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Sat Jul 14 14:41:19 CEST 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (16)

 

Weil der Mii, wie im letzten Artikel beschrieben, bisher so brav war hat er sich eine Aufbereitung verdient! Normalerweise nehme ich mir die ganze Zeit nur bei meinen Hobbyautos, da mich aber die Ergebnisse aus der Waschanlage (der Wagen wurde NIE vernünftig sauber!) immer gestört haben und ich so noch ein bisschen mehr Übung bekomme habe ich mich dann erbarmt und mir die Zeit genommen :) Aus dem Grund gibt es nach jedem Schritt auch ein kleines "Learning" meinerseits ;)

 

Waschen

 

Bei der Gelegenheit gab es dann auch die erste Premiere: Der Mii bekam seine erste Handwäsche! Ich habe den Wagen bisher noch nie per Hand gewaschen sondern immer nur durch die Waschanlage geschoben. Dabei habe ich mich immer über die Ecken geärgert welche die Waschanlage nie erwischt. Es ist ärgerlich wenn man je nach Anlage bis zu 20€ ausgibt nur damit der Wagen danach bestenfalls zu 90% sauber ist. Da wir an dem Wochenende eh den Sheriff holen mussten und auch er zumindest mal abgespritzt werden musste habe ich die Gelegenheit genutzt und den Mii gleich mitgewaschen.

 

So holten wir an einem sehr sonnigen Samstagmorgen den Sheriff aus der Garage und fuhren im Minikonvoi zur nächsten Waschanlage. Diese war wie erwartet ziemlich gut besucht, weshalb es auch etwas dauerte bis ich endlich eine Waschbox abbekam. Dies war allerdings gar nicht mal so schlimm da man so dem samstäglichen Treiben zusehen konnte, schließlich sind Leute die Ihr Auto von Hand waschen eine ganz besondere Spezies! So waren dann auch neben den typischen tiefergelegten Premiumgefährten der Mittelklasse mit "krassen" Felgen auch ein paar richtige Exoten am Start. Den Anfang machte ein 58er Willys Jeep der standesgemäß abgekärchert wurde. Der Lack des Willys ist von Natur aus so rauh, den kann man vermutlich promlemlos mit Stahlwolle waschen :D

 

Während ich den Willys bestaunte wurde auch schon meine Box frei. Hier wurde auch gleich mal die ChiliTec Fahrradpumpe an der Kwazaar ausprobiert :D Schon nicht verkehrt das Ganze! Für den perfekten Schaum muss ich allerdings wohl mal das Set mit den verschiedenen Düsen kaufen.

 

Nach der Wäsche wurde geknetet, dafür kam mein Clay Block wieder zum Einsatz. Bei der Gelegenheit konnte ich auch meine neue Kwazaar Sprühflasche ausprobieren. Ich rühre immer ein bisschen von der Victoria Super Soap in sauberes Wasser, das ergibt ein tolles Gleitmittel. Die Sprühflasche ist für mein empfinden RICHTIG gut. Sprüht toll und wer kein Schmalhans ist wird auch kein Problem damit haben die große Flasche ständig in der Hand zu halten. Die Kwazaar funktioniert gut und mit unter 10€ ist Sie auch nicht wirklich teurer. Zum abtrocknen fuhr ich dann in eine der Saugboxen da der Fahrer eines Megane R.S. der Meinung war er hätte jetzt genug gewartet :rolleyes: Blöd für mich war das keine 2 Sekunden nachdem ich das Feld geräumt hatte der Megane dann in eine gerade freigewordene Waschbox fährt. Dafür dann all der Stress :rolleyes: Naja, wie sagt der Rheinländer? Da mäste nix!

 

Trocknen

 

So trocknete ich den Wagen also ab. Währenddessen fuhr ein Citroen Traction Avant in die Waschbox die ich gerade freigemacht hatte. Sowas sieht man auch nicht jeden Tag! Bisher kannte ich den Wagen immer nur in komplett schwarz, dieser hier hatte aber eine zweifarbige Lackierung in schwarz/cremeweiß. Sieht auch nicht verkehrt aus. Was der Besitzer dann allerdings zum autowaschen aus dem Kofferraum holte lässt selbst Pflegeanfängern die Haare zu Berge stehen. Neben einem Wischmop (WTF?!) holte er direkt danach einen Küchenschwamm (die bösen mit den rauhen Oberseiten für Töpfe und Pfannen) heraus der dann erst einmal prompt auf dem dreckigen Boden landete. Frohes Lack zerkratzen! Naja, nicht mein Auto. In der Zwischenzeit kümmerte ich mich also darum den Wagen trocken zu legen.

 

Das Ergebnis gefiel mir zu diesem Zeitpunkt schon ganz gut, aber ich war ja noch lange nicht fertig ;)

 

Learnings:

 

1. In Waschanlagen trifft man interessante Gestalten und noch viel interessantere Autos

 

2. Handwäsche ist gründlicher als die meisten Waschanlagen

 

3. Pumpsprüher mit Fahrradpumpenmod sind cool :cool:

 

4. Knetblöcke sind praktischer als richtige Knete!

 

Legen äääähhhhh Polieren

 

Als nächster Schritt folgte die Politur. Ich hatte dem Wagen zwar erst im letzten Herbst eine Schleifpolitur verpasst, allerdings hatte das Scratch X 2.0 auf dem harten Lack einen eher enttäuschenden Effekt :( Das Scratch X 2.0 funktioniert auf weichen Lacken besser dafür auf genau solchen Lacken wunderbar als schonende Alternative zum Ultimate Compound. Deshalb gab es jetzt noch einmal eine Runde, allerdings dieses mal mit der Meguiars Ultimate Compound als Schleifpolitur.

 

Zuallererst stand aber erst einmal das obligatorische abkleben an. Ein Glück gibt es am Mii nicht wirklich viel abzukleben. Scheinwerfer, Unterkanten vom Fenster, Blinker und Logos. Das wars schon! Der Wagen hat sehr viele gerade Flächen und keinerlei Zierleisten an denen die Maschine irgendwelchen Schaden anrichten könnte.

 

Allerdings haben sich die Designer ein paar Designspielereien in Form von Sicken und Kanten geleistet. Prominentestes Beispiel ist die abgeschrägte Kante an der Oberseite der Türen unterhalb der Fenster. Man hat, auch bedingt durch die Größe, viele schmale Stellen die mit einem kleinen Pad bearbeiten werden müssen. Würde man hier wirklich stumpf von oben nach unten bzw. oben nach unten vorgehen müsste man alle paar Minuten den Stützteller wechseln. Darauf hatte ich aber ehrlich gesagt nicht einmal im Ansatz Lust. Es musste also ein "Schlachtplan" her ;) Ich beschloss zuerst mit den großen Flächen anzufangen die ich mit den 150er Pads bearbeiten kann und mir im Anschluss die kleinen Stellen mit dem 75er Pad vorzunehmen. Somit bekamen das Dach, die Motorbaube und die großflächigen Stellen an den Türen zuerst Ihre Behandlung. Im Anschluss kamen dann die Kotflügel, die Türoberkanten, die A-Säule, die Stoßfänger sowie die Heckklappe Ihre Behandlung.

 

Nach dem ersten Durchgang zeigte sich schon ein deutlich sichtbarer Effekt. Der Lack glänzte sichtbar deutlicher als vorher. Das Ultimate Compound hatte also funktioniert. Witzigerweise ließen sich die Rennstreifen auf der Haube auch polieren! Die Streifen hatten leider eine eklige Schmutzschicht angesetzt die sich mit allem putzen und kneten der Welt nicht entfernen ließen. Auch mein gesamtes Pflegearsenal versagte hier. Eher aus Zufall bin ich mit der Maschine über den Rand des Streifens gefahren und ich stelle fest das der Streifen plötzlich wieder strahlend weiß war. Keine Kratzer oder Schrammen auf dem Streifen und abgerissen war auch nichts! Das wollte ich dann doch mal richtig ausprobieren. So polierte ich mit der Maschine auch die Streifen, auch wenn man das eigentlich nicht machen soll ;) Das Ergebnis gibt mir aber Recht! Die Streifen sind wieder strahlend weiß :cool:

 

Nach der ersten Politur und der Abnahme der Reste spürte man auch schon das der Lack deutlich glatter war als vorher! Hach, ich mag das Gefühl :cool: :)

 

Learnings:

 

- Harte Lacke brauchen harte Polituren!

 

- Glatter Lack ist geil! :D

 

- Zierstreifen lassen sich polieren wenn Sie strapazierfähig genug sind.

 

Feinschliff

 

In der nachfolgenden Runde durfte der Megs Swirl Remover zeigen was er konnte. Das Ergebnis hat mich persönlich sehr überrascht! Der Lack glänzte noch einmal deutlich mehr und die Reflektionen waren deutlich klarer als vorher. Der Lack war danach schon so glatt das sich mein Gesicht darin fast ohne Verzerrung gespiegelt hat. Eine solche Steigerung hatte ich gar nicht erwartet. Der Lack war beim Fühltest auch noch einmal glatter als vorher, auch wenn der Effekt natürlich nicht so beeindruckend ausfiel wie nach dem ersten Politurschritt.

 

Der Effekt den der Swirl Remover auf dem Mii erzeugte war mir beim Caprice in der Form nicht aufgefallen, aber vielleicht liegt es einfach an der Farbe. Schwarz ist ja eh etwas spezieller! Auf der einen Seite sieht man jedes Staubkorn darauf und auch die Aufbereitung ist demensprechend aufwändiger, dafür entschädigt es aber auch mit einem unvergleichlichen Glanz wenn man es richtig gemacht hat :) Mir ist auch aufgefallen das der Swirl Remover irgendwie nach Melone riecht. Nicht das einzige Produkt an diesem Tag mit einer fruchtigen Duftnote ;)

 

Learnings:

 

- Megs Swirl Remover riecht nach Melone :D

 

- Glatter Lack ist richtig geil!

 

- Schwarz kann richtig gut aussehen!

 

- Manchmal kommt es anders als man denkt.

 

- Ein gut polierter Lack spart den Spiegel im Haus!

 

Hochglanzpolitur

 

Zum Abschluss der Polierarbeiten gab es noch eine Runde mit dem Megs Ultimate Polish. Diesen Schritt mag ich besonders weil er nicht ganz so anstrengend ist wie der Rest. Produkte wie das Ultimate Polish enthalten kaum bis gar keine Schleifkörper mehr und entsprechend langsam kann und sollte man Sie auch ausfahren. Die niedrigen Drehzahlen bei der Verarbeitung machen das Ganze sehr angenehm und zudem geht der Auftrag etwas zügiger da man nichts mehr herunterschleift :)

 

Man muss allerdings aufpassen das die Maschine beim verteilen auf Stufe 1 nicht stehenbleibt. Durch das Eigengewicht der Maschine sinkt das Pad schon so stark ein das der Teller stehen bleiben kann wenn man noch etwas Druck dazu ausübt. Auf Stufe 2 geht es wieder wobei man auch hier darauf achten nicht zu viel Druck auf die Maschine zu geben. Mit diesem Schritt holte ich auch noch einmal ein klein wenig mehr Glanz und Glätte aus dem Lack heraus.

 

Learnings:

 

- Glanzpolieren ist weniger anstrengend

 

- Noch glatterer Lack ist extrem geil!

 

- Zu viel Druck ist nicht immer gut.

 

 

Zum Schluss kam das i-Tüpfelchen, quasi der Lohn für die ganze Arbeit:

 

Wachsen!

 

Ich habe mir ja vor ein paar Wochen das Victoria Wax Hybrid Wax als Ergänzung zu dem Concours Wax gegönnt. Herrliches Zeug! Im Gegensatz zum Concours Wax wird dieses nicht per Hand sondern mit einem Applikator aufgetragen der netterweise schon der Bestellung beilag. Ein maschineller Auftrag ist möglich aber das spart in dem Falle nicht wirklich Zeit. Das Wachs muss man dünn auftragen wenn man es vernünftig wieder auspolieren möchte. Braucht etwas Übung, aber nach den ersten Karosserieteilen hatte ich den Dreh schon einigermaßen raus ;) Es ist ein tolles Gefühl wenn man als letzten Schritt ein schönes Wachs auf einen frisch polierten Lack aufträgt!

 

Neben einer nochmaligen leichten Glanzsteigerung riecht der Lack jetzt leicht nach Sauerkirsche :D

 

Das Wachs war mit gut 70€ relativ teuer aber insgesamt gesehen gehört es bei den edleren Wachsen noch zu den günstigeren. Davon ab kann man das gesamte Hobby unter Leidenschaft abhaken, da braucht man auch nicht mehr mit rationalem Denken anfangen :D Wer nach dem Polieren sein Lieblingswachs mit einem (saudebilen) Lächeln aufträgt weiß was ich meine :)

 

Es gibt sicherlich Wachse und vor allem Versiegelungen mit deutlich besserem Preis-Leistungsverhältnis!

 

Learnings:

 

- Wachsen macht Spaß!

 

- Meine Wachse riechen alle nach Früchten

 

- Es ist ein tolles Gefühl nach getaner Arbeit das Ergebnis zu bewundern :)

 

Damit war ich zumindest für diesen Tag erst einmal fertig.

 

 

Weiter geht's innen und nochmal außen

 

Ein paar Tage später war mal wieder der Innenraum an der Reihe, den hatte ich an besagtem Samstag leider nicht mehr geschafft. Zum Glück reinige ich den Innenraum des Mii tatsächlich einigermaßen regelmäßig, weshalb etwas Staubsaugen und -wischen meist völlig ausreichen. Dank der bösen Harplastikflächen geht das auch ziemlich schnell ;) Dieses Mal wollte ich mir die ganzen fiesen Ecken und Ritzen der Karosserie vornehmen die man bei der Außenreinigung immer so schlecht erwischt. Damit sind so fiese Ecken wie die Türkanten, Einstiege oder auch die ganzen Ritzen und Flächen hinter der Kofferraumklappe gemeint. Vorher standen aber noch ein paar andere Kleinigkeiten an.

 

Zuallererst hatte ich dem Mii endlich die Sommerreifen aufgezogen. Ja, ich bin dieses Jahr spät dran aber erst war der Winter zu lang und dann war meine Geduld zu kurz :D Da ich bei sowas einfach keine Geduld habe und nicht jedes mal 3-4 Wochen auf einen Termin warten wollte, kaufte ich kurzerhand einen Rangierwagenheber und machte es selbst! Auf dem elterlichen Hof habe ich das früher immer selber gemacht. Seit die Autoindustrie aber der Meinung ist das es ja viel besser ist sich das Ersatzrad und somit auch den Bordwagenheber zu sparen habe ich den Wagen dafür zum Reifenhändler gebracht. Wie auch immer, weiter im Text!

 

Da ich besonders beim Reifenwechseln ein Putzmuffel bin sahen die Felgen entsprechend dreckig aus. Da der Wagen in der Zwischenzeit wieder etwas Schmutz angesetzt hatte (Schwarzer Lack ist die Pest!) beschloss ich neben den Felgen auch das Auto noch einmal kurz zu waschen. Für die Felgenreinigung hatte ich mir das Tuga Grün besorgt. Tuga Grün ist etwas schonender als Tuga Rot und hat einen Wirkindikator. Dafür ist das Tuga Rot wirklich stark in seiner Leistung, allerdings muss man da wirklich wissen was man da tut! Mir gefällt das Zeug ganz gut und preislich liegt es unterhalb der meisten Felgenreiniger :cool: Weiterhin konnte ich hier mein Fensterputzzeugs mal ausprobieren. Da ich für handelsübliche Glasreiniger zu blöd bin greife ich gerne auf Schaumreiniger zurück. Die bekomme sogar ich streifenfrei von der Scheibe ;) Jetzt ging es aber endlich an den Innenraum! Einmal das gesamte Koch Chemie Arsenal (Multi Interior Cleaner, Refresh Cockpit Care und Nano Magic Plast Care) und gewischt was das Zeug hält. Leider hat der Innenraum eine sehr große Vorliebe für Staub und den sieht man auf dem schwarzen Armaturenbrett sehr gut :( Also weg damit! Bei der Gelegenheit gleich mal die Shiny Garage Pinsel ausprobiert. Gar nicht mal so verkehrt für die ganzen Ritzen um die Schalter herum in die man sonst nicht hereinkommt. Danach noch die bereits erwähnten fiesen Ecken bearbeitet und als kleine Belohnung noch einmal eine Schicht Wachs aufgetragen ;) Nützt zwar angeblich nichts aber auf der Schachtel selbst steht drauf das man 2-3 Schichten Wachs für dauerhaften Schutz auftragen soll. Schaden tut es definitiv nicht, die erste Schicht musste schließlich wieder etwas arbeiten und hat entsprechend gelitten. Geht schnell und sieht gut aus. Ich denke man sieht es auf den Fotos ganz gut :)

 

Jetzt wo ich mit dem Wagen einmal durch bin sieht er besser aus als an dem Tag an dem ich Ihn abgeholt habe :cool:

 

Ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen :cool: Wie heißt es doch so schön: Wenn du dich nach dem abschließen nicht nach deinem Auto umdrehst hast du das falsche Auto. Seit der Politur schaue ich dem Wagen definitiv hinterher, wenn auch nur weil der Lack jetzt so gut aussieht ;)

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Wed Jul 11 12:02:37 CEST 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (95)

Inspiriert durch die ganzen Alltagsauto Artikel in letzter Zeit dachte ich mir ich könnte mal wieder was zu meiner Alltagsrutsche schreiben.

 

Der Seat ist ja jetzt auch schon wieder über 2 Jahre bei uns!

 

2 Jahre, das klingt erst einmal nach sehr wenig, wenn ich aber mal zurückdenke was in der Zeit alles so passiert ist kommt es einem doch nicht mehr so kurz vor. Was haben wir in der Zeit nicht alles erlebt. Ich war mit dem Auto zum ersten Mal in meinem Leben so richtig (nicht nur als Zwischenstopp) in Hamburg. Ich habe den wohl schllimmsten Stau meines Lebens in diesem Auto erlebt und ich bin mit dem Wagen im Winter nach der Arbeit einfach mal vom Rheinland bis nach Lübeck zu MrMinuteMan gefahren, incl. Gepäck für ein Wochenende plus 2 Kästen Bier :D Allein dieser Trip waren mal eben 1200km die man auch mit so einem kleinen Auto gut wegstecken kann wenn man nur will und keine Heulsuse ist ;) :D :p

 

Was war sonst noch so?

 

 

Tja, was soll ich sagen? Eigentlich gibt es nicht viel zu sagen. Bisher läuft der Wagen einfach. Gut 60.000km haben wir jetzt mit dem Wagen geschafft und in dieser Zeit ist außer Service nichts gewesen. Halt doch, ein bis zwei ganz schlimme Sachen waren da doch die eigentlich jeden davon abhalten sollten ein solches Auto zu kaufen, schließlich sind VW Produkte ja perse unzuverlässig und sowieso vom Teufel besessen und mit anderen schlimmen Unaussprechlichkeiten gesegnet!

 

Einmal hatte ich einen Nagel im Reifen, den hat aber die RDK zum Glück noch vor mir bemerkt. Dann ist mir einmal die Sicherung der Scheibenwischerpumpe durchgebrannt. Ich glaube ich sollte den Leasingvertrag kürzen :D Ach halt, der Wagen ist ja gar nicht geleast sondern gekauft ;)

 

Ok, Sarkasmus beiseite! ;) An dem Wagen selbst habe ich nichts auszusetzen. Bisher tut er was er soll und das bisher auch sehr zuverlässig. Insgesamt betrachtet gibt es eigentlich nur Kleinigkeiten die stören und damit fangen wir mit den negativen Punkten an.

 

Die Kupplung klappert wenn Sie kalt ist aber das haben Sie, wie ich festgestellt habe, alle. Nüchtern betrachtet ist dies kein kapitaler Schaden als einfach nur eine Fehlkonstruktion die aber nur den Komfort beeinträchtigt. Da die Kupplung und das Getriebe jetzt schon mehr 80.000km hälten ist das mit Sicherheit wirklich nur ein Komfortverlust und wenn der Wagen einmal fährt hört man davon ja auch nichts mehr. Kann ich mit Leben!

 

Ja, der Wagen ist nicht der Größte. Der Kofferraum reicht für einen Single oder 2 Personen Haushalt aber locker aus. Hinten passen nur 2 Mann rein aber das hat man bei vielen Kleinstwagen, davon ab will ich auch in so mancher Mittelklasselimousine nicht in der Mitte sitzen.

 

Ansonsten gibt es nur so Kleinigkeiten wie die fehlende Kofferraumbeleuchtung und die fehlende Aufhängung für die Gepäckraumabdeckung. Man muss VW allerdings zu Gute halten das man diese Punkte mit dem Facelift 2015 abgestellt hat. Meiner ist leider ein Modelljahr 2014, pech gehabt!

 

Ärgerlich aber ich lebe jetzt einfach mal damit ;) Ich fahre zugegebenermaßen eh meistens nur tagsüber mit dem Auto und somit brauche ich die Lampe nicht zwingend. Gut, die Bändchen für die Abdeckung wären schon ganz nett, aber dafür bohre ich mit Sicherheit keine Löcher in die Klappe! :)

 

Ein weiterer Punkt ist das Navi welches ab und an mal etwas zickig ist. Allerdings muss man dazu sagen das ich die nervigsten Probleme bisher immer nur mit Apple Produkten hatte. Das Verbinden dauert manchmal sehr lange und die Bluetooth Übertragung ist teilweise die ersten Minuten etwas abgehackt. Dazu spielt das iPhone stellenweise einfach über den internen Lautsprecher statt über die Anlage und das obwohl das Telefon gekoppelt ist. Meine Android Geräte liefen in der Hinsicht zwar auch nicht zu 100% perfekt aber die waren in der Hinsicht DEUTLICH weniger störanfällig. Mein neuestes Spielzeug mit Android läuft beispielsweise bisher zu 100% perfekt. Mal sehen ob die Macken mit der Zeit wiederkommen.

 

Das war es aber auch schon mit der Kritik. Kommen wir zu den positiven Punkten die für mich bisher überwiegen!

 

Zuverlässigkeit

 

Entgegen dem gängigen VW Klischee ist der Wagen bisher tatsächlich äußerst zuverlässig! Bisher kam noch keine außerplanmäßige Reparatur die man dem Wagen hätte anlasten können. Der Eindruck bestätigte sich auch dieses Jahr beim TÜV. Keine Mängel, der Wagen ist super in Schuss, Plakette wird erteilt :) Selbst die Bremse von der ich dachte das Sie mittlerweile mal runter sein müsste ist laut Prüfingenieur noch bei 40-50% :eek: Der Prüfer meinte die hält noch ein bisschen. Man bedenke das wir hier immer noch von den ersten Belägen und Scheiben sprechen. Dafür gab er mir zu bedenken das die Scheiben durch sein dürften sobald die Beläge fällig sind. Die Scheiben zeigen schon ein bisschen Kante, aber das dürfen Sie nach der Laufleistung auch ;) Die Scheiben meines 207 haben nicht einmal 60.000km durchgehalten, die Beläge nicht mal 30.000km. Wenn ich dann bei 100.000km oder später alles vorne neu machen muss ist das immer noch günstiger als beim Peugeot der in der Zeit schon 3 Sätze Scheiben und Beläge durch hatte. Kommen wir zum nächsten Punkt.

 

Ich denke in dem Punkt muss man immer etwas differenzieren. Nicht jeder Hersteller baut ausschließlich nur Krücken und es gibt genug Hersteller die trotz tollem Image nicht immer die besten Autos bauen.

 

Verbrauch

 

Der Wagen ist sparsam! Ich fahre den Wagen atypisch hauptsächlich auf der Autobahn und auch da macht er eine gute Figur. Der Motor mag kein Ausbund an Kraft sein, aber dafür war er auch gar nicht gedacht. Der Motor ist einzig und allein auf Sparsamkeit getrimmt und das kann er. Mein Langzeitschnitt liegt momentan bei 5,1 Litern. Da kann man nicht meckern! Nächster Punkt.

 

Fahrverhalten

 

Der Wagen fährt gut! Ok, jetzt muss man erklären was man unter gut definiert. Sagen wir es so:

Für einen Kleinstwagen fährt sich der Wagen äußerst erwachsen und das haben ihm jetzt auch bisher alle bescheinigt die Ihn mal gefahren sind. Der Wagen fühlt sich eher nach einem Kleinwagen als nach einer kleinen Sparbüchse an. Der Wagen liegt auch bei höherem Tempo stabil und das Fahrwerk ist gut für den Alltag abgestimmt. Immer noch komfortabel genug aber nicht übertrieben weich. Ein guter Kompromiss wie ich finde. Nächster Punkt.

 

Platz

 

Der Wagen bietet Platz! Jetzt werden sich einige sicherlich fragen: Hä? Hat er nicht noch in den Negativpunkten aufgezählt das der Wagen kein Platzwunder ist? Richtig! Habe ich tatsächlich! Aber auch hier muss ich etwas ausholen. Der Kofferraum ist wirklich nicht riesig, soweit so bekannt. Allerdings glaubt man gar nicht was in die kleine Büchse alles reingeht sobald man die Rückbank umklappt. Mal eben mehrere Säcke Gartenabfälle entsorgen? Geht! Mal eben zur Kippe fahren um Sperrmüll loszuwerden? Geht auch! Ich hab schon so viel Zeugs in den Wagen reinbekommen das ich ganz erstaunt bin was da alles bei Bedarf reingeht. Das dürfte allerdings zum Großteil der sehr kastigen Form geschuldet sein. Die Heckklappe fällt wirklich gerade ab, es gibt keine verschnörkelten C-Säulen oder coupehaft abfallende Dächer. Wären die Extremitäten von Bernd das Brot lang genug um Auto zu fahren, er würde wohl Mii fahren weil er genauso kastig ist wie er :D

 

Dazu kommt das er durch seine kompakten Maße in der Stadt wirklich gut in Parklücken kommt. Ich bin schon in so manche Parklücke gekommen die von Helikopter Mutti in Ihrem "ich habe ein Kind bekommen, ich brauche einen Q7! Mindestens!" SUV verschmäht wurde :D

 

Der Wagen ist wie eine Tafel Ritter Sport. Quadratisch. Praktisch. Gut.

 

Fazit:

 

Nach 2 Jahren kann ich über den Wagen wirklich nichts schlechtes sagen. Er ist nicht sonderlich emotional aber durch seine Zuverlässigkeit und die niedrigen Unterhaltskosten hat er sich definitiv meinen Respekt verdient. Bisher bin ich wirklich zufrieden und ich bereue den Kauf definitiv nicht.

 

Bis auf die planmäßigen Inspektionen hat der Wagen bisher keinen Werkstattaufenthalt nötig gehabt. Meine Individualisierungsideen habe ich inzwischen verworfen. Es gibt für den Mii ein paar nette Zubehörteile die sich aber alle nicht wirklich lohnen. Die einzige Investition bisher waren ein Satz Winterreifen auf Stahlfelgen und ein paar passende Radkappen. Ein schwarzes Auto mit Stahlfelgen sieht einfach nach nichts aus!

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Sun Jul 01 20:12:47 CEST 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (6)

Dank der Einladung unseres Vereins begab es sich das ich und meine bessere Hälfte mal wieder auf eine US-Car Show gefahren sind.

 

Anlass war der 10. Geburtstag des Online Magazins "americar.de" und dieser Anlass sollte gebührend mit dem ersten Event unter dem Banner der Webseite gefeiert werden!

 

Passend zum Namen fand das Meeting auf der Trabrennbahn in Dinslaken statt, genug Platz also um der schier unfassbaren Zahl an versammelten Pferdchen unter der Haube etwas Auslauf zu gönnen ;)

Dabei sieht die Trabrennbahn von oben tatsächlich ein bisschen wie ein Nascar Short Track aus. Die perfekte Location also für ein US-Car Treffen.

 

Neben dem Meeting selber gab es noch zahlreiche Highlights. Neben den obligatorischen Ausstellern gab es noch eine Gastromeile sowie einen Swap Meet (Teilemarkt) für Freunde des amerikanischen Blechs.

 

Da unser Verein von der Veranstaltungsleitung extra zu diesem Event eingeladen wurde und wir die Möglichkeit hatten unseren Stand dort aufzubauen waren wir natürlich sofort am Start und so ergab es sich das wir dieses mal mit einer bunten Mischung an Streifenwagen am Start waren. So konnten wir den Interessierten einen schönen Querschnitt durch gut 30 Jahre Cop Car Geschichte geben. Diese bunte Auswahl an echten US-Streifenwagen sucht in der Szene Ihresgleichen und so konnten wir an diesem Tag zeigen das sich in der deutschen Streifenwagenszene eben nicht nur Crown Victorias neueren Baujahres tummeln ;)

 

Aber nicht nur die Streifenwagen, sondern auch die angereisten Fahrzeuge zählen definitiv zu den Highlights. Es gab ein Schätzchen nach dem anderen zu bestaunen und bei dem ein oder anderen Wagen läuft selbst mir als hartgesottenem Fan das Wasser im Munde zu sammen :)

 

Natürlich habe ich fleißig Fotos gemacht, so ein riesiges Event will schließlich auch würdig festgehalten werden :)

 

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Sun May 06 16:46:10 CEST 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: Diaries, Schönheitskur, WHALE

Jetzt bin ich so lange auf den ganzen Neuanschaffungen herumgeritten das es jetzt endlich losgeht. Zuerst einmal fangen wir wieder mit der Wäsche an. Der Wagen hatte nach der Winterpause etwas gestanden und vor der "Einlagerung" habe ich Ihn nicht mehr gewaschen. Entsprechend sah der Wagen wieder aus und die Tatsache das ich in der Zwischenzeit ein paar Kilometer gefahren sind und ich einmal sogar vom Schnee überrascht wurde machten den Zustand nicht besser. Dazu kommt das ich es bis heute nicht geschafft habe die Abdeckung zu waschen die ich eigentlich mal als Schutz angeschafft habe. Dafür müsste ich in einen Waschsalon oder mir eine Waschmaschine mit 16kg Trommel anschaffen ;) Naja, hilft ja nix! Auto dreckig, Saison in vollem Gange, Wetter gut. Ergo: No more excuses!

 

So begab ich mich an einem lauen späten Freitagnachmittag zu einer meiner Lieblings SB-Waschboxen. Vor dem Waschen stand aber erst einmal Vorbereitung an. Messbecher, meine Venus, die Wascheimer, die Waschhandschuhe, das Chemical Guys Shampoo, die Super Soap, der Clay Block und mein Billigpumpsprüher wurden aufgestellt und entsprechend vorbereitet.

 

Waschen

 

Als allererstes war somit Waschen angesagt. Da ich mich dieses mal besser auf die Wäsche vorbereitet habe, kamen jetzt ein paar der Neuerwerbungen zum Einsatz :cool: Zum Anfang soll die Kwazar in Kombination mit dem Snow Foam mal zeigen was Sie auf dem Kasten hat. Ihre Entjungferung hatte Sie ja schon als Schaumsprüher für einen Polsterreiniger und da hat Sie schon ganz gut funktioniert. Auch als Sprüher für das Snow Foam macht Sie einen ganz guten Job, ich für meinen Teil bin mit der Leistung zufrieden :) Man muss lediglich ein bisschen mit dem Verhältnis zwischen Foam und Wasser experimentieren. Ich bilde mir ein das Ganze hat bei ca 25ml auf 1 Liter am besten funktioniert. Alles zwsichen 10-20ml kam mir viel zu wässrig vor.

 

Vor dem einschäumen wurde der Wagen erst einmal mit der Lanze von groben Verschmutzungen befreit. Danach wurde der Wagen ordentlich mit der Venus bearbeitet. Für das Auto brauchte ich ungefähr 2 Ladungen, ist halt doch ein etwas größeres Auto. Die etwas größere Füllmenge der Venus macht sich definitiv bezahlt. Eine Gloria FM10 hätte ich deutlich öfter nachfüllen müssen.

 

Nach dem einschäumen und abspritzen ging es an die eigentliche Wäsche. Hier habe ich wieder auf das Chemical Guys als Shampoo zurückgegriffen. Die Victoria Wax Super Soap werde ich als Basis für das Gleitmittel nehmen.

 

Also Eimer vollgemacht, Seife rein und los. Mit den großen Waschhandschuhen ist das Ganze zum Glück selbst bei dem riesigen Auto keine große Sache. Die Grit Guards die ich für die Eimer besorgt hatte sind Ihr Geld definitiv wert gewesen, da man an Ihnen den Handschuh super auswaschen kann. Einfach in den Eimer eintauchen und den Handschuh am Grit Guard sauber schrubben. Funktioniert super! :cool:

 

 

Kneten

 

Wie angedroht sollte der Wagen ja nach der Wäsche weiter mit der Maschine bzw. Knete bearbeitet werden, dafür musste aber erst einmal geschaut werden in welchem Zustand der Lack überhaupt ist. Ist der Lack immer noch glatt kann ich direkt mit da weitermachen wo ich beim letzten mal aufgehört hatte. Falls nicht wird die Kneterei fällig und ich darf den ganzen Wagen schlimmstenfalls noch einmal komplett von vorne polieren. Da ich seit der Nummer mit dem Wagen nicht groß gefahren bin erwartete ich keinen großen Handlungsbedarf in die Richtung. Trotzdem hatte ich mir im Vorfeld wie angekündigt einen Clay Block besorgt. Mein Eindruck zu dem Block: Der Block besteht aus einer dicken Schicht Schaum die den "Griff" bildet und einer dünnen Schicht welche die Abtragseite bildet. Der Block wirkt auf den meisten Bildern deutlich größer als er tatsächlich ist. Am Ende ist der Block nicht viel größer als ein Stück Knete. Solange es funktioniert soll mir das egal sein ;)

 

Weiter im Text:

 

Wie bereits erwähnt musste der Wagen nach der Wäsche erst einmal begutachtet werden. Lack anschauen, abfühlen und entscheiden ob "geknetet" wird. Grundsätzlich war ich überrascht wie gut sich das Ergebnis der letzten Politur gehalten hatte. Hach, dieses blau sieht in der untergehenden Abendsonne einfach hinreißend aus!

 

Da sich der Lack trotzdem stellenweise doch etwas rau anfühlte habe ich den Wagen im Anschluss an die Wäsche geknetet. Funktioniert mit dem Block und der Gleitmittel eigentlich ganz gut. Man merkt das der Block nach ein paar mal hin- und her leichter über den Lack gleitet. Nach gut 2,5 Stunden war ich mit allem durch.

 

Ich spritzte die Reste vom Gleitmittel von dem Auto ab und trocknete das Ganze mit den Trockentüchern. Sieht doch gar nicht mal so schlecht aus! Da es auch schon wieder halb Neun war beschloss ich nach Hause zu fahren und den Rest am nächsten Tag zu machen. Dafür müsste ich eh in die heimische Einfahrt ;)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Polieren

 

Für die restlichen Politurarbeiten hatte ich mich dieses mal besser vorbereitet. Beim letzten mal hatte ich ein Pad für das ganze Auto genommen. Anfängerfehler! Das Pad habe ich zwar wieder sauberbekommen, allerdings war das Ding an den Seiten extrem ausgefranst und mitten auf der Polierfläche war gar ein Stück rausgerissen. Wie gesagt, Anfängerfehler! :rolleyes:

 

Witzigerweise hat ein Pad pro Durchgang beim Ka meines Kumpels völlig ausgereicht, aber an dem ist im Vergleich zu meinen anderen Autos auch deutlich weniger Blech :D Plastikstoßfänger, kleine Ausmaße und Faltschiebedach sei Dank ;)

 

Eigentlich sollte man für ein Auto lieber so 2-3 Pads haben, für ein Auto in der Größe des Caprice dann lieber 4-5 pro Sorte. Dem habe ich Rechnung getragen und noch ein paar Pads besorgt. Kosten ja zum Glück nicht die Welt! Jetzt habe ich einen kleinen Turm aus Polierpads in der Garage :D Als Ergänzung für meine Maschine habe ich mir dann noch, wie im anderen Artikel bereits erwähnt, den "kleinen" 75mm Stützteller gegönnt den Dodo Juice für meine Buff Daddy anbietet. Somit kann ich dann kleinere 77mm Pads verwenden die praktischer für kleine Stellen sind als die 150mm die ich momentan verwende. Damit sollte ich vor allem die Stoßstangen besser bearbeiten können :) Damit ich auch was davon habe besorgte ich mir die passenden 77mm Pads dazu. Hier beließ ich es fürs erste bei 2 pro Sorte, da ich so viele Engstellen am Caprice nicht habe. Da ich damit hauptsächlich die Stoßstangen und die Säulen bearbeiten möchte, sollten da 2 Pads pro Sorte ausreichen und falls nicht kann ich immer noch spontan einen Satz nachkaufen.

 

Genug gelabert, los gehts:

 

Als erstes legte ich mit dem Dach los, scheinbar hatte ich das beim letzten mal total vergessen. Aus dem Grund kam hier auch noch einmal die härtere Politur zum Einsatz. Da sich das Scratch X auf dem Lack bewährt hatte nutzte ich selbiges auch auf dem Dach. Sah schon nicht schlecht aus und fühlte sich auch nicht schlecht an, aber da geht noch was! Als nächste war die Feinschleifpolitur an der Reihe. Dafür nahm ich dann wieder mein Meguiars Swirl Remover, welches sich schon auf dem Ka eines Kumpels bewährt hatte. Für mittelharte bis weiche Lacke kann ich das Zeug wirklich empfehlen. Wahnsinn was da noch in Sachen Glätte und Kratzerentfernung mit dem Zeugs ging. Stellenweise hatte ich wirklich wieder einen defektfreien Lack, damit hatte ich um ehrlich zu sein nicht gerechnet. Der Wagen ist schließlich alt und hat mehr als genug Patina.

 

Als Sahnehäubchen kam dann das Ultimate Polish für die Hochglanzpolitur zum Einsatz. In Kombination mit dem Waffelpad bringt das Ganze noch einmal ein wenig mehr Glanz und Glätte. Allerdings bringt es bei weitem nicht so viel wie das Scratch X und der Swirl Remover. Ist halt am Ende das i-Tüpfelchen für das letzte bisschen ;)

 

Vorbereitung für das Wachs

 

Das Sahnehäubchen war also jetzt fertig, jetzt folgte noch die Schokoladensauce! In diesem Schritt sollte das Victoria Wax Deep Cleanse welches ich hier herumstehen habe verarbeitet werden. Das Zeug steht schließlich nicht nur zur Zierde bei mir herum und dazu war ich neugierig was das Zeug so macht. Laut Beschreibung ist das Deep Cleanse ein "Pre-Cleaner" welches vor dem Wachsauftrag angewendete wird. Der Hersteller selbst beschreibt es in etwa so:

 

Zitat:

Victoria Wax Deep Cleanse ist ein Pre-Wax Reiniger mit ein bisschen mehr Politurölen als im Lite Cleanse. Deep Cleanse bereitet den Lack so vor das dein Wachs besser am Lack haftet um Glanz und Standzeit deiner Wachsschicht zu optimieren.

 

Deep Cleanse enternt schonend leichte Verunreinigungen der Lackoberfläche, Ruß und Schäden durch UV Strahlung.

Das Zeug hat eine sehr lustige Farbe wie man auf den Fotos sehen kann. Erinnert von der Farbe und Konsistenz her ein bisschen an Kirschjoghurt :D Die Spuren die es beim ersten auftragen hinterlässt sehen auch fast so aus wie eingetrockneter Yoghurt :D Verarbeitet wird es mit einem Mikrofaserpad per Hand. Also schnell das Applikatorpad geschnappt und den Wagen mit dem Zeug eingerieben. Das ganze ging deutlich schneller von der Hand als die Maschinenpolitur. Danach war es Zeit für das große Finale!

 

Wachsen

 

Nachdem der Lack soweit vorbereitet war sollte als Kirsche auf dem Eisbecher der Wachsauftrag folgen. Da ich bei dem Thema etwas oldschool bin habe ich auch hier wieder zu einem Wachs statt einer Versiegelung gegriffen. Da ich bereits X-Stunden in die ganze Aktion investiert habe, kann ich die langwierige Wachsprozedur auch noch angehen. Es ist schließlich ein Hobby und schaden tue ich dem Wagen damit nicht. Der Lohn ist hoffentlich ein schöner Lack.

 

Also das gute Concours Wax rausgeholt und wie gewohnt mit der bloßen Hand verteilt. Ich habe versucht dieses mal wirklich nur sehr wenig zu nehmen, was gar nicht so einfach ist. Dabei ging ich nach dem "einmal wachsen, einmal abwischen" Prinzip vor damit das Wachs nicht antrocknet. Nichts ist hartnäckiger als angetrocknetes Wachs!

 

Danach ging es daran das ganze Klebematerial zu entfernen. Dann mussten natürlich noch die Stellen nachgearbeitet werden wo das Klebeband Ränder hinterlassen hat. Danach noch die Spiegel und die Plastikteile ein bisschen mit Koch Chemie bearbeitet und fertig war das Werk. Alles in allem hab ich für Waschen, "Kneten", Polieren und Wachsen gut 12 Stunden gebraucht. Als kleine Dreingabe spüre ich jeden Muskel der sich zwischen Nacken und Beinen befindet. Leidenschaft ist was Leiden schafft ;)

 

Ich finde das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen :cool:

 

P.S.: Die komischen gelben Punkte sind die Pollen die ich alle 5 Minuten bei der Aufbereitung trotz Garage wegputzen durfte :rolleyes:

 

 

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Sat May 05 22:17:58 CEST 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: Diaries, Schönheitskur, WHALE

Ein kurzer Rückblick: Wir schreiben das Jahr 2017 im Namen des Herrn. Herr D. beschließt, aufgrund des optisch doch eher bedauernswerten Zustands, seinem geliebten Automobil eine richtige Aufbereitung angedeihen zu lassen. Das geschätze automobile Juwel in die Hände eines Aufbereiters geben? Niemals! Selbst ist der Mann! Sprach er und schickte sich an alle dafür nötigen Utensilien und Zaubermittel zu besorgen. Wer die Geschichten von Herrn D. aufmerksam verfolgt kennt den Ausgang der Geschichte bereits.

 

Da Herr D. bei dieser Aktion seinen vollständigen Wahnsinn aufgrund von Zeitmangel nicht vollständig ausleben konnte musste ein Zeitpunkt gefunden werden um das einmal angefangene Werk zu einem guten Ende zu bringen. Folgende Missionsziele waren noch offen:

 

- Feinschliffpolitur mit Hilfe der exzentrischen Wundermaschine

 

- Hochglanzpolitur mit Hilfe der exzentrischen Wundermaschine

 

- Wachsbehandlung mit der bloßen Hand

 

Da Mutter Natur bereits wieder Ihr schändliches Werk an Herrn D´s Auto vollbracht hatte musste es zu allererst mal wieder gewaschen werden. Dieses mal sollten 2 Tage hoffentlich ausreichen um das Werk zu vollenden. Zu jedem guten Werk gehört auch eine gute Vorbereitung in Form von guter und vor allem vollständiger Ausrüstung!

 

Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Da ich festgestellt habe das der fertige Artikel am Stück eher einer Textwand gleichgekommen wäre habe ich den Artikel aufgeteilt. Soll ja keiner nach der Hälfte des Artikels vor lauter Text einpennen ;)

 

Die Vorbereitung

 

Da Mutter Natur wie schon erwähnt Ihr schändliches Werk vollbracht hatte und wichtige Schritte wie Schaumieren und Kneten bei der letzten Putzaktion ausblieben sollten diese Schritte dieses mal im Schlachtplan berücksichtigt werden. Dazu war allerdings, wie ebenso schon erwähnt, mehr Kriegsgerät von Nöten! Entsprechend sah die Beschaffungsliste wie folgt aus:

 

1. Pumpsprüher

2. Snow Foam

3. Reinigungsknete

4. Gleitmittel

5. Diverse Betriebsmittel

 

So machte ich mich also auf die Suche nach den richtigen Hilfsmitteln. Zu allererst machte ich mich auf die Suche nach dem richtigen Schaumsprüher.

 

 

Die Pumpsprüher

 

Wichtig war hier insbesondere das der Sprüher ein ordentliches Fassungsvermögen hat, schließlich ist der Wagen überdurchschnittlich groß. Je mehr der Pumpsprüher mit einer Ladung Snow Foam eindecken kann umso besser! Die üblichen Verdächtigen sind mit 1-1.5 Liter Fassungsvermögen leider etwas zu schmächtig. Nein, es muss ein kräftiger Recke her der genug Ausdauer hat um dem Schmutz die Stirn zu bieten. Schließlich möchte ich den Pumpsprüher nicht ständig mit Nachschub versorgen müssen. Ideal wäre ein Sprüher mit ca. 2 Litern Fassungsvermögen. Sollte das nicht klappen, gäbe es auch noch richtig großes Gerät mit 5-7 Litern Fassungsvermögen. Dies wäre allerdings für meine Pläne viel zu groß, schließlich muss man im Feld noch einigermaßen agil bleiben. Abgesehen davon sieht man damit eher nach gewöhnlichem Kammerjäger als nach tapferem Recken aus.

 

Nicht nur das Fassungsvermögen sollte ausreichend sein, sondern auch der Bereich den der Schaumsprüher auf einmal eindecken kann. Ein ansprechendes Schaumbild wäre dazu sicherlich nicht schädlich. Dank der ganzen Informationen die das weltweite Netz (DuRöhre, das Pflegegehöft von Motor Gespräch sowie andere Quellen des Wissens) bereithielt kristallisierten sich schnell 3 passende Werkzeuge der Reinigung heraus.

 

Kandidat 1: Gloria FM10

 

Gloria ist eine sehr erfahrene Sprüherin! Viele Wagen hat Sie glorreich gesäubert und Ihre bisherigen Vorgesetzten waren sehr zufrieden mit Ihren Diensten. Kein Wunder, hat Sie doch eine sehr gute Ausbildung genossen! In ihrer Schule werden nicht nur Schaumsprüher, sondern auch Sprüher für den häuslichen Bereich ausgebildet. Mit einem Füllvolumen von 1,5 Litern und einem effektiven Nutzinhalt von einem Liter reicht Ihre Größe für die meisten Fahrzeuge völlig aus. Bei den Demonstrationen Ihres Könnens fielen mir besonders der schöne dicke Schaum auf! Dafür ist Ihr Sprühbereich leider nicht ganz so groß ist wie bei den anderen in Frage kommenden Sprühern. Wer kein riesiges Fahrzeug zu beackern hat hat wird aber mit den gut 40cm der Gloria gut bedient sein. Mit gut 32€ ist der zu entrichtende Sold sicherlich überdurchschnittlich, für gut 50€ könnte man schließlich schon den großen Sprüher Alta Foam 7000 mit weit über 5 Litern Volumen aus dem Hause Dimartino rekrutieren. Allerdings bekommt man für sein hart erkämpftes Gold eine erprobte und ausdauernde Sprüherin die aus deutschen Landen stammt, falls man darauf wert legt. An den Sprühkünsten der Gloria führte viele Jahre kein Weg vorbei!

 

 

 

 

 

Kandidat 2: Dimartino Alta Foam 2000

Ein noch relativ junger, dafür umso tapferer Sprüher kommt aus der kleinen Schmiede Dimartino welche mitten im römischen Imperium liegt. Dieser Jüngling hat innerhalb kürzester Zeit einen guten Leumund erworben. Dies liegt zum einen daran das man Ihn schon für sehr günstige 20€ rekrutieren kann und zum anderen an seinem wirklich ultrabreiten Sprühbereich von 85cm. Das allein klang schon sehr überzeugend. Leider konnte das Schaumbild überhaupt nicht überzeugen. Das ganze wirkte bei den Demonstrationen leider ziemlich wässrig. Der Schaum sollte zwar nicht zu dick sein da Schaum und Dreck sonst nur seeeeehr langsam abfließen, aber zu flüssig sollte er auch nicht sein da der Schaum sonst nicht seine volle Wirkung auf dem Schmutz entfalten kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kandidat 3: Kwazar Venus Super Foamer Pro+

 

Die letzte Kandidatin hört auf den verführerischen Namen Venus und kommt aus dem schönen Polen. Sie ist eine sehr variable Sprüherin, kann Sie es doch bei Bedarf (in der richtigen Version!) mit Säuren und Basen aufnehmen! Venus kommt bei Bedarf in verschiedenen Größen und kann so für den passenden Einsatzzweck beharken. Für mich kam nur die 2 Liter Version infrage, schließlich hatte ich genau nach so einer Größe gesucht.

 

Wie bereits erwähnt kommt Venus bei Bedarf mit verschiedensten Kampfstoffen klar. Dafür muss man nur die richtige für die jeweiligen Anforderungen rekturieren. Die Allrounderin erkennt man an Ihrer weißen/hellblauen Rüstung. Die säureresistente Rüstung ist ebenso weiß, allerdings rot abgesetzt. Das Interesse unseres Helden galt allerdings der sogennanten "Heavy Duty" Version die dank Ihrer Viton Dichtungen alkalischen Flüssigkeiten standhält. Diese ist, der geneigte Leser ahnt es bereits, ebenso weiß dieses mal in dunkelblau abgesetzt. Neben der schieren Größe konnte auch der Sprühbereich begeistern welcher bei immerhin 60cm liegt. Eine im Vergleich durchaus solide Leistung! Ebenso gefiel das Schaumbild der dunkelblauen Venus, wohl einer der Kritikpunkte Ihrer Schwester in der hellblauen Rüstung. Allerdings gibt es für Venus ein paar Ersatzdüsen mit verschiedenen Filzeinsätzen, da sollte sich also schlussendlich für jeden das passende Schaumbild herstellen lassen.

 

Unser Heros war sich sicher die richtige Mitstreiterin für sein Vorhaben gefunden zu haben! Größe, Sprühwinkel, Schaumbild und Farbe wussten zu überzeugen. Selbst der Sold ist fair, liegt er doch nur knapp oberhalb unseres Kandidaten aus dem Hause Dimartino.

 

Wer bereits harte Artillerie in Form eines Hochdruckreinigers in der heimischen Garage stehen hat, braucht keinen Pumpsprüher! Lediglich die Lanze muss mit einem Schaumaufsatz aufgerüstet werden. Der Lohn der Mühen ist ein super Schaum und quasi unendlich viel Druck! Diese Effektivität muss allerdings bitter mit einer gesunkenen Effizienz in Sachen Schaumverbrauch erkauft werden. Nicht nur ist die Dosierung bei Hochdruckreinigern größer, sondern auch der Durchsatz wodurch die Ladung ziemlich flott verschossen wird.

 

Findige Schmiede haben allerdings eine Lösung gefunden die Vorteile beider Systeme zu kombinieren. Man nehme dafür einen Pumpsprüher, ein handelsübliches Reifenventil und eine elektrische Fahrradpumpe. Man kombiniere diese 3 Hilfsmittel und man erhält einen elektrisch angetriebenen Pumpsprüher. Anleitungen dafür findet man wie alles andere im weltweiten Netz ;)

 

Der richtige Schaum

 

Hier musste ich umso genauer hinsehen, schließlich ist hier der Klerus sehr stark involviert! Mit Glaube alleine gewinnt man allerdings keine Schlachten und so war es wieder an unserem Helden den richtigen Kandidaten für sich zu finden. Da in diversen Demonstrationen immer wieder der Schaum aus dem Hause Valet Pro gelobt wurde beschloss unser Protagonist diesen zu besorgen. Da diverse Hersteller genau diese Munition gleich für Ihre Pumpsprüher empfehlen sollte er hier nicht viel falsch machen können. Die Tatsache das die örtliche Dorfschmiede die gewünschte Munition zu einem guten Preis anbot machte die Entscheidung noch einfacher.

 

Der Klerus empfiehlt für gewöhnlich zusammen dem Snow Foam noch einen Schuss Weihwasser (Shampoo) beizumengen. Wie bereits erwähnt sind diese Empfehlungen mit Vorsicht zu genießen. Es gibt jene die daran glauben und es gibt jene die nicht daran glauben. Unser Held entschied sich dagegen wollte dies aber möglichst für sich behalten, schließlich wollte er nicht als Ketzer auf dem Scheiterhaufen landen!

 

Knete

 

Kommen wir zum nächsten Punkt auf der Schriftrolle unseres Hauptakteurs, der Knete. Der unbedarfte Leser dieser Geschichte wird sich jetzt sicherlich fragen was diese "Knete" überhaupt tut. Etwas Recherche in den Untiefen des weltweiten Netzes bringt Weisheit:

 

Neben gewöhnlichem Schmutz gibt es noch diverse andere Einflüsse wie Teer, Flugrost oder Schmutzrückstände (Abgase etc.) die sich von gewöhnlichen Schwämmen, Waschhandschuhen und Wasser ziemlich unbeeindruckt zeigen. Hier muss man also härtere Geschütze auffahren. Dieses härtere Geschütz ist die Knete.

 

Was mich an Knete etwas stört ist die Tatsache das der zu entrichtende Sold für solch einen kleinen Klotz mit gut 15-20€ nicht gerade erschwinglich ist und zum anderen die Tatsache das solch ein Klotz bereits nach einer Runde Caprice bereits reif für den Heldenfriedhof ist. Dazu erfordert der Umgang mit Knete gewisse Verhaltensregeln. Ist die Oberfläche der Knete dreckig? Umkneten! Ist die Knete einmal auf den Boden gefallen? Wegwerfen! All dies veranlasste unseren Protagonisten weiterzusuchen:

 

 

CarPro PolyShave Block

 

Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, ist der PolyShave aus dem Hause CarPro kein Rasierer für die Dame von Welt, sondern eine Art "Gummiblock" der die gleiche Funktion erfüllt wie eine Knete. Das schöne an dem Block ist das man für seine Dienste nicht mehr entrichten muss wie für eine normale 50-70g Packung Autoknete. Weitere Vorteile sind das entfallen des Umknetens, die höhere Audauer (Der Block soll angeblich 4 mal so lange halten wie Knete!) und zu guter letzt muss man Ihn nicht wegwerfen wenn er mal zu Boden fällt. Da ich mich kenne und mir sowas sehr oft passiert ist das für mich ein riesiger Vorteil. Einmal kurz im Eimer auswaschen reicht völlig aus :)

 

Einen kleinen Nachteil gegenüber der Knete gibt es aber doch: Der Block braucht erst einmal eine kurze Abreibung um sich auf den Kampf einzustimmen, ansonsten könnte es passieren das er das Schlachtfeld das er erobern soll stark beschädigt. Eine ähnliche Gefahr besteht allerdings auch bei der Knete wenn man Sie nicht ordentlich befehligt.

 

 

 

Sonax Clay Disk

 

Die Clay Disk ist eigentlich eine interessante Sache. Dabei handelt es sich um eine Polierscheibe für die Maschine welche allerdings einzig dem Zweck dient übrig gebliebenen Dreck abzutragen. Diese kann man entweder mit der Maschine oder per Hand benutzen. Der zu entrichtende Sold ist mit über 30€ allerdings nicht ganz günstig, dafür verspricht die Schmiede das diese Waffe bis zu 60 harte Einsätze übersteht. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für den Profi der viele Fahrzeuge in kurzer Zeit bearbeiten muss. Die Scheiben gibt es von diversen anderen Schmieden, darunter das Haus Chemical Guys und auch das Haus CarPro. Die Scheiben von Chemical Guys gibt es im Gegensatz zur Konkurrenz noch in mehreren Stärkegraden.

 

Diese Clay Disks richten sich hauptsächlich an professionelle Feldherren welche Ihre Schlachten schneller schlagen müssen. Allerdings ist gegen ein wenig Zeitersparnis nie etwas einzuwenden, gerade bei größeren Schlachtfeldern ;) Fürs erste entschied sich unser Protagonist für den Clay Block. Die Clay Disk steht dafür bereits auf der Schriftrolle der Wünsche!

 

An dieser Stelle noch der Hinweis das man für das Kneten (gilt auch für den PolyShave und die Clay Disk) ein vernünftiges Mittel benötigt mit dem das Fahrzeug ordentlich befeuchtet wird. Der findige Enthusiast rührt sich dafür mit Hilfe von ein bisschen Weihwasser (Autoshampoo) ein passendes Mittel an, andere nutzen dafür die Tränke (Detailer) des örtlichen Autoalchemisten ;) Meine eigene Entscheidung bezüglich dieses Themas war gar nicht so einfach wie gedacht. Eigentlich tendierte ich zum Final Inspection 34 aus dem Hause Meguiars, schließlich hat dieser Detailer einen äußerst guten Leumund!

 

Warum "eigentlich"? Nun, unserem Protagonisten fiel bei der Sichtung seines Inventars auf das er noch ein passendes Weihwasser aus dem Hause Victoria Wax auf Lager hatte welcher auf den Namen Super Soap hört. Diesen kann man nicht nur als Shampoo, sondern auch als Gleitmittel für das Kneten nutzen solange man es im richtigen Verhältnis mit Wasser verdünnt.

 

 

Ein kleiner Warnhinweis an dieser Stelle:

 

Im allgemeinen wird von einer Shampoo Mischung als Gleitgel in Verwendung mit Knete abgeraten da die Mischung die Knete angreifen kann wodurch Sie sich auflöst und nutzlos wird. Mit dem Polyshave Block sollte dies aber kein Problem sein und die Super Soap eignet sich laut Hersteller ja gut als Gleitmittel, selbst für Knete.

 

Jetzt kamen die anderen Kleinigkeiten dran ohne die keine Schlacht geschlagen werden kann. Rekrutiert wurden:

 

2 Wascheimer mit Deckel von Shiny Garage

 

2 passende Grit Guards zur Unterstützung.

 

75mm Stützteller für das Schwert unseres Helden (Buff Daddy)

 

Polierscheiben in 77mm.

 

Messbecher (es ist schwierig alles zwischen 5 und 100 ml mit einem Küchenbecher abzumessen ;))

 

Staubsauger aus dem Hause Kärcher der auch mit Feuchtigkeit klar kommt.

 

An dieser Stelle beenden wir den ersten Akt!

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Sun Apr 22 21:12:09 CEST 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: Caprice, Diaries, WHALE

Heute gibt es nach langer Zeit mal wieder einen Rückblick, der Anlass dafür ist ein erfreulicher! :) Alles fing vor gut 4,5 Jahren an. Bei Herrn und Frau Dynamix sollte nach langer Überlegung ein Spaßauto her. Dank Herrn Dynamix Vorliebe für amerikanisches Blech, von der sich Frau Dynamix hat anstecken lassen, sollte es entsprechend ein amerikanisches Auto werden. Nur welches? Es ging etwas Zeit ins Land bis Herr und Frau D. sich einig waren und das Modell fanden welches es werden sollte. Es sollte ein Chevrolet Caprice werden, blau, Classic Ausstattung mit allem was dazu gehört :)

 

Versuchen wir das Ganze mal in Form einer kleinen Hommage:

 

Am 19.05.1992 bist du in Willow Run im amerikanischen Bundesstaat Michigan vom Band gelaufen. Willow Run, das grenzt direkt an Detroit. Du darfst dich also mit Stolz "Detroit Iron" nennen ;) Du bist als einer der letzten Autos von diesem Produktionsband gelaufen, da das Werk Ende 1992 geschlossen wurde. Danach gab es nur noch das Getriebewerk welches mittlerweile aber auch zu ist. Dein Geburtsort war sehr geschichtsträchtig da dort nicht nur Fords sondern auch die B24 Liberator sowie einige Autos der Kaiser Corporation gebaut worden bevor das Werk 1953 an General Motors ging. Da du eins der wenigen Modelle warst die für Deutschland bestimmt waren hast du von deiner Heimat nur das Werk und den Weg zum Schiff kennengelernt. Nach einer langen Reise wurdest du dann im Oktober 1992 zum ersten mal zugelassen. Leider habe ich nie herausgefunden wer dein Erstbesitzer war, aber er muss dich sehr gemocht haben, schließlich hat er eine Menge Geld für dich ausgegeben. Man munkelt es waren über 80.000 DMark, dass war Anfang der 90er eine Menge Geld! Immerhin verrät ein kleiner Aufkleber in deiner Frontscheibe das du dein erstes Leben in Hamburg verbracht hast :) Danach gingst du durch mehrere Hände bis du schlussendlich bei mir gelandet bist.

 

 

Der Einzug

 

Vor gut 4 Jahren kamst du zu uns. Vier Jahre, dass ist länger als jedes andere Auto bei uns verweilen durfte. In der Zeit haben wir 26.000 wunderbare Kilometer zurückgelegt :) Es gab Höhen und Tiefen, aber so ist das in leidenschaftlichen Beziehungen nun mal. Der jüngste bist du mit deinen 26 Jahren wahrlich nicht mehr, dafür aber immer noch ziemlich rüstig. In Sachen Verlässlichkeit machst du so manchem Jungspund noch etwas vor auch wenn du ab und an mal etwas mehr Zuwendung benötigst. Dies kann ich dir aber nicht übel nehmen, ein bisschen Pflege braucht schließlich jeder und du dankst Sie einem mit Treue und Zuverlässigkeit :) Ja, wir haben schon ein paar Sachen zusammen durchgemacht aber das hat uns nur stärker zusammengeschweißt.

 

Ich erinnere mich noch an den Tag an dem ich dich zum ersten mal sah. Wir waren spontan ins schöne Nordhessen gefahren um dich zu besichtigen, da dein damaliger Besitzer nicht so wirklich viel mit dir anzufangen wusste. Du warst in einer Scheune abgestellt und entsprechend schmutzig. Umso imposanter war deine Erscheinung als dich dein Vorbesitzer aus der Scheune holte. Du wirktest auf den ersten Blick ziemlich groß, dein Lack in Dark Sapphire Metallic funkelte in der Sonne. Etwas misstrauisch beäugte ich dich überall, schließlich wusste ich nicht ob du die Jahre davor gut behandelt wurdest. Sehr erstaunt war ich über deinen Blechzustand da ich trotz aller Warnungen und Vorbereitungen an keiner der neuralgischen Stellen Rost finden konnte. Dein Unterboden zeigte nur vereinzelte Flugrostpickel ebenso wie der Lack. Diese waren nicht ernst was mir sehr gefiel. Auch dein Innenraum überrasche mich, nicht nur wegen der Farbe passend zur Außenhaut, sondern auch wegen des neuwertigen Zustands. Dein Leder hatte keinerlei Risse, Löcher oder ernsthafte Falten. Dein Armaturenbrett war nicht gerissen und auch im Innenraum war noch alles an seinem Platz. Auch auf der Probefahrt konntest du mich überzeugen. Es war nach einer Nacht des Überlegens quasi sicher das du es werden solltest. Beinahe wärst du wegen eines abgelaufenen Personalausweises an jemand anderen verkauft worden, mein Glück war das die nachfolgenden Interessenten kein ernsthaftes Interesse an dir hatten und ich so genug Zeit hatte alles zu regeln :)

 

So kam es das wir dich am 15.4.2014 mal eben nach der Arbeit nach Hause holten. Waren ja nur 2,5 Stunden pro Strecke ;) Die erste Fahrt war dafür umso schöner. Wie schön du über die Autobahn gleitest, wie viel Platz du bietest, wie komfortabel du bist, all das begeistert mich noch heute :) Die Reaktionen auf dich waren und sind bis heute noch zwiespältig, aber das ist mir egal. Ich mag dich genau so wie du bist. Weder werde ich dich für irgendein europäisches Auto versetzen, noch verbasteln nur damit du vermeintlich "cooler" aussiehst. Nein, du bleibst genauso wie du bist, denn nur so bist du perfekt!

 

Die ersten Jahre

 

 

Da du ein Modell bist das schon ab Werk für Deutschland vorgesehen war wusste ich das es nicht immer einfach werden würde bestimmte Teile zu finden. Einer deiner Vorbesitzer hatte dich mangels Suchwillen für das originale Ersatzteil (oder Sinn für Ästhetik) deines originalen Haubenlogos beraubt. Ebenso entriss man dir dein seltenes Radio und ersetzte es durch ein billiges Nachrüstradio das nicht mal einen besseren Klang brachte, eher im Gegenteil. Ebenso entriss man dir alle Erkennungsmerkmale, als ob man nicht wollte das man sieht wer oder was du bist. All dies haben wir rückgängig gemacht. Du bekamst wieder einen Namen, ein originales Radio (natürlich das Radio mit europäischen Frequenzen!) das deinen Schacht wieder voll ausfüllt und als i-Tüpfelchen ein brandneues und vor allem korrektes Haubenlogo!

 

Auch technisch gab es ein paar Dinge zu machen. Zuerst spendierte ich dir einen neuen Satz an der Vorderachse da deine Bremsen jämmerlich rubbelten. Bei der Gelegenheit gab es neue Radlager vorne und einen neuen Benzinfilter den dein Vorbesitzer netterweise noch spendierte. Dann war da noch die Handbremse, aber das ist ein anderes Thema. Mehr gab es an dir 2014 nicht zu machen :)

 

Als Krönung der Saison haben nick_rs, Frau D. und ich dir noch eine kurze Aufbereitung gegönnt. Das Ergebnis konnte sich wahrlich sehen lassen. Dein dunkler Lack hat wunderschön im Nachtlicht der Stadt geschimmert :cool:

 

2015 gab es bis auf normalen Service und eine defekte Benzinpumpe nichts gravierendes, dafür hatte es besonders letzteres Problem in sich. Da du so aus eigener Kraft nicht mehr fahren konntest musste ich dich auf einem Anhänger in die Werkstatt bringen lassen. Ein Glück das du einen verrückten Besitzer mit mindestens genauso verrückten Freunden hast ;)

 

Die Benzinpumpe wurde gerichtet und bei der Gelegenheit wurde endlich deine spinnende Tankanzeige gerichtet da es dabei gleichzeitig einen neuen Schwimmer gab. Leider entwickeltest du kurz darauf eine unerfreuliche Angewohnheit. Nicht nur das du auf deiner nachgerüsteten Gasanlage nicht mehr richtig laufen wolltest, du wolltest auch plötzlich schneller fahren als sonst. 80 km/h liefst du plötzlich ohne das ich dein Gaspedal auch nur angerührt hatte. Bei der näheren Fehleranalyse wurde dann festgestellt das einer deiner Zylinderköpfe an den Ventilen von Zylinder 8 aufgrund der Gasanlage schon etwas mitgenommen war. Nicht ernsthaft defekt, aber stärker verschlissen als er bei der niedrigen Laufleistung sollte. So wurde ein zugegebenermaßen radikaler Entschluss gefasst:

 

Die Gasanlage kommt endlich raus und dein Motor wird überholt!

 

So bekamst du neue rundüberholte Köpfe, dein Block bekam eine Frischzellenkur und du bekamst einen neuen Satz Kolben und Pleuel sowie alle möglichen neuen Lager, Sensoren und andere Teile. Bei der Gelegenheit gab es ein paar kleine Optimierungen. Zum einen wurde dein Block in einem schlichten Schwarz lackiert und zum anderen bekamen deine Auslasskrümmer einen Satz Dichtungen die Sie ab Werk nie hatten. Zusätzlich wurden deine Köpfe feinbearbeitet :) Das Ganze dauerte leider qäulend lange und ich musste sehr lange ohne dich auskommen aber das Ergebnis entschädigt für die Entbehrungen.

 

Seitdem läufst du noch einmal etwas ruhiger und dein Durst ist spürbar heruntergegangen :cool: In der selben Zeit war dein TÜV fällig geworden und für den wollten noch ein paar Sachen gemacht werden. Eine deiner Spurstangen und dein Umlenkhebel waren ausgeschlagen, dies resultierte darin das deine Lenkung indirekt war. So ganz gut können diese Teile bei dir schon länger nicht gewesen sein, schließlich kannte ich dich nur mit einer Lenkung die um die Mittellage eher von der indirekten Sorte ist. Nachdem das erledigt war konnte ich gar nicht glauben wie gut du dich lenken lässt. Das Spiel war weg und man konnte dich deutlich präziser durch die Straßen dirigieren, einfach herrlich! :)

 

Hach ja, es ist viel passiert in der Zeit. Fast hätte ich vergessen deinen Bruder zu erwähnen den wir 2015 angeschafft haben damit du dich nicht ganz so alleine fühlst. Wie du ja weißt ist er ein Polizist und in seinem Auftreten und Gepflogenheiten nicht ganz so adrett und kultiviert wie du aber als Polizist darf man auch nicht zimperlich sein. Um deinen Bruder darf sich aber hauptsächlich Frau D. kümmern, du bist und bleibst meine persönliche Nummer 1 :)

 

Nach all der langen Zeit die wir getrennt waren gab es dann 2017 endlich die Zusammenführung, gleichzeitig durfte dein Bruder dann auch endlich dauerhaft auf die Straße. So durftet Ihr beiden endlich zusammen nach Hause. Wie du dich erinnerst hat dein jüngerer Bruder dabei einen über den Durst getrunken und so musstest du dafür sorgen das er wieder nach Hause kommst. Es war eine lange und harte Nacht und du hast Sie mit Bravour gemeistert, genauso wie du die ganze nachfolgende Saison gemeistert hast. Zum Dank hat dir dein Besitzer ein paar Extras gegönnt.

 

Da dein Lack nicht mehr so schön funkelte beschloss dein Besitzer sich in das Thema Lackaufbereitung tiefer einzuarbeiten damit du wieder schön dastehst. Dafür wurde extra eine Poliermaschine und unzählige Pflegemittel angeschafft. Die Maschine wurde am ersten Tag noch eingeweiht und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Dein Lack glänzte wieder wunderschön und war schön glatt. Deine Altersspuren habe ich natürlich nicht wegbekommen aber die gehören nun mal zu dir, schließlich bist du kein junger Neuwagen mehr ;)

 

Als nächstes habe ich dir neue Lautsprecher spendiert, schließlich waren die alten kaputt. Das hat zwar etwas gedauert weil ich zum einen Lautsprecher wollte die den alten entsprechen, zum anderen deine Verkabelung so original wie möglich erhalten wollte. Die Operation ist gelungen und nun ertönen wieder die schönsten Melodien aus allen 4 Ecken :) Danach habe ich deine kleine Schwachstelle mit Wachs versiegelt damit du nicht irgendwann an dieser Stelle durchrostest wie so viele deiner Artgenossen. Als i-Tüpfelchen gab es dann noch eine kleine Behandlung deiner Sitze damit dein Leder auch die nächsten 25 Jahre noch aussieht wie neu.

 

Zurück in die Gegenwart

 

Mittlerweile schreiben wir 2018, du bist mittlerweile 4 Jahre bei mir und dein 26. Geburtstag steht schon bald an. Wir hatten sehr schöne Zeiten zusammen. Erst heute wieder haben wir eine schöne Tour bei bestem Wetter gemacht. 200km über Autobahnen, durch Städte und über Landstraßen. Einem Audi Fahrer bist du an der Ampel besonders aufgefallen, er hatte sich immerhin bei mir über dich erkundigt :)

 

Du magst nicht der Schnittigste oder der Schnellste sein, aber dies ist mir egal. Mir gefällt deine gelassene Art, deine ganz eigene Form der Eleganz. Sollen die Anderen doch hastig von A nach B sprinten, du bringst deine Insassen lieber komfortabel und entspannt ans Ziel. Das merken die meisten die in dir Platz nehmen durften auch sehr schnell. Selbsternannte Sportfahrer rümpfen aufgrund deiner Fahrleistungen die Nase, aber ich weiß was ich an dir habe. Besonders die Frauenwelt scheinst du mit deinen Eigenschaften zu betören, schließlich bekomme ich von fast jeder zu hören das du ein tolles und cooles Auto für einen Familienurlaub wärst ;) Selbst im hohen Alter kannst du also bei den Frauen noch punkten, dass kann nicht jeder von sich behaupten :cool:

 

Die ersten vier Jahre sind nun also vorbei. Witzigerweise dauert es weitere 4 Jahre bis du das H-Kennzeichen tragen darfst womit der deutsche Staat alle Autos adelt die es geschafft haben sich so lange so gut zu halten wie du :) Bis dato wird es sicherlich noch ein paar Sachen zu tun geben und ja, es gibt im Moment noch ein paar Dinge die erledigt werden müssen aber diese kann ich hoffentlich diese Saison noch angehen. Zum einen will ich dich noch ein bisschen hübsch machen, zum anderen möchte ich gerne den neuen Klimakompressor und die neue Antenne einbauen die schon etwas länger für dich bereit liegen. Aber das rennt ja nicht weg ;)

 

An dieser Stelle möchte ich einmal Danke sagen. Danke für all die tollen Kilometer, danke dafür das du trotz deines Alters ein relativ unkomplizierter Geselle bist! Ich kenne Autos die nicht mal halb so alt sind wie du und 10 mal mehr Probleme bereiten.

 

P.S.:

 

Ein ganz großer Dank geht an meine ganz große Liebe, in diesem Text Frau D. genannt! Ohne diese Frau kann diese Geschichte dieses Autos nicht erzählt werden und ohne Sie wäre Sie wohl auch gar nicht erst zustande gekommen. Hätte Sie mich damals nicht geschickt in die Richtung dieses Autos gesteuert wäre ich diesen ersten Schritt in Richtung Amerikanisierung meines Fuhrparks wohl nie gegangen ;) So möchte ich an dieser Stelle meiner besseren Hälfte danke sagen:

 

Danke, mein Engel! Danke für deine Leidensfähigkeit und deine Geduld und besonderen Dank dafür das du meine Leidenschaft nicht nur unterstützt sondern mittlerweile auch teilst :)

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Sat Apr 14 15:02:10 CEST 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: Diaries, WHALE

Auch wenn es einige Hardliner nicht so wirklich wahrhaben wollen, so bieten "moderne" Autos doch ein paar Vorteile. Neben Dingen wie Airbags, ABS und Einspritzungen hat die moderne Technik auch weitere Vorteile. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung hat Computertechnik nämlich durchaus dazu beigetragen Autos zuverlässiger und vor allem wartungsfreundlicher zu machen.

 

Glaubt Ihr nicht? Ich beweise euch das Gegenteil ;) Im Gegensatz zu wirklich modernen Autos sind die ersten Gehversuche der Autoindustrie mehr oder weniger simpel. Stellt euch den Vergleich Telespiel gegen Playstation 4 vor und Ihr bekommt eine ungefähre Vorstellung von den Unterschieden.

 

Was bringt das jetzt dem durchschnittlichen Autoschrauber? Nun, Steuergeräte, Sensoren und der ganze andere Kram liefern nicht nur alle möglichen Werte die einem bei der Fehlersuche helfen können, sondern in einigen Fällen auch gleich einen eigenen Fehlercode der den Fehler entweder gleich ausspuckt oder zumindest eine Hilfestellung zur Fehlerbehebung gibt. Neuere Autos zeigen solche Fehlercodes nicht selten direkt im Display an.

 

Die Autos der späten 80er/frühen 90er sind da etwas simpler gestrickt. Einen wirklich einheitlichen Standard für die Onboard Diagnose gab es erst 1996 und so haben die Hersteller da alle mehr oder weniger Ihr eigenes Süppchen gekocht. Was macht man als Autoenthusiast wenn man die Möglichkeit haben will Daten auszulesen? Richtig, man besorgt sich das entsprechende "Werkzeug". Je nach Auto gibt es da mehrere Möglichkeiten. Für so gut wie jedes OBD II Auto gibt es mittlerweile günstige Stecker, Sender, Software etc. pp mit der man Fehlercodes auslesen kann. Was macht man aber in einem Fall wie meinen? 1992 gab es noch kein OBD II und damit auch keine günstigen Auslesetools. Jetzt kann man sich ein zeitgenössisches Diagnosetool besorgen das die Außmaße eines ausgewachsenen Nachttisches hat. Aber auch hier gab es damals schon Alternativen! Snap On beispielsweise hatte einen relativ kompaktes Scantool im Angebot, leider sind die gebraucht noch sauteuer! Mit 400€ aufwärts kann man für so ein Tool je nach Angebot schon rechnen und dann muss dieses nicht unbedingt komplett sein. Aber auch hier gibt es eine günstige Alternative. Findige Köpfe haben es sich zur Aufgabe gemacht entsprechende Computerprogramme zu entwickeln. Diese dienen quasi als Grundgerüst welches mit den Daten des jeweiligen Steuergerätes gefüttert wird.

 

Da auch ich gerne die Möglichkeit hätte die beiden Caprice auslesen zu können habe ich angefangen zu recherchieren. Der Snap On Scanner fiel wie gesagt schon alleine wegen des Preises heraus, einen richtigen Werkstattcomputer mit allen Kabeln hätte ich weder meinem Bankberater, noch meiner besseren Hälfte erklären können. Da ich noch einen Laptop herumliegen habe den ich so nicht mehr benötige kam mir die Idee den als Diagnoselaptop zu missbrauchen, so wie es viele Hobbyschrauber bereits tun. Ok, die Hardware hätte ich damit schon mehr oder weniger komplett. Jetzt fehlte mir nur noch ein passendes Kabel welches auch in meinen Caprice passt. Bis einschließlich 1995 (teilweise sogar noch einschließlich 96!) kamen bei General Motors die 12 Pin ALDL Kabel zum Einsatz. Leider ist das ein Kabel das nicht mal eben an jeder Ecke herumliegt, schon gar nicht mit einem USB-Anschluss welches das Kabel kompatibel zu einem handelsüblichen Computer macht. Meine Recherche förderte genau 2 Anbieter zutage die überhaupt irgendwie in die Nähe von "seriös" kommen. Wer eBay mit dem Begriff "ALDL Cable" füttert stolpert schnell auf die Firma "Red Devil River". Die Jungs haben sogar eine Website, allerdings ist die optisch in einer Zeit hängen geblieben in der mein Caprice noch ein junger Gebrauchter war. Nichts was großes Vertrauen weckt. Das selbe gilt für die Website des Herstellers "OBD Diagnostics Inc." bei denen ich dann schlussendlich bestellt habe. Der Grund dafür war das ich hier die Option auf PayPal Zahlung hatte und deren Stecker war preislich minimal günstiger. Mit allem drum und dran hat das Kabel jetzt 80€ gekostet. Ziemlich happig für ein Kabel, aber was will man machen wenn die einzige Alternative mal eben 5 mal so viel kostet und man sich so ein Kabel nicht mal eben selber zusammenschustern kann? Da geht man dann entweder das Risiko ein oder lässt es bleiben.

 

US typisch bekam ich bereits nach einer halben Stunde die Bestellbestätigung incl. der Nachricht das meine Sendung bereits auf dem Weg wäre. Gut 2 Wochen später flatterte dann auch schon der Brief vom Zoll ein,also ab zum Zoll und das Teil abholen. Nach dem öffnen kommt ein ordentlich verarbeitetes Kabel zum Vorschein. So wie das Kabel aussieht ist es mit hoher Sicherheit "handgemacht", also nichts was jetzt nach Industriestandard aussieht :D Jetzt war testen angesagt. Es gibt im Netz ein Treiberpaket, für den Fall das der Rechner das Kabel nicht erkennen sollte. Freudig fahre ich also meinen Ersatzlaptop hoch den ich um Weihnachten herum für diesen Zweck neu aufgesetzt hatte (die Idee schwirrt mir halt schon länger im Kopf herum). Dabei stellte ich dann fest das der Rechner nicht mehr wirklich hochfahren wollte. Was war passiert? Scheinbar hat sich die alte Festplatte verabschiedet. Der Rechner findet das Betriebssystem nicht mehr und damit kann er auch nicht laufen. Mist! Gut, ich habe noch einen zweiten Laptop, probieren wir es mit dem bis der andere wieder läuft. Bei mir hat es 2 Anläufe gebraucht bis Windows die Treiber gefunden hat. Schaut auf jeden Fall in der Systemsteuerung nach über welchen Port das Kabel läuft, diese Info wird später noch einmal wichtig!

 

Ich war gespannt ob es das Kabel auch tatsächlich tut, auch dafür gibt es im Netz ein Tool mit dem man testen kann ob das Kabel in Ordnung ist und ob es mit dem Laptop kommuniziert. In meinem Falle war es der GM ALDL OBD 1 Interface Tester, dieser stammt von den gleichen Köpfen die auch WINALDL gemacht haben. Wie man auf dem Bild sehen kann hat alles wunderbar funktioniert :)

 

Jetzt braucht man nur noch die Software! Hier hat man etwas Auswahl, da es alleine für die GM OBD I Modelle fast 20 Programme gibt. Die Bekanntesten bzw. sind wohl TunerPro, TTS Datamaster sowie WinALDL. Ich habe mir testweise mal TunerPro sowie WinALDL installiert. In diesem Artikel werde ich mich auf TunerPro RT beschränken, da WinALDL bei mir war die Rohdaten geliefert hat, ansonsten für mich aber eher nutzlos war da weder die Dashboard noch die Aufnahmefunktion funktioniert hat. Vielleicht auch nur eine Sache der Einstellung. Für TunerPro braucht es noch die passenden Dateien für das jeweilige Auto, da gibt es aber auf der Webseite schon ein bisschen etwas. An dieser Stelle sei die RT Version empfohlen, diese ist ebenso kostenlos bietet aber mehr Funktionen. Der Wermutstropfen ist dieses nervige Fenster beim Start welches man erst nach 10 Sekunden schließen kann. Abhilfe schafft da nur seine Version für gut 40$ zu registrieren. In Anbetracht der Tatsache das da jemand sehr viel Zeit und Hirnschmalz investiert hat kann man das schon ruhig machen, auch wenn man es wie gesagt nicht muss.

 

 

 

 

 

 

Wenn man die Software hat geht es an die Einrichtung. Hier wird es etwas komplizierter, da man für die jeweiligen Funktionen diverse Dateien als Basis benötigt. Diese Dateien haben die Endungen .bin, .xdf und .adx. Dies sind die wichtigsten Dateiformate mit denen TunerPro arbeitet. Die passenden Dateien findet man mit etwas Suche im Netz. Ich habe mir die passenden Dateien für meine B-Bodies beim Efi Board heruntergeladen. Wenn Ihr die Dateien ebenso für euren Caprice benötigt hier kurz die Dateinamen, dass sollte die Suche erleichtern:

 

$61-5.0-Auto.bin

61v2.xdf

61.adx

 

Für die Diagnose ist die XDF-Datei maßgeblich, der Rest wird benötigt falls Ihr vorhabt eure Steuergeräte neu zu programmieren. Falls Ihr dies vorhabt, ist darauf zu achten das Ihr ein Kabel habt welches diese Funktion unterstützt. Die meisten ALDL Kabel können dies nicht, was für mich nicht schlimm ist da ich wirklich nur auslesen möchte. Wer sich an die Reprogrammierung seiner Steuergeräte rantraut sollte wirklich wissen was er tut! Man hat dank TunerPro auch die Möglichkeit die Diagnosesessions aufzuzeichnen. Diese Dateien werden als XDL-Dateien gespeichert.

 

Wenn man jetzt die Dateien hat muss man diese nur noch in TunerPro laden. Für die Bin Datei geht Ihr dafür einfach nur auf den Reiter "File" und klickt auf "Open Bin". Der Rest des Einbindeprozederes sollte jeder hinbekommen der Windows einmal bedient hat ;)

 

Für die XDF-Datei geht Ihr au den Reiter "XDF" (irgendwie logisch, oder?) und klickt auf "Select XDF". Um die ADX-Datei zu laden klickt Ihr auf den Reiter "Acquisition" und dann auf "Load Definition File". Jetzt habt Ihr alle Dateien in TunerPro eingebunden die ihr je brauchen werdet. Danach müssen noch ein paar Einstellungen vorgenommen werden damit TunerPro überhaupt Daten empfangen kann. Dazu klickt man auf den Reiter "Tools". Dort gibt es einen Menüpunkt namens "Preferences". Diesen einmal anklicken damit sich das Einstellungsfenster öffnet. Normalerweise sollte der Reiter "Data Acq./Emulation" bereits offen sein. Falls nicht, bitte einmal draufklicken. Jetzt solltet Ihr ein Fenster sehen auf dem Links ein Drop-Down Menü zu sehen ist neben dem "Interface Type" steht. Hier einmal bitte "Use Plug-in" wählen. Danach klickt ihr etwas weiter unten auf "Configure Plug-in Component". Hier wird der Com-Port wieder wichtig von dem wir vorhin sprachen. Geht sicher das euer Kabel eingesteckt ist und die Treiber erfolgreich installiert wurden. Ihr müsst im jetzt folgenden Fenster nämlich den Port angeben über den das Kabel läuft. Als "Port Type" gebt Ihr einfach "Standard Serial" an und bei "Port Number" eben den richtigen Com-Port. Auf beiden Laptops ist das der Com-Port 3, bei euch kann dies allerdings ein anderer sein.

 

Ist dies erledigt könnt Ihr zur Sicherheit den Testbutton oben anklicken. Jetzt sollte TunerPro eigentlich eine Bestätigungsmeldung ausgeben das alles ok ist. Falls nicht muss noch einmal geprüft werden ob Kabel und Treiber in Ordnung sind. Jetzt geht es dann so langsam ans eingemachte. Die wichtigsten Tools für die Diagnose sind das "Dashboard" und die "Data List Views". Diese kann man sich schon einmal aufrufen. Dies geht ganz einfach über die Buttonleiste unter den Reitern. Das Dashboard erkennt man schnell an dem roten Tachobutton, den Button für "Data List Views" findet man direkt rechts daneben. Jetzt sollte neben dem "Parameter Tree" (den Ihr nicht braucht wenn Ihr eure ECU nicht umprogrammieren wollt!) ein kleines Fenster erscheinen. Dieses vergrößert Ihr am besten entsprechend, macht das Ganze deutlich übersichtlicher! Jetzt habt Ihr einmal das Listenfenster und einmal das Dashboard geöffnet.

 

 

 

 

 

 

Als Dashboard solltet Ihr ein leeres Fenster mit 6 Kästchen sehen. Keine Angst, dass ist normal! Ihr könnt nämlich jetzt jedem dieser Kästchen eine bestimmte Anzeige zuweisen. In der Listenansicht habt Ihr dann alle verfügbaren Infos die euer Auto hergibt auf einen Blick, je nachdem was euer Auto so alles unterstützt kann das Ganze sehr unübersichtlich werden ;) Hier findet Ihr auch die möglichen Fehlercodes! Keine Panik, diese sind immer vollständig gelistet. Sollte ein Fehler tatsächlich aktiv sein steht neben dem entsprechenden Fehlercode ein "Error" in roter Schrift. Heißt: Steht neben dem Fehlercode nur gähnende Leere ist dort auch kein Fehlercode. In dieser Ansicht kann man sich noch alles mögliche andere anzeigen lassen. Loop Status, Gemischanreicherung (Fett/Mager), Klimaanlagenstatus, Position des Gangwahlhebels und was weiß ich nicht noch alles. Zusätzlich könnt Ihr für eine bessere Fehlerdiagnose eine Art Videorekorder mitlaufen lassen mit denen Ihr die Werte aufzeichnen könnt die zu dem Zeitpunkt vom Auto gemessen werden. TunerPro bietet damit so ziemlich alle Fähigkeiten eines Diagnosetools :cool:

 

Wir machen an der Stelle mal einen kurzen Sprung:

 

 

Mein Ersatzlaptop läuft dank eines guten Kumpels wieder und ich habe etwas Zeit. Ergo: Laptop raus, Software installieren und ab zum Auto! Zuerst muss man natürlich den Stecker in die dafür vorgesehense Buchse stecken. Den ALDL Anschluss findet man beim Caprice unter dem Armaturenbrett von der Mitte aus gesehen etwas linksbündig zum Lenkrad hin. Sobald die Zündung eingeschaltet ist kann der Rechner theoretisch die Daten empfangen, wobei es sich im Falle einer vernünftigen Diagnose natürlich empfiehlt den Wagen auch einzuschalten ;) Wer die Software zum ersten mal verwendet dürfte jetzt trotzdem keine Daten sehen. Dafür muss man einfach nur auf den Button mit den zwei Pfeilen klicken und schon verbindet sich der Laptop mit dem Fahrzeug. Auf den Screenshots kann man ja schon sehen das Daten ankommen :cool:

 

Das war es im Groben und Ganzen auch schon! Wer eh schon einen Laptop hat bekommt so im günstigsten Fall für unter 100€ ein brauchbares Diagnosetool für seinen GM Youngtimer an die Hand.

 

 

Was man aus den Daten macht bleibt einem natürlich selber überlassen, jemand mit etwas Talent für Technik verlässt sich sowieso nicht alleine auf Fehlercodes. Fehlercodes geben nicht selten nur einen Hinweis auf den wahren Fehler, aber dieser Hinweis kann schon der Stupser in die richtige Richtung sein ;)

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Mon Apr 02 21:05:45 CEST 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Sheriff, Tales

Zuletzt hatten wir ja die Ventilschaftdichtungen, den Temperaturfühler und die Radlager und Dichtungen an der Hinterachse erneuern lassen. Da war allerdings noch ein Punkt der massiv störte und das war die schwammige Lenkung. Diese war wie bei vielen Amerikanern mit schwammiger Lenkung nicht etwa darauf zurückzuführen das die Amerikaner schlicht zu doof sind eine vernünftige Lenkung zu bauen, sondern schlicht auf ausgeschlagene Lenkungsteile. In unserem Falle ganz besonders der Umlenkhebel.

 

Das Auto fährt damit zwar noch, allerdings nicht wirklich gut und spätestens beim nächsten TÜV dürfte allein der Umlenkhebel so fertig sein das uns der TÜV die rote Karte zeigt. Auch ein Amerikaner sollte sich ohne 3 Meter Spiel lenken lassen. In unserem Fall war die Lenkung dann leider genau diesem Klischee entsprechend. Schwammig und mit einem mordsmäßigen Spiel gesegnet. Gut, kannte ich ja schon von meinem blauen und da ließ sich schnell Abhilfe schaffen ;) Schnelle Abhilfe schaffen beim Caprice dann meistens schon neue Spurstangen und ein neuer Umlenkhebel.

 

Da Motor und Getriebe mehr oder weniger mit Ihrem vollständigen Gewicht auf der Vorderachse lasten, verschleißen diese Teile besonders gerne und sind meist nach gut 100.000km ausgeschlagen. Dies mag jetzt nach einer großen Sache klingen, allerdings sind die Teile nicht wirklich teuer und der Aufwand hält sich in Grenzen da man an die Teile mit einer Hebebühne sehr gut rankommt. Da der Dollarkurs im Moment wieder etwas günstiger steht haben wir die Teile bestellt, wer weiß wie lange dieser Kurs anhält. Natürlich haben wir die Teile wie immer via Rockauto geordert ;)

 

Wir haben uns in diesem Falle für die Teile von Moog entschieden und gegen die AC Delco Teile. Dies liegt daran das die Originalteile zum Bestellzeitpunkt leider nicht vollständig verfügbar waren und bei sowas wollen wir gerne alles vom gleichen Hersteller damit der Kram am Ende auch passt. Dazu muss man aber auch sagen das dies in unserem Falle überhaupt nicht schlimm ist. Moog genießt in Sachen Fahrwerksteile einen exzellenten Ruf! Preislich liegen diese auch nur unwesentlich unterhalb der Teile von AC Delco. Mit den richtigen Moog Teilen macht man nicht viel falsch.

 

Beim blauen Caprice hat diese Behandlung schließlich wahre Wunder bewirkt und ich bin heute noch begeistert wie toll sich der Wagen nach dieser Behandlung im Vergleich zu vorher lenkt. Gut, die Lenkung ist immer noch ultra leichtgängig aber das Spiel ohne das sich was tut ist komplett weg :)

 

Früher oder später erwischt es jeden B-Body, wer also das gleiche Problem kann sich hier anschauen welche Teile wir konkret für die Reparatur bestellt haben:

 

Idler Arm (Umlenkhebel): Moog K6187T

Inner Tie Rod End (Innere Spurstange): Moog ES2020RLT

Outer Tie Rod End (Äußere Spurstange): Moog ES2019RLT

Tie Rod End Adjusting Sleeves (Spurstangenverbinder): Moog ES 2004S

 

Die Teile sollten auch bei den 77er-90er Modelljahren passen.

 

Wir vereinbarten mit ein paar Kumpels uns um Ostern herum in der Werkstatt unseres guten Freundes für die Reparatur zu treffen. Wenn es zeitlich klappen sollte würden wir auch noch ein paar andere Sachen wie die Stoßdämpfer machen die auch schon den einen oder anderen Monat bei uns herumliegen :D Wenn die Zeit reicht würden wir vielleicht sogar den Balken endlich montieren können! Dafür hatten wir auch ein paar Teile besorgt, besonders die Füße waren mal wieder ein Thema. Das Set welches wir letztes Jahr gekauft hatten war unvollständig. Dann hatten wir vor ein paar Wochen noch eins besorgt in der Hoffnung aus zwei Sets ein ganzes machen zu können, dazu aber später mehr.

 

Am Ende standen folgende Dinge auf unserer Liste die wir mitnehmen mussten:

 

- Poliermaschine, Pads, sämtlich Reiniger für den Innenraum, Eimer, eigentlich den gesamten Putzkram

- Staubsauger

- Werkzeug (Wurde von meiner besseren Hälfte einen Abend vorher rausgeschmissen)

- Spurstangen und Umlenkhebel

- Sämtliche Ersatzteile aus der Garage (Kerzen, Zündkabel, Zündverteiler, Stoßdämpfer, Haubendämpfer etc. pp)

- Das ganze Equipment (Lautsprecher, Sirene etc.)

- Lichtbalken

 

Da in das Auto ja auch noch zwei Menschen passen sollten, musste der Mii zuhause bleiben. Allein für den Lichtbalken braucht man eigentlich mindestens einen Full-Size Kombi, zumindest wenn die Rückbank dabei oben bleiben soll. Beim Mii dürfte es alleine schon an der Länge des Balkens scheitern, also musste der Wal dafür herhalten. Es sollte ja der ganze Rest auch noch ins Auto! Wir stopften den ganzen Kram also in den Kofferraum des Caprice. Ganz schön voll, aber seht selbst ;) Der Rest musste auf der Rückbank Platz finden.

 

Am nächsten morgen ging es sehr früh (irgendwas nach 4 Uhr morgens) in Richtung Süden. Bei der Gelegenheit konnten die neuen Birnchen im Caprice zeigen was Sie können. Ich hatte mir ja mal die Phillips X-Treme Vision in H4 gegönnt. Das Abblendlicht hat mich jetzt nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen, umso besser gefiel mir da schon das Fernlicht aber damit kann man ja leider nicht permanent herumfahren ;) Gegen halb 9 waren wir dann im Süden angekommen. Ich setzte meine bessere Hälfte bei einer Freundin ab und fuhr schon mal zur Werkstatt vor. Da der Sheriff noch im Winterquartier stand beschloss ich mein Versprechen wahr zu machen und die Domes des Lichtbalkens eines guten Freundes zu polieren. Er hat auf den Domes leider ziemlich harte Druckstellen von seiner Abdeckung gehabt und dazu noch einen großflächigen Grauschleier. Um jetzt nicht zu langweilen hier das Fazit: Grauschleier ging easy weg, Abdrücke leider nicht bzw. nur sehr wenig. Da muss Material runter! Ich habe mehrere Durchgänge gefahren, mehrere Polituren und am Ende sogar das eigentlich aggressive Commandant 4 ausprobiert und nichts hat geholfen. An meinem Testspot waren die Abdrücke am Ende maximal etwas glatter aber immer noch da. Gegen Mittag holten wir dann den Sheriff aus dem Winterquartier. Der Wagen sprang trotz nicht abgeklemmter Batterie nach wenigen Sekunden orgeln perfekt an. Wir hatten extra einen Booster mitgenommen aber der war an der Stelle überflüssig :D Danach noch kurz den Ölstand von Getriebe und Motoröl gecheckt, etwas ATF aufgefüllt und ab dafür. Bevor es in die Werkstatt ging waren wir noch wir noch eine Kleinigkeit essen. Nach dem Essen durfte ich auch mal kurz fahren. Ich kann nur sagen: Wow!

 

Der Unterschied zu vorher ist deutlich spürbar. Nicht nur das der Leerlauf jetzt absolut sauber und ruhig ist, der Wagen zieht auch tatsächlich merklich besser als vorher. Da hatten sich wohl tatsächlich ein paar Pferde durch die defekten Ventilschaftdichtungen von der Koppel verdrückt. Jetzt sollte es aber endlich in die Werkstatt gehen.

 

Unsere To-Do Liste für Tag 1 sah wie folgt aus:

 

- Bestandsaufnahme

- Wenn möglich Equipment verbauen

- Lichtbalken montieren

 

Zu aller erst nahmen wir aber den Innenraum auseinander! Wir wollten schließlich bei der Bestandsaufnahme nach Kabelresten suchen die auf altes Equipment hindeuten. Also Sitze raus, Innenraumverkleidungen ab und den Gummiteppich ausbauen. Die Sitze sind relativ einfach zu entfernen, einfach die Schrauben vorne und hinten lösen und dann falls vorhanden die Kabel der Sitzverstellung ab. Den Sitz entsprechend zu verschieben erleichtert die Sache übrigens ungemein ;) Die Sitzbank hinten ist sogar nur eingeklickt. Einmal eindrücken und nach oben rausziehen reicht. Das Rückenteil ist lediglich mit 2 massiven Torx gesichert, da an diesen auch die Verankerungen für die Sicherheitsgurte hängen erkennt man diese ganz schnell ;) Bei der Gelegenheit fanden wir einen Notizzettel der wohl noch aus der Zeit als aktiver Streifenwagen stammte. Auf dem Zettel war scheinbar eine Täterbeschreibung mit ungefährem Wohnort (Kettleman City) und der Beschreibung des Fahrzeugs (schwarzer Camaro) des Täters. Dazu fanden wir endlich unser erstes amerikanisches Geld. Waren am Ende glaube ich nur 8 Cent oder so, aber immerhin. Dazu fanden wir einen winzigen Klebezettel die noch mal bewies das es sich bei unserem Auto um Einheit 52763 handelte :cool:

 

Weiter ging es dann mit den Verkleidungen, diese sind nur verschraubt oder eingesteckt. Kannten wir alles schon von der Aktion mit der Haubenentriegelung. Danach entnahmen wir den vorderen Innenraumteppich, an den hinteren kam man jetzt auch vom Innenraum super ran. Der Innenraum wurde gründlich ausgesaugt da dort der Staub und Dreck der Jahrzehnte lag. Die "Teppiche" reinigten wir mit einer Bürste, der Snow Foamer und der Allzweckreiniger leisteten dabei gute Dienste :cool:

 

Danach waren die Sitze dran. Auch hier kamen wieder die Bürste und der Snow Foamer zum Einsatz. Danach kam der Nasssauger dran. Ihr wollt nicht wissen was für eine widerliche Brühe wir danach aus dem Sauger gekippt haben..........

 

Da das Wetter warm und sonnig war haben wir die Sitze zum trocknen rausgestellt. Dies dauerte dank dem Wetter auch nur 1-2 Stunden. Sehr schön :) Nach dem Innenraum war dann der Balken dran. Wir machten noch eine kurze Bestandsaufnahme, testeten durch ob der Balken noch lief und danach machten wir uns an die Füße. Leider war auch das zweite Set unvollständig, zum Glück hatte unser Freund noch einen anderen Aerodynic auf Lager liegen. So machten wir aus 3 Teilen am Ende ein vollständiges. Es waren noch ein paar Anpassungsarbeiten an dem Halter nötig aber dann passte alles soweit. Vor der Montage machten wir uns noch auf die Suche nach diversen Spuren. Dabei fanden wir zwar Spuren, aber die gaben am Ende mehr Rätsel auf als vorher. Im Kofferraum war wohl auch mal irgendwas unter der Hutablage verbaut und dort fanden wir auch Reste eines Stromkabels. Leider haben wir keinen Schimmer was dies gewesen sein könnte. Wir fanden dazu noch ein zweites Lautsprecherkabel im Motorraum was etwas paradox ist da das Kabel in der B-Säule welches wir für das Kabel für den Lichtbalken hielten ebenso ein Lautsprecherkabel ist welches ins Dach geht. Im Balken war also definitiv ein Lautsprecher. Wir fanden allerdings keine Spuren im Motorraum der auf den Montageort des Lautsprechers hindeutete. Unser Kumpel hatte etwas später einen Geistesblitz. Es gab für den Caprice wohl einen Lautsprecher den man quasi spurlos verbauen konnte da man für den entsprechenden Lautsprecher eine Halterung gebaut hatte welche sich perfekt in die Einbuchtungen am Fan-Shround montieren ließen. Das würde die fehlenden Einbauspuren erklären. Die Kabel waren ja definitiv noch vorhanden. In der A-Säule auf der Faherseite fanden wir dann noch ein Kabel welches wohl zum Funkgerät gehörte. Der Lautsprecher war ja am Dach montiert. Mittlerweile wissen wir auch welcher Flasher verbaut gewesen sein müsste. Von den Spuren her deutete alles auf einen "Roadrunner" von SoundOff oder einen "Fhl2-sc" von Federal Signal hin. Die Spuren sprechen aber eher für den Flasher von Federal Signal. Würde zumindest von der Marke besser zum Lichtbalken passen. Werden wir uns dann mal bei Gelegenheit besorgen :) Nach alldem war es schon spät und wir beschlossen Essen zu gehen. Nach dem Essen kam dann die Montage des Balkens, da ich dazu nicht viel beitragen konnte beschloss ich die Schriftzüge auf der Fahrerseite mal mit einem Kreidestift nachzumalen.

 

Meine Vermutung das die Spuren auf der Fahrerseite besser erhalten sind bestätigte sich. Ich konnte alle vorhandenen Linien erkennen und rekonstruieren. Das sollte bei der Erstellung der Decals helfen. Leider fehlt der Großteil des "Innenlebens" der Buchstaben da diese wohl nicht ausgeschnitten sondern einfach nur gedruckt waren. So konnten sich dann leider keine Schatten auf dem Lack absetzen, aber immerhin! In der Zwischenzeit wanderte wie angekündigt der Balken aufs Auto. Nach ein paar Anpassungsarbeiten und ein bisschen Gefummel saß er fest an seiner Position. Sieht schon echt schick aus! Gegen 2 Uhr morgens ging es dann fürs erste ins Bett, wir beschlossen am nächsten Tag weiterzumachen.

 

Am nächsten Morgen durchforsteten wir die Teilekiste und schauten was wir an dem Tag noch so alles schaffen könnten. Da meine bessere Hälfte gerne gegen Nachmittag wieder nach Hause wollte blieb nicht mehr für alles Zeit. Wir beschränkten uns auf die akutesten Baustellen, in dem Falle auf den Umlenkhebel und die Stoßdämpfer. Ursprünglich wollten wir die Spurstangen mitmachen, da wir aber feststellten das die alten nur minimalen Verschleiß zeigten und wir auch keine Möglichkeit hatten spontan die Spur einzustellen beließen wir es bei den alten.

 

So fingen wir mit den Stoßdämpfern an. Da der Wagen keinen ernsthaften Rost hat und an der Lenkung wohl auch schon einmal was passiert ist waren alle 4 Stoßdämpfer innerhalb einer guten halben Stunde getauscht. Normalerweise dauert die Aktion locker 2-3 Stunden da immer mindestens eine Schraube zickt. In unserem Falle aber nicht. Auf die Frage meiner besseren Hälfte was an den neuen Stoßdämpfern jetzt besser ist folgte eine beeindruckende Demonstration. Unser Kumpel stemmte sich mit seinem vollen Gewicht auf einen der alten und auf einen der neuen Dämpfer. Der alte gab viel schneller nach und nach 2-3 Versuchen blieb der alte einfach im eingefahrenen Zustand stecken! Was lernen wir daraus? Kauft keine billigen Stoßdämpfer! Bei der Begutachtung der alten Dämpfer stellen wir fest das die Dämpfer an der Hinterachse noch billiger waren als die an der Vorderachse. Gut das wir die getauscht haben. Jetzt fährt sich der Wagen definitiv besser. Danach kam der Umlenkhebel dran, auch das war innerhalb einer Stunde erledigt. Die Lenkung hat jetzt schon deutlich weniger Spiel als vorher, bei der Gelegenheit stellen wir fest das der Center Link auch mal neu gemacht werden könnte. Gut, ist auch so eine Caprice Krankheit. Ist auch kein großer Akt und kosten tut das Ganze (das Moog Teil kostet keine 40€) auch nicht viel. Kommt mit auf die Einkaufsliste!

 

Der Rest des Fahrwerks hat längerfristig auch mal eine Überholung verdient, da die Fahrwerksgummis auch schon nicht mehr so dolle aussehen. Ist jetzt aber auch keine große Überraschung, der Wagen ist immerhin 25 Jahre alt! Wenn wir an dem Wochenende eins festgestellt haben dann das der Wagen für sein Alter noch echt gut beisammen ist.

 

In der Zwischenzeit hatte ich mich daran gemacht die Hauptscheinwerfer mal zu polieren. Durch den Wüstenstaub waren diese leicht blind geworden. Ein mittleres Pad und das Swirl X verschafften Linderung. Danach war es an der Zeit die Achsteile abzuschmieren. Bei einem Teil musste ich soviel Druck anwenden das der Aufsatz des Schlauchs von dem Schmiernippel geflogen ist. Ende vom Lied: Meine Klamotten waren mit einer feinen Fettschicht benetzt. Nachdem die Nippel abgeschmiert waren ging baute ich den Innenraum wieder zusammen. Rückbank montieren, Gurte, Innenraumverkleidungen und der Teppich wanderten Stück für Stück wieder an Ihren angestammten Platz. Dabei machte ich mir die Mühe die Verkleidungsteile wieder einigermaßen gerade und bündig zu montieren. Beim abrüsten hatte man sich damit nicht allzu viel Mühe gegeben. Zum Schluss kamen dann die Vordersitze. Zu unserer Freude hatten wir bei der Demontage festgestellt das der Wagen vorne 3 Gurte hat :) Die sollten natürlich wieder so verbaut werden das man diese theoretisch wieder nutzen kann. Sieht einfach vollständiger aus ;) In der Zwischenzeit wanderte der Funklautsprecher auch an seinen angestammten Platz. Wir sind uns zu 100% sicher das der Lautsprecher dort gesessen hat weil auch die Einbaulöcher perfekt zu den Spuren passen.

 

Als wir damit durch waren erfolgte noch mal ein kurzer Check aller Flüssigkeiten sowie eine Probefahrt durch meine bessere Hälfte. Während der Probefahrt bastelte ich schnell eine Geschwindigkeitstabelle für meine bessere Hälfte. Der Tacho zeigt ja nur Meilen an und die Tabelle sollte Ihr zukünftig eine große Hilfe sein zu wissen wie schnell Sie gerade fährt :) Danach war es auch schon an der Zeit Abschied zu nehmen. Die Uhr zeigte mittlerweile auch schon wieder nach 16 Uhr an und meine bessere Hälfte wollte das gute Wetter für die Fahrt nach Hause ausnutzen. Vor der finalen Abfahrt noch kurz tanken. In beide Autos gingen mit einer Differenz von 4cl so gut wie gleich viel Benzin hinein. Zufälle gibt's ;) Wie sich der Verbrauch mit dem Lichtbalken gestaltet wird die Zukunft zeigen. Man merkt beim fahren schon das der Luftwiderstand jetzt deutlich erhöht ist. Der blaue hat sich auf der Fahrt hin auch einen etwas kräftigeren Schluck gegönnt. 13,4 Liter ergab die Rechnung, dies war aber auch der Tatsache geschuldet das ich als ich den Wagen geholt hatte mal eben 60km durch den schlimmsten Ferienverkehr musste und eigentlich sämtliche Autobahnen sowie die Stadt komplett verstopft waren. Das drückt natürlich den Verbrauch ordentlich nach oben :( Dafür hatten wir auf der Rückfahrt keinerlei Stau und ich habe somit nicht mal eine halbe Tankfüllung für die gut 380km gebraucht. Damit komme ich im Kopf auf ca. 11,x Liter. Gar nicht mal so schlecht dafür das mein Schnitt so bei 120-140 lag und die Strecke viele Bergstücke zu bieten hatte auf denen der Wagen auch schon mal in den zweiten runterschaltete um das Reisetempo zu halten :cool:

 

Die Fahrt nach Hause war dann auch sehr entspannt und die Leute schauten den Wagen natürlich alle an. Ausgerechnet an diesem Tag waren auf der Autobahn sehr viele Streifenwagen unterwegs, einer bremste sogar extra auf der linken Spur ab um den Wagen von der Seite betrachten zu können :D

 

Unsere To-Do Liste an dem Auto sieht damit wie folgt aus:

 

Erledigt

 

Differentialöl getauscht und Dichtung erneuert

Haubenzug erneuert

Radlager hinten erneuert

Umlenkhebel erneuert

Ventilschaftdichtungen erneuert

Verkabelung Temperaturfühler erneuert

Wasserpumpe erneuert

Stoßdämpfer erneuert

 

Damit wäre technisch eigentlich das schlimmste erledigt!

 

Zu machen wären damit noch:

 

Reifen (ein Satz guter Reifen wäre auf Dauer nicht verkehrt)

Spurstangen (kommen bei Gelegenheit mal rein)

Verkabelung (da braucht es Zeit für)

Konsole

Decals

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Fri Feb 09 12:12:04 CET 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (80)

Car Guy oder Pragmatiker

Heute mal wieder ein Thema das ein bisschen Beteiligung der geschätzten Stammleserschaft verspricht :) Jeder Mensch hat eine andere Einstellung zum eigenen Auto. Die einen lieben es, verhätscheln es und behandeln es besser als sich selbst. Die anderen gehören eher zu den automobilen Pragmatikern die nach dem Motto "Hauptsache der Hobel läuft" leben. Jeder kennt sicherlich jemanden von der ein oder anderen Sorte ;)

 

Mich selbst würde ich definitiv als Car Guy beschreiben und dies hat sich über die Jahre nur verschlimmert. Anfangs war ich eher jemand dem es wichtig war das der Wagen gut gewartet ist und der Wagen alle paar Wochen/Monate mal gewaschen wird damit er nicht so schäbig aussieht.

 

Früher war es so:

 

War was kaputt bin ich direkt in die Werkstatt. War der Wagen dreckig habe ich den Gartenschlauch/HRD und den Eimer rausgeholt. Hatte der Wagen mal eine Politur nötig habe ich einen Lappen und die "gute" Aldi Carnubawachs Politur aus dem Carport geholt :D

 

Heute läuft das je nach Auto alles etwas anders ab:

 

Ist was kaputt fahre ich entweder in die Werkstatt (Mii) oder versuche es selber zu richten bzw. mir das nötige Know-How über Ersatzteile und die Reparatur anzueignen (Caprice). Bei Ersatzteilen wir wenn möglich vorher selbst geschaut was es gibt, was gute Qualität ist und entsprechend auch etwas teurer eingekauft, man will ja für sein Schätzchen nur das Beste ;) Ist der Wagen dreckig geht er durch die Waschanlage (Mii) oder wird per Hand gewaschen (Caprice). An dieser Stelle folgt jetzt vermutlich einer der größten Unterschiede zu früher :D

 

Es begab sich letztes Jahr das ich meinem Auto mal was richtig gutes tun wollte. Jetzt hatte ich schon so viel in die Technik investiert das ich den Lack irgendwie außer Acht gelassen hatte. Klar wurde der Wagen des öfteren gewaschen aber poliert oder gewachst? Nicht wirklich! Da Nick das Ganze bei mir mal Quick & Dirty gemacht hatte und ich diesen hammermäßigen Glanz noch in Erinnerung hatte war es Zeit mir auch eine Poliermaschine anzuschaffen, vor allem weil mein Lack dank längerer Standzeiten unter Bäumen an manchen Stellen echt schäbig aussah. Das sollte nicht so bleiben! Ergo wurde der gute alte Lappen mittlerweile durch eine Poliermaschine ersetzt, die "gute" Aldi Carnuba Politur habe ich seit meinem ersten Auto nicht mehr angerührt (gut, das Sonax Zeug das ich für Auto Nummer 2 angeschafft taugte auch nicht mehr) und mir stattdessen ein paar Meguiars Produkte (die hatten es mir bei meiner Recherche nach brauchbaren Mittelchen irgendwie angetan) besorgt die Schritt für Schritt eingearbeitet werden wollen.

 

Dazu habe ich mit dem Victoria Wax Concours Wax noch ein Wachs auf Lager (ein Geschenk einer MT-Legende) das man am besten mit der bloßen Hand in den Lack einmassiert (Autoerotiker fühlen sich spätestens hier angesprochen :D) und ich habe mittlerweile mehr Microfasertücher (ebenso ein Geschenk) für das Auto als Handtücher fürs Badezimmer :D Gibt sicherlich einige die das belächeln, aber das Endergebnis hat mich zu einem kleinen Autopflegenerd gemacht und das ist es mir wert :) Klar, für den Ottonormal Autofahrer ist das schon echt übertrieben, aber es ist ja auch mein großes Hobby und meine "Spielzeuge" meine große automobile Liebe. Es ist einfach ein Wahnsinnsanblick wenn da 5,5 Meter Detroit Stahl (ICH darf das sagen da mein Auto tatsächlich dort gebaut wurde :D) frisch poliert vor einem stehen und der dunkelblaue Lack in der Sonne einfach nur abartig glänzt.

 

Natürlich gibt es die Car Guy Macke in unterschiedlichen Ausprägungen. Es gibt da auch noch die Neuwagenliebhaber (tun alles um den Neuwagenzustand zu erhalten), die Altblechfans (tun alles um das Auto ansehnlich und fahrbar zu halten), die Tuningfreaks (pumpen tonnenweise Kohle in technisches und optisches Tuning) von denen jeder seine Macke auf eine andere Art und Weise auslebt die aber alle eins gemein haben: Sie kümmern sich um Ihre Autos!

 

So, genug Autopornographie für heute! Kommen wir lieber zu der anderen Seite der Medaille, schließlich gibt es da noch den Pragmatiker.

 

Meiner Erfahrung nach können die Autopragmatiker in etwa so beschrieben werden:

 

Leute die Ihr Auto schon als gewaschen ansehen wenn es mal geregnet hat, Leute die erst zur Werkstatt rennen wenn der TÜV nein sagt oder das Auto schon in Flammen steht. Diese Leute kaufen nicht selten Autos zum "TÜV runterfahren" und sind glücklich damit.

 

Dann gibt es da noch ein Zwischending, quasi eine merkwürdige Kreuzung aus Car Guy und Pragmatiker. Manche würden Ihn auch schlicht "Kevin" nennen :D

 

Dieses "Zwischending" zeigt sich bei Leuten die auf der einen Seite ein nicht alltägliches Auto im Alltag fahren, nicht unerhebliche Geldbeträge in schlechtes Tuning investieren, denen aber dann das Geld oder die Lust fehlt das Ganze auch konsequent durchzuziehen wie bei den Car Guys. Pflege ist meistens ein Fremdwort, bei Ersatzteilen wird nicht selten auf das billigste Zeug zurückgegriffen (50€ Reifen vom A.T.U., nur das beste für die alte S-Klasse :D) und beim Tuning kommt es nur darauf an aufzufallen, egal wie dilletantisch oder billig das Ganze am Ende aussieht. Ich persönlich hatte da schon meine Erfahrungen mit solchen Jungs. Meistens männlich, irgendwo zwischen 18 und 25 Jahre alt (danach ist man hoffentlich zu alt für diesen Scheiß) und mit einem leichten bis akutem Kevinismus geschlagen :D In meiner Jugend auf dem Dorf war ich nur von solchen Typen umgeben. Kaltlichtkathoden im Innenraum wo noch überall die überschüssige Verkabelung zu sehen war, billigste Subwoofer die stümperhaft verkabelt und gesichert waren, billigste Alufelgen gegen die selbst Stahlfelgen hübsch sind, billige Tieferlegungsfedern, billige Brülltüten und und und waren die Erkennungszeichen. Diese Spezies wird auch nicht aussterben solange es Autos und Männer mit klammen Budget gibt :D

 

Welcher Typ seid Ihr? Car Guy oder Pragmatiker? Ich kann mir zwar denken wie die Umfrage auf einer Seite wie MT enden wird aber vielleicht werde ich ja eines besseren belehrt ;)

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Sat Jan 27 19:58:09 CET 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (36)

Jeder der ein altes Auto fährt hat sich sicherlich schon einmal gewünscht er hätte die ein oder andere Segnung der Moderne in seinem Auto. Unter den vermissten Dingen findet sich oftmals ein modernes Infotainmentsystem welches die Musik vom Handy oder die Navigation handeln kann.

 

Möglichkeiten hat es immer schon gegeben, mal mehr mal weniger ausgefuchst. Wer Musik aus der Konserve wollte, aber kein MP3 fähiges Radio hatte musste sich meist anders behelfen. Vor 10 Jahren hätte die Lösung noch wie folgt ausgesehen: Altes Radio raus und irgendwas modernes rein. Kann man machen, sieht aber gerade in einem alten Auto oft ziemlich sch**** aus. Nichts wirkt fremdartiger als ein in allen Farben des Regenbogens leuchtendes Nachrüstradio in einem alten Auto. Natürlich gibt es mittlerweile diverse Radios die diesem Umstand Rechnung tragen. Der bekannteste Ableger auf dieser Seite des Atlantiks dürfte das Becker Mexico sein. Allerdings dürfte nicht nur mir spätestens beim Anblick des Preises schlecht werden. Dazu sieht man dem Mexico eben auch an das es ein modernes Radio ist. Das gleiche gilt im Prinzip für die Retrosound Radios die auf der anderen Seite des Atlantiks keine Unbekannten sind. Retrosound gibt sich zumindest etwas Mühe an die Originaloptik der Werksradios heranzukommen. Man sieht auf dem Titelbild die Ähnlichkeiten zum GM Werksradio aus der Zeit meines Caprice. Spätestens wenn man dann bei beiden in das moderne Display blickt ist es mit der Nostalgie leider wieder vorbei. Allerdings gibt es gibt noch andere Alternativen auf die ich im folgenden eingehen möchte :)

 

Adapterkassette

 

Fangen wir mit der guten alten Adapterkassette an die es einem zumindest ermöglicht Musik vom Handy auf die Anlage des Autos zu übertragen. Funktioniert natürlich nur wenn man noch so ein Uraltradio mit Kassettendeck hat ;) Ich selbst habe die Dinger immer mal wieder genutzt. Mein Fazit: Relativ günstig und über eine gewisse Zeit lang auch zuverlässig. Klanglich nicht wirklich gut wobei hier alles mit der Qualität der verbauten Anlage und dem Zustand des Kassettendecks steht und fällt. Ist also mehr eine "quick & dirty" Lösung als echte Alternative.

 

 

 

 

 

FM Transmitter

 

Der FM-Transmitter ist die etwas elegantere Alternative zur Adapterkassette. Diese funktionieren grundsätzlich mit jedem Radio und man hat nicht ständig dieses an einen Tamponfaden erinnernde Kabel aus dem Kassettendeck hängen. Einfach das Handy anstöpseln und am FM Transmitter die möglichst freie Frequenz des Radios einstellen. Funktioniert grundsätzlich gut und störungsfrei, vorausgesetzt man hat eine Frequenz gefunden die wirklich frei von Einflüssen anderer Sender ist. Geht aber alles wenn man sich mal mit den Sendern in seiner Gegend beschäftigt ;) Klanglich schon besser als die Adapterkassette, wenn auch im Vergleich zu einer Bluetooth Verbindung mit Abstrichen. Beim Kauf solltet Ihr darauf achten ruhig ein etwas besseres Gerät zu nehmen. Ich hatte mal eins von Hama welches fürchterlich billig war. Bei dem ist dann auch permanent der Stecker der Stromversorgung abgefallen. Ärgerlich wenn das während einer Fahrt mehrfach passiert. Gute Erfahrungen habe ich bisher mit dem Tunecast von Belkin gemacht. Diese bieten eine solide Verarbeitung und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Kann man nicht viel mit falsch machen, weshalb ich mir sogar ein zweites kaufte nachdem Nummer 1 durch einen blöden Zufall kaputt ging. Nummer 2 ist mittlerweile leider auch hin (hatte es in einer Kiste gelagert wo blöderweise eine Flasche Glasklar drinlag, den Rest könnt Ihr euch denken :D) weswegen es nie im Caprice zum Einsatz kam. Aus dem Grund haben wir nach Alternativen geschaut zu denen wir jetzt kommen, denn es gibt mittlerweile Transmitter die noch viel mehr können ;)

 

FM-Transmitter mit Bluetooth Schnittstelle sind keine Seltenheit mehr und diese bieten gleich mehrere Vorteile. Zum einen entfällt das Kabel zum Handy (was Apple Fans freuen dürfte da Sie sich somit den dusseligen Lightning/Klinke Adapter sparen können) und zum anderen bieten diese auch ein integriertes Mikro und damit eine Freisprecheinrichtung und das alles über das Autoradio :)

 

Wir haben uns testweise für das Aukey BT-F4 entschieden. Die Einrichtung ist wirklich kinderleicht! Gerät einstecken und das Gerät via Bluetooth mit dem Smartphone koppeln, dass war es bereits! Im Mii machte es einen ordentlichen Eindruck, wenn auch in Sachen klang hörbar schwächer im Vergleich zum Werkssystem. Für nicht einmal 30€ macht es seine Sache aber schon ganz gut und die Freisprechfunktion funktioniert tatsächlich besser als ich es erwartet hätte.

 

Dazu kommt das unser Anwendungsbereich ein ganz anderer ist, nämlich der Klassiker mit Original Asbach Uraltradio. Entsprechend haben wir das System natürlich im Caprice getestet, da die Adapterkassette zum einen zu unausgeglichener Lautstärke führt. Passiert wenn der Lesekopf des Kassettendecks nicht mehr der beste ist bzw. verschmutzt aber das ist ein anders Thema ;) Kommen wir also zum eigentlichen Test. Auch hier wieder das selbe Spiel:

 

Kabel einstecken und das Gerät via Bluetooth koppeln, dass wars! Vom Klang definitiv überzeugender als die Adapterkassette! Der Klang kommt gleichmäßig auf allen Kanälen an und Störungen gab es beim Test auch keine. Die Freisprechfunktion habe ich jetzt nicht getestet, aber im Mii funktionierte das schon ganz gut. Sollte also auch in alten Autos genauso funktionieren. Praktisch: Das Ganze kommt mit einer Art Montageplatte die man an einer Stelle festkleben kann wo das Mikro am besten funktioniert. So fliegt das Teil während der Fahrt nicht überall im Auto herum.

 

Ebenso gibt es auch Geräte mit DAB+ Funktion, aber da sind wir nicht selten schon im Bereich über 100€. Die Firma Albrecht bietet solche Geräte beispielsweise an. Das muss es einem dann allerdings auch wert sein ;)

 

 

Alte Radios mit einem Aux Anschluss nachrüsten

 

Ja, auch das geht mittlerweile! Es gibt ein paar kleine Anbieter (hauptsächlich auf eBay) die sich alte Radios vornehmen und diese mit einem Aux Anschluss nachrüsten. Dabei muss allerdings nicht selten irgendeine Funktion des Originalradios weichen. Im besten Fall der Anschluss eines CD-Wechslers den man eh nicht hat. In den meisten Fällen wird ein einfaches Klinke-Kabel nachgerüstet und dieses dann beim Einbau irgendwo mehr oder weniger elegant verlegt. Die meisten entscheiden sich bei sowas für das Handschuhfach als Versteck für das Klinke-Kabel.

 

Sicherlich eine der eleganteren Lösungen, allerdings auch eine die zum einen ein wenig kostspielig und zum anderen aufwändig ist.

 

USB-Box

Jetzt kommen wir zu einer Lösung die sich eher für nicht ganz so alte Autos eignet. USB-Boxen bieten je nach Ausführung im Prinzip die gleichen Funktionen wie ein FM-Transmitter, allerdings nutzt man hier wie bei der Lösung mit dem nachgerüsteten Klinke-Kabel einen nicht genutzten Eingang des Originalradios. Je nach Radio kann man so nicht nur die Musik vom Handy abspielen sondern das Ganze sogar steuern, auch wenn dies meist eher so lala funktioniert ;) Peugeot hatte eine Zeit lang mal eine ungelabelte Dension USB-Box im Zubehörkatalog.

 

Der Funktionsumfang reicht von einfacher Musikübertratung via USB bis zu allen möglichen Bluetooth Funktionen. Diese umfassen nicht nur das streamen von Musik via Bluetooth sondern auch eine Freisprechfunktion.

 

Navigation

 

Moderne Smartphones besitzen mittlerweile alle eine vernünftige Navigationsfunktion welches problemlos jedes Navigationssystem ersetzen kann. Vorteil: Immer aktuelles Kartenmaterial und man muss nicht extra ein portables Navi mit sich herumschleppen. Die geläufigsten Softwares sind hier wohl "Apple Karten" und "Google Maps". Es gibt auch Alternativsoftware von namenhaften Navigationsanbietern, die allerdings bezahlt werden wollen. Ob man die Zusatzfeatures dieser Software braucht entscheidet am besten jeder für sich selbst. Nicht jeder braucht den Radarfallenwarner oder die Synchronstimme von Arnold Schwarzenegger welche einem den Weg weist.

 

Ein kleiner Nachteil an der Geschichte ist natürlich das man das Handy während der Fahrt unter Umständen bedienen muss was mittlerweile illegal ist, auch wenn das Handy in einer Halterung steckt. Eine wirklich pfiffige Lösung dafür hat sich meiner Meinung nach Google dafür einfallen lassen. Seit Version 2.0 ist Android Auto nicht nur in der Lage das Smartphone auf den Naviscreen zu spiegeln sondern auch mit einem eigenen Interface gesegnet. Dies kommt besonders Autos entgegen die überhaupt kein modernes Infotainment haben. Das Layout ist dabei perfekt auf Autofahrer abgestimmt. Nur die wichtigsten Funktionen sind freigeschaltet (Musik, Telefon, Navigation) und alles ist miteinander vernetzt. Es gibt für jede Funktion einen gut erkennbaren und großen Button der einen direkt zur gewünschten Funktion führt. Das hat den Vorteil das man sich nicht erst durch 20 Menüs durchwurschteln muss. Das Ganze ist sehr praktisch und in Kombination mit einem Bluetooth FM Transmitter beispielsweise hat man die selben Funktionen wie bei einem modernen Infotainmentsystem :)

 

Ein weiterer Vorteil von Android Auto ist die Verknüpfung mit dem Google Assistant. Kommt eine Nachricht herein oder will man einen Anruf tätigen braucht man dies dem Assistant nur zu sagen. Man muss nicht die Hände vom Lenkrad nehmen was in Hinblick auf das Handyverbot am Steuer sehr praktisch ist. Dies funktioniert leider noch nicht mit allen Funktionen (Musik zum Beispiel) von Android Auto, weshalb man dann doch ab und an mal auf dem Display rumtatschen muss. Sobald die Einbindung aber komplett erfolgt ist könnte die App DIE Alternative für Altautofahrer sein.

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Sun Jan 21 10:57:07 CET 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (19)

Der Titel sagt es eigentlich schon, heute soll es mal um Autos gehen die eher ein Flop waren. Wie jeder Autohersteller, so hatten auch die Amerikaner im Laufe der Zeit immer mal wieder Modelle im Programm die gefloppt sind. Die Gründe dafür sind vielfältig. Mal liegt es einfach nur an einer Optik die völlig am Geschmack der Kunden vorbeigeht, mal an technischen Problemen und manchmal einfach nur an einem schlechten Image. Fangen wir also an:

 

Chevrolet Corvair

 

Der Corvair war prinzipiell kein schlechtes Auto. Chevrolet suchte in den späten 50ern einen Weg sich einen Stück vom Compact Car Kuchen abzuschneiden. Die Chrysler Corp hatte mit dem Plymouth Valiant ihren Beitrag für diese Klasse bereits geleistet und auch Ford hatte mit dem Falcon ein Kompaktauto im Programm. Dazu kam die Konkurrenz durch die Europäer in Form des VW Käfer. Entsprechend entwickelte man bei GM ein Auto das sich vom Grundprinzip schamlos beim Käfer bediente. Den luftgekühlten Boxermotor im Heck kennt man nämlich hauptsächlich vom Käfer ;) Mit diesem Rezept hatte Chevrolet anfangs auch durchaus Erfolg. Man verpflanzte sogar etwas später einen luftgekühlten Boxer mit Turbo in den Corvair. In Spitzenzeiten konnten fast 300.000 Fahrzeuge pro Jahr abgesetzt werden. Warum taucht der Wagen dann in dieser Liste auf? Nun, der Grund dafür hörte auf den Namen Ralph Nader. Nader war Verbraucherschutzanwalt der besonders durch ein Buch bekannt wurde in dem er sich auf das zugegebenermaßen nicht ganz einfache Fahrverhalten des Corvair stürzte. Da der Corvair in einer Klasse antrat in der die Preise möglichst billig sein sollten setzte man bei der Corvair Hinterachse auf eine Pendelachse. Dazu kam die durch den Heckmotor ungünstige Gewichtsverteilung von über 60% auf der Hinterachse. Dazu kam das die Dämfper auf der Hinterachse zu schwach ausgelegt waren. Die Folge war ein starkes übersteuern bei zu hohem Tempo. Ein Fahrverhalten welches den ersten Turbo Porsches 10 Jahre später ebenso nachgesagt wurde ;)

 

Nader hatte sich also genau auf dieses Fahrverhalten gestürzt und sein ganzes Buch darauf ausgerichtet. Die Folge war eine hohe Aufmerksamkeit für den Corvair, diese war allerdings alles andere als gut für den Wagen. Schon im Jahr 1966 brachen die Verkäufe stark ein welche sich im Laufe der Folgejahre immer weiter verschlechterten. Von noch 235.000 Autos im Jahr 1965 waren im Jahr 1969 gerade mal lumpige 6000 Stück übrig geblieben. Zu wenig um erfolgreich zu sein und damit war das Ende des Corvair besiegelt.

 

Chevrolet Citation

 

Den Citation ereilte ein ähnliches Schicksal wie den Corvair. Relativ erfolgreich gestartet, brachen die Verkaufszahlen dann schlagartig und ziemlich nachhaltig ein. Was war passiert? Der Citation sollte 1980 den überaus beliebten Nova beerben. Er stand auf GMs brandneuer X Plattform und sollte Chevrolet im Kompaktsegment zum Erfolg verhelfen. Der Wagen war für amerikanische Verhältnisse (4,5m) wirklich klein. Dazu wird man keinen V8 Motor in einem serienmäßigen Citation finden. Chevrolet wollte mit dem Citation wirklich ein erschwingliches und vor allem ökonomisches Auto auf den Markt bringen. Die Formel ging im ersten Modelljahr auch auf. Satte 800.000 Exemplare verkaufte man allein im ersten Modelljahr. Blöderweise zeigten sich ziemlich schnell diverse Konstruktions- und Qualitätsmängel woraufhin die Verkäufe brutal absackten. Chevrolet ragierte mit diversen Rückrufmaßnahmen was dem Citation den wenig rühmlichen Titel als Auto mit den meisten Rückrufen der amerikanischen Automobilgeschichte einbrachte. Der Ruf war damit nachhaltig ruiniert womit auch die starke Überarbeitung unter dem Namen "Citation II" nichts mehr half. Der Citation wurde bereits 1985 wieder eingestellt.

 

Pontiac Aztek

Böse Zungen behaupten das der Aztek das hässlichste Auto aller Zeiten sei. Die Optik ist sicherlich gewöhnungsbedürftig mit seinen vielen Kanten, Flächen und der merkwürdig geteilten Frontmaske. Diese wirkt ein bisschen als ob man auf dem Schrottplatz 2 Autos übereinandergestapelt und dann gleichzeitig in die Presse verfrachtet hat. Wurde das Concept Car vom Publikum noch wohlwollend aufgenommen (anders wäre es wohl nie zur Serienproduktion gekommen), so floppte die Optik des Serienmodells bei den Kunden. Das Concept Car des Aztek war schon alles andere als zurückhaltend, allerdings wirkte dieses immer noch deutlich weniger unförmig als das Serienmodell. So kam es dann auch das ein paar Rettungsversuche später der Wagen im Jahr 2004, nach nicht mal 5 Jahren Bauzeit, wieder eingestellt wurde. Der Wagen erlangte als "Dienstwagen" von Walter White in Breaking Bad Berühmtheit und somit einen gewissen Kultstatus. Ironisch das sich der Aztek heutzutage in den USA gerade bei jüngeren Käufern aufgrund seiner Variabilität großer Beliebtheit erfreut. Pontiac konzipierte den Wagen ursprünglich auch für diese Zielgruppe, weshalb es beispielsweise einiges an Camping Equipment (Zelt zum Anbau ans Heck etc.) gab mit dem der Aztek in eine Art Campingmobil verwandelt werden konnte.

 

Edsel

 

Die Geschichte der Marke Edsel ist ein wunderbares Beispiel dafür wie man mit einer Produkteinführung auf die Nase fallen kann. In den 50ern boomte die US-Wirtschaft und Ford wollte mit einer Marke überhalb von Ford (billig) und Mercury (obere Mittelklasse) bei der Kundschaft punkten. GM besetzte diese Nische mit der Marke Oldsmobile, Chrysler mit der Marke Dodge. Ford selbst hatte zu der Zeit nur die Marken Ford, Mercury und Lincoln zu bieten. Eine neue Marke musste also her. Diese sollte den Namen Edsel, dem Sohn von Henry Ford, tragen. So begann man Mitte der 50ern mit den nötigen Vorbereitungen. Ford betrieb einen wahnsinnigen Aufwand um die Marke bekannt zu machen. Man schaltete Werbungen und man ließ sogar eigene Sendungen produzieren für welche man berühmte Stars wie Bing Crosby und Frank Sinatra buchte. Man ließ Zeitungsartikel in großen Magazinen veröffentlichen um die Marke mit blumigen Worten zu bewerben. Im Modelljahr 1957 wurden die ersten Edsel verkauft und die Einführung floppte kolossal. Was war passiert? Als einer der meistgenannten Gründe gilt sicherlich das Design. Bereits bei der Entwicklung wollte man das die Edsels aus der Masse herausstechen. Dies sollte unter anderem durch einen besonders schmalen und hoch stehenden Kühlergrill erreicht werden. Leider stellte man fest das der ursprüngliche Designentwurf aus technischer Sicht nicht funktioniert. Man verbreiterte den Kühlergrill und so entstand das berüchtigte Edsel Gesicht welches von vielen spöttisch als Klobrille bezeichnet wurden. Weniger nette Zeitgenossen sahen in dem Kühlergrill gar ein weibliches Geschlechtsteil. Nach gerade einmal 3 Jahren stellte Ford die Marke Edsel bereits wieder ein. Man verbannte zwar im letzten Modelljahr den Klobrillengrill, aber diese Maßnahme half nichts mehr. Das Image der Marke war dahin, die Kunden kauften nicht im erwarteten Umfang und so war das Todesurteil für die Marke gefallen. Ein weiterer Grund für das scheitern war auch das Ford in seiner ausufernden Werbekampagne den Mund etwas zu voll nahm und zahllose technische Neuerungen und quasi die Revolution des Automobils verkündete. Die wenigen Neuerungen (selbst nachstellende Bremsen, elektrisch öffnende Motorhaube) die dann tatsächlich kamen waren der Kundschaft einfach zu wenig. Weiterhin kämpfte die Marke mit Qualitätsproblemen, da die Autos nebenher in anderen Ford Werken gebaut wurden. Üblicher wäre es gewesen man hätte für die Marke ein eigenes Werk eröffnet. Dies führte zu so argen Qualitätsproblemen das Edsel bald zum Backronym für "Every day something else leaks" (Jeden Tag leckt irgendetwas anderes) wurde.

 

DMC12

 

Der DeLorean ist ein weiterer kolossaler Fehlschlag, wenn auch ein sehr hübsch anzuschauender. Nach seinem Rausschmiss bei GM wollte John Z. Delorean seine eigene Automarke gründen. Die Entwicklung zog sich über Jahre hin, es gab alle möglichen Änderungen während der Entwicklung, die Kosten explodierten und ein nicht unerheblicher Teil der Investorengelder versickerte in schwarzen Kanälen. Der Wagen sollte ursprünglich 12.000 Dollar kosten und sehr sicher sein. Beides Attribute die am Ende der Entwicklung nicht mehr eingehalten werden konnten. Zum einen war der Wagen am Ende der Entwicklung mehr als doppelt so teuer wie geplant und zum anderen war von der ursprünglichen Idee des DMC12 (die 12 steht übrigens für den angepeilten Preis von 12.000$) nicht mehr viel übrig. Das Design wurde geringfügig verändert, das Chassis stammte am Ende von Lotus und der ursprünglich angedachte Motor mit ausreichend Leistung wurde gegen den trägen PRV Euro V6 ersetzt. Dazu kamen noch erhebliche Probleme bei der Produktion in Nordirland sowie eine handfeste Absatzkrise Anfang der 80er als der Wagen endlich fertig war. Es gab zwar sehr viele Vorbestellungen, allerdings wurden davon auch viele wieder zurückgezogen. Die übrig gebliebenen Käufer klagten unter massiven Qualitätsmängeln was sehr kostspielige Rückrufe zur Folge hatte. Dazu kam das John Z. DeLorean sich aus Geldnot auf einen dubiosen, gefakten Drogendeal einließ. Dies kam zwar im Prozess heraus und er wurde freigesprochen, allerdings hatte sich das schlechte Image solange der Prozess lief natürlich im Kopf der Menschen festgesetzt. Die Marke ging Pleite und alles was nicht niet und nagelfest war wurde verkauft. Darunter auch Teile der Produktionsanlagen die laut einer Legende auf Anweisung von Maggie Thatcher in der Nordsee versenkt wurden, angeblich mit der Begründung das niemand davon profitieren sollte das die britische Regierung Unsummen in die Firma gesteckt hatte. Dies erwies sich aber als Blödsinn. Die besagten Teile der Produktion wurden zwar tatsächlich in der Nordsee versenkt, allerdings auch nur weil man diese an eine Fischereifirma verkauft hatte die daran Ihre Netze festmachte ;)

 

Plymouth Prowler

 

Der Prowler zählt sicherlich zu den Autos die schon von Anfang an dazu verdammt waren schwer verkäuflich zu sein. Zu ausgefallen die Optik, zu radikal das Konzept. Der Prowler war quasi ein Hot Rod ab Werk. Lang, tief, breit und ohne irgendwelchen praktischen Nutzen. Mal eben einkaufen? Kein Kofferraum! Mal eben mit ein paar Kumpels zum nächsten Burgerhöker? Nur 2 Sitzplätze. Dazu kam das Chrysler entgegen der Erwartungen statt eines V8 einen V6 implantierte. Dazu kam das man die Hot-Rod Optik aufgrund der Crashvorschriften nicht konsequent durchziehen konnte. Der Prowler musste eine Stoßstange haben und die wollte so gar nicht zum Design passen. Diese wirkten als ob man 2 dicke Flügelchen an die Front geschraubt hätte. Damit war der Kundenkreis schon stark eingeschränkt. So kam es dann auch das vom Prowler in 5 Jahren gerade mal 11.000 Stück verkauft wurden. Der Prowler war sicherlich ein Auto für beinharte Indivudualisten ;)

 

Chrysler Airflow

 

Ein weiterer Kandidat aus der Kategorie "seiner Zeit zu weit voraus". Mit dem Airflow wollte man eine möglichst modernes und aerodynamisches Auto entwickeln. Die Idee hinter dem Airflow war es die damals hochmoderne Stromlinienform auf ein Auto zu übertragen. Dafür holte man sich unter anderem die Hilfe vom berühmten Orville Wright! Technisch war der Airflow durchaus innovativ. Nicht nur die Form war den damals üblichen Two-Box Designs weit überlegen sondern auch das Fahrwerk und die Gewichtsverteilung die sich aus der Gesamtkonstruktion ergaben waren damaligen Autos weit überlegen. Der Airflow hatte bei Beladung eine perfekte Gewichtsverteilung und das neu entwickelte Fahrwerk sorgte für ein deutlich sichereres Fahrverhalten im Vergleich zu konventionellen Autos. 1934 kamen dann die ersten Airflow auf den Markt. Leider hatte Chrysler mit massiven Problemen bei der Produktion zu kämpfen da der Airflow aufwändiger zu produzieren war wie jedes andere Auto seiner Zeit. Dies führte zu einer starken Defektanfälligkeit. Dazu waren die Kunden vom Design stark irritiert. Die Verkäufe entwickelten sich so schlecht das Chrysler den Airstream auf den Markt brachte welcher sich wesentlich besser als der Airflow verkaufte was dazu führte das zu Spitzenzeiten 9 mal mehr Airstreams vom Band liefen als Airflows. 1937 stellte Chrysler beide Modelle ein. Am Ende verkaufte Chrysler vom Airflow nicht einmal 30.000 Einheiten. Schon für damalige Verhältnisse zu wenig. Die Form des Chrysler inspirierte dafür andere Automobildesigner! Wer wissen will woher die Inspiration für den VW Käfer kam sollte sich den Airstream mal genauer ansehen ;)

 

Dodge La Femme

 

Eins vorweg: Ja, ich weiß das der La Femme eigentlich kein eigenständiges Modell sondern eher eine Art Ausstattungsvariante war. Diese ist aus heutiger Sicht aber so kurios das es schade wäre Sie hier nicht zu erwähnen. Mit dem La Femme Paket wollte man bei der Chrysler Corp besonders die weibliche Kundschaft stärker ansprechen, da man herausfand das Frauen eine stärker wachsende Zielgruppe darstellen. Die Chrysler Corp baute 2 Concept Cars auf Basis von Chrysler Modellen welche mit Details aufwarteten von denen man glaubte das Sie die weibliche Zielgruppe besonders ansprechen würde. Und in der Tat, das Publikum zeigte reges Interesse an der Idee. So wurde innerhalb des Konzerns die Marke Dodge mit der Umsetzung betraut. So entwickelte man für die Custom Royal Serie das La Femme Paket welches ab 1955 verfügbar war. Dabei griff man ganz tief in die Klischeekiste, ergo Lacktöne wie Rosa, Blumenmustersitze, eine farblich passend zum Auto abgestimmte Handtasche mit allerlei passenden Acessoires (Feuerzeug, Zigarettenetui, Schminkspiegel, Lippenstift etc. pp.) und natürlich eine Halterung für die Handtasche hinter dem Beifahrersitz. Bei Dodge sprach man von einem großen Erfolg, allerdings erklärt das nicht warum man das Paket zum Ende des 56er Modelljahres schon nicht mehr anbot ;) Die genauen Verkaufszahlen kennt man leider nicht so genau, da die La Femmes ganz einfach in die Stückzahlen der normalen Modelle einfloss. Man geht heute davon aus das in beiden Modelljahren zusammen keine 2.500 Autos mit dem La Femme Paket produziert worden sind. Eine interessante Fußnote des amerikanischen Automobilbaus bleibt es allemal ;)

 

Cadillac Cimmaron

 

Cadillac wollte ein kompaktes Luxusmodell als Konkurrenz zu BMW und Co bauen. Die Entscheidung dazu hatte allerdings etwas lange gedauert weshalb man kurzerhand auf den Chevrolet Cavalier als Technikspender zurückgriff. Da die Markeinführung relativ früh starten sollte hatte man in der Entwicklung nicht sehr viel Zeit gehabt den Cimmaron eigenständiger zu machen. Leider übernahm man technisch sehr viel vom Cavalier weshalb der Cimmaron wie ein Cadillac für Arme wirkte was

sich auch im Preis (immerhin nur 12.000$) wiederspiegelte und bei der Stammkundschaft nicht wirklich gut ankam. 89PS aus einem Vierzylinder in der Basis waren für einen Cadillac nicht wirklich angemessen. Entsprechend schleppend waren die Verkäufe. gerade mal 130.000 Exemplare entstanden von 1982-1988.

 

Cadillac Catera

 

Der Catera war ein weiterer Versuch einen "günstigen" Cadillac auf den Markt zu bringen. Dieses mal bediente man sich nicht bei Chevrolet, sondern tatsächlich bei Opel! Der Catera basiert auf dem Opel Omega B. Cadillac brauchte ein Mittelklassemodell da es längst nicht mehr reichte große Limousinen zu bauen. Mit dem Catera erhoffte man sich vor allem gegen die deutsche Konkurrenz besser bestehen zu können. Den Catera gab es ausschließlich mit dem 3 Liter V6 mit 200PS und einer ziemlich umfangreichen Ausstattung. In Tests kam der Catera auch durchaus gut weg, allerdings kam der Catera bei der klassischen Kundschaft nicht gut an. Der klassische Cadillac Käufer erwartete damals noch eine klassische Full-Size Limousine von Cadillac, eine Erwartung die der Catera natürlich nicht erfüllen konnte. Nach 5 Jahren wurde der Catera bereits wieder eingestellt. 2002 kam mit dem CTS ein Nachfolger auf den Markt welcher den Grundstein für Cadillacs neues Image als Anbieter von sportlichen Luxuslimousinen legen sollte.

 

Chevrolet SSR

 

Der SSR ist ein gutes Beispiel dafür was passiert wenn mein ein völlig abgefahrenes Konzept auf die Räder stellt und das Ganze zu teuer verkauft. Der SSR war eine wilde Mischung aus Pick-Up, Hot-Rod und Roadster in Retro Optik. Zwei Sitze, eine Ladefläche, ein elektrisches Stahldach, eine Schuss Retro und fertig war der SSR. Technisch stand der SSR auf der gleichen Plattform wie der Chevrolet Trailblazer und so teilte er sich auch die Technik mit selbigem. Es kamen ausschließlich V8 Motoren aus der Truck Palette zum Einsatz. Erst kam ein 5,3 Liter Vortec V8 mit 300 PS Leistung zum Einsatz, dieser wurde dann aber relativ schnell durch den LS2 ersetzt. Dieser leistete gegen Produktionsende immmerhin 400 PS. Der Wagen kostete 42.000$, zuviel für einen Chevrolet von dem man sich tatsächlich hohe Stückzahlen erhoffte. Von 2003 bis 2006 wurden gut 24.000 Exemplare hergestellt was angesichts der deutlich höheren Erwartungen seitens GM nicht viel war. In Anbetracht des Preises und des außergewöhnlichen Konzepts könnte man aber fast von einem Erfolg sprechen, immerhin war er bei kürzerer Bauzeit erfolgreicher als der ähnlich abgefahrene Plymouth Prowler ;)

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Thu Jan 11 15:00:45 CET 2018    |    Dynamix    |    Kommentare (332)

als-vs-neuals-vs-neu

An allererster Stelle einen Dank an die Diskutanten in meinem Blog die diesen Artikel überhaupt erst möglich gemacht haben :) Der nun folgende Artikel entstand aus der Fragestellung wie gut ein alter Diesel mit über 200.000km noch als zuverlässiger Alltagsbegleiter taugt.

 

Jeder kennt das:

 

Das treue Alltagsvehikel kommt so langsam an dem Punkt an wo man es zur Weide führen muss um Ihm dem Gnadenschuss zu verpassen. Oder es kommt der Punkt an dem der Wagen einfach nicht mehr zum Leben passt. Jetzt ist neues Rad teuer (jaja, ich weiß! Die 5€ liegen bereits in der Kasse für schlechte Wortspiele) und bei vielen geht dann die Grübelei los. Was soll es bloß werden?

 

Dabei haben sich meinen Beobachtungen nach 2 Gruppen herauskristallisiert:

 

Gruppe 1:

 

Der Autokäufer in Gruppe 1 kauft wenn möglich nur Neuwagen, maximal einen jungen Gebrauchten. Altautos sind ihm zuwider weil zu alt und fehleranfällig. Er ist bereit etwas mehr Geld für den Kauf auszugeben wenn er dafür die nächsten Jahre von nervigen Altersgebrechen verschont bleibt. Diese Gruppe schafft den Absprung meistens rechtzeitig, bezahlt das gute Gefühl aber entsprechend.

 

Gruppe 2:

 

Der typische Gruppe 2 Käufer hegt ein Misstrauen gegen alles was jünger als 10 Jahre ist und sich nicht vorher in den Händen von anderen Autofahrern bewährt hat. Für Ihn gilt: Je weniger unausgereifter moderner Schnick-Schnack im Auto steckt umso besser.

 

Gerade hier auf MT trifft man zwangsläufig besonders viele Anhänger beider Gruppen ;) Jeder hat unterschiedliche Erfahrungen gemacht welche dazu führen das man eher zur einen oder zur anderen Gruppe gehört. Ich für meinen Teil bin da etwas gespalten.

 

Für den Alltag würde ich mir wohl nie wieder so ein altes Auto anschaffen. Die Gründe dafür lagen in den Erfahrungen die ich bisher mit alten Autos im Alltag gemacht habe. Stellvertretend dafür sind mein erstes Auto, ein Golf III und der Oldsmobile Alero den ich mal im Alltag gefahren bin. Auch hier sind die Vorraussetzungen ganz interessant das es sich lohnt darauf einmal einzugehen.

 

Der Golf war ein Familienauto. Als Jahreswagen mit vertretbaren 20.000km kam er in unsere Familie. Den Wagen hatten wir 14 Jahre bevor er endgültig wegkam. 11 Jahre und gut 200.000km haben meine Eltern das Vergnügen mit dem Golf gehabt bevor ich Ihn übernommen hatte. In dieser Zeit vielen natürlich einige Verschleißreparaturen an und als ich den Wagen übernommen hatte wurde dies nicht besser. Folgende Teile habe alleine ich in den gut 2,5 Jahren Haltezeit erneuern müssen:

 

- Bremse vorne komplett

- Bremse hinten komplett

- Feststellbremse komplett

- Zahnriemen

- Keilriemen

- Wasserpumpe

- Anlasser

- Flexrohr

- Auspuff

- Kupplung

- Zündung komplett

- Temperatursensor

- Bremsleitungen

- ABS Sensoren

 

Unzählige andere Kleinigkeiten die dafür sorgten das ich am Ende fast monatlich in der Werkstatt gestanden habe. An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen das es sich hier um ein Auto handelte das immer sofort repariert und rechtzeitig gewartet wurde. 2 dicke fette Ordner mit allen möglichen Reperatur- und Servicerechnungen zeugen heute noch davon. Alleine ich habe in der Zeit knapp 3000€ an Reparaturen in den Wagen versenkt.

 

Schauen wir doch mal auf den Alero. Der war bei Kauf auch schon 15 Jahre alt, hatte "gerade mal" 140.000km gelaufen und war bei der Probefahrt eigentlich ganz gut. Lediglich die Reifen waren Mist, aber das war mit gut 300€ schnell behoben. Die Wartungshistorie war nebulös und bis auf die Beteuerungen des Vorbesitzers und dem letzten TÜV Bericht hatten wir eigentlich nichts. Egal, der Wagen war nicht teuer, da muss man mit Defekten rechnen. Diese kamen dann auch ;) Erst war ein Radlager hin weil der Vorbesitzer nur das Radlager gewechselt hatte das Geräusche machte :rolleyes: Da man sowas immer paarweise wechselt habe ich gleich beide vorne neu machen lassen und dieses mal mit hochwertigen Teilen. Zwischendurch sponn die Wegfahrsperre immer mal herum. Der Hammer kam dann eigentlich als die Ansaugkrümmerdichtung kaputt ging. Das war mal eine richtig teure Reparatur die mich nicht nur tonnenweise Zeit, sondern auch richtig Nerven und Geld gekostet hat. Auch hier hatte sich das Alter des Wagens einfach bemerkbar gemacht ;) Wir tauschten die Teile alle durch wobei mich allein die Teile und die benötigten Werkzeuge locker mal 1000€ gekostet haben dürften. Auch hier folgten wieder diverse Kleinigkeiten die beseitigt werden wollten. Das ich den Wagen kurz darauf dann selbst hingerichtet habe war da auch nicht mehr so schlimm :D

 

Wie man sieht habe ich wie so viele vor mir die Erfahrung machen müssen das alte Autos einfach Zeit und Geld fressen. Für mich hat sich dabei folgende Regel herauskristallisiert:

 

Für den Alltag so neu wie möglich, für den Spaß so alt wie nötig.

 

Bei einem Spaßauto kann ich mit einem gewissen Alter und den dazugehörigen Gebrechen prima leben da man in der Regel auf so ein Auto nicht angewiesen ist. Beim Daily sieht es da wie gesagt anders aus. Wenn man jeden Monat zittern und beten muss nicht liegenzubleiben zerrt das ordentlich an den Nerven. Mittlerweile bin ich in einem Alter in dem man auf sowas einfach keinen Bock mehr hat.

 

Klar kann man sich auch mit relativ neuen Autos auf die Fr**** legen wie man an meinem Peugeot gut sieht. Wie es anders laufen kann zeigt momentan unser Mii. Er ist jetzt seit gut 2 Jahren bei uns und bisher haben wir mit dem Wagen wirklich kein ernsthaftes Problem (eine durchgebrannte Sicherung, ein Nagel im Reifen, that's it!) gehabt. Auch diese Erfahrung haben schon viele Autofahrer vor mir gemacht.

 

Zum Schluss also die große Frage:

 

Muss es für euch was neues sein oder gehört Ihr eher zu denen die im Alltag was gut abgehangenes brauchen?

 

Ihr dürft eure Erfahrungen gerne mit persönlichen Erfahrungsberichten garnieren :)

 

Kleiner Hinweis zum Schluss:

 

Ich bin mir bewusst das dieses Thema zu hitzigen Diskussionen führen kann, deshalb bitte ich jetzt schon mal um die Wahrung einer ordentlichen Gesprächskultur :)

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Sun Dec 24 15:38:57 CET 2017    |    Dynamix    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: lane, Memory

Zuerst einmal:

 

Eine Frohe Weihnacht an alle meine Leser und alle die sich hier sonst noch so hinverirrt haben :D Zum heutigen Fest der Feste habe ich beschlossen mir mal selbst ein kleines Geschenk in Form eines Artikels zu machen.

 

Die Wahl des Fahrzeugs ist für mich dabei so offensichtlich, dass ich mich selbst frage wie ich es schaffe seit 4 Jahren zu bloggen ohne einen einzigen Artikel zu dem Wagen zu machen?! Warum gerade der Barracuda? Nun, viele werden jetzt denken: Na, weil er cool ist!

 

Bei mir hat es aber noch eine ganz andere Bewandnis. Dieses Auto ist Schuld! Schuld an vielem! Schuld an eigentlich überhaupt allem! Es fing alles vor gut 20 Jahren mit einem Computerspiel namens Interstate 76 an. Keine Panik, Ihr müsst das Spiel nicht kennen. Ich umreiße nur grob den Inhalt damit das Wieso?/Weshalb?/Warum? verständlicher wird. In dem Spiel geht es darum sich mit schwer bewaffneten Muscle Cars gegenseitig den Garaus zu machen. Wie der Titel es verrät spielt das Spiel in den 70ern, weshalb die Muscle Cars da zeitlich natürlich wunderbar hereinpassen. In diesem Spiel fuhr die Hauptfigur einen "Picard Piranha". Natürlich wusste ich mit dem fiktiven Auto nichts anzufangen, aber mir gefiel die Form sehr. Spulen wir an der Stelle etwas vor:

 

Jahre später war das Spiel längst vergessen, aber das Auto nicht so wirklich. Mein Interesse für US-Cars beschränkte sich auf das Schauen diverser DMAX Serien über die man zwangsläufig mit diversen Infos über US-Cars konfrontiert wird. Nebenher recherchierte ich gelangweilt immer mal wieder zu den verschiedenen Autos. Ich stieß auf die Webseite eines amerikanischen Muscle Car Clubs auf der die wichtigsten Autos der Ära und deren Modelljahre im Detail vorgestellt wurden. Ich klickte mich also durch bis ich plötzlich wie vom Blitz getroffen an einem ganz bestimmten Bild hängenblieb. Es war das Bild auf dem das Heck eines 70er Plymouth Barracuda zu sehen war, besonders gut zu erkennen an seinen Rückleuchten. Es fing in meinem Kopf an zu rotieren. Irgendwo hattest du das doch schon mal gesehen?! Als ich ein paar weitere Bilder suchte fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Das war doch das Auto aus dem Spiel damals! An dem Punkt war alles vorbei. Ich war unsterblich in diesen Raubfisch verliebt und damit sprang der US-Car Funke bei mir völlig über. Fortan sog ich alle Infos zu US-Cars auf derer ich irgendwie habhaft werden konnte. Ein Artikel in der Chrom und Flammen über einen der 11 71er Hemi Cuda Convertibles machte es mir nicht gerade leichter von dieser Sucht loszukommen ;) Fangen wir aber mit dem eigentlichen Artikel an.

 

Geschichte

 

Der Barracuda kam im Jahre 1964 erstmalig auf den Markt und ist streng genommen das erste Pony Car der Welt, kam er doch ganz knapp (2 Wochen) vor dem Ford Mustang auf den Markt. Da aber Ford aber eine unfassbare riesenmenge Geld in das Marketing des Mustang gepumpt hatte ging der Barracuda ziemlich unter. Hätte Chrysler das Marketingbudget gehabt, die Klasse der Pony Cars würde wohl heute Fish Cars oder ähnlich heißen :D Naja, ist in dem Falle wohl auch besser so. Pony klingt doch irgendwie besser als Fisch ;)

 

Wo wir gerade bei Namen sind. Ursprünglich hatten die Verantwortlichen bei Plymouth den Namen "Panda" für den Barracuda angedacht. Diese Idee kam aber bei den Designern überhaupt nicht an, weshalb man den Namen schnell verwarf. Am Ende setzte sich der Vorschlag des Designers John Samsen durch, weshalb der Barracuda dann eben Barracuda hieß.

 

Wie der Mustang war auch der Barracuda ein schickes Sportcoupe auf Basis eines biederen Kompaktwagens. War es beim Mustang der Ford Falcon, so war es beim Barracuda der Plymouth Valiant der den Technikspender spielen durfte. Beide teilten sich die A-Body Plattform des Chrysler Konzerns. Der Barracuda setzte wie viele US-Cars seiner Zeit auf das klassische Rezept bestehend aus hubraumstarken Motoren und Hinterradantrieb. Es wurden viele Teile vom Valiant übernommen um die Kosten niedrig zu halten. Dabei bediente man sich nicht nur der Technik sondern teilweise auch der Optik des Valiant. Das auffälligste Merkmal des Barracuda war sicherlich sein riesiges Heckfenster welches an den Außenkanten rundlich zur C-Säule verlief. Dies stellte den Hersteller PPG sowie Chrysler vor ein paar Schwierigkeiten, wurde so eine Scheibe doch bis dato in keinem Serienfahrzeug verbaut. Man schaffte es schlussendlich und der Barracuda bekam damit die größte Heckscheibe die jemals in einem Serienfahrzeug verbaut wurde.

 

Anfang waren 3 Motoren verfügbar, 2 Versionen des Slant 6 Reihensechszylinders und ein V8 Motor. Die erste Generation wurde nur 2 Modelljahre gebaut. Dies lag unter anderem daran das der Mustang dem Barracuda nicht nur die Show, sondern auch die Kunden wegnahm. Aus diesem Grund entschied man sich für das Modelljahr 1967 ein paar Änderungen an dem kleinen Raubfisch vorzunehmen.

 

Zum einen bekam der Barracuda eine verlängerte A-Body Plattform wodurch der Radstand um 2" auf 108" wuchs. Zusätzlich bekam der Barracuda eine neue Außenhülle, auch wenn er sich immer noch den Unterbau und die Technik mit dem Valiant teilen musste. Da die Konkurrenz in der Klasse immer größer wurde musste man sich auch bei Chrysler etwas einfallen lassen. Aus dem Grund bekam der Barracuda mit jedem Modelljahr immer stärkere Motoren. So kamen über die Jahre V8 Motoren zum Einsatz. Von eher zahmen und kompakten 8-Zylindern bis zum starken Chrysler "B"-Block gab es genügend Auswahl für Kunden mit einem gesunden Appetit auf Leistung. 1968 kam dann der legendäre Hemi Motor zum ersten Mal zum Einsatz. Er wurde lediglich 50 mal verbaut, da er hauptsächlich bei Viertelmeile Rennern zum Einsatz.

 

1970 dann kam der große Schnitt. Die Chrysler Corp stellte eine völlig neue Generation Pony Cars vor. Auf Seiten von Dodge war dies der brandneue Dodge Challenger, während man bei Plymouth auf den bewährten Namen Barracuda zurückgriff. Beide standen auf der neuen E-Body Plattform welche wiederum eine modifizierte B-Body (nein, nicht die von GM!) Plattform war. Auch wenn sich beide die gleiche technische Basis (wobei sich die Radstände unterscheiden!) teilen so bekamen beide völlig eigenständige Karosserien. Gewisse Ähnlichkeiten im Design sind trotzdem nicht zu leugnen ;) Die Fastback, welches es beim Vorgänger noch gab, wurde komplett eingestampft, stattdessen konzentrierte man sich ganz auf Coupe und Convertible. Durch den größeren Motorraum passten jetzt auch endlich größere Motoren ohne Schuhlöffel und Karosseriearbeiten in den Barracuda. Das führte dazu das die mit dem Vormodell eingeführte Performancevariante "Cuda" noch potentere Motoren in Form des mächtigen 440ers und des legendären Hemi Motors bekamen. Neben den potenten Motoren und der gefälligen Form wurde der Barracuda, wie andere Mopars seiner Zeit, durch seine schrillen Farben bekannt. Die sogenannten "High Impact Colors" trugen Namen wie:

 

"Lime Light" (schrilles grün)

"Bahama Yellow" (kräftiges gelb)

"Tor Red" (kräftiges rot)

"Lemon Twist" (kräftiges helles gelb)

"Curious Yellow" (kräftiges gelb)

"Vitamin C" (knalliges Orange)

"In-Violet" (dunkles Violett, vergleichbar mit Plum Crazy)

"Sassy Grass" (etwas dunkler als lime light)

"Moulin Rouge" (Pink!)

 

Wie üblich verpasste man Ihm mit jedem Modelljahr ein paar optische Retuschen um die Optik frisch zu halten. Mein persönlicher Favorit sind dabei die 71er Modelljahre mit Ihrem Haifischkiemengrill und den Doppelscheinwerfern auch wenn Enthusiasten meist die 70er Modelle bevorzugen.

 

Bis zum Ende der Baureihe wurden die Motoren immer schwächer und die Autos gleichzeitig schwerer, da Sie neue Sicherheitsstandards erfüllen mussten. Da Benzin auch immer teurer wurde und die Versicherungen einen Feldzug gegen die Pony Cars führten ließ das Interesse der Kundschaft im Eiltempo nach, weshalb die Baureihe 1974 dann schlussendlich eingestellt wurde. Die Muscle Car Wars waren damit endgültig vorbei.

 

Technik

 

 

1964-1966

 

Im ersten Modelljahr waren 2 Slant 6 Reihensechszylinder und ein V8 Motor verfügbar. Der Basissechsender holte aus 2,8 Litern 101 PS, während die größere Version aus 3,7 Litern etwa 145 PS bereitstellte. Topmotor war der brandneue 4,5 Liter LA V8 mit 180 PS. Bereits im 65er Modelljahr strich man für den amerikanischen Markt den 2,8 Liter Slant Six und so wurde der 3,7er Reihensechszylinder die neue Basismaschine, auch wenn die kleinere Version in Kanada immer noch angeboten wurde. Dem V8 verhalf man mit dem neuen Modell "Formula S" und dem Commando Paket zu mehr Leistung. Statt des kleinen 2-fach Vergasers kam nun ein 4-fach Vergaser zum Einsatz. Dies und eine höhere Verdichtung von 10,5:1 verhalfen dem Motor zu gut 235 PS. Für 1966 änderte man an den Motoren nichts mehr. Getriebeseitig waren neben Schaltgetrieben auch das Torqueflitegetriebe erhältlich. Das Torqueflite mit den Druckknöpfen zur Gangwahl wurde 1964 zum letzten mal angeboten und so kam es nur im allerersten Modelljahr des Barracuda zum Einsatz.

 

1967-1969

 

1967 war der 225 cui Slant Six immer noch der Basismotor, dafür änderte sich bei den V8 Motoren einiges. Der bekannte 273er V8 war jetzt dank diversen Vergaseroptionen (2- und 4-fach) in verschiedenen Leistungsstufen erhältlich. In diesem Modelljahr hielt auch der 383er "B" Block Einzug in den Barracuda. Dieser leistete 280 PS und markierte die Leistungsspitze im 67er Modelljahr. 1968 ersetzte man den 273er durch den 318 cui "LA" Motor. Ebenso neu war ein 340 cui V8 mit 4-fach Vergaser. Der 383er "B" Block bekam den Namen "Super Commando" verpasst. Aber nicht nur am Namen, sondern auch an der Technik wurde gefeilt. Der Motor bekam eine neue Ansaugbrücke, Nockenwelle und Zylinderköpfe. Dies steigerte die Leistung auf 300 PS. Im gleichen Modelljahr wurden auch die 50 Super Stock Hemi Barracudas gebaut. 1969 kam dann etwas Bewegung in das Motorenprogramm. Nicht nur das der 383er noch einmal eine Leistungsspritze auf 330 PS bekam, es wurde auch ein neues Trimpaket namens "Formula S" eingeführt welches mit verschiedensten Motoren erhältlich war. Darunter waren ein 340er, der bekannte 383er und erstmalig der neue "Super Commando" mit 440 cui (7,2 Liter).

 

1970 - 1971

 

1970 gab es neben dem 225er Slant Six eine neue Basismotorisierung mit 198 cui. Bei den 8-Zylindern machte der 340-4V Motor den Anfang welcher immerhin 275 PS leistete. Diese entfiel allerdings bereits 1971 wieder. Die nächste Ausbaustufe markierte der 383 4V welcher in der Performance Variante 335 PS leistete. Danach ging es schon in das Territorium der Big Blocks. Die "schwächste" Version war hier der bekannte 440er der 375 PS leistete. Den gleichen Motor gab es 1970 auch mit Six-Pack Vergaseranlage (3-Doppelvergaser) wodurch der Motor auf 390 PS kam. Die Spitze bildete der mächtige 426er Hemi mit 2 Doppelvergasern welcher 425 PS leistete. 1971 nahm der 383er mit 2-Fachvergaser die Rolle des 340er 4V Motors ein, weshalb auch er 275 PS leistete. Die Performance Variante des 383ers fiel weg und so leistete der Motor maximal 300 PS. Der 440er war nur noch als Six Pack erhältlich und auch er büßte etwas an Leistung ein. Statt der 390 PS leistete er nun 385 PS. Die Spitze markierte unverändert der Hemi Motor.

 

1972 - 1974

 

Technisch änderte sich in den letzten Modelljahren nicht viel. Die Karosserie bekam wie gewohnt ein paar optische Retuschen, darunter fielen die Rückleuchten welche jetzt rund waren. Der Big Blocks flogen aus dem Programm, genauso wie die 6-Zylinder. 1972 blieben somit nur ein 318er und ein 340er V8 übrig. Dies war unter anderem den immer strenger werdenden Abgasgesetzen geschuldet. Im späten 73er Modelljahr ersetzte ein etwas stärkerer 360er V8 den 340er.

 

Trimlevel

 

Base: Wie der Name schon sagt handelte es sich hierbei um ein Basismodell, welches in den Modelljahren 1970 und 1971 angeboten wurde.

 

Barracuda Coupe: Diese Version gab es ebenso nur von 1970 bis 1971 und stelle so etwas wie die Billigversion da. Diese war noch unterhalb des Basismodells angesiedelt. Diese Version kam ab Werk mit dem Slant Six Reihensechszylinder.

 

Gran Coupe: Diese Version war überhalb des Basismodells angesiedelt und deutlich luxusorientierter.

 

Formula S: Der Formula S war eine Sportversion welche im Jahr 1965 eingeführt wurde. Neben dem 383er Commando Motor bekam der Barracuda mit diesem Paket auch ein paar Performance Upgrades spendiert. Darunter fielen ein sportlicheres Fahrwerk, größere Reifen auf größeren Felgen, ein Drehzahlmesser und ein paar optische Aufwertungen um den Formula S von den Standardvarianten abzuheben. Später im 65er Modelljahr kamen noch Scheibenbremsen und eine Klimaanlage dazu.

 

Cuda': Dies war ab 1969 die offizielle Sportversion des Barracuda. Im ersten Modelljahr basierte diese auf dem Formula S.

 

Für den Cuda gab es im Laufe der Zeit einige interessante Optionen welche nicht nur die Performance verbesserten. Eine dieser Optionen ist die berühmte "Shaker Hood", eine Motorhaube mit einem Loch in der Mitte wodurch der speziell für diese Haube angefertigte Luftfilter ragte. Der Name leitete sich von den Schüttelbewegungen des Motors ab welche man dank des durch die Haube ragenden Luftfilters sehen konnte.

 

Eine eher skurrile Option war das "Mod Top" Paket. Dabei handelte es sich um ein sehr spezielle Optikpaket. Wer diese Option ankreuzte erhielt ein Vynildach sowie Tür- und Sitzintarsien mit Blumenmuster!

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