01.03.2010 02:16
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andyrx
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Kommentare (12)
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Hallo Motortalker,
heute geht es mal um den Citroen Birotor,ein Modell was kaum einer kennt aber dem es nicht an Reizen fehlte
Auch Citroen war den Verlockungen des Wankeltriebwerks erlegen und erwarb Lizenzen um sich zügig dem Thema zu widmen passte es doch hervorragend zum avantgardistischen Ruf von Citroen
Die Wankelabteilung von Citroen wurde Comotor genannt und betrieb eine weitgehend autonome Entwicklungs und Forschungsarbeit rund um den Kreiskolbenmotor.
der folgende Artikel aus der Zeit von 1974 beschreibt das sehr schön,hier mal ein zeitgenössischer Auszug...
1969 erwarb Comotor im Saarland bei Altforweiler ein Gelände zum Bau eines Wankelmotorenwerks. 1972 wurde dieses Werk fertig, hier läuft jetzt die Produktion des Zwei-Scheiben- Wankelmotors, der in den Birotor eingebaut werden wird. Wie bei der engen Zusammenarbeit mit NSU nicht anders zu erwarten, gleicht dieses Birotor-Triebwerk fast genau dem Vorbild im Ro 80: Mit zweimal 497,5 ccm ist das Kammervolumen gleich groß, als Vergleichshubraum (für Hubkolbenmotoren) wird bei beiden Maschinen 1990 ccm angegeben. Mit 9:1 ist auch das Verdichtungsverhältnis identisch, beide Motoren begnügen sich mit Normalbenzin. Die Dichtleisten beider Motoren gleichen sich ebenso wie die Abgasreinigung mit einem Reaktor, in den von einer Pumpe Luft eingeblasen wird. Unterschiede gibt es hauptsächlich in den Vergasern; sie führen zu einem vom Ro abweichenden Leistungs- und Drehmomentverhalten: Bringt der Ro 80 stattliche 115 PS bei 5500 U/min und ein höchstes Drehmoment von 16,2 mkg bei 4500 U/min, so begnügt sich Citroens Birotor mit 107 PS,, die bei 6500 U/min erreicht werden.
Als höchstes Drehmoment stehen zwar nur 14 mkg zur Verfügung, sie werden aber schon bei 3000 U/min erreicht. Insgesamt ist der Citroen-Wankel also etwas schwächer, dafür aber ausgeglichener: Bereits bei 2000 U/min steht fast das volle Drehmoment an. Der Ro 80 will auf Touren gehalten werden, für richtigen Antritt braucht er mindestens 3500 U/min.
Auch der Birotor wird serienmäßig mit halbautomatischem Getriebe geliefert. Wie beim Ro besteht es aus einem Drehmomentwandler, einer elektrisch gesteuerten Trennkupplung und aus einem Dreiganggetriebe. Der Wandler ist notwendig, um unschönes Stuckern bei geschobenem Motor zu unterdrücken.
Abgesehen von diesem Triebwerksblock begnügte sich Citroen mit bemerkenswert wenigen Änderungen am GS Birotor. Von außen sieht der Wagen wie ein normaler GS aus, es gibt nur eine winzige „Birotor"-Plakette am Heck und dickere Reifen (165 HR 14 gegenüber 145 SR 15). Die hydropneumatische Federung mit ihrem Höhenverstellhebel blieb genauso erhalten wie die Handbremse mit ihrem Zuggriff im Armaturenbrett; in diesem Armaturenbrett freilich gibt es endlich übersichtliche Rundinstrumente.
Motor: Wassergekühlter Zweischeiben-Wankelmotor. Kammervolumen 2X597,5 com (äquivalent 1990 ccm eines Kolbenmotors). Maximale Leistung 107 PS bei 6500 U/min. Normalbenzin, Abgasentgiftung.
Kraftübertragung: Halb-(„Selektiv"-)Automatik, bestehend aus Drehmomerttwandter und handgeschaltetem Dreiganggetriebe. Frontantrieb.
Brem9system: Konventionelles Zweikreissystem. Vorn belüftete, hinten normale Scheibenbremsen, Bremskraftverstärker.
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/st.
Beschleunigung*: 14 Sekunden.
Leistungsgewicht: 10,6 kg/PS.
Benzinverbrauch: zirka 11—18 Liter Normalbenzin. Tarikinhalt 56 Liter.
MaBe und Gewichte: Länge 412 cm; Breite 164,4 cm; Höhe 137 cm. Radstand 255 cm. Leergewicht 1140 kg, Zuladung 400 kg. Kofferraum 465 Liter, Innenraum für fünf Personen.
Besondere Sicherheitseinrichtungen: Vier Scheibenbremsen, Bremsklötze an den Vorderrädern wirkend. Bremskraftregier (lastabhängig) für die Hinterräder. Stabile Fahrgastzelle, abgestuft verfdrmbare Front- ; und Heckpartie, Sicherrteits-Lenksäuie mit zwei Kardangelenken. Von der Belastung unabhängige hydropneumatische Federung. Serienmäßig Dreipunkt-Sicherheitsgurte.
Quelle--> http://www.zeit.de/1974/04/Schnell-und-leise?page=all
die Fahrleistungen des Birotor genannten GS waren weit besser als beim Basis GS der mit halb soviel PS auskommen musste
nach nur 2 Jahren beendet Citroen den Ausflug in die Wankelwelt
Insgesamt wurden 837 GS Birotor hergestellt. Citroën versuchte später alle GS Birotor zurückzukaufen, um keine Ersatzteilversorgung aufrechterhalten zu müssen,nur eine geringe nicht näher bekannte Anzahl entging der direkten Verschrottung,Experten halten eine Zahl von rund 250 Modellen die überlebt haben für realistisch
wenn man also mal einen zu Gesicht bekommt,Augen auf es ist ein echter Exote der unter widrigsten Umständen überlebt hat
aber der Birotor war nicht der einzige Citroen mit diesem Motor,aber das ist dann ein Artikel fürs nächste mal
mfg Andy |








Kommentare: 12
01.03.2010 07:28 |
ricco68
Um die Birotor zurückzubekommen, bot Citroen 45% Rabatt auf den Kauf eines CX - was natürlich etliche zur Rückgabe bewog.
Dann schlug man ein großes Loch in den Motorblock, damit niemand mehr den Motor nutzen konnte. In Velizy wurden sie dann mit den M35 zusammen gesammelt, der Motor noch einmal ohne Öl zu Tode gequält und da warteten sie dann auf die Schrottpress.
http://www.rotativementvotre.org/fin-episode-wankel-chez-citroen.php
Schade!
Gruß
Markus
01.03.2010 10:27 |
andyrx
ja das ist schon eine unglaubliche Story damals gewesen
der M35 wird dann dieser Tage eine eigene Story/Artikel bekommen
mfg Andy
01.03.2010 11:07 |
kutjub
Konnte man den auch per Kurbel (wie die Ottomotre) andrehen?
grüße
01.03.2010 11:15 |
andyrx
Moin,
das wird beim Wankelmotor nicht funktionieren,denn der Wankelmotor braucht eine höhere Starterdrehzahl als der Hubkolbenmotor.....ist die Anlasserdrehzahl zu niedrig,dichten die Dichtleisten mangels Anpressdruck durch die notwendige Fliehkraft nicht genügend ab und die Kompression des Motors im Verbrennungsraum wird damit nicht erreicht
Ergebnis --> er wird nicht anspringen
deshalb neigen Wankelmotorautos auch zum absaufen wenn man mit sehr schwacher Batterie zugange ist.....der Sprit wird eingespritzt jedoch mangels Starterdrehzahl die Kompression nicht erreicht,am Ende sind die Kerzen nass und man darf diese erst rausschrauben und trocknen
mfg Andy
01.03.2010 14:06 |
ricco68
Nettes Werbefilmchen der Firma Comotor:
http://www.youtube.com/watch?v=tTsSytLAFdg&feature=related
01.03.2010 14:49 |
Lewellyn
Da hatte ich ja schon in meinem Blog was zu geschrieben. Der Motor diente dann auch als Basis für die Van Veen OCR 1000.
01.03.2010 14:59 |
gaston73
War ein schönes Auto, der GS, zumal mit diesem Motor. Aber nur als Liebhaberstück, bei dem Sprit- und Ölkonsum. Zudem war der GS schlecht verarbeitet und rostete schnell. Dennoch, ein faszinierendes Auto...
02.03.2010 10:18 |
Trackback
Kommentiert auf: andyrx:
die Suzuki RE-5 Rotary--> Heavy Metal Bike mit Wankelmotor
[...]
ja,das ist nun spannend
der Suzuki ist nur in 1 Scheiben Wankelmotor mit dem halben Volumen des Citroen Birotor und es ist eine Frage der Übersetzung,ich kann auf den Kickstarter und dem Bein dann auch etwas mehr [...]
Artikel lesen ...
06.03.2010 14:42 |
Galantfahrer
Um diese Birotoren von Citroen ist es wirklich schade. Den GS finde ich so schon schick. Und mit Wankel ein echter Knaller. Zumal der Motor damals schon recht Standfest, und im Spritverbrauch "zurückhaltend", gewesen sein soll.
Wie gesagt, schade.
06.03.2010 14:47 |
andyrx
hmm,mit dem Spritverbrauch zurückhaltend würde ich so nicht ganz stehen lassen

fahre ja selbst diverse Wankel und sparsam ist von denen keiner,im Gegenteil,die Motoren haben zwar einige Vorteile die ich sehr schätze (Drehfreude,Laufruhe,Zuverlässigkeit,Leistungsabgabe) aber der Verbrauch gehört definitv nicht dazu und auch der Birotor wollte schon im Alltag seine 14-16 Liter haben.....allerdings waren die Fahrleistungen auch besser als in dieser Klasse gemeinhin üblich zu dieser Zeit
der Golf GTI war ja noch nicht erfunden
mfg Andy
30.03.2010 20:04 |
Trackback
Kommentiert auf: andyrx:
NSU Wankel Spider--> weltweit erster Wagen mit Wankelmotor
[...] Hallo
natürlich gibt es hier auch einen Artikel zum Citroen Birotor-->Klick
einfach in der Kopfleiste auf Wankel oder Wankelmotor klicken und es gibt 4 Seiten mit rund 60 Artikeln [...]
Artikel lesen ...
10.09.2010 14:44 |
Rengteng
".....
Auch Citroen war den Verlockungen des Wankeltriebwerks erlegen und erwarb Lizenzen um sich zügig dem Thema zu widmen passte es doch hervorragend zum avantgardistischen Ruf von Citroen
Die Wankelabteilung von Citroen wurde Comotor genannt und betrieb eine weitgehend autonome Entwicklungs und Forschungsarbeit rund um den Kreiskolbenmotor.
....
"
Das ist falsch. Comotor war eine gemeinsame Tocherfirma von NSU und Citroen. Als durch die Ölkrise sich NSU auf Betreiben von Audi aus Comotor zurückziehen musste, konnte Citroen Comotor alleine nicht mehr halten (waren ja selbst durch diverse teure Aktivitäten wie Subventionierung der Tochter Maserati fast schon tot). Deshalb wurde Comotor geschlossen, und die Wankelgeschichte hatte letztlich bei beiden Unternehmen eine jähes Ende.