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28.10.2023 20:08    |    Trottel2011    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: 3 (B), bremse, kombi kur, radlager, reparatur, V70, Volvo

Hallo Motor-Talker!

 

Wie im Plan beschrieben, braucht Öwes etwas Liebe, aber das ist nicht so wild. In dieser "Folge" behandeln wir die Hinterachse. Was ist da notwendig? RADLAGER! :D :rolleyes:

 

Bei der Wartung bei Volvo wurde mir gesagt, dass das Radlager hinten links definitiv Geräusche macht. Spiel ist nicht vorhanden. Naja, das ist gut aber auch scheiße - um es salopp zu sagen. Schließlich ist Radlagerwechseln immer ein Aufwand, egal welches Auto. Hier ist es aber weniger "scheiße" sondern nur "kacke" :D

 

Ich habe mir einfach mal ein "Rund Um Sorglos Paket" zusammengestellt:

 

- Radlager (SKF VKBA 6532 - ab Werk drin)

- Bremsscheiben (ATE 24.0111-0147.1 - eigene Präferenz)

- Bremsscheibenschraube (Volvo 30741279, wäre bei den Scheiben beigewesen)

- Bremsbeläge und Schrauben (Remsa, Teilenummer nicht griffbereit, vorgeschlagen durch Fachhandel)

- Bremshardware (TRW PFK669)

- Parkbremsen Zubehör (Volvo 30681857 - 2 Schrauben, 1 O-Ring)

 

So, einfach gesagt: ich mache alles, was sich hinten dreht einmal neu. Und das ist schon mal eine gute Basis. Fangen wir dann schon mal an... Bevor ich darauf hingewiesen werde: Disclaimer bla bla, macht das nicht, blah, wenn was schiefgeht euer Leben blah, ich bin nicht haftbar ;) So, die obligatorische Rotze hinter uns gebracht, gehen wir an den V70 ran!

 

Aufbocken: ich habe mühe- und leidvoll festgestellt: mit ausreichend Höhe, geht die Arbeit deutlich einfacher! Also, schön gut aufbocken. Wenn man kann, dann am besten direkt auf einer Bühne fahren und dort machen. Hinterher ist man immer schlauer. Ist die Kiste aufgebockt, ist es einfach: Rad abnehmen (19 mm Nuss) und die Radschrauben rausdrehen.

 

Ist das Rad ab, kann man schon mal die Bremsscheibenhalteschraube lösen. Diese ist eine Torx 50 und kann, sollte es richtig fest sein, mit einem Schlagschrauber oder mit etwas Gegenhalten durch Radschrauben in den Löchern der Bremsscheibe gesteckt, gelöst werden. Danach muss der Bremssattel inkl. Halter ab. Will man die Bremse machen, nimmt man schon mal den Sattel ab (15 und 13 mm Maulschlüssel). Danach den Halter (15 mm Schrauben) abnehmen. Ist das ab, kann man die Bremsscheibe abnehmen (muss so oder so ab, egal ob man die Scheiben tauscht oder nicht).

 

Jetzt ist das Radlager dran. Mein Radlager ist tatsächlich Toast gewesen. Sprich: beim Drehen wurde es schön laut und man hörte alle Schäden innen drin. Leider gehen Youtube Shorts hier bei Motor-Talk noch nicht, aber hier schon mal der Klang vom Fahrerseiteradlager und Beifahrerradlager. Beide sind wirklich Schrott. Die linke Seite (Fahrerseite) hat schon Geräusche gemacht. Die Beifahrerseite dagegen nicht... Dennoch, lieber alles tauschen als nachher irgendwas übersehen zu haben.

 

Um die Radlager zu tauschen, wird ein Torx 55 Bit gebraucht. Ich habe den als Nusseinsatz verwendet. Außerdem werden ausreichend Verlängerungen benötigt, damit man daran kommt. In allen 4 Ecken des Radlagerträgers sind Schrauben drin. Es gilt alle 4 zu entfernen. Sichtbar ist auch der Sensor für das ABS. Entweder nimmt man den Stecker ab oder den Sensor raus, wenn man daran kommt. Der Stecker ist bescheiden. Ich habe einfach den Sensor rausgenommen (1x Torxschraube, glaube TX 25). Danach mit viel Mühe rangehen. Ich konnte von 4 Schrauben binnen 4 Stunden nur 3 rausdrehen. Eine konnte ich nicht weitgenug lösen oder abscheren aber ausreichend dass die Flex den Rest machen konnte :D Mit dem Radlager wird der Spritzschutz für die Bremsscheibe mit abgenommen. Sollte dieses durchgerostet sein, sollte man es schon tauschen. Meine sind noch gut, allerdings denke ich, dass in einigen Jahren ich da mal neue Spritzschutzbleche besorgen sollte.

 

Nach Demontage des Radlagers muss das neue Radlager mit einem ABS Sensor versehen werden. In der SKF Beilage ist eine kleine Dichtung sowie eine neue Schraube. Dichtung in das Loch stecken, Sensor rein bis Anschlag und mit der Schraube festziehen.

 

Nun die neuen Schrauben (ich würde die alten Schrauben nicht wiederverwenden, ausser man hat Lust auf irgendwas Abgerissenes irgendwann mal :D) von hinten durchstecken, darauf den Spritzschutz und danach das Radlager aufstecken. Die Schrauben dann handfest von hinten anziehen und den Sensor danach aufstecken. Nun heißt es unterm Auto weitermachen. Wir müssen alle 4 Schrauben auf 110 nm anziehen. Ist das erledigt, geht es aussen wieder weiter.

 

Etwas Kupferpaste oder Bremsscheibenmontagepaste im Bereich der Zentrierung aufbringen, damit die Bremsscheibe nicht festrostet. Die Bremsscheibe mit Bremsenreiniger reinigen, aufstecken und festziehen sowie erneut reinigen! Es muss absolut sauber bleiben. Macht man die Bremse nicht neu, kann man die nächsten Schritte überspringen.

 

Den Bremssattelträger schon mal vom Blechzubehör befreien (bei der TRW Bremse irgendwie immer dran, finde ich nicht so gelungen aber ich kann das nicht ändern). Danach alle Auflageflächen mit der Drahtbürste von Rost befreien und die neuen Belagführungen aufstecken. Die beiden Führungen rausziehen und die Gummibäger auf Löcher prüfen. Sind Löcher vorhanden, müssen sie erneuert werden - Ersatz ist nicht teuer. Die Gleitstifte rausziehen und reinigen, auf Risse usw. achten und mit neuem Fett (gerne Kupferpaste) versehen. Mehrmals ein- und ausfahren und sicherstellen, dass sie sich gut bewegen lassen. Bewegen sie sich nicht, muss wieder ordentlicher gearbeitet werden :) Jetzt kann man den Sattelträger montieren (15 mm Schrauben) und festziehen (ich konnte keine genauen NM Werte finden, also fest plus noch ein paar Grad mehr ;)). Bevor der Bremssattel rauf kann, müssen wir uns um die elektrische Parkbremse kümmern (es gibt Fahrzeuge aus den frühen Modelljahren mit mechanischer Handbremse/Parkbremse, aber die sind sehr rar). Hier gibt es 3 Methoden um es zu bearbeiten:

 

1. mittels Werkstattsoftware über die OBD Buchse gehen und die Parkbremse in "Werkstattmodus" setzen, dabei werden beide Parkbremsen zurückgefahren.

2. mittels Demontage des Motors, hierbei werden 2 neue Schrauben und 1 O-Ring erforderlich. Danach wird manuell zurückgedreht.

3. mittels Strom auf den Motor geben und dadurch wird die Parkbremse zurückgezogen.

 

Ich habe mich für die 2. Version entschieden, weil ich die 1. nicht kann (mir fehlt eine Werkstattsoftware) und die 3. Version wirklich billo schlecht ist. Bei der 2. Version kann man das auch zuhause problemlos. Dazu benötigt man - wie oben in der Teileliste beschrieben - 2 Schrauben und 1 O-Ring pro Seite.

 

Beide Schrauben des Motors lösen und vorsichtig abdrehen. Nach dem Abdrehen kann man die Metallscheibe (siehe Bild) mit entweder einem Torx 40 oder einem 12 Kant (ich weiß nicht welche Größe) in UHRZEIGERSINN eindrehen. Wichtig ist dass es in Uhrzeigersinn erfolgt. Anders ergibt Probleme. Ist es zurückgedreht, tauscht man den O-Ring aus und zieht mit neuen Schrauben den Motor wieder auf dem Bremssattel fest. Ist das erledigt, kann man den Bremskolben wieder zurück drücken (vorsichtig! Nicht die Manschette beschädigen!).

 

Jetzt die Beläge aufsetzen. Ich trage gerne etwas Kupferpaste auf die Führungslaschen - wichtig, dass es NUR etwas ist. Die Beläge einsetzen und den Sattel aufsetzen und festschrauben. Am besten, wenn man neue Bremsbeläge montiert, direkt die neuen mitgelieferten Schrauben nutzen. Hat man keine Neuen, mit etwas Loctite die Schrauben sichern (nur etwas!).

 

Ist das alles erledigt, kann man wieder das Rad aufstecken und die Radschrauben mit 140 nm (so Volvo nach Stand vom August 2023) festziehen. Wagen wieder auf die eigenen Räder setzen und sich freuen, dass das Radlager oder die Radlager samt Bremse wieder neu sind :) Aber 2 Sachen fehlen noch! Die Bremse muss wieder "ausgefahren" werden. Sprich die Fussbremse vorsichtig mehrmals pumpen bis man hört, wie die Kolben hinten an die Bremsscheiben anliegen (meistens gibts da ein kleines "plop" oder "klack" wenn die Beläge an die Scheiben gedrückt werden). Greift die Bremse, muss man die Parkbremse wieder ausfahren. Bei einem Werkstattprogramm, würde man diese nun kalibrieren, was nur teuer Deutsch ist für die Motoren laufen an und fahren die Kolben wieder aus. Das kann man auch wunderbar erreichen, indem man die Parkbremse mit der Taste links vom Lenkrad aktiviert. Die Motoren laufen dann beide etwas länger als sonst, sollten auch ihren Endanschlag erreichen. Danach wieder zurückfahren, wieder ausfahren usw. - das Ganze ca. 3-4x und dann ist die Parkbremse wieder einwandfrei... :)

 

Somit ist das schon mal erledigt. Die Hinterachse ist proaktiv gemacht. Die bisherige Bremse war nicht alt aber irgendwie fühle ich mich besser mit einer neuen Bremse, wo ich die Qualität selbst kenne. Die Scheiben vorher waren von A.B.S. - auch wenn günstig nicht schlecht sein muss, sind meine Erfahrungen mit deren Bremsscheiben alles Andere als gut. Quasi für mich wie Zimmermann Gelocht, nur ohne Löcher :D Nächster Halt: Vorderachse! :D

 

 

Ach, das muss ja auch sein, bevor man meckert: Disclaimer, blah, ich zeige hier nur wie ich es gemacht habe, blah, wer es nachmacht und verunfallt, blah, selbst Schuld, blah blah, ich bin nicht haftbar ;) Ausreichend Disclaimer? :)


24.10.2023 18:47    |    Trottel2011    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: 3 (B), D5, Öwes, Quickie, Quickie Artikel, Reparaturen, V70, Volvo

Hallo Motor-Talker!

 

Offenbar wird das eine kurze Reihe werden, hätte ich nicht gedacht und darum gibt es ein Quickie ohne viel Inhalt :D Bei meiner letzten und damit auch der ersten Wartung mit dem V70, hat meine Werkstatt (übrigens die Werkstatt mit dem ich jede andere Werkstatt vergleiche, wenn ich da war) ein paar Auffälligkeiten genannt, die ich machen sollte. Aber das ist alles halb so wild wie es klingt!

 

Vorab aber das Gute: Öwes ist in einem guten Generalzustand. Das ist schon mal brauchbar und ein Anfang :) Buchsen sehen gut aus. Stoßdämpfer und Federn auch. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass er unten rostfrei ist. Ölundichtigkeiten gab es auch nicht.

 

Was gemacht werden muss ist nicht viel aber ich baue es zu viel zu viel aus :D - kennt man das nicht anders?

 

- Radlager hinten links ist defekt (wummert minimal, ich dachte es wären die Reifen)

- Bremse vorne rechts rubbelt (kann verzogene Bremsscheibe sein oder verzogene Nabe)

- die Reifen stammen von 3 verschiedenen Herstellern (das wusste ich bei Kauf schon)

- Beide äußeren Antriebswellengelenkmanschetten sind gerissen

 

Was mir noch vorher schon aufgefallen war?

 

- Freilauf der Lichtmaschine quietscht kurz beim Kaltstart

- Poltern hinten (ist behoben, waren die Koppelstangen, Werkstatt hat die nochmal nachgezogen)

- Felgen sehen alle Schrott aus und ein Reifen verliert immer langsam Luft (zwischen 0,2 und 0,3 Bar/2 Wochen)

 

Somit habe ich ein Fahrplan und diese wird nun sukzessive abgebaut. Erst wenn alle Positionen abgebaut wurden, werden weitere Ideen bzw. Wünsche berücksichtigt :)

 

Alle erforderlichen Ersatzteile sind beschafft bzw. gerade im Zulauf. Ebenso bin ich mittlerweile kein "Kostverachter" mehr und kaufe gerne das, was Qualität ist - gibt es das Teil nicht im Zubehör, wird es eben von Volvo selbst bezogen. Somit ist hier nichts gekauft worden, was nicht OEM oder Original ist. Bin mal gespannt wie lange ich dafür jetzt brauche. Sollte nicht zu spät und zu lange werden :D


06.10.2023 18:56    |    Trottel2011    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: 1 (X), 3 Zylinder, DKG, let's drive, T5, Volvo, XC40

Hallo Motor-Talker!

 

Während Öwes der V70 gerade in der Werkstatt seine Wartung bei mir bekommt, gibt's ein Let's Drive zum geliehenen XC40. Dann, schmeißen wir mal den (die) Motor (Motoren) an :D

 

Der erste Gang: was haben wir hier überhaupt? Es ist ein 2023er XC40 T5 Recharge und somit ein PlugIn Hybrid mit T5 Motoren. Bevor wir uns falschverstehen: T5 heißt nicht mehr 5 Zylinder. Es heißt nur Leistungsstufe 5, das heißt hier: 262 PS Systemleistung. Der Motor hat weder 5 noch 4 sondern 3 Zylinder mit 1.5l (3 Zylinder Version des VEA Motors, wo jeder Zylinder knapp 0.5l Hubraum hat). Der Verbrenner hat 180 PS, der E-Motor 82 PS. 1 + 1 = 262 PS ;) Drehmoment liegt bei 265 nm vom Verbrenner und 160 nm beim E-Motor.

 

Der Motor selbst ist wieder nicht typisch für ein 3 Zylinder. Die Laufruhe ist auf gleichem Level wie der 3 Zylinder im Mini (siehe Artikelzum Vergleich). Es läuft seidenweich und ruhig. Man hört bei Leerlauf gar nichts davon. Spüren erst recht nicht! Erst bei stärkerem Einsatz hört man den 3 Zylinder brüllen. Wobei auch nicht unangenehm. Es ist so ein Zwischending aus Mini (untypisch) und Tipo (typisch). Sehr angenehm und meistens nie da, da der Wagen gerne im E-Modus gefahren wird. Sorry, PURE nennt Volvo das ;) Die 262 PS sind nur für 180 km/h gut - naja, nicht getestet aber im Fahrzeugschein wird 180 km/h angegeben und seit 2020 hat Volvo alle Fahrzeuge ab Werk auf 180 km/h begrenzt. Für viele ein Problem und es geht gegen das eigene Ego ;) Ohne wären es laut Wikipedia 205 km/h.

 

Der 1.5l Motor ist an ein 7 Gang Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt. Von Vorteil? Finde ich nicht. Für ein DKG ist es relativ träge. Ich denke das ist eher dem Komfort geschuldet. Aber langsames Schalten ist zeitgleich materialmordend (Kupplung). Schaltvorgänge spürt und hört man nicht. Manchmal muss man auf den Drehzahlmesser schauen aber das ist gut. Zeugt von einer guten Abstimmung und gutem Komfort.

 

Die Nutzung beider Antriebsstränge erfolgt gut und perfekt ausbalanciert. Je nach Modus fährt der XC40 entweder als Hybrid (Benziner und E-Motor arbeiten je nach Bedarf), Sportlich (Verbrenner ist fast immer an) oder als Pure (nur als E-Motor). Anders als VW es z.B. beim Passat GTE machte, schalten sich der Verbrenner oder der E-Motor richtig gut zu. Unmerklich. Kein Ruck. Kein Gerumpele. Eine sehr gute und ausgewogene Kombination. Sehr gut gemacht!

 

Schalten wir in den 2. Gang: das Fahrverhalten! Wie fährt sich der kleine SUV von Volvo? Nun, im PURE Modus flott, wenn nicht sogar sehr flott. Ich hätte nicht gedacht, dass ein 82 PS E-Motor den Wagen so flott vorantreiben könnten. Aber das machen sie gut. Dem Leergewicht von 1812 kg können die 160 nm des E-Motors zügig vom Stand aus bewegen. Der Verbrenner muss dazu nicht einschalten.

 

Bodenwellen werden gut geschluckt. Kleine Stöße auch. Aufgrund des hohen Fahrzeugs wird allerdings bei Kurvenfahrt etwas Seitenneigung spürbar. Klar, es ist kein Sportwagen aber heute wird jedem Auto eine Sportlichkeit aufgezwungen. Leider. Nicht alles muss bretthart sein.

 

Stichwort hart: ja, das Fahrwerk ist dennoch recht "fest" eingestellt. Im V70 ist es ein Gleiten - nicht auf Citroen Niveau aber dennoch sehr weich. Im XC40 ist es fast Golf GTI hart und das gefällt mir persönlich nicht. Aber ich denke nicht, dass ich der Zielkunde für ein SUV oder CUV bin... Eher der Abneiger! :D Auf Kopfsteinpflaster zeigt sich das Fahrwerk gutmütig. Finde ich gut. Dennoch, die Härte bleibt bestehen.

 

Die 21" Felgen leisten noch ihren Teil dazu das Auto in der Härte zu verstärken. Optisch sehr schön und relativ zierlich vom Design, dennoch schwer (Stichwort ungefederte Massen) und verbunden mit geländeuntauglichen Niederquerschnittsreifen zu einer verstärkten Härte beitragend.

 

Die Lenkung arbeitet butterweich, sehr präzise und direkt. Der Wendekreis übersteigt dem meines V70 gefühlt um eine Autobreite. Mein typischer Testkreis musste in 2 Zügen genommen werden. Für ein SUV welches vorwiegend in der Stadt bewegt werden wird, leider zu viel. Dass auch weniger geht, zeigen die Kompaktwagen, wie der Tipo, mit ähnlichen Abmessungen.

 

Schalten wir in den 3. um 30 km/h zu erreichen: der Innenraum. HOCHWERTIG! Das ist was mir dabei einfällt, wenn ich einsteige. Es wirkt alles gut platziert und die Optik wird sehr hochwertig. Aber ist es das? Ein schnelles Klopfen im Innenraum bestätigt den ersten Eindruck. Es klingt nichts "blechern". Es fühlt sich gut an. Das Design auch stimmig, auch wenn mir eindeutig zu wenige Tasten/Schalter vorhanden sind. Was sagt das aus? Richtig! Es gibt ein Touchscreen mit sehr vielen Untermenüs, die man durchgehen muss. Lassen wir das für später.

 

Die Sitze sind - Volvo-typisch - sofort perfekt und ergonmisch. Aufpreis für Ergositze? Nicht bei Volvo! So kenne und liebe ich die Volvo Sitze. Noch nie stieg ich mit Rückenschmerzen aus einem Volvo aus. Aus VW, Fiat, Ford und Opel aber häufiger. Die Sitzbedienung/Einstellung ist einfach und erschließt sich einem sofort. Lenkrad einstellen? Zitat vom ehemaligen VW Chef: es scheppert nichts! :D Die Sitze biegen einen guten Seitenhalt und sind selbst mir, als mittlerweile (leider) etwas in die Breite gegangener Mensch, gut.

 

Sitzt man gut, sieht man gut. Zu dem Thema komme ich auch später in einem höheren Gang :D Was man anfasst fühlt sich echt gut an und da, wo man nicht normal anfassen würde, ist das Material dennoch passabel. Woraus Fiat ganze Türverkleidungen fertigt, werden im XC40 nur Sichtteile, die sowieso immer zerkratzt sein werden, gemacht. Die Lüftungsdüsen sehen klasse aus. Die Intarsie könnte echtes Alu sein. Ich meine im Linken Frässpuren gesehen zu haben.

 

Schön finde ich die "Ambientebeleuchtung á la Volvo". Statt sichtbare LED Streifen zu haben, die jegliche Farbe darstellen können, sind die Designelemente von hinten beleuchtet. Das Muster ist das sowohl tagsüber als auch nachts zu sehen. Finde ich SUPER! Aber brauche ich das? Nö! :) Dennoch, ein schönes "Nice To Have" im Auto.

 

Im Tacho sind die Darstellungen super. Die Qualität der Grafiken hochwertig und es ist alles genau da zu sehen, wo es sein sollte. Ich habe nicht zu sehr herumgespielt, wollte ja nicht alles bearbeiten :D Lenkradtasten sind soweit gut. Alle Funktionen, die der Tipo hatte, hat der XC40 auch, nur ohne zu viele Tasten zu haben ;) Gut gemacht! Gefällt mir. Allgemein, gefällt mir der Innenraum gut. Es wirkt modern, kühl.

 

Fast 40 km/h erreicht, zeit für den 4.: das Aussendesign. Volvo hat sich in den letzten Jahren komplett neuerfunden. Nach den Jahrzehnten mit geraden Linien, rechten Winkeln und Geodreieckformen (bis V70 I/S70 bzw. S90 I/V90 I) kam eine lange Linie an Modellen im Design von Peter Horbury. S80 I, V70 II, S60 I, XC90 I, C30, S40 II, V50, C70 II usw. waren seine Kinder. Eine kurze Eskapade mit Steve Mattin und den S60 II/V60 I/XC60 I Modellen, trat der aktuelle Designer eine Design "Revolution" an und stellte viele Designänderungen vor. Aus einem fast rundgelutschten Volvo, wurden wieder Kanten schicker gemacht und so kam mit dem XC90 II bzw. dem S90 II/V90 II neue Modelle auf dem Markt die sich sehen lassen konnten. Bis heute zieren die Designelemente alle Modelle - und Polestar. Die Fahrzeuge wirken typisch Volvo und zeugen von der Moderne die endlich eingetreten ist. Dagegen ist mein V70 aus der Steinzeit. Und diese Designlinie hat sich im XC40 gut weitergeführt.

 

Die Kanten stehen dem XC40 gut. Klare Linienführung. Keine unnötigen Spielereien wie Kanten und Sicken neben Kanten und Sicken neben Kanten und Sicken ;) Die wuchtige Front sieht nach einem größeren Auto aus. Die optisch geduckt wirkende Dachlinie ist im Verhältnis zur Türblechhöhe schon fast eine Schießscharte. Die um die Ecke gezogenen Rücklichter erzeugen eine Dynamik und zeitgleich eine Modellierung, die mir aber nicht so zusagen. Ich hätte mir da simplere Leuchten gewünscht.

 

Was mir aber absolut nicht gefällt ist die ansteigende Schulterlinie ab der Scheibe der hinteren Türen. Da stelle ich mir die große Frage: wäre es besser gewesen die ansteigende Linie kleiner zu halten? Lieber der Knick so setzen, dass die Linie mit dem Heckspoiler eine Linie bildet? So wirkt es irgendwie nicht ganz zufrieden stellend. Zeitgleich bringt es Nachteile...

 

50 Km/h sind erreicht, der 5. Gang ist fällig: die Übersicht. Heute ein eigenes Thema, da es hier ziemlich wichtig ist. Sitzt man im Fahrersitz, ist die Aussicht nach vorne gut. Man sieht was vor einem passiert - beim Fahren. Unmittelbar vor dem Auto sieht man aber wenig. Dem geschuldet ist die hochliegende Motorhaube mit einem relativ steilen Kühlergrillwinkel. Eine Ahnung wo das Auto wirklich endet, kann man dem nicht ganz entnehmen. Ich bin keiner, der im Auto tief sitzt. Ich sitze gerne in einer guten, relativ hohen Position. Hier saß ich genauso und irgendwie: das gefiel nicht. Die Haube hat eben einen Knick zu viel drin ;) In der Seitenlinie sieht man das gut. Okay, hier helfen Kamera (hier verbaut, extra zum Anwählen im Menü) und Sensoren, aber das ist nicht immer von Vorteil.

 

Das schlimmere Übel ist die Rücksicht und die Sicht nach schräg hinten. SEHR schlecht. Ohne Rückfahrkamera und Piepser ist das Heck kaum zu manövieren. Eine Einschätzung wo das Auto tatsächlich endet ist fast nicht möglich. Zum Vergleich: mein deutlich längerer V70 hat eine riesige Heckscheibe mit perfekter Rundumsicht. Man sieht genau wo man auf der Straße steht ohne dass man eine Kamera benötigt. Kamera und Piepser sind hier Pflicht. Seitlich ist es noch schlimmer. Durch die riesigen C-Säulen ist eine Sicht nach schräghinten unmöglich. Man MUSS die Spiegel genauestens einstellen und hoffen, dass man nichts trifft. Das ist sogar auf der Autobahn ein Problem, wie ich heute selbst gemerkt habe. Ich bin aus der linken Spur beim Überholen eines Golfs der in der mittleren Spur geschlichen ist rechts auf die rechte Spur rüber. Ich habe mehrmals den Schulterblick gemacht, sogar vorgelehnt und auf die Spiegel geachtet, sogar MIT Totewinkelsensor und nichts gesehen und plötzlich hupt der rechtsüberholende Mini Countryman laut. Den habe ich NICHT gesehen. Nirgendswo. Ich habe ihn weder im Spiegel noch durch die Seitenscheiben gesehen und wenn selbst der Totewinkelwarner nichts merkte, ist das irgendwie kontraproduktiv!

 

Das Design ist eben hier nicht gerade von Vorteil beim Fahren. Zwar will dass keiner im Volvo stirbt, aber andere umbringen weil man nichts sehen kann, ist auch nicht hilfreich! ;)

 

Eine weitere Frage ist: was ist mit Kinder die hinten sitzen? Im Kindersitz seitlich rauszuschauen ist unmöglich. Der Sitz zu tief, die Seitenlinie zu hoch. Für Kinder häufiger ein Problem und das kann schon Übelkeit mit sich bringen. Gut, mir kann das egal sein, aber das sollte bei Leuten mit Kindern oder Kinderwunsch nicht unterschätzt werden.

 

Reisegeschwindigkeit erreicht, der 6. kann rein: die Bedienung des Innenraums halte ich hier als Thema für wichtig, wie die Rundumsicht. Es ist immer schön zu sehen, wenn Hersteller den Innenraum aufräumen. Die einst 1000 Knöpfe im Innenraum sind jetzt 1000 Menüpunkte im Touchscreen ohne haptisches Feedback. Was heißt das? Es ist zu viel!

 

Wenn ich eine Betriebsanleitung lesen muss um zu wissen wie ich - sagen wir mal - die Uhr einzustellen, dann stimmt was nicht. Manche Sachen gehören weiterhin als Schalter/Taste/Regler und dazu gehören Temperatur und Lautstärke. Lautstärke hat Volvo sowohl in der Mittelkonsole als auch am Lenkrad realisiert. Temperierung dagegen nicht. Das geht nur mit auswählen der zu temperierenden Seite, Menü geht auf, entweder solange +/- drücken bis die Temperatur erreicht wurde oder sie direkt auswählen. Alles ohne Feedback. Die Augen müssen aktiv von der Straße genommen werden. Nein. Das ist scheiße und dabei bleibe ich! Wie schwer ist es einen Grundregler für Temperatur und Lüftung stehen zu lassen? BMW schafft es im günstigeren Mini. Warum nicht Volvo im deutlich teureren XC40 oder bei allen Modellen?

 

Das spiegelt meine eigene Meinung dar. Es soll sich bitte keiner angegriffen fühlen, weil das nicht ganz der eigenen Meinung gleicht. Aber eine Grundbedienung sollte immer gehen. Bildschirme können immer ausfallen - gab genug Berichte über sich aufhängende Touchscreens im XC90 II.

 

Das Grundmenü des Touchscreens ist soweit okay. Aber - mag sein dass ich das nicht gefunden habe - die Umschaltung von FM zu DAB ging nur über Auswahl am Lenkrad... Wahrscheinlich habe ich den Punkt im Radio nicht gefunden, aber das ist nicht logisch. Es sollte schon bei der Auswahl der Audioquelle auftauchen. Ich muss nicht irgendein Dropdownfeld anklicken müssen um dann irgendwo "DAB" aus einer Reihe von Möglichkeiten haben. DAS konnte sogar der Tipo besser. Auf dem Punkt "Audio" wurde direkt angezeigt welche Quellen man hatte, ob sie funktionierten oder nicht ;)

 

Die Bedienlogik ist nicht zufriedenstellend. Vielleicht, wenn ich es hätte, ist es nach einer längeren Nutzung wieder logischer, aber muss das sein? VW schafft es Fahrzeuge zu bauen, die selbst für Ungeübte sofort logisch bedienbar sind. Vielleicht ist die nächste Generation von "Volvo OS" besser als die noch verwendete in den bisherigen Modellen...?

 

Und jetzt einparken im R Gang: mein Resümee? Quirkig und lebendig mit einigen Schwächen und nichts für mich. Die gravierendste ist die rückwärtige Sicht. Bei einem Neupreis von kanpp 65.000 EUR hätte ich mir da mehr Technik gewünscht, welches die Sicht besser ergänzt. Ungefähr wie das Hyundai Kamerasystem, welches im Tacho dann eine Kamerasicht des jeweiligen Spiegels wohin geblinkt wird aus einem Weitwinkel darstellt. Das wäre hier hilfreicher. Oder noch einfacher: eine bessere Rundumsicht durch ein besseres Design ermöglichen. Es spricht nichts gegen das Design als Solches, aber dann muss man die bereitwillig in Kauf genommenen "Makel" durch andere Möglichkeiten aus - Kameras, Spiegel mit großem Weitwinkelspiegel usw.

 


Blog Recommendation, the

Mein Blog hat am 08.10.2020 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Man Behind The Scenes, the

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Best of Britain

Volvo

 

Vehicles, the

Current Vehicle:

The Daily Driver:

Öwes

Hersteller: Volvo Cars

Auto: V70 (Typ B/III)

Motor: R5, D5244T10 (2.4l R5, 205 BHP)

 

Former Vehicles:

The Depressing Daily Driver:

Mister FU

Hersteller: Stellantis (Fiat)

Auto: Tipo (Typ 356)

Motor: R3 Firefly (1.0l, 100 BHP)

 

The Former Daily Driver:

Lusysan

Hersteller: FCA (by Mazda)

Auto: 124 Spider (Typ 348 bzw. NF)

Motor: R4 Multiair (1.4l R4, 140 BHP)

 

The Former Crown Juwel:

Die Iron Lady

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ-S (XJ27)

Modelljahr: 1989.5

Motor: V12 (5.3l V12, 295 BHP)

 

A Former Daily Driver:

Toni

Hersteller: FCA (Fiat)

Auto: 500 (312) "Lounge"

Modelljahr: 2018

Motor: R4 (1.2l R4, 69 BHP)

 

Another Former Daily Driver:

Rusty Jag

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ8 Executive (X308)

Modelljahr: 1997

Motor: V8 (3.2l V8, 237 BHP)

 

Yet Another Former Daily Driver:

The Jaguar Formerly Known As "Jag"

Hersteller: Jaguar Cars Ltd.

Auto: XJ6 SPORT (X300)

Modelljahr: 1995

Motor: R6 (3.2l R6, 211 BHP)

XJ-S in Teilen und Modellen

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