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Dynamix Garage

US-Cars, Cop-Cars, cool Cars!

Fri Feb 09 12:12:04 CET 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (80)

Car Guy oder Pragmatiker

Heute mal wieder ein Thema das ein bisschen Beteiligung der geschätzten Stammleserschaft verspricht :) Jeder Mensch hat eine andere Einstellung zum eigenen Auto. Die einen lieben es, verhätscheln es und behandeln es besser als sich selbst. Die anderen gehören eher zu den automobilen Pragmatikern die nach dem Motto "Hauptsache der Hobel läuft" leben. Jeder kennt sicherlich jemanden von der ein oder anderen Sorte ;)

 

Mich selbst würde ich definitiv als Car Guy beschreiben und dies hat sich über die Jahre nur verschlimmert. Anfangs war ich eher jemand dem es wichtig war das der Wagen gut gewartet ist und der Wagen alle paar Wochen/Monate mal gewaschen wird damit er nicht so schäbig aussieht.

 

Früher war es so:

 

War was kaputt bin ich direkt in die Werkstatt. War der Wagen dreckig habe ich den Gartenschlauch/HRD und den Eimer rausgeholt. Hatte der Wagen mal eine Politur nötig habe ich einen Lappen und die "gute" Aldi Carnubawachs Politur aus dem Carport geholt :D

 

Heute läuft das je nach Auto alles etwas anders ab:

 

Ist was kaputt fahre ich entweder in die Werkstatt (Mii) oder versuche es selber zu richten bzw. mir das nötige Know-How über Ersatzteile und die Reparatur anzueignen (Caprice). Bei Ersatzteilen wir wenn möglich vorher selbst geschaut was es gibt, was gute Qualität ist und entsprechend auch etwas teurer eingekauft, man will ja für sein Schätzchen nur das Beste ;) Ist der Wagen dreckig geht er durch die Waschanlage (Mii) oder wird per Hand gewaschen (Caprice). An dieser Stelle folgt jetzt vermutlich einer der größten Unterschiede zu früher :D

 

Es begab sich letztes Jahr das ich meinem Auto mal was richtig gutes tun wollte. Jetzt hatte ich schon so viel in die Technik investiert das ich den Lack irgendwie außer Acht gelassen hatte. Klar wurde der Wagen des öfteren gewaschen aber poliert oder gewachst? Nicht wirklich! Da Nick das Ganze bei mir mal Quick & Dirty gemacht hatte und ich diesen hammermäßigen Glanz noch in Erinnerung hatte war es Zeit mir auch eine Poliermaschine anzuschaffen, vor allem weil mein Lack dank längerer Standzeiten unter Bäumen an manchen Stellen echt schäbig aussah. Das sollte nicht so bleiben! Ergo wurde der gute alte Lappen mittlerweile durch eine Poliermaschine ersetzt, die "gute" Aldi Carnuba Politur habe ich seit meinem ersten Auto nicht mehr angerührt (gut, das Sonax Zeug das ich für Auto Nummer 2 angeschafft taugte auch nicht mehr) und mir stattdessen ein paar Meguiars Produkte (die hatten es mir bei meiner Recherche nach brauchbaren Mittelchen irgendwie angetan) besorgt die Schritt für Schritt eingearbeitet werden wollen.

 

Dazu habe ich mit dem Victoria Wax Concours Wax noch ein Wachs auf Lager (ein Geschenk einer MT-Legende) das man am besten mit der bloßen Hand in den Lack einmassiert (Autoerotiker fühlen sich spätestens hier angesprochen :D) und ich habe mittlerweile mehr Microfasertücher (ebenso ein Geschenk) für das Auto als Handtücher fürs Badezimmer :D Gibt sicherlich einige die das belächeln, aber das Endergebnis hat mich zu einem kleinen Autopflegenerd gemacht und das ist es mir wert :) Klar, für den Ottonormal Autofahrer ist das schon echt übertrieben, aber es ist ja auch mein großes Hobby und meine "Spielzeuge" meine große automobile Liebe. Es ist einfach ein Wahnsinnsanblick wenn da 5,5 Meter Detroit Stahl (ICH darf das sagen da mein Auto tatsächlich dort gebaut wurde :D) frisch poliert vor einem stehen und der dunkelblaue Lack in der Sonne einfach nur abartig glänzt.

 

Natürlich gibt es die Car Guy Macke in unterschiedlichen Ausprägungen. Es gibt da auch noch die Neuwagenliebhaber (tun alles um den Neuwagenzustand zu erhalten), die Altblechfans (tun alles um das Auto ansehnlich und fahrbar zu halten), die Tuningfreaks (pumpen tonnenweise Kohle in technisches und optisches Tuning) von denen jeder seine Macke auf eine andere Art und Weise auslebt die aber alle eins gemein haben: Sie kümmern sich um Ihre Autos!

 

So, genug Autopornographie für heute! Kommen wir lieber zu der anderen Seite der Medaille, schließlich gibt es da noch den Pragmatiker.

 

Meiner Erfahrung nach können die Autopragmatiker in etwa so beschrieben werden:

 

Leute die Ihr Auto schon als gewaschen ansehen wenn es mal geregnet hat, Leute die erst zur Werkstatt rennen wenn der TÜV nein sagt oder das Auto schon in Flammen steht. Diese Leute kaufen nicht selten Autos zum "TÜV runterfahren" und sind glücklich damit.

 

Dann gibt es da noch ein Zwischending, quasi eine merkwürdige Kreuzung aus Car Guy und Pragmatiker. Manche würden Ihn auch schlicht "Kevin" nennen :D

 

Dieses "Zwischending" zeigt sich bei Leuten die auf der einen Seite ein nicht alltägliches Auto im Alltag fahren, nicht unerhebliche Geldbeträge in schlechtes Tuning investieren, denen aber dann das Geld oder die Lust fehlt das Ganze auch konsequent durchzuziehen wie bei den Car Guys. Pflege ist meistens ein Fremdwort, bei Ersatzteilen wird nicht selten auf das billigste Zeug zurückgegriffen (50€ Reifen vom A.T.U., nur das beste für die alte S-Klasse :D) und beim Tuning kommt es nur darauf an aufzufallen, egal wie dilletantisch oder billig das Ganze am Ende aussieht. Ich persönlich hatte da schon meine Erfahrungen mit solchen Jungs. Meistens männlich, irgendwo zwischen 18 und 25 Jahre alt (danach ist man hoffentlich zu alt für diesen Scheiß) und mit einem leichten bis akutem Kevinismus geschlagen :D In meiner Jugend auf dem Dorf war ich nur von solchen Typen umgeben. Kaltlichtkathoden im Innenraum wo noch überall die überschüssige Verkabelung zu sehen war, billigste Subwoofer die stümperhaft verkabelt und gesichert waren, billigste Alufelgen gegen die selbst Stahlfelgen hübsch sind, billige Tieferlegungsfedern, billige Brülltüten und und und waren die Erkennungszeichen. Diese Spezies wird auch nicht aussterben solange es Autos und Männer mit klammen Budget gibt :D

 

Welcher Typ seid Ihr? Car Guy oder Pragmatiker? Ich kann mir zwar denken wie die Umfrage auf einer Seite wie MT enden wird aber vielleicht werde ich ja eines besseren belehrt ;)

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Sat Jan 27 19:58:09 CET 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (30)

Jeder der ein altes Auto fährt hat sich sicherlich schon einmal gewünscht er hätte die ein oder andere Segnung der Moderne in seinem Auto. Unter den vermissten Dingen findet sich oftmals ein modernes Infotainmentsystem welches die Musik vom Handy oder die Navigation handeln kann.

 

Möglichkeiten hat es immer schon gegeben, mal mehr mal weniger ausgefuchst. Wer Musik aus der Konserve wollte, aber kein MP3 fähiges Radio hatte musste sich meist anders behelfen. Vor 10 Jahren hätte die Lösung noch wie folgt ausgesehen: Altes Radio raus und irgendwas modernes rein. Kann man machen, sieht aber gerade in einem alten Auto oft ziemlich sch**** aus. Nichts wirkt fremdartiger als ein in allen Farben des Regenbogens leuchtendes Nachrüstradio in einem alten Auto. Natürlich gibt es mittlerweile diverse Radios die diesem Umstand Rechnung tragen. Der bekannteste Ableger auf dieser Seite des Atlantiks dürfte das Becker Mexico sein. Allerdings dürfte nicht nur mir spätestens beim Anblick des Preises schlecht werden. Dazu sieht man dem Mexico eben auch an das es ein modernes Radio ist. Das gleiche gilt im Prinzip für die Retrosound Radios die auf der anderen Seite des Atlantiks keine Unbekannten sind. Retrosound gibt sich zumindest etwas Mühe an die Originaloptik der Werksradios heranzukommen. Man sieht auf dem Titelbild die Ähnlichkeiten zum GM Werksradio aus der Zeit meines Caprice. Spätestens wenn man dann bei beiden in das moderne Display blickt ist es mit der Nostalgie leider wieder vorbei. Allerdings gibt es gibt noch andere Alternativen auf die ich im folgenden eingehen möchte :)

 

Adapterkassette

 

Fangen wir mit der guten alten Adapterkassette an die es einem zumindest ermöglicht Musik vom Handy auf die Anlage des Autos zu übertragen. Funktioniert natürlich nur wenn man noch so ein Uraltradio mit Kassettendeck hat ;) Ich selbst habe die Dinger immer mal wieder genutzt. Mein Fazit: Relativ günstig und über eine gewisse Zeit lang auch zuverlässig. Klanglich nicht wirklich gut wobei hier alles mit der Qualität der verbauten Anlage und dem Zustand des Kassettendecks steht und fällt. Ist also mehr eine "quick & dirty" Lösung als echte Alternative.

 

 

 

 

 

FM Transmitter

 

Der FM-Transmitter ist die etwas elegantere Alternative zur Adapterkassette. Diese funktionieren grundsätzlich mit jedem Radio und man hat nicht ständig dieses an einen Tamponfaden erinnernde Kabel aus dem Kassettendeck hängen. Einfach das Handy anstöpseln und am FM Transmitter die möglichst freie Frequenz des Radios einstellen. Funktioniert grundsätzlich gut und störungsfrei, vorausgesetzt man hat eine Frequenz gefunden die wirklich frei von Einflüssen anderer Sender ist. Geht aber alles wenn man sich mal mit den Sendern in seiner Gegend beschäftigt ;) Klanglich schon besser als die Adapterkassette, wenn auch im Vergleich zu einer Bluetooth Verbindung mit Abstrichen. Beim Kauf solltet Ihr darauf achten ruhig ein etwas besseres Gerät zu nehmen. Ich hatte mal eins von Hama welches fürchterlich billig war. Bei dem ist dann auch permanent der Stecker der Stromversorgung abgefallen. Ärgerlich wenn das während einer Fahrt mehrfach passiert. Gute Erfahrungen habe ich bisher mit dem Tunecast von Belkin gemacht. Diese bieten eine solide Verarbeitung und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Kann man nicht viel mit falsch machen, weshalb ich mir sogar ein zweites kaufte nachdem Nummer 1 durch einen blöden Zufall kaputt ging. Nummer 2 ist mittlerweile leider auch hin (hatte es in einer Kiste gelagert wo blöderweise eine Flasche Glasklar drinlag, den Rest könnt Ihr euch denken :D) weswegen es nie im Caprice zum Einsatz kam. Aus dem Grund haben wir nach Alternativen geschaut zu denen wir jetzt kommen, denn es gibt mittlerweile Transmitter die noch viel mehr können ;)

 

FM-Transmitter mit Bluetooth Schnittstelle sind keine Seltenheit mehr und diese bieten gleich mehrere Vorteile. Zum einen entfällt das Kabel zum Handy (was Apple Fans freuen dürfte da Sie sich somit den dusseligen Lightning/Klinke Adapter sparen können) und zum anderen bieten diese auch ein integriertes Mikro und damit eine Freisprecheinrichtung und das alles über das Autoradio :)

 

Wir haben uns testweise für das Aukey BT-F4 entschieden. Die Einrichtung ist wirklich kinderleicht! Gerät einstecken und das Gerät via Bluetooth mit dem Smartphone koppeln, dass war es bereits! Im Mii machte es einen ordentlichen Eindruck, wenn auch in Sachen klang hörbar schwächer im Vergleich zum Werkssystem. Für nicht einmal 30€ macht es seine Sache aber schon ganz gut und die Freisprechfunktion funktioniert tatsächlich besser als ich es erwartet hätte.

 

Dazu kommt das unser Anwendungsbereich ein ganz anderer ist, nämlich der Klassiker mit Original Asbach Uraltradio. Entsprechend haben wir das System natürlich im Caprice getestet, da die Adapterkassette zum einen zu unausgeglichener Lautstärke führt. Passiert wenn der Lesekopf des Kassettendecks nicht mehr der beste ist bzw. verschmutzt aber das ist ein anders Thema ;) Kommen wir also zum eigentlichen Test. Auch hier wieder das selbe Spiel:

 

Kabel einstecken und das Gerät via Bluetooth koppeln, dass wars! Vom Klang definitiv überzeugender als die Adapterkassette! Der Klang kommt gleichmäßig auf allen Kanälen an und Störungen gab es beim Test auch keine. Die Freisprechfunktion habe ich jetzt nicht getestet, aber im Mii funktionierte das schon ganz gut. Sollte also auch in alten Autos genauso funktionieren. Praktisch: Das Ganze kommt mit einer Art Montageplatte die man an einer Stelle festkleben kann wo das Mikro am besten funktioniert. So fliegt das Teil während der Fahrt nicht überall im Auto herum.

 

Ebenso gibt es auch Geräte mit DAB+ Funktion, aber da sind wir nicht selten schon im Bereich über 100€. Die Firma Albrecht bietet solche Geräte beispielsweise an. Das muss es einem dann allerdings auch wert sein ;)

 

 

Alte Radios mit einem Aux Anschluss nachrüsten

 

Ja, auch das geht mittlerweile! Es gibt ein paar kleine Anbieter (hauptsächlich auf eBay) die sich alte Radios vornehmen und diese mit einem Aux Anschluss nachrüsten. Dabei muss allerdings nicht selten irgendeine Funktion des Originalradios weichen. Im besten Fall der Anschluss eines CD-Wechslers den man eh nicht hat. In den meisten Fällen wird ein einfaches Klinke-Kabel nachgerüstet und dieses dann beim Einbau irgendwo mehr oder weniger elegant verlegt. Die meisten entscheiden sich bei sowas für das Handschuhfach als Versteck für das Klinke-Kabel.

 

Sicherlich eine der eleganteren Lösungen, allerdings auch eine die zum einen ein wenig kostspielig und zum anderen aufwändig ist.

 

USB-Box

Jetzt kommen wir zu einer Lösung die sich eher für nicht ganz so alte Autos eignet. USB-Boxen bieten je nach Ausführung im Prinzip die gleichen Funktionen wie ein FM-Transmitter, allerdings nutzt man hier wie bei der Lösung mit dem nachgerüsteten Klinke-Kabel einen nicht genutzten Eingang des Originalradios. Je nach Radio kann man so nicht nur die Musik vom Handy abspielen sondern das Ganze sogar steuern, auch wenn dies meist eher so lala funktioniert ;) Peugeot hatte eine Zeit lang mal eine ungelabelte Dension USB-Box im Zubehörkatalog.

 

Der Funktionsumfang reicht von einfacher Musikübertratung via USB bis zu allen möglichen Bluetooth Funktionen. Diese umfassen nicht nur das streamen von Musik via Bluetooth sondern auch eine Freisprechfunktion.

 

Navigation

 

Moderne Smartphones besitzen mittlerweile alle eine vernünftige Navigationsfunktion welches problemlos jedes Navigationssystem ersetzen kann. Vorteil: Immer aktuelles Kartenmaterial und man muss nicht extra ein portables Navi mit sich herumschleppen. Die geläufigsten Softwares sind hier wohl "Apple Karten" und "Google Maps". Es gibt auch Alternativsoftware von namenhaften Navigationsanbietern, die allerdings bezahlt werden wollen. Ob man die Zusatzfeatures dieser Software braucht entscheidet am besten jeder für sich selbst. Nicht jeder braucht den Radarfallenwarner oder die Synchronstimme von Arnold Schwarzenegger welche einem den Weg weist.

 

Ein kleiner Nachteil an der Geschichte ist natürlich das man das Handy während der Fahrt unter Umständen bedienen muss was mittlerweile illegal ist, auch wenn das Handy in einer Halterung steckt. Eine wirklich pfiffige Lösung dafür hat sich meiner Meinung nach Google dafür einfallen lassen. Seit Version 2.0 ist Android Auto nicht nur in der Lage das Smartphone auf den Naviscreen zu spiegeln sondern auch mit einem eigenen Interface gesegnet. Dies kommt besonders Autos entgegen die überhaupt kein modernes Infotainment haben. Das Layout ist dabei perfekt auf Autofahrer abgestimmt. Nur die wichtigsten Funktionen sind freigeschaltet (Musik, Telefon, Navigation) und alles ist miteinander vernetzt. Es gibt für jede Funktion einen gut erkennbaren und großen Button der einen direkt zur gewünschten Funktion führt. Das hat den Vorteil das man sich nicht erst durch 20 Menüs durchwurschteln muss. Das Ganze ist sehr praktisch und in Kombination mit einem Bluetooth FM Transmitter beispielsweise hat man die selben Funktionen wie bei einem modernen Infotainmentsystem :)

 

Ein weiterer Vorteil von Android Auto ist die Verknüpfung mit dem Google Assistant. Kommt eine Nachricht herein oder will man einen Anruf tätigen braucht man dies dem Assistant nur zu sagen. Man muss nicht die Hände vom Lenkrad nehmen was in Hinblick auf das Handyverbot am Steuer sehr praktisch ist. Dies funktioniert leider noch nicht mit allen Funktionen (Musik zum Beispiel) von Android Auto, weshalb man dann doch ab und an mal auf dem Display rumtatschen muss. Sobald die Einbindung aber komplett erfolgt ist könnte die App DIE Alternative für Altautofahrer sein.

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Sun Jan 21 10:57:07 CET 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (19)

Der Titel sagt es eigentlich schon, heute soll es mal um Autos gehen die eher ein Flop waren. Wie jeder Autohersteller, so hatten auch die Amerikaner im Laufe der Zeit immer mal wieder Modelle im Programm die gefloppt sind. Die Gründe dafür sind vielfältig. Mal liegt es einfach nur an einer Optik die völlig am Geschmack der Kunden vorbeigeht, mal an technischen Problemen und manchmal einfach nur an einem schlechten Image. Fangen wir also an:

 

Chevrolet Corvair

 

Der Corvair war prinzipiell kein schlechtes Auto. Chevrolet suchte in den späten 50ern einen Weg sich einen Stück vom Compact Car Kuchen abzuschneiden. Die Chrysler Corp hatte mit dem Plymouth Valiant ihren Beitrag für diese Klasse bereits geleistet und auch Ford hatte mit dem Falcon ein Kompaktauto im Programm. Dazu kam die Konkurrenz durch die Europäer in Form des VW Käfer. Entsprechend entwickelte man bei GM ein Auto das sich vom Grundprinzip schamlos beim Käfer bediente. Den luftgekühlten Boxermotor im Heck kennt man nämlich hauptsächlich vom Käfer ;) Mit diesem Rezept hatte Chevrolet anfangs auch durchaus Erfolg. Man verpflanzte sogar etwas später einen luftgekühlten Boxer mit Turbo in den Corvair. In Spitzenzeiten konnten fast 300.000 Fahrzeuge pro Jahr abgesetzt werden. Warum taucht der Wagen dann in dieser Liste auf? Nun, der Grund dafür hörte auf den Namen Ralph Nader. Nader war Verbraucherschutzanwalt der besonders durch ein Buch bekannt wurde in dem er sich auf das zugegebenermaßen nicht ganz einfache Fahrverhalten des Corvair stürzte. Da der Corvair in einer Klasse antrat in der die Preise möglichst billig sein sollten setzte man bei der Corvair Hinterachse auf eine Pendelachse. Dazu kam die durch den Heckmotor ungünstige Gewichtsverteilung von über 60% auf der Hinterachse. Dazu kam das die Dämfper auf der Hinterachse zu schwach ausgelegt waren. Die Folge war ein starkes übersteuern bei zu hohem Tempo. Ein Fahrverhalten welches den ersten Turbo Porsches 10 Jahre später ebenso nachgesagt wurde ;)

 

Nader hatte sich also genau auf dieses Fahrverhalten gestürzt und sein ganzes Buch darauf ausgerichtet. Die Folge war eine hohe Aufmerksamkeit für den Corvair, diese war allerdings alles andere als gut für den Wagen. Schon im Jahr 1966 brachen die Verkäufe stark ein welche sich im Laufe der Folgejahre immer weiter verschlechterten. Von noch 235.000 Autos im Jahr 1965 waren im Jahr 1969 gerade mal lumpige 6000 Stück übrig geblieben. Zu wenig um erfolgreich zu sein und damit war das Ende des Corvair besiegelt.

 

Chevrolet Citation

 

Den Citation ereilte ein ähnliches Schicksal wie den Corvair. Relativ erfolgreich gestartet, brachen die Verkaufszahlen dann schlagartig und ziemlich nachhaltig ein. Was war passiert? Der Citation sollte 1980 den überaus beliebten Nova beerben. Er stand auf GMs brandneuer X Plattform und sollte Chevrolet im Kompaktsegment zum Erfolg verhelfen. Der Wagen war für amerikanische Verhältnisse (4,5m) wirklich klein. Dazu wird man keinen V8 Motor in einem serienmäßigen Citation finden. Chevrolet wollte mit dem Citation wirklich ein erschwingliches und vor allem ökonomisches Auto auf den Markt bringen. Die Formel ging im ersten Modelljahr auch auf. Satte 800.000 Exemplare verkaufte man allein im ersten Modelljahr. Blöderweise zeigten sich ziemlich schnell diverse Konstruktions- und Qualitätsmängel woraufhin die Verkäufe brutal absackten. Chevrolet ragierte mit diversen Rückrufmaßnahmen was dem Citation den wenig rühmlichen Titel als Auto mit den meisten Rückrufen der amerikanischen Automobilgeschichte einbrachte. Der Ruf war damit nachhaltig ruiniert womit auch die starke Überarbeitung unter dem Namen "Citation II" nichts mehr half. Der Citation wurde bereits 1985 wieder eingestellt.

 

Pontiac Aztek

Böse Zungen behaupten das der Aztek das hässlichste Auto aller Zeiten sei. Die Optik ist sicherlich gewöhnungsbedürftig mit seinen vielen Kanten, Flächen und der merkwürdig geteilten Frontmaske. Diese wirkt ein bisschen als ob man auf dem Schrottplatz 2 Autos übereinandergestapelt und dann gleichzeitig in die Presse verfrachtet hat. Wurde das Concept Car vom Publikum noch wohlwollend aufgenommen (anders wäre es wohl nie zur Serienproduktion gekommen), so floppte die Optik des Serienmodells bei den Kunden. Das Concept Car des Aztek war schon alles andere als zurückhaltend, allerdings wirkte dieses immer noch deutlich weniger unförmig als das Serienmodell. So kam es dann auch das ein paar Rettungsversuche später der Wagen im Jahr 2004, nach nicht mal 5 Jahren Bauzeit, wieder eingestellt wurde. Der Wagen erlangte als "Dienstwagen" von Walter White in Breaking Bad Berühmtheit und somit einen gewissen Kultstatus. Ironisch das sich der Aztek heutzutage in den USA gerade bei jüngeren Käufern aufgrund seiner Variabilität großer Beliebtheit erfreut. Pontiac konzipierte den Wagen ursprünglich auch für diese Zielgruppe, weshalb es beispielsweise einiges an Camping Equipment (Zelt zum Anbau ans Heck etc.) gab mit dem der Aztek in eine Art Campingmobil verwandelt werden konnte.

 

Edsel

 

Die Geschichte der Marke Edsel ist ein wunderbares Beispiel dafür wie man mit einer Produkteinführung auf die Nase fallen kann. In den 50ern boomte die US-Wirtschaft und Ford wollte mit einer Marke überhalb von Ford (billig) und Mercury (obere Mittelklasse) bei der Kundschaft punkten. GM besetzte diese Nische mit der Marke Oldsmobile, Chrysler mit der Marke Dodge. Ford selbst hatte zu der Zeit nur die Marken Ford, Mercury und Lincoln zu bieten. Eine neue Marke musste also her. Diese sollte den Namen Edsel, dem Sohn von Henry Ford, tragen. So begann man Mitte der 50ern mit den nötigen Vorbereitungen. Ford betrieb einen wahnsinnigen Aufwand um die Marke bekannt zu machen. Man schaltete Werbungen und man ließ sogar eigene Sendungen produzieren für welche man berühmte Stars wie Bing Crosby und Frank Sinatra buchte. Man ließ Zeitungsartikel in großen Magazinen veröffentlichen um die Marke mit blumigen Worten zu bewerben. Im Modelljahr 1957 wurden die ersten Edsel verkauft und die Einführung floppte kolossal. Was war passiert? Als einer der meistgenannten Gründe gilt sicherlich das Design. Bereits bei der Entwicklung wollte man das die Edsels aus der Masse herausstechen. Dies sollte unter anderem durch einen besonders schmalen und hoch stehenden Kühlergrill erreicht werden. Leider stellte man fest das der ursprüngliche Designentwurf aus technischer Sicht nicht funktioniert. Man verbreiterte den Kühlergrill und so entstand das berüchtigte Edsel Gesicht welches von vielen spöttisch als Klobrille bezeichnet wurden. Weniger nette Zeitgenossen sahen in dem Kühlergrill gar ein weibliches Geschlechtsteil. Nach gerade einmal 3 Jahren stellte Ford die Marke Edsel bereits wieder ein. Man verbannte zwar im letzten Modelljahr den Klobrillengrill, aber diese Maßnahme half nichts mehr. Das Image der Marke war dahin, die Kunden kauften nicht im erwarteten Umfang und so war das Todesurteil für die Marke gefallen. Ein weiterer Grund für das scheitern war auch das Ford in seiner ausufernden Werbekampagne den Mund etwas zu voll nahm und zahllose technische Neuerungen und quasi die Revolution des Automobils verkündete. Die wenigen Neuerungen (selbst nachstellende Bremsen, elektrisch öffnende Motorhaube) die dann tatsächlich kamen waren der Kundschaft einfach zu wenig. Weiterhin kämpfte die Marke mit Qualitätsproblemen, da die Autos nebenher in anderen Ford Werken gebaut wurden. Üblicher wäre es gewesen man hätte für die Marke ein eigenes Werk eröffnet. Dies führte zu so argen Qualitätsproblemen das Edsel bald zum Backronym für "Every day something else leaks" (Jeden Tag leckt irgendetwas anderes) wurde.

 

DMC12

 

Der DeLorean ist ein weiterer kolossaler Fehlschlag, wenn auch ein sehr hübsch anzuschauender. Nach seinem Rausschmiss bei GM wollte John Z. Delorean seine eigene Automarke gründen. Die Entwicklung zog sich über Jahre hin, es gab alle möglichen Änderungen während der Entwicklung, die Kosten explodierten und ein nicht unerheblicher Teil der Investorengelder versickerte in schwarzen Kanälen. Der Wagen sollte ursprünglich 12.000 Dollar kosten und sehr sicher sein. Beides Attribute die am Ende der Entwicklung nicht mehr eingehalten werden konnten. Zum einen war der Wagen am Ende der Entwicklung mehr als doppelt so teuer wie geplant und zum anderen war von der ursprünglichen Idee des DMC12 (die 12 steht übrigens für den angepeilten Preis von 12.000$) nicht mehr viel übrig. Das Design wurde geringfügig verändert, das Chassis stammte am Ende von Lotus und der ursprünglich angedachte Motor mit ausreichend Leistung wurde gegen den trägen PRV Euro V6 ersetzt. Dazu kamen noch erhebliche Probleme bei der Produktion in Nordirland sowie eine handfeste Absatzkrise Anfang der 80er als der Wagen endlich fertig war. Es gab zwar sehr viele Vorbestellungen, allerdings wurden davon auch viele wieder zurückgezogen. Die übrig gebliebenen Käufer klagten unter massiven Qualitätsmängeln was sehr kostspielige Rückrufe zur Folge hatte. Dazu kam das John Z. DeLorean sich aus Geldnot auf einen dubiosen, gefakten Drogendeal einließ. Dies kam zwar im Prozess heraus und er wurde freigesprochen, allerdings hatte sich das schlechte Image solange der Prozess lief natürlich im Kopf der Menschen festgesetzt. Die Marke ging Pleite und alles was nicht niet und nagelfest war wurde verkauft. Darunter auch Teile der Produktionsanlagen die laut einer Legende auf Anweisung von Maggie Thatcher in der Nordsee versenkt wurden, angeblich mit der Begründung das niemand davon profitieren sollte das die britische Regierung Unsummen in die Firma gesteckt hatte. Dies erwies sich aber als Blödsinn. Die besagten Teile der Produktion wurden zwar tatsächlich in der Nordsee versenkt, allerdings auch nur weil man diese an eine Fischereifirma verkauft hatte die daran Ihre Netze festmachte ;)

 

Plymouth Prowler

 

Der Prowler zählt sicherlich zu den Autos die schon von Anfang an dazu verdammt waren schwer verkäuflich zu sein. Zu ausgefallen die Optik, zu radikal das Konzept. Der Prowler war quasi ein Hot Rod ab Werk. Lang, tief, breit und ohne irgendwelchen praktischen Nutzen. Mal eben einkaufen? Kein Kofferraum! Mal eben mit ein paar Kumpels zum nächsten Burgerhöker? Nur 2 Sitzplätze. Dazu kam das Chrysler entgegen der Erwartungen statt eines V8 einen V6 implantierte. Dazu kam das man die Hot-Rod Optik aufgrund der Crashvorschriften nicht konsequent durchziehen konnte. Der Prowler musste eine Stoßstange haben und die wollte so gar nicht zum Design passen. Diese wirkten als ob man 2 dicke Flügelchen an die Front geschraubt hätte. Damit war der Kundenkreis schon stark eingeschränkt. So kam es dann auch das vom Prowler in 5 Jahren gerade mal 11.000 Stück verkauft wurden. Der Prowler war sicherlich ein Auto für beinharte Indivudualisten ;)

 

Chrysler Airflow

 

Ein weiterer Kandidat aus der Kategorie "seiner Zeit zu weit voraus". Mit dem Airflow wollte man eine möglichst modernes und aerodynamisches Auto entwickeln. Die Idee hinter dem Airflow war es die damals hochmoderne Stromlinienform auf ein Auto zu übertragen. Dafür holte man sich unter anderem die Hilfe vom berühmten Orville Wright! Technisch war der Airflow durchaus innovativ. Nicht nur die Form war den damals üblichen Two-Box Designs weit überlegen sondern auch das Fahrwerk und die Gewichtsverteilung die sich aus der Gesamtkonstruktion ergaben waren damaligen Autos weit überlegen. Der Airflow hatte bei Beladung eine perfekte Gewichtsverteilung und das neu entwickelte Fahrwerk sorgte für ein deutlich sichereres Fahrverhalten im Vergleich zu konventionellen Autos. 1934 kamen dann die ersten Airflow auf den Markt. Leider hatte Chrysler mit massiven Problemen bei der Produktion zu kämpfen da der Airflow aufwändiger zu produzieren war wie jedes andere Auto seiner Zeit. Dies führte zu einer starken Defektanfälligkeit. Dazu waren die Kunden vom Design stark irritiert. Die Verkäufe entwickelten sich so schlecht das Chrysler den Airstream auf den Markt brachte welcher sich wesentlich besser als der Airflow verkaufte was dazu führte das zu Spitzenzeiten 9 mal mehr Airstreams vom Band liefen als Airflows. 1937 stellte Chrysler beide Modelle ein. Am Ende verkaufte Chrysler vom Airflow nicht einmal 30.000 Einheiten. Schon für damalige Verhältnisse zu wenig. Die Form des Chrysler inspirierte dafür andere Automobildesigner! Wer wissen will woher die Inspiration für den VW Käfer kam sollte sich den Airstream mal genauer ansehen ;)

 

Dodge La Femme

 

Eins vorweg: Ja, ich weiß das der La Femme eigentlich kein eigenständiges Modell sondern eher eine Art Ausstattungsvariante war. Diese ist aus heutiger Sicht aber so kurios das es schade wäre Sie hier nicht zu erwähnen. Mit dem La Femme Paket wollte man bei der Chrysler Corp besonders die weibliche Kundschaft stärker ansprechen, da man herausfand das Frauen eine stärker wachsende Zielgruppe darstellen. Die Chrysler Corp baute 2 Concept Cars auf Basis von Chrysler Modellen welche mit Details aufwarteten von denen man glaubte das Sie die weibliche Zielgruppe besonders ansprechen würde. Und in der Tat, das Publikum zeigte reges Interesse an der Idee. So wurde innerhalb des Konzerns die Marke Dodge mit der Umsetzung betraut. So entwickelte man für die Custom Royal Serie das La Femme Paket welches ab 1955 verfügbar war. Dabei griff man ganz tief in die Klischeekiste, ergo Lacktöne wie Rosa, Blumenmustersitze, eine farblich passend zum Auto abgestimmte Handtasche mit allerlei passenden Acessoires (Feuerzeug, Zigarettenetui, Schminkspiegel, Lippenstift etc. pp.) und natürlich eine Halterung für die Handtasche hinter dem Beifahrersitz. Bei Dodge sprach man von einem großen Erfolg, allerdings erklärt das nicht warum man das Paket zum Ende des 56er Modelljahres schon nicht mehr anbot ;) Die genauen Verkaufszahlen kennt man leider nicht so genau, da die La Femmes ganz einfach in die Stückzahlen der normalen Modelle einfloss. Man geht heute davon aus das in beiden Modelljahren zusammen keine 2.500 Autos mit dem La Femme Paket produziert worden sind. Eine interessante Fußnote des amerikanischen Automobilbaus bleibt es allemal ;)

 

Cadillac Cimmaron

 

Cadillac wollte ein kompaktes Luxusmodell als Konkurrenz zu BMW und Co bauen. Die Entscheidung dazu hatte allerdings etwas lange gedauert weshalb man kurzerhand auf den Chevrolet Cavalier als Technikspender zurückgriff. Da die Markeinführung relativ früh starten sollte hatte man in der Entwicklung nicht sehr viel Zeit gehabt den Cimmaron eigenständiger zu machen. Leider übernahm man technisch sehr viel vom Cavalier weshalb der Cimmaron wie ein Cadillac für Arme wirkte was

sich auch im Preis (immerhin nur 12.000$) wiederspiegelte und bei der Stammkundschaft nicht wirklich gut ankam. 89PS aus einem Vierzylinder in der Basis waren für einen Cadillac nicht wirklich angemessen. Entsprechend schleppend waren die Verkäufe. gerade mal 130.000 Exemplare entstanden von 1982-1988.

 

Cadillac Catera

 

Der Catera war ein weiterer Versuch einen "günstigen" Cadillac auf den Markt zu bringen. Dieses mal bediente man sich nicht bei Chevrolet, sondern tatsächlich bei Opel! Der Catera basiert auf dem Opel Omega B. Cadillac brauchte ein Mittelklassemodell da es längst nicht mehr reichte große Limousinen zu bauen. Mit dem Catera erhoffte man sich vor allem gegen die deutsche Konkurrenz besser bestehen zu können. Den Catera gab es ausschließlich mit dem 3 Liter V6 mit 200PS und einer ziemlich umfangreichen Ausstattung. In Tests kam der Catera auch durchaus gut weg, allerdings kam der Catera bei der klassischen Kundschaft nicht gut an. Der klassische Cadillac Käufer erwartete damals noch eine klassische Full-Size Limousine von Cadillac, eine Erwartung die der Catera natürlich nicht erfüllen konnte. Nach 5 Jahren wurde der Catera bereits wieder eingestellt. 2002 kam mit dem CTS ein Nachfolger auf den Markt welcher den Grundstein für Cadillacs neues Image als Anbieter von sportlichen Luxuslimousinen legen sollte.

 

Chevrolet SSR

 

Der SSR ist ein gutes Beispiel dafür was passiert wenn mein ein völlig abgefahrenes Konzept auf die Räder stellt und das Ganze zu teuer verkauft. Der SSR war eine wilde Mischung aus Pick-Up, Hot-Rod und Roadster in Retro Optik. Zwei Sitze, eine Ladefläche, ein elektrisches Stahldach, eine Schuss Retro und fertig war der SSR. Technisch stand der SSR auf der gleichen Plattform wie der Chevrolet Trailblazer und so teilte er sich auch die Technik mit selbigem. Es kamen ausschließlich V8 Motoren aus der Truck Palette zum Einsatz. Erst kam ein 5,3 Liter Vortec V8 mit 300 PS Leistung zum Einsatz, dieser wurde dann aber relativ schnell durch den LS2 ersetzt. Dieser leistete gegen Produktionsende immmerhin 400 PS. Der Wagen kostete 42.000$, zuviel für einen Chevrolet von dem man sich tatsächlich hohe Stückzahlen erhoffte. Von 2003 bis 2006 wurden gut 24.000 Exemplare hergestellt was angesichts der deutlich höheren Erwartungen seitens GM nicht viel war. In Anbetracht des Preises und des außergewöhnlichen Konzepts könnte man aber fast von einem Erfolg sprechen, immerhin war er bei kürzerer Bauzeit erfolgreicher als der ähnlich abgefahrene Plymouth Prowler ;)

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Thu Jan 11 15:00:45 CET 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (332)

als-vs-neuals-vs-neu

An allererster Stelle einen Dank an die Diskutanten in meinem Blog die diesen Artikel überhaupt erst möglich gemacht haben :) Der nun folgende Artikel entstand aus der Fragestellung wie gut ein alter Diesel mit über 200.000km noch als zuverlässiger Alltagsbegleiter taugt.

 

Jeder kennt das:

 

Das treue Alltagsvehikel kommt so langsam an dem Punkt an wo man es zur Weide führen muss um Ihm dem Gnadenschuss zu verpassen. Oder es kommt der Punkt an dem der Wagen einfach nicht mehr zum Leben passt. Jetzt ist neues Rad teuer (jaja, ich weiß! Die 5€ liegen bereits in der Kasse für schlechte Wortspiele) und bei vielen geht dann die Grübelei los. Was soll es bloß werden?

 

Dabei haben sich meinen Beobachtungen nach 2 Gruppen herauskristallisiert:

 

Gruppe 1:

 

Der Autokäufer in Gruppe 1 kauft wenn möglich nur Neuwagen, maximal einen jungen Gebrauchten. Altautos sind ihm zuwider weil zu alt und fehleranfällig. Er ist bereit etwas mehr Geld für den Kauf auszugeben wenn er dafür die nächsten Jahre von nervigen Altersgebrechen verschont bleibt. Diese Gruppe schafft den Absprung meistens rechtzeitig, bezahlt das gute Gefühl aber entsprechend.

 

Gruppe 2:

 

Der typische Gruppe 2 Käufer hegt ein Misstrauen gegen alles was jünger als 10 Jahre ist und sich nicht vorher in den Händen von anderen Autofahrern bewährt hat. Für Ihn gilt: Je weniger unausgereifter moderner Schnick-Schnack im Auto steckt umso besser.

 

Gerade hier auf MT trifft man zwangsläufig besonders viele Anhänger beider Gruppen ;) Jeder hat unterschiedliche Erfahrungen gemacht welche dazu führen das man eher zur einen oder zur anderen Gruppe gehört. Ich für meinen Teil bin da etwas gespalten.

 

Für den Alltag würde ich mir wohl nie wieder so ein altes Auto anschaffen. Die Gründe dafür lagen in den Erfahrungen die ich bisher mit alten Autos im Alltag gemacht habe. Stellvertretend dafür sind mein erstes Auto, ein Golf III und der Oldsmobile Alero den ich mal im Alltag gefahren bin. Auch hier sind die Vorraussetzungen ganz interessant das es sich lohnt darauf einmal einzugehen.

 

Der Golf war ein Familienauto. Als Jahreswagen mit vertretbaren 20.000km kam er in unsere Familie. Den Wagen hatten wir 14 Jahre bevor er endgültig wegkam. 11 Jahre und gut 200.000km haben meine Eltern das Vergnügen mit dem Golf gehabt bevor ich Ihn übernommen hatte. In dieser Zeit vielen natürlich einige Verschleißreparaturen an und als ich den Wagen übernommen hatte wurde dies nicht besser. Folgende Teile habe alleine ich in den gut 2,5 Jahren Haltezeit erneuern müssen:

 

- Bremse vorne komplett

- Bremse hinten komplett

- Feststellbremse komplett

- Zahnriemen

- Keilriemen

- Wasserpumpe

- Anlasser

- Flexrohr

- Auspuff

- Kupplung

- Zündung komplett

- Temperatursensor

- Bremsleitungen

- ABS Sensoren

 

Unzählige andere Kleinigkeiten die dafür sorgten das ich am Ende fast monatlich in der Werkstatt gestanden habe. An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen das es sich hier um ein Auto handelte das immer sofort repariert und rechtzeitig gewartet wurde. 2 dicke fette Ordner mit allen möglichen Reperatur- und Servicerechnungen zeugen heute noch davon. Alleine ich habe in der Zeit knapp 3000€ an Reparaturen in den Wagen versenkt.

 

Schauen wir doch mal auf den Alero. Der war bei Kauf auch schon 15 Jahre alt, hatte "gerade mal" 140.000km gelaufen und war bei der Probefahrt eigentlich ganz gut. Lediglich die Reifen waren Mist, aber das war mit gut 300€ schnell behoben. Die Wartungshistorie war nebulös und bis auf die Beteuerungen des Vorbesitzers und dem letzten TÜV Bericht hatten wir eigentlich nichts. Egal, der Wagen war nicht teuer, da muss man mit Defekten rechnen. Diese kamen dann auch ;) Erst war ein Radlager hin weil der Vorbesitzer nur das Radlager gewechselt hatte das Geräusche machte :rolleyes: Da man sowas immer paarweise wechselt habe ich gleich beide vorne neu machen lassen und dieses mal mit hochwertigen Teilen. Zwischendurch sponn die Wegfahrsperre immer mal herum. Der Hammer kam dann eigentlich als die Ansaugkrümmerdichtung kaputt ging. Das war mal eine richtig teure Reparatur die mich nicht nur tonnenweise Zeit, sondern auch richtig Nerven und Geld gekostet hat. Auch hier hatte sich das Alter des Wagens einfach bemerkbar gemacht ;) Wir tauschten die Teile alle durch wobei mich allein die Teile und die benötigten Werkzeuge locker mal 1000€ gekostet haben dürften. Auch hier folgten wieder diverse Kleinigkeiten die beseitigt werden wollten. Das ich den Wagen kurz darauf dann selbst hingerichtet habe war da auch nicht mehr so schlimm :D

 

Wie man sieht habe ich wie so viele vor mir die Erfahrung machen müssen das alte Autos einfach Zeit und Geld fressen. Für mich hat sich dabei folgende Regel herauskristallisiert:

 

Für den Alltag so neu wie möglich, für den Spaß so alt wie nötig.

 

Bei einem Spaßauto kann ich mit einem gewissen Alter und den dazugehörigen Gebrechen prima leben da man in der Regel auf so ein Auto nicht angewiesen ist. Beim Daily sieht es da wie gesagt anders aus. Wenn man jeden Monat zittern und beten muss nicht liegenzubleiben zerrt das ordentlich an den Nerven. Mittlerweile bin ich in einem Alter in dem man auf sowas einfach keinen Bock mehr hat.

 

Klar kann man sich auch mit relativ neuen Autos auf die Fr**** legen wie man an meinem Peugeot gut sieht. Wie es anders laufen kann zeigt momentan unser Mii. Er ist jetzt seit gut 2 Jahren bei uns und bisher haben wir mit dem Wagen wirklich kein ernsthaftes Problem (eine durchgebrannte Sicherung, ein Nagel im Reifen, that's it!) gehabt. Auch diese Erfahrung haben schon viele Autofahrer vor mir gemacht.

 

Zum Schluss also die große Frage:

 

Muss es für euch was neues sein oder gehört Ihr eher zu denen die im Alltag was gut abgehangenes brauchen?

 

Ihr dürft eure Erfahrungen gerne mit persönlichen Erfahrungsberichten garnieren :)

 

Kleiner Hinweis zum Schluss:

 

Ich bin mir bewusst das dieses Thema zu hitzigen Diskussionen führen kann, deshalb bitte ich jetzt schon mal um die Wahrung einer ordentlichen Gesprächskultur :)

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Sun Dec 24 15:38:57 CET 2017    |    Dynamix    |    Kommentare (16)

Zuerst einmal:

 

Eine Frohe Weihnacht an alle meine Leser und alle die sich hier sonst noch so hinverirrt haben :D Zum heutigen Fest der Feste habe ich beschlossen mir mal selbst ein kleines Geschenk in Form eines Artikels zu machen.

 

Die Wahl des Fahrzeugs ist für mich dabei so offensichtlich, dass ich mich selbst frage wie ich es schaffe seit 4 Jahren zu bloggen ohne einen einzigen Artikel zu dem Wagen zu machen?! Warum gerade der Barracuda? Nun, viele werden jetzt denken: Na, weil er cool ist!

 

Bei mir hat es aber noch eine ganz andere Bewandnis. Dieses Auto ist Schuld! Schuld an vielem! Schuld an eigentlich überhaupt allem! Es fing alles vor gut 20 Jahren mit einem Computerspiel namens Interstate 76 an. Keine Panik, Ihr müsst das Spiel nicht kennen. Ich umreiße nur grob den Inhalt damit das Wieso?/Weshalb?/Warum? verständlicher wird. In dem Spiel geht es darum sich mit schwer bewaffneten Muscle Cars gegenseitig den Garaus zu machen. Wie der Titel es verrät spielt das Spiel in den 70ern, weshalb die Muscle Cars da zeitlich natürlich wunderbar hereinpassen. In diesem Spiel fuhr die Hauptfigur einen "Picard Piranha". Natürlich wusste ich mit dem fiktiven Auto nichts anzufangen, aber mir gefiel die Form sehr. Spulen wir an der Stelle etwas vor:

 

Jahre später war das Spiel längst vergessen, aber das Auto nicht so wirklich. Mein Interesse für US-Cars beschränkte sich auf das Schauen diverser DMAX Serien über die man zwangsläufig mit diversen Infos über US-Cars konfrontiert wird. Nebenher recherchierte ich gelangweilt immer mal wieder zu den verschiedenen Autos. Ich stieß auf die Webseite eines amerikanischen Muscle Car Clubs auf der die wichtigsten Autos der Ära und deren Modelljahre im Detail vorgestellt wurden. Ich klickte mich also durch bis ich plötzlich wie vom Blitz getroffen an einem ganz bestimmten Bild hängenblieb. Es war das Bild auf dem das Heck eines 70er Plymouth Barracuda zu sehen war, besonders gut zu erkennen an seinen Rückleuchten. Es fing in meinem Kopf an zu rotieren. Irgendwo hattest du das doch schon mal gesehen?! Als ich ein paar weitere Bilder suchte fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Das war doch das Auto aus dem Spiel damals! An dem Punkt war alles vorbei. Ich war unsterblich in diesen Raubfisch verliebt und damit sprang der US-Car Funke bei mir völlig über. Fortan sog ich alle Infos zu US-Cars auf derer ich irgendwie habhaft werden konnte. Ein Artikel in der Chrom und Flammen über einen der 11 71er Hemi Cuda Convertibles machte es mir nicht gerade leichter von dieser Sucht loszukommen ;) Fangen wir aber mit dem eigentlichen Artikel an.

 

Geschichte

 

Der Barracuda kam im Jahre 1964 erstmalig auf den Markt und ist streng genommen das erste Pony Car der Welt, kam er doch ganz knapp (2 Wochen) vor dem Ford Mustang auf den Markt. Da aber Ford aber eine unfassbare riesenmenge Geld in das Marketing des Mustang gepumpt hatte ging der Barracuda ziemlich unter. Hätte Chrysler das Marketingbudget gehabt, die Klasse der Pony Cars würde wohl heute Fish Cars oder ähnlich heißen :D Naja, ist in dem Falle wohl auch besser so. Pony klingt doch irgendwie besser als Fisch ;)

 

Wo wir gerade bei Namen sind. Ursprünglich hatten die Verantwortlichen bei Plymouth den Namen "Panda" für den Barracuda angedacht. Diese Idee kam aber bei den Designern überhaupt nicht an, weshalb man den Namen schnell verwarf. Am Ende setzte sich der Vorschlag des Designers John Samsen durch, weshalb der Barracuda dann eben Barracuda hieß.

 

Wie der Mustang war auch der Barracuda ein schickes Sportcoupe auf Basis eines biederen Kompaktwagens. War es beim Mustang der Ford Falcon, so war es beim Barracuda der Plymouth Valiant der den Technikspender spielen durfte. Beide teilten sich die A-Body Plattform des Chrysler Konzerns. Der Barracuda setzte wie viele US-Cars seiner Zeit auf das klassische Rezept bestehend aus hubraumstarken Motoren und Hinterradantrieb. Es wurden viele Teile vom Valiant übernommen um die Kosten niedrig zu halten. Dabei bediente man sich nicht nur der Technik sondern teilweise auch der Optik des Valiant. Das auffälligste Merkmal des Barracuda war sicherlich sein riesiges Heckfenster welches an den Außenkanten rundlich zur C-Säule verlief. Dies stellte den Hersteller PPG sowie Chrysler vor ein paar Schwierigkeiten, wurde so eine Scheibe doch bis dato in keinem Serienfahrzeug verbaut. Man schaffte es schlussendlich und der Barracuda bekam damit die größte Heckscheibe die jemals in einem Serienfahrzeug verbaut wurde.

 

Anfang waren 3 Motoren verfügbar, 2 Versionen des Slant 6 Reihensechszylinders und ein V8 Motor. Die erste Generation wurde nur 2 Modelljahre gebaut. Dies lag unter anderem daran das der Mustang dem Barracuda nicht nur die Show, sondern auch die Kunden wegnahm. Aus diesem Grund entschied man sich für das Modelljahr 1967 ein paar Änderungen an dem kleinen Raubfisch vorzunehmen.

 

Zum einen bekam der Barracuda eine verlängerte A-Body Plattform wodurch der Radstand um 2" auf 108" wuchs. Zusätzlich bekam der Barracuda eine neue Außenhülle, auch wenn er sich immer noch den Unterbau und die Technik mit dem Valiant teilen musste. Da die Konkurrenz in der Klasse immer größer wurde musste man sich auch bei Chrysler etwas einfallen lassen. Aus dem Grund bekam der Barracuda mit jedem Modelljahr immer stärkere Motoren. So kamen über die Jahre V8 Motoren zum Einsatz. Von eher zahmen und kompakten 8-Zylindern bis zum starken Chrysler "B"-Block gab es genügend Auswahl für Kunden mit einem gesunden Appetit auf Leistung. 1968 kam dann der legendäre Hemi Motor zum ersten Mal zum Einsatz. Er wurde lediglich 50 mal verbaut, da er hauptsächlich bei Viertelmeile Rennern zum Einsatz.

 

1970 dann kam der große Schnitt. Die Chrysler Corp stellte eine völlig neue Generation Pony Cars vor. Auf Seiten von Dodge war dies der brandneue Dodge Challenger, während man bei Plymouth auf den bewährten Namen Barracuda zurückgriff. Beide standen auf der neuen E-Body Plattform welche wiederum eine modifizierte B-Body (nein, nicht die von GM!) Plattform war. Auch wenn sich beide die gleiche technische Basis (wobei sich die Radstände unterscheiden!) teilen so bekamen beide völlig eigenständige Karosserien. Gewisse Ähnlichkeiten im Design sind trotzdem nicht zu leugnen ;) Die Fastback, welches es beim Vorgänger noch gab, wurde komplett eingestampft, stattdessen konzentrierte man sich ganz auf Coupe und Convertible. Durch den größeren Motorraum passten jetzt auch endlich größere Motoren ohne Schuhlöffel und Karosseriearbeiten in den Barracuda. Das führte dazu das die mit dem Vormodell eingeführte Performancevariante "Cuda" noch potentere Motoren in Form des mächtigen 440ers und des legendären Hemi Motors bekamen. Neben den potenten Motoren und der gefälligen Form wurde der Barracuda, wie andere Mopars seiner Zeit, durch seine schrillen Farben bekannt. Die sogenannten "High Impact Colors" trugen Namen wie:

 

"Lime Light" (schrilles grün)

"Bahama Yellow" (kräftiges gelb)

"Tor Red" (kräftiges rot)

"Lemon Twist" (kräftiges helles gelb)

"Curious Yellow" (kräftiges gelb)

"Vitamin C" (knalliges Orange)

"In-Violet" (dunkles Violett, vergleichbar mit Plum Crazy)

"Sassy Grass" (etwas dunkler als lime light)

"Moulin Rouge" (Pink!)

 

Wie üblich verpasste man Ihm mit jedem Modelljahr ein paar optische Retuschen um die Optik frisch zu halten. Mein persönlicher Favorit sind dabei die 71er Modelljahre mit Ihrem Haifischkiemengrill und den Doppelscheinwerfern auch wenn Enthusiasten meist die 70er Modelle bevorzugen.

 

Bis zum Ende der Baureihe wurden die Motoren immer schwächer und die Autos gleichzeitig schwerer, da Sie neue Sicherheitsstandards erfüllen mussten. Da Benzin auch immer teurer wurde und die Versicherungen einen Feldzug gegen die Pony Cars führten ließ das Interesse der Kundschaft im Eiltempo nach, weshalb die Baureihe 1974 dann schlussendlich eingestellt wurde. Die Muscle Car Wars waren damit endgültig vorbei.

 

Technik

 

 

1964-1966

 

Im ersten Modelljahr waren 2 Slant 6 Reihensechszylinder und ein V8 Motor verfügbar. Der Basissechsender holte aus 2,8 Litern 101 PS, während die größere Version aus 3,7 Litern etwa 145 PS bereitstellte. Topmotor war der brandneue 4,5 Liter LA V8 mit 180 PS. Bereits im 65er Modelljahr strich man für den amerikanischen Markt den 2,8 Liter Slant Six und so wurde der 3,7er Reihensechszylinder die neue Basismaschine, auch wenn die kleinere Version in Kanada immer noch angeboten wurde. Dem V8 verhalf man mit dem neuen Modell "Formula S" und dem Commando Paket zu mehr Leistung. Statt des kleinen 2-fach Vergasers kam nun ein 4-fach Vergaser zum Einsatz. Dies und eine höhere Verdichtung von 10,5:1 verhalfen dem Motor zu gut 235 PS. Für 1966 änderte man an den Motoren nichts mehr. Getriebeseitig waren neben Schaltgetrieben auch das Torqueflitegetriebe erhältlich. Das Torqueflite mit den Druckknöpfen zur Gangwahl wurde 1964 zum letzten mal angeboten und so kam es nur im allerersten Modelljahr des Barracuda zum Einsatz.

 

1967-1969

 

1967 war der 225 cui Slant Six immer noch der Basismotor, dafür änderte sich bei den V8 Motoren einiges. Der bekannte 273er V8 war jetzt dank diversen Vergaseroptionen (2- und 4-fach) in verschiedenen Leistungsstufen erhältlich. In diesem Modelljahr hielt auch der 383er "B" Block Einzug in den Barracuda. Dieser leistete 280 PS und markierte die Leistungsspitze im 67er Modelljahr. 1968 ersetzte man den 273er durch den 318 cui "LA" Motor. Ebenso neu war ein 340 cui V8 mit 4-fach Vergaser. Der 383er "B" Block bekam den Namen "Super Commando" verpasst. Aber nicht nur am Namen, sondern auch an der Technik wurde gefeilt. Der Motor bekam eine neue Ansaugbrücke, Nockenwelle und Zylinderköpfe. Dies steigerte die Leistung auf 300 PS. Im gleichen Modelljahr wurden auch die 50 Super Stock Hemi Barracudas gebaut. 1969 kam dann etwas Bewegung in das Motorenprogramm. Nicht nur das der 383er noch einmal eine Leistungsspritze auf 330 PS bekam, es wurde auch ein neues Trimpaket namens "Formula S" eingeführt welches mit verschiedensten Motoren erhältlich war. Darunter waren ein 340er, der bekannte 383er und erstmalig der neue "Super Commando" mit 440 cui (7,2 Liter).

 

1970 - 1971

 

1970 gab es neben dem 225er Slant Six eine neue Basismotorisierung mit 198 cui. Bei den 8-Zylindern machte der 340-4V Motor den Anfang welcher immerhin 275 PS leistete. Diese entfiel allerdings bereits 1971 wieder. Die nächste Ausbaustufe markierte der 383 4V welcher in der Performance Variante 335 PS leistete. Danach ging es schon in das Territorium der Big Blocks. Die "schwächste" Version war hier der bekannte 440er der 375 PS leistete. Den gleichen Motor gab es 1970 auch mit Six-Pack Vergaseranlage (3-Doppelvergaser) wodurch der Motor auf 390 PS kam. Die Spitze bildete der mächtige 426er Hemi mit 2 Doppelvergasern welcher 425 PS leistete. 1971 nahm der 383er mit 2-Fachvergaser die Rolle des 340er 4V Motors ein, weshalb auch er 275 PS leistete. Die Performance Variante des 383ers fiel weg und so leistete der Motor maximal 300 PS. Der 440er war nur noch als Six Pack erhältlich und auch er büßte etwas an Leistung ein. Statt der 390 PS leistete er nun 385 PS. Die Spitze markierte unverändert der Hemi Motor.

 

1972 - 1974

 

Technisch änderte sich in den letzten Modelljahren nicht viel. Die Karosserie bekam wie gewohnt ein paar optische Retuschen, darunter fielen die Rückleuchten welche jetzt rund waren. Der Big Blocks flogen aus dem Programm, genauso wie die 6-Zylinder. 1972 blieben somit nur ein 318er und ein 340er V8 übrig. Dies war unter anderem den immer strenger werdenden Abgasgesetzen geschuldet. Im späten 73er Modelljahr ersetzte ein etwas stärkerer 360er V8 den 340er.

 

Trimlevel

 

Base: Wie der Name schon sagt handelte es sich hierbei um ein Basismodell, welches in den Modelljahren 1970 und 1971 angeboten wurde.

 

Barracuda Coupe: Diese Version gab es ebenso nur von 1970 bis 1971 und stelle so etwas wie die Billigversion da. Diese war noch unterhalb des Basismodells angesiedelt. Diese Version kam ab Werk mit dem Slant Six Reihensechszylinder.

 

Gran Coupe: Diese Version war überhalb des Basismodells angesiedelt und deutlich luxusorientierter.

 

Formula S: Der Formula S war eine Sportversion welche im Jahr 1965 eingeführt wurde. Neben dem 383er Commando Motor bekam der Barracuda mit diesem Paket auch ein paar Performance Upgrades spendiert. Darunter fielen ein sportlicheres Fahrwerk, größere Reifen auf größeren Felgen, ein Drehzahlmesser und ein paar optische Aufwertungen um den Formula S von den Standardvarianten abzuheben. Später im 65er Modelljahr kamen noch Scheibenbremsen und eine Klimaanlage dazu.

 

Cuda': Dies war ab 1969 die offizielle Sportversion des Barracuda. Im ersten Modelljahr basierte diese auf dem Formula S.

 

Für den Cuda gab es im Laufe der Zeit einige interessante Optionen welche nicht nur die Performance verbesserten. Eine dieser Optionen ist die berühmte "Shaker Hood", eine Motorhaube mit einem Loch in der Mitte wodurch der speziell für diese Haube angefertigte Luftfilter ragte. Der Name leitete sich von den Schüttelbewegungen des Motors ab welche man dank des durch die Haube ragenden Luftfilters sehen konnte.

 

Eine eher skurrile Option war das "Mod Top" Paket. Dabei handelte es sich um ein sehr spezielle Optikpaket. Wer diese Option ankreuzte erhielt ein Vynildach sowie Tür- und Sitzintarsien mit Blumenmuster!

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Mon Dec 18 13:14:27 CET 2017    |    Dynamix    |    Kommentare (17)

Lange lange ist es her! Klein Dynamix war noch in einem einstelligen Alter als Ihm sein großer Bruder zum ersten mal einen Computer zeigte. Bei besagtem Computer handelte es sich um einen Amiga 500 aka "Die Freundin". Der Amiga 500 war der Nachfolger des C64 und in Sachen Grafik, Sound und Bedienung seinem Vorgänger weit überlegen.

 

Was hat das mit besagtem Auto zutun? Nun, der Amiga erfreute sich besonders als Spielcomputer großer Beliebtheit und da waren wir keine Ausnahme. Mein Bruder zeigte mir damals ein Spiel in dem man in Lotus gegeneinander angetreten ist, einmal im Lotus Esprit und eben im hier erwähnten Elan. Da ich damals schon eine Affinität zu Autos hatte sind diese Autos (und besonders die im Spiel enthaltenen Datenblätter) natürlich hängengeblieben, ganz besonders nachdem mir mein Vater einen Autokatalog aus dem Jahr in die Hand drückte in dem ich beide Autos wiedererkannte :) So kam es das der Esprit SE lange Zeit (bis ich dann über meinen ersten Hemi Cuda gestoßen bin :D) mein absolutes Lieblingsauto war. Ganz losgelassen haben mich die beiden nie, von daher ist es Zeit Ihnen ein kleines Denkmal zu setzen. Den Anfang macht der Elan!

 

Kurze Warnung vorweg: Es geht nicht um die erste Generation Elan, sondern um die von vielen verschmähte zweite Generation, auch bekannt als M100.

 

Geschichte

 

Die Geschichte beginnt Mitte der 80er. Man plante bei Lotus wieder einen kleinen leichten Roadster zu bauen. Man setzte dabei zuerst auf eine Kooperation mit Toyota welche 1984 in dem M90 Prototyp gipfelte. Bei Lotus hoffte man auf eine Zusammenarbeit für ein Serienmodell, dazu sollte es allerdings nie kommen. Nichtsdestotrotz war die Arbeit nicht umsonst, so floss doch ein Teil des Know Hows in den später erscheinenden Toyota MR2. Im Jahre 1986 kaufte General Motors (puh, gerade so die Kurve zum Kernthema des Blogs bekommen! :D) die Firma Lotus dann auf. Da man die Idee mit dem Roadster nicht verworfen hatte und man mit General Motors eine Konzernmutter hatte welche über den nötigen finanziellen Hintergrund verfügte entwickelte man die Idee weiter. Der Wagen sollte dabei nicht nur leicht, sondern auch bezahlbar sein! Dafür griff man auf diverse Teile aus dem Konzernregal zurück, beispielsweise auf Motoren von Isuzu. Im selben Jahr war es soweit und das Design für den M100 wurde von der Konzernleitung abgesegnet.

 

Die Übernahme war für Lotus in finanzieller Hinsicht ein echter Segen, denn der Elan war bis dato das teuerste Auto das Lotus je entwickelt hat. 35.000.000 britische Pfund wurden für die Entwicklung ausgegeben, für Lotus Verhältnisse eine riesige Menge Geld. Da der Wagen mehr auf den Massenmarkt, als auf gut betuchte Sammler und Enthusiasten, abzielte wurde der Wagen sehr gründlich getestet. Die Entwicklung des Wagens brauchte lediglich 3 Jahre, in dieser Zeit wurden über 60 Fahrzeuge zu Entwicklungs- und Crashtestzwecken entwickelt. Ein Novum in der Geschichte von Lotus, konnte sich Lotus solche ausführlichen Testreihen vorher schlicht nicht leisten! Das fertige Modell kam dann schließlich 1989 als Lotus Elan auf den Markt. Der Name spielt natürlich auf den bekannten Vorgänger aus den 60ern an. Für den Basis Elan wurden knapp 17.000 Pfund und für den Elan SE knapp 20.000 Pfund fällig. Somit war der Elan wie versprochen ein einigermaßen leistbares Auto und kein überteuertes Spielzeug für Superreiche.

 

Die Produktion wurde 1995 wieder eingestellt. Lotus stellte eine mittlere 4 stellige Anzahl des Elan her. Ein finanzieller Erfolg war der Wagen nicht, da die Entwicklunsgkosten zu hoch waren. Dies in Kombination mit den niedrigen Verkaufszahlen führte dazu das der Wagen für Lotus eher ein Verlustgeschäft war. Man hatte sich bei Lotus höhere Stückzahlen erhofft womit man wenigstens die Kosten wieder drin gehabt hätte. Leider liefen die Verkäufe nur sehr sehr schleppend. Ein Grund dafür war das Mazda zur selben Zeit mit dem MX-5 auf den Markt kam. Wer von beiden der deutlich erfolgreichere war dürfte jeder halbwegs interessierte Autoenthusiast wissen ;) Ein weiterer Grund waren die enttäuschenden Verkaufszahlen in den USA auf deren Markt man mit dem Elan am meisten geschielt hatte. Eine Krise auf dem amerikanischen Automarkt sorgte dafür das sich der Elan in den USA nur sehr schleppend verkaufte, ein Umstand der auch schon dem DeLorean seinerzeit das Genick gebrochen hatte.

Gegen Ende der Produktion legte man eine limitierte Version namens "Series 2" auf. Lotus wurde 1994 von einem italienischen Unternehmer übernommen der diese Serie absegnete als man feststelle das man noch mehr als genug Antriebsstränge übrig hatte um diese Serie zu bauen. So enstanden 800 Series 2 Modelle welche nur in UK erhältlich waren und aufgrund gesetzlicher Bestimmungen noch ein paar Änderungen über sich ergehen lassen mussten. Dies schlug sich in verschlechterten Performancewerten wieder womit der Series 2 Elan dem US-Modell sehr ähnlich war.

 

 

 

 

Damit war die Geschichte des Elan aber noch lange nicht vorbei. Die Produktionswerkzeuge wurden tatsächlich von Kia aufgekauft. Somit wurde der Elan mit Kia Logo mehr oder weniger unverändert weiterproduziert. Rein äußerlich änderte man nur die Rücklichter ab und unter der Haube kam verständlicherweise ein Kia Motor zum Einsatz. Einen Kia Elan habe ich im Gegensatz zum Original tatsächlich schon mal auf der Straße gesehen. Exoten sind beide!

 

Technik

 

Nicht nur in der Entwicklung ging man bei Lotus neue Wege, auch technisch machte man einiges anders als früher. Der Elan ist bis heute das einzige Fahrzeug in der Lotus Geschichte mit Frontantrieb. Man begründete die Entscheidung für den Frontantrieb damit das dieser bei einem Auto mit den technischen Gegebenheiten (Gewicht, Leistung, Reifen etc. pp.) besser funktioniert und das die typischen Nachteile eines Frontantriebs keine unüberwindbaren Hindernisse darstellen. Der Wagen wog in seiner leichtesten Version gerade mal 997 kg was in Kombination mit dem steifen Chassis zu einem guten Handling führte. Dies verleitete die Zeitschrift "Autocar" sogar dazu den Elan als "fastest point to point car" zu bezeichnen das man derzeit auf dem Markt für Geld kaufen konnte. Und in der Tat, der Wagen funktionierte trotz Frontantrieb auch in der Kurve sehr gut auch wenn in anderen zeitgenössischen Tests das Handling als zu "vorhersehbar" und "sicher" gescholten wurde.

 

Motorseitig bediente man sich bei Isuzu. Der Basismotor war ein 1.6 Liter DOHC Vierzylinder Saugmotor mit 130 PS. Neben der Saugerversion gab es auch noch eine Turboversion des selben Motors. Diese brachte es auf immerhin 162 PS welche für das geringe Gewicht mehr als ausreichend waren. Der Elan brachte es in der Turboversion "SE" auf beachtliche Fahrwerte. Der Standardsprint war in 6,5 Sekunden erledigt und die Höchstgeschwindigkeit war mit 220 km/h für damalige Verhältnisse auch nicht gerade langsam.

 

Damit diese Fahrleistungen überhaupt erreicht werden konnten, nahm man am Motor einige Änderungen vor. Man änderte unter anderem die komplette Abgasanlage, den Ansaugtrakt, die Motoraufhängung und die ECU. Auch wenn man meinen sollte das sich viele Kunden für die günstigere Version mit dem Saugmotor entschieden haben, so wurden die meisten Elan doch tatsächlich als SE (also mit dem Turbomotor!) ausgeliefert. Von den Basismodellen sollen tatsächlich nur eine 3 stellige Anzahl entstanden sein.

 

Der Elan wurde nach Produktionsende durch die Elise beerbt welche sich unter Enthusiasten einer gewissen Beliebtheit erfreut. Diese wird bis heute noch in diversen Ausbaustufen produziert und damit hat die Elise (incl. Ableger wie dem Exige) jetzt schon mehr Stückzahlen geschafft als der Elan jemals.

 

Aufgrund seines kuriosen äußeren soll der Lotus M200 auf Elan Basis nicht unerwähnt bleiben. 1991 zeigte Lotus auf der IAA in Frankfurt den M200 auf Basis des Elan. Er zeichnete sich durch einen großen Überrollbügel und 2 flache Scheiben aus welche dem Wagen eine sehr futuristische Form verliehen. Leider blieb es beim Prototypen, der M200 ging nie in Serie. Der Prototyp wanderte schnell in eine private Sammlung und besagter Wagen ist vor ein paar Jahren versteigert worden. Vermutlich fristet er jetzt in einer anderen Garage sein Schicksal als Stehzeug ;)

 

Marktüberblick

 

Gemessen an normalen Fahrzeugen sind Elans auf dem Markt sehr selten. Mobile spuckt gerade mal eine handvoll Fahrzeuge aus die sich preislich im Bereich von +- 15.000€ bewegen. Damit dürfte der Elan die günstigste Art sein einen Lotus zu fahren. Eine gute Elise kostet mehr und ein Esprit sowieso. Falls ich irgendwann einmal zuviel Platz, Zeit und Geld haben sollte wandert sowas in Rot in meine Garage ;)

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Sun Dec 03 17:55:08 CET 2017    |    Dynamix    |    Kommentare (17)

Keine Panik, dass wird jetzt nicht einer dieser typischen "ich heule rum weil die Saison vorbei ist" Beiträge :D Ich bin mir der Vor- und Nachteile der Saisonzulassung durchaus bewusst und ich kann mit beiden wunderbar leben :)

 

Nein, jetzt wo die Saison vorbei ist wird es Zeit für einen kleinen Jahresrückblick! Es ist so viel passiert das es eine Schande wäre das Ganze nicht noch einmal Revue passieren zu lassen :)

 

Pünktlich zum Saisonbeginn holte ich mein Auto von der Werkstatt welches dank diverser Reparaturen und TÜV dort ein paar Monate verbringen durfte. Da meine bessere Hälfte Ihr Auto auch endlich mal haben wollte kam es dazu das Ihr Wagen auch endlich mal angemeldet wurde. Aufmerksame Leser dieses Blogs dürften wissen wie die Nummer zu Ende gegangen ist :D Danach durften wir am eigenen Leib erfahren das es wirklich ziemlich schwierig sein kann LKR Kennzeichen für einen Amerikaner zu bekommen! :mad:

 

Das ein Problem nicht selten alleine kommt durften wir dann einen Tag später feststellen als wir unter dem Auto plötzlich ein paar Tropfen entdeckten die uns spanisch vorkamen. Die Wasserpumpe am Cop Car hatte sich natürlich genau an dem Zeitpunkt verabschiedet an dem wir gerade dabei waren die Kennzeichen zu montieren :rolleyes:

 

Im April stand dann wieder mal ein Ringtreffen an das natürlich mit dem Cop Car bestritten wurde :) Glücklicherweise hatten wir die Wasserpumpe bis dato wieder repariert und der Wagen schien auch dicht zu halten. Bei der Gelegenheit durfte der Wagen auch mal eine Runde auf den Ring :cool: Der Wagen schlug sich ganz wacker wenn man vom gerissenen Haubenzug absieht. Naja, ist halt ein altes Auto! Ersatz wurde ein paar Wochen später besorgt und montiert. Zwischendurch waren wir ich mit dem Wagen beim Harley Dome in Köln. Dort führen die Cop Cars für gewöhnlich die Parade durch die Stadt an. Das schöne: Die Strecke durch die Innenstadt ist durch eine Polizeieskorte gesichert und die Straßen waren für den normalen Straßenverkehr abgesperrt. Heißt: Ganz legal rote Ampeln überfahren oder mal schneller als 50 fahren um die Parade nicht zu verlieren. Leider wird es aller Voraussicht nach 2018 keinen Harley Dome mehr geben. Wenigstens war der Wagen einmal dabei :)

 

Einige werden sich jetzt fragen was denn mit dem anderen Caprice so passiert ist in der Zeit. Nun, eigentlich überhaupt nichts. Der Wagen wurde meist ohne besondere Anlässe bewegt. Nennt man dann wohl "Genussfahrten" :D Wenn ich es recht überlege habe ich mit dem Wagen dieses Jahr nur ein Treffen angefahren. Ansonsten bin ich mit dem Wagen wirklich nur sinnlos zur Entspannung durch die Gegend gefahren oder um wirklich lange Strecken zurückzulegen (Hannover!).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein paar Wochen später ging es mit dem Sheriff Richtung Karlsruhe. Unser Verein feierte sein 20 jähriges Jubiläum und da uns angeboten wurde die Oldtimerparade während der Tribute to Carl Benz Show anzuführen haben wir beschlossen unser Jubiläum im Rahmen der Show zu feiern. Während der Fahrt brannte eine Sicherung im Auto durch, da sich das Autoladegerät meiner besseren Hälfte irgendwie in seine Bestandteile aufgelöst hatte. Bemerkt haben wir das natürlich erst als wir den Kofferraum öffnen wollten und nichts passierte :rolleyes: Naja, kein großes Thema! Das Wochenende war insgesamt sehr schön (wenn man von der katastrophalen Rückfahrt absieht), auch wenn an diesem Wochenende deutlich ersichtlich wurde das der Wagen unter bestimmten Umständen Öl verbrannte. Wir trafen viele Freunde, sahen viele schöne Autos und wir haben den Beweis angetreten das man den Sheriff auch problemlos mit einer 13 vor dem Komma fahren kann statt der prophezeiten 17-21 Liter :cool:

 

Natürlich sollte dieses Jahr der blaue Caprice nicht zu kurz kommen. So schaffte ich mir dieses Jahr eine Poliermaschine an um dem Lack, der mittlerweile doch etwas mitgenommen aussah, mal wieder eine Auffrischung zu gönnen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Hat zwar Stunden gedauert und anstrengend war es auch aber zumindest die matten Stellen habe ich wegbekommen :cool:

Ein paar Tage später geschah ein Wunder, ich habe tatsächlich in meiner Umgebung 2 einigermaßen bezahlbare Einzelgaragen gefunden die genug Platz bieten :eek: Es sollen ja doch noch Zeichen und Wunder geschehen! Die Garage wurde spontan besichtigt, für gut befunden und keine Stunde später 2 Mietverträge unterschrieben! Damit war das Thema endlich abgehakt. Dies sollte nicht das einzige automobile Problem sein das sich dieses Jahr erledigen sollte :)

 

Im August wurde ich von MT eingeladen bei Testfahrten im Contidrom mitzuwirken. Einzige Bedingung: Ich muss zu jedem gefahrenen Auto einen Testbericht schreiben. Na wenn das alles ist bin ich dabei :cool: So schwang ich mich eines (sehr frühen!) Samstags in den Caprice und fuhr nach Hannover hoch. Das war glaube ich eine der ereignislosesten und entspanntesten Fahrten meines Lebens. Tempomat bei 140 km/h rein, die Fuhre laufen lassen und das fantastische Wetter genießen :cool: Das Wochenende selbst war dann auch ziemlich cool, konnte ich doch neben herkömmlichen Autos auch Preziosen wir den Nissan GTR und den Porsche 911 fahren :) Danke nochmals an dieser Stelle an alle Beteiligten für das super Wochenende!

 

Etwas später heiratete eine Arbeitskollegin meiner besseren Hälfte und Sie wollte unbedingt das der Sheriff Ihr Hochzeitsauto wird. Den Wunsch erfüllten wir Ihr natürlich gerne und so führte der Wagen mit Schleifen an den Antennen und der Pushbar die Hochzeitseskorte an :)

 

Die Monate danach waren relativ unspektakulär. Im September stand der B-Day in Stuttgart an, eine Pflichtveranstaltung für jeden GM Full-Size Fahrer. Da der Sheriff neuen TÜV brauchte, bot es sich an mit Ihm zum B-Day zu fahren. Meine bessere Hälfte hat sich ausgerechnet kurz vorm Ziel blitzen lassen :D Als Sie mir den Brief in die Hand drückte grinste Sie noch (Sie dachte ich wäre geblitzt worden!), als ich Ihr aber das Kennzeichen zeigte grinste Sie nicht mehr :D :D :D :D :D Weiter im Text:

 

Wir ließen den Wagen also da um Ihn zu tüven. Bei der Begutachtung fielen noch ein paar Sachen auf die gemacht werden müssten. Bei der Gelegenheit sollte die Werkstatt mal nach der Ursache für den Ölverbrauch schauen. Da ich mir nach diversen "Experimenten" mit dem Wagen ziemlich sicher war das es die Ventilschaftdichtungen waren sollte die Werkstatt diese tauschen. Dazu aber später mehr. Wir haben mittlerweile Oktober und das Wetter hält sich ganz ordentlich. So setzte ich mich eines warmen Sonntag nachmittag mal hin um endlich die Schweller zu konservieren. Das hatte ich mir schon bei Kauf des Autos eigentlich mal vorgenommen, habe es aber bis dato nie getan. Da ich alles was ich dafür brauchte mittlerweile parat hatte, konnte ich zügig loslegen. Gut 2 Stunden und 4 Dosen Fluid Film AS-R später war die Sache erledigt.

 

Wieder ein paar Wochen später löste ich endlich mal den VLN Gutschein meiner besseren Hälfte ein. Dieser beinhaltete eine Übernachtung in der Eifel sowie 2 Tickets für das letzte Saisonrennen der VLN. Blöderweise fiel das Rennen auf das selbe Wochenende wie die Jahreshauptversammlung des Vereins. Das Wochenende war ziemlich durchgetaktet. Da wir an dem Freitag Abend vorher noch privat verhindert waren mussten wir am Samstag früh los, sehr früh sogar! Der ganze Spaß ging schon um halb 9 Uhr los und wir mussten noch einchecken, die Tickets holen und natürlich erst einmal in die Eifel kommen. Wir kamen zum Glück rechtzeitig an und stöberten erst einmal ein wenig in den Boxen herum. Danach schauten wir uns das Rennen an. Nach dem Rennen war das Zimmer fertig und so brachten wir unsere Sachen erst einmal ins Zimmer. Danach gingen wir noch etwas Essen und dann ging es auch schon ab ins Bett. Da wir am nächsten Morgen 2 Stunden in die entgegengesetzte Richtung mussten war auch hier wieder früh aufstehen angesagt. Entsprechend leer war der Frühstücksraum auch. Ich glaube bis auf ein paar Japaner saß morgens um halb 6 Uhr keine Sau dort :D Nach dem Frühstück schwangen wir uns schnell ins Auto, wir wollten schließlich pünktlich los. Außerdem war es schweinekalt und windig in der Eifel! Wir schafften es glücklicherweise pünktlich zur JHV und so machten wir uns am Nachmittag wieder auf den Weg in heimische Gefilde. So kann man ein Wochenende im Zeitraffer rumkriegen ;)

 

Wiederum ein paar Wochen später beschloss ich mal wieder etwas zu schrauben. Da ich mittlerweile etwas Blut geleckt was die Reparaturen anbelangte, beschloss ich mich einen weiteren Punkt auf meiner Liste anzugehen die mich am blauen immer schon nervten: Die kaputten Lautsprecher!

 

Nachdem ich diversen MT Usern und meinen Bumm Bumm Brothers (:D) auf die Nerven gegangen bin hatte ich endlich alles (ok, nicht wirklich aber das kam schon noch) was ich brauchte um loszulegen. Mit der Hilfe des Service Manuals und eines guten Kumpels hatte ich dann auch irgendwann raus wie der ganze Krempel ausgebaut wird ohne das halbe Auto dabei zu zertrümmern. Nach ein paar Tagen (dank fehlendem Werkzeug) war ich dann mit allem durch und so kann ich seitdem das Radio wieder voll genießen :)

 

In der Zwischenzeit hatte sich die Werkstatt das Auto meiner besseren Hälfte mal genauer angesehen. Fazit: Eigentlich ganz gut, für den TÜV sollte lediglich eine undichte Dichtung an der Hinterachse gerichtet werden und die Radlager hinten könnten auch mal neu. Da die Jungs eh mal wegen des Ölverbrauchs schauen sollten, geschenkt! Nach Erhalt des Angebotes entschieden wir das wir das Go für die Reparaturen geben. 2 Tage später stand dann auch fest das es wohl wirklich die Ventilschaftdichtungen waren. Neben den bereits erwähnten Defekten wurde bei der Gelegenheit auch gleich der Stecker von der Temperaturanzeige repariert. Einer der Vorbesitzer in den USA hatte das Kabel herausgerissen.

 

In der Zwischenzeit entschied ich mich meinem Auto noch ein wenig Kosmetik zu gönnen. Im Sommer war bereits der Lack dran, jetzt wollte ich endlich mal den Sitzen wieder was gutes tun. Da die Sitze in einem für Ihr Alter phantastischen Zustand ist wollte ich natürlich dafür sorgen das es auch so bleibt. Die letzte Behandlung mit Pflegemittel war zu diesem Zeitpunkt bestimmt auch schon wieder 2 oder 3 Jahre her. Da ich aber mit dem Pflegemittel von Dr. Wack (war mir irgendwie zu flüssig) nicht wirklich zufrieden war hatte ich mich mal bei meiner neuesten Lieblingspflegemarke Meguiars umgesehen. Dort entdeckte ich ein Lederpflegemittel das in seiner Konsistenz an Wachs erinnerte. Da die Rezensionen ganz gut aussahen und die Anwendung wohl sehr einfach ist habe ich mir das Zeug mal gegönnt. An einem ruhigen Feiertag setzte ich mich hin und rieb die Sitze und alle anderen Lederteile behutsam mit dem Zeugs ein. Man kann es relativ sparsam verwenden und man sah nach der Anwendung schon das die Sitze etwas Farbe hinzugewonnen hatten. Dazu fühlte sich das Leder jetzt etwas geschmeidiger und weniger hart an als vorher. Ich denke das war der Sinn der Sache ;) Als ich den Wagen dann abends wieder zur Garage fahren wollte fiel mir eine durchgebrannte Lampe negativ auf. Keine große Sache, dass habe ich gestern nach dem finalen einmotten erledigt. Meine Wahl fiel hierbei auf die Phillips X-tremevision 130 in der H4 Version. Ich denke die werden schon für besseres Licht sorgen, beim ersten testen fiel mir zumindest auf das die Lichtfarbe deutlich heller ist und das der Lichtkegel etwas breiter ist. So richtig testen kann ich das natürlich erst wieder in der neuen Saison.

 

Rückblickend ist also einiges mit den beiden Autos passiert. Wir haben einige Dinge von unserer To-Do Liste streichen können und wir hatten auch die Gelegenheit die Autos zu genießen. Wäre ja auch langweilig wenn man nur an den Autos schraubt und Sie nicht fährt ;) Damit ist eine erfolgreiche Saison zu Ende gegangen. Wir sind gespannt welche Herausforderungen in der Saison 2018 auf uns warten :)

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Tue Nov 21 19:31:53 CET 2017    |    Dynamix    |    Kommentare (23)

 

Die letzten Monate war es etwas still um unseren altgedienten automobilen Gesetzeshüter. Nun, dies lag zu meinen an der Saisonpause, andererseits daran das an dem Auto soweit nichts neues kaputt gegangen ist. Davon ab ist soooo viel spektakuläres auch gar nicht passiert. Der Wagen lief soweit wie immer, nichts ging mehr kaputt und der Wagen durfte als Hochzeitsauto einer guten Freundin herhalten :)

 

Pünktlich zur Winterpause stand bei dem Wagen nicht nur neuer TÜV an, sondern auch Ursachenforschung in Sachen Ölverbrauch auf dem Plan. Wir hatten während der Saison genug Gelegenheit mal zu schauen wann und unter welchen Umständen die Rauchschwaden aus dem Auspuff zustande kamen. Besonders stark fiel uns das in Karlsruhe auf als der Wagen viel im Stand lief. Das Qualmen passierte meist nur dann, wenn der Motor warm war und die Drosselklappe von "zu" in "auf" Stellung ging. Im Leerlauf nur wenn der Motor mehrere Minuten regungslos im Leerlauf irgendwo herumstand, beispielsweise auf der Rückfahrt von Karlsruhe als wir in einen heftigen Stau gerieten. Während der Fahrt gab es keinen Qualm und somit ließ sich das Problem schon ein bisschen einkreisen.

 

In Karlsruhe wurde uns von sogenannten "Experten" noch gesagt das der Motorblock hin sei (WTF?! Why?! :confused:) und wir doch direkt einen neuen Shortblock bestellen sollen. War natürlich der mit Abstand größte Bullshit ever, dafür lief der Motor noch viel zu stramm. Eine weitere Idee waren die Kolbenringe, allerdings hätte der Wagen dann wirklich IMMER qualmen müssen. Zudem macht sich sowas für gewöhnlich durch einen Leistungsverlust deutlich bemerkbar. Da er aber selbst in diesem Zustand immer noch Kreise um meinen Caprice fährt, der immerhin einen frisch überholten Motor spazieren fährt, machte dies für mich nicht wirklich Sinn. Die Ventilschaftdichtungen machten da schon irgendwie mehr Sinn, da die von den vielen beschriebenen Symptomen auch in unserem Fall am besten ins Bild passten.

 

Das fiese: Die Symptome bei einem zerschossenen Kolbenring und einer kaputten Ventilschaftdichtung sind sich sehr ähnlich. Der Unterschied liegt im Detail! Bei kaputten Kolbenringen müsste der Motor permanent und besonders dann qualmen wenn man mal richtig das Pedal bis zum Erdkern durchtritt. Tat er aber überhaupt nicht, im Gegenteil! Ich hatte eher den Eindruck das die Abgase immer ölfreier wurden je heftiger man den Wagen trat :D

 

Er qualmte nur im Stand wenn die Drosselklappe zu war und mann dann losfuhr und selbst das hatte sich dann nach einmal rausrußen erledigt. Ich fuhr an einem Tag mal zu Testzwecken eine Testrunde hinter meiner besseren Hälfte hinterher. Ich gab Ihr Anweisungen was Sie mit dem Wagen mal alles machen sollte um zu schauen was der Wagen in diesen Situationen macht, darunter auch einmal auf der Autobahn richtig Gas geben. All dieses Tests waren bis auf die Ampelsituationen völlig unauffällig. Also blieben da ja eigentlich wirklich nur noch die Ventilschaftdichtungen übrig. Aufschluss kann hier eigentlich nur eine Kompressionsmessung (wobei auch hier nur bedingt) bringen welche in unserem Falle auch vor der Reparatur gemacht wurde um ganz sicher zu sein!

 

Da die Saison wie gesagt für den 9C1 vorbei war, beschlossen wir in der Werkstatt unseres Vertrauens die Ventilschaftdichtungen erneuern zu lassen. Da er für den TÜV eh schon einmal da war passte das ganz gut. Ein paar Wochen später sollte Operation Ventilschaftdichtung steigen. Leider hatte man festgestellt das sich eine der Simmerringe an der Hinterachse verabschiedet hat. Dies führt dazu das Öl vom Differentialgehäuse in Richtung Bremstrommeln wandert. Naja, wird dann gleich mitgemacht. Die Radlager waren wohl auch nicht mehr so tutti, ist aber alles ein Abwasch. Ich vermute mal das von dort auch die Geräusche von der Hinterachse kamen wenn der Wagen mal stärker beschleunigt hat.

 

 

 

 

So fingen die Jungs an den Wagen zu reparieren. Die Werkstatt hielt meine bessere Hälfte auf dem laufenden. Die Jungs fingen mit dem Check der Zündkerzen an. 2 waren etwas verkokelt und die anderen waren ölig. Hmmm, soweit so blöd, wäre aber in Anbetracht der Ventilschaftdichtungen wie gesagt auch nicht sonderlich ungewöhnlich. Danach stand der Kompressionstest an. Dieser ergab keinerlei Auffälligkeiten. Alle Werte lagen bei mindestens 10 Bar (was in Anbetracht von Alter und Laufleistung noch echt stramm ist!), von zerschossenen Kompressionsringen kann hier also keine Rede sein. Damit war auch die Werkstatt der Meinung das es mit hoher Wahrscheinlichkeit mit neuen Schaftdichtungen bereits getan ist.

 

Laut Service Manual sollte die Kompression nicht unter 689 kpa (6,89 bar) liegen. Ebenso sollte der Wert des "schlechtesten" Zylinders nicht unterhalb von 70% des Besten liegen. Da auch dies nicht nicht der Fall war (dafür hätte mindestens einer der Zylinder bei gut 8,5 Bar liegen müssen), konnten wir also von einem relativ gesunden Motor ausgehen.

 

Jetzt könnte immerhin noch ein Ölabstreifring hin sein, da man diese bei der Messung nicht zwangsläufig erwischt. Nach Betrachtung der Werte war dies allerdings eher unwahrscheinlich. Somit war der nächste Schritt klar: Ventildeckel ab, Stößel weg und Schaftdichtungen prüfen. Nach der Demontage fielen den Mechanikern dann 2 kaputte Ventilschaftdichtungen in die Hände. Damit waren die Übeltäter wohl gefunden, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Wer weiß ob da nicht noch mehr lauert und die Schaftdichtungen nur ein Problem von vielen war?

 

Gute 2 Tage später war der Wagen fertig und das Ergebnis stand fest. Es waren doch nur die Schaftdichtungen! Die Werkstatt machte mehrere Probefahrten um ganz sicher zu sein. Ergebnis: Keinerlei Rauchentwicklung mehr und der noch vorher etwas zitterige Leerlauf in D-Stellung hat sich jetzt auch normalisiert :) Vorher schüttelte er sich im Leerlauf etwas unwillig. Damit ist die "Schlimmste" Baustelle an dem Wagen soweit erledigt. Bei der Gelegenheit haben wir gleich die abgerissenen Kabel vom Temperatursensor flicken lassen und somit tut die Temperaturanzeige jetzt wieder was Sie soll :cool:

 

Damit hat sich die Reparatur doch schon gelohnt und der Wagen kann rauchfrei in die nächste Saison starten :cool: Damit dürfte sich der Ölverbrauch also endgültig erledigt haben, besonders auffällig war er ja meist nur wenn man viel gestanden hat bzw. Stop and Go Verkehr angesagt war.

 

 

Wir können es kaum erwarten den Wagen zum Saisonstart wieder abzuholen um das Ganze selbst mal auszutesten :) In Zukunft können wir mit dem Wagen, wenn es denn sein muss, bis ans Ende der Welt fahren ohne uns große Sorgen darüber machen zu müssen das der Wagen ohne das wir es wissen überhitzt oder wir ständig nach dem Öl schauen müssen :cool: Damit können wir beruhigt und mit frischem TÜV gesegnet in die neue Saison starten.

 

Damit Ihr auch was davon habt, haben wir die Videos für euch extra hochgeladen ;) An dieser Stelle eine Warnung: Video 1 kann zu akuten Ohrgasmen führen :D

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war allerdings noch nicht alles. Da wir natürlich den Wagen irgendwann mit den richtigen Decals sehen wollen habe ich einen Entschluss gefasst. Da scheinbar niemand in der Lage oder Willens ist und die Decals anzufertigen müssen wir es jetzt selber machen. Dafür werde ich mir das passende Vector Programm besorgen und mich da mal einfuchsen. Weihnachten steht vor der Tür uns bis zum Urlaub ist es auch nicht mehr so lange ;) Weiterhin habe ich bezüglich der Schriftarten mal etwas herumgeforscht und ich bin zumindest auf die richtige Schriftart für den Sheriff Schriftzug gestoßen. Der C.O.P. Schriftzug wird etwas kniffliger, da muss ich wohl mal einen Blick auf die Fahrerseite werfen, ich bilde mir ein das die Schatten des Schriftzuges dort besser erhalten sind. Wenn ich da die richtige Schriftart finde haben und ich das Decal nachmachen kann haben wir bereits alles!

 

Hier mal ein kurzer Abriss was bereits gemacht wurde und was noch zu machen ist.

 

Gemacht:

 

Wasserpumpe getauscht

Neues Kühlmittel

Ventilschaftdichtungen

Simmerring an der HA neu abgedichtet

IAC Valve

Haubenzug

 

Zu machen:

 

Umlenkhebel (der ist leider nicht mehr der beste, weshalb die Lenkung auch extrem indirekt ist)

Spurstangen (sind laut TÜV noch nicht fällig aber wenn man den Umlenkhebel schon macht.......)

Reifen (sobald ich einen vernünftigen Satz Straßenreifen finde der mich überzeugt kommen da die richtigen drauf!)

Schweller mit Fluid Film fluten (Kinderspiel!)

Lautsprecher (vielleicht, kommt wohl auch auf die Lust meiner besseren Hälfte an)

KYB Dämpfer einbauen

Zündung erneuern (was ja dank der Reparatur nicht mehr wirklich nötig ist)

 

Die Sachen die jetzt noch auf der To-Do Liste stehen dürften an einem Nachmittag "with a little help of our friends" erledigt sein :) Wenn das alles mal erledigt ist, dann ist der Wagen zumindest technisch in einem wirklich mehr als akzeptablen Zustand. Ich würde die Technik dann gemessen am Alter fast als "sehr gut" beschreiben ;) Rostprobleme hat er nie gehabt, der Motor ist nach dieser Aktion wieder komplett problemfrei (problemfreier als er es die letzten 10 Jahre war!) und wenn Lenkung, Dämpfer und Reifen gemacht sind händelt er sich sogar wieder wie er sollte.

 

Bedenkt man das Alter und die Historie des Wagens so sind die Sachen die bisher angefallen sind erfreulich marginal. Klar, mit einem Neuwagen konkurriert der Wagen in der Hinsicht nicht aber wenn ich mal dran denke was andere schon in Autos gepumpt haben die nicht einmal halb so viel mitgemacht haben.......... ;)

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Wed Nov 01 17:21:24 CET 2017    |    Dynamix    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: Caprice, classic, Diaries, WHALE

Nein, ich werde im Rahmen dieses Blogs keine anzüglichen Lack & Leder Witzchen machen, auch wenn der geneigte Leder beim Lesen der Überschrift vielleicht genau daran gedacht hat ;) Nein, heute soll es um die Pflege gehen. Es geht weiter mit den Autopflegewochen. Habe ich vor ein paar Wochen mal meine erste eigene Runde mit der Poliermaschine gewagt, so war heute mal das Leder dran. "Inspiriert" (schlechtes Gewissen trifft es wohl besser :D) durch Schlawiners Blog zur Lederreparatur habe ich mich enstschieden das meine Sitze auch mal wieder etwas Liebe gebrauchen könnten. So habe ich neben den Lautsprechern (zu deren Reparatur geht es hier: Follow me! ) auch nach einem neuen Lederpflegemittel gesucht. Eins vorweg, die Suche nach dem Lederpflegemittel war deutlich einfacher als die nach den geeigneten Lautsprechern ;)

 

 

 

Die Lederausstattung im Caprice ist noch sehr gut erhalten. Damit dies so bleibt, ist es unumgänglich die Sitze regelmäßig zu pflegen. Da die letzte Lederpflege auch schon wieder 2 Jahre her ist war es höchste Zeit hier mal wieder was zu tun. Speziell für diesen Zweck beschloss ich mich noch einmal ein wenig umzuschauen was es so an Mittelchen zur Pflege gibt. Hängengeblieben bin ich dann am Meguiars Ultimate Leather Balm.

 

 

Der erste Eindruck

 

Das Zeug kommt in einer ungefährt faustgroßen Dose und ist von der Konsistenz eher fest und wachsartig. Es riecht auch angenehm nach Wachs mit einem Hauch von Vanille. Erinnert mich an meine geliebten Bourbons, also gibt es in der Kategorie schon einmal einen Gummipunkt :cool: Kosten tut der Spaß bei vielen Händlern nicht selten knapp 40€, allerdings bekommt man das Zeug im Netz nicht selten für unter 20€. Bei so einem Angebot habe ich dann auch zugeschlagen. Die Rezensionen sind größtenteils positiv und mir gefällt das man das Zeug sehr sparsam auftragen kann/sollte.

 

Einsatzgebiet

 

Das Einsatzgebiet sind natürlich vornehmlich die Ledersitze, aber auch die Kunstlederintarsien an den Türoberkanten. Diese werden sehr schnell und gerne nass wenn man das Fenster bei schlechtem Wetter mal öffnen muss. Die Folge sind meist hässliche Wasserflecken die man so einfach nicht rausbekommt. Hier erhoffe ich mir vom Meguiars zumindest etwas Linderung. Legen wir also mit der Verarbeitung los. Solche Arbeiten sind perfekt für langweilige Sonntagnachmittage, alternativ bieten sich auch langweilige Feiertage dafür an :D Also alles eingepackt, ein bisschen entspannte 80er Musik eingelegt und ab dafür :cool:

 

 

 

 

 

Verarbeitung

 

 

Die Verarbeitung ist wirklich einfach. Im Paket wird ein passender Applikatorschwamm mitgeliefert mit dem sich das Pflegemittel ganz gut verteilen und verreiben lässt. Wie bereits angedeutet kann und sollte man das Zeug sparsam anwenden. Es reicht bereits wen man den Applikator sanft in die Dose tunkt. Selbst ich habe nur sehr wenig von der Dose verbraucht und ich habe im Vergleich zu den meisten europäischen Autos relativ große Sitzbänke zu versorgen ;) Das Ultimate Leather Balm hinterlässt bei der Verarbeitung einen leicht fettigen Schimmer der aber nicht zu übertrieben ist. So hat man wenigstens das Gefühl das man das Zeug auch tatsächlich auf dem Sitz verteilt hat. Beim A1 Lederfplegemittel von Dr. Wack das ich bisher genutzt habe hatte ich immer eher das Gefühl Milch auf den Polstern zu verreiben. Sobald man mit dem Lappen final drübergeht blieb eigentlich nicht wirklich was vom Glanz oder dem Mittel über. Aufgrund der sehr flüssigen Konsistenz ist die Verarbeitung auch nicht ganz so schön, da man intuitiv eigentlich immer zuviel nimmt und man das Zeug von daher sehr gut verteilen muss. Das fällt beim Meguiars leichter. Nachdem man das Zeug überall verteilt hat soll man mit einem Mikrofasertuch noch einmal final nachwischen.

 

 

Da ich bei der Suche nach dem Mikrofasertuch plötzlich über die verschollen geglaubte Flasche mit der Gummipflege gestolpert bin habe ich die Gelegenheit genutzt und endlich mal die Türgummis damit bearbeitet. In der Zeit hat das Leder Balmsam auch ein bisschen Zeit zum wirken :) Nach Operation Türgummi waren dann der letzte Schliff dran. Mit dem Mikrofasertuch reibt man dabei ordentlich alle Flächen ab die man eingerieben hat. Dabei geht der speckige Glanz etwas verloren, dafür wirkt das Leder nach der Anwendung gleich etwas geschmeidiger und vor allem wieder farbenfroher. Bisher gefällt es mir ganz gut und auch das Leder an meinen Türpappen habe ich damit wieder ganz ansehnlich bekommen :) Gerade bei den Türpappen wird der Unterschied auf den Bildern am besten deutlich wie ich finde. Wenn man etwas reinzoomt sieht man die Regenflecken doch sehr deutlich! Ich werde mal beobachten wie das Leder aussieht wenn das Zeug mal ein paar Tage/Wochen drauf war. Vielleicht ändert sich dann noch etwas am bisher positiven Eindruck.

 

Fazit

 

Das Meguiars aus der Dose macht seine Sache meiner Meinung nach ganz gut. Das Mittel ist unter anderem auch als Lederreiniger beschrieben, allerdings ist die Reinigungsleistung doch eher schwach. Man sieht zwar durchaus Schmutzreste auf dem Schwamm, allerdings hätten sich diese mit einem feuchten Lappen wohl genauso entfernen lassen. Ich sehe das Ultimate Leather Balm eher als Lederpflege und Schutz und das macht es meiner Meinung nach ganz gut :) Wer die Reinigung nicht braucht bzw. schon vorher anderweitig erledigt bekommt mit dem Ultimate Balm eine gut zu verarbeitende, wohlriechende und tolle Lederpflege. Am Ende noch der Hinweis das sich jeder Ledersitz über ein bisschen Zuwendung freut, euer Gestühl wird es danken ;)

 

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Tue Oct 31 17:28:43 CET 2017    |    Dynamix    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: Caprice, classic, Diaries, WHALE

Eine der Punkte auf meiner vermutlich nie enden wollenden To-Do Liste waren die Lautsprecher. Schon bei Kauf war der Lautsprecher in der Fahrertür so tot wie Disco. Der Lautsprecher in der Beifahrertür war auch nicht viel besser, da er schon zu Beginn eher durch Arbeitsverweigerung glänzte. Ist aber mittlerweile egal, da auch er mittlerweile ebenso tot ist wie besagte Musikrichtung ein paar Sätze weiter oben. Nun waren nur noch die hinteren beiden Lautsprecher für die Belustigung des Königs zuständig und fürs erste reichte mir das auch. Es gab genug andere Baustellen! Nun bin ich aber an einem Punkt wo schon so viel Zeit vergangen ist und so viel an dem Wagen gemacht wurde das der Lautsprecher hinten auf der Fahrerseite jetzt ebenso den Dienst verweigert. Da sich auf einem Bein bekanntlich schlecht stehen lässt und der Last Man Standing auf der anderen Seite auch nicht mehr so dolle klang war der Entschluss endgültig gefasst: Du besorgst dir endlich mal neue Lautsprecher!

 

Leichter gesagt als getan. Zum einen wollte ich nicht irgendeinen Kram kaufen und zum anderen möchte ich es natürlich so original wie möglich halten. Was macht man also? Man sucht nach originalen Lautsprechern. Allerdings werden die Lautsprecher für den Caprice natürlich nicht mehr neu angeboten :rolleyes: Wenn mal ein Satz angeboten wird der passen KÖNNTE ist er entweder unverhältnismäßig teuer und/oder uralt. Da mir geraten wurde keine Lautsprecher zu kaufen die unter Umständen 20 Jahre lang und länger in irgendeinem Regal gelegen haben verwarf ich den Gedanken wieder. Traurig, aber was will man machen?

 

Also begann ich mich etwas schlau zu machen. Was passt am besten zu meinem Serienradio? Was erwarte ich von den neuen Lautsprechern? Was müssen die Lautsprecher können? So fing ich an mich etwas in Sachen Car Hi-Fi schlau zu machen. Wie gut wenn man da zwei Spezis an der Hand hat denen man damit den ganzen Tag auf den Sack gehen kann :D

 

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle die mir weitergeholfen haben, besonders Niclas, Joshi und Tecci!

 

Nach meiner Recherche war mir in ungefähr klar wohin die Reise gehen muss. Sehen wir es realistisch: Sauteure Superlautsprecher an das Radio anzuklemmen wäre wie Perlen vor die Säue zu werfen. Also musste ich rausfinden was das Radio überhaupt an Leistung bringt. Leichter gesagt als getan! Das Service Manual gibt dazu überhaupt keine Info raus, außer das die Lautsprecher 10 Ohm haben. Tolle Info die mir nur nichts bringt. Eine interessante Info hielt das Service Manual dann aber doch für mich bereit. Scheinbar hatten die Caprice sobald man das Kassettenradio orderte einen kompletten Satz Breitbandlautsprecher spendiert bekommen die wohl besser sind als die Standardlautsprecher des Basisradios. Nette Info, aber auch das brachte mich meinem eigentlichen Ziel nicht weiter. Während meiner Recherchen stolperte ich über ein Internetforum in dem ein User behauptete das ca 80% aller ACDelco Radio ab den 90ern mindestens 4x50W liefern. Für ein Serienradio aus den frühen 90ern erschien mir das etwas viel. Im Hi-Fi Forum wurde ich dann aufgeklärt das dies eher nicht realistisch ist. Ich persönlich hatte aus dem Bauch heraus mal auf 4x20W im besten Fall getippt, ein Freund von mir aus dem hohen Norden der sich ebenfalls viel mit den B-Bodies beschäftigt tippte eher auf maximal 4x10W.

 

Ich setzte also maximal 4x20W als Obergrenze für meine Lautsprechersuche an. Danach ging es an die Größen! Der Caprice hat Lautsprechergrößen die in Europa längst out sind. Vorne sind 4x6" und hinten 6x9" Lautsprecher verbaut. Diese ovalen Lautsprecher gibt es allerdings nicht mehr bei allen Herstellern. Nach ein bisschen stöbern stolperte ich auf der Alpine Seite über die Einsteigerserie, die E-Serie, die laut Alpine als Ersatz für OEM Lautsprecher gedacht ist. Diese gab es sogar in meiner Größe. Kurz den Preis gecheckt, für günstig befunden. Ergo: Genau das was ich suche! Gesagt, getan, gekauft :)

 

An dieser Stelle ein paar Details zu den Lautsprechern. Ich habe jeweils einen Satz Alpine SXE 4625 und einen Satz Alpine SXE 6925 besorgt. Im Gegensatz zu den originalen Lautsprechern haben wir es hier nicht mit Breitbandlautsprechern sondern mit koaxialen 2-Wege Lautsprechern zutun. Eine leichte Klangverbesserung dürfte also zu erwarten sein, auch wenn dies nicht das Hauptziel ist! Wir erinnern uns, hautpsächlich sollen alle 4 wieder zusammenarbeiten ;)

 

Die vorderen Lautsprecher haben eine Leistung von 20W RMS, die hinteren eine Leistung von 45W RMS. Für meine Zwecke mehr als ausreichend. Dazu kommen die Lautsprecher in einem netten silberfarbenen Finish, auch wenn ich davon nichts habe sobald die Dinger einmal eingebaut sind. Das ist aber auch wieder ein Vorteil, so kommen die Lautsprecher nicht mit der originalen Optik in Konflikt. Von der Größe der kleinen Lautsprecher war ich etwas enttäuscht, hatte ich doch erwartet das diese etwas größer sein. Dafür waren dann die hinteren Lautsprecher deutlich größer als ich erwartet hatte! :eek: Richtige Klopper die ich da aus der Kiste gezogen habe :D

 

Hier sind die Dinger auf der Herstellerseite:

 

https://www.alpine.de/p/Products/SingleView/SXE-4625S

 

https://www.alpine.de/p/Products/SingleView/SXE-6925S

 

Jemand der nicht audiophil ist und einfach nur alte oder kaputte Lautsprecher austauschen möchte wird hier für einen guten Preis fündig. Beide Sätze haben mich keine 70€ gekostet, ich denke das ist wirklich günstig für "Markenware". Das es deutlich bessere Systeme gibt sollte klar sein. Wer wirklich vorhat den Klang seines Systems nachhaltig und vor allem gewaltig zu steigern wird um ein neues Radio, eine Endstufe und vernünftige Lautspecher nicht herumkommen, aber das ist wieder ein komplett anderes Thema. Damit solltet Ihr euch entweder an das Hi-Fi Forum hier auf MT oder an den Hi-Fi Profi des geringsten Misstrauens wenden! :)

 

Wer wie ich lediglich eine "Reparatur" vornehmen möchte ohne dabei allzuviel im originalen Soundsystem herumzupfuschen ist hier goldrichtig. Sicherlich gibt es auch in dem Bereich höherwertigere Alternativen, aber da ist halt auch immer die Frage was das Radio kann und was wirklich Sinn macht ;) Wie bereits erwähnt ist das Radio jetzt eher von der alten Sorte und so reichen diese Lautsprecher eben völlig aus. Je nachdem was bei euch für ein Radio verbaut ist könnt Ihr schon auf deutlich höherwertigere Lautsprecher gehen. Gerade bei modernen Autos ist die Auswahl gigantisch, da sollte für jeden Anspruch und Geldbeutel etwas passendes dabei sein. Besser als OEM ist so gut wie alles da die Hersteller bis heute nicht wirklich wert auf vernünftige Audio Komponenten legen. Besseren Sound lassen sich die Hersteller sehr gut bezahlen, wobei man für die Kosten die so ein "Markensystem" hat auch gleich was vernünftiges beim Hi-Fi Profi zusammenstellen lassen kann.

 

Solange es passt und funktioniert soll es mir egal sein wie groß die Dinger sind ;) So fing ich ein paar Tage später mit dem Einbau an. Ich knöpfte mir zuerst die hinteren vor, da ich mir einbildete das diese einfacher eingebaut werden können. Damit sollte ich gar nicht mal so falsch liegen ;) Der erste Blick ging also Richtung Kofferraum. Normalerweise sind die Dinger ja einfach nur von unten in der Hutablage montiert. Allerdings erblickte ich in meinem Falle einfach nur ein paar Schaumstoffschalen welche die Lautsprecher von außen abschirmen. Hmmm, kurz das B-Body Telefonbuch (aka Service Manual) befragt und die Lösung gefunden. Die Lautsprecher werden von INNEN ausgebaut :rolleyes:

 

Also ab auf die Rückbank und die erste Abdeckung auf der Hutablage entfernt. Das geht relativ einfach, ist die Abdeckung doch lediglich mit 5 Klippsen in die Hutablage eingesteckt. Wenn man da etwas Vorsicht walten lässt kann gar nichts kaputt gehen. Danach ist schon der Lautsprecher an der Reihe. Dieser ist mit vier 7er Schrauben gesichert. Da die Nuss wegen des nicht vorhandenen Platzes zwischen Schraube und Lautsprechergehäuse an mindtestens einer Stelle nicht passte war etwas Gefummel angesagt. Mit der Hilfe einer Spitzzange und eines 7er Maulschlüssels kann man das Ganze aber soweit nach oben bewegen das die Nuss greifen kann. Danach kann man den Lautsprecher rausziehen.

 

Beim Abgleich zwischen altem und neuen Lautsprecher stellte ich die erste Überraschung fest:

 

Die Anschlüsse am neuen Lautsprecher waren anders. Was tun? Einfach direkt am Kabelbaum irgendwelche Stecker abschneiden wollte ich nicht. Nach kurzer Rücksprache mit meinen Audio Spezis kam mir dann die Idee:

 

 

 

 

Am alten Lautsprecher war ein Stecker der auf der anderen Seite in sein Gegenstück am Kabel Richtung Radio hängt. Warum also nicht den alten Stecker vom Lautsprecher wiederverwerten? Die Kabel am Stecker waren lang genug als das man Sie via Kabelschuhen an den neuen Lautsprechern anbringen kann. Also ran ans Werk. Alten Stecker vom Lautsprecher lösen, schnell die beiden Kabelenden am Lautsprecher gekappt und diese dann mit 2 Kabelschuhen verschönert. Mann war ich froh das ich am Ende 2 verschiedene Packungen mit Kabelschuhen besorgt hatte da ich nicht wusste welche Größe ich tatsächlich brauchen werde. Tatsächlich brauchte ich genau die beiden Größen die ich gekauft hatte. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn ;)

 

Nachdem ich Kabelschuhe, Kabel und Lautsprecher miteinander verheiratet hatte baute ich alles wieder zusammen. Danach ging es direkt an die andere Seite. Hier gabs die gleichen Probleme und die gleichen Lösungen, weshalb der zweite Lautsprecher deutlich flotter ging. Ok, machen wir doch mal einen kurzen Soundcheck! Ergo: Batterie wieder angeklemmt, Radio wieder an und mal reinhören. Joa, das klang schon ganz ok. Der Empfang war leider schlecht aber zumindest werden wieder beide Lautsprecher vernünftig angespielt. Leider scheint die Adapterkassette etwas auf Kriegsfuß mit meinem Smartphone zu stehen, weshalb die Fahrerseite nicht sauber angespielt wird sobald ich die Musik via Adapter auf die Anlage gebe. Im Radiobetrieb herrscht das Problem nicht. Vielleicht probier ich es doch noch einmal mit einem FM Transmitter, wenn das auch nicht klappt klemme ich mal einen alten MP3 Player an beides und schaue mal ob sich dann etwas verbessert. Irgendwie werden wir beide Seiten schon sauber mit Konservenmusik zum laufen bekommen ;)

 

Nach dem kurzen Test wagte ich mich an die vorderen Lautsprecher. Dafür müssen leider die Türpappen ab. Die Anleitung war leider nicht die detaillierteste und so haben die ersten Schritte extrem lange gedauert. Man merkt schon das so ein Service Manual eher auf erfahrene Schrauber abzielt. Zwischendurch musste mein Kumpel Hendrik immer wieder für blöde Fragen herhalten :D Danke an dieser Stelle noch einmal für die ganze Hilfe! Ich fing mit der Fensterhebereinheit an. Diese ist an der Vorderseite in die Türverkleidung geklippst. Diese hebt man an und dann kann man den hinteren Teil vorsichtig anheben. Am hinteren Teil ist die Einheit nur eingehängt. Danach löst man die ganzen Kabel.

 

 

Fahrerseitig wären das die beiden Kabel für die Sitzverstellung sowie der Stecker für die Fensterheber. Danach schraubt man am besten den unteren Türgriff ab da man so besser an den oberen kommt. Beides ist mit 2 Kreuzschrauben gesichert. Ist beides demontiert kann man gleich mit der Holzleiste weitermachen in der sich die ZV sowie die Spiegelverstellung befinden. Auch hier ist das meiste nur eingeklippst. Danach noch eine Schraube hinter dem Türgriff lösen und schon kann man das Ganze im Prinzip abnehmen. Dabei bitte aufpassen. Scheinbar ist die Leiste von hinten mit Plastiknieten versehen die beim entfernen natürlich abbrechen. Anders kommt man allerdings nicht an die Verkabelung ran, also muss man da durch. Bei mir war da scheinbar schon mal jemand dran, schlimmer kanns also nicht werden. Der Verstellschalter der Spiegelverstellung ist mit einer winzigen 2er Imbussschraube gesichert. So einen kleinen Imbus hatte ich natürlich nicht, also wieder zum Baumarkt gefahren :rolleyes:

 

Wieder zurück konnte die Schraube dann endlich gelöst werden. Danach kann man sich im Prinzip über die Türpappen hermachen. Ich wurde ich schon vorgewarnt das man die Pappen wohl nur mit einem speziellen Werkzeug vernünftig rausbekommt das sonst die Klippse in jedem Falle unrettbar abbrechen werden. Kurze Bestandsaufnahme ergab: Sollte ich wohl nicht einfach mit einem Schraubenzieher probieren. Da ich keine Ersatzclips hatte und auch das benötigte Werkzeug sich nicht in meinem Fundus befand ging es WIEDER ab zum Baumarkt. Erste Station war der Bauhaus, aber der hatte das Werkzeug nicht. Nächste Station war der Obi ein paar km weiter aber auch der hatte nichts. Aussage des Mitarbeiters: "Sowas hatten wir mal vor Jahren im Sortiment, aber heutzutage nicht mehr"

 

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]So fuhr ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Ich beschloss fürs erste aufzuhören und stattdessen einfach das passende Werkzeug zu bestellen. Internet + Expressversand = Ein glücklicher Dynamix. Danke, Amazon! Das Werkzeug sollte 2 Tage später (Wochenendbestellung!) kommen, also ließ ich es wie gesagt erst einmal dabei bewenden.

 

Abends entschlossen wir spontan noch etwas einkaufen zu gehen, dafür musste dann der Caprice herhalten. Eine kurze Hörprobe durch meine bessere Hälfte führte gleich zu der Frage ob das in Ihrem auch geht :D Ja, sollte gehen! Wenn ich ein lieber Mann bin mache ich das sogar mal zeitnah. Übung hätte ich ja dann und die Komponenten selbst sind nicht teuer. Außerdem hätte ich dann eine Rechtfertigung für das ganze zusätzlich angeschaffte Werkzeug (Crimpzange, Aushebelwerkzeuge etc.) :D

 

Am nächsten Tag machte ich mich daran die Beifahrerseite entsprechend vorzubereiten damit die Arbeit sobald das Werkzeug da ist deutlich schneller geht. Die Demontage der Schalter auf der Beifahrerseite ging dieses mal deutlich einfacher. Zum einen sind nicht dort nicht so viele Schalter (was weniger Stecker und Kabelbäume nötig macht) verbaut und zum anderen hatte ich ja jetzt schon etwas Übung. So hatte ich beides nach vielleicht 15 Minuten demontiert. Damit war das Wochenende also erst einmal gelaufen. Ab jetzt hieß es warten!

 

Am späten Montagnachmittag kam dann der Hermes Bote mit den Werkzeugen an. Ich hatte auf eine Lieferung am Vormittag gehofft, so hätte ich das Zeug schon einmal ausprobieren können. Da es aber schon dunkel wurde sparte ich mir es spontan zu versuchen. Schließlich gibt es ja noch 2 Feiertage die dafür genutzt werden können. Ich schaute mir stattdessen einmal die Werkzeuge genauer an um mich mit den verschiedenen Hebelwerkzeugen vertraut zu machen.

 

Heute ging es dann endlich los! Die neuen Werkzeuge geschnappt und ab zum Auto. Dank der Bilder die ich von Hendrik bekommen hatte konnte ich die Befestigungsstellen gut lokalisieren. 2 Sind jeweils an den Seiten und 2 unten. Einmal mit den Hebelwerkzeugen in die Klipse rein und dann vorsichtig aber mit Kraft hebeln. Wenn man nicht zu rabiat ist gehen die Clipse raus ohne das man Sie abbricht. Tatsächlich ist kein einziger abgebrochen und auch die Türpappen haben es ohne Schaden überlebt :cool:

 

 

 

Die Turpappe ist danach nur an der Oberkante noch in die Tür eingehängt. Es empfiehlt sich dafür die Fenster nach unten zu fahren, ansonsten macht man es sich nur unnötig schwer. Ist das geschafft muss man das Ganze nur einmal nach oben drücken und schon liegt das innere der Tür vor einem. Der Lautsprecher ist leicht zu lokalisieren und mit wenigen Schrauben befestigt. 3 Schrauben halten den Lautsprecher in seinem Plastikkorb und auch der Plastikkorb ist nur mit 3 Schrauben befestigt. Beim ausbauen stellte ich fest das ab Werk vorne schon 2-Wege Koaxiallautsprecher verbaut waren. Damit hatte ich nicht gerechnet, rechnete ich doch mit irgendwelchen Breitbändern. Ich werde dann wohl doch mal die hinteren Lautsprecher aufschneiden um zu sehen ob das auch 2-Wege Koaxiallautsprecher sind. Somit habe ich aber wohl genau die richtige Wahl beim Ersatz getroffen ohne es zu wissen :) Das mit dem Huhn und dem Korn hatten wir ja heute schon einmal :D

 

 

 

 

Weiter im Text:

 

Danach, wie schon hinten ,die Kabel des alten Steckers soweit wie möglich am alten Lautsprecher abschneiden, Kabelschuhe dran und dann ab damit an die neuen Lautsprecher. Das Ganze dann nur noch auf der Beifahrerseite und wir haben alle 4 Lautsprecher getauscht. Kurzer Zwischencheck ergab das die Lautsprecher vorne laufen, also waren es glücklicherweise wirklich nur die Lautsprecher und keine kaputten Kabel :)

 

Danach den ganzen Kram wieder zusammenbauen und glücklich sein :cool: Der Zusammenbau ging dann wieder ganz schnell, wenn man das einmal drin hat geht das sehr flott. Damit war ich fürs erste fertig. Erstmal alles wieder aufräumen, schließlich hatte die ganze Aktion ein riesiges Chaos an Werkzeugen im Innenraum nach sich gezogen :D Nach der Aufräumaktion musste natürlich eine kurze Probefahrt gemacht werden, schließlich will man auch wissen ob alles funktioniert ;) :cool:

 

Nach einer gut einstündigen Fahrt bin ich fürs erste zufrieden. Die Anlage spielt wieder auf allen 4 Lautsprechern und der räumliche Eindruck ist selbstverständlich tausend mal besser als vorher. Irgendwo auch klar bei 3 kaputten Lautsprechern! Man merkt aber schon das gerade die hinteren Lautsprecher stark zum Raumgefühl beitragen was bei vielen Autos eher nicht der Fall ist. Nimmt man die hinteren Lautsprecher weg (ja, mein uraltradio kann sowas!) merkt man sofort das der Druck fehlt. Mit allen 4 gleich verteilt klingt es am ausgewogensten :cool: Es hat sich also definitiv gelohnt und ich denke die neuen Lautsprecher werden mir noch die ein oder andere längere Fahrt versüßen :)

 

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