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andyrx

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24.02.2010 19:36    |    andyrx    |    Kommentare (42)    |   Stichworte: NSU, Oldtimer, Ro80, Wankel, Wankelmotor, Youngtimer

der NSU Ro80 mit flotter Keilform
Der NSU Ro80 mit flotter Keilform

Hallo Motortalker,

 

heute geht es mal um den wohl bekanntesten Wagen mit Wankelmotor dem NSU Ro80,der Name ist hier Programm der Kolben hebt und senkt sich hier nicht,sondern rotiert in Windeseile und extrem geschmeidig um die Exenterwelle und setzt eine Drehbewegung in eine weitere Drehbewegung um....

 

Irgendwie genial und auch faszinierend,und genau so wirkte der Motor auf die begeisterten Journalisten und die Motorpresse 1967 als dieses faszinierende Auto erstmalig präsentiert wurde->die moderne Keilform und dynamische Optik trug ihren Teil dazu bei....:cool:

 

Die flache Front wurde aber erst durch diesen Motor möglich denn der Wankelmotor ist extrem kompakt und klein,kaum größer als eine Bierkiste . Das Kürzel Ro steht schließlich für Rotationskolbenmotor, besser bekannt als Wankelmotor.

 

Felix Wankel hieß der Mann, der von den herkömmlichen Otto- und Dieselmotoren nicht wirklich überzeugt war, und etwas Neues schaffen wollte. Das Prinzip der immer wieder von oben nach unten rasenden Kolben hielt er für alles andere als perfekt. Schon 1954 hatte er seine Idee des Motors mit drehendem Kolben umgesetzt.

 

Bald erkannte man bei NSU die Bedeutung des neuen Drehs und setzte einen solchen Motor in kleiner Serie im so genannten Wankel-Spider ein.

 

Doch erst im Ro 80 sollte der Wankelmotor viele seiner Vorzüge wirklich zur Geltung bringen können.

 

So sind beim Wankelmotor weniger Bauteile nötig als bei herkömmlichen Aggregaten.

Außerdem wiegt er weniger und benötigt auch nicht so viel Platz - weswegen die Frontpartie des Ro 80 so niedrig sein konnte. Der Fahrer kommt in den Genuss eines vibrationsarmen Motorlaufs nach Turbinen-Art, der nicht durch hoch und runter rumpelnde Kolben gestört wird.

 

Der Ro 80 bekam sogar gleich die nächste Evolutionsstufe des Motors unter die Haube, den Zweischeiben-Kreiskolbenmotor. Zwei so genannte Kammern mit jeweils 497,5 Kubikzentimetern Hubraum brachten es auf eine Motorleistung von immerhin 115 PS. Damit beschleunigte der NSU in 12,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und ließ Autobahngeschwindigkeiten bis zu 180 km/h zu. Als sparsam gilt der Wankelmotor jedoch bis heute nicht. Angegeben wurde der Verbrauch des NSU Ro 80 mit 15 Litern, zeitgenössische Tests Berichten allerdings von 17,4 Litern. Dass Normalbenzin ausreichte, ist da wohl eher ein kleines Trostpflaster.

 

Für Sparsame war der große NSU ohnehin nicht die richtige Wahl. Schon von der Anschaffung her lag er über den meisten Konkurrenten. Wie sehr, dass geht aus einem Vergleichstest der Zeitschrift "auto motor und sport" aus dem Jahr 1968 hervor. Dort trat der 14.190 Mark teure Ro 80 unter anderem gegen einen 13.154 Mark teuren Mercedes 230 mit 120 PS und den 130 PS starken Opel Commodore GS an, den es bereits für 11.191 Mark gab.

 

Auch das moderne Fahrwerk und der extrem lange Radstand waren vorbildlich und sorgten für exellenten Komfort und sichere Strassenlage.

 

Bei den ersten Serienmotoren kam es infolge eines Konstruktionsfehlers zu vermehrten Motorschäden. Hatten die Motoren in der Erprobung über 200 000 km gehalten, so verloren sie in Kundenhand oft schnell an Kompression. Schnell wurde eine falsche Materialpaarung als Ursache dafür erkannt. Eilig wurden Material sowie die Teilung der Dichtleisten geändert und somit war das Dichtleistenproblem vorerst gelöst. In Verbindung mit einem Ferrotic-Mittelteil und einer härteren Elnisilschicht mit höherem Siliziumkarbidanteil ging man später auf die ursprüngliche Dichtleistenteilung zurück. Ab Anfang 1970 wurden die neuen Ferrotic-Dichtleisten in die Serie eingeführt.

 

der Motor war danach grundsätzlich zuverlässig und robust,der Ruf aber ramponiert und die Ölkrise gab dem

Auto des Jahres 1967 den Rest,die Verkäufe sackten durch und kamen nie mehr richtig nach oben.

 

 

Der Ro 80 wurde in Folge dessen in nur 37.398 Exemplaren bis 1977 produziert und blieb, technisch gesehen, ohne Nachfolger. Das letzte produzierte Fahrzeug wurde 1977 dem Deutschen Museum übergeben.

 

Heute hat sich um das Modell ein kleine aber rege Fangemeinde in diversen Clubs und im Internet organisiert--> siehe auch hier

 

die Idee vom Wankelmotor lebt aber in diversen Wankelsportwagen von Mazda weiter und hat heute ihre treuen Fans bis hin zum aktuellen Mazda RX-8;)

 

 

Technische Daten zum Ro80:

 

Motor: Zweischeiben-Kreiskolbenmotor (System Wankel) 497 cm³ pro Kammer, Verdichtung 9,0 : 1.

 

Zündung: ab 1967 bis 1969 Doppelzündung (zwei Kerzen pro Kammer). 1969 bis 1977

 

Hochspannungskondensatorzündung (HKZ) mit einer Kerze

 

Gemischaufbereitung: 2 Solex-Flachstrom-Registervergaser Typ 18/32 HHD oder Doppel-Fallstromvergaser

 

Solex 32 DDITS

 

Leistung: 85 kW (115 PS) bei 5500/min, max. Drehmoment 165 Nm bei 4500/min

 

Karosserie: Selbsttragend, Frontantrieb, vorn McPherson-Federbeinachse, hinten Schräglenkerachse mit

 

Feder-Dämpfer-Einheiten und Gummizusatzfedern

 

Bremsen: hydraulisch, vier Scheibenbremsen mit Bremskraftverstärker und lastabhängigem

 

Bremskraftregler an der Hinterachse, vorn innenliegend am Getriebe; Handbremse: mechanische

 

Innenbackenbremse auf Hinterräder wirkend, 160 mm Durchmesser. Scheiben vorn: 284 mm, hinten: 272,5 mm Durchmesser. Zweikreisbremsanlage, erster Bremskreis auf alle Räder, zweiter Bremskreis nur auf die Vorderräder wirkend

 

Getriebe: Drei-Gang-Zahnradwechselgetriebe, sperrsynchronisiert mit Parksperre. Hydraulischer Fichtel&Sachs-Drehmomentwandler mit Einscheibentrennkupplung, elektro-pneumatisch betätigt

 

Lenkung: Zahnstangenlenkung mit ZF-Umlauföl-Lenkhilfe

 

Höchstgeschwindigkeit: ca. 180 km/h

 

 

 

mfg Andy


24.02.2010 20:05    |    ICBM

Die 2 größten Sargnägel des Ro80 waren mWn die schlechte Blechqualität(unter der auch andere Hersteller litten -> VW & Alfa Romeo) und die mangelnde Bereitschaft der Fahrer regelmäßig Öl nachzufüllen.

 

MfG

 

PS: vom Design her der Zeit gut 10-20 Jahre vorraus, sowas sieht man heute nichtmehr


24.02.2010 20:14    |    andyrx

Hallo ICBM

 

ja es gab zweitweise verstärkte Rostprobleme durch die Verwendung von Recyclingblechen 1970-1972.

 

Ansonsten hatte der Ro80 eine durchaus robuste und sehr verwindungssteife Karosse die nicht mehr und nicht weniger rostete als die meisten anderen Fahrzeuge dieser Zeit;)

 

mfg Andy


24.02.2010 20:24    |    der_deppen_daemel

Naja, der Motor ist was besonderes, aber die Optik hat mich nie angesprochen... :(


24.02.2010 20:29    |    Animal.Mother

Ich hatte mal nen Gekocht160...der war definitiv besser....


24.02.2010 20:32    |    batze

@ICBM wo hast den die Weisheit her schlechte Blechqualität? Ich hatte 2,

der erste mit 4Kerzen und ohne Drehzahlbegrenzung kein Rost.Der 2. mit dem modifizierten Triebwerk und Vergaseranlage auch kein Rost.

Tja Ölstab das war für viele so ein Kreuz den rausziehen und beim Nachfüllen. Da könnte man was daneben schütten. Für viele RO Fahrer waren auch die Kontrollampen ne Krux. Ich würde mir, wäre mein Finanzer einverstanden, einen wieder zulegen. Das Thema ist noch nicht vom Tisch. Und ja er wurde geliebt und gehaßt- linke Hand rechte Hand mit der jeweiligen Anzahl der Finger Wandler bzw. Motor. Der Motor der in NSU eingebaut wurde war im Grunde nicht geeignet für Kurzstrecken-der brauchte Strecke. Am Sonntagmorgen hatten "Sie" sich auf der A81/A8 eigefunden um nach Ulm zu düsen damit die angesetzte Ölkohle sich von den Stand-Dichtleisten unter Zugabe von A 2Taktöl oder B Bremsenfluid löst. Die Problematik hat Mazda abgestellt. Werde dieses Jahr mal zum RO 80 Museum nach Altlußheim fahren.


24.02.2010 20:34    |    meehster

Der Ro80 ist leider bis heute mein einziger Kontakt mit Wankels, nur vom Beifahrersitz eines orangenen Ro80 dufte ich diesen Motor genießen.

Optisch spricht mich der Ro80 auch an - allerdings nicht in orange ;)


24.02.2010 20:35    |    Polo6NFDTCiV

Das Design ist auch heute, über 40 Jahre später noch zu sehen, Audi hat diese Line bis heute über den Audi 80, A4, Audi 100, A6 erhalten, stehen die Generationen aller nebeneinander, ist deutlich zu erkennen wer der Spender der Form gewesen ist...

 

Die Technik fest im RX verankert :)

Der Ro(tationskolben) heisst in Japan R(ota)X

Hubraum und Steuer, das geht nicht, sie haben keinen :D


24.02.2010 20:41    |    andyrx

das Design stammte von Claus Luthe dessen Handschrift auch die BMW E36 Baureihe (3er Serie von 1990-1997) trug,auch bei diesem BMW war diese Keilform und optische Dynamik erkennbar;)

 

mfg Andy


24.02.2010 20:48    |    sportivo

Diese Autos dürften unter den damaligen Fahrzeugen wie UFO-s ausgeschaut haben. Habe zuletzt in einem Museum so einen im Neuzustand gesehen, und war wirklich verwundert darüber, wie modern es anmutete. Würde jemand sagen, es ist ein Fahrzeug aus den späten 80-er Jahren, würde ich es glauben (wenn ich die RO80 nicht kennen würde:))


24.02.2010 20:59    |    Linier von Limors

Ein schöner Artikel. Jetzt fehlt nur noch ein Bild vom Motorraum. :)


24.02.2010 21:20    |    andyrx

dein Wunsch war mir Befehl:cool::p

 

 

siehe auch oben,da hab ich das ebenfalls eingefügt;)

 

mfg Andy


Bild

24.02.2010 21:23    |    emil2267

der audi 100 typ43 von 1976 war (wie alle späteren audis auch) nicht nur optisch dem NSU nachempfunden,man spielte auch noch ne weile mit wankelmotoren bis zu 180ps rum,bevor man die sache dann endgültig aufgab

 

hab mal irgendwo gelesen,dass sie sich bei audi aber so in den wankel verrannt haben,dass ihnen dann auch ne spitzenmotorisierung fehlte,weswegen wohl improvisiert wurde ?!

 

der tod des wankels war dann wohl die geburtstunde ner anderen motorenlegende :cool:


24.02.2010 21:30    |    aufallenvieren

Den Ro80 fand ich schon immer toll! Wenn man 1967 dieses Auto gesehen hat dachte man bestimmt die Außerirdischen sind gelandet. Kleiner Scherz.

Aber es war seiner Zeit sicher weit voraus, und fasziniert heute noch!


24.02.2010 22:08    |    andyrx

es wurde ja oft spekuliert was der Ro80 für Verkaufszahlen erreicht hätte,wenn er mit einem konventionellen kleinen V6 ausgerüstet worden wäre:eek:

 

nun keiner weiss,es und es ist halt eine hypothetische Frage im nachhinein.....Tatsache ist aber aus meiner Sicht das seine gesamten Mitbewerber optisch uralt dagegen aussahen....beim Mercedes reden wir noch vom Strich/8 der 1968 rauskam vorher (1967) war noch Heckflosse angesagt--> http://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_W115

 

 

oder bei Audi vom ersten 100er Modell welches ebenfalls 1968 Permiere feierte--> http://de.wikipedia.org/w/index.php?...

 

da sieht man erst richtig wie modern dieses Auto damals war:p

 

 

mfg Andy


24.02.2010 22:38    |    mr. mountain

Ich kann mich an den ersten Testbericht des Audi 100, Typ 44 in der motorwelt erinnern.

Damals war der cw-Wert eine Ikone zur Senkung des Spritverbrauchs.

Der Autor hatte zum Fototermin einen RO 80 dazu gestellt und kam zu dem Schluss, dass der

Audi Typ 44 der echte Nachfahre des legendären RO war.

Der Audi setzte auch in den frühen 80ern Maßstäbe, insofern war der RO 80 formal 1967

der Konkurrenz Lichtjahre voraus. Eigentlich schade, dass er nicht auch einen zuverlässigen Otto-Motor bekam...was, technisch, wie Andy schreibt wohl nicht möglich war.


24.02.2010 23:51    |    Provaider

Ich mag den RO80, immer wenn ich eines sehe freu ich mich und kann mich auch noch dran erinnern, was bei wenigen Fahrzeugen der fall ist.

Mir einen zuzulegen war auch schon mein Gedanke, aber so ein auto muss dann auch ehrenvoll hergerichtet und verwahrt werden und dazu fehlen mir aktuell Mittel und Möglichkeiten, den Fahren alleine ist nicht alles, die Pflege ist nun mal wichtig und dann auch Werterhaltend. Aber wer weiß was noch kommt im Leben


25.02.2010 00:31    |    andyrx

der Cw Wert des Ro80 betrug damals sensationelle 0,355....für diese Zeit ein klasse Wert wo die meisten Hersteller den Wert ihrer Modelle noch gar nicht ermittelten;)

 

nfg Andy


25.02.2010 02:28    |    meehster

0,355 ist wirklich ein guter Wert für die Zeit - und eine Erklärung, warum der Ro80 mit 115 PS in Sachen Vmax mit meinem ehemaligen 1983er (16 Jahre jünger!) Mercedes 230TE mit 136 PS mithalten kann. Selbst der Spritkonsum scheint auf ähnlichem Niveau zu sein ;)


25.02.2010 08:34    |    schipplock

klar...Mercedes war noch nie besonders leicht. Selbst spaeter mit dem 190er war man mit einem sehr kleinen Auto noch ziemlich schwer :). Es kamen alte Motoren dazu, die einfach gesoffen haben, wie ein Panzer...also mit Mercedes brauchte man sich "frueher" beim Verbrauch nicht vergleichen. Mercedes war immer durstiger...immer :). Die sind ja selbst heute noch recht durstig, aber es ist schon besser geworden :).


25.02.2010 09:50    |    meehster

Bei dem Benz war ich damals ziemlich erschrocken. Die beiden gleich starken, aber älteren Audi 100 und 200, die ich später hatte, waren trotz Automatikgetriebe (der Benz war Schalter) deutlich sparsamer und nebenbei noch schneller. Bis Anfang 2008 war der Benz das versoffenste Auto, das ich je hatte. Dann kam so ein 1994er Ford Escort mit 75 PS...


25.02.2010 10:24    |    andyrx

man darf beim Ro80 und seinem Verbrauch auch nicht die (serienmässige) weiche und komfortable ausgelegte 3 Gang Halbautomatik nicht vergessen.....wie die meisten Automatikgetriebe seiner Zeit arbeiteten diese mit viel Schlupf und ohne Überbrückung-->...was den Verbrauch nicht gerade senkt;)

 

mfg Andy


25.02.2010 11:13    |    Trackback

Kommentiert auf: andyrx:

 

Autos die man als Meilensteine betrachten kann...

 

[...] Moin,

 

nachdem ich gestern einen Artikel zum NSU Ro80 mit Wankelmotor geschrieben habe und diesen als Meilenstein genannt habe...mal die Frage,was sind in euren Augen echte [...]

 

Artikel lesen ...


25.02.2010 11:33    |    schipplock

Halbautomatik...ich hab drueber gelesen...man schaltet manuell, kuppelt aber nicht, richtig? Das muss ja komisch sein, wenn man dann wieder umsteigt und die Zaehne fliegen laesst :).


25.02.2010 15:18    |    roro80

Ich selber besaß bisher 3 NSU Ro80 wovon ich 2 noch habe und mit Recht behaupten kann, dass der Ro80 mein erstes Auto war. Auf dem Wagen habe ich meine ersten 40tkm Fahrpraxis erfahren. Mittlerweile fahre ich seit 8 Jahren Ro80. Davon 2,5 Jahre im Alltagseinsatz Sommer wie Winter. Ich kenne außer dem Audi 100 Quattro kein besseres Winterauto mit Frontantrieb wie der Ro80. Probleme mit dem Motor hatte ich NIE! Diese Legende die sich um den Wagen rankt, Ro80 Fahrer hätten sich mit erhobenen Fingern (=Anzahl der Motoren) gegrüßt ist mehr angedichtet als wahr. Ich kenne keinen noch so alten Ro80 Fahrer der jemals so gegrüßt hat bzw so gegrüßt worden ist. Diese spöttischen Bemerkungen sind seinerzeit entstanden nachdem NSU Anfangs massive Probleme hatte dem Motor annehmbare Laufleistungen im Alltagsbetrieb einzuhauchen, von Firmen denen es damals gerade recht kam, weil sie nichts vergleichbares auf dem Markt vorzuweisen hatten. Die probleme waren ab 1971 mit der neuen Leistengeneration weitestgehend gegessen. Geschultes Personal war Mangelware weswegen Motoren mit versteller Zündung und defekter Zündkerzen und falscher Vergasereinstellung in der Garantiezeit meist einfach ausgetauscht wurden obwohl dem Motor an sich nichts fehlte. Ehemalige Werksmitarbeiter haben schon oft davon erzählt, dass intakte Motoren ins Werk zurück geschickt wurden bei denen an den Dichtleisten absolut nichts fehlte. Nur ist der Ruf erst einmal ruiniert lässt sich sowas nur schwer wieder in die andere Richtung drehen.

 

Nachdem sich die Fachpresse in den letzten 2-3 Jahren mit den wirklichen Tatsachen über diesen Wagen befasst und mit gewissen Vorurteilen aufräumt gewinnt der Wagen eigentlich das Ansehen, was ihm schon zur damaligen Zeit gebührt hätte, denn alles was nach dem Ro80 auf den Markt kam orientierte sich an der Keilform dieses Wagens, dass man vor dem Ro80 noch garnicht kannte.

Man ließt in alten Presseberichten immer wieder begriffe "Ein Auto wie ein Fanfarenstoß" oder "..seiner Zeit um Jahre vorraus!"

Stelle ich heute meinen Ro80 neben einen -8 sieht dieser aus wie wenn er 10 Jahre älter wäre, dabei kam der W114 1 Jahr nach dem Ro80 auf den Markt. Spätestens da blickt jemand wie ich der erst Anfang mitte der 80er geboren wurde was dies für die damilige Zeit geheißen haben mag.

Als der Ro80 1967 auf den Markt kam schob Mercedes noch martialische Kühler durch die Gegend, bei Audi war der modifizierte DKW F102 (Audi 60 genannt mit Viertaktmotor) gerade die neuste Errungenschaft, und Opel fuhr noch mit rumpelnden Starrachsen durch die Gegend. In diese Zeit hinein wurde der Ro80 gebaut von einer Autofirma die bis dato nur Kleinwagen herstellte. Eine Firma die in den 50er Jahren die größe Zweiradfarbik der Welt war und dann 1958 auf Kleinwagenbau umgestiegen war bringt knapp 10 Jahre später einen solchen Wagen auf den Markt mit Einzelradaufhängung v+h , 4 Scheibenbremsen, Servolenkung, Nebelscheinwerfer und Heckscheibenheizung in SERIE was sonst aufpreispflichtig war!!! Dazu der leise turbinenartige Lauf des Wankelmotors der zu dem Zeitpunkt seit gerademal nur 10 Jahren existierte! Das war eine Sensation die es so davor und auch danach nie wieder gegeben hat. Der Ro80 war seiner Zeit damals zu weit vorraus was sicherlich nach den anfänglichen Motorenprobleme mit ein Grund war warum er nur so wenig gekauft wurde. Übrigens der Audi 100 Typ 44 war als ein Ro80 getarnter Erlkönig unterwegs. Und wer sich den Opel Omega anschaut der ab 1994 gebaut wurde wird gewisse parallelen feststellen. Ebenso die Aluzierblenden um den Scheibenrahmen beim Audi Cabrio.

 

rotarische Grüße

roro80


25.02.2010 15:23    |    andyrx

@roro80

 

sehr schöner und anschaulicher Bericht;)

 

fahre selbst auch einige Wankel und der Motor der RX-7 ist ein Muster an Zuverlässigkeit,abgesehen von einem Dichtleistenbruch vor einigen Jahren beim RX-7 Cabrio sind alle meine Mazda RX-7 stets zuverlässig und ohne Pannen unterwegs;)

 

mfg Andy


25.02.2010 15:42    |    tino27

Das Design des Ro find ich echt gelungen, also damit mein ich die Silouette und die Blechzüge, aber der Grill ist mir zu 80er-mäßig. Für das Auto wahrscheinlich eher ein Kompliment. :)

 

Bei uns in der Nähe steht auch immer einer rum, in kackbraun. Scheint als Alltagsfahrzeug zu fungieren - find ich schon mutig.


25.02.2010 15:46    |    andyrx

naja ein 80er Jahre Grill an einem Auto was schon 1967 auf dem Markt kam ist doch ein echtes Kompliment;)

 

mfg Andy


25.02.2010 23:36    |    Kurvenräuber161

interessant finde ich die verschiedenen optischen Änderungen der verschiedenen Jahrgänge. Während die ersten Modelle noch eine komplett umlaufende "Bügelfalte"hatten (durch die Lampen und dem Kühlergrill durch, die Serie 1 Wagen) fiel dies bei den späteren Modellen mit Halogenleuchten weg. Einige wenige Ro80 haben auch runde Doppelscheinwerfer, wie sie damals in den USA Pflicht waren ( http://carphotos.cardomain.com/.../7971580006_large.jpg )

Die Rücklichter wurden mitte der 70er vergrößert und verändern die Optik in meinen Augen ins negative.

 

Dennoch finde ich den Ro80 mit seiner Optik zeitlos hübsch, und mit einigen wenigen Änderungen könnte er sicher auch als Neuwagen durchgehen


26.02.2010 00:06    |    tino27

In der Autozeitung war letztens ein Bericht über den Ro 80 un den K 70 in der Autozeitung. Dazu kam ein interessanter Leserbrief. Ich zitier mal:

"Als junger Gruppenleiter in Fahrwerks- und Sicherheitsversuch von NSU war ich an der Entwicklung beider Fahrzeuge von Anfang an beteiligt und konnte auch meinen Teil dazu beitragen. Als weitere Beispiele der fortschrittlichen Technik seien beim Ro 80 die erst an der Spritzwand beginnende kurze Lenksäule und die dort angeordnete Zahnstange der Lenkung mit damals noch separatem Servozylinder, die erste echte Zweikreisbremse mit lastabhängiger Regelung der Hinterachse und die sichere Tanklage unter der Rücksitzbank erwähnt.

Beim K 70 ist sicherlich die Lage des Differentials unter dem Motor bemerkenswert, wodurch die Vorderachse weit nach vorn rückt - mit einem kurzen vorderen Überhang von nur 780 mm und einer Gewichtsverteilung von 60:40. Außerdem ließ sich die Kupplung ohne Motor- und Getriebeausbau wechseln.

Die meisten dieser Merkmale wurden erst viel später von anderen Herstellern verwendet."


26.02.2010 00:52    |    andyrx

@tino27

 

während man dem Ro80 optisch schon seine Innovationen ansah,war der K70 eher das krasse Gegenteil.... für einen VW sehr viele verborgene Neuerungen und Innovationen aber optisch ganz dezent und sehr klare Linien....;)

 

wäre NSU damals nicht das Geld ausgegangen,wer weiss....der K70 hätte Zukunft gehabt denn der VW 411 war gegen den K70 ein echtes Alteisen,was in dieser Fahrzeugklasse steckt konnte VW aber erst mit dem Passat erstmalig als Erfolgskonzept erleben.

 

mfg Andy


26.02.2010 16:36    |    Prussiacus

@ schipplock

 

Bei der im Ro80 verbauten Kupplungsautomatik handelt es sich um eine sog. Wandler-Schalt-Kupplung (WSK) von F & S. Das gleiche System gab es auch a. W. im vW-Käfer "Automatic" und im Porsche 911 "Sportomatic". Letzteres fahrzeug habe ich mal besessen, es war schon beeindruckend, was man damit anstellen konnte, der "Anfahrgang" (Fahrstufe 2) reichte bis 110, besonders auf der Autobahn-Einfädelspur ein Erlebnis, wenn man ohne Zugkraftunterbrechung hochbeschleunigen konnte...

 

Den VW 1302 S Automatic habe ich heute noch, besonders im Stadtverkehr eine Wohltat, da das dauernde Kuppeln fortfällt und man bei Staus "mitschleichen" kann, ohne um erhöhten Kupplungsverschleiß fürchten zu müssen - - der Preis dafür: ca. 0,5 - 0,7 L Mehrverbrauch (Stadt), bedingt durch den Wandlerschlupf, aber dafür nie Kupplungsreparatur!


26.02.2010 20:07    |    Alfrithe

Beim Ro80 (alter und schlechter Witz: Gekocht 160 - hahahahaha) ist es ähnlích wie bei der DS: Sie bleiben ewige Klassiker, zeitlos schön und elegant! Es gibt eben Formen die niemals durch sowas wie Mode verschandelt werden. Sie sind eben!


26.02.2010 20:27    |    Prussiacus

Das sage mal Chris Bangles, der sich bei BMW einen abbricht.....:o


26.02.2010 20:42    |    tino27

Abbrach. ;)


26.02.2010 20:44    |    Prussiacus

Wo treibt er denn jetzt sein Unwesen?


28.02.2010 13:48    |    Linier von Limors

Danke für das Motorraum-Bild.


28.02.2010 14:37    |    andyrx

kein Problem,hattest ja auch Recht;)

 

wenn schon der Motor das besondere an diesem Wagen ist dann soll man zumindest mal einen Blick unter die Haube werfen;)

 

der Motor selbst gibt aber optisch nicht viel her,man sieht (oder auch nicht) einen mehr oder weniger quadratischen Block Metall in der Größe einer Kiste Bier und jede Menge Zusatzaggregate die den Blick auf den Motor verstellen;)

 

mfg Andy


04.03.2010 11:02    |    Trackback

Kommentiert auf: andyrx:

 

Audi A1 e-tron--> Comeback des Wankelmotors

 

[...] dein Kenntnisstand ist scheinbar wirklich alt und stammt wohl noch aus NSU Ro80 Zeiten;)

 

der Wankelmotor ist sehr zuverlässig und die anfänglichen Abdichtungsprobleme längst Geschichte,Mazda [...]

 

Artikel lesen ...


19.03.2010 15:09    |    B4-Rocker

Der gute RO80 war seiner Zeit voraus, er war damals schon zeitlos!!!

 

RESPEKT!!!


Deine Antwort auf "der NSU Ro80--> Meilenstein im deutschen Automobilbau"

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