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andyrx

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20.02.2011 14:17    |    andyrx    |    Kommentare (29)    |   Stichworte: Handel, Hertie, Insolvenz, Internet, Karstadt, Kaufhaus, Pleite, Quelle

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Moin Motortalker,

 

wer erinnert sich noch an Hertie,die Kaufhäuser die viele durch ihre Kinderzeit begleiteten und wo an Weihnachten eben mal die Geschenke gekauft wurden...??

 

Ist schon traurig wenn man heute sieht was draus geworden ist:o

Zitat:

 

Für die ehemaligen Filialen der Warenhauskette finden sich keine Käufer. Sie gammeln vor sich hin - und sind ein Mahnmal der Branche.

 

"Willkommen! Ihr Genuss-Reich in Barmbek." Es riecht nach Erbrochenem, Reste davon hängen an der Fassade. Werbespruch und Wirklichkeit wirken wie eine Persiflage. Es ist fiese Realität: Noch immer prangt das Schild an der Treppe zum Untergeschoss, wo einst die Feinkostabteilung des Warenhauses Hertie frische Lebensmittel anbot. Doch Einkaufen können Passanten in dem Hamburger Stadtteil dort schon lange nicht mehr - so wie an vielen ehemaligen Hertie-Standorten. Auch für den Inhaber der Hertie-Immobilien ist das längst kein Genuss mehr.

Quelle und ganzer Artikel--> http://wirtschaft.t-online.de/.../index

 

In Zeiten wo de Einkauf nur noch einen Mausclick entfernt ist wird das wohl sehr schwer die ehemaligen Häuser im ursprünglichen Sinne zu nutzen bzw. zu verwerten...

 

so ändern sich die Zeiten und nichts wird mehr wie es war....:p

 

Ich habe in jungen Jahren mal bei Hertie gearbeitet und während des Abiturs dort meine ersten Brötchen verdient,niemand hätte sich damals Ende der 70er Anfang der 80er vorstellen können das dieses Modell des Kaufens und Konsums ein Auslaufmodell sein könnte....Kaufhaus war immer das Herz der Innenstädte und nun kaum noch wirtschaftlich zu betreiben:eek:

 

kaum zu glauben:cool:

 

wem geht es noch so??

 

mfg Andy


20.02.2011 14:40    |    Gentsai

Genauso ging es bei uns mit Horten, Allkauf und Brinkmann, das waren hier in den 80ern und 90ern riesige Kaufhäuser in guten Gegenden, aber irgendwann gingen sie pleite und nur die Erinnerungen blieben.

 

Zum Glück wurden die Gebäude in der Innenstadt von anderen Firmen aufgekauft und dort befinden sich jetzt neue Läden, aber schade ist es trotzdem ;)


20.02.2011 14:44    |    Bert Benz

Tja, Hertie war nach dem Weltkrieg schwer betroffen, da viele Filialen in Ostdeutschland lagen, davon haben die sich nie richtig erholt.

Nach der Übernahme durch Karstadt 1994 verlor der gute Name endgültig. Nur noch in Berlin vertreten, später als Billigmarke und Online verramscht.

 

Ähnlich Neckermann Versand, nur noch online vertreten.

 

Horten ist 1994 nach der Übernahme durch Metro-Kaufhof Kaufhäuser verschwunden und lebt nur noch im Galeria-Konzept für Insider weiter.

 

2008 ist auch der traditionsreiche Name Wertheim (Hertie Tochter) in Berlin durch Umbenennung in Karstadt endgültig verschwunden.

 

2009 geschah das unglaubliche: die Karstadt Versandtochter Quelle geht bankrott und verschwindet komplett vom Markt.

 

Aber andererseits: Der Onlineversand Amazon expandiert immer weiter.

Und im leerstehenden riesigen Quelle Versandlager in Leipzig wird 2012 neues Leben durch DB Schenker zumindest teilweise einziehen...


20.02.2011 15:35    |    schipplock

wenn man sich die Faelle genau anguckt, wuerde man garantiert feststellen, dass nicht nur der Onlinehandel schuld an der Pleite an x ist.

 

Hier in der Innenstadt konnten sich die groesseren Laeden auch nicht halten, und auch der noch vorhandene Karstadt ist mehr oder weniger am Ende.

 

Aber ganz sicher nicht wegen dem Onlinehandel, denn sowas wie Mediamarkt, Promarkt, Saturn usw...ueberlebt ja auch. Und wieso? Weil sie einen riesen Parkplatz haben (oder ein angeschlossenes Parkhaus) und eine riesen Auswahl an Produkten noch dazu (nicht, dass ich da was kaufe, aber viele anderen eben).

 

Auch Lebensmittelgeschaefte verschwinden aus der Innenstadt und werden ausserhalb in Industriegebieten oder am Stadtrand wieder aufgebaut. Natuerlich mit riesem Parkplatz. Ich haette auch keine Lust mein eingekauftes quer durch die Innenstadt zu tragen...noch interessanter wird es mit Getraenken. Ich habe gestern 5 Kaesten gekauft...ich kann mir nicht vorstellen das in der Innenstadt zu machen...ich wuesste nicht, wie ich die Kisten zum Auto bekommen sollte :).

 

Ein Fernsehgeraet quer durch die Stadt...mmh...ne danke. Bei Promarkt hat man direkt einen Parkplatz am Geschaeft und ein Mitarbeiter hat mir den Fernseher sogar bis ins Auto getragen (mit "Wagen").

 

Die Innenstadt ist hier auch wie ausgestorben, aber wie man es richtig macht, zeigte Kaufland hier in der Innenstadt. Die haben eine riesen Tiefgarage gebaut und darauf ihr Gebaeude. Kaufland Kunden parken eine Stunde ohne Kosten.

 

Beim Musicstore in Koeln (direkt am Dom) ist das auch so (aber auch die bauen jetzt etwas ausserhalb wegen Platzmangel). Da fahre ich dann auch gerne hin.


20.02.2011 15:40    |    KKW 20

Tja, geht mir ähnlich. Als in F-Höchst 2001 das Hertie Kaufhaus dicht gemacht wurde verlor die dortige Einkaufsstraße endgültig ihren Reiz. Das Kaufhaus wirkte zuvor stehts wie eine Trutzburg in mitten von Ramsch-, Handy- und Discountläden, damit war es dann leider vorbei. 2008 wurde das Gebäude dann abgerissen, nachdem es noch Jahre zuvor noch partiell durch einige Restpostenläden genutzt wurde.

 

Dies war der krönende Höhepunkt eines jahrelangen Niedergangs, der mit der Eröffnung des Main-Taunus-Zentrums in den 60ern begann und sich nach der Zerschlagung der Hoechst AG massiv beschleunigte. Wirklich gegengesteuert wurde nie.

 

Heute befindet sich an der gleichen Stelle ein kleines Einkaufszentrum, mit einer Postbankfiliale, einem T€di, einem Rewe und einer Kik Filiale. Klingt nach Licht am Ende Tunnels, tatsächlich steckt Höchst aber noch mitten drin.


20.02.2011 15:43    |    notting

@schipplock: Du hast eine Kleinigkeit vergessen: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30489/1.html (insb. die letzten Absätze)

 

notting


20.02.2011 15:52    |    PartyBlazer

Ach...gekauft wird doch immer !! Man muss als Geschäftsbetreiber eben mit der Zeit gehen und dementspr. flexibel sein mit dem Geschäftsmodell !! :o

 

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit ! ;)


20.02.2011 16:01    |    letzterlude

Moinsen,

 

bei uns in Stade steht auch ein Hertiekaufhaus samt Parkhaus leer und verfällt zudem noch zusehends; wir so langsam zum Schandfleck unserer Innenstadt...:rolleyes:

 

Gründe für den Untergang?

Meines Erachtens hat man den Fortschritt verschlafen und ein Warenhauskonzept der 70er Jahre versucht ohne wirkliche Innovationen in das neue Jahrtausend zu retten. Das Warenangebot war so belibig wie durchschnittlich & "miefig", es fehlte jeglicher Pepp, bzw. eine sinnvolle konzeptionelle Ausrichtung. Preislich wiederum konnte es mit der aufgetretenen "Ramschkonkurrenz" (Kik, Takko, etc.) nicht mithalten.

 

Am Ende war der Hauptkunde eher Typ "älteres Landvolk auf Samstagstour in der Stadt", das konnte nicht gutgehen...


20.02.2011 16:01    |    Gnubbel

Das Hertie-Kaufhaus in HH-Bramfeld ist inzwischen abgerissen und dort wird wird ein Kaufland entstehen. Ich kaufe bis heute gerne in Kaufhäusern (sofern es sie noch gibt) da ich hier alles unter einem Dach finde und nicht zigmal andere Geschäfte betreten muss und ebenso oft an Kassen anstehe. Ich kaufe auch gelegentlich bei Amazon ein aber auch bei Real kaufe ich manche Artikel, teilweise sind z.B. Elektrokleingeräte (keine no-name) dort billiger als im benachbarten Medi-Max (Einkaufzentrum HH-Farmsen). Ich bin kein grosser Freund von Glitzer-Einkaufzentren sondern bevorzuge Normalverbraucher-Einkaufzentren wie z.B. HH-Billstedt oder HH-Farmsen. Wobei mir in manchen Einkaufzentrum der Ladenmix zu sehr Richtung "Schuhe - Mode - Schnickschnack" geht. Aber es ist wohl der Gang der Zeit: einkaufen soll ja zum Erlebnis werden. Dennoch gehört für mich der wöchentliche Bummel durchs Einkaufzentrum einfach dazu. Dort kann man herrlich Menschen beobachten, besser wie jedes TV-Programm. Das kann mir kein online-Handel bieten.

Ich habe selbst lange Jahre im technischen Einzelhandel (Brinkmann in HH) gearbeitet und dort diverses schönes und weniger schönes erlebt. Aber manches was ich an Kunden gesehen habe hätte ich nicht geglaubt wenn ich es nicht selbst gesehen hätte... :D

Als mein ehemaliger Arbeitgeber pleite ging war ich doch geknickt zumal ich dort noch viele ehemalige Kollegen kannte. Zu diesem Zeitpunkt war ich jedoch schon zehn Jahre dort raus.

 

Ich kaufe meine Sachen jedoch immer noch bevorzugt im Geschäft und nur einen kleinen Anteil online.

 

Ciao!


20.02.2011 16:15    |    nvrmr

hmm, da muss ich schipplock zustimmen, ich merke es selber, bei mir gewinnt auch immer das Geschäft mit dem Parkplatz.

 

Ich kaufe auch hauptächlich online und auch für Lebensmittel fahre ich nicht jedes mal mit dem Auto zu Kaisers aber wenn ich mal nach der Arbeit noch schnell rein will dann kann ich da auch parken.

 

Genauso wie in der Innenstadt, wir haben gerade letztes Jahr n tolles neues Geschäftszentrum bekommen und es hat eben neben den zig Läden auch zwei Parkdecks auf dem Dach - genial. Da fahre ich gerne hin, selbst wenn ich mit dem Bus fahre, das Ding hat einfach die Sympathiepunkte gewonnen. Es ist einfach auch ohne Auto nicht mit dem Parkplatzstress im Hinterkopf verbunden.

 

 

Nach Köln in die Fußgängerzone fahre ich zB eher für nen Tag mit Freunden und weil man sich dann mal zum Essen und Trinken wo hinsetzt aber nicht um da beim zB Kaufhof (oder sonst wo) irgendwas zu kaufen. Wie die da Umsatz machen ist mir für mein Einkaufsverhalten echt ein Rätsel ^^ Ich weiß einfach dass ich ganz mit Bus und Bahn da bin oder zumindest relativ weit weg geparkt habe und bin froh um jede Tüte die ich nicht rumschleppen muss.


20.02.2011 16:23    |    notting

Achja: Unser nächstgeleges (ca. 20km) Ex-Hertie (jetzt Karstadt) hat eine eigene Tiefgarage. Der existiert aber noch. Hier in der Stadt gibt's aber eine Filiale einer kleinen regionalen Kaufhaus-Kette, auf die das meiste hier geschriebene auch passt (kaum freie Parkplätze in direkter Nähe etc.).

 

Die "Riesen-Edeka-Verkaufstempel-mit-vielen-Parkplätzen-und-noch-ein-paar-Geschäften" halten aber auch bei uns in der Gegend Einzug.

 

notting


20.02.2011 16:36    |    Bert Benz

Das Problem ist grundsätzlich, dass das traditionelle Mittelklasse-Kaufhaus im Preiskampf zerrieben wird. Gilt übrigens auch für typische Mittelklasse-Automarken wie Opel und Ford.

 

Die Masse kauft beim Discounter, das belegt auch der auffällig starke Neubau von Lidl, Kaufland und Netto auf der grünen Wiese, zumindest hier in Ostdeutschland.

Am anderen Preisende sind die Feinkostläden und Edelboutiquen in den teuersten Einkaufslagen der Innenstadt, für die 10% Besserbekommer, die nicht unbedingt auf den Cent gucken müssen.

Zwischen diesen beiden Enden sitzt das Kaufhaus, ein Problem zb für Kaufhof. Der Onlinehandel greift zusätzlich noch zunehmend Umsatz der informierten, preisbewussten und gut verdienenden Mittelschicht ab.


20.02.2011 16:49    |    Dr Seltsam

Das ganze betrifft aber nicht nur Hertie, allgemein veröden die Innenstädte. Aber wenn wunderts?! Wenn ich an die meisten hier denke, rote Welle beim reinkommen, bescheuerte Verkehrsführung weil wir wollen ja alle auf die Bahn prügeln, koste es was wolle. Dann teilweise hohe Parkgebühren in muffigen 70er Jahre Parkhäusern die man mit den moderne Autos kaum noch befahren kann und zum Schluss klaut dir im Gewühle n rumänisches Klaukind entweder die Brieftasche oder du wirst ganzjährig von irgendwelchen Bettelbanden belästigt.

 

Dagegen Einkaufszentrum. Freies parken in modernen Parkhäusern, schnell erreichbar, alles an einem Fleck, offtmals privater Sicherheitsdienst der das ganze Gesocks rausschmeißen darf.

 

Sieht man bei uns in Siegburg, die Innenstadt geht immer mehr den Bach runter, Leerstand ohne Ende am Wuchern und was noch da ist sind überteuerte Einzelhändler die in der Zeit stecken geblieben sind, Handyläden, Ditsch und Nordsee, paar Bäcker, Ramschläden und als lebenserhaltender Hauptpunkt der Kaufhof.

Huma nebenan in St. Augustin wird jetzt umgebaut, ma sehn ob das der Todesstoß wird.

 

Oder auch Hennef: Da haste die Parkplätze clever direkt vor den Läden liegen. Blöd nur das es keine Brötchenreglung gibt, also die ersten 15 Minuten sind frei. Stattdeßen versucht Hennef sich die Taschen vollzumachen in dem hinter jedem Baum ne Politesse lauert die dir sofort ne Knolle an die Scheibe macht wenn du nurma kurz rechts ran fährst um dir n Sandwich zu holen. Da haste dann auch keinen Bock mehr und bringst dir alles von St. Augustin mit wenn de von der Arbeit kommst oder futterst direkt zu Hause.


20.02.2011 16:58    |    anschiii

Zitat:

Das Problem ist grundsätzlich, dass das traditionelle Mittelklasse-Kaufhaus im Preiskampf zerrieben wird. Gilt übrigens auch für typische Mittelklasse-Automarken wie Opel und Ford.

das Problem ist eher, dass es die traditionelle Mittelklasse nicht mehr gibt.

7 Mio Hartz4/Aufstocker, 10% der Bevölkerung Reiche bis Superreiche und der Rest kommt man grade so über die Runden bzw. suggeriert sich selbst durch alles-auf Kredit-kaufen auch zu den 'Bessergestellten' zu gehören.

 

 

Wer also soll in den einstigen Mittelklasse-Konsumtempeln einkaufen?

 

Dazu kommt noch das Internet. Es wäre tatsächlich grade bei Hightech-Artikeln schön blöd, dort nicht zu vergleichen und einzukaufen. Da Gibt es Preisunterschiede bis zu mehreren k€ je nachdem.

 

BTW- Hatten wir nicht grad das gleiche Thema nur mit dem label 'Das Sterben des Einzelhandels?:rolleyes:


20.02.2011 17:33    |    andyrx

Moin,

 

bin gerade in Bramfeld an dem neuen EK Center vorbeigefahren...soweit ich weiss steht aber das alte Hertie Haus dahinter noch:o

 

Hertie hatte auch ein paar gut laufende Flaggschiffe wie das Alsterhaus oder das KaDeWe in Berlin oder auch das Kaufhaus in der Frankfurter City.....aber das reichte nicht zum Überleben,die kleinen Häuser waren zu teuer im Unterhalt und die Handlingkosten für den zu geringen Warenumschlag einfach zu hoch.....die spezialisierten Mega Stores auf der grünen Wiese wie Media Markt,Toy'us,Möbelmärkte,Teppich Kibek und andere Spezialisten,aber auch H&M zogen auch immer mehr traditionelle Kaufhaus Kunden ab....das was übrig blieb reichte nicht mehr um profitabel zu arbeiten.

 

Als Kind der 60/70er Jahre war das mal unvorstellbar,die Kaufhäuser waren der Konsumtempel des Wirtschaftswunders und nicht wegzudenken und doch ist es ganz anders gekommen-->things are changing auch the Warenhäuser:D:D

 

mfg Andy


20.02.2011 18:13    |    Gnubbel

Zitat:

auch the Warenhäuser

:D

 

Beim letzten mal war der Zangenbagger am ehemaligen Hertie-Kaufhaus in HH-Bramfeld am beissen, sah aus wie Abriss. Muss ich nochmal bei Gelegenheit nachgucken, vielleicht auch nur Rückbau um die Hütte für Kaufland passend zu machen. Auf dem Gebäude war immer eine schöne Parkfläche auf die man ausweichen konnte wenn auf dem davorliegenden Parkplatz der Wochenmarkt stattfand.

 

Ciao!


20.02.2011 18:17    |    H1B

Klingt jetzt gemein, aber gut das Hertie weg ist.....hab ein Kindheitstrauma, ich mußte da als Kind immer mit meiner Ma und meiner Oma stundenlang rumrennen weil die Einkaufstag hatten.....was hab ich Hertie gehasst :D:D


20.02.2011 19:00    |    Dennie

Ich weiß nicht, warum bei solchen Sachen immer von Online-Boom und Grüner Wiese erzählt wird.

 

Fakt ist: Die Käufer entscheiden, welche Verkäufer überleben. Hertie hat es seit 20 Jahren mindestens nicht mehr geschafft eine Käuferschaft zu erreichen die für sein Überleben gereicht hätte. Das kann man mögen oder nicht - aber "Geiz ist geil" führt dazu dass die Innenstädte heute so aussehen wie sie nun mal aussehen. Die Unmengen an Handy-Läden und Ramsch- 1Euro-Mistläden sind eben deswegen da, weil sonst keine Läden überleben.

 

Wir haben hier "auf der grünen Wiese" ein gigantisches Einkaufszentrum nach amerikanischem Vorbild hingebaut bekommen. Das läuft, die Leute gehen hin, auch nachdem der Neuigkeiteneffekt abgeebbt ist. Das ist dann halt eine Herausforderung ans Centermanagement, die Läden gemeinsam zu vermarkten, gute Aktionen zu fahren und die 3.500 kostenlosen Parkplätze direkt am Center zu betonen. Aber dass Shopping außerhalb von Amazon und Ebay noch funktioniert - das zeigt dieses Beispiel neben vielen anderen.

 

Was mit den Kaufhof und Karstadt dieser Welt passiert - da bin ich gespannt. Ich kenne wenige Innenstädte, die zum Einkaufen einladen...


20.02.2011 19:13    |    tino27

Bei uns gab es nur einen Hertie und der war etwas außerhalb. Dieser wurde von Kaufland gekauft, umgebaut und auch viele Mitarbeiter übernommen.

 

In der Stadt selbst gibt es bei uns nur noch Karstadt (einer von dreien wurde aber geschlossen) und Galeria Kaufhof. Dafür aber bald ein großes neues Einkaufscenter.


20.02.2011 19:31    |    Dr Seltsam

Zum Thema toter Einzelhandel, ja da gabs neulich was bei mir:

 

http://www.motor-talk.de/.../aussterbendes-einzelhandel-t3090121.html

 

Ich hab weil wir grad mal bei einstürzenden Geschäften und ähnlichem Sinn noch vor dann vielleicht noch einen entsprechenden Blog zusammen zu schrauben über ne Sparte an die jetzt sicher keiner denkt. Liegt auch schon etwas im Regal, so seit einem Monat und wartet auf die Veröffentlichung.


20.02.2011 19:58    |    Gnubbel

Zitat:

Klingt jetzt gemein, aber gut das Hertie weg ist.....hab ein Kindheitstrauma, ich mußte da als Kind immer mit meiner Ma und meiner Oma stundenlang rumrennen weil die Einkaufstag hatten.....was hab ich Hertie gehasst :D:D

Mit zwei Frauen einkaufen kann die Hölle für einen Mann sein, und als Kind welches nicht selbst entscheiden darf erst recht...

Mir reicht es schon wenn mich mein Mädel durch Klamottengeschäfte schleifen will. Wir trennen uns dann im Einkaufzentrum: sie geht Richtung Klamotten und ich gehe in den Media Markt zum Knöpfedrücken :p, das wiederum wäre nichts für sie. Und nach geraumer Zeit treffen wir uns wieder und bummeln zusammen weiter. Einkaufen "live" ist eben doch anders als steril im Onlinehandel.

 

Ciao!


20.02.2011 19:59    |    andyrx

zu Quelle hatte ich mich hier schon mal ausgetobt --> Klick

 

ähnlich aber doch ganz anders die Situation die dort ins Verderben geführt hat...:eek:

 

mfg Andy


21.02.2011 01:12    |    Kawa_Harlekin

"things are changing", ich meine das trifft die Ursache für's momentane Austerben der klassischen Kaufhäuser auf den Punkt, und ich meine das ist nur temporär, vor allem deshalb finde ich das sehr schade, denn die Leute, die sich heute als Kaufhausangestellte abgestrampelt haben, werden dann von einer "Renaissance" nix mehr haben; die fällt dann anderen einfach unverdient in den Schoß...denn jeder wird immer die Dinge, die er kaufen will, auch mal "live" ansehen können wollen - also reiner Online-Handel wird sicher nicht auf Dauer alle Ladengeschäfte verdrängen.

Aber die Dinge haben sich halt geändert, der online-Handel hat sicherlich große Marktanteile übernommen, und - aber auch insbesondere - die überall zunehmende Spezialisierung hat halt auch den Handel stark geprägt. Ich finde es manchmal erstaunlich, wie gut sich die Verkäufer in den Technik-Großkaufhäusern wie Conrad, Media Markt, Saturn etc. bzw. Auto- und Motorrad-Zubehör mit der Technik auskennen, genauso in den Baumärkten. Früher gab's halt nur die teuren "Apotheken", also kleine Geschäfte mit allerdings sehr guter fachlicher Beratung und man war dann aber als weniger Betuchter froh, wenn man im klassischen Kaufhaus auch eine brauchbare Bohrmaschine oder einen funktionierenden Fernseher preisgünstiger kriegen konnte.

Und schließlich ist das Angebot an weltweiten Waren viel größer geworden, und diese Waren sind viel komplizierter geworden und wenn eine Mediamarkt-Zentralabteilung weltweit die Geräte aussucht, welche sie dann in ihren Märkten weltweit anbieten wollen, zahlt sich die Spezialisierung sofort in barer Münze aus; ein einzelner kleiner Abteilungsleiter bei der Quelle oder bei Hertie kann nicht das weltweite Warenangebot "stemmen". Die Kaufhäuser hätten sich halt imho auch in Produktgruppen-Unternehmensbereiche aufdröseln müssen, also Hertie/Quelle-Consumer-Elektronics, Hertie/Quelle-Haushaltsgeräte, Hertie/Quelle-Lebensmittel usw. usw., dann hätten sie wie die Spezialmärkte eben auch, weltweit diejenigen Produkte mit dem besten Preisleistungsverhältnis vorselektieren und anbieten können...von vereinzelten Mauscheleien mal abgesehen, dass z.B. Mediamarkt einen Exclusivvertrag mit Intel abschloß und somit AMD-Prozessoren stark vom Markt verdrängte....bzw. umgekehrt (fiktiv - denn das ist ja nicht der Fall) dann evtl. ein Mediamarkt-Konkurrent sich auf den Kopf stellen könnte, aber keine Intel-Prozessoren kriegt (was ja nicht der Fall ist, nur so als fiktives Beispiel, was solche Exclusiv-Verträge anrichten könnten im Handel...)

 

Aber spätestens wenn der Sprit 3 Euro/liter kostet und oder das Verkehrschaos überhand nimmt (wie z.B. in Shanghai heute schon), werden der Versandhandel und die "Sammel-Kaufhäuser" wieder aufblühen...denn wenn man am Samstag in der Großstadt so die "große Runde" macht (Lebensmittel-Klamotten-Baumarkt-Elektronikmarkt-Autozubehör-Motorradzubehör) hat man locker mal 100km Fahrtstrecke beieinander, und wenn dann der Verkehr so wie in Shanghai wäre, bräuchte man 5 Tage dazu...wenn's langt...

 

Gruß


21.02.2011 01:35    |    andyrx

ich denke es hat auch mit einem Generationswechsel zu tun,junge Leute fanden die Kaufhaus Atmosphäre die sie mit ihren Eltern kennen gelernt haben spiessig und miefig:eek:

 

es war dann ''in'' in zeitgeistigeren Läden zu kaufen.....ob Pimkie oder Orsay oder H&M --meine Tochter wollte zum shoppen einfach nicht mehr in den Karstadt gehen...es musste zuerst so ein moderner Laden der für junge Mode steht sein:cool:

 

und bei Media und Saturn sieht das nicht viel anders aus,die Auswahl und Preisgestaltung waren eben als Markt mit 3000QM Fläche was anderes als wenn eine kleine Fachabteilung im Karstadt auf 300QM alles zeigen muss und längst nicht auf den Umschlag eines Marktes kommen kann....am Ende ist der Marktanteil der Kaufhäuser in dieser Konstellation ins bodenlose gschrumpft....:o

 

Als Stadtteilnahversorger mit einem vollen Sortiment speziell bei Haushaltswaren oder alltäglichen Dingen gerne genommen und alles unter einem Dach erhältlich,aber bei den gut kalkulierten Kosmetika oder Parfüm sind dann schon wieder die Drogerieketten mit günstigen Preisen zur Stelle und bei den Parfüms wird dann auch mal fix für Douglas die Strassenseite gewechselt.

 

jaja die Kaufhäuser haben es nicht leicht heute,dabei findet sie jeder praktisch denn er erhält unter einem Dach alles was man zum täglichen Leben braucht....honoriert wird das aber kaum noch,wenn sie denn mal weg sind oder zugemacht haben wird speziell in den kleineren Städten aber sehr deutlich was fehlt;)

 

mfg Andy


21.02.2011 10:29    |    sluggygmx

Kennt hier jemand Breuninger ? Die sind hier im Süddeutschen recht stark vertreten und haben es geschafft sich sehr gut zu positionieren. Allerdings auch nie mit Hertie und Co. vergleichbar gewesen, immer etwas "exquisiteren" Anspruch gehabt.


21.02.2011 22:06    |    Der Lustige Alt

Der Wandel findet ja nicht nur bei Hertie und Co statt, sondern in der ganzen Gesellschaft in eine Richtung die mir persönlich nicht gefällt. Wer kauft seine Möbel noch beim Schreiner? Ikea und Co lassen grüßen, wer schaut heute noch TV Sendungen die nicht verblöden, gibts die heute noch??? Es gibt viele Berufe/Bereiche die werden in den nächsten 20 Jahre fast vom Markt verschwinden,

das ist nun mal der Wandel der Zeit, und die goldenen 60er,70er,80er und von mir auch noch die 90er wird es niemehr geben.

Ein großteil der Gesellschaft wird immer mehr den Bach runter gehn.


22.02.2011 20:00    |    notting

@Der Lustige Alt: Ähm, gibt's in deinem Ikea keine Verkäufer und in den Ikea-Fabriken keine Mitarbeiter? (irgendjemand muss ja auf die Maschinen aufpassen bzw. sie warten/reparieren)

-> Things are changing...

 

notting


22.02.2011 23:12    |    Der Lustige Alt

@notting

 

Und was möchtest du mir damit sagen:confused: Klar gibt es Ikea Verkäufer, und logischerweise gibt es in den Ausländischen Fabriken

auch Mitarbeiter...


23.02.2011 19:43    |    notting

@Der Lustige Alt:

Zitat:

Es gibt viele Berufe/Bereiche die werden in den nächsten 20 Jahre fast vom Markt verschwinden,

 

das ist nun mal der Wandel der Zeit, und die goldenen 60er,70er,80er und von mir auch noch die 90er wird es niemehr geben.

 

Ein großteil der Gesellschaft wird immer mehr den Bach runter gehn.

Stell dir vor, ein Kfz-Mechaniker will nix von Elektronik/Computern wissen -> manchmal sind die Anpassungen (zumindest in meinen Augen) nicht so schlimm für die Betroffenen. Man muss sich halt die Neugierde bewahren.

 

notting


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Deine Antwort auf "things are changing '' Hertie''--> traurige Hinterlassenschaft"

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