ist deutlich mehr an Ausstattung drin, die die teurere Konkurrenz nicht bietet...

 

Wer etwas sprachlicher begabt ist, hat es bereits im Titel erkannt: ein Tipo! Jupp, weg mit dem sportlichen und besonders hübschen Spider hin zu einer recht simplen aber meiner Meinung nach eleganten Erscheinung... Und ja, Fehler In Allen Teilen und Fix It Again Toni, aber das ist ein Stereotyp, der aktuell nicht mehr gültig ist. Ja, ich hatte mit "Toni" meinem 500er keine gute Beziehung, aber meine Eltern haben den gleichen Wagen, der läuft einwandfrei. Mein Vater fährt seit Jahren nur noch Ducatos. Mein Spider war ein Muster an Zuverlässigkeit - gut, Motor und Fiatteile waren alle sehr gut, der Rest war ja Mazda. Darum bin ich auch bereit mal das mitzumachen, was Fiat früher auszeichnete: tolle Kisten zu einem guten und fairen Preis.

 

Ein Tipo mit eigentlich alle "Häkchen" wo sie hingehören, als Sport (mit dunklem Innenraum mit dem schicken "Metropolitano Grau") und eigentlich alles, was ich mir wünsche: Handschuhfach, Türstaufächer, Becherhalter und ein Kofferraum! Alles was der Spider nicht hatte :D Und das ist kein Scherz! :D Sowas war nicht im Spider - bis auf die Becherhalter, die für zu teuer Geld in der Aufpreisliste standen :D

 

Nein, im Ernst, ich habe mich in den Tipo reingesetzt und mich sofort wohlgefühlt. Es war alles da, wo man es erwartet hat. Eine Klimaautomatik mit Drehreglern und festen Tasten statt Touchbedienung, der entweder auf dem Display ist oder man wieder das Menü auswählen muss. Ein Lautstärkeregler in der Mittelkonsole (relativ weit unten aber es hat eins!) ist heute schon fast "verpönt". Die Handbremse ist mechanisch statt elektrisch - ich parke nie im Gang und die elektronische ist mir auch heute noch immer zu anfällig (Vorurteil, ich weiß! :D). Der Tipo hat noch vorne und hinten Piepser und die Rückfahrkamera zeigt auch in etwa an, wo man bei den eingeschlagenen Rädern hinfahren würde. So Kleinigkeiten eben. Die verstellbare Mittelarmlehne vorne mit einem guten Fach drunter, die ich glaube insgesamt 10 Becherhalter/Flaschenhalter sind überzeugend und allgemein, die Ausstattung und die Materialanmutung sind gut wenn man bedenkt, was ich bezahlt habe... Man muss mal Abstriche was das Material angeht machen aber ich kaufe eben hier kein Lexus, Jaguar oder Cadillac. Die Qualität passt zum Preis und ich würde sogar sagen, der Preis suggeriert eher eine schlechtere Qualität als das, was man bekommt und wird sicherlich viele abschrecken ohne einmal sich reingesetzt zu haben.

 

Mein Auto ist ein Werkstattersatzfahrzeug gewesen, weil ich den nicht mehr so bekommen konnte, wie ich es haben wollte (zum Zeitpunkt der Bestellung war es noch möglich). Aber das hilft eben noch bei der Preisfindung, zumal, Lieferzeit wäre alles zwischen "sofort" und Oktober möglich gewesen, hätte ich noch den Sport bestellen können. Alle anderen Modelle sind wohl auf 20 Wochen noch immer lieferbar. Dass gerade jetzt die Hybridmodelle rauskommen und Fiat das Vertriebskonzept Dank Stellantis auf dem Kopf stellt, hilft nicht weiter!

 

Aber, jetzt kommts, wer hätte gedacht, dass ich den Tipo kaufe, der es nicht vorher geahnt hätte? Ich habe selbst noch meinen Artikel zum Tipo Kombi in 2018 eben überflogen und gesehen: ich habe damals ziemlich wenig auszusetzen gehabt, was nicht Motor und Getriebe betraf. Die Automatik war nicht mein Favorit. Der Diesel war okay aber für den habe ich mich jetzt nicht entschieden. Materialwahl habe ich damals kurz angemerkt...

 

Was mir damals aber nun heute doch nicht so sehr stört: das Lenkrad mit den "tausend Knöpfen". Früher dachte ich, es wäre eine bescheuerte Idee. Heute habe ich das lieber als die neuen Lenkräder mit "Multifunktionsschaltern" und evtl. auch noch "Touch". Neh neh! So nicht! :D

 

Okay, viel philosophiert, was hat jetzt die Fuhre?

 

Motor:

1.0l 3 Zylinder Fiat "GSE" (Global Small Engine) mit 100 ps und 190 nm

 

Getriebe:

5 Gang Schaltgetriebe

 

Außen:

Metropolitano Grau (nur für SPORT Modelle)

LED Licht vorne und hinten

Nebelscheinwerfer

Parksensoren

Rückfahrkamera

18" Felgen

Spiegelkappen in Schwarz

"Sport" Modell

 

Innen:

Tempomat mit Abstandsregler

Lichtautomatik (Tagfahrlicht/Abblendlicht/Fernlicht) mit Abbiegelicht

Android Auto/Apple Carplay (kabellos)

4x elektrische Fensterheber

Elektrische, beheizbare Aussenspiegel

DAB Radio

Regensensor

Sitzheizung vorne

Lordosenstütze verstellbar für den Fahrer

Höhenverstellbarer Beifahrersitz

Keyless Entry

Totewinkel Warner

10.25" Touchscreen

Klimaautomatik

Handschuhfach

10 Becherhalter

Spurhalteassistent

Verkehrszeichenerkennung

Automatisch abblendender Innenspiegel

Induktionsladepad

UVM.

 

 

Somit bin ich endlich in einem brauchbaren Alltagsauto wieder unterwegs. Wobei "endlich" eigentlich nicht richtig ist. Lieber würde ich sagen wollen, dass ich den Spider noch behalten hätte, aber ich kann leider keine 2 Autos im Fuhrpark halten (Stellplatz fehlt). Mal schauen wie sich der Tipo schlägt und ich in den nächsten Monaten berichte. :) Meine Erwartungen sind hoch!


22.03.2022 12:59    |    Trottel2011    |    Kommentare (20)    |   Stichworte: 124, 124 (Spider), Fiat

Hallo Motor-Talker!

 

So schnell sind 3.5 Jahre vorbei… Im April 2018 musste "Rusty" weichen. Im Mai 2018 kam der Fiat 500 "Toni" der ganz schnell Fiat ins schlechte Licht rückte und mein Vertrauen in die Firma doch etwas trübte. Der Spider, den ich zum Oktober 2018 in Empfang nehmen durfte, konnte mich aber vollends überzeugen.

 

Heute geht es darum, wie die 3.5 Jahre mit dem Spider verlaufen sind. Und was soll ich sagen: nicht aufregend… Für die, die es nicht wissen, der Fiat 124 Spider ist eigentlich kein Fiat. Fiat steuerte nur Außendesign und den Motor bei. Alles andere ist von Mazda. Selbst die Fahrgestellnummer ist eine Mazda-VIN… Das Modell als MX-5 Version NF eingereiht.

 

Zuverlässigkeit:

75.000 km (übernommen mit 5!!! km auf der Uhr) sind jetzt keine gigantische Hausnummer ABER mehr als der Durchschnitt fährt. In der Zeit waren 5 Wartungen durchgeführt worden. Darauf komme ich aber später zurück. Getauscht werden musste nicht. Unter Garantie musste auch nichts gemacht werden. Absolute Zuverlässigkeit. Ausnahme die Batterien in den Schlüsseln. Die gehen einfach gerne wahllos kaputt. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich weil die Fernbedienung dermaßen oft Signale aussendet…

 

Verarbeitung:

Hier ist die Aussage recht einfach: alles sitzt, alles passt. Aber weil der Wagen ein sehr leichter Roadster ist und die Materialwahl nicht unbedingt teuer/hochwertig ist/war, ist ein Knistern manchmal zu vernehmen. Auch mal ein klappern… Es ist nicht schlimm. Das Leder hat sich sehr schnell soweit „abgewetzt“. Einmal Platz genommen und die Sitzfläche war gedehnt – nein, ich bin nicht zu fett. Aber einmal gedehnt, danach war es auch schon. Die Seitenwange, die beim Ein- und Ausstieg immer getroffen wird, hat sich am Anfang recht schnell „mitgenommen“ zeigen können, es ist jedoch seit 2 Jahren nicht schlimmer geworden.

 

Bauqualität:

Diesen Punkt führe ich einzeln auf. Wer das Modell ein wenig „erforscht“ weiß, dass es ein paar Probleme gibt. Macken in der Vorderseite des Verdecks kommen von einem Konstruktionsfehler, den man mit ein paar Unterlegscheiben gemäß der technischen Anweisung beheben kann. Dazu gibt es ein neues Verdeck. Damit stimmt dann der Abstand zwischen Verdeck und Überrollbügel wieder. Ebenso kann es dazu kommen, dass der Innenspiegel anläuft (meiner lief an) und dass das Infotainment doch Probleme machen können. Können, möchte ich anmerken. Lacke sollen sehr dünn sein, schwarz ist ungefähr so fest wie Papier. Einmal aufpoliert und dann ein Baumwolllappen auf dem Lack ziehen und schon sind wieder Kratzer drin. Eine Qual! Da hätte Fiat bzw. besser Mazda was machen können.

 

Fahrspaß:

Hier punktet der Spider gewaltig! Es gibt keine Fahrt, bei dem ich nicht meinen Spaß hatte. Außer auf einer ordentlichen Langstrecke, aber das liegt daran, dass der Spider ein Sportwagen ist der nicht als GT geplant war ;) Sei es stumpfe Vollgasorgien, bei denen der kleine 1.4l Turbo böse keucht und schreit oder wenn man mal einfach kurvenräubert. Selbst bei langsamen Geschwindigkeiten macht die Kiste Spaß. Wie kann sowas nur so spaßig sein!? :D

 

Spannend ist auch einfach die Präzision in der Lenkung. Wie gut sich das Auto in Kurven verhält. Es ist die erste elektrische Servolenkung, die ich tatsächlich mag. Relativ schwergängig aber nicht zu schwergängig. Die Lenkkräfte halten sich im Rahmen. Wenn man bei langsamen Kurvenfahrt (Rangieren) die Lenkung bei eingeschlagenen Rädern loslässt, sind die Rückstellkräfte nicht stark. Eher „normal“. Die Mittelposition ist auch sehr gut definiert. Die Servounterstützung greift nicht ruckartig ein. Man würde eine hydraulische Lenkung vermuten, so feinfühlig und gefühlvoll ist es. Schnellgenommene Kurven sind lange „untersteuernd“ und werden dann irgendwann „übersteuernd“. Das Übersteuern kann aber leicht provoziert werden – selbst bei 20 km/h :D Woher ich das weiß? Erfahrung :D

 

Verbrauch:

Tja, ein Verbrenner braucht Kraftstoff und beim Spider mit Automatik merkt man wirklich wie viel die Kiste braucht. Vor meinem Umzug vom Land in die große Stadt, verbrauchte ich ca. 6.5-7l/100 km. Je Richtung waren es ca. 25 km Fahrstrecke. 3 Ampeln, 50% Landstraße, 30% Autobahn, 20% Stadt. Die erste Ampel war dann, wenn der Motor schon warm war (auf dem Weg morgens). Jetzt fahre ich nur noch Stadt (wenn ich mich hinters Lenkrad klemmen will) und da sind 7 km. Auf der Strecke kommt Ampel + Ampel + Ampel. Bis zur Arbeit ist der Wagen gerade knapp warm. So hat der Centroventiquattro schon seine 11-12l verbraten. Nur wenn es zu den Eltern, Schwiegereltern oder einer kleinen Spritztour ging, waren die Verbräuche niedriger. Kurzstrecke plus Graugussblock der eben lange braucht, bis er warm ist. Verbrauch ist also nicht so der Hit ABER es ist ein Sportwagen… Für 1.4l aber DEUTLICH zu viel verbraucht.

 

Was mir negativ auffiel:

Recht wenig. Platz war die größte Negative. Handschuhfach? Nein. Türtaschen? Nein. Mittelarmlehne mit Ablage? Ja, aber da passt nur ein Schlüsselbund rein. Sonstige schnelle und einfache Ablagemöglichkeiten? Handy passt gerade so im Bereich zwischen Navikartensteckplatz und Mittelkonsolentunnel. Und mein Galaxy Note 8 ist nicht gerade sehr groß. Das „Handschuhfach“ zwischen den Sitzen ist zwar groß, aber wenn man vorm Lenkrad sitzt nicht einfach zu erreichen.

 

Die Sonnenschutzblenden entsprechen in etwa Visitenkarten. Verstellbar sind sie nicht. Sie sind zu klein um brauchbar zu sein aber auch zu groß um unbrauchbar zu sein. Die Spiegel darin sind auch Mumpitz.

 

Platz ist wieder auf der negativen Seite: Kofferraum. Ja, als Single damals war der Kofferraum mehr als ausreichend groß. Ca. 120l gehen rein. Eine Kiste Wasser oder Gepäck (salopp gesagt). Aber heute? Zu zweit zu klein. Für eine Woche im Urlaub geht es gerade noch, wenn man nur Klamotten mitnimmt. Den Wocheneinkauf bekommt man auch unter. Aber jedes Mal ist der Kofferraum randvoll. Wie oft ich da schon an die Grenzen meiner Packfähigkeiten angelangt bin… :rolleyes:

 

Der größte Negativpunkt ist aber: die Werkstatt. Ja, ich gebe zu, Fiat ist was Werkstätten angeht sowieso schon rar gesäht. Was aber die Fähigkeit derer angeht, ist es noch weniger. Zwei Fiat Vertragswerkstätten haben mich zügig verschreckt. Beim ersten komplett überzogene Wartungskosten… Für die erste Wartung 360 EUR (es war NUR Öl mit Filter und Ablassschraube! Dabei hatte ich vorher gefragt und bekam auf meine Mailbox 250 EUR aufgesprochen. Der gleiche Mitarbeiter lügte in mein Gesicht, dass er das nicht sei und dass wir noch nie zu vor gesprochen hatten – ich habe auf „Rückruf“ gedrückt, da auf meiner Mailbox und spontan klingelte SEIN Telefon und meine Nummer war drauf sichtbar… Hmm, spannend! Ebenso dass man die Serviceleuchte nicht zurückstellen konnte und man mir den Wagen mit „wir wissen nicht warum?“ zurückgegeben hatte UND noch die Motorabdeckung mit Ölflecke verschmiert war, zeugte von deren Handwerkskunst und Verständnis für ein Fiat Produkt). Die Zweite sollte 650 EUR kosten. Ich merke an, das Auto war NAGELNEU und war zu den Wartungsterminen 6 respektive 12 Monate in meinem Besitz. Ich habe bei der 2. Wartung einen 2. Partner in Bremen gefunden. Dieser hat trotzdem mit 450 EUR gut zugelangt (Ölwechsel, Filter, Luftfilter). Da wusste ich, dass ich mit den Werkstätten nicht zufrieden sein würde. Besonders weil mein Wählhebel dann mit Kratzern im Alu auftauchten, die mir zugeschrieben wurden, weil ich ja, wie jeder im Alter von 33 damals, verheiratet war und ein Ehering tragen würde… Dass ich nicht verheiratet bin und keine Ringe trage, hat man ignoriert… Bin ja auch der einzige, der das Auto fährt.

 

Erst mit dem Wechsel zu meinem örtlichen Mazda Händler, der auch für den Spider eine Wartung machen konnte, wurde ich zufrieden gestellt. Öl, Filter und sonst brachte ich mit. Die machen die Arbeit. Softwareupdates konnten sie auch machen… Somit wurden 2 von 5 Wartungen durch Fiat gemacht. Die restlichen 3 Wartungen durch Mazda… Günstiger und besser. Die HU wurde mangelfrei bestanden. Will ich ja auch erwarten, nur war ich knapp 6 Monate zu spät damit :D

 

 

Mein Fazit:

Pro: Fahrspaß, Motorklang, Wartungsfreundlichkeit

Kontra: Lack, Leder, Verarbeitung, Werkstätten

 

Mit dem Auto hat Fiat (mit Mazdas Hilfe) ein tolles Konstrukt auf die Beine gestellt. Leider viel zu selten auf den Straßen… Das Design ist zum Dahinschmelzen. Der Werterhalt sehr hoch und die Qualität gut (für sehr gut reicht es nicht). Perfekt wäre teurer gewesen. Ich kann mich nicht beschweren. Der Spider hat Fiat wieder für mich glattgezogen. Was der Ersatz ist, stelle ich zum Ende der Woche vor :)

 

Wären die Werkstätten zu gut wie der Verkauf und das Auto selbst, wäre der ganze Spaß noch besser. Ich trauere dem Wagen hinterher. :(


31.01.2022 20:09    |    Trottel2011    |    Kommentare (66)

Hallo Motor-Talker!

 

Nun, die Saison 2021 (meine erste Saison) ist vorbei und nachdem ich mit dem Hardtail mich schön flachlegte, ging es mit dem Fully (Scott Spark 970) häufiger raus. Das Ergebnis: es macht gewaltig Spaß ABER ich muss was mit dem Spark machen...

 

Wie auch im Auto, sollte man ja auch mal gucken wie es sich bremst. Ich stellte fest: die Shimano Bremse taugt mir nicht genug. Verglichen mit der Tektro am E-Bike ist die Shimano deutlich schwammiger und hat nicht die Bremskraft, die sich dafür anbieten würde. Auf der Suche nach Möglichkeiten wurde mir zu einer Magura MT5 geraten. Eigentlich eine gute Bremse. Viele loben die Bremskraft usw.

 

Also, bestellt, mit neuen Magura Scheiben versehen und montiert. Vorne: sitzt einwandfrei. Der normale Adapter passt. Hinten verbaut: passt nicht. Entgegen den ganzen mittlerweile bekannten Normen, hat Scott ein kleines Detail, welches heute nicht ganz mit allen Komponenten passt, verbaut: die Bremse an der Schwinge sitzt nicht AUF der Schwinge sondern darin. Das größte Problem: die Magura ist auch eine "breite" Bremse. Der Sattel passt nur in einer Position, kann nicht schwimmen und dioe Bremsscheibe kann nicht passen. Ergebnis: nicht nutzbar. Geil! :rolleyes:

 

Mit Scott und Magura Rücksprache gehalten was da gehen könnte... Magura sagt alle 4 Kolbenanlagen sind zu breit für den Rahmen. Kann nicht sein. Also die Antwort von Scott abgewartet. Die gängigsten Weltanbieter (Systemgeber) passen. Das heißt SRAM und Shimano. Da ich mit Shimano unzufrieden war, wurde gleich auf SRAM gewechselt. Die Magura noch für einen Kurs (da bereits alles gekürzt und verbaut war) verkauft und ich habe mir eine SRAM Code R bestellt. Es ist nicht die Highend Version der Code Reihe, aber es ist schon mal eine gute Anlage, die von verschiedenen Fachzeitschriften überwiegend gut bewertet wurde.

 

Also, die Montage ging diesmal Problemlos, es konnte flott erfolgen. Selbsterklärend und überhaupt einfacher als die Anlage von Magura. Bei der Entlüftung aber deutliche Unterschiede. Vorab: die Bremse wird mit DOT 5.1 befüllt. Normal ist es nur ein Mineralöl bei Magura und Shimano aber SRAM sieht die besseren Eigenschaften im Vergleich zu Mineralöl. Beim Entlüften konnte ich vorne relativ gut entlüften. Hinten dagegen: nichts! Immer und immer wieder kamen Luftbläschen. Irgendwann gab ich genervt auf und habe mein Rad zum Händler gebracht... Mach mal! :D

 

Dabei wurde festgestellt, dass der hintere Sattel einen Schaden hat und dabei eine Undichtigkeit verursachte. Kein Wunder, dass ich nicht entlüften konnte. Den Sattel neubeschafft, den alten zur Begutachtung an den Händler gesandt und jetzt bremst der Scott besser. Die neue 203 mm Scheibe vorne und 180 mm Scheibe hinten arbeiten sehr gut mit der 4 Kolbenanlage. Bremskraft ist gut dosierbar und allgemein fährt es sich damit deutlich besser.

 

Bei meinem letzten Aufenthalt im Gelände hatte ich mein Spaß aber ich stellte fest, dass mir die Reifen (Maxxis Recon) nicht gefallen. Das Gefühl war irgendwie ziemlich "rutschig". Trotz dass sie ein dickes Profil hatten... Nach einer Probefahrt hier lokal auf einem schlammigen Abhang, entschied ich mich auf deutsche Reifen zu setzen: Schwalbe Big Betty vorne und hinten. Meistens werden Magic Mary und Big Betty kombiniert, aber ich bin mit Big Betty vorne und hinten sehr zufrieden. Mal schauen wie es dann bald nochmal bei der neuen Saison ist :)

 

So, uns als letzte Veränderung habe ich die Pedale vorgeknöpft. Es reichte mir nicht aus, dass die Pedale aus Metall waren. Es fehlte mir der Halt. Ich werde nie mit "Klick-Pedalen" zu recht kommen, weshalb gute RFR Pedale mit Stollen dran. Diese werden zwar irgendwann mit Schienbein und Wade zerstören aber hey, no risk no fun! :D

 

Und damit ist "The Mean Grean Fun Machine" für die neue Saison gerüstet. Hoffentlich bald! Und wenn alles nach Plan geht, ist schon zum möglichen Start mein neues Auto da :)

 


15.10.2021 12:53    |    Trottel2011    |    Kommentare (76)

Hallo Motor-Talker!

 

Motor Talk muss nicht nur Autos und Motorräder beinhalten. Alles mit einem Motor, darf man hier zum Thema machen. Und so kommt von mir heute die Class 37, eine Nachkriegsdieselllok der British Rails, welches seit seiner Erstfahrt nicht mehr wegzudenken ist.

 

Wie schreiben das Jahr 1958, wenige Jahre nach dem 2. Weltkrieg, versucht das Land der Eisenbahn sich in das nächste Jahrzehnt oder gar Jahrhundert zu katapultieren. Die Dampfrösser sollen im Rahmen des „Modernisation Plans“ weichen und der Schiene fernbleiben. Nach 140 Jahren sollte das Ende der Dampfzeit eingeläutet werden. Elektrizität und Diesel sollen die Schiene beherrschen. Aufgrund der unterschiedlichen Systeme in Grossbritannien, ist ein Ausbau der Elektrifizierung nicht so einfach möglich... Oberleitungsspannungen weichen zwischen den einzelnen Big Four Bahngesellschaften (LNER, GWR, SR und LMS) ab. Die Versorgung über Oberleitung oder 3. und 3.+4. Schiene ist ebenfalls nicht genormt. Was tun?

 

Nach der Gründung von British Rail (nach der Verstaatlichung aufgrund von drohenden Pleiten der „Big Four“), wurde beschlossen, dass man auf einheitliche Maschinen zurückgreifen sollte. Jede Leistungsklasse sollte unterschiedliche Aufgabengebiete haben. Aber da die Big Four innerhalb von British Rail ihre "Eigenständigkeiten" erhalten wollten, gab es hier auch schon Probleme während der Standardisierung. Während der Osten und Norden auf Dieselelektrische Lokomotiven (wo keine Oberleitung hing) setzte, bestand der Westen auf Dieselhydraulische Modelle (auf Basis der deutschen V200 und spätere Derivate) und der Süden auf Elektrodiesel (heute würde man Bivalentem Antrieb dazu sagen). Keine Einheit. Keine großen Stückzahlen möglich.

 

Dennoch, es zeichnete sich ein Trend ab: Dieselelektrische Lokomotiven begannen zu zeigen, was sie konnten. Die Baureihe Class 55 (Dieselelektrisch mit zwei 18 Zylinder, 36 Kolben, Deltic Motoren) zeigte wie eine Schnellzuglok ausschauen und arbeiten konnte. Die Strecke London-Glasgow/Edinburgh wurde nonstop befahren. Ohne Personalwechsel. Bei Geschwindigkeiten über 100 mph (160 km/h). Stellenweise wurden im Plandienst 200 km/h überschritten. Die Class 31 bewies, dass eine Allzwecklokomotive problemlos zu realisieren wäre. Und das Ganze mit geringem Wartungsbedarf und hoher Leistung.

 

Der Osten (meine Heimatregion) benötigte ein Fahrzeug mit genug Kraft, um die „East Coast Mainline“ (London nach Glasgow/Edinburgh) zu beschleunigen. Güterzüge fuhren noch zu langsam. Die Beschleunigung müsse besser werden. Die Achslast sollte gering genug sein, um alle Strecken befahren können (Nebenstrecken als auch Hauptstrecken). Ein Dampfkessel sollte verbaut sein, damit auch die damals noch genutzten Personenwagen (Mark I/Mark II) beheizt werden können (welches aber im Laufe der Jahre durch Elektrische Heizanlagen ersetzt werden sollte).

Nachdem man mit den "English Electric Type 1 (Class 20) und 2 (Class 31)" Klassen sehr gute Erfahrungen machen konnte, bestellte man kurzerhand im Januar 1959 ohne einen Prototypen zu testen oder überhaupt zu bauen, gleich 42 Maschinen der neuen "English Electric Type 3". Was English Electric für British Rail zauberte, war ein Meisterstreich. Auf Anhieb gelungen.

 

Optisch kam die Class 37 im damals gefälligen Aussehen der „Haubenlokomotiven“ daher. Ähnlich dem sehr großen Bruder, der Class 55. Wie einst die Baureihe V200 in Deutschland, saß der Lokführer erhaben über den Gleisen und blickte über eine „Motorhaube“ (nur dass darunter kein Motor saß). Dieses Design wurde von den Amerikanern der 40er und 50er Jahre abgekupfert. Jedes Land sollte seine eigene Interpretation davon haben. Die Schweden hatten ihre Nohabs, die Westdeutschen den V200 der Bundesbahn und die Italiener mit ihren schnellen Triebzügen. Typisch für die britische Bahn (bis heute noch) ist die gelbgestrichene Front, damit andere Fahrzeuge die herannahende Bahm erkennen können.

 

Die 18,75m lange, 2,71m breite und 3,89m hohe Lokomotive brachte bei Indienststellung 102t Dienstgewicht auf die Gleise. 4000l Diesel (spätere Modelle hatten bis zu 7700l) konnten im Tank zwischen den Drehgestellen gelagert werden.

 

Hersteller: English Electric

Motortyp: 12CSVT

Zylinderzahl: 12

Ventile: 2 pro Zylinder

Bohrung: 254 mm

Hub: 305 mm

Hubraum: 184,8l (15.4l pro Zylinder)

Leistung pro Zylinder: 145,8 ps

Leistungsbereich: 750-900 U/min

Aufladung: Turbolader und Ladeluftkühler

Vmax: 90 mph (130 km/h)

 

Die gesamte Entwicklung von English Electric sollte sich als herausragender Entwurf darstellen. Es gibt verschiedene spätere Umbaustufen der Class 37 um sie in allen Bereichen der Insel - und sogar Festland Europas - einsetzen zu können. Diese wurden überwiegend in den 80ern durchgeführt, jedoch sind noch einige Modelle sehr spät im Leben aufgerüstet worden. Man unterscheidet die Versionen anhand von einer anderen Ordnungsnummer.

 

Class 37/0 = Urzustand entsprechend, nie angepasst.

Class 37/3 = Neue Drehgestelle, keine sonstigen Änderungen.

Class 37/4 = Überholt, neuverdrahtet, EE Generator gegen ein Generator von Brush ersetzt, eletrische Zugheizung installiert.

Class 37/5 = wie /4 nur ohne ohne elektrische Zugheizung und einem Brush Traction Generator.

Class 37/6 = wie /5 nur mit elektrische Zugheizung.

Class 37/7 = wie /4 nur mit GEC (General Electric) Generator bzw. Brush Generator, zusätzliches Ballastgewicht eingebaut.

Class 37/9 = wie /7 jedoch mit neuen Motoren von Mirrlees oder Ruston.

 

Wie angemerkt, kamen diese "Allrounder" nicht nur auf den Gleisen der British Rail zu Einsatz. Gebrauchte Modelle fanden, trotz unterschiedlichem Lichtraumprofil und der Bedienung auf der "falschen Seite" (normal werden Lokomotiven von der rechten Seite aus betrieben, im RHD Raum von der Linken) wurden die Class 37 häufiger in Spanien und Frankreich gesichtet. Aufgrund der dort mangelnden Verfügbarkeit von Diesellokomotiven mit ausreichend Leistung, griff man auf damals "obsolete" Fahrzeuge der British Rail zurück und nutzte diese auf dem Festland. Mit 3. Spitzensignal (das Licht welches oben im Bereich des Führerstands zu sehen ist) ausgestattet, kehrten diese Fahrzeuge irgendwann wieder nach GB zurück. Eine besondere Leistung ist den Class 37 in Frankreich zu verdanken: den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris zum Ärmelkanal.

 

Selbst die Deutsche Bahn (jedoch als DB Schenker) betrieb auf englischen Gleisen diese Lokomotiven in Ermangelung an sonst vor Ort nutzbaren Maschinen (aufgrund der alten viktorianischen Streckenführung samt Streckenanlagen, sind die Lokomotiven schmaler und nicht so hoch und breit - dies kann man in Deutschland sogar bei der Class 66, in Deutschland als 266 eingereiht, beobachten, da diese Fahrzeuge für den schmalen Profil britischer Anlagen gebaut und für Festlandeuropa nicht weiter angepasst wurden) - achso, ja, die DB wie auch die Niederländische Staatsbahnen betreiben Konkurrenten für die britischen Eisenbahnunternehmen in Britannien... :D

 

Selbst heute, im Jahr 2021, sind 66 Fahrzeuge noch immer im Alltagseinsatz, weitere 35 Stück sind bei Eisenbahnvereinen und Museen im sporadischem Einsatz und diverse stehen noch und warten auf die Verschrottung. 1959 begannen die Auslieferungen. 62 Jahre später fahren diese "Ikonen" der Schiene noch immer im Planeinsatz. Vom Dienstalter vergleichbar sind lediglich die E10 der Deutschen Bahn (ehemals Bundesbahn), wobei diese nicht mehr im Plandienst stehen. Oder die V200, die nach einer langen Ruhephase (Ausmusterung bis 1984) wieder auf die Gleise der Republik fanden... Die Class 37, ein Design, welches noch heute mit absoluter Zuverlässigkeit seinen Dienst versieht und die modernsten Züge der britischen Eisenbahnen abschleppt, Streckenkontrollen betreibt und für ausgefallene Triebzüge einspringt. Egal welche Art von Zügen, die 37 zieht alles. Güterzug? Kein Ding. Nahverkehr? Macht es. Schnellzüge? Klaro! Auch wenn 140 km/h nicht besonders "schnell" sind.

 

Gerade diese Maschine wird auch häufiger vom einzig verbliebenen Staatlichen Bahnunternehmen (abgesehen von der LNER, welches zwangsverstaatlicht wurde) Direct Rail Services für Castor Transporte verwendet. Nur die Class 37 zeigt genug Zuverlässigkeit, um diese Transporte verlässlich durchzuführen.

 

Motorstart unter Normalbedingungen der Class 37:

 

Motorstart unter Kalten Bedingungen:

 

Zusammenstellung diverser Vorbeifahrten:

 

Dank dem relativ argar-klingenden Auspuffsound der V12 Motoren, bekamen diese Lokomotiven den Spitznamen "Tractors" - wohl verdient, würde ich sagen!

 

Als Erwachsener habe ich eine gewisse Liebe für diese Lokomotiven entwickeln können. Am Kopfbahnhof in Lowestoft, GB, meiner alten Heimat, wurde regelmäßig am Tag ein "Short Set" (ein Zug bestehend aus Lok - Wagen - Wagen - Wagen - Lok) von Lowestoft nach Norwich geschickt. Immer mit der Class 37 bespannt. Als wir mehrmals nach Norwich mit der Bahn fuhren, konnte man die Leistung und Beschleunigung dieser Loks spüren udn das ist mir noch immer im gedächtnis...

 


07.10.2021 12:51    |    Trottel2011    |    Kommentare (46)    |   Stichworte: Automatik, Honda, let's drive, NA1, NSX

Hallo Motor-Talker!

 

Ich bin hier sehr erfreut euch eines der interessantesten Autos aus Japan vorzustellen und testen zu können. Das wäre ohne einem tollen User hier auf Motor Talk nicht möglich gewesen. Dass ich jemals so ein Fahrzeug überhaupt testen könnte, hätte ich mir nie erträumt. Einem fetten Dank gebührt @elheineken - VIELEN DANK für's Ermöglichen! Und es hat mich gefreut dich endlich in Natura kennen zu lernen! :)

 

Die übliche Frage bei der Einleitung eines Let's Drive Artikels: "was haben wir hier heute?" - wer nicht hinter'm Mond lebt, wird das Auto kennen: ein 1997er Honda NSX. Ja, genau, NSX! :D

 

Ein Ferrarikiller für den Preis eines gebrauchten Porsches. Mittelmotorsportler vom Feinsten. Ein "Supercar" aus Japan. Aus dem Land der aufgehenden Sonne und den eigentlich technisch emotionslosen Fahrzeugen. Maschinen konnten die Japaner immer bauen. Maschinen die funktionierten genauso. Aber Maschinen, die Emotionen auslösen und die neben einem Lamborghini oder Maserati stehend, nicht deplatziert wirken sollten? Das gelang nur selten. Toyota 2000GT, Nissan Skyline und Honda S800 kommen mir in den Sinn, wenn ich an die wenigen Ausnahmen aus Fernost denke. Und in diesen Ausnahmen kommt der NSX.

 

Flach ist er, der NSX. Aber das muss er sein. Alle "Supersportwagen" aus dieser Ära sind flach. Aber so flach wie der NSX ist kaum einer. Selbst moderne "Hypercars" wie der Mclaren P1 sind immer noch höher. Ich dachte immer, mein XJ-S oder mein Spider wären flach, mit knapp 1.20 m Fahrzeughöhe. Nein, der NSX toppt das mit 1.16 bis 1.17 m - das ist flach! Aber das steht dem Wagen bestens. Die Länge von 4.425 m (ca. 30 cm kürzer als ein XJ-S bzw. ca. 40 cm länger als ein 124 Spider) wirkt zusammen mit der Höhe zeitgleich elegant als auch sportlich. Etwas weniger Länge, und es wäre "plump". Etwas mehr Länge und der Wagen wäre viel zu flach ausschauend... Die Proportionen passen.

 

Außen erwartet einem eine sehr glatte Karosserie. Sehr wenige "Schnörkeleien" und Blecksicken, wie es heute üblich ist, sind zu erkennen. Gerade, dynamisch. Ich glaube die Spielereien sind begrenzt auf 2 Kühlöffnungen vor den Hinterrädern und 2 Kanten in der Fronthaube. Es ist sehr schlicht. Doch schon irgendwie typisch 90er aber dann wieder zeitlos. Die flache Fronthaube. Die leicht ansteigende Seitenline. Der integrierte Heckspoiler. Alles in allem eine zeitlose Kombination. Das Heck zeigt eine durchgehende Heckleuchte - gerade jetzt in 2021 - ein beliebtes Designelement. Fast alle namhaften Hersteller machen genau das wieder. War man seiner Zeit voraus oder dreht die Zeit wieder schleifen?

 

Es überrascht, dass im Heckspoiler auf der ganzen Länge ein LED Bremslicht prangt. Zu der Zeit hatten 95% der Autobauer gerade erst auf eine 3. Bremsleuchte umgestellt. Und dann noch LED? Und das Besondere: alle LED funktionieren! Hier, nimm DAS Mercedes! Nimm das hier BMW und VW. Eure Bremslicht-LED halten vielleicht 3 Jahre. Diese hier sind aber 24 Jahre alt!

 

Der NSX stammt aus den 90ern. Natürlich müssen Klappscheinwerfer verbaut sein. Was ist das sonst für ein Sportwagen!? Feststehende Scheinwerfer mit Glasüberzug? Wie 2000er! :D Werfen die Scheinwerfer eingeschaltet, klappen sie flott aus und zum Vorschein kommen Scheinwerfer mit Linsen. Kein Wunder, wenn das Fahrzeug auch damals schon mit Xenon bestellt werden konnte. Ausgeklappt oder eingeklappt: eine Schönheit auf 4 Rädern!

 

Ein Foto vom Kofferraum erspare ich hier an dieser Stelle. Es gib da nichts zu sehen, außer einer praktischen Aussparung für ein vollwertiges Rad, welches eine Panne hatte :D Der Kofferraum entspricht in seiner Größe in etwa dem des Spiders. Für ein Zweisitzer mehr als ausreichend. Da aber unter der "Frunk" (der Fronthaube) kein Gepäck gepackt werden kann, muss man sich mit geschätzten 130l begnügen. Appropos Frunk... Vorne sitzt ein Ersatzrad, ABS, Gaszug-Umwandler (erstes Auto mit elektronischem Gaspedal, die Lösung ist trotzdem eine Gaszugrolle mit einem Potentiometer welches dann die Drosselklappe hinten ansteuert) und ein paar Behälter. Also auch da nicht viel zu zeigen...

 

Wandern wir wieder zum Heck, öffnen die Fahrertür und entriegeln die Heckscheibe, die zeitgleich die Motorhaube abdeckt. Eine große Glasscheibe. Ähnlich denen von Corvettes oder Camaros der damaligen Zeit. Auch hier wieder eine Modernität, die wieder "en vogue" ist. Außer bei SUV. Da gilt aktuell je kleiner die Scheiben desto besser!? ;) Und da steht sie. Der 3.0l V6 mit VTEC (yo!). VTEC brauche ich nicht erklären. Das weiß jeder, der sich mit Honda beschäftigt hat. Und der V6 hier, in seiner leicht "gedrosselten" Ausführung, trägt das stolz auf der "Brust". DOHC VTEC... Die Maschine leistet 260 ps, 10 weniger als das gleiche Modell mit Schaltgetriebe. Merkt man die? Sicherlich schon irgendwo, den direkten Vergleich habe ich aber aktuell nicht - wird sich auch kaum so schnell realisieren lassen ;) Aber da eine relativ "alte" Wandlerautomatik bei ist (die aber richtig gut ist!), wird man sie sicherlich merken, alleine weil nur 4 statt 6 Gänge vorhanden sind. Der Motor ist etwas weiter geneigt als man es denken würde. Schließlich würde ein quer sitzender Mittelmotor V6 doch eigentlich keine Neigung notwendig haben. Dennoch musste Honda den Motor leicht neigen (ich glaube 4°?) damit es dort hinein passt. Vorweg: Zündkerzen tauschen möchte ich an dieser Maschine nicht :D Und den Zahnriemen zu erneuern stelle ich mir alles andere als spaßig vor! Das ist aber ein Meckern auf hohem Niveau. Schließlich beschwert sich keiner, wenn am Ferrari der Zahnriemen fällig ist oder wenn für ein Zündkerzenwechsel am Lambo der Motor raus muss... Daher ist das kein Kritikpunkt, nur eine Feststellung :) Man kauft sich keinen NSX für die Wartungsfreundlichkeit ;)

 

Genug von Außen und Motorraum, ab in die Kabine. Um ein Vergleich zuzm Spider zu ziehen: es ist sehr geräumig!!! :eek: Man sitzt auf gute und ausreichend breite Sitze mit einer guten Verstellmöglichkeit. Die Sitze bieten einen guten Seitenhalt und ich würde, trotz meiner eher kurzen Fahrt damit, eine gute Alltagstauglichkeit nachsagen.

 

Eingestiegen und man sieht, dass Honda hier alles doch ziemlich zeitlos gestaltete. Klar gibt es ein paar 90er Punkte. Ein Kassettendeck ist da das beste Beispiel zu. Heute - außer in Japan - ein Zeichen von Alter (obwohl Kassetten einen besseren Ton bieten können als CDs und MP3 aller Male! :D). Heute sind USB 3.0 oder Blutooth das Mindeste. Aber damals waren Kassetten noch "en vogue". Der Blick fällt auf eine sehr gute Instrumentierung. Alles ist da, wo man es erwartet - außer die 180 km/h Beschränkung laut Tacho. Naja, Japan-Import eben! Und ganz ehrlich: wenn nach der Wahl die 130 km/h Schranke kommt ist klar, dass wir auch 180 km/h nicht nutzen können werden! ;)

 

Es ist wieder ungewohnt den linken Hand für den Wählhebel nutzen zu müssen. Es fühlt sich einfach falsch an! Und das sage ich als Engländer! :D Aber die Handbremse ist nun mal da, wo es hingehört - mechanisch in der Mittelkonsole! Außer man ist Jaguarfahrer, dann gehört es am Schweller zwischen Tür und Sitz :D Aber sonst passt das. Insgesamt passt der Innenraum wie ein maßgeschneiderter Anzug. Es ist alles da, wo man es erwartet...

 

...doch nicht! :D Und das merkt man erst beim Fahren!

 

Schmeissen wir den 3.0l V6 mal an. Ein schöner Klang. Etwas laut aber schön. Wobei, laut ist es nicht wirklich. Man fühlt/hört die Nähe zum Motor aber es stört nicht. Es ist präsent aber nicht omnipräsent. Es ist nicht wie Dieter Bohlen in der Werbung, wo man nur umschalten will. Es ist wie Matthias Schweighöfer. Er ist da, aber man erträgt es :D Man "lebt" damit :D Zumindest im Alltag. Da es leider etwas feucht war und ich nicht der sein will, der ein NSX auf Nässe zerschellen läßt, habe ich nicht den VTec nutzen können. Das normale Fahren war aber schon gut. Gut genug, um sich ein Eindruck vom NSX zu verschaffen. Und hier muss ich Honda loben!

 

Ich erinnere: der NSX hier hat eine Automatik. Sprich: handgerührt isser nicht! Aber dafür kann man in eine manuelle Schaltposition wechseln und den kleinen Hebel auf der linken Seite vom Lenkrad nutzen um die elektronisch geschalteten Fahrstufen zu beeinflussen. Für ein Auto von 1997 ist die Schaltung flott... Das heißt nicht, dass es sehr schnell ist. Nach meinem Bauchgefühl zu urteilen, war die 5hp24 im X308 (erster Jaguar XJ8) flotter, aber das Getriebe kam erst 1996 auf dem Markt, von daher würde ich sagen es liegt daran. Besonders weil die Honda Automatik in 1990 an den Start ging, würde ich sagen, dass es für damals revolutionär war. Eine schnellschaltende (verglichen mit damalige rein hydraulisch schaltende Wandlerautomatikgetriebe) elektronisch gesteuerte Automatik mit manueller Betätigung. Damals war "manuell" noch den Wählhebel zwischen D, 2 und 1 zu verschieben (Anfang der 90er waren noch viele 3 Gang Automatik vorhanden, einzelne 4 Gang auch aber sonst 3 Gang oder 3 Gang mit zuschaltbarem Overdrive). Honda machte das ganze besser.

 

Eine "Downside" der Automatik ist das doch recht harsche Schalten. Heutige Automatikgetriebe sind dem gegenüber besser geeignet. Wenn ich die Schaltgeschwindigkeit mit dem des Spiders vergleiche, sind da Welten zwischen. Zack und der Gang ist drin. Beim NSX geht es flott aber nicht ganz so... Dennoch eine hervorragende Entwicklung!

 

Die Gasannahme ist direkt und sehr feinfühlig. Es harmoniert sehr gut, die Verbindung Motor und Getriebe. Es wird zügig hochgeschaltet oder runtergeschaltet - sobald die Möglichkeit besteht. Irritierend: mit rechts zu blinken. Ja ja, die Japaner. Eine konsequente Sache da. Statt wie in GB üblich, die gleiche Lenksäule bei LHD und RHD zu verwenden und die Hebel einfach zu übernehmen, ist es gespiegelt. Zum Glück nicht bei den Pedalen :D

 

Wenn wir am Lenkrad sind: die Lenkung ist ultra präzise! Ich meine wirklich richtig gut! Honda hat hier etwas geschafft, was heute kaum noch geschafft wird: eine elektronische Lenkung so gefühlvoll zu bekommen, dass man glaubt, es hätte entweder eine hydraulische Servo oder wäre servolos! Bombe! Wenn ich dann ein Fahrzeug wie ein Fiat 500 anschaue, wo ich das Lenkrad ganz sachte bewege und da die Lenkradbewegung fühlbar ruckelig ist (Elektromotor wird immer wieder ganz kurz angesteuert), konnte Honda das besser - im letzten Jahrtausend!

 

Zum Verbrauch kann ich nichts beisteuern. Ich gehe davon aus, dass es, wie alle Hondas, einen sehr guten Verbrauch haben wird für die Leistung und das Alter.

 

Insgesamt wurde ich vom Auto nicht enttäuscht. Ich habe schon meine Sorgen gehabt. Schließlich soll man seine Helden nie kennenlernen, da die Enttäuschung groß sein würde. Seit Gran Turismo 1 wo der NSX für mich zum ersten Mal in Erscheinung trat, bin ich von dem Wagen begeistert. Es ist kein Traumauto aber ein Auto vom Bucket List. Es hat meine Sicht auf Honda und die Hondafähigkeiten komplett auf dem Kopf gestellt. Spaß, Sportlichkeit, Design und Technik - alles damals und noch zum Teil heute auf einem sehr hohen Niveau. Danke @elheiniken dass ich dein Schatz probefahren durfte. Es machte sehr viel Eindruck und sehr viel Spaß!

 


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The Former Crown Juwel:

Die Iron Lady

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Farbe: Arctic Blue (JFE)

Ausstattung: Volle Hütte + Sportsitze + Sportlenkrad + Glasschiebedach

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A Former Daily Driver:

Toni

Hersteller: FCA (Fiat)

Auto: 500 (312) "Lounge"

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Farbe: Vesuvio Schwarz Metallik (kommt)

Ausstattung: zusätzlich zu Lounge noch 5" Touchscreen samt 6 Lautsprecher, getönte Scheiben hinten, Chrompaket, und ein paar Kleinigkeiten

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Modelljahr: 1997

Motor: V8 (3.2l, 237 BHP)

Getriebe: Automatik (5-Gang ZF5HP24)

Farbe: Meterorite Pearl (MDT)

Ausstattung: Vollausstattung bis auf Memorysitze, Soundanlage, Regensensor und Navigationssystem

Alle bisher gekauften und verbauten Teile

Im Besitz: 03/2015 bis 05/2018

 

Yet Another Former Daily Driver:

The Jaguar Formerly Known As "Jag"

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

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Getriebe: Automatik (4-Gang ZF4HP22)

Farbe: Schwarz Metallik

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