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andyrx

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28.03.2010 11:19    |    andyrx    |    Kommentare (77)    |   Stichworte: Crash, Selbstmord, Suizid, Unfall

Horror -->der Moment des Einschlags
Horror >der Moment des Einschlags

Hallo Motortalker,

 

 

Leider immer wieder mal zu lesen und zu sehen--> versuchter oder vollendeter Selbstmord mit dem Auto....bei dem unbeteiligte Menschen zu Schaden kommen.

 

wie komme ich auf das Thema??

 

bei dieser Meldung hier-->http://www.nonstopnews.de/meldung/10837

 

kam ein unbeteiligter 71 jähriger Busfahrer ums Leben und 20 Fahrgäste wurde zum Teil schwer verletzt,der Unfallverursacher und mutmassliche Selbstmörder und sein Sohn überlebten lebensgefährlich verletzt den Crash:eek:

 

aber auch bei anderen Geisterfahrerunfällen ist geplanter Suizid oftmals die Ursache....sprich selbst wenn man noch eventuell ausweichen könnte wird der Unfallgegner versuchen den Zusammenstoss herbeizuführen und man ist ohne jede Chance.

 

im obigen Fall besonders tragisch dass der Suizidfahrer überlebt und das entgegenkommende Opfer verstirbt:rolleyes:

 

Abgesehen davon das ich Suizid ohnehin nicht verstehen kann...:confused:-->

 

Was steckt hinter einem solchen Handeln anstatt einen Baum oder Brückenpfeiler zu wählen,ganz bewusst andere unschuldige Menschen mit in den Tod oder ins Verderben zu reissen...??

 

einen Schutz vor solchen Unfällen gibt es ohnehin nicht,so muss man eine solche Begegnung wohl als schicksalhaft betrachten..:eek:

 

eure Meinung zu dem Thema interessiert mich??

 

mfg Andy


28.03.2010 21:06    |    wolf24

Dr. Seltsam,

sehr gut und sehr nachvollziehbar Deine Darstellung der Situation eines Menschen, der mehr und mehr die Erfahrung macht, daß er ein bedeutungsloser Nowhereman oder nobody ist. Man nehme ihm den letzten Halt und erzeuge damit im "günstigsten" Fall nen Alk- oder sonstwie Suchtkranken der sich in Raten umbringt, im weniger für ihn günstigen Fall sich selbst direkt suicidiert und wenn er die Hilflosigkeit bei sich selbst nicht aushält, haut er diese noch anderen um die Ohren! Sprich die Depression wendet sich nach außen, statt "nur" nach innen!

 

Es nützt uns allerdings nichts, wenn dieser Nobody durch seinen Amoklauf zu "JEMAND, den man hätte ernstnehmen müssen" gestempelt wird oder "wir sollten was draus lernen" gepredigt wird und ein paar Wochen später ist alles vergessen und es geht im alten Trott weiter.

 

Wir wissen am Beispiel des Herrn Enke, daß tatsächlich weniger die Depression, sondern mehr die Versagensangst, nen Ball, den "jeder" halten könnte, nicht halten zu können und dann als Looser dazustehen, zentrales Thema für ihn war!

Und wie kommt sein nicht-psychologischer Psychotherapeut, ein Mediziner ohne Studium der Psychologie oder der klinischen Psychologie übrigens, dazu, seine Schweigepflicht zu verletzen und der Öffentlichkeit preiszugeben, daß Herr Enke bei ihm in Behandlung war? War er etwa auch so stümperhaft in Bezug auf Vermischung Psychotherapie und medikamentöser Therapie, die sich zum Nachteil des Patienten durchaus gewaltig beissen kann!

 

Während meines Studiums warnte uns unser Professor, immerhin Chef des ZI in Mannheim, vor suicidalen Handlung aufgrund falscher Medikation. Ich habe eine Zahl im zigtausender Bereich, (pro Jahr !!!), bei denen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit der Suicid auf falsche Medikation basierte.

 

Es wurden bereits einige richtige und wichtige Hinweise auf eine latente Depressionen und im weiteren auch latenter Suicidalität gegeben, plötzlicher und auffällige Rückzüge von Aktivitäten die vorher Spaß machten, Vernachlässigung Körperpflege oder sozialer Aktivitäten, Antriebslosigkeit und Einengung usw. sind einige davon.

 

Wichtig erscheint im übrigen der Irrtum, daß Leute, die entsprechende Hinweise auf "das Leben lohnt sich eigentlich nicht mehr/ wozu das Ganze /ich kann nicht mehr /will bloß noch meine Ruhe haben" geben, ihren Suicid nicht umsetzen würden.

Bellende Hunde, beißen nur solange nicht, wie sie bellen, wenn sie aber schweigen kann es sehr gefährlich werden! Und deshalb ist auffälliges Schweigen einer ansonsten eher locker, flockigen Rede, ein Hinweis, daß möglicherweise etwas im Busch ist!

 

Und bitte, wenn dann jemand sein Problem, worin es auch immer bestehen mag, nicht mit schlauen Ratschlägen kommen, die sind dann meist die letzten, entscheidenden Schläge (!) Wer die Ehre bekommt und mit der ihm zugeschobenen Verantwortung vernünftig umgehen will, springe emotional gesehen in Fahrrichtung auf den in die falsche Richtung fahrenden Zug auf, teile also ein Stück weit die Hilflosigkeit! Dies fällt bei jemandem, der sich selbst gegenüber ehrlich ist, meist überhaupt nicht schwer, er braucht nämlich nur seine eigene anzunehmen und hat damit nen Andocksteg gefunden oder kann damit auf den Zug aufspringen. Und dann kann er zum Lokführer vordringen und mit ihm gemeinsam ne Lösung entwickeln! WENN ER (der Helfer) GLÜCK HAT, klappt es! Und hat es dann geklappt, ist es, wie bei der Geburt der eigenen Kinder dabei zu sein!

 

Gelingt es nicht, den Zug zum Suicid zu stoppen, dann bleibt uns nur die altmodische Tugend der Demut und zu akzeptieren, daß unsere Verantwortung für uns selbst, immer auch bei uns selbst anfängt und AUFHÖRT!

 

Immerhin hilft mir dieser Fred, meine eigene Position und Verantwortlichkeit mir mal wieder deutlicher zu machen!

 

Und auch von mir ein Riesenkompliment zum einen an dich Andy für den Mut ein solches Thema anzuschneiden und den meisten, sehr empathischen und differenzierten Antworten, die das gesamte Bild einfach immer kompletter und verständlicher machen! Super!

 

Wolf


28.03.2010 21:08    |    SFOB-Schluppi

Gebe ich dir recht Dr Seltsam! Denke auch das es eher so war. Das man andere damit gefährdet schaltet wohl in dem moment vollkommen ab. Der Bus war wohl der Punkt wo man sich am ehesten denken konnte der ist groß und schwer da klappt es wohl eher am schnellsten und "besten" es hätte auch ein LKW sein können...der Bus war wohl im flaschen Moment am falschen Ort.


28.03.2010 21:17    |    andyrx

Hallo

 

nun ich kenne eine Fall der in seiner Tragweite wesentlich schlimmer und sogar ganz in der Nähe geschah-->p://www.abendblatt.de/.../...arrislee-Verdaechtiger-in-Berlin-gefasst.html

 

 

den Beschuldigten/Täter kenne ich (vor vielen Jahren Ex Berufskollege Mitbewerber) und kann ganz sicher sagen....das ist kein verzagter und gebrochener Mensch gewesen sondern jemand der niemals mit Niederlagen umgehen konnte und stets seine Ellenbogen einzusetzen wusste und davon rücksichtlos Gebrauch machte wenn es notwendig sein sollte....als Verlierer oder Versager dazustehen oder dies vorgeworfen zu bekommen war es ihm wert seine Familie auszulöschen,für den dann angekündigten Suizid fehlte dann der Mumm:rolleyes:

 

Oftmals sind die Motive für solches handeln derart niederer Natur dass uns oft die Phantasie fehlt dies nachvollziehen zu können....mitunter sind narzisstische Motive und Egoismus in einem Masse Antrieb für das kaum fassbare Geschehen wo einem jede Vorstellungskraft fehlt.

 

nur mal als Contrapunkt und Kehrseite der Medallie:eek:

 

 

mfg Andy


28.03.2010 21:20    |    wolf24

Ich lese gerade die letzte Zeile:"einen Schutz vor solchen Unfällen gibt es ohnehin nicht,so muss man eine solche Begegnung wohl als schicksalhaft betrachten.. ".

 

Letztlich gibt es keinen sicheren Schutz, außer zuhause zu bleiben und da kann ne Galaxy auf dem Dach landen, ist schon klar!

 

Beim Autofahren checke ich, seit mit Steine- oder Holzklotzwerfer, als Möglichkeit bekannt sind, auch wenn genauso selten, wie Geisterfahrer o.ä., bewusster ab, ob und was die Leutchen auf AB-Brücken, die über die AB gehen, so treiben! Sind es Kinder, winken die oft und freuen sie sich über ein Lichtsignal oder zurückwinken. Ist es Nacht, na ja und sollte es mich mit 250 oder 200 treffen, Buenas nottes, das war es dann. Ich hoffe, ich könnte dann in letzter Sekunde sagen, dass ich aus meinem Leben das gemacht habe, was möglich war und das weitergereicht habe, was ich weiterreichen konnte!

 

Eine ähnliche Haltung habe ich auch in Bezug auf Geisterfahrer o.ä. Hier erinnere ich mich gelegentlich daran und versuche, trotz gerne Highspeedfahren, dabei mir immer wieder mir auch nen Plan B, Ausflug Standstreifen/ nachdem ich bis (fast) zuletzt draufgehalten habe, um dann in die andere Ecke zu flüchten, auszumalen. Sozusagen so ne Art mentales Training um beim letzten Knobelspiel zu gewinnen, statt zu verlieren!

 

Gute Fahrt allen und habt hoffentlich immer den Plan B parat!

Wolf


28.03.2010 21:54    |    wolf24

Hi Andy,

interessanter Beitrag und durch deine persönliche Kenntnis des Täter deutlicher werdend! Du schreibst:"

" ..das ist kein verzagter und gebrochener Mensch gewesen sondern jemand der niemals mit Niederlagen umgehen konnte und stets seine Ellenbogen einzusetzen wusste und davon rücksichtlos Gebrauch machte, wenn es notwendig sein sollte....als Verlierer oder Versager dazustehen oder dies vorgeworfen zu bekommen war es ihm wert seine Familie auszulöschen,für den dann angekündigten Suizid fehlte dann der Mumm:rolleyes:"

 

 

Deine weitere Bewertung bzgl. der Motivlage nun ja. Das blöde ist nur, daß unvernunft und ausserhalb einer gesunden Selbstkontrolle handeln, eben nie höheren, vernünftigen Gedanken oder Überlegungen entspricht, denn dann würden sie ja gemacht werden! 

 

Das bescheuerte ist, daß JEDER von uns, jederzeit in eine Situation kommen kann, in der wir uns selbst nicht erkennen würden und nicht erkennen möchten! Das gilt für mich, für Dich! Wenn wir im letzten Moment noch abdrehen, dann weil wir Glück hatten und irgendwo noch ein Schutzpattern im Hirn vor der finalen Handlung schützte. Letztlich ist die umgangssprachliche Formulierung von "dem ist die Sicherung durchgebrannt", gar nicht mal so verkehrt! Trifft zu! Ist nur ein Unterschied hat der Betreffende auch noch die Mittel, z.B. Waffen oder ein entsprechendes Mordwerkzeug (Auto !) und ist auch noch kräftig oder intelligent genug, um den Gedanken, der wie ein Laserstrahl den Hypothalamus (Sitz des Gefühls im Hirn) feuern lässt in die Tat umzusetzen, hilft nur noch schnöde Eigensicherung! 

 

Und dein Ex-Bekannter und dein Hinweis zeigt ja, daß bei ihm das Kontrollbedürfnis geradezu krankhaft ausgeprägt war, so daß er eine Niederlage mit Durchdrehen, weil ich der Situation ausgeliefert bin, statt die Situation zu bestimmen, beantwortete.

 

'Wenn doch diese Leute, wenn sie schon nicht professionelle Hilfe im Umgang mit vermeintlichen Kränkungen suchen, wenigstens die Reihenfolge ihrer Handlungen ändern würden. Erst sich, dann die Anderen ...  . Ok, war blöd!

 

Immerhin konnte ich (vermutlich) den Sohn einer Mutter retten, weil ich dafür sorgen konnte, daß der Vater an diesem fraglichen Nachmittag nur in Anwesenheit eines Jugendamtsmitarbeiters den Sohn treffen konnte. Und dieser sich dann vom Vater nicht einlullen ließ und sich weigerte, den Sohn direkt und alleine mit dem Vater weggehen zu lassen! (Der Vater hatte aus einer Klinik Ausgang erhalten, dabei einen später aufgefundenen Brief hinterlassen, indem er die Tötung des Kindes angekündigt hatte! Er brachte sich danach alleine um ... !)

 

Kontrollverlust muss nicht zwingend aus einem für jeden sichtbaren und nachvollziehbaren Elend bestehen, sondern kann sich sehr wohl, wie in dem von Dir geschilderten Beispiel äußern!

 

Meinst Du die Mullahs, die das historisch entwickelte Unterlegenheitsgefühl des Islams gegenüber der westlichen Welt für sich benutzen, leiden selbst unter den Nöten der Palästineser oder der islamistischen Völker? Ich glaube, sie leiden eher unter der Vorstellung, daß sie nur, wenn sie endlich das ihre Ansicht nach Böse, das angeblich den Islam beherrschen will, "besiegt" haben! Und besiegt heisst, daß sie endlich wieder die Kontrolle über ihre eigene Welt haben!

 

Gib jedem ein Reich über das er herrschen kann, das er bestimmen und kontrollieren kann und wir brauchen keine Reiche mehr, die über uns herrschen! So ähnlich könnte die ideale Lösung sein. Nur, wie soll das gehen, solange ein paar Global Player Vermögen, Fabriken, Produktionsanlagen global in der Weltgeschichte rumschieben, wie beim Monopoly? :(

 

Wolf


28.03.2010 22:55    |    andyrx

nun die Abgründe menschlichen Handelns sind tief und oft kaum zu entwirren,schlimm wenn jemand der Hilfe braucht diese nicht bekommt,noch schlimmer wenn er diese ablehnt und und andere Menschen dabei ins Verderben reisst....hier im Nachhinein als Richter oder Gutachter befinden zu müssen ist keine leichte Aufgabe,noch schwerer ist allerdings den unschuldigen Opfern als Seelsorger oder Angehöriger den notwendigen Trost zu spenden denn die Sinnlosigkeit wird sich leider nie entwirren oder plausibel erklären lassen....was bleibt ist ein schwarzes Loch indem kaum Platz für Trauer ist,sondern meist nur Wut und Ohnmacht gegenüber dem Täter übrig bleibt bzw. dominiert.

 

mfg Andy


29.03.2010 08:00    |    Dr Seltsam

@ Wolf : Hierbei merkt man eigentlich auch das unser Sozialstaat eigentlich kein Sozialstaat sondern mehr eine "Rede und es gibt Geld"-Staat ist. Wenn ich Arbeitslos werde und vorspreche gibts Geld, wenn ich Kinder hab und es melde gibts Geld, wenn ich irgend ein abgedrehtes Projekt für irgendwelche Assis hab die schon zig Leben ruiniert haben gibts Geld solang ich es pädagogisch wervoll nenne, aber die Herrscharren an Menschen die wirklich sofort Hilfe bräuchten und stumm vor sich hin leiden, denen hilft niemanden. Sehen ja auch von außen ganz gesund aus, laufen grade aus, werden nicht Kriminell ( außer vielleicht im letzten Akt wenns eh zu spät ist ) und zahlen ihre Steuer. Kein Grund zu handeln.

 

Dabei vermute ich mal werden das immer mehr und sowas wie mit dem Bus könnte uns noch häufiger blühen. Der eine Teil arbeitet sich für ein paar müde Mücken halb tot, der andre wird ausgeschlossen egal wie sehr er strampelt, schon in der Grundschule gibts teilweise gnadenlose Hackordnungen und neben allem werden wir immer egozentrischer was teilweise aber auch garnicht verwunderlich ist. Wer den ganzen Tag damit zutun hat sich am laufen zu halten kann schlecht auch noch auf seinen Nebenmann achten.

 

Wenn dann mal einer der Betroffnen soweit geht und die ersten Warnsignale sendet wir das als Schwäche abgetan, die Umstehnden sehen ja nur den Moment und denken sich "das kann man doch mal durchhalten" ( ohne zu sehen das der der da steht das seit JAHREN, wenn nicht JAHRZEHNTEN schon durchhalten muss ) und tretten den Betroffnen noch eine Stufe tiefer.

 

Irgendwann passiert dann mal wieder ein Amstetten oder ein Linienbus, die Medien schlachtens aus als das wieder "ein Psychophat mehr Amok gelaufen ist" ohne die Hintergründe zu erklären und dem stumpfen Durchschnittsbürger blinzelt dreimal, ist kurz über den Trümmerhaufen geschockt und vergisst schon wieder bei der nächsten "unsre Welt ist so heil, guckt mal Camilairgendwas mit ihrem neuen Lover" Story das da was war.

 

Brave new world......


29.03.2010 18:38    |    _RGTech

Zwei völlig unterschiedliche Themen, aber irgendwie verknüpfen sich die Stränge langsam (Stichworte Gesellschaft, Hackordnungen, Rücksichtnahme, Reiche...)... ich will hier nur mal auf "nebenan" verweisen:

http://www.motor-talk.de/.../...-ueberhaupt-interessiert-t2635542.html


29.03.2010 22:16    |    andyrx

nun das Schicksal Suizid betrifft aber so gut wie alle Gesellschaftsschichten,das macht nicht halt vor arm oder reich;)

 

Depressionen oder Schicksalschläge,Krankheit oder Konkurs und vieles anderes mehr spielt da mit rein...:cool:

 

mfg Andy


29.03.2010 23:38    |    Bermudagrün

Hallo,

hier nochmal Beispiele für die reichen Selbstmörder.

Der schwäbische Großindustrielle Adolf Merckle ist tot. Am Montagabend ließ sich der 74-Jährige von einem Zug überrollen.

Anmerkung: Er sah wegen der drohenden Insolvenz seines Imperiums keinen anderen Ausweg.

Nationaltorwart Robert Enke ist tot. Enke starb am Dienstagabend an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge im Ortsteil Eilvese.

Der Münchner Rechtsanwalt Günther Freiherr von Gravenreuth, der auf umstrittene Abmahnungen im IT-Bereich spezialisiert war, hat sich das Leben genommen.

Aber man denke auch an die vielen unbekannten die sich täglich aus was für einem Grund auch immer das Leben nehmen. In Deutschland sind das jedes Jahr zwischen 10.000 und 12.000 Menschen. Die Dunkelzifer nicht mit eingerechnet.


30.03.2010 00:08    |    wolf24

Mit "DEM GRUND" habe ich so meine Probleme!

 

Um es mal etwas deutlicher zu machen:

1. Annahme, das arabische Sprichtwort: Der Körper ist das Haus des Geistes.

2. Die Frage aus der Chaostherorie:"Wieviele Schneeflocken braucht es, damit eine Blockhütte einstürzt?"

Antwort:"Eine!", Nämlich die eine zuviel! Sprich X plus 1!

 

Und jetzt gibt es viele Leute, die alles dransetzen,daß die Hütte auf gar keinen Fall einstürzt und verzweifelt die Bodendielen rausreissen, die Tische, Betten, Schränke und so weiter, zur Verstärkung der vermeintlich zu schwachen Hütte gebrauchen.

Das kann ne Zeitlang funktionieren, aber zum einen ist die langsam immer ungemütlicher zum bewohnen und zum anderen, weil es weiterhin Sorgen schneit und sich damit nur das X, aber nicht das plus 1 ändert, sind wir schließlich eingeschneit und ersticken oder X plus 1 schlägt zu und unsere Hütte erschlägt uns dennoch!

 

Jetzt können wir, wenn es denn passiert ist, lange nach der einen Schneeflocke, "dem Grund" suchen! Führt uns nicht weiter.

 

Einfacher wäre es, wir würden die Tatsache, daß unsere Leidensfähigkeit begrenzt ist akzeptieren und rechtzeitig die Möglichkeit, daß zuviel Schnee auf dem Dach liegt und das plus 1 näher rückt, ins Auge fassen, ne warme Jacke anziehen, rausgehen in den Schneefall. Zusehen, wie die Schneeflocken auf unserer Haut schmelzen und die Schneedecke runterholen, bevor die kritische Größe erreicht wird!

Die Antwort auf die Frage:"warum stürzt sie ein?" ist einfach, nämlich eine Schneeflocke zuviel und die Antwort auf die Frage und was können wir tun, auch! Nämlich rechtzeitig die Schneedecke runter zu holen, statt sie per positiv denken:"es wird schon nichts passieren", schön zu reden!

 

Während meines Studiums arbeitete ein Kollege, Doktorand, an einer Arbeit zum Thema "Suicid, gibt es tatsächlich die philosophische Selbsttötung?" oder ähnlich. Er wies nach, daß vorwiegend wirtschaftliche, materielle Gründe, wie Pleiten, Konkurs, Arbeitslosigkeit u.ä., häufig zu beobachtende Merkmale waren. Ob diese aber tatsächliche "Ursache" waren, konnte auch er nicht belegen!

 

Ich denke Andy hat recht, wenn er solche Events oder/und depressive Erkrankungen als normalverteilt betrachtet. Hat was ziemlich demokratisches Ansehen von Status und Stand!

 

Wichtig scheint mir, daß wir, gesetzt den Fall, wir hängen wieder Erwarten selbst in der S..., die Größe haben, anderen gegenüber unsere Schwäche einzuräumen und Hilfe an zu fordern! Wenn es selbst Katzen schaffen, sich ihre Streicheleinheiten, wenn sie sie brauchen, zu holen, sollten wir das doch auch fertigbringen, statt nen falschen Stolz rauszuhängen!

 

Wolf


30.03.2010 01:00    |    andyrx

jepp,sich als nutzlosen Verlierer fühlen,sei es auf wirtschaftlicher oder emotionaler Ebene.....führt viele an den Abgrund den sie selbst niemals für möglich gehalten hätten....eine gefühlte Erwartungshaltung von aussen die man nicht erfüllen kann obwohl Aussenstehende eventuell ganz anders ticken,eine Erziehung die den Menschen einen gewissen Perfektionismus an sich selbst und ihr handeln auferlegt können aus meiner Sicht eine Rolle spielen....und dann reicht für manchen der nie gelernt hat dies zu kontrollieren oder einfach leichter zu nehmen eine besagte Schneeflocke für das große emotionale Chaos:o

 

Auch der Umgang mit Niederlagen ist eine Schule fürs Leben und genauso wichtig wie die Einsicht dass man für den Erfolg auch etwas einsetzen muss an persönlichen Engagement und Leidenschaft....wer nicht gelernt hat mit Niederlagen oder Misserfolgen zu leben wird aus meiner Sicht ein hohes Potential in sich bergen hier mal mit solchen Depressionen konfrontiert zu werden,die zwar nicht gleich eine Katastrophe wie im vorliegenden Fall auszulösen....aber schon dafür sorgen keine Hilfe anzufordern oder darum zu bitten,denn es wird vom Betroffenen selbst als Versagen bewertet und schon beginnt der Kreislauf;)

 

sorry Wolf wenn das jetzt etwas laienhaft klingt aber meine Beobachtung unter den Mitmenschen hat oft diese Konstellation so aufgezeigt;)

 

 

 

mfg Andy


30.03.2010 09:03    |    wolf24

Sorry, daß oder falls ich manchmal so akademisch geschraubt schreibe, könnte ich auch manchmal über meine Schreibe sagen. :D

 

Hast aber recht, Niederlagen weg zu stecken, ist keine menschliche Standard-Stärke. Und den Teufels-Kreislauf von Depression und auch Angst hast du nun prima dargestellt.

 

SChönen Tag noch!

 

Wolf


01.04.2010 05:49    |    Golf Oma

Schweres aber wichtiges Thema!

 

Ich finde es mehr als heikel, über die Beweggründe zu einer

suicidalen Handlung zu spekulieren.

Grundsätzlich wäre Aufklärung notwendig: immer wieder beobachte ich,

wie mit Menschen, die einen Selbsmordversuch hinter sich haben, sehr

mißachtend, abwertend und hart umgegangen wird (Notaufnahme Krankenhaus Entgiftung z.B.).

Die Genese einer Selbsttötung ist so vielschichtig und tragisch, auch was die Folgen für die Angehörigen

betrifft, da sind schnelle Urteile oder fix und fertige "psychologische" Deutungen meist weit daneben.

 

Robert Enke, als weit bekannter Sympathieträger hat durch seinen Tod viel zu einer differenzierteren

Sicht in der Bevölkerung beigetragen. Seit Jahren versucht die Deutsche Gesellschaft Suicidprävention mehr Wissen über das Thema unter's Volk zu bringen - mit mäßigem Erfolg.

 

Ein Aspekt, der mich beeindruckt, ist die Gewalt, die in Familien herrscht und "der Selbstmörder" war dabei oft nicht der

"Gewalttätigere"....wie manche Trennungen, Kindesentziehungen und dergleichen verlaufen, das ist oft mehr als grausam.

Daß es da immer öfter zur AFFEKTHANDLUNG kommt, die das Ende nicht denken kann (weil das Denken, die Reflektion ausgeschaltet ist), ist nachvollziehbar.

Oder Beruf: da schießen doch unter unser aller Augen die Unmenschlichkeiten ins Kraut.

Ich hatte vor Jahren mit den Hinterbliebenen eines Bankmannes zu tun, ein Kreditsachbearbeiter, der sich nach Basel 1 + 2

immer öfter durch seinen "Brötchengeber" genötigt sah, seinen vertrauten "Altkunden" Zwangsversteigerungen aufzubrummen,

und das irgendwann nicht mehr verkraftete. Auch hier war die "schleichende" Depression übersehen worden.

Solange man nicht in den Schuhen eines anderen gegangen ist: im Zweifel - RESPEKT!

 

Und 'mal ehrlich: zum tragischen Tod des Busfahrers, wie kommt es, daß wir eine "Amokfahrt" in selbstmörderischer Absicht

deutlich ungnädiger bewerten, als den "Fehler" eines Rasers?

Also jedenfalls ein Thema zum lange drüber nachdenken....

 

Gruß,

GO


01.04.2010 20:23    |    andyrx

hab es gerade gelesen im Hamburger Abendblatt--> der Unfallverursacher ist ausser Lebensgefahr und der Sohn kann sogar die nächsten Tage das Krankenhaus verlassen (zum Glück) nun bleibt sicherlich die Frage wie er nach dem missglückten Suizidversuch die einem anderen hingegen das Leben kostete fertig wird bzw. wie sich das wohl gestaltet:rolleyes:

 

mfg Andy


01.04.2010 20:59    |    UHU1979

Ein sehr interessantes Thema mit lesenswerten Kommentaren! Aber: Wieso wird immer Depression, somit eine Krankheit, als Ursache des Suizids betont? Vielleicht ist es ja auch der freie Wille und Ergebnis einer rationalen Entscheidung, das Projekt "Leben" unter bestimmten Voraussetzungen abzubrechen, wenn die Alternative nicht mehr - gemessen an den eigenen Ansprüchen - nicht mehr akzeptabel erscheint?

 

Und ganz im Ernst: Die Verwendung des Kfz. wäre im Zweifel auch meine erste Wahl ...


01.04.2010 21:36    |    alexanderschiller

@uhu1979

Dann fahr aber bitte gegen einen Betonpfeiler, oder in den See...

Dabei kannst Du weningstens niemand anderem schaden, ausser Dir selber!

 

 

Mfg Alex


01.04.2010 21:37    |    andyrx

Bei aller Phantasie (die brauche ich um mir so etwas überhaupt vorstellen zu können) wäre für mich das Auto überhaupt keine Option....:confused:

 

irgendein schnellwirkendes Gift oder Schlafmittel wäre da vorstellbar,aber alles was mit totaler Zerstörung und Blut einher geht ist wirklich jenseits aller Vorstellungskraft;)

 

fröstel,aber lieber nicht drüber nachdenken....;)

 

 

 

 

mfg Andy


01.04.2010 22:41    |    wolf24

zitat von UHU1979 UHU1979

"Ein sehr interessantes Thema mit lesenswerten Kommentaren! Aber: Wieso wird immer Depression, somit eine Krankheit, als Ursache des Suizids betont? Vielleicht ist es ja auch der freie Wille und Ergebnis einer rationalen Entscheidung, das Projekt "Leben" unter bestimmten Voraussetzungen abzubrechen, wenn die Alternative nicht mehr - gemessen an den eigenen Ansprüchen - nicht mehr akzeptabel erscheint?

 

Und ganz im Ernst: Die Verwendung des Kfz. wäre im Zweifel auch meine erste Wahl ..."

 

 

Ob "immer" ne Krankheit namens Depression genannt wird, kann ich von Seiten der Suicidforschung nicht bestätigen.

 

Wenn du den, zu respektierenden, freien Willen ansprichst, der rein logisch sowohl das Recht zum Leben "JA" und damit auch "Nein" zu sagen, berührt dies einige interessante Fragen:

 

1a) Den sogenannten philosophischen Suicid. Darunter ist ein Suicid ohne jede Absicht dadurch eine körperliche Erkrankung oder ein Gebrechen oder sonstige Leid durch den Suicid zu beenden, also den Suicid eben nicht als Lösung von Lebensproblemen zu betrachten. Er existiert bestenfalls in den Köpfen einiger Philosophen. Ist zahlenmäßig unbedeutend und bislang nicht nachweis- oder erkennbar vorhanden.

1b)  In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, machte ein Spezialfall des phil. Suicids, später auch unter dem Stichwort:" die Paradoxie der Nihilisiten", Furore. Vorwiegend eigene koksende Intellektuelle, Schriftsteller und sonstige Künstler, meinten, daß "Nichts" bedeutsam ist. Also auch das Leben sei Nichts entscheidendes. Die späteren Existenzalisten, insbesondere Satre oder der Ableger Camus, verwiesen schließlich auf das Paradoxon, daß, wenn das Leben ein bedeutungsloses Nichts darstellt, die Tatsache der Vernichtung des "Nichts" bestätigt, daß das Nichts etwas darstellen muss, denn sonst könnte und müsste es ja nicht vernichtet werden.

 

Sorry, ist aber nicht so einfach, diesen logischen Irrtum der Nihilisten aufzudröseln!

 

2. Uhu, Du sprichst aber noch den Lösungs-Suicid an. Mal angenommen ich hätte nen Verkehrsunfall schwerst verletzt überlebt. Kann gerade noch, ähnlich wie Steven Hawkins, per Joystick und elektron. Hilfsmittel, weil unterhalb des Halses gelähmt, mit der Welt kommunizieren. Gebe ich dann auf und sagen:"Nö, so nicht!"?

 

Oder du schreibst davon, daß dann, wenn ein Anspruch auf ein regelmäßiges Einkommen von 4000 € durch die Insolvenz meines Arbeitgebers als nicht mehr akzeptabel bewertet wird, dann wäre es rational und vernünftig das Projekt Leben zu beenden? Sprich wo ist denn deiner Auffassung nach die Grenze und wo müssten evtl. die Ansprüche an das Projekt Leben modifiziert werden?

 

Übrigens findet sich eine nette, hintergründige Art des Thema Suicid und Suicidversuch darzustellen, in dem Kultfilm:"Harald and Maude", mit schönen Songs von Cat Stevens! Drückt auch so ein bisschen die Stimmung aus mit der ich 68 in Berlin rumflippte. Unter anderem auch um der Bundeswehr zu entgehen, da der KDV-Ausschuß mir zuviel Intelligenz und deshalb keine Gewissensgründe unterstellte. :D

 

Wolf24


01.04.2010 23:07    |    UHU1979

Danke für deine ausführliche Antwort. Gerade die philosophische Seite war interessant für mich, da ich mich mit derartigem nicht beschäftige und kann daher auch auf 1a und 1b nicht qualifiziert eingehen.

Zitat:

2. Uhu, Du sprichst aber noch den Lösungs-Suicid an. Mal angenommen ich hätte nen Verkehrsunfall schwerst verletzt überlebt. Kann gerade noch, ähnlich wie Steven Hawkins, per Joystick und elektron. Hilfsmittel, weil unterhalb des Halses gelähmt, mit der Welt kommunizieren. Gebe ich dann auf und sagen:"Nö, so nicht!"?

 

Oder du schreibst davon, daß dann, wenn ein Anspruch auf ein regelmäßiges Einkommen von 4000 € durch die Insolvenz meines Arbeitgebers als nicht mehr akzeptabel bewertet wird, dann wäre es rational und vernünftig das Projekt Leben zu beenden? Sprich wo ist denn deiner Auffassung nach die Grenze und wo müssten evtl. die Ansprüche an das Projekt Leben modifiziert werden?

Genau diese Fragen sollte jeder für sich entscheiden können, was für ihn akzeptabel erscheint. Meine Aussage bezieht sich aber nicht auf plötzliche Ereignisse. Irgendwo hat doch jeder seinen - vielleicht auch diffusen - Plan für's Leben und somit eigene, realistische Ansprüche. In dem Moment, wo - wie bei Steve Hawkins - die plötzliche (körperliche) Eingeschränktheit "nur" die Änderung der Umstände des Lebens und nicht des eigentlichen Lebensinhaltes bedeutet, muss dies ja nicht zwangsläufig zu einem Entschluss führen, dem Projekt ein Ende setzen zu wollen.

Ich meine auch nicht unbedingt, durch Rückschläge wie den Verlust der Unversehrtheit, Job/Geld, Familie die Entscheidung zu treffen. Vielmehr beziehe ich mich auf die Frage des generellen Scheiterns (aus welchen Gründen auch immer): Ein PC-Spiel kann man abbrechen und neu starten, wenn feststeht, dass man gleich verloren hat, man muss sich dann nicht bis zum Ende quälen. Auch beim Schach kann man aufgeben, wenn das Matt absehbar ist. Wieso also im Zweifel sich quälen? Aus Angst vor der Hölle?

 

Zitat:

irgendein schnellwirkendes Gift oder Schlafmittel wäre da vorstellbar,aber alles was mit totaler Zerstörung und Blut einher geht ist wirklich jenseits aller Vorstellungskraft

Letale, schnell wirkende und nach natürlichen Tod aussehende Medikamente sind aber nicht problemlos zu beziehen. Und wenn es nach Unfall aussieht, macht man es dem Umfeld leichter, den Abgang zu verarbeiten. Somit ist Strick, von Brücke springen etc. die schlechteste Lösung.


01.04.2010 23:51    |    andyrx

Zitat:

Und wenn es nach Unfall aussieht, macht man es dem Umfeld leichter, den Abgang zu verarbeiten. Somit ist Strick, von Brücke springen etc. die schlechteste Lösung.

ich bin wohl zu sehr Egoist dass ich diesen Aspekt gar nicht bedacht hatte...:eek::cool:

 

mfg Andy


02.04.2010 00:21    |    alexanderschiller

Nur so nebenbei:

 

Für Selbstmord oder Mord, kommt man in die Hölle...:D;)

 

 

Mfg Alex


02.04.2010 01:48    |    wolf24

Zitat: Uhu

ich meine auch nicht unbedingt, durch Rückschläge wie den Verlust der Unversehrtheit, Job/Geld, Familie die Entscheidung zu treffen. Vielmehr beziehe ich mich auf die Frage des generellen Scheiterns (aus welchen Gründen auch immer): Ein PC-Spiel kann man abbrechen und neu starten, wenn feststeht, dass man gleich verloren hat, man muss sich dann nicht bis zum Ende quälen. Auch beim Schach kann man aufgeben, wenn das Matt absehbar ist. Wieso also im Zweifel sich quälen? Aus Angst vor der Hölle?..."

 

Tja, das ist wohl der Unterschied, zwischen nem Schach- oder sonstigem Spiel. Ich kann ein neues beginnen und dann das nächste gewinnen, indem ich meine Strategie oder Taktik ändere oder ich spiele ein anderes Spiel, bei dem ich mir mehr Siegeschancen ausrechne - !

 

Und solange Zweifel bestehen, sprich zumindestens ZWEI- fel Alternativen bestehen, wie Erfolg oder Mißerfolg, gibt es für mich keine logische Notwendigkeit zu eineln! (Auf "Eineln" erhebe ich copyright (:)), bedeutet für mich, daß ich statt beide Seiten zu betrachten und mich dann für die Seite, die Erfolg verspricht, zu entscheiden, einfach nur die Minus/Mißerfolgs-, Katastrophenrichtung, möglicherweise so exzessiv durchdenke, daß von einem Abwägen beider Seiten keine Rede mehr ist!)

 

Und solange das Spiel noch läuft, sind doch alle Annahmen, daß das Matt droht oder z.B. beim Fussball, die Niederlage nur durch sich vorher vom Platz nehmen abzuwenden sei, reine Hochrechnerei. Was wenn diese, einelnde Hochrechnerei, daß wir nur durch die Flucht vom Leben, einer Qual entrinnen können? Woher weisst Du oder wissen wir, daß wir die Konfrontation mit unsinnigen Ansprüchen, nicht aushalten? Mir fällt da z.B. ein Homosexueller ein, dessen Suicidversuch nach plötzlichem coming out, ERNSTHAFT gemeint, nur dadurch scheiterte, daß er die richtige Reihenfolge eines bestimmten Medikaments und Alkohol nicht wusste und so aufgrund eines plötzlichen Erbrechens das Lenkrad verriss, mit dem Fahrzeug im Acker landete und dann stinkbesoffen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Und warum Suicid: Anspruch total Zeugen Jehova moralisierend, bis in den Tod treuer Ehemann, bei Sexualität auch nur einen wutzigen Gedanken > EKEL, SCHULD, SCHANDE u.ä. Nachdem er sich dann bei einem Betriebsausflug in einen Kollegen nicht nur verliebte, sondern "verführt" wurde,meinte er nicht mehr weiterleben zu können, weil er ja "so nicht mehr weiterleben könne!"

 

Kurz gesagt, sind denn die Ansprüche, die wir an das Leben haben, wirklich unsere Ansprüche oder haben wir die in uns rein gezogen, wie die Hitlerjugendpimpfe ihren persönlichen Glauben an den Führer, ganz aus sich selbst aufgebaut haben? 

 

Und zur Freiheit gehört m.E., daß wir beide Alternativen und zwar nicht gefrustet oder mißerfolgsorientiert, soweit durchdenke, daß daraus eine Realisierung oder zumindestens Optimierung unserer Lebensziele wird! Und in Bezug auf die Lebensziele behaupte ich in Übereinstimmung mit den alten Griechen, Aristoteles, mit dem Dalai Lama uvam., daß wir alle glücklich sein wollen. Und ich behaupte, daß wir dann, wenn wir schräg oder einelnd denken, wir uns selbst daran hindern, dieses Ziel zu erreichen!

 

Ach ja, dank der Bearbeitung seiner Denkweisen gelang es schließlich diesem Mann, ein neues, anderes Spiel erfolgreich zu spielen, als auch die alten Geschichten sinnvoll aufzuarbeiten! Er ist froh, daß sein Suicid damals nicht geklappt hat!

Erlebt diese Zeit ähnlich wie ich meinen Herzinfarkt als eine Art neuer Geburtstag, neue Chance, die Leben voraussetzt!

 

Und aus Angst vor der Hölle weiterleben, Blödsinn! Das wäre wohl eher ein Grund, diese Hölle endlich mal kennen zu lernen! :D  

 

Weiteres Zitat von UHU:

"Und wenn es nach Unfall aussieht, macht man es dem Umfeld leichter, den Abgang zu verarbeiten. Somit ist Strick, von Brücke springen etc. die schlechteste Lösung."

 

Ist richtig und auch aus Versicherungsrechtlichen Gründen und um die Hinterbliebenen nicht ohne Versorgung zurück zu lassen, wählen manche den Straßenverkehr! Bei nachgewiesenem Suicid zahlt nämlich kaum ne Lebensversicherung und die Familie steht ohne evtl. ohne Geld da! Vor allem, wenn, wie relativ häufig bei Suicids, eine enorme Schuldenlast besteht!

 

Leben ist keine virtuelle Angelegenheit!

 

Und Uhu, wenn es klemmen sollte, dann P.N.

 

Wolf


02.04.2010 14:26    |    Golf Oma

@Hallo Wolf,

der letzte Punkt ist sehr wichtig! Ich frage mich schon lange, warum der

Suicidausschluß bei LV noch existiert - müsste gesetzlich geregelt werden.

Ich bin sicher, daß wir dann etliche Verkehrstote weniger hätten - so traurig wie's ist.

 

Gruß,

GO


02.04.2010 14:31    |    andyrx

Zitat:

@Hallo Wolf,

der letzte Punkt ist sehr wichtig! Ich frage mich schon lange, warum der

Suicidausschluß bei LV noch existiert - müsste gesetzlich geregelt werden.

Ich bin sicher, daß wir dann etliche Verkehrstote weniger hätten - so traurig wie's ist.

 

Gruß,

GO

....vorallem unschuldige Autofahrer:eek:

 

möchte nicht wissen wie viele Geisterfahrer mit diesem Vorsatz unterwegs sind:rolleyes:

 

mfg Andy


02.04.2010 15:25    |    UHU1979

Zitat:

Und Uhu, wenn es klemmen sollte, dann P.N.

Hallo Wolf,

danke für das Angebot, mir ging es aber nicht um mich, sondern vielmehr um die Diskussion der These, dass Suizid nicht zwangsläufig die Folge einer Krankheit (Depression) ist, bei der ein paar Medikamente helfen. Vielmehr vertrete ich die Auffassung, dass fast jeder Mensch vor solch einer Frage stehen kann, was sein Leben lebenswert macht – und ob der Suizid eine Option ist, wenn man da nichts mehr findet.

 

Geld – oder materielle Werte – sehe ich da noch nicht einmal als ausschlaggebend, denn wenn wir ehrlich sind, geht es den meisten hier besser als dem Großteil der Weltbevölkerung.

 

Zitat:

Kurz gesagt, sind denn die Ansprüche, die wir an das Leben haben, wirklich unsere Ansprüche oder haben wir die in uns rein gezogen, wie die Hitlerjugendpimpfe ihren persönlichen Glauben an den Führer, ganz aus sich selbst aufgebaut haben?

Die Ansprüche an das Leben erwachsen zweifellos aus dem gesellschaftlichen Umfeld bzw. Konsens. Somit sehe ich sie immer z.T. von außen kommend. Schließlich hängt das Glücklichsein auch immer von der Umgebung ab.

 

Zitat:

Und in Bezug auf die Lebensziele behaupte ich in Übereinstimmung mit den alten Griechen, Aristoteles, mit dem Dalai Lama uvam., daß wir alle glücklich sein wollen.

Da gehe ich konform.

 

Zitat:

Und zur Freiheit gehört m.E., daß wir beide Alternativen und zwar nicht gefrustet oder mißerfolgsorientiert, soweit durchdenke, daß daraus eine Realisierung oder zumindestens Optimierung unserer Lebensziele wird!

Was ist, wenn man von der Pole-Position gestartet ist, aber dann nach 2/3 des Rennens auf dem letzten Platz liegt, ohne die reale Chance auf Punkteplätze zu haben? Die Lebensziele ändern wäre eine Möglichkeit (Durchhalten bis zum Schluss), aber von Optimierung kann da ja keine Rede mehr sein. Pläne für die Zukunft, alles wird gut (bzw. kann gut werden) – und eines Tages wacht man auf und weiß, dass die Zukunft vorbei ist und das Projekt schief gelaufen ist. Die Zukunft ist ein übler Fallensteller, denn du erwachst bei ihr im Keller.

 

Zitat:

Und ich behaupte, daß wir dann, wenn wir schräg oder einelnd denken, wir uns selbst daran hindern, dieses Ziel zu erreichen!

Genau dies wage ich zu negieren, da von der Zielerreichung immer das Umfeld einen wichtigen Einfluss hat. Und wenn die Ressourcen inkl. mentaler Stärke nicht ausreichen, muss der Suizid nicht zwangsläufig die falsche Wahl darstellen, sobald kein vernünftiger Lebensinhalt mehr da ist und geschaffen werden kann. Ist die Fixierung auf Weiterleben auch nicht „einelnd“?

 

Zitat:

Und aus Angst vor der Hölle weiterleben, Blödsinn! Das wäre wohl eher ein Grund, diese Hölle endlich mal kennen zu lernen!

Diese Aussage an einem christlichen Feiertag …:eek::D

Frohe Ostern!


02.04.2010 17:16    |    wolf24

Zitat:Uhu

 

Hallo Wolf,

danke für das Angebot, mir ging es aber nicht um mich, sondern vielmehr um die Diskussion der These, dass Suizid nicht zwangsläufig die Folge einer Krankheit (Depression) ist, bei der ein paar Medikamente helfen. "

 

Antidepressiva "heilen" nicht, sondern sorgen dafür, daß sozusagen wieder der gesunde Anteil in Depressionen, nämlich das auf Zeit spielen, auf daß wir wieder unsere Lebenspläne entweder modifizieren oder realisieren können! Die Effizienz, selbst der besten Antidepressiva liegt bei ca. 60 %. Die Effizienz moderner Psychotherapie (kogni. VT) liegt bei ca. 80 %.

Und manchmal braucht es tatsächlich so ne Art Gipsverband, daß wir die Planlosigkeitsstörung, wie ich Depressionen von der Sinnhaftigkeit her betrachte, wieder in realisierbare Lebenspläne verwandeln! Am besten frühzeitig, bevor das Kind in die Krankheit gefallen ist! 

 

Übrigens hätten unsere Vorfahren kaum die langen Eiszeitwinter überlebt, wenn sie ADHSler gewesen wären oder Leute die verschüttet waren, siehe "Das Wunder von Legende" und deren Metabolismus geradezu in so ne Art Winterschlaf verfällt, der in nem anderen Kontext auch als "Depression" bezeichnet werden kann ohne den Aktivitätshemmend, gesunden Sicherungsaspekt, kaum überlebt!

 

Merke grundsätzlich ist Depression, wie jede psychische Krankheit, zum einen ein Konstrukt, das für eine sogenannte Störung mit Krankheitswert, wie es z.B. das Sozialgesetzbuch V formuliet, darstellt. Zum anderen ist es ein wichtiger, "normaler", sprich für jedes Leben wichtiger Schutzmechanismus! Wie übrigens jedes Gefühl! 

 

Du findest jedoch meine Zustimmung, wenn Du im weiteren bemerkst:

 

Zitat Uhu: "Vielmehr vertrete ich die Auffassung, dass fast jeder Mensch vor solch einer Frage stehen kann, was sein Leben lebenswert macht – und ob der Suizid eine Option ist, wenn man da nichts mehr findet." 

 

Natürlich steht es uns nicht zu, jemandes Recht über sein "JA oder NEIN" zum Leben zu befinden oder urteilen!

Da Du jedoch auch auf die gesellschaftlichen Bedingungen verweist, die unsere Lebenseinstellung mit beeinflussen oder geprägt haben, verweise ich alleine auf die Übersetzung SUICID = SelbstMORD!

Es ist noch nicht lange her, daß der Suicid von dieser bösen, schuld verteilenden MORDgeschichte in Richtung eines grundsätzlichen ethischen Problems wanderte.

 

Meine konkreten, beruflichen Erfahrung, langjährig als Leiter eines psychologischen Dienstes einer Unikinderklinik und mit Erwachsenen, zeigt mir auf, daß es eher eine Art seelischer Kurzsichtigkeit, eben nichts mehr lebenswertes zu FINDEN, darstellt, denn einer bewussten rationalen Entscheidung. 

 

Praktischer und konkreter Aspekt der von vielen Kollegen und auch mir, mit erstaunlich interessantem Erfolg gewählt wird:

Man einige sich auf etwa ein Jahr in dem man dem Suicid gefährdeten Patienten das Recht sich zu suicidieren, abkauft! Kaufpreis: Jederzeit und wenn es sein muss, nachts um halb vier, anrufen zu dürfen, wenn suicidale Krisen oder Gedanken auftauchen!

 

Innerhalb dieses Jahres versuchen wir wieder eine klare Sicht und lebbare und sinnhafte Perspektive zu entwickeln. 

Gelingt es uns nicht, werde ich ihn genauso begleiten, wie einen Leukämiekranken Menschen!

 

Klingt vielleicht trival, zumindestens dachte ich so, als ich dies damals in klin. Psychologie lernte. Ist aber wirklich erstaunlich, was sich unter diesem Aspekt einfach die Zeit mal zum seelischen Brilleputzen zu verwenden, entwickelt!

 

Manche Lebens- oder Ich-finde-den-Sinn-nicht-krisen erinnern mich an den Spruch eines psychoanalytischen Kollegen namens Erich Fromm:

Der hat folgende These:

1. Das Leben ist eine fortwährende Geburt!

2. Sinn  des Lebens ist es ganz geboren zu werden!

3. Die Tragödie des Lebens besteht darin, daß viele vorher sterben!

 

Und wie ich feststellte, hängen die meisten Patienten mal wieder in einer Austreibungsphase fest, so daß die aktuelle Situation sie einfach blind macht!

 

Verflixt ist einfach nicht einfach ins Blinde ohne direkten Gegenüber zu versuchen komplizierte Vorgänge einfach darzustellen!

 

Wolf


02.04.2010 17:28    |    wolf24

02.04.2010 14:31 | andyrx andyrx

Zitat:

@Hallo Wolf,

der letzte Punkt ist sehr wichtig! Ich frage mich schon lange, warum der

Suicidausschluß bei LV noch existiert - müsste gesetzlich geregelt werden.

Ich bin sicher, daß wir dann etliche Verkehrstote weniger hätten - so traurig wie's ist.

 

Gruß,

 

GO

....vorallem unschuldige Autofahrer:eek:

 

möchte nicht wissen wie viele Geisterfahrer mit diesem Vorsatz unterwegs sind:rolleyes:

 

mfg Andy

 

JA Andy und JA GO!

 

Ich habe schon von 30% Geisterfahrern, die von ihrer Motivation her, als Suicidal betrachtet werden können, gehört!

 

Ein weiters Drittel sollen die Jungs mit dem James-Dean-Prinzip:"Denn sie wissen nicht, was sie tun!" und ein Drittel, deren Fahreignung fraglich ist oder wo die Beschilderung irreführend sein soll aus!

 

Und der Gedanke den Suicid als Leistungsausschluß aufzuheben von Dir GO, gefällt mir! Habe ich zwar auch schon angedacht, aber irgendwie erst durch diesen Blog und Deinen Beitrag als sehr gute Lösung erkannt.

 

Da aber leider durch den Verkehrsunfall, anstelle eines Suicids nicht nur die finanzielle Seite verbessert wird, sondern sich auch für die Hinterbliebenen eine gesellschaftlich bessere Situation ergibt, weil weniger Scham-, weniger Schuldgefühle, ist dies Aufhebung des Risiko Suicid zur Leistungsfreiheit, leider nicht die ganze Lösung!

 

Aber selbst wenn wir damit nur 50 % weniger Geisterfahrer hätten, wäre das für die ansonstigen unschuldig in das Problem hineingezogenen, überleben können!

 

Wäre eigentlich ne Idee sich damit an die Politiker und MdBs, Gesundheitsausschuß uä. zu wenden und zu sehen, ob hier nicht wenigstens eine kleine Anfrage gestartet werden könnte!

 

Wolf


02.04.2010 23:41    |    wolf24

@Andy, wie zitiere ich eigentlich richtig? Mit strg C funkts net richtig. Und anklicken geht au net :)


02.04.2010 23:51    |    andyrx

Zitat:

@Andy, wie zitiere ich eigentlich richtig? Mit strg C funkts net richtig. Und anklicken geht au net

du kopierst den Text wie gewohnt,und setzt in den Kommentar dann gehst Du am Anfang des Textes auf den

Zitierbutton oben in der Leiste wo auch LINK und EMAIL steht....

 

und am Ende des Textes nochmals und die ''quote'' plus Klammer werden automatisch eingesetzt;)

 

und schon erscheint das wie jetzt,und wenn es nicht gleich klappt kein Grund Suizid Gedanken zu haben..:D:D:p

 

mfg Andy


02.04.2010 23:51    |    Pingback

13.05.2010 22:01    |    UHU1979

Damit hat die Meldung aus dem Blogartikel wohl ein Ende gefunden: http://www.bild.de/.../verursacher-nimmt-sich-das-leben.html


18.05.2010 13:41    |    andyrx

nun hat er es doch geschafft,der Unfallfahrer eingangs des Themas hat sich in Haft das Leben genommen...

 

mfg Andy


22.10.2012 09:39    |    andyrx

22.10.2012 19:46    |    Michael Gehrt

Für solche Art von Suizid habe ich 0,0 Verständnis. Wenn soll man sich die Pulsadern aufschneiden, mit Tablettenüberdosis umbringen oder wenn mit dem Auto dann allein gegen den Baum.

 

Die absichtlichen Geisterfahrer oder die die bewußt und gewollt andere Außenstehende für ihren Suizid mißbrauchen (z.B. in den Gegenverkehr fahren) finde ich eine Sauerei.

 

Psychologen meinen ja, daß die Leute nach dem Motto abtreten wollen "Wenigstens einmal im Mittelpunkt stehen".


22.10.2012 20:00    |    andyrx

...oder eine offene Rechnung mit der Gesellschaft wegen irgendeiner Ungerechtigkeit begleichen zu wollen:(

 

mfg Andy


Deine Antwort auf "SUIZID/ Selbstmord mit dem Auto....oft fatale Folgen"

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