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19.08.2020 22:57    |    Dynamix    |    Kommentare (32)    |   Stichworte: 4, Caprice, Chevrolet, Sheriff

Heute gibt es ein kleines Jubiläum. Dieser Artikel ist nicht nur der an dem der Sheriff, zumindest äußerlich, fertig wird sondern auch der 200. Artikel in meinem Blog überhaupt! Witzigerweise war der 100. Artikel jener als es um den Kauf des Sheriffs ging. Jetzt dreht sich der 200. Artikel ebenso um den Sheriff. Wenn das mal kein Zufall ist ;)

 

Dieser Artikel ist schon ein Oldtimer bevor er überhaupt veröffentlicht wurde. Der Artikel lag jetzt schon über zwei Jahre auf Halde und die Geschichte zieht sich entsprechend seit 2017. Warum? Weil ich die Decals zwar seit 2018 schon mehr oder weniger fertig als Vectorgrafik hatte, ich allerdings entweder keine Zeit hatte mich mit dem Druck zu befassen oder andere Dinge an dem Wagen einfach Vorrang hatten. Dazu ist es nicht ganz günstig die Decals drucken zu lassen, besonders weil Sie den Originalen so nah wie möglich kommen sollten und wir dazu auch eine ordentliche Folienqualität haben wollten. Vom herumliegen werden die Decals auch nicht besser und so wollten wir lieber warten bis wir mit allem soweit sind das man die Decals mehr oder weniger direkt nach dem Drucken aufkleben kann. Zwischenzeitlich hatten ja dann noch einige technische Dinge an dem Wagen Vorrang (was dann zugegebenermaßen etwas eskaliert ist weil wir plötzlich Ansprüche hatten :D) bevor wir uns endgültig um die Optik kümmern konnten ;) Hier zählt eine gute Vorbereitung! Nichts ist frustrierender als mehrere hundert Euro für die Decals auszugeben und dann nach einem Jahr festzustellen das diese sich wieder ablösen, ausbleichen oder aufgrund von Lackdefekten wellig werden. Da sollte man sich im Vorfeld schon gut informieren und/oder einen Experten zur Hand haben. Jetzt aber zum eigentlichen Artikel:

 

Angefangen hatte ich damit schon Ende 2017 und für einen Anfänger ist das Ganze gar nicht so einfach :( Glücklicherweise habe ich einen Bekannten der sich mit der ganzen Sache super auskennt und von dem ich dann auch die passende Software gekauft habe. Er hatte auf eine neuere Version geupgraded und brauchte die alte Software nicht mehr. Er hatte mir angeboten diese zu kaufen und damit die Decals zu erstellen. Ein paar Euro ärmer und um Corel Draw X8 reicher machte ich mich dann an den Stern.

 

Ich fing damit an aus den Originalbildern des Decals eine Vorlage zu vektorisieren. Wenn man ein bisschen mit den Einstellungen herumspielt geht das einigermaßen. Allerdings stelle ich später fest das die Vorlage leider schief abfotografiert wurde und dementsprechend mein Stern auch schief war.

 

Danach ließ ich das Ganze erst einmal ein bisschen ruhen da es für einen Anfänger ohne Anleitung doch schnell frustrierend wird. Nach dem Lightbar Wochenende Ostern 2018 hatte mich das Fieber aber wieder ein bisschen gepackt da ich die Umrisse des COP Schrifzugs auf der Fahrerseite komplett nachmalen konnte. Dies bekam auch mein Bekannter mit der sich dann gleich mal daran machte den Schriftzug nachzubauen. Als Schriftart hatte er eine ausgemacht die ich zwar erst ausgeschlossen, aber wenn ich jetzt mal die kompletten Schatten mit der Vorlage vergleiche kommt es doch hin.

 

Bei der Gelegenheit schickte ich Ihm auch meinen Stern. Daraufhin war er so nett diverse Änderungen an meiner Vorlage vorzunehmen. Was mir zu Gute kam war die Tatsache das er selber gerade an einem ähnlichen Decal mit dem selben Stern arbeitet. Er zog mir also den Stern gerade und machte Teile des Innenlebens für mich. Dieses schickte er mir dann. Daraufhin packte mich der Ehrgeiz und ich wollte das Ganze fertig machen. Also vektorisierte ich aus einem anderen Bild das fehlende Innenleben und passte dieses entsprechend an. Nach mehreren Stunden ohne Pause war ich dann irgendwann nachts um halb 2 mehr oder weniger fertig und das nicht nur geistig :D

 

Dies schickte ich dann nach einer Mütze Schlaf unserem Bekannten. Da er ein Perfektionist ist knöpfte er sich das Ganze noch einmal vor und machte diverse Korrekturen. Schrift begradigen, Innenleben noch einmal ein bisschen liften und andere Kleinigkeiten wie Schatten etc. pp. Jetzt habe ich quasi eine perfekte Vorlage auf der ich nur noch die Kreuze einfügen musste. Kein großes Thema, da ich dafür einfach nur die alten übernehmen musste :cool:

 

Im Prinzip habe ich also jetzt 2 Versionen und ich finde beide sehen ziemlich cool aus, auch wenn die eine Version wirklich stellenweise etwas schief ist wobei Sie sich da nicht wirklich vom Original unterscheidet :D

 

Spulen wir an der Stelle wieder in die Gegenwart vor:

 

In den Monaten/Jahren davor war an dem Auto in technischer Hinsicht viel passiert. Jetzt wo die Vorderachse, die Bremsen und alle anderen Macken auch soweit erledigt waren, konnten wir ernsthaft über die Optik nachdenken. Dafür muss an der Außenhaut "nur" ein paar Stellen ausgebessert werden. Dafür muss der Wagen aber erst einmal zum Lackierer da man beim entfernen der alten Decals nicht wirklich behutsam mit dem Auto umgegangen ist. An der Beifahrertür fehlten einige Lackschichten die beim entfernen mit runtergekommen sind. Gleiches am Kofferraumdeckel, auch wenn dort die Stellen deutlich kleiner ausgefallen sind und nicht größer sind als eine Erbse.

 

Zum Glück hatte unser Vereinskollege, diese im Zuge der Reparatur der Lenksäule ausgebessert. Jetzt war der Wagen nach all den Jahren des Wartens und investierens endlich bereit für die Decals! :cool: Wobei, vorher sollte der Wagen noch eine Aufbereitung bekommen. Wenn man sich schon die Mühe macht die Decals zu machen ist es schon sinnig dem Lack VOR dem Aufkleben etwas Liebe zu gönnen. Nachher kommt man ja an die Stellen nur noch schwerlich ran. Also bekam der Wagen noch ein Pflegewochenende spendiert mit waschen, kneten und polieren. Wie man sehen kann ist das Ganze schon ganz gut geworden :)

 

Wir setzten uns daraufhin mit unserem Vereinskollegen (ja, der selbe der uns vorher mit der Erstellung geholfen hat. Grüße an dieser Stelle an Torsten :)) zusammen der mir bei der Erstellung der Decals geholfen hat. Als Profi hat er schon einige Möglichkeiten die Decals selber zu machen. Lediglich für den Digitaldruck brauchte es noch eine gute Druckerei. Aber auch hier konnte er uns weiterhelfen. Wir wollten schließlich eine gute Qualität damit der Spaß auch lange hält und ich glaube mit weniger hätte er sich auch nicht zufrieden gegeben :cool: Zum einen muss man sich entscheiden welche Folienqualität man will. Da bei den Behörden in den USA die 3M Folien sehr beliebt sind haben wir uns für diese entschieden, auch wenn diese deutlich teurer sind als die Standardfolien. Dafür halten diese auch länger und sind strapazierfähiger! Preislich kann man so 30-40€ für den Meter 3M Folie rechnen, normale Folie bekommt man schon für gut die Hälfte. Danach ging es in die Details.

 

Die Schriften kann er komplett selber herstellen. Dafür muss er den Schriftzug nur in 2 Schritten plotten. Eine Folie für den schwarzen "Rand" und eine goldene Folie die genau mittig auf den schwarzen draufgesetzt wird so das man den Effekt mit dem schwarzen Rand hat. Die zweite Folie wird also genau mittig auf die erste appliziert was einen netten Mini 3D-Effekt bringt :)

 

Interessanter wird es bei den Sternen. Da diese etwas komplexer sind braucht es dafür einen Digitaldruck. Das Prinzip dahinter ist faszinierend. Dabei wird auf die Folie mit einem Thermodrucker die Farbe aufgebracht. Da man bei diesem Prozess nur einen bestimmten Goldton produzieren kann, wird die Farbe hier von denen der Schriftzüge abweichen. Aber was will man da machen? Besser geht es technisch nicht und am Ende ging es nur besser wenn man die Originale bekäme. Das können wir aber vergessen, da das Design in der Zwischenzeit schon mehrfach geändert wurde und die Vorlage mit Sicherheit nicht mehr existiert. Davon ab sind viele Behörden, verständlicherweise, ziemlich restriktiv was das Herausgeben der Originale angeht. Einige wenige Departments machen es, die allermeisten aber nicht. Allerdings ist das alles jetzt auch nicht so schlimm. Begründung folgt ;)

 

Die Decals werden im Original schlechter gewesen sein als das was wir jetzt machen, mal davon ab das die zum Teil krumm und schief sowie null gleichmäßig draufgeklebt wurden :D Bei Auto A sitzt der Stern an Position X, an Auto B an Position Y und das Ganze kann man auf die Schriftzüge problemlos übertragen. Beim Vergleichen des Beispielsfotos mit unserer Tür kam es mir auch so vor als ob der Stern an unserer Tür größer war, aber das sollte erst später noch ein Thema werden.

 

Der Druck sollte noch ein paar Tage dauern, da die Druckerei die beauftragt werden sollte erst ab Anfang Juli wieder verfügbar war. Die Druckerei war dank Corona in Kurzarbeit und Ende Juni bekamen die noch einen Großauftrag vom BVB herein was die paar wenigen personellen Kapazitäten natürlich vollständig gebunden hat. Dies gab uns aber noch ein paar Tage Zeit um Vorbereitungen zu treffen. Ich schickte die fertigen Vectorvorlagen an unseren Decalmeister incl. der ganzen Maße die wir damals ausgemessen hatten, schließlich müssen die Vorlagen auf die entsprechende Größe angepasst werden damit Sie beim Drucken auch die richtige Größe haben ;)

 

Nach Begutachtung unseres Vereinskollegen stellte sich heraus das da was bei den Decals noch nicht so ganz passt. Der Sheriff Schriftzug hatte noch nicht ganz das richtige Format was die Dicke der Buchstaben und die Abstände angeht. An dem Kram hab ich mir die Zähne ausgebissen, weshalb er netterweise das Ganze "auf die Schnelle" angepasst hat :) Sah danach auch schon ziemlich so aus wie ich das haben wollte. Nur noch ein paar Feinheiten, aber das hatte er im Vorfeld schon gesagt. Den C.O.P Schriftzug hatte er damals für uns schon gemacht. Da wir hier gar keine Vorlage hatten, außer den Schatten auf dem Lack, hat er es so gemacht wie es wohl am ehesten hinkommt. Aufgrund der Schatten waren wir uns aber einig das man hier wohl schlicht den selben Schrifttyp genommen hat. Deshalb haben wir uns hier entschieden da die gleiche Farbgebung zu wählen. Wir denken das sich damals keiner die Mühe gemacht hat für den einen Schriftzug noch eine andere Schriftart oder Farbe auszudenken. Außerdem wäre damit das einheitliche Gesamtbild des Autos gewahrt. Ein paar Tage später bekam ich die korrigierten Sheriff Schriftzüge zurück. Jetzt passten auch die ganzen Abstände und die Dicke der Buchstaben :cool:

 

Dann war da aber noch die Sache mit dem Stern. Da wir den Stern nur ohne die Kugeln an den Spitzen ausmessen konnten war hier Rätselraten angesagt. Hätten wir hier die Maße 1:1 übernommen wäre der Stern zu klein geworden. Wobei es mir wie gesagt so vorkam als ob die Autos eh kreuz und quer und null einheitlich beklebt wurden. Wir haben uns da jetzt an den Maßen orientiert die wir gemessen hatten. Ich behalf mich hier eines kleinen Tricks um es wenigestens zu 99% maßhaltig hinzubekommen. Dafür machte ich mir Hilfslinien welche die Höhe und Breite der Messungen hatten. Daraus bastelte ich dann ein Rechteck mithilfe dessen ich den Stern noch etwas in alle Richtungen streckte. Die "Spitzen" musste ich dann mit etwas Augenmaß und mit Hilfe der Zugfunktion mehr oder weniger schätzen, aber besser geht es bei den bisschen Vorlagen die wir hatten einfach nicht. Ich schickte das Ganze dann fertig zu unserem Grafiker für eine weitere Einschätzung. Er hat dann den Stern auch noch einmal erweitert sodass man die Spitzen sehen kann und kam zu dem Schluss das ich die Sterne in der passenden Größe angelegt hatte. Muss ja auch mal was klappen was ich anpacke :D Jetzt konnten wir nur noch warten und hoffen das es gut wird. Die Schriftzüge fertigt er komplett selbst, da man hier nur die farbigen Folien braucht die dann entsprechend in Form geplottet werden. Bei dem Stern wird es schon etwas kniffliger. Die Druckerei hat, mal wieder wegen Corona, Lieferengpässe bei der hochwertigen 3M Folie. Es war zwar schon nachbestellt worden, aber die Ware war noch nicht da. Entsprechend zog sich das Ganze noch ein paar Wochen bis die Folie da war un die Druckerei mit der Arbeit beginnen konnte. Ende Juli war es dann soweit und zumindest die Sterne sollten fertig sein. Leider kam die Ernüchterung ganz schnell. Bei der Abholung stellte unser Vereinskollege fest das der Rand beim Druck nicht symmetrisch war. So waren die schwarzen Ränder auf der linken Seite sehr dick und auf der rechten Seite so gut wie nicht vorhanden. Dazu ist der Goldton dann doch etwas zu dunkel geworden. Ging natürlich gar nicht, also alles auf Anfang und alles neu machen. Aber so bekamen wir schon mal einen Eindruck von der Druckqualität und an der gab es wirklich nichts auszusetzen! Diesen ersten Entwurf könnt Ihr im Titelbild sehen ;)

 

Da die Druckerei versprach das Ganze dieses Mal etwas schneller zu machen ließen die neuen Decals nicht ganz so lange auf sich warten. Nach einer guten Woche waren die Decals bereit zur Abholung und unser Kollege bereitete passend dazu auch direkt die Schriftzüge vor. Bereits am selben Abend bekam ich die Bilder von der Produktion der Schriftzüge. Diese werden nicht gedruckt sondern aus zwei verschiedenen Schriftzügen hergestellt, da die Schrift einen schwarzen Rand hat. Dazu wird die Schrift einmal in etwas größer produziert, diese dient dann als Hintergrund. Darauf wird dann die etwas kleiner geplottete goldene Folie aufgebracht und zentriert. Dadurch ergibt sich ein ein kleiner 3D-Effekt :cool:

 

Wie man auf den Bildern sehen kann macht sich das Ganze schon ganz gut. Jetzt konnten wir nur noch warten bis die Druckerei mit den neuen Sternen fertig war. Die Druckerei wollte sich beeilen den Fehler auszubügeln und so wollte man die Decals dieses Mal schneller fertig gedruckt haben als das letzte Mal. Da wir eh erstmal eine Woche im Urlaub waren kam uns die Bearbeitungszeit entgegen. Beim letzten Mal hatten Sie zwei Wochen gebraucht, wenn Sie jetzt eine Woche brauchen wäre das perfekt. Nun, so schnell ging es dann leider doch nicht. Nachdem fast drei Wochen herum waren fragte ich bei unserem Kollegen dann doch mal an ob er was von der Druckerei gehört habe. Hatte er natürlich nicht, aber er fragte direkt mal nach. Dort gab es dann die Info das man die Decals noch am gleichen Tag drucken wollte. Abends bekam ich dann auch schon die Info das die Decals bereits abgeholt worden sind und fertig zur Abholung sind :) Dieses Mal waren die Decals gerade und die Druckerei hat wohl noch etwas an der Farbe herumgespielt damit das Ergebnis noch besser wird. Auf den Bildern kam das schon richtig gut und wir waren gespannt wie das erst in der Realität aussehen würde :)

 

Also klärte ich mit unserem Mechaniker Kollegen wann er Zeit hätte die Decals zu kleben. Da ich noch Urlaub hatte war ich da zeitlich noch flexibel. Zwei Tage später hatte er Zeit und es passte auch zeitlich für unseren Drucker Kollegen. Also stand der Plan! Zwei Tage später fuhr ich wieder mal Richtung Ruhrgebiet um die Decals zu holen und um diese gleich anbringen zu lassen. Praktischerweise wohnte unser Vereinskollege welcher die Decals gefertigt hat im selben Ort wie unser Vereinskollege der die Decals mit uns kleben wollte. So konnten wir Abholung und Beklebung in einem Abwasch erledigen :cool:

 

Dank diverser Baustellen und der Breite des Caprice konnten wir den Zeitplan zwar nicht ganz einhalten, aber besser spät als gar nicht. So holten wir auch erst die Decals ab. Netterweise durften wir einen der Fehldrucke behalten, der bekommt einen Ehrenplatz :cool: Im Vergleich konnte man sehen das die Druckerei da noch etwas an der Farbe gefeilt hat um das Gold im Stern noch etwas realistischer hinzubekommen. Dadurch wirkt die Farbe jetzt sichtbar dunkler als bei den Schriftzügen, aber davor wurden wir ja schon gewarnt. Ist halt ein ganz anderes Verfahren wie bei den Schriftzügen und sobald die Folien beleuchtet sind sieht man keinen wirklichen Unterschied mehr.

 

Nach einer kurzen Erklärung zu den Decals mussten wir auch schon weiter zum Kollegen, schließlich sollten Sie am gleichen Tag noch an das Auto wandern ;) Eine knappe halbe Stunde später waren wir auch schon da. Eine kurze Begutachtung und ein Glas Wasser später ging es auch schon los. Wir zeigten dem Kollegen wo in etwa die Decals gesessen haben und dann ging es auch Stück für Stück los. Die Decals wurden im Nassverfahren geklebt, da man so notfalls noch die Möglichkeit hat die Position zu korrigieren falls nötig. Zuerst wanderte der C.O.P. Schriftzug auf den hinteren Kotflügel auf der Beifahrerseite. Danach kam der Sheriff Schriftzug auf dem Kofferraum, dann der C.O.P. Schriftzug auf der Beifahrerseite und danach der an der Stoßstange hinten. Weiter ging es dann mit dem Sheriff Schriftzug auf der Beifahrertür, da man so den Stern leichter ausrichten kann. Auf den wenigen Bildern die wir haben sieht man auch schon das die Decals nicht einheitlich geklebt wurden. Bei uns war die Oberkante des Schriftzugs bündig mit der Oberkante des Türgriffs, auf dem Beispielfoto genau andersherum. Entsprechend war auch der Stern etwas höher positioniert und so weiter. Wir hangelten uns so gut es ging an den Fotos entlang die wir damals beim ausmessen gemacht haben. Selbst wenn es nicht 100% gerade ist oder wie im Dienst, so ist es doch genauso authentisch wie damals da man damals auch einfach pi mal Daumen geklebt hat :D

 

So ging es dann auch mit der Fahrertür weiter, hier hatten wir wirklich überhaupt keine Spuren mehr finden können, aber hier orientierten wir uns wieder in etwa an der Beifahrertür. Die Decals an der Tür mögen etwas asymettrisch aussehen, allerdings waren die wirklich nicht 100% mittig auf die Tür geklebt. Denke das hat auch was damit zutun das die Caprice Türen relativ lang sind und die Schriftzüge und Sterne ungefähr auf Höhe des Oberkörpers der Insassen sein sollten. Nach knapp drei Stunden waren alle Decals geklebt und ich denke das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen! Unsere Vereinskollegen und die Druckerei haben da wirklich einen fantastischen Job gemacht. Die Druckqualität der Folien ist erste Sahne und um Welten besser als das was im Original zum Teil so verwendet wird. Ich hab schon originale Decals gesehen die krumm und schief oder einfach nur pixelig waren. Hier aber steckt richtig viel Mühe, Handarbeit und vor allem Liebe zum Detail drin. Wir hätten auch einfach die modernere Version nehmen können, aber wir wollten es genauso haben wie es damals ausgesehen hat und ich denke das haben wir sehr gut hinbekommen. Zumindest ein ehemaliger Deputy aus der Zeit konnte keinen Unterschied feststellen. Wenn das mal kein Lob ist?! :)

 

Und jetzt viel Spaß mit der Bildergalerie :cool:

 

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14.06.2020 14:39    |    Dynamix    |    Kommentare (23)    |   Stichworte: 4, Caprice, Chevrolet, Sheriff

Ab nach Hause!

 

Nachdem die Vorderachse fertig war und der Wagen die HU mit bravour bestanden hat, bestand unser Plan darin das Auto erst einmal nach Hause zu holen um damit etwas Spaß zu haben. Schließlich stand die Saison vor der Tür (Corona war da noch nicht so das Thema!) und wir hatten jetzt auch wieder den ganzen Winter auf das Auto verzichtet. Die ganze Story begann zu einer Zeit in der es noch problemlos Klopapier, Nudeln, Hefe und Zwieback mit Schokolade (WTF?!) zu kaufen gab. Also nicht gleich für die Geschichte mit der Überführung steinigen ;)

 

Wie gesagt, der Wagen sollte wieder nach Hause also machte ich mich mit einem Bekannten eines Abends auf in den Ruhrpott um den Wagen abzuholen. Die Fahrt selbst war relativ ereignislos und entspannend. Als wir dort ankam quatschten wir noch etwas, warfen noch ein paar Blicke auf die durchgeführten Reparaturen und schauten uns die US-Cars in der Halle an :) Nach der ganzen Quatscherei sollte es aber wirklich zurück nach Hause gehen. Also meinen Kumpel in meinen Caprice gesetzt und ich in den Sheriff. Hach war das herrlich mit funktionierenden Bremsen und einer Lenkung ohne Spiel! :) Was mir allerdings etwas missfiel war die Tatsache das die Höhenverstellung der Lenksäule immer noch lose war. Das hatte ich gar nicht so schlimm in Erinnerung gehabt, kann aber auch einfach nur sein das es mir dank der neuen Lenkung ohne Spiel einfach viel mehr auffällt. Setzen wir mal auf die Liste fürs nächste Mal. Dieses "nächste Mal" sollte schneller kommen als mir lieb ist, aber der Reihe nach! ;)

 

Zurück zur Werkstatt

 

Soweit fuhr sich der Wagen schon deutlich besser bis zu dem Punkt an dem Murphy scheinbar zur Nachtschicht angetreten ist. Exakt (kann man sich nicht ausdenken!) auf halber Strecke ging der Wagen plötzlich unvermittelt mitten auf der Autobahn aus. Keine merkwürdigen Geräusche, kein ruckeln, keine Ölschwaden oder sonst etwas. Der Wagen ging einfach aus, als ob man den Schlüssel gezogen hätte. Der war aber noch da wo er hingehörte und so schleppte ich mich mit der Restgeschwindigkeit auf den Seitenstreifen. Ich hatte Glück das ich eh schon auf der rechten Spur unterwegs war.

 

Shit, was war das denn jetzt schon wieder?! Es war doch jetzt wirklich alles repariert! Der Kühler war nicht übergekocht, es tropfte nirgends Öl raus, das Getriebe schien auch noch in Ordnung zu sein und die Antriebswelle hing auch nicht unmotiviert in der Gegend herum. Da ich aber so nicht nach Hause kam beschloss ich den Wagen mit dem ADAC wieder zurück zur Werkstatt schleppen zu lassen. Allerdings hatte ich hier mal wieder nicht mit der Sturheit des ADAC gerechnet. Anstatt den Wagen in die Werkstatt zu bringen (was von der Entfernung her keinerlei Unterschied gemacht hätte) bestand der ADAC darauf das Auto zu mir nach Hause zu bringen wenn es kostenlos sein soll :mad: Was soll ich denn mit einem kaputten Auto in der Einfahrt?! Zum nächsten Treffen schieben oder was?! Also biss ich in den sauren Apfel und zahlte die Fahrt aus eigener Tasche. Mal eben 150€ für die paar Kilometer und für sowas zahlt man dann ADAC Gebühren...........

 

Genug aufgeregt, ich wollte schließlich dieses Jahrzehnt noch nach Hause. Also wieder zur Werkstatt, den Wagen vorm Tor abgestellt, den Schlüssel noch beim Kumpel vorbei gebracht und dann ab nach Hause. Auf der Fahrt grübelte ich dann mit dem Kumpel noch darüber nach was es sein könnte. Motor und Getriebe waren ja gesund, die Zündung komplett neu, kann ja fast nur die Spritpumpe sein. Die hatten wir noch nicht und jetzt wäre das Alter auch da.

 

Diagnose: Materialversagen!

 

Mein Kumpel schaute sich den Wagen am nächsten Tag an. Er checkte alle Sensoren durch, fand aber nichts verdächtiges. Danach prüfte er alles was mit der Spritversorgung zutun hat aber auch hier alles blendend. Sprit kam an, Druck war auch mehr als genug da und der Sprit kam auch zur richtigen Zeit in der richtigen Menge da an wo er benötigt wurde. Dann bleibt ja nur noch........ die Zündung! Etwas ungläubig prüfte er dann noch einmal das Ignition Control Module sowie die Zündspule durch und tadaaaaaaaaaa:

 

Tot wie Disco! Alle beide!

 

Beide Teile sind einfach verreckt und somit kam kein Zündfunke mehr an. Kein Funke, keine Blubberparty im Motorblock! Damit haben die Delco Teile gerade mal 600 Meilen durchgehalten. Dafür zahlt man dann extra den Aufpreis im Vergleich zu dem billigen Schrott :rolleyes: Also bestellte er beide Teile neu, aber dieses mal griff er auf NGK zurück. Ein paar Tage später kamen die Teile an. Diese also kurz eingebaut und sofort sprang der Wagen wieder an. Jetzt war es so das der Wagen jetzt wieder bei Ihm war und ich nicht wusste wann ich es das nächste Mal schaffen würde. Da ich das mit der Lenkradverstellung als nicht so prickelnd empfand und sich dank Corona die Situation auch deutlich verschäft hatte war an eine baldige Abholung eh nicht zu denken. Also machten wir aus der Not eine Tugend und zogen die nächsten Schritte einfach vor. Heißt:

 

Lenkradverstellung festziehen!

 

Er ist in seiner Werkstatt eh alleine und hat entsprechend seine Ruhe und muss da auch auf niemanden Acht geben was irgendwelche Beschränkungen angeht. Die defekte Lenksäulenverstellung sorgt für ein vertikales Spiel im Lenkrad welches mittlerweile nur noch nervig war. Besonders jetzt wo das Lenkspiel weg war fällt es umso mehr auf.

 

Nieder mit dem Spiel!

 

Ein paar Wochen später fing er damit an und er grub sich Stück für Stück durch die Lenksäule. Das Ganze ist eine ziemliche Fummelei. Erst muss der Airbag weg, dann das Lenkrad, dann die Schleifkontakte der Hupe, diverser Kleinkram, das Zündschloss, der Lenkstockhebel, das Gedönse vom Lenkstockwählhebels des Getriebes und so weiter bis man dann irgendwann bei der Verstellung der Lenksäule angekommen war. Der eigentliche Fehler war dann auch anders als gedacht. Hatte man erst die Befestigungsschrauben im Verdacht, so war der Hauptübeltäter dann doch ein Lager das sich aus seiner Position gelöst hatte. Da hatte wohl jemand schon mal daran herumgespielt und die entsprechende Hülse plus die daran hängende Feder falsch eingesetzt. Die Hülse soll verhindern das sich das Lager aus seiner Position erhebt. Wenn man das Ganze aber einmal seitenverkehrt einbaut kann die Hülse natürlich Ihrem Job nicht nachgehen. Entsprechend wanderte das Lager aus seiner Position und somit entstand das Spiel.

 

Da die Schrauben der Lenkradverstellung aber trotzdem grundsätzlich verdächtig sind, ging es weiter. Wenn man den Kram schon mal auseinander hat kann man das auch gleich richtig machen. Die Schrauben wurden gelöst, mit etwas Loctite behandelt und wieder eingesetzt. Das sollte die nächsten 30 Jahre halten und verhindern das sich die Schrauben wieder lösen. Jetzt "nur" noch alles wieder zusammenbauen und schauen ob alles funktioniert. Da ja an der Lenksäule viele Funktionen hängen ist dieser Part besonders kritisch, ein Fehler und man darf wieder alles auseinander nehmen.

 

Zum Glück hat aber alles geklappt und somit war jetzt nicht nur das Lenkspiel verschwunden, sondern auch die Lenkradverstellung wieder fest genug für die nächsten 30 Jahre :) Wo der Wagen aber schon mal da war sollte es aber noch weiter gehen. Wo die Gelegenheit gerade so günstig ist, sollte der Wagen mal beim Lackierer vorbei damit der sich die Lackschäden mal ansehen kann die ausgebessert werden müssten. Ist ja nicht viel und jetzt kann man das gleich in einem Abwasch mitmachen. Ein paar Tage später kam schon die Rückmeldung des Lackierers mit einer ungefähren Abschätzung was alles gemacht werden muss und was das kosten darf.

 

Ran an den Lack

 

Allerdings wäre das Ganze aus dem Ruder gelaufen und entspricht auch nicht dem was wir wollten. Der Wagen wurde ja schon das ein oder andere mal neu lackiert, entsprechend ist an den offenen Stellen an der Tür auch schon sichtbar das da diverse Farben und Füller verwendet wurden. Da wollte der Lackierer, verständlicherweise, nicht einfach drüber malen und dafür lieber die ganze Tür lackieren. Das hätte allerdings dazu geführt das man einen riesigen Farbunterschied gesehen hätte. Heißt konkret: Man hätte alle weißen Teile lackieren müssen damit man EINEN weißton hat und nicht 15 verschiedene. Das hätte dann allerdings auch bedeutet das man die schwarzen Teile auch gleich mit neu lackieren sollte da es sonst sehr bescheiden aussieht wenn man die weißen Teile alle braundneu und schön hat und die schwarzen Teile sind voller Kratzer, Swirls usw.

 

Im Prinzip also genau das was wir nicht wollten, da zu aufwändig und zum anderen der Tod für die Patina die wir an dem Wagen ja erhalten wollen. Gibt schon genug totrestaurierte Autos und gerade bei dem Auto empfinden wir es nicht als Makel. Ich kann das bei einem Alltagsauto oder einem gepflegten Schätzchen für die Sonntagsausfahrt völlig nachvollziehen das man da einen möglichst perfekten Lack haben will. Allerdings hat der Wagen nun mal eine Geschichte und die fing nicht damit an das der Wagen gehätschelt und gepflegt in irgendeiner Garage herumgestanden hat und darauf gewartet hat ein teurer Klassiker zu werden. Nein, der Wagen hat sein halbes Leben hart geschuftet, hat seine automobilen Kameraden beim Sheriff überlebt, hat diverse zivile Besitzer überlebt und ist schlussendlich sogar in Europa gelandet. Einen Großteil dieser Geschichte würde man mit einer kompletten Naulackierung einfach zerstören, auch weil man dem Lack die harte Zeit im Central Valley und Arizona ansieht. Er darf die Kampfspuren tragen und das mit Stolz. Es zeigt das der Wagen wirklich gearbeitet hat, dass er seine eigene Geschichte hat und eben kein reines Showobjekt ist.

 

Also war die Idee das unse Clubkollege die Löcher mit Lack austupft, sodass man wieder eine vernünftige Basis für die Decals hat. Den Anfang machten die kleinen Stellen an der Kofferraumklappe und man muss sagen das hier die Methode ganz gut funktioniert hat. Die Tür sollte später drankommen, da die Bestellung des Original GM Lack dank Corona etwas gedauert hat und so zogen wieder ein paar Wochen ins Land. Eines schönen Freitags kamen dann die Bilder von der Tür. Sah ganz gut aus! Merke: Hier ging es wirklich nur um eine ebene Fläche. Ob der Farbton passt ist hier völlig nebensächlich, da diese Stellen zum Großteil eh von den Decals verdeckt werden. Davon ab hat der Wagen eh schon diverse Farbtöne da er im Dienst mehrfach neu lackiert wurde. Passt also gut zur eh schon vorhandenen Patina ;)

 

Damit war der Wagen dann auch fertig zur Abholung. Seit der Ablieferung für die Vorderachsreparatur waren jetzt auch wieder gut 8 Monate vergangen. Wahnsinn was in der Zeit an dem Auto alles passiert ist. Wir sind zwar in der Zeit so gut wie nicht damit gefahren, aber immerhin ist jetzt alles mögliche an dem Auto repariert und wir sind jetzt sogar weiter als gedacht.

 

Als nächstes freut sich die Poliermaschine auf Ihren Einsatz! Wird zwar mit Abstand die größte Herausforderung in Sachen Politur bisher, da der Lack oberflächlich extrem zerkratzt (wirklich nur oberflächlich, aber heftige Swirls) ist, aber ich denke da geht noch einiges und es macht auch einfach Sinn bevor die Decals draufkommen. Groß runterpolieren kann ich da nix, da dort eh schon x Lackschichten drauf sind.

 

Danach wären dann auch die Decals der nächste Punkt auf unserer Liste :cool:

 

Damit wäre der Wagen dann zumindest rein äußerlich fertig, aber das ist dann wieder eine andere Geschichte ;)

 

Übersicht To-Do Liste

 

Erledigt:

 

- Radlager hinten erneuert

 

- Differential neu befüllt

 

- Ventilschaftdichtungen erneuert

 

- Neue Zündkerzen

 

- Wasserpumpe erneuert

 

- Haubenzug erneuert

 

- Stoßdämpfer erneuert

 

- Haubendämpfer erneuert

 

- Idler Arm erneuert

 

- Zündkabel erneuert

 

- Ignition Control Module erneuert

 

- Verteilerläufer erneuert

 

- Verteilerfinger erneuert

 

- Zündspule erneuert

 

- Neue Reifen von Continental in Werksgröße 225/70/15

 

- Pitman Arm erneuert

 

- Spurstangen erneuert

 

- Center Link erneuert

 

- Einmal alle Querlenker komplett erneuert

 

- Stabilisatorlager erneuert

 

- Bremsen vorne einmal komplett neu (Scheiben, Beläge, Schläuche und Kleinkram)

 

- Radlager vorne erneuert

 

- Lenkgetriebe erneuert

 

- Hupe repariert

 

- PCV-Valve (Kurbelgehäuseentlüftungsventil) erneuert

 

- Diverse Dichtungen an Motor und Getriebe neu

 

- Nochmal Ignition Control Module und Zündspule neu

 

- Lenkradhöhenverstellung repariert

 

- Fehlstellen im Lack ausgebessert

 

- Massekabel Minuskabel Batterie erneuert

 

- Lambdasonde erneuert

 

- IAC (Leerlaufregelung) Ventil erneuert

 

- MAP-Sensor (Drucksensor für Ansaugbrücke) erneuert

 

- Temperaturfühler Ansaugbrücke erneuert

 

- Temperaturfühler Zylinderkopf wieder angeschlossen

 

- Anlasser erneuert

 

- Heckemblem erneuert

 

- Spotlights montiert

 

- Pushbar montiert

 

- Lichtbalken besorgt und auf Originalkonfiguration umgebaut

 

- Motorola MCX1000 Funkgerät besorgt

 

- Touchmaster Sirene besorgt (muss ne PA300 her, aber schön wenn man nen Touchmaster hat :D)

 

Offen:

 

 

- Dachhimmel (auch wenn sich die Frau noch sträubt)

 

- Sitzverstellung Fahrerseite reparieren (Sitzschiene mit Motoren liegt schon bereit

 

- Türpappen fixen (Liegen aus einem Roadmaster Schlachter bereit, mal schauen wie die passen und ob ich die passend machen muss)

 

- Lautsprecher (könnten im Zuge der Türpappen neu)

 

- Scheibenwischerdüsen (Liegen auch schon bereit, baue dann direkt das ganze Gitter um)

 

- Decals (nächster Punkt auf der Liste)

 

- Neue Frontscheibe (noch nicht TÜV relevant, sieht aber mittlerweile echt mitgenommen aus)

 

- Innenausbau (DAS wird noch ne Mammutaufgabe die noch dauern wird!)

 

Wie man sieht ist noch ein kleines Bisschen zu tun, aber es ist auch schon wirklich viel an dem Auto passiert. Ich denke der Wagen wird uns in Sachen Aufbau auch noch mindestens zwei weitere Jahre beschäfitgen, abhängig davon wie gut man an die noch fehlenden Teile für den Ausbau herankommt.

 

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12.04.2020 13:09    |    Dynamix    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: 4, Caprice, Chevrolet, Sheriff;

Da wir beim Sheriff in Sachen Vorderachse jetzt einmal den Rundumschlag gemacht haben, werfen wir bei der Gelegenheit gleich mal einen tieferen Blick in die Fahrwerkstechnik. Immerhin wird den Amerikanern ja immer vorgeworfen Fahrwerke zu bauen die entweder völlig antiquiert, viel zu weich, zu schwammig, zu schaukelig sind oder erst gar nicht funktionieren. Dieser Artikel soll dieses Klischee etwas gerade rücken und einen tieferen Blick in den amerikanischen Fahrwerksbau geben. Soviel sei schon verraten: So schlimm wie behauptet ist es gar nicht! Aber dazu mehr später im Text :)

 

Da selbst verschiedenste Fahrwerkskonstruktionen am Ende des Tages auf den mehr oder weniger gleichen Prinzipien beruhen ist der Artikel auch für nicht US-Car Fahrer interessant. Denn grundsätzlich haben europäische oder asiatische Fahrwerke die selben Schwachstellen wie die aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

 

Fangen wir mal mit dem fiesen Part an und gehen auf die typischen Defekte ein. So ein Fahrwerk kann schon nach 100.000km und weniger bzw. ein paar Jahren anfangen ernste Verschleißerscheinungen zu zeigen. Ja, dies kann auch durchaus moderne bzw. relativ neue Autos betreffen und das durch alle Hersteller hindurch wie man dem jährlichen TÜV-Bericht entnehmen kann.

 

Typische Anzeichen für Defekte

 

Der Klassiker unter den defekten Fahrwerksteilen sind die Gummilager die an vielen Stellen eines Fahrwerks zu finden sind. Zusammengesunkene, spröde oder gerissene Gummilager erkennt man gut an ihrem zusammengequetschtem, rissigen Look. Man kann es auch erfühlen, da die Risse daher rühren das die Gummilager schlicht ausgetrocknet sind. Dadurch fehlt die nötige Elastizität welche die Gummilager ja gewährleisten sollen. Die Folge: Die Fahrwerksgummis werden rissig, bewegen sich aus Ihrer Buchse heraus oder reißen im schlimmsten Falle gleich aus. Die Folge: Es entsteht Spiel im Fahrwerk oder schlimmeres.

 

Ein weiterer typischer Defekt sind ausgeschlagene Lager oder Gelenke. Ausgeschlagene Lager erkennt man unter anderem an Geräuschen welche die Achse oder die Lenkung unter bestimmten Belastungen machen. Ausgeschlagene Gelenke erkennt man beim Caprice, neben massivem Lenkspiel, an dem typischen knacken der Lenkung bei Volleinschlag. Das wäre dann der typische Spurstangendefekt. Für eine ordentliche Diagnose schadet es nicht den Wagen mal auf die Bühne zu fahren und mal kräftig an den Gelenken zu wackeln. Kann sich das Gelenk in seiner Pfanne hin und her bewegen sind Sie fällig für den Tausch. Ebenso sollten die Gelenke in der Lenkung und im Fahrwerk grundsätzlich straff sein und sich nicht so einfach bewegen lassen. Lassen sich die Gelenke mit so gut wie keinem Kraftaufwand bewegen sind diese platt und gehören erneuert!

 

Auch immer gerne genommen, sind ausgelutschte Stoßdämpfer die zum Teil schon undicht oder gleich ganz platt sind und damit dem Wagen ein sehr schaukeliges Fahrverhalten bescheren. Wir haben das beim Wagon eines Kumpels gehabt dessen hintere Stoßdämpfer brutal am Ende waren. Die Hinterachse hat bei der kleinsten Bodenunebenheit nachgeschaukelt wie verrückt. Ausgelutschte Stoßdämpfer sind dann nicht selten auch für das Schaukelklischee verantwortlich das Amerikanern gerne nachgesagt wird. Klar schaukeln Amerikaner, vor allem wenn man noch Stoßdämpfer von Aftermarketherstellern verbaut hat die in den 70ern schon pleite gegangen sind, Stoßfämpfer einbaut die neu schon nichts taugen weil schlicht billiger Schrott oder gleich das 60 Jahre alte Originalteil noch Dienst schieben muss ;) Nicht lachen, ist alles schon vorgekommen! Solche Billigfahrwerke gibt es in Europa und gerade auch in Deutschland zur Genüge! Man schaut sich da nur mal die jährliche Essen Motor Show an was da von so manchem "Tuner" auf einer Palette freudestrahlend zum eigenen Auto auf dem Parkplatz gekarrt wird.......

 

Der Unterschied zwischen Billig- und Markendämpfern konnte beim Sheriff in Lichtjahren gemessen werden. Die Dämpfer waren DEUTLICH härter und haben die Seitenneigung fast auf null reduziert. Der Punkt mit den Uraltteilen tritt gerne mal auf wenn sich die Besitzer nie drum kümmern, auch wenn ein neuer Satz Dämpfer beim Caprice wirklich nicht die Welt kostet und auch der Aus- und Einbau im schlimmsten Fall 3 Stunden dauert wenn die Schrauben festgegammelt sind. Ohne gammelige Schrauben hat ein erfahrener Schrauber alle 4 in weniger als einer Stunde getauscht. Auf dem Bild weiter oben sieht man rechts den einen Dämpfer der, bei der Demonstration des Unterschiedes zwischen billig und teuer, einfach mal stecken geblieben ist. Das Teil war bestenfalls 2-3 Jahre alt bevor jemand auf den Trichter kommt der Dämpfer wäre uralt gewesen ;)

 

All diese Punkte haben dramatische Auswirkungen auf das Fahrverhalten! Das berühmt berüchtigte Lenkspiel und das damit einhergehende indirekte Fahrverhalten bei Amerikanern rührt fast immer von ausgeschlagenen Gelenken, rissigen Gummis bis hin zu einem kaputten Lenkgetriebe her und nicht davon das die Amerikaner keine Autos bauen können. Man darf nie vergessen das die beliebtesten Amerikaner in Deutschland fast immer Oldtimer sind die locker zwischen 30 und 60 Jahren alt sind und um die sich vorher nie jemand so gekümmert hat. Amerikaner die sowas in den Export geben schon gar nicht! Hier muss man auch immer bedenken das die Amerikaner die wirklich guten Autos mittlerweile gar nicht erst rausgehen lassen und die Importeure ihre Autos nicht selten von Privatpersonen holen welche diese, nicht ohne Grund, zu einem niedrigen Kurs abgeben. Da Amerikaner gerne auch mal selber Hand anlegen, kommt dabei in nicht seltenen Fällen gefährliches Gebastel heraus. Nicht jeder Amerikaner ist ein begnadeter Schrauber oder eine Customizinglegende ;)

 

Da der typische US-Car Fan dann auch eher in die Kategorie Schnäppchenjäger und Bastler fällt holen die Importeure dann entsprechend günstige Autos aus den USA. Mal so als Beispiel zum verdeutlichen:

 

Einen Crown Victoria bekommt man dank langer Bauzeit und massenhafter Produktion für den Flottendienst in den USA schon problemlos für um die 1000$. Bis der Wagen dann mit Überführung, Verzollung, Steuer, Vollabnahme, Zulassung und Gewinnmarge beim Händler auf dem Hof steht kostet der Wagen dann schnell mal 8000-10.000€. An diesen Autos gibt es meistens auch schon genug zutun. Autos die kurz vor Ausmusterung bzw. Verkauf noch einmal ordentlich durchrepariert wurden findet man in dem Budgetbereich eher selten. Das ist aber genau der Budgetbereich in dem der typische US-Car Anfänger gerne sucht da keiner bereit ist mal eben 20.000€ und mehr für einen guten US-Klassiker auszugeben. Da muss der Wagen schon zur Kategorie "über alle Maßen begehrenswert" gehören, sprich Muscle Cars wie ein 68er Charger R/T oder eine alte Big Block Stingray Corvette.

 

Jetzt überlege man sich mal wie gut ein 30-50 jähriger US-Klassiker sein kann wenn er für unter 10.000€ auf dem Hof der einschlägigen Händler/Importeure steht ;) Dazu kommt das viele die sich sowas kaufen auch keine großen Techniker sind. Da wären wir wieder beim Punkt: You get what you pay for! Wer billig kauft bekommt nicht selten kaputt und merkt es meistens nicht mal und nimmt ausgelutschte Fahrwerke und defekte Bremsen als völlig normal hin. Ist mir auch schon passiert, da braucht es halt Erfahrung.

Genau diese fehlende Erfahrung ist es dann auch worauf sich viele der gängigen Klischees zurückführen lassen. Das Beispiel habe ich ja selbst vor der Tür stehen. Ich bin in der glücklichen Lage das bei meinem eigenen Caprice das Fahrwerk noch in Ordnung ist und ich hier die defekten Teile schon habe ersetzen lassen. Der Lohn: Kein Lenkspiel, für das Alter wenig Wankneigung und ein stabiles Fahrverhalten. Man darf auch nicht den Fehler machen und die Abstimmung eines 30 Jahre oder älteren Autos mit denen von modernen Autos zu vergleichen. Viele Hersteller trimmen Ihre Fahrwerke auf die typischen Autozeitungstestkriterien hin. Komfort wird immer unwichtiger, solange der Wagen dann im Slalomtest 1-2 km/h flotter fährt. Besonders deutlich wird das bei den Bremsentests wo den Testern immer öfter auffällt das die Hersteller ziemlich sportliche Reifen aufziehen um bei den Bremsentests auch noch ein paar cm mehr rauszuholen. Wohin das führt durfte ich letztens bei der AMS wieder sehen. Da waren dann Kompaktwagen dabei die für den Bremstest gerade mal 33-34 Meter gebraucht haben. Das wären vor 10 Jahren noch Werte gewesen die eines Porsche würdig gewesen wären.

 

Aber ich schweife ab, also zurück zum Thema ;)

 

Wenn Ihr euch also für einen Amerikaner interessiert, versucht einen Spezialisten zu organisieren oder gleich eine Begutachtung in einer qualifizierten Werkstatt. Das erspart in erster Linie viel Aufwand, auch in finanzieller Hinsicht, sowie Ärger. Zudem wisst ihr von vornherein was euch alles erwartet und könnt entsprechend planen. Vor allem sollte die Überlegung im Vordergrund stehen ob man sich auf die ganzen Reparaturen einlassen will oder ob man lieber gleich etwas mehr Geld in die Hand nimmt und was besseres sucht. Nicht selten sind Suchvorhaben schon krachend an unrealistischen Vorstellungen gescheitert weil überall erzählt wird das man gute Amerikaner für einen Appel und eine Ei bekommt und die Realität dann oftmals doch anders aussieht. Diese Wahrnehmung führt auch nicht selten dazu das sich Leute ein vermeintlich gutes Auto zu einem Schnapperpreis andrehen lassen welches sich dann in einer Werkstatt oder bei der Vollabnahme als gefährliches Wrack herausstellt. Da wurde aus dem mit 1+ bewertetem Klassiker auf so mancher Hebebühne dann plötzlich ein Note 6 Auto welche ohne erheblichen finanziellen Aufwand nicht mehr verkehrstauglich gemacht werden kann.

 

Wer ansonsten das Thema einmal richtig angeht, defekte Teile entsprechend tauscht und danach regelmäßig und vernünftig wartet wird nie Probleme mit einer indirekten Lenkung oder schwabbeligem Fahrverhalten haben! Gerade das abschmieren kann bei so manchem alten Auto die Lebensdauer der Fahrwerksteile massiv verlängern.

 

Allgemeines

 

Um das ganze Fahrwerksprinzip jetzt etwas besser zu verstehen und mit ein bisschen Wissen zu unterfüttern, gehen wir auf die Achskonstruktion des Caprice ein. So wird dann auch einigermaßen klar wo man die oben genannten Punkte findet und worauf man alles achten sollte.

 

Meint man immer das Amerikaner in Sachen Fahrwerk so rückständig wären, so ist dem doch nicht immer so. Viele Konstruktionen sind mehr als solide und stehen europäischen Fahrwerken aus Ihrer Zeit in nichts nach. Die Europäer haben oftmals sogar amerikanische Konstruktionen wie die MacPherson Achse übernommen und verbauen diese heute noch in Massen. Dafür haben sich die Amerikaner an anderer Stelle bei den Europäern bedient aber dazu später mehr ;)

 

Gerade der Caprice verblüfft mit einer Achskonstruktion die nach heutigen Maßstäben eher aufwändig als billig ist. Während viele europäische und asiatische Hersteller seit den 70ern vermehrt auf den günstigen und kompakten Frontantrieb und damit auf die günstige und platzsparende McPherson Achse gesetzt haben (und immer noch setzen), so besitzt der Caprice ab Werk eine sogenannte SLA (Short-long Arm) Aufhängung oder auch Double-Wishbone Suspension genannt. Bei uns kennt man das Prinzip besser als Doppelquerlenker Achse und die ist gar nicht mal so schlecht wen man Sie sich mal im Detail ansieht.

 

Doppelquerlenkeraufhängungen gibt es grundsätzlich schon sehr lange und waren lange Zeit der Standard bei den allermeisten Fahrzeugen bis runter in die kompakteren Fahrzeugklassen. Erst die weite Verbreitung des Frontantriebs und der immer höhere Kostendruck auf die Hersteller hat die Doppelquerlenkerachse zugunsten der MacPherson Aufhängung, benannt nach Ihrem Entwickler Earle S. MacPherson der diese Achse Ende der 40er für GM entwickelt hat, aus den meisten modernen Autos verbannt. Bei einer Doppelquerlenkerachse verbinden Stoßdämpfer und Feder den oberen und unteren Querlenker miteinander. Die oberen Querlenker sind dabei mit dem Rahmen verbunden während die unteren Elemente mit der Lenkung verbunden sind. Diese Konstruktion kam besonders gerne bei Body on Frame Autos zum Einsatz, unter anderem weil Sie deutlich stabiler ist als eine MacPherson Aufhängung und dazu noch den Vorteil hat das sich der Radsturz durch Kurvenfahrten oder Bodenunebenheiten so gut wie nicht ändert. Früher mehr oder weniger der Standard für Vorderachsaufhängungen, kommt diese Konstruktion heutzutage hauptsächlich bei schweren Fahrzeugen oder Sportwagen zum Einsatz.

 

Vorteile

 

In Sachen Handling hat die Achse durchaus ihre Vorteile! Durch die hohe Stabilität, bedingt durch die Doppelquerlenker, wird eine sehr gute Radführung erreicht. Ein weiterer Vorteil ist die kinematisch größtmögliche Freizügigkeit welche diese Konstruktion bietet, wodurch man das Handling stärker beeinflussen kann als bei einer McPherson Aufhängung. Die Amerikaner haben, neben der hohen Fahrstabilität, auch wegen der grundsätzlichen Haltbarkeit dieser Achsen gerne auf Sie zurückgegriffen. Gerade auf langen Strecken ist Fahrstabilität wünschenswert und die Solidität ist ein netter Nebeneffekt da die Bevölkerungsdichte in den USA je nach Ecke nicht die höchste ist und Werkstätten somit schon mal Mangelware sind und Zuverlässigkeit somit ein hohes Gut ist.

 

Schaut man sich alleine die Querlenker des Caprice an und vergleicht diese mit den üblichen Querlenkern die in kleineren Autos verbaut werden sieht man schon das diese locker 3-4 mal dicker sind als ihre Pendants. Das macht die Teile zwar groß und schwer, dafür aber auch wie erwähnt extrem stabil und haltbar. Es gab den berühmten Bordsteintest den der Caprice für den Polizeieinsatz bestehen musste. Dieser bestand darin das der Wagen mehrmals mit einem bestimmten Tempo gegen einen Bordstein gefahren wurde. Diese Tortur musste die Vorderachse über 50 mal überstehen. Brach ein Achsteil vorher so hat man es einfach noch massiver ausgelegt. So hat GM es getan, so hat es Amerika immer schon gemacht ;) Auch mit Sicherheit einer der Gründe warum der Wagen bei Strafverfolgungsbehörden so beliebt war.

 

Ich könnte da jetzt aus dem Nähkästchen plaudern wie stabil allein die Spurstangen sind aber das ist eine ganz andere Geschichte ;)

 

Nachteile

 

Wo es Licht gibt, gibt es natürlich auch Schatten! Der für die Autoindustrie größte Nachteil an Doppelquerlenkerachsen war zum einen ihre höhere Komplexität, verglichen mit der MacPherson Aufhängung. Durch das Plus an beweglichen Teilen sind Doppelquerlenkerachsen komplexer als MacPherson Aufhängungen da schlicht mehr Teile vorhanden sind und das Potenzial für einen Defekt entsprechend höher ist. Die höhere Komplexität führt dazu das nur ein Teil kaputt gehen muss, damit der Wagen nicht mehr so fährt wie er soll. Auf den Punkt gehen wir aber später noch im Detail ein wenn wir kurz die Komponenten von Achse und Lenkung des Caprice durchgehen. Das wirkt sich natürlich auch auf die Wartungsfreundlichkeit aus. Wie heißt es so schön: Je mehr dran ist, desto mehr kann kaputt gehen!

 

Ein weiterer Nachteil für die Hersteller liegt in der Produktion. Durch die höhere Komplexität müssen nicht nur mehr Teile sondern auch mehr Zeit für die Montage aufgewendet werden. Das hat natürlich Nachteile bei den Montagekosten und der Kosten für die Bauteile was die Gesamtkosten natürlich in die Höhe treibt und die Marge entsprechend schmälert. In einer Branche in der schon 2-3 Cent Differenz pro Bauteil einen riesigen Unterschied machen ein nicht zu unterschätzender Faktor!

 

Ein weiterer Nachteil bei der Achse liegt in dem höheren Gewicht und den damit verbundenen höheren ungefederten Massen begründet. Da Platz bei einem massiven, 5,5 Meter langen Fahrzeug allerdings kein wirkliches Problem darstellt bestand kein Grund für eine platzsparende Konstruktion. Die wirklichen Nachteile bei der Fahrdynamik kann man im Falle des Caprice getrost vernachlässigen, da die Autos weder klein, noch leicht sind und auch nicht sein sollten. Somit überwiegen beim Caprice die Vorteile der Doppelquerlenkerachse wie Fahrstabilität und Haltbarkeit.

 

Die Konstruktion kommt auch heute noch gerne in großen und schweren Fahrzeugen zum Einsatz ;) Aber auch in Sportwagen wird auf das Prinzip Doppelquerlenker noch gerne zurückgegriffen. Hier mal 2 aktuelle Beispiele aus Deutschland:

 

Audi setzt im Q7 auf eine Doppelquerlenkervorderachse da eine Vorderachse in einem SUV dieses Kalibers einiges aushalten muss. SUV in der Größenklasse bringen heutzutage gut und gerne 2 Tonnen und mehr auf die Waage! Allein der Q7 schwankt zwischen 2 und 2,5 Tonnen Leergewicht.

 

Wie der sportliche Anwendungsbereich einer solchen Achse aussieht kann man, ebenso bei Audi, am R8 sehen. Klar sind die Achsen hier nicht 100% identisch mit der des Q7 oder des Caprice, aber wie schon gesagt, dass Prinzip ist ähnlich ;) Es gibt auch viele andere teure Sportwagen die noch heute auf dieses Konzept setzen da es fahrdynamisch eben viele Vorteile hat.

 

Schauen wir uns im Vergleich dazu die beliebte MacPherson Aufhängung einmal genauer an:

 

Bei der MacPherson Aufhängung entfällt der obere Querlenker und die Feder-/Dämpfereinheit ist tragender Teil der Achse. Während der untere Teil im Querlenker sitzt, wird der obere über die Domlager mit der Karosserie verbunden. Dies macht die Konstruktion, wie bereits gesagt, sehr kompakt, günstig und hat dazu noch den Vorteil das es über weniger ungedämpfte Massen verfügt als andere Aufhängungen. Außerdem kann man Sie in der Produktion wunderbar "am Stück" montieren was auch wieder Zeit und somit Geld bei der Montage spart. Da verwundert es nicht das viele Hersteller Ihre Autos seit Jahrzehnten nach diesem Strickmuster bauen. Für die Anforderungen der meisten Kunden reicht es ja auch völlig aus! :)

 

Allerdings hat diese Konstruktion auch handfeste Nachteile! MacPherson Achsen heben den Schwerpunkt des Autos an, was es schwieriger macht den Schwerpunkt nach unten zu verschieben. Ebenso ändert sich der Winkel des Radsturzes durch die Konstruktion bei jeder Bewegung der Aufhängung. Dies macht es schwierig dafür zu sorgen das bei Kurvenfahrten alle 4 Räder den bestmöglichen Kontakt zur Straße halten, was ja unter anderem der Sinn und Zweck einer Aufhängung ist. Es gibt zwar mittlerweile MacPherson Aufhängungen die soweit entwickelt sind das einige der handfesten Nachteile abgemildert werden aber dies ist auch nur mit massivem Einsatz möglich was die ganze Sache natürlich wieder deutlich komplexer macht als ursprünglich mal vorgesehen.

 

Beim Focus RS MK II hat Ford beispielsweise die Lenkung soweit wie möglich vom Fahrwerk abgetrennt um das verhasste Leistungsuntersteuern von starken Fronttrieblern zu verhindern bzw. um die Lenkeinflüsse auf das Fahrwerk zu reduzieren. Das Ganze hat Ford Revo Nuckle genannt während GM ein sehr ähnliches Prinzip unter dem Namen Hi-Per Strut auf den Markt gebracht hat. Die Trennung wird durch ein spezielles Federbein erreicht. Normale Federbeine bei einer McPherson Aufhängung haben eine Aufnahme für die Feder/Dämpfereinheit und für den unteren Querlenker. Bei der Hi-Per Strut Aufhängung sind am Federbein 3 Aufnahmepunkte, eine für die Feder Dämpfereinheit und zwei für den seperaten Achsschenkel an dessen Unterseite der Querlenker hängt. Man sieht den Unterschied auf dem Vergleichsbild ganz gut. Dadurch wird die Lenkung stärker vom Antrieb entkoppelt. Wie gesagt, die Hersteller versuchen aus der McPherson Aufhängung für die Topmodelle noch einiges rauszukitzeln.

 

Natürlich gibt es heute noch bessere Aufhängungen als die Doppelquerlenkerachse wie zum Beispiel die Mehrlenkerachse aber das würden den Rahmen hier endgültig sprengen. Stellt euch einfach alle Vor- und Nachteile der Doppelquerlenkerachse im Quadrat vor und Ihr habt eine grobe Ahnung was moderne Mehrlenkerachsen können und was Sie nicht können ;)

 

Die Hinterachse des Caprice ist starr ausgeführt ist somit nicht unabhängig wie an der VA. Trotzdem hat die HA jeweils 2 Lenker pro Achse womit Sie streng genommen eine 4-Lenkerachse ist welche auch heute noch Anwendung im Automobilbau findet. Damals waren 4-Lenker- sowie Starrachsen noch völlig normal (wie schon gesagt waren 5-Lenker Achsen wie die Raumlenkerachse damals noch eine teure Spielerei und längst nicht der Standard!) wobei Sie heute meist nur noch bei Fahrzeugen verwendet werden die günstig in der Produktion sein sollen. Mein Mii hatte beispielsweise noch so einen Hybrid aus Starrachse und Einzelradaufhängung. Wird im Volksmund auch gerne Halbstarrachse genannt. Die Dinger kommen wie gesagt heute noch gerne zum Einsatz, eben überall da wo es günstiger zugeht. Diese Achsen findet man heute für gewöhnlich hauptsächlich noch ab Kompaktklasse abwärts.

 

Bei den schwächer motorisierten Golf Versionen spart man sich beispielsweise die 5-Lenkerachse ein und verbaut die günstigere 4-Lenkerachse. Auf dem Bild wird hoffentlich einigermaßen deutlich wie das Ganze beim Caprice funktioniert. Der dicke Eisenbrocken mit den zwei Rohren an der Seite ist die berühmte Salisbury Starrachse. Die Achse bildet mit dem Differentialgehäuse eine Einheit. Die Antriebswellen sind über das Achsgehäuse seitlich über die Rohre in das Differential gesteckt. Das sind dann die berühmten Steckachsen. Daran hängen dann die Bremsen womit die Salisbury Achse auch schon komplett wäre. An der äußeren Seite der Achse befinden sich die Aufnahmen für die Stoßdämpfer, etwas weiter innen die für die Schraubenfedern. Ebenso an der Außenseite der Achse, zur Front hin, befinden sich die Aufnahmen für die unteren Längslenker. Diese verbinden die Achse somit von unten mit dem Rahmen. Damit hätten wir schon einmal 2 der 4 Lenker gefunden ;) Die oberen Querlenker sind an der Oberseite des Differentialgehäuses montiert. Von dort aus verbinden Sie die Achse mit einem Querträger des Rahmens. Diese Lenker sind in einem 45° Winkel mit dem Rahmen verbunden. Das sind dann die goldenen Teile die man auf dem Bild sieht.

 

Ich muss wohl nicht erwähnen das diese wie so gut wie alles an dem Auto sehr massiv aufgeführt sind ;)

 

Wo wir jetzt die graue Theorie abgehakt haben, gehen wir mal etwas in die Tiefe und schauen uns die Teile mal im Detail an, zumindest an der Vorderachse da an der Hinterachse in der Hinsicht nicht viel zu holen ist wie man gerade sehen konnte ;)

 

Was tut das da?

 

Center Link

 

Der Center Link verbindet die Umlenkhebel (Pitman/Idler Arm) mit den Spurstangen. Er übertragt also die Bewegung des Lenkgetriebes und gibt diese über die Spurstangen an die Räder weiter. Wenn hier die Lager ausgeschlagen sind ergibt sich ein Spiel das man natürlich in der Lenkung spürt.

 

Spurstangen

 

Den Spurstangen kommt die Aufgabe zu die Lenkbewegung von Umlenkhebeln und Center Link auf die Querlenker und damit auf die Räder zu übertragen. Die Spurstangen beim Caprice sind zweiteilig und mittig über eine Einstellhülse verbunden. Über diese kann unter anderem dann auch die Spur eingestellt werden. Auch diese schlagen mit fortschreitendem Alter sehr gerne aus. Die Folge ist auch hier wieder Lenkspiel.

 

Pitman Arm/Idler Arm

 

Der Pitman Arm, im deutschen auch Umlenkhebel genannt, ist das Pendant zum Idler Arm der im Prinzip das selbe macht wie der Pitman Arm, nur eben das er direkt am Lenkgetriebe sitzt. Der Pitman Arm überträgt damit die Bewegung des Lenkgetriebes direkt an den Center Link, während der Idler Arm im Prinzip nur mitlenkt. Der Idler Arm hat deshalb auch ein Gelenk das abgeschmiert werden muss, da eine starre Ausführung wie beim Pitman Arm wohl schwer funktionieren würde. Daraus ergibt sich auch die ungerade Anzahl an Schmiernippeln ;)

 

Ist der Idler Arm ausgeschlagen merkt man das massiv in der Lenkung. Die Lenkung wird dann besonders um die Mittellage herum sehr indirekt und man hat dieses typische Lenkgefühl das man so gut wie allen Amerikanern nachsagt. Gerade der Caprice leidet mit dem Alter nicht selten unter einem ausgeschlagenen Idler Arm. Der Idler Arm kostet nicht die Welt und ist in einer erfahrene Werkstatt schnell getauscht. Somit kann man für eine handvoll Dollar seinem Auto ein wesentlich angenehmeres Fahrverhalten bescheren. Der Idler Arm war in meinem Falle bei Kauf schon ausgeschlagen und die Reparatur eliminierte in Kombination mit neuen Spurstangen das Lenkspiel komplett. Gleiches Spiel beim Sheriff wo der neue Idler Arm das massive Lenkspiel zumindest schon einmal abgemildert hat.

 

 

 

 

Steering Coupler

 

Dieses Teil verbindet die Lenkstange mit dem Lenkgetriebe, man kann sich das Ganze ein bisschen wie die Gelenke zwischen Kardanwelle und Differentialgetriebe vorstellen. Auf deutsch ist das Teil auch als Hardyscheibe bekannt welche es eben nicht nur bei Kardanwellen gibt ;) Wenn hier die Nieten und Verschraubungen lose werden bzw. abscheren entsteht auch hier massives Spiel. Auch diese Teile sind nach mehr als 2 Jahrzehnten grundsätzlich verdächtig ausgeschlagen zu sein. In unserem Falle war dieses Teil völlig fertig.

 

Stoßdämpfer

 

Stoßdämpfer tragen wesentlich zu einem stabilen Fahrverhalten und komfortablen Fahrverhalten bei. Sie haben die Aufgabe die Schwingungen, welche die Unebenheiten im Boden auf das Fahrwerk übertragen, abzuschwächen. Am besten lässt sich der Effekt durch das berühmte Nachwippen erklären. Wenn euer Fahrwerk nach einer Unebenheit stark bzw. lange nachwippt sind die Dämpfer entweder zu weich oder tot. Der Dämpfer hat also die Aufgabe die Schwingbewegung abzubremsen. Somit sorgt er dafür das der Wagen trotz der Bodenunebenheiten schnell wieder in eine stabile Lage zurückkehrt. Kaputte Dämpfer erkennt man neben dem Nachschwingen unter anderem auch an Poltern oder hartem Knallen, sollte der Dämpfer so tot sein das er auf Block geht. Ungleichmäßig abgefahrene Reifen können ebenso auf kaputte Dämpfer (oder eine verstellte Spur) hindeuten. Bei Öldruckdämpfern erkennt man einen Defekt auch gut an Ölnasen am Dämpfer. Die Dämpfer lassen sich aber leicht kontrollieren und sind auch Bestandteil der HU. Wenn hier etwas im Argen liegt wird der Prüfer einem dies schon mitteilen ;)

 

Für ein ordentliches Fahrverhalten sollten also auch die Dämpfer entsprechend passend zum Gewicht und dem Fahrwerk des Autos gewählt werden. Ein zu weiches und unterdämpftes Fahrwerk führt zu dem berühmten schaukeligen Fahrverhalten, ein zu hartes Fahrwerk kann bei Bodenunebenheiten dafür sorgen das der Wagen die Unebenheiten nicht wegfedert sondern einfach an die Reifen weitergibt was dem Grip eher weniger zuträglich ist. Aus dem Grund gibt es auch nicht DIE Fahrwerksabstimmung! Für möglichst optimale Ergebnisse sollte ein Fahrwerkssetup immer dem Einsatzzweck angepasst sein. Ein bretthartes Sportfahrwerk ohne Feder- und Dämpferwege taugt beispielsweise mitnichten für die Nordschleife. Aus dem Grund gibt es bei Rennteams auch ganze Heerscharen von Ingenieuren und Mechanikern welche das Fahrwerk auf die Strecke und die Bedürfnisse des jeweiligen Fahrers abstimmen.

 

Vor dem Hintergrund hat es für die Ingenieure auch wenig Sinn gemacht ein Hardcore Sportfahrwerk in den Caprice einzubauen, da der Sinn des Wagens das komfortable Reisen über sehr lange Strecken ist und nicht die Rekordrunde auf der Norschleife zu fahren. Hier wählt man dann entsprechend ein komfortables und stabiles Setup da so etwas von den meisten Fahrern auf langen Strecken als angenehm empfunden wird. Der lange Radstand des Caprice kommt hier der Fahrstabilität positiv zu Gute womit wir wieder bei der alten Autofahrerweisheit "Länge läuft" wären.

 

Kleines Beispiel aus der Praxis:

 

Mein Peugeot hatte ab Werk schon ein ziemlich knüppeliges Fahrwerk. Auf topfebener Straße funktionierte dieses ganz gut und so konnte man den Wagen auch gut in die Kurve werfen. Nur bei Schlaglöchern und Bodenunebenheiten wurde es bei hohem Tempo gefährlich da sich die Bewegungen auf die Karosserie übertragen haben. In schnellen Kurven hat die Hinterachse so beispielsweise schon mal einen Satz zur Seite gemacht. Ebenso waren die Dämpfer so hart das man wirklich jede Unebenheit in der Straße gefühlt hat was soweit ging das man sogar spüren konnte wenn der Straßenbelag ganz leichte Wellen hatte, da der Wagen dann entsprechend mitgewippt ist. Für die Langstrecke ist ein solches Setup völlig untauglich da es dem Fahrer deutlich mehr Aufmerksamkeit abverlangt und für den Körper auch einfach anstrengender ist. Somit ermüden Körper und Geist deutlich schneller was mehr Pausen nötig macht, oder beim Verzicht darauf, die Gefahr eines Unfalls erhöht.

 

Beim Caprice ist es genau andersherum. Während das Fahrwerk vielleicht nicht unbedingt zum Kurvenräubern taugt, so ist es doch stabil und sehr komfortabel so das man selbst nach einer langen Strecke einigermaßen ausgeruht, entspannt und körperlich fit aus dem Auto aussteigt.

 

Wie man so ein Auto auf einen anderen Einsatzzweck anpassen kann als ursprünglich angedacht kann man dann beim Caprice 9C1 gut erfahren. Hier hat man wirklich alles auf hart getrimmt (ca. 400% mehr Feder- und Dämpferhärte) und dem Fahrwerk noch ein bisschen mehr Bodenfreiheit verpasst. So wird der Caprice selbst für so einen knapp 2 Tonnen Koloss sehr stabil und einigermaßen kurventauglich, allerdings auch merklich unbequemer bei Bodenunebenheiten. Hier kann man schon deutlich flotter um Kurven fahren, allerdings muss man auch den Mut dafür haben da man das dem Wagen so gar nicht zutrauen würde. Da die Police Package Autos aber eben auch bei höherem Tempo noch stabil liegen mussten und auch ein Grünstreifen oder eine Bordsteinkante kein Hindernis sein durften hat man das Setup dann eben entsprechend so angepasst. So kann es eben auch gehen ;)

 

Stabilisator

 

Der Stabilisator verbindet die Räder an der jeweiligen Achse miteinander. Der Stabilisator ist im Prinzip nichts anderes wie eine große Stange, richtiger Fachausdruck Drehstabfeder, welche die Seitenneigung des Fahrzeugs massiv verringert. Der Stabilisator ist ein Paradebeispiel für ein kleines Teil welches das Fahrverhalten massiv aufwertet. Durch die Dicke/Stärke des jeweiligen Stabilisators kann man das Fahrverhalten in die gewünschte Richtung beeinflussen. Auch dies kommt dem Fahrkomfort und der Fahrstabilität zu Gute. Beim Caprice ist der vordere Stabilisator über die Koppelstangen mit den unteren Querlenkern verbunden. Der Stabilisator hat in der Funktionsweise starke Ähnlichkeit mit einer Drehstabfederung (wen wunderts?!) auf, welche beispielsweise bei Chrysler noch bis in die späten 80er zum Einsatz kam. Die Drehstabfeder war übrigens die erwähnte Erfindung welche sich die Amerikaner in Sachen Fahrwerk von den Deutschen, in dem Falle Herrn Dr. Porsche, abgeschaut hatten ;)

 

Stabilisatorlager

 

Die Stabilisatorlager sorgen dafür das der Stabilisator in seiner Position bleibt und sich nicht wild umherwindet. Das Lager wird mit dem Stabilisator am Rahmen verschraubt und stellt damit die Verbindung des Stabilisators mit dem Rahmen dar.

 

Querlenker

 

Der Querlenker verbindet grob gesagt das Rad mit der Karosserie. Der Caprice hat zwei davon pro Rad an der Vorderachse, jeweils oben und unten. Soweit waren wir aber beim Thema Doppelquerlenkeraufhängung schon einmal ;)

 

Auch in den Querlenkern stecken Gummilager und Kugelgelenke. Sind diese brüchig entsteht, Ihr ahnt es bereits, Spiel im Querlenker und das Fahrverhalten wird unpräzise und instabil. Die Querlenker selbst sind beim Caprice massiv überdimensioniert und gehen für gewöhnlich nur unter brutaler Gewaltanwendung kaputt. Im Prinzip kann man die Querlenker wiederverwenden, allerdings muss man dafür die Lager ein- und auspressen was mit großem Aufwand verbunden ist. Da es die Querlenker tutto completti neu gibt lohnt es sich finanziell gesehen gleich die komplett neuen Lenker zu nehmen. Die Lager selbst kosten auch gerne mal 40€ und die 30 € Aufpreis zu den fertigen Teilen hast du alleine durch die Arbeitsstunden für das Aus- und Einpressen schnell drin. Gerade die Traggelenke wehren sich gerne ;)

 

Koppelstangen

 

Diese verbinden den Stabilisator mit dem unteren Querlenker, ergo der Lenkung und tragen somit Ihren Teil zum Fahrverhalten bei. Die Koppelstangen sind beim Caprice mit dem unteren Querlenker und dem Stabilisator verbunden wodurch die Verbindung zwischen Fahrwerk und Rahmen hergestellt wird.

 

Lenkgetriebe

 

Lenkgetriebe gibt es in mehreren Ausführungen. Die in Europa bekanntesten sind die Zahnstangen- sowie die Kugelumlauflenkung. Bevorzugt man heutzutage Zahnstangenlenkungen, unter anderem wegen Ihrer höheren Präzision, so waren früher Kugelumlauflenkungen weit verbreitet. Einer der Gründe dafür war unter anderem war Ihre Leichtgängigkeit was gerade bei großen und schweren Limousinen ein gern genutzter Vorteil war. Entsprechend haben einige Hersteller das Prinzip bis in die 90er hinein genutzt. Ein prominentes Beispiel wäre hier Mercedes oder eben wie hier General Motors. An den Lenkgetrieben verabschieden sich gerne mit der Zeit die Dichtungen was zu Ölverlust und damit zu erhöhtem Verschleiß bis zum Defekt des Lenkgetriebes führt. Auch dies macht sich durch ein großes Lenkspiel bemerkbar. Die Toleranzen sind hier nicht allzu hoch, wenn also großes Spiel vorhanden ist sollte man neben den Gelenken auch das Lenkgetriebe mal überprüfen.

 

Das Lenkgetriebe bildet das Bindeglied zwischen Lenkstange und den Lenkungsteilen wie dem Pitman Arm. Die Lenkstange überträgt die Bewegung des Lenkrades an das Lenkgetriebe welches dann die Bewegung an den Pitman Arm weitergibt. Der wiederum gibt die Bewegung an den Center Link und so weiter und sofort. Wenn man sich das Schaubild ansieht wird in etwa klar wie das Ganze funktioniert :)

 

Beim Caprice kam wohl eine 12,7:1 übersetzte, späte Version desr Saginaw 800er Serie zum Einsatz, eine Serie von Lenkgetrieben die für Ihre Langlebigkeit und lange Bauzeit bekannt sind. Das Saginaw ist so ein Beispiel für ein typisches GM Teil das sich bewährt hat und deshalb über Jahrzehnte, mehr oder weniger unverändert, in allen möglichen Autos gelandet ist. Angefangen bei den 50ern fanden sich die Saginaw Lenkgetriebe bis in die 2000er in GM Fahrzeugen wo Sie dann endgültig in allen Baureihen von Zahnstangenlenkungen abgelöst wurden. Auch wenn diese Lenkgetriebe sehr haltbar sind, so sind diese nicht unzerstörbar.

 

Kugelumlauflenkungen landen bis heute sehr gerne in schweren Trucks und LKW da Sie das lenken erleichtern was bei schweren Fahrzeugen, bei denen man viel rangieren muss, einen nicht unerheblichen Vorteil darstellt. Lenkpräzision im Nanometerbereich ist in diesem, eher grobschlächtigen Metier, nicht gefragt weshalb Sie dort auch bis heute noch verbaut werden. Früher waren Sie bei großen und schweren Limousinen sehr beliebt, weshalb beispielsweise Mercedes sehr lange auf diese Form der Lenkung gesetzt hat. Es soll heute noch Mercedes-Fans geben welche die gute alte Kugelumlauflenkung vermissen ;)

 

Falloutboy aus dem US-Car Forum hatte sich mal die Mühe gemacht unter den folgenden Links ein bisschen was zu dem Thema zusammenzustellen:

 

https://www.motor-talk.de/.../Attachment.html?attachmentId=713523

 

https://www.motor-talk.de/.../...ring-gear-info-sammlung-t4214837.html

 

Fazit:

 

Die größte Schwachstelle am Fahrwerk des Caprice ist, wie bei so vielen Autos, also die Zeit. Das Alter kennt keine Gnade gegenüber den Gelenken und den Gummis. Da das Problem, wie bereits erwähnt, so ziemlich jedes Auto auf dem Markt betrifft hat der Aftermarket entsprechend reagiert. Heutzutage werden für einige Autos Polyurethan-Buchsen als Alternative für die herkömmlichen Gummibuchsen angeboten. Diese haben den Vorteil einer geringeren Empfindlichkeit gegenüber Alterungseinflüssen und somit einer, in der Theorie, höheren Haltbarkeit. Diese Haltbarkeit erkauft man sich aber teuer mit starken Einbußen im Fahrkomfort da die Dämpferwirkung der Gummibuchsen mehr oder weniger entfällt und so sämtliche Bewegungen und Geräusche gnadenlos auf das Auto übertragen werden. Geräusche und Bewegungen die das herkömmliche Gummilager problemlos geschluckt hätte. Man sollte sich also sehr genau überlegen ob man beim Tausch nicht doch lieber wieder auf Gummibuchsen setzt. Auch damit hat man erstmal ein paar Jahre seine Ruhe und die wenigsten fahren Ihr Auto so hart im Alltag als das man tatsächlich PU-Buchsen benötigt. Zu bedenken gilt es auch das Polybuchsen im originalen Fahrwerk gar nicht vorgesehen waren und so unter Umständen die Buchsen im Rekordtempo verschleißen oder sich durch die Bewegungen und Vibrationen welche das Gummilager geschluckt hat zu einem höheren Verschleiß der Gelenke führen. Man sollte sich also gut überlegen ob man sowas in seinem Alltagsauto wirklich haben möchte. Wer sein Auto zum Rennstreckentool umbauen möchte kommt um Polybuchsen eh nicht herum, aber da bewegen wir uns nicht selten schon außerhalb des Rahmens der Straßenverkehrszulassungsordnung ;)

 

Service Vorderachse

 

Beim Caprice sind die meisten Achs- und Lenkungsteile mit Schmiernippeln ausgestattet. Das klingt jetzt für den Moment fürchterlich altmodisch, aber das Prinzip hat auch Vorteile. Werden die Achsteile regelmäßig abgeschmiert belohnen Sie einen mit einer langen Lebensdauer. Da auch das Schmiermittel altert und mit Verschmutzung durch äußere Einflüsse zu kämpfen hat macht es durchaus Sinn die Achsen regelmäßig abzuschmieren. Außerdem hält das Fett die Gummis geschmeidig (wenn man das richtige Fett nimmt!) was auch deren Lebenszeit verlängert. Bei modernen Fahrzeugen sind die schmierbaren Achsteile durch gekapselte Systeme mit Lifetimefüllungen ersetzt worden. Allerdings sind auch diese modernen Teile dem üblichen Verschleiß unterworfen und somit nicht unzerstörbar. Das Lifetimefüllungen nicht unbedingt gut sind kennen Fahrer von Automatikgetrieben bei denen die Hersteller dann irgendwann zurückgerudert sind und wieder einen Wechselintervall fürs Öl eingeführt haben. Der Grund waren defekte oder schlecht schaltende Getriebe die durch verschmutztes Öl Schaden genommen haben. Auch moderne Fahrwerke sind bei einigen Herstellern ab 100.000km grundsätzlich verdächtig für die ersten Defekte.

 

Zurück zum Caprice!

 

Fettpressen bekommt man heute immer noch, ich selbst habe mir damals eine von Würth incl. 2 Fettkartuschen aus der Bucht gefischt. Um die 35€ sollte man dafür einplanen. Am besten schmiert man die Achsteile bei jedem Ölservice ab, damit macht man absolut nichts verkehrt. Beim Caprice ist der Intervall mit gut 12.500km angegeben was ein durchschnittlicher Wert für die frühen 90er ist. Unter erschwerten Bedingungen (viel Hitze, viel Staub, viele Standzeiten oder einfach nur Polizeieinsatz) ist der Serviceintervall auf alle 6000km zu verkürzen. Ist man Wenig- bzw. Saisonfahrer, ist man mit einmal jährlich Service ganz gut bedient. Aufhängung und Lenkung werden es einem Danken! Der Caprice hat insgesamt 11 Schmiernippel an der Vorderachse die allesamt flott versorgt sind. Jeweils einer an den Spurstangenköpfen also insgesamt 4, 2 am Center Link, einer am Idler Arm. Die letzten befinden sich an den Traggelenken der Querlenker, in der Summe 4. Dies ergibt die genannten 11 Schmiernippel. Für diese Arbeit empfiehlt sich eine Hebebühne. Hält man sich an diese Servicetipps, so wird die Vorderachse entsprechend lange halten und es euch mit einer langen Haltbarkeit danken :)

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15.03.2020 10:50    |    Dynamix    |    Kommentare (36)    |   Stichworte: 4, Caprice, Chevrolet, Sheriff

Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf

 

 

Der TÜV bei unserem geliebten automobilen Gesetzeshüter stand mal wieder an und wir wussten im Vorfeld schon das wir in dem Zuge ein paar Punkte angehen müssen. Da der Wagen mittlerweile alt ist und schon bei Import so seine Wehwechen hatte die wir bisher nicht alle richten lassen konnten. Da diese mit der Zeit natürlich nicht besser werden, und andere Dinge am Auto einfach Vorrang hatten, gab es einen Punkt der mittlerweile wohl zum akutesten am ganzen Auto geworden ist.

 

*Trommelwirbel*

 

*dramatischer Hall*

Die Vorderachse!

*dramatischer Hall*

 

Wie wir bereits wissen, ist der Wagen jetzt über 26 Jahre alt und die Vorderachse hat mittlerweile Ihre besten Zeiten hinter sich. Mit der Zeit schlagen Gelenke aus und Fahrwerks- oder Karosseriegummis vergammeln schlicht und einfach. Leider ein Punkt der gerade bei Amerikanern gerne vernachlässigt wird. Da wären wir dann bei dem schwammigen Fahrverhalten welches Amerikanern ja nur zu gerne nachgesagt wird und womit Kritiker auch gerne versuchen den Eindruck zu erwecken die Amerikaner könnten keine Autos bauen.

 

Dieser Eindruck kommt nicht selten durch ausgeschlagene Gelenke und matschige Gummiteile in Fahrwerk und Lenkungsteilen zustande, noch verstärkt durch die typisch amerikanisch stark unterstützten Servolenkungen die, zugegebenermaßen, schon das Feedback in der Lenkung schwächen. Da dies aber wegen des Fahrkomforts so gewollt war (fragt mal Mercedes-Fahrer die bis heute der Kugelumlauflenkung hinterhertrauern!) nicht wirklich ein Kritikpunkt, wenn man den Einsatzzweck dieser Autos bedenkt erst recht nicht. Durch all diese Punkte entsteht somit ein sehr leichtgängiges und sehr indirektes Lenkgefühl mit verdammt viel Lenkspiel. Viele kennen das aus alten US-Filmen wo die Protagonisten am Steuer ihrer Landyacht trotz gerader Straße ständig am lenken sind, wohl um den Eindruck zu erwecken Sie würden tatsächlich Auto fahren ;) Das ganze ist allerdings kein typisches Amerikanerproblem sondern ein typisches Autoproblem, besonders weil sich nur wenige um sowas kümmern und lieber mit kaputtem Fahrwerk durch die Gegend eiern als es einmal reparieren zu lassen. Es gibt genug europäische und asiatische Autos mit den gleichen Problemen. Wenn's ausgeschlagen ist wird es indirekt, so ist das nun mal.

 

Ein geschulter Prüfer entdeckt sowas sofort, leider hat nicht jeder Mechaniker und Prüfer die nötige Kenntnis was Amerikaner angeht und so bleiben solche Mängel nicht selten unentdeckt wodurch sich das Klischee vom schwammigen Amerikaner mit 3m Lenkspiel ab Werk durchsetzen konnte. Das es auch anders geht zeigt mein eigener Caprice ;)

 

Zurück zum Sheriff:

 

Wir haben zwar beim Sheriff schon ein paar Dinge in der Richtung Fahrwerk erneuern lassen, aber das Lenkspiel ist mittlerweile nur noch inakzeptabel und das dürfte nicht nur der TÜV so sehen. Da der Wagen besseres verdient hat setzten wir uns mit dem Vereinskumpel in Verbindung der auch schon die Zündung neu gemacht hatte. Mit Ihm klamüserten wir aus was wir alles neu machen müssen und können damit der Wagen auch dem strengsten Prüferauge und auch unseren Ansprüchen stand hält.

 

Da es bei so einem Rundumschlag gleich Sinn macht auch Dinge mitzumachen die nicht unbedingt fällig sind sah unsere Einkaufsliste wie folgt aus und damit erklärt sich auch der Name des Blogartikels ;) Falls Ihr zufällig selber einen B-Body euer Eigen nennt (Haaaaalllloooo, Eeeeeeechoooooo! :D) dürfte die nun folgende Einkaufsliste für euch sehr praktisch und interessant sein.

 

Die Einkaufsliste

 

- NATIONAL A6 Radlager innen

- NATIONAL A3 Radlager außen

- NATIONAL 4739 Dichtung Radlager innen

- ACDelco 18A399 Bremsscheiben

- ACDelco17D614C Professional Bremsbeläge Keramik für Police Package Autos

- ACDelco 18J995 Bremsleitungen

- PROFORGED 10610069 Center Link

- PROFORGED 10310049 Pitman Arm

- LARES 1502 Lenkgetriebe

- LARES 205 Kupplung Lenkgetriebe

- ACDelco 45G0540 Stabilisatorlager

- ACDelco 45D1138 Querlenker links oben

- ACDelco 45D1139 Querlenker rechts oben

- ACDelco 45D3324 Querlenker links unten

- ACDelco 45D3325 Querlenker rechts oben

- Carlson H94582 Schrauben Bremsschlauch zu Sattel

- ACDelco 45G0013 Koppelstangen

 

Puh, dass ist schon ne Menge und preislich auch leider alles nicht ganz billig. Alleine die Teile haben schon einen netto Wert von mehreren 100€ und da kommen noch Versand von mehreren 100€ und entsprechend natürlich Zoll und Steuer drauf, so dass man alleine für die Teile bei einem vierstelligen Betrag landet. Ouch!

 

Dazu dann noch ein paar andere Teile die wir aber schon zuhause hatten bzw. schon verbaut waren. Ihr erinnert euch an die Aktion mit den Stoßdämpfern? Jepp, dass sind die Teile die eigentlich damals schon in das Auto hätten wandern sollen. Davon hat es bisher nur der Idler Arm geschafft.

 

Moog K6187T Idler Arm

 

Moog ES2020RLT Inner Tie Rod End

 

Moog ES2019RLT Outer Tie Rod End

 

Moog ES 2004S Tie Rod Adjusting Sleeve

 

Warum überhaupt soviel auf einmal?

 

Um die Frage kurz und knapp zu beantworten: Um auf einen Schlag für die nächsten Jahre Ruhe zu haben! Keiner hat Bock den Wagen die nächsten Jahre mehrfach auseinander nehmen zu lassen weil man Teile austauscht die man vorher schon hätte austauschen lassen können. Deshalb auch die lange Einkaufsliste.

 

Als Grund für das massive Lenkspiel kam uns als erstes das Lenkgetriebe in den Sinn, da dort mit Sicherheit in den letzten 26 Jahren niemand dran war. Aber dazu kommen wir noch im Verlauf des Artikels.

 

Dem aufmerksamen Blogleser der Reihe wird auch aufgefallen sein das wir im letzten Artikel erwähnt hatten das die Bremsen nach erster optischer Begutachtung noch okay sind. Der Druckpunkt der Bremse ist zwar deutlich besser als bei meinem zivilen, aber man muss schon richtig reinlatschen damit er richtig gut bremst und das Ganze fühlt sich einfach irgendwie indirekt an. In den ABS Regelbereich kriegte ich die Bremse auch mit aller Gewalt nicht. Den Eindruck bestätigte mir mein Kumpel auch der den Wagen ja im Zuge der Zündungsreparatur gefahren ist. So kamen wir beide zu dem Schluss das man bei der Bremse wohl auf die selbe Preiskategorie wie bei den Stoßdämpfern zurückgegriffen hat. Auch hier gilt mal wieder: You get what you pay for! Also bekommt der Sheriff die guten ACDelco Scheiben (die selben die der Wal schon hat) mit passenden Keramik Belägen, ebenso von ACDelco, spendiert die speziell für die Police Package Autos abgestimmt sind. Damit sollte der Kahn dann mal richtig ankern!

 

Gerade die Beläge machen bei dem Wagen nochmal einen spürbaren Unterschied zu den zivilen Autos wie man bei den MSP Tests immer gut beobachten konnte.

 

Ansonsten bekommt er dann alles was für einen ordentlichen Geradeauslauf nötig ist. Das Lenkradspiel sollte damit komplett der Vergangenheit angehören und der Wagen sich damit endlich so fahren wie es sich für ein Police Package Auto gehört.

 

Damit wäre der Plan auch schon umrissen. Fassen wir zusammen:

 

1. Vorderachse erneuern, heißt Querlenker, Spurstangen (hatten wir noch auf Lager), Pitman Arm, Center Link, Stabilagern und was da noch so an der Lenkung hängt, also das Lenkgetriebe inkl. der Kupplung.

 

2. Neue Bremsen vorne mit Police Package Belägen, neuen Bremsleitungen und neuen Radlagern (die hinten wurden von uns schon erneuert).

 

3. Die defekten Hupenknöpfe reparieren

 

4. Achse vermessen und einstellen

 

5. Neuer TÜV

 

Klingt jetzt natürlich alles ziemlich umfangreich, ist es auch, aber dafür hat man nach der Reparatur für lange Zeit auch keinen Stress mehr mit dem Fahrwerk. Ich glaube nach all den Reparaturen ist der Wagen mal eben das Doppelte wert :D :D :D :D

 

Bescherung im Oktober

 

Wir schreiben mittlerweile Ende Oktober, der Wagen befindet sich im letzten Monat seiner Saison. Mittlerweile waren 7 Rockauto Pakete aus 5 verschiedenen Lagern in gewohnt fixer FedEx Manier bei uns angekommen. So viele Autoteile auf einmal fühlen sich fast wie Weihnachten an, nur eben 2 Monate zu früh. Da der Weihnachtskram aber auch immer früher in den Supermarktregalen steht passt das wieder :D

 

Diese Bestellung steckte voller Superlative, ist es doch unsere umfangreichste, schwerste und teuerste Rockauto Bestellung die wir jemals aufgegeben haben! Die bis dato teuerste Bestellung hat gerade mal knapp über die Hälfte gekostet. Bevor der Wagen zum Kumpel ging sortierten wir noch fix die Teile nach Baugruppen und checkten nach ob auch alles angekommen war. Neben tonnenweise Verpackungsmaterial und 4 mal dem selben Kühlschrankmagneten stellen wir fest, dass leider zum ersten Mal etwas bei einer Rockauto Bestellung fehlte. Den Pitman Arm hatte man scheinbar beim einpacken vergessen. Zum Glück kann man bei Rockauto fehlende oder falsche Teile direkt und einfach über die Webseite reklamieren. Dazu muss man nur ein paar Fragen beantworten und schon ist die Reklamation eingestellt. Typisch Rockauto, hatte ich innerhalb einer Stunde eine Antwort mit der Zusage das mir das Teil ohne weitere Kosten und mit der gleichen Versandart zugeschickt wird. Der fehlende Pitman Arm kam also noch in der gleichen Woche an :cool: Bei der Begutachtung stellte sich fest das dieser kleine Hebel verdammt massiv und schwer ist für seine Größe. Das Teil ist nicht länger als ein handelsübliches Smartphone und vielleicht so breit wie der Stil eines ordentlichen Hammers. Aber damit erklärt sich auch warum die Dinger so selten kaputt gehen, außer massivem Stahl ist ja nichts dran. Keine Gummis, Gelenke oder ähnliches. Einfach nur ein primitiver Klotz aus Stahl :D

 

Da unser Kumpel erst ab Dezember wieder richtig Zeit hatte, wir den Wagen aber nur bis Ende Oktober zu Ihm bringen konnten ohne Stress wegen KZK zu haben, war der Plan den Wagen incl. der ganzen Ersatzteile schon einmal zu Ihm zu bringen bevor die Saison abläuft. Den Wagen werden wir außerhalb der Saison eh nicht groß vermissen ;) So ist die Zeit während der Saisonpause gut genutzt. Somit packten wir also die sortierten Teile ins Auto und das Auto dann zur Werkstatt. Da der Diplomat eines anderen Vereinskameraden mittlerweile fertig geworden ist, war genug Platz in der Werkstatt um den Sheriff dort etwas länger stehen zu lassen. Auf der einen Seite steht der Wagen dann auch zur Saisonpause trocken und sicher und er hat genug Zeit alles an dem Auto zu machen was nötig ist. Und soviel sei schon einmal verraten, es war mehr als wir dachten!

 

So zogen wir eines schönen Samstag morgens Ende Oktober los um den Wagen zur Werkstatt zu bringen. Kaum angekommen brachten wir all die Teile in die Werkstatt und hielten bei 1-2 Kaffee noch ein paar Schwätzchen :) Man sprach auch über den weiteren Fortgang des Projekt Sheriff. Wir erzählten von den geplanten Decals, von der fälligen Lackierung an Tür und Kofferraum und der Konsole für die sich keiner findet der Sie bauen will. Wir zeigten Ihm die entsprechenden Fotos die wir von allem hatten und so keimte der Plan auf die ganze Nummer etwas zu erweitern. Da der Vereinskollege selber Police Car Enthusiast ist wollte er mal für all das seine Kontake anzapfen. Sprich: Wenns gut läuft ist zum nächsten Saisonstart der Lack ausgebessert und eine Konsole angefertigt :cool:

 

Meine bessere Hälfte packte der Enthusiasmus und so sollte sich der Lackierer des Vertrauens des Kollegen mal die offenen Stellen im Lack ansehen. So ausufernd sollte das nicht werden, aber da muss der Profi sein Urteil fällen.

 

Es geht los!

 

Die Monate zogen ins Land und Anfang Dezember gingen die ersten Arbeiten los. Die Demontage brachte, wie erwartet, einiges zum Vorschein was fällig war. Obere Querlenker? Wohl noch das Beste, aber der Rest......

 

Untere Querlenker? Fertig!

Center-Link? Fertig!

Spurstangen? Richtig fertig!

Bremsen? Beläge total verglast!

 

Die Servoschläuche sehen auch nicht mehr so pralle aus. Aber hey, dafür haben wir den Kram ja bestellt und genau das alles hatten wir ja im Vorfeld auch schon befürchtet als wir den ganzen Spaß hier durchgeplant haben. Aber ein paar gute Dinge hat der Wagen dann doch: Durch die rostfreie Karosserie gehen sämtliche Teile gut ab ohne großen Widerstand zu leisten. Die Federn sind noch richtig gut zu und die Stoßdämpfer waren ja eh schon neu. Einen Tag später war das Lenkgetriebe an der Reihe und eine nähere Begutachtung ergab, ihr ahnt es schon:

 

Fertig, fertig!

 

Spätestens ab diesem Punkt war meine bessere Hälfte etwas geknickt, hatte Sie doch damit gerechnet das der Wagen in der Hinsicht etwas besser dasteht als befürchtet. Naja, dafür machen wir es ja jetzt und wenn er fertig ist steht der technisch dafür RICHTIG gut da.

Von alten Herren und der Inkontinenz

 

Wieder einen Tag später gab es schon die nächsten Infos und Bilder. Da der Wagen immer schon zu mehr oder weniger starker Inkontinenz neigte beäugte unser Clubkollege auch diese Baustelle, wie gewohnt, sehr penibel. Dabei fand er 5 (!:() potenzielle Ölquellen.

 

1. Das Ventil von der Kurbelgehäuseentlüftung ist verstopft und hängt.

 

2. Gummisockel im Ventildeckel steinhart und somit undicht.

 

3. Der Dichtring im Öldeckel ist hin (ärgerlich weil ich den vor nicht einmal 2 Jahren brandneu gekauft hatte!)

 

4. Dichtring des Speed Sensors im Getriebe ist brutal undicht, daher rührt wohl auch die Undichtigkeit des Getriebes

 

5. Der Klassiker: Simmerring/Ölwanne stellenweise undicht.

 

 

Macht den Braten jetzt auch nicht fett, kommt auch alles neu. Hier wäre jetzt der perfekte Moment für einen Schulterzucken-Smiley ;)

 

In der Zwischenzeit in der die neuen Teile auf sich warten ließen wurde der Steering Coupler schon mal mit der Lenkstange verheiratet und alles sauber gemacht. Sieht fast aus wie neu, oder? :)

 

Bei der Gelegenheit fragte ich Ihn wie es denn um die Federn steht. Wir erinnern uns, die originalen Federn bekommt man seit Jahren nicht mehr und neu machen fällt von daher flach da die Aftermarket Dinger für gewöhnlich nichts taugen oder dann eine andere Höhe/Federhärte bzw. rate haben. Aber hier gab es Entwarnung, die Federn sind noch ziemlich gut und können bleiben. Na wenigstens etwas ;)

 

Der Zusammenbau sollte ein paar Tage später erfolgen und so bekam ich dann entsprechend neue Bilder. Zuerst ging es an den Zusammenbau des Lenkgetriebes und der daranhängenden Leitungen. Danach wurde das Ganze mit der gereinigten Lenkstange verheiratet. Wahnsinn wie gut der Kram jetzt schon aussah! Danach wurden die neuen Querlenker an ihren neuen Arbeitsplatz verfrachtet. Danach wurde das neue Lenkgetriebe eingebaut und mit dem neuen Pitman-Arm verheiratet und die Leitungen wieder angeschlossen. Weiter ging es dann mit dem Zusammenbau des Fahrwerks. Federn, Dämpfer und so weiter kamen wieder an Ihren angestammten Platz. Danach kamen die neuen Lenkungsteile wie Spurstangen und Center Link. Besonders die alten Spurstangen hatten es ECHT hinter sich. Ich denke die Bilder sprechen für sich.......

 

Dafür war unser Kumpel davon überzeugt das der Wagen dafür richtig gut wird wenn er mit Ihm fertig ist. Sein Kommentar dazu:

 

Zitat:

"Das wird so geil!"

Es sollten noch einmal ein paar Tage ins Land ziehen bis der Wagen fertig zusammengebaut war, es gab schließlich noch mehr zu tun. Weiter ging es erst einmal mit den Bremsen. Wie bereits erwähnt waren die Beläge so verglast das diese laut Einschätzung unseres Kumpels vielleicht noch zu einem Viertel auf der Scheibe auflagen. Ein Satz neuer Scheiben, Beläge und Radlager später sah das Ganze schon wieder richtig gut aus. Danach wurden alle Teile miteinander verheiratet damit aus dem Sheriff wieder ein vollständiges Auto wird. Sieht schon ziemlich geil aus und macht Lust auf die erste Fahrt! Die Ehre wurde aber unserem fleißigen Mechaniker zuteil, der von der ersten Proberunde auf dem Werkstatthof schon sehr angetan war :cool:

 

Zitat:

"Wenn man in die Eisen geht hängt der Kopf an der Frontscheibe"

Die Lenkung hatte auch keinerlei Spiel mehr und er schien mit dem Ergebnissen der harten Arbeit sehr zufrieden zu sein :) Am Tag danach standen noch diverse Kleinigkeiten an. Die Hupe sollte ja wieder ordentlich gehen und da hatten wir bei Amazon einen Satz Hupknöpfe besorgt die auch mein Blauer bald bekommen soll :cool: Die originalen Hupknöpfe sind leider alles andere als haltbar und bei so gut wie jedem Caprice den ich kenne schlicht im Eimer. Ein weiterer Punkt war die Sitzverstellung die es nur noch sporadisch nach vorne und hinten tut. Hier hatte ich zwar schon mal ein bisschen geschaut, aber die Schaltereinheit war es definitiv nicht. Der nächste Punkt war die Grundeinstellung der Ache als Vorbereitung auf die Achsvermessung. Die Werkstatt für die Achsvermessung war zum Glück mehr oder weniger nebenan, so hat es unser Kollege auch nicht weit :)

 

 

 

 

Amerikanische Verhältnisse

 

Bei der Hupe sollte es reichen die Schalter zu erneuern, theoretisch! Hier bewahrheitete sich wieder der alte Spruch "Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt". Eines Tages bekam ich das Bild vom Airbag mit dem Kommentar das die Knöpfe nicht kaputt waren, Sie fehlten einfach! Weiterhin war die gesamte Kabelage die für gewöhnlich an den Knöpfen hängt einfach mal komplett demontiert worden. Das war insofern paradox weil an der Masse der Hupe auch die Masse vom Airbag hängt. Allerdings hat der Airbag nie einen Fehler geworfen und die Kontrollleuchte funktionierte auch wie Sie sollte! Dazu kam das die Haltemutter vom Lenkrad nur handfest angezogen war, die hielt nur fest weil die schon an der Lenksäule festgegammelt war. Da hat wohl mal irgendjemand vor dem Export RICHTIG ordentlich dran gepfuscht. Vermutlich hat jemand beim abrüsten die eh schon kaputten Hupenknöpfe incl. der Verkabelung ausgebaut und nie ersetzt. Spannender fand ich aber die Frage wie man den Airbag anders verkabelt bzw. überbrückt hat ohne das einem das Steuergerät Amok läuft und lauter Fehler ausspuckt. Wie auch immer, die Kabelage wurde nachgebaut und die neuen Knöpfe eingebaut. Funktionierte zumindest wie es sollte und das ohne die Knöpfe in den Airbag zu spaxen, so wie ich es in Europa schon gesehen habe weil man einfach zu dusselig war die Knöpfe in die dafür vorgesehenen Halter zu packen.........

 

Der Caprice hat ein Zweiklanghorn, hat also im Prinzip 2 Hupen in einer. Blöderweise wollte erst einmal nur ein Horn hupen, das zweite blieb stumm. Das Problem ließ sich aber mit ein paar Sekunden dauerhupen beheben ;) Nach ein paar Sekunden erwachte dann auch Horn 2 zum Leben. Scheinbar musste er von seinem Compagnon erst aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden :D

 

Zumindest die Knöpfe sollten jetzt die nächsten 100 Jahre halten. Die originalen Knöpfe in den 91-93er Modelljahren waren leider, da bin ich ehrlich, der letzte Dreck. Ich kenne keinen Caprice aus den Modelljahren der noch originale und funktionierende Hupknöpfe hat. Irgendwann zerbröseln die Dinger einfach. Das Problem hat man dann bei den späteren Jahrgängen in den Griff bekommen, aber da gab es dann auch ein anderes Lenkrad wo das Thema Airbag und Hupe wieder etwas anders gelöst war. Man vermutet das man mit der Wiedereinführung des Airbags in der Full-Size Klasse (GM hatte sowas ja schon mal in den 70ern) so seine Probleme mit dem Umzug der Hupenknöpfe hatte, da man diese natürlich nicht in dem Bereich haben wollte in dem der Airbag liegt. Bei Buick hatte man das mit großen Knöpfen außerhalb des Lenkrads gelöst, so wie einige europäische Hersteller (VW beispielsweise) damals auch. Das Prinzip scheint deutlich besser zu funktionieren, zumindest habe ich hier noch keine Beschwerden in der Hinsicht gelesen. Wie man es nicht lösen sollte kann man eben bei den Caprice aus den frühen 90ern bewundern.

 

Weiter ging es mit der Sitzverstellung, hier ging es darum den Defekt zu finden der dafür sorgte das die Sitzverstellung nach vorne und hinten nicht mehr funktioniert. Vermutete ich vorher einen Gizmo in einem der Kabel stellte sich heraus das der Stellmotor wohl einen Hauweg hat, weswegen die Verstellung dann auch nur sporadisch funktioniert.

 

Weiter ging es dann mit der Vermessung und der endgültigen Einstellung der Achse, damit der Wagen zukünftig auch wieder geradeaus fährt ohne Reifen im Wochentakt zu morden :D Da das Ganze noch ein paar Wochen dauern sollte spulen wir vor bis Ende Januar. Der Wagen wartet noch auf einen Termin zur Spureinstellung, dank akuter Terminnot leider nicht so schnell zu bewerkstelligen. In der Zwischenzeit fiel aber auf das die neu montierten Bremsen klapperten. Der Kumpel fragte mich ob der Wagen das immer schon gemacht hätte. Dies verneinte ich, sowas wäre mir sicherlich aufgefallen! Der Fehler war dann auch schnell gefunden. An den Belägen müssen so Halteklammern montiert sein welche bei uns aber fehlten, auch schon an den alten Belägen. Umso verwunderlicher das der Wagen keine Geräusche beim Bremsen gemacht hat. Ist nicht schlimm, die Klammern gibt es noch und kosten satte 62 Cent das Stück. Die Klammern muss man dann noch mit einem Hammer entsprechend in Form bringen und schon ist wieder alles so wie es sein sollte. Wie sagte unser Kumpel dazu: Technik aus der Steinzeit! :D

 

Danach sollte es noch bis Mitte Februar dauern bis ein Termin zum einstellen der Spur frei war. Da die Saison ja immer noch nicht angefangen hatte, war dies nicht schlimm :) Wie gesagt, in der Zeit vermissen wir den Wagen nicht und es heißt ja nicht umsonst "Gut Ding will Weile haben"! Falls Ihr für euren Amerikaner die Werte für Spur und Sturz sucht, besorgt euch immer ein Service Manual für eure Fahrzeuge. Da stehen die Werte in aller epischen Breite drin. Spur, Sturz und so weiter alles fein säuberlich in Tabellenform aufgelistet. Da muss man dann auch keine 4 Millionen Foren oder FB Gruppen bemühen welche die Werte in 99% der Fälle auch nicht kennen ;)

 

Die wichtigsten Einstellwerte gibt es hier trotzdem:

 

Nachlauf: 3,5° +-1°

Einzelspur:0,08°+-0,1°

Gesamtspur: 0,16°+-0,2°

Sturz: 0°+-1°

 

Danach war der Wagen endlich fertig für den TÜV-Termin. Mit einer neuen Vorderachse, der Beseitigung der Inkontinenz, neuen Reifen und vielen anderen Neuteilen sollte die HU absolut kein Thema sein. Allerdings sollte es bis Mitte März dauern bis der Prüfer einen Termin frei hatte, scheint ein beliebter Monat für HUs zu sein. Da bis auf eine minimale Ölundichtigkeit am hinteren KW Simmerring (typische Small Block Krankheit im hohen Alter) alles andere beseitigt wurde konnten wir optimistisch auf die HU blicken.

 

In der Zwischenzeit hatte mein Caprice ein kleines Wehwehchen entwickelt, aber dazu in einem anderen Artikel mehr. Bei der Gelegenheit hatte ich aber die Chance mir die defekten Teile einmal anzusehen. Die Spurstangen waren wirklich einfach nur fertig. Die Gummis waren abgerissen und die Gelenke ließen sich mit minimalem Aufwand hin und her bewegen. Normalerweise sollten die sich eher straff bewegen lassen. Als nächstes waren die Querlenker dran. Wir erinnern uns an die Bilder von den Querlenkergummis! Die Gummis waren steinhart und gerissen und dazu wanderten diese schon aus dem Querlenker raus. Die Lenker selbst waren noch gut, die könnte man bei Bedarf noch aufarbeiten. Der Kram ist einfach völlig überdimensioniert, selbst für ein Auto das knapp 2 Tonnen wiegt :D :cool:

 

Weiter ging es mit der Hardyscheibe vom Lenkgetriebe. Die Scheibe war völlig ausgeschlagen. Dies trug auch seinen Teil zum Lenkspiel bei. Danach schauten wir uns die Bremsbeläge an welche verglast waren. Da hat der Vorbesitzer vermutlich zu den gleichen Qualitätsteilen gegriffen wie bei den Stoßdämpfern......... Die Oberfläche der Beläge unterschied sich nicht mehr großartig von der Oberfläche der Scheiben, nicht gut! Kein Wunder das man in die Bremse wie blöd reinlatschen musste damit er richtig ankert. In Kombination mit den neuen Reifen fährt sich der Wagen dafür jetzt einfach traumhaft und ziemlich straff für so einen Klotz! Dagegen ist meiner Koni Kuschelweich und der ist schon deutlich härter als die Caprice mit dem Soft Ride Fahrwerk!

 

Genug von der Vergangenheit, jetzt steht erst einmal die Hauptuntersuchung an. Die HU selbst war dann auch eher unspektakulär. Vorderachse wurde für gut befunden, Bremsen ankern brutal und außer dem obligatorischen "Ihr altes Auto ölt etwas" hat der Prüfer da auch nicht viel gefunden. Ende vom Lied: Plakette erteilt!

 

Da wir technisch jetzt schon so viel erledigt haben hier eine kleine Auflistung:

 

- Radlager hinten erneuert

- Differential neu befüllt

- Ventilschaftdichtungen erneuert

- Neue Zündkerzen

- Wasserpumpe erneuert

- Haubenzug erneuert

- Stoßdämpfer erneuert

- Idler Arm erneuert

- Zündkabel erneuert

- Ignition Control Module erneuert

- Verteilerläufer erneuert

- Verteilerfinger erneuert

- Zündspule erneuert

- Neue Reifen in Werksgröße

- Pitman Arm erneuert

- Spurstangen erneuert

- Center Link erneuert

- Einmal alle Querlenker komplett erneuert

- Stabilisatorlager erneuert

- Bremsen vorne einmal komplett neu (Scheiben, Beläge, Schläuche und Kleinkram)

- Radlager vorne erneuert

- Lenkgetriebe erneuert

- Hupe repariert

- PCV-Valve (Kurbelgehäuseentlüftungsventil) erneuert

- Diverse Dichtungen an Motor und Getriebe neu

 

Liest sich auf den ersten Blick nach ganz schön viel, aber verglichen mit anderen Autos hielt sich zumindest der finanzielle Einsatz in Grenzen, was nicht bedeutet das es nicht trotzdem einen hübschen Batzen Geld gekostet hat. Man muss es halt immer im Verhältnis sehen, würden wir hier von einer alten deutschen Oberklasse sprechen wären wir für all das am Ende wohl bei einem hohen 5 stelligen Betrag für all das gelandet was wir in das Auto investiert haben. V8 fahren ist also auch bei einem Amerikaner (zumindest in Europa) nicht ganz billig, aber immerhin leistbarer als bei den hiesigen Herstellern. Dies ist auch der Tatsache geschuldet das V8 fahren für Amerikaner immer schon eine Sache fürs Volk und nicht wie in Deutschland etwas für Menschen mit dem nötigen Kleingeld war. Dank der Ford Motor Company kamen Amerikaner schon in den 30ern in den Genuss eines günstigen V8 Motors, während man in Deutschland und Europa damit beschäftigt war den nächsten Weltkrieg auszubrüten/zu verhindern.

 

Der Preisaufschlag für die Ersatzteile, im Vergleich zu den US-Preisen, ist in dem Falle auch eher den europäischen Gegebenheiten (Zoll, Steuer und so weiter) geschuldet als dem Auto oder den Teilen selbst. Aber auch hier zeigt sich immer das was ich den Leuten die einen günstigen V8 (egal welcher Herkunft) suchen immer sage: Überlegt es euch gut ob Ihr mit den ganzen Reparaturen leben wollt und ob ihr diese finanziell stemmen könnt! Alte Autos brauchen vermehrt Liebe, alte Autos kosten vermehrt Geld.

 

Wir können und wollen! So können wir mit Stolz sagen das die schlimmsten technischen Macken die der Wagen bis dato hatte ,oder in der Zwischenzeit entwickelt hatte, damit erledigt sind. Das Fahrwerk sollte bei guter Pflege die nächsten 20 Jahre halten :D Der Motor lebt mit regelmäßigen Ölwechsel eh ewig und das Getriebe ist für sein Alter eh noch sehr gut beisammen. Damit wäre der Weg frei für die Optik. Das wird hoffentlich diese Saison noch ein Thema, aber das wird eine andere Geschichte ;)

 

Kleine Anedote am Rande: Das sich die ganze Sache jetzt gezogen hat sieht man unter anderem daran das der kleine schwarze Kartontransporter schon kein Teil mehr des Fuhrparks ist :D

 

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23.09.2019 15:40    |    Dynamix    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: 4, 9C1, Caprice, Chevrolet, Sheriff

Heute gibt es mal wieder einen Artikel über ein von uns besuchtes Treffen :) Vor ein paar Wochen stand das Airwish Festival an welches zeitgleich an 2 Standorten in Deutschland und einem in den Niederlanden stattfand. Alle Standorte liegen nahe der deutsch-niederländischen Grenze. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Bei dem Airwish Festival handelt es sich um eine grenzübergreifende Wohltätigkeitsveranstaltung um zum Teil schwerst kranke Kinder zu unterstützen. Die Einnahmen des Festivals kommen den Kindern zu Gute und so fühlten wir uns sehr geehrt als Verein gefragt zu werden ob wir diese gute Sache unterstützen möchten :)

 

Der Hauptteil des Programms besteht in Helikopterflügen zwischen den Standorten welche man vorher auf der Webseite von Airwish konnte. Damit wurde ein Teil der Einnahmen erwirtschaftet, aber natürlich durften auch die kranken Kinder in den Helikoptern mitfliegen. Die Standorte waren einmal Merum (in der Nähe von Roermond, Niederlande), Bruggen in Deutschland sowie die alte, stillgelegte Royal Airforce Base in Elmpt keine 20 km von der Grenze entfernt. Neben den Helikopterrundflügen gab es an den verschiedenen Anflugpunkten für die Kinder Hüpfburgen, Schminkstände und viele andere Spiele.

 

Für die Transfers zwischen den Standorten hatte sich der Veranstalter etwas besonderes ausgedacht! Neben Bussen sollten auch unsere Police Cars sowie diverse Oldtimer, Trikes, Sportwagen, Buggies und Motorräder mit Beiwagen die Transfers zwischen den Standorten übernehmen. So erleben die Gäste schon auf dem Weg zu Ihrem Flug etwas besonderes :) Um für das Event auch würdig vorbereitet zu sein bekam der Sheriff am Tag vor dem Event seine neuen Reifen aufgezogen. Da die originalen Reifengrößen eher schwierig sind fiel die Wahl auf den Continental Cross Contact LX2 in der originalen Größe 225/70 15. Die Reifengröße vorher war zu groß da die 235/75 15 eher auf den Wagons ab Werk montiert waren. Entsprechend ballonartig fuhr sich das Ganze auch. Der Wagen lag durch die Reifen auch eine ganze Ecke höher als ab Werk vorgesehen. Bei der Reifenfirma hatten wir einen der letzten Termine und die gesamte Belegschaft hatte nicht schlecht gestaunt als wir mit dem Wagen im Hof standen :D So unterhielten wir uns mit gut einem halben dutzend Mitarbeitern über das Auto und nutzten die Gelegenheit um den Wagen auf der Bühne ein bisschen zu begutachten solange der Mitarbeiter die Reifen ummontierte. Als ich meine Blicke so über den Hof schweifen ließ, fielen mir diverse Golf GTI und R auf dem Hof des Reifenhändlers und in der Werkstatt auf. Darauf angesprochen sagte mir der Chef das Sie oftmals Mietwagen da haben da Sie neben Reifen auch Service und Bremsen machen. In dem Falle also die besagten Sportgolf. Die Autos haben allesamt keine 20.000 km runter und die Reifen sowie die Bremsen waren bei allen völlig platt. In einem Wagen lief beim starten sogar noch der Laptimer, da wird schnell klar warum die Autos technisch trotz der wenigen Kilometer schon so fertig waren. Wahnsinn wie schlecht die Leute mit fremdem Eigentum umgehen. "Don't be gentle, it's a rental" ist scheinbar nicht nur ein Spruch ;)

 

Nach einer knappen Stunde war alles erledigt und wir konnten wieder nach Hause. Die alten Reifen haben wir aufgehoben da ein guter Bekannter die zum testen für seine B-Body Flotte haben wollte. Profil war ja noch genug drauf! So holte ein Freund am nächsten Morgen die Reifen für Ihn ab und wir machten uns auf den Weg Richtung Roermond. Das Wetter war uns gewogen und der Verkehr war moderat. So kamen wir dann auch gute 20 Minuten zu früh am Treffpunkt an wo allerdings schon ein neues Mitglied auf uns wartete :) Da noch etwas Zeit war habe ich mich gleich mal mit Top Drops eingedeckt die es nur in den Niederlanden gibt :cool:

 

Nachdem alle vollzählig war ging es zum Veranstaltungsgelände in den Niederlanden. Dort wartete neben Kaffee auch eine Instruktion durch den Veranstalter auf uns. Wir gingen alle Punkte durch und präparierten die Autos mit den Parkausweisen und Erkennungszeichen damit die Veranstalter wissen wer auf die Gelände darf und wer nicht. Der Vormittag war relativ ruhig und es gab für uns nicht viel zu tun. 2 von uns wurden nach Elmpt und dann später nach Brügge geschickt um dort auch ein paar Autos bereitstehen zu haben. Im Laufe des Vormittages wurde meine bessere Hälfte dann incl. Sheriff nach Elmpt geschickt während ich vor Ort verblieb da ja im besten Falle noch ein Ansprechpartner für den Verein vor Ort sein sollte. So war dann der Vormittag, zumindest für mich, eher langweilig. Die Jungs wuselten immer wieder zwischen Helikopterlandeplätzen und Parkplätzen hin und her. In der Zwischenzeit hatte meine Frau dafür den Spaß ihres Lebens. Die Royal Air Force Base verfügte nämlich über einen riesigen, gut erhaltenen und völlig leeren Landeplatz. Keine Flugzeuge, keine anderen Fahrzeuge und keine Menschen und dazu knapp 2,5km Platz um mal so richtig auf Gas zu treten. Wer lässt sich solch eine Gelegenheit entgehen? So nutzten ein paar Jungs und eben meine Frau die Gunst der Stunde um Ihre Autos mal so richtig über den Flugplatz zu scheuchen. Dies mündete in einem Cop Car Drag Race das ich leider verpasst habe. Dafür hat der Sheriff die Ehre der Small Blocks verteidigt und zumindest den zweiten Platz gemacht :cool: Am Ende musste er sich dem 50 PS stärkeren Ford Crown Victoria geschlagen geben, wobei der Sheriff wohl einen sehr guten Start erwischt hat und somit ein paar Meter gutmachen konnte. Leider hatte ich den Spaß verpasst, aber zum Glück gab es Bilder davon die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte ;) An der Stelle gilt mein Dank dem Fotografen Jens Engel der die Veranstaltung mit der Kamera begleitet hat und uns netterweise eine Auswahl seiner Bilder zur Verfügung gestellt hat!

 

Weiter im Text:

 

In der Zwischenzeit hatten wir Mittag und das Festivalgelände füllte sich ziemlich ordentlich und das trotz Temperaturen von über 30 Grad. Die Jungs wurden immer öfters zwischen den Standorten hin und her geschickt und so entwickelte sich die Koordination als etwas chaotisch da einige zu anderen Standorten geschickt wurden an denen die Veranstalter nichts mit Ihnen anzufangen wussten da niemand Bescheid wusste das Sie kommen um Leute aufzuladen. Man muss aber auch sagen das die Koordination der Standorte am Ende in der Hand eines einzigen Mannes lag was keine dankbare Aufgabe ist, vor allem wenn man noch andere Aufgaben wahrzunehmen hat. Das soll aber am zweiten Tag der Veranstaltung deutlich besser gewesen sein, aber da waren auch deutlich mehr Autos am Start. In der Zwischenzeit hatte ich die Gelegenheit bei einem Kumpel mitzufahren dessen Auto ich so nur von außen kannte :) Es sollte eine der letzten Fahrten an diesem Tag für Ihn sein......... Am frühen Nachmittag kam dann ein großer Teil der Jungs wieder auf die niederländische Seite zurück incl. meiner besseren Hälfte. Kaum war diese angekommen bekam ich schon die Schlüssel in die Hand gedrückt um ein paar Leute zum nächsten Helikopterlandeplatz zu fahren. Auf der Rückfahrt hatte ich dann eine Familie eingesammelt die etwas verzweifelt schien da die schwer kranke Tochter die Hitze nicht so gut vertrug. Die Mutter war sichtlich angespannt und so klärte ich bei Ankunft auch mit dem Veranstalter das der Papa mit dem Auto auf das Gelände darf um alle aufzusammeln. Am späten Nachmittag packte mich meine bessere Hälfte und wir fuhren zum Flugplatz da Sie mir den Standort auch mal zeigen wollte und natürlich die Landebahn ;)

 

Also fuhren wir nach Elmpt wo gerade ein bisschen tote Hose war. Dies war allerdings gut für uns da der nächste Helikopter erst in gut 15 Minuten kommen sollte. Hieß für uns: Noch einmal eine Runde richtig Gummi geben auf der Landebahn :cool:

 

Ich fuhr erst einmal eine Runde mit meiner besseren Hälfte mit. Wahnsinn wie anders sich das Ganze auf so einer Landebahn anfühlt. Während der Fahrt ging mir schon etwas die Düse, allerdings bin ich auch ein schlechter Beifahrer wenn es um Tempo geht. Nach 2 Runden auf der Bahn durfte ich mal ganz alleine ran. Also rauf auf die Bahn, bis zum Anfang der Startbahn gefahren und einmal richtig draufgetreten. Der Wagen steht für sein Alter noch gut im Futter und die Reifen haben ausreichend Grip :cool: Im ersten Lauf habe ich mich bis gut 150 km/h getraut bevor ich vom Gas ging und mich habe ausrollen lassen. Im zweiten Lauf habe ich mich dann doch etwas mehr getraut und so ging es dann auch kurz mit quietschenden Hinterrädern und einer Top Speed von 102 Meilen pro Stünde über die Landebahn bevor mich der Mut verließ. Mit mehr Auslauf wäre da noch mehr gegangen. Man merkt aber auch das der Balken den Wagen extrem einbremst. Ab ca. 130 km/h merkt man wie der Vortrieb nachlässt und ab 160 km/h geht es nur noch langsam vorwärts. Ist allerdings immer noch mehr als alles was wir uns mit den alten Reifen dauerhaft getraut hätten. Ab 130 km/h wirkte der Wagen dann dank der alten Reifen doch etwas wackelig. Mit den neuen Reifen spürt man davon absolut gar nichts mehr :cool:

 

Auf der Base wartete auch der Vereinskollege mit dem ich mittags die Runde gedreht hatte. Als ich von der Landebahn wiederkam stand er mit laufendem Motor vor mir und wir schauten in ein sorgenvolles Gesicht. Der Wagen hatte wohl die Schinderei auf der Landebahn nicht vertragen und so klackerte der Motor. Sein Fazit: Mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Lagerschaden! :eek:

 

Sein Plan war mit dem Wagen noch zum Standort in Holland zurückzufahren und dann weiter zu sehen. Leider kam er so nicht mal mehr bis zur Grenze und so sahen wir Ihn auf der Rückfahrt auf dem Standstreifen als wir gerade unsere letzte Fuhre an Besuchern zurückbrachten. Die betroffene Motorbaureihe ist leider sehr anfällig für Pleuellagerschäden und das schlimme war das der Motor schon mal eine Überholung incl. eines neuen Satzes Lagerschalen, Pleuel und Kolben bekommen hatte. Zum Glück konnte Ihm der ADAC noch einen Leihwagen zur Verfügung stellen, so kam er wenigstens wieder nach Hause.

 

Nachdem sich die Aufregung um den Kollegen gelegt hatte fuhren wir als letzte nach Hause. Da ich die Ehre hatte die Rückfahrt zu bestreiten hatte ich auch die Gelegenheit mir selber mal ein detaillierteres Bild von den neuen Reifen zu machen. Wahnsinn was alleine die Reifen für einen riesigen Unterschied ausmachen! In Verbindung mit dem Police Package Fahrwerk lag der Sheriff richtig stabil auf der Straße und so traute ich mich auch längere Zeit mal mehr als 160 mit dem Auto zu fahren. Vom Handling ist das jetzt absolut kein Problem mehr und auch in den Kurven hat man jetzt deutlich mehr Grip. Der Wagen wurde an dem Tag geschunden wie noch nie, umso erfreuter waren wir das der Wagen das alles klaglos mitgemacht hat. Lediglich die Temperatur ging bei über 160 etwas höher als sonst, allerdings sind die Anzeigen auch nicht gedämpft! Wäre bei jedem anderen Auto wohl auch so und da die Anzeige gerade mal in der Mitte war ging das auch in Ordnung. Die Temperatur hat sich auch sofort wieder in der unteren Hälfte gefangen sobald man auf Richtgeschwindigkeit runter war :)

 

Als ich ein paar Wochen später getankt habe war ich erstaunt das es trotz der Schinderei am Ende "nur" 15,3 Liter im Schnitt waren. Nach Auto- und Landebahn hatte ich da eher in Richtung 20 tendiert.

 

Alles in allem war es ein schöner Tag an dem der Sheriff zeigen konnte was noch so alles in Ihm steckt :cool: Das man damit auch noch einen wohltätigen Zweck unterstützt war das Tüpfelchen auf dem i :)

 

Quelle Bilder: Jens Engel https://www.facebook.com/.../

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24.06.2019 21:09    |    Dynamix    |    Kommentare (17)    |   Stichworte: 4, Caprice, Chevrolet, Sheriff, Tales

Kurze Auffrischung:

 

Im letzten Artikel sahen wir uns mit einem kleinen Problem konfrontiert welches dafür sorgte das der Motor abstarb. Dazu kam dann gegen Ende noch ein toter Anlasser. Jetzt musste also der Anlasser neu.

 

Wir klärten mit dem Werkstattkumpel die Details und so hatten wir für einen Freitag einen Termin. Die Abholung musste etwas früher passieren, außerdem wollten wir noch etwas Zeit für den Tausch haben. Gott segne die Überstunden! ;)

 

Abfahrt!

 

So kam der Transporter für den Sheriff mittags bei uns an. Wir verluden den Wagen und fuhren dann hinterher. Sollte das Ganze am selben Tag doch nicht funktionieren wäre es gut wenn man noch irgendwie nach Hause kommt ;) Als wir ankamen wurde der Wagen mit vereinten Kräften auf die Bühne geschoben. Wie schon erwähnt, ist der Anlassertausch bei den 4th Gen. Caprice mit einflutiger Auspuffanlage nicht ganz ohne. Ein Bracket unter dem Anlasser, welches den Rahmen versteifen soll, versperrt den Weg zum Anlasser auf der einen Seite und auf der anderen Seite steht das Verbindungsstück vom Krümmer im Weg das beide Krümmer mit dem Auspuffrohr vereinigt. Die Brackets verbinden die Seiten des Rahmens über Eck miteinander. In dem Falle die vordere Beifahrerseite mit dem vorderen Rahmenträger. Problem: Der Träger ist mit 3 Schrauben im Rahmen befestigt. Klingt erstmal ziemlich simpel, ist es aber nicht. Die mittlere Schraube ist in einen Halter verschraubt in dem auch der untere Querlenker befestigt ist. Die Folge daraus ist das der Querlenker den nicht gerade üppigen Platz im Halter wegnimmt. Das sorgt dafür das man weder Ring- noch Maulschlüssel oder ähnliches Werkzeug ansetzen konnte da man auf der einen Seite mit dem Werkzeug immer am Querlenker hängen bleibt bevor man überhaupt den Schlüssel ansetzen kann. Das wird zum echten Problem da man um an den Anlasser zu kommen ansonsten die Getriebeölleitungen verbiegen muss wodurch das Ganze am Ende aber auch immer noch etwas von Puzzlespielchen hat. In dem Fall ist es von Vorteil einen LT1 zu haben, da der über eine Doppelauspuffanlage verfügt weshalb man das Sammelrohr der beiden Krümmer nicht im Weg des Anlassers hat. In dem Falle hat der kompliziertere Motor doch einen Vorteil. An der Stelle sei noch erwähnt das bei den 94-96 Caprice 9C1 die Brackets verschweißt sind! Heißt an abschrauben ist in dem Falle gar nicht zu denken. Ich frage mich ernsthaft wie man den Tausch bei einem L99 9C1 bewerkstelligen soll weil hier ja das Worst-Of zusammenkommt :confused:

 

Gewalt hilft immer

 

Wir wählten die Brachialmethode: Bracket vorne und hinten lösen und dann selbiges einfach "verschieben". Diese Methode beinhaltet viel sinnlose Gewalt aber wenn die smarte Methode (versuchen die Mutter irgendwie festzuhalten/blockieren) nicht funktioniert muss man eben zur Gewalt greifen. Hat am Ende funktioniert auch wenn der Ausbau des alten Anlassers damit immer noch zum Puzzlespiel wurde. Um etwas Platz zu gewinnen sollte man die Abdeckung des Wandlers demontieren. Diese ist lediglich mit 4 Schrauben am Getriebe befestigt, gibt aber erstaunlich viel Platz frei sobald diese demontiert ist. Der Anlasser selbst ist ziemlich simpel befestigt. 2 Schrauben für die elektrischen Leitungen und 2 Schrauben für die Halterung. Danach nur noch den Anlasser aus seinem Platz fummeln. Gar nicht so einfach wenn das Bracket, der Krümmer und die Kühlerleitungen des Getriebes im Weg stehen.

 

Jetzt wo der alte Anlasser endlich draußen war konnten wir den neuen einsetzen. Wir fummelten also den neuen Anlasser rein und montierten dabei schon einmal die elektrischen Anschlüsse, solange man den Anlasser noch frei bewegen kann kommt man so viel besser heran. Jetzt kommt der Part bei dem man etwas aufpassen muss. Dem Anlasser liegt ein Satz Shims bei. Diese dienen als eine Art Abstandshalter. Diese werden benötigt um den Abstand zwischen Schwungrad und Anlasserritzel zu justieren. Zu nah oder zu weit entfernt wäre der Lebensdauer des Anlassers abträglich. Dem Anlasser lag zum Glück eine Anleitung bei. Wir beschlossen es erst einmal mit einem Shim zu probieren. Nach dem Zusammenbau von allem muss dann nur noch schnell die Batterie wieder angeklemmt werden. Wird er jetzt laufen? Wir werden sehen!

 

Die Stunde der Wahrheit

 

Meine bessere Hälfte hatte die Ehre den Wagen zu starten. Kurzer Dreh am Zündschlüssel und der Wagen sprang an. In dem Moment ist 3 Personen ein riesiger Stein vom Herzen gefallen ;) So fühlt sich richtiges Glück an! Wir ließen den Wagen im Stand weiter laufen. Freudestrahlend bewunderten wir den Small Block wie er im Stand seine Arbeit verrichtete. Zwischendurch wagte ich immer mal einen Blick auf die Instrumente. Öldruck gut, Temperatur steigt, Lima lädt, Tank randvoll, soweit so ideal.

 

Die große Enttäuschung

 

Minuten später, der Motor hatte mittlerweile Betriebstemperatur erreicht, stotterte der Motor allerdings kurz woraufhin er dann sauber abstarb. WTF?! Nicht schon wieder! Ich dachte das Problem hätte sich mit dem neuen Temperaturfühler erledigt :mad: :( Shit, für weitere Großreparaturen war es mittlerweile zu spät und so rätselten wir noch kurz was es sonst so sein könnte. Jemand warf den Air Intake Sensor in den Raum. Hmm, hatte ich da nicht noch einen im Mii liegen? Tatsächlich, ich hatte den Sensor beim Blauen mal auf Verdacht getauscht was aber nichts brachte und ich war einfach zu faul den Sensor mal aus dem Mii auszuräumen. Manchmal ist Faulheit doch ein Segen :D Der alte Sensor war ja noch gut, also nehmen wir den doch! Leider brachte auch der nichts. Was allerdings auffiel war das der Motor auch im warmen Zustand wieder ansprang, dass ging vorher nicht. Meine Vermutung war das er immer dann ausgeht wenn die Betriebstemperatur erreicht ist. Wir hatten Ihn ja immer ein paar Minuten abkühlen lassen und je wärmer der Motor war desto kürzer waren die Intervalle bis zum nächsten Absterben.

 

Da es schon spät war und wir eh keine weiteren Teile da hatten beschlossen wir fürs erste Schluss zu machen. Sichtlich geknickt machten wir uns auf den Weg nach Hause. Danach orakelten und diskutierten wir gruppenweise noch darüber was das Problem sein könnte. Von einer defekten Lambdasonde, bis hin zu einer kaputten Zündung bis hin zum MAP Sensor war alles dabei. Nach langen Diskussionen und ausklamüsern was von den Tipps jetzt Halb- und Fachwissen ist stand der Entschluss.

 

Weiteres Vorgehen

 

Versuch 1: MAP (Manifold Absolute Pressure)Sensor tauschen!

 

Versuch 2: ICM (Ignition Control Module) tauschen!

 

Versuch 3: Lambdasonde tauschen!

 

Wir bestellten also die Teile, die Zeit drängte und wir hatten keine Lust bei einem Fehlschlag noch einmal mehrere Tage auf das Ersatzteil zu waren. Also gleich alles in einem Rutsch bestellen und hoffen das eins der Teile schon das richtige sein wird. Die Reihenfolge bleibt dabei bestehen. Hauptverdächtiger ist momentan immer noch der MAP Sensor. 3 Tage später waren unsere Teile da. Ich hoffte inständig das es wirklich nur dieser kleine Sensor ist. Versuch macht klug und so fuhren wir noch am selben Tag zu der Werkstatt in der wir den Wagen ein paar Tage vorher stehengelassen hatten. Der Austausch des MAP Sensors ist denkbar einfach. Dieser ist ein der Oberkante der Feuerwand auf der Beifahrerseite montiert. Befestigt ist dieser lediglich mit 2 Schrauben. Ein ganz simpler Tausch also. Wir tauschen das Teil also aus und testeten wieder.

 

Uuuuuund wieder nichts......

 

Wagen an, laufen lassen und warten. Nach mehr oder weniger exakt 20 Minuten ging der Wagen dann wieder aus. FUCK! Das wars also auch nicht. Bevor wir jetzt anfangen blind Teile zu tauschen war es ratsamer den Wagen einfach mal auszulesen und eine ganze Warmlaufsession bis zum Punkt wo er ausgeht aufzuzeichnen. Allerdings war das an dem Tag nicht mehr möglich.

 

Zum einen war der Rechner den ich dafür vorbereitet hatte mal wieder hin. Scheinbar ist die Tauschplatte mittlerweile auch hin. Mein bester Kumpel von dem ich die Platte hatte meinte es kann sein das die vorher schon ne Macke hatte. Wird wohl einen Grund haben warum er Sie ausgemustert hat. Auf jeden Fall erkennt er die Platte nicht mehr. Problem Nummer 2 war das ich auch gar keinen Rechner dabei gehabt hätte. Problem Nummer 3 war das ich den anderen Laptop dafür erst einmal konfigurieren musste. Also ab nach Hause und den Rechner soweit vorbereiten. TunePro RT installiert, die ganzen Definition Dateien eingespielt und die Treiber des ALDL Kabels installiert. Bei der Gelegenheit habe ich mich mal etwas näher mit den Echtzeitwerten auseinandergesetzt die TunePro RT so anzeigen kann. Da das den Rahmen des Artikels sprengen würde habe ich einen eigenen Artikel daraus gestrickt den Ihr euch hier durchlesen könnte falls Ihr es verpasst haben solltet:

 

Klick mich für mehr Infos zur TBI

 

Jetzt wo die Basics geklärt sind kann man mit den Werten auch ein bisschen was anfangen :)

 

Am nächsten Tag ging es dann wieder zum Auto. Stecker dran, das TunePro RT Dashboard mit den wichtigsten Werten konfigurieren, TunePro RT sagen das er verbinden soll, Motor starten und Aufzeichnung an. Um verlässliche Werte zu bekommen sollten, wie im TBI Artikel erwähnt, ein paar Vorraussetzungen erfüllt sein. Der Wagen wird im Standgas bei völligem Stillstand des Fahrzeugs gemessen. Beim Caprice bleibt man dazu auf P oder N. Dann muss der Wagen im Closed Loop Modus sein und der Wagen schon eine gewisse Temperatur haben. Da der Closed Loop Modus beim Sheriff eh ab ungefähr 50°C Kühlmitteltemperatur startet muss man sich über den Punkt keinen großen Kopf machen.

 

So, jetzt aber zu den Werten. Wir liefen den Wagen im Stand laufen und beobachteten in der Zeit die Werte.

 

IAC Position: War im Soll!

Batterie Spannung: War ok!

Leerlaufdrehzahl: War auch innerhalb der Toleranz.

TPS: Zeigte auch nichts falsches.

BLM: War immer zwischen 120 und 128, also alles super.

INT: Schwankte auch in einem völlig normalen Bereich.

Lambdasonde: Auch diese Werte variierten zwischen 1xx und 800xx, wirkt auf mich völlig normal.

MAP Spannung: Immer zwischen 1 und 2 Volt, soweit so normal.

Kühlmitteltemperatur: Stieg auch ganz normal.

Ansauglufttemperatur: Schwankte stark zwischen -20 und 150°C soweit so...... moment mal! Machte das Sinn? Es war zwar kühl aber das die Werte bei konstanter Last soweit schwankten machte mich etwas stutzig.

 

Ich schickte die Werte einem Kumpel. Auch ihm fiel der Fehler auf. Seine Vermutung: Ab einer bestimmten Temperatur schaltet der Sensor einfach ab. Das erklärt auch warum er gegen Ende längere Zeit 150°C anzeigt wo der normale Regelbereich zwischen 10 und 90°C liegen sollte. Die Ansauglufttemperatur sollte sich in etwa an dem Wert der Kühlmitteltemperatur orientieren. Wir hatten zwar vorher den alten Sensor des Blauen eingebaut aber vielleicht war der auch hin? Wir schmiedeten also den Plan am nächsten Tag zum Blauen zu fahren und mal den neuen Sensor zu messen um zu sehen ob der die selben Blödsinnswerte ausspuckt. Falls nein, wäre das ein Anhaltspunkt. Falls doch würde das die Fragezeichen nur größer werden lassen. Schließlich läuft der Blaue ja!

 

Gesagt, getan, am nächsten Tag wieder hin. Sensor getauscht, Sensor spuckt die gleichen Blödsinnswerte aus. Mist! Ein Kumpel gab uns noch den Tipp den Manifold Air Pressure Sensor auszutauschen. Haben wir auch gemacht, gleiches Phänomen wie vorher. Motor wird warm und geht dann unvermittelt aus. Hmmmm...... Scheisse!!!!!!!!!!!!

 

Wir geben auf.....vorerst!

 

Da die Saison für den Sheriff fast vorbei war und es zum schrauben eh zu kalt war beschlossen wir den Wagen in seine Garage schleppen zu lassen. Dort war es wenigstens trocken und dort kann er von uns aus bis zum Sanktnimmerleinstag rumstehen ohne zu stören. Hauptsache der Wagen kommt erst einmal weg! So kam es das wir den Wagen via Abschleppwagen in die Garage gebracht haben. Der ätzende Teil daran war die knapp 2 Tonnen mit 2 Mann in die Garage zu schieben für die man auch noch einen winzigen Vorsprung überwinden muss der allerdings groß genug ist um in Verbindung mit dem Gewicht genug Wiederstand zu leisten. In dem Moment waren wir erst Recht sickig auf die Karre! Naja, lassen wir Ihn erst einmal stehen und widmen uns wichtigeren Dingen.

 

In der Zwischenzeit beschäftigte ich mich mit anderen Dingen wie Arbeiten, neuen Job suchen, Renovierung planen/durchziehen, Caprice Nummer 1 zwecks TÜV zur Werkstatt bringen und so weiter und sofort. Wir spulen ein paar Monate vor, wir haben mittlerweile 2019. Dynamix hat einen neuen Job, Caprice Nummer 1 ist bis auf eine kaputte Lambdasonde problemlos durch den TÜV gekommen und in der Wohnung ist auch sehr viel passiert.

 

Tauschen wir die Lambdasonde

 

Zudem ist etwas Gras über die Sache gewachsen und ich hatte die Muße und das Bedürfnis mich mal wieder um das Auto zu kümmern. Auf der Liste der potenziellen Übeltäter standen noch die Zündung und die Lambdasonde. Ich beschloss erst einmal die Lambdasonde anzugehen. Schließlich hatte die bei meinem Auto auch für Ärger gesorgt und leicht zu tauschen war Sie dazu! Wer weiß, vielleicht ist es ja doch so einfach?! Fehlte nur das richtige Werkzeug. Zum Glück gibt es in der Stadt ein paar Läden für Spezialwerkzeuge wo ich mir dann die Nuss für die Lambdasonde bestellte. Diese war am nächsten Tag auch schon da und so beschloss ich schon mal alles Werkzeug einzupacken und dann die Nuss zu holen. Mit Sack und Pack sollte es dann direkt zum Auto gehen. Als ich die Garage öffnete überkam mich ein seltsames Gefühl. Schon komisch die Garage nach über 3 Monaten wieder zum ersten Mal zu öffnen. Ich holte mein Werkzeug und öffnete die Motorhaube und die Kofferraumklappe. Aus dem Kofferraum holte ich die Lambdasonde die ich mitgeordert hatte. Danach sprühte ich die alte Lambdasonde mit etwas Rostlöser ein, der Krümmer hat zwar nur feinen Flugrost aber man kann ja nie wissen! Ich trennte die Sonde vom Motor und setzte dann die Nuss auf die Sonde. Mit Hilfe meiner dicken Ratsche ging die Sonde problemlos ab. Ich musste nicht mal Kraft aufwenden. Im Haynes wurde dazu geraten es bei warmen Motor zu machen da sich das Metall bei Kälte zusammenzieht, blöd nur wenn der Motor gar nicht erst anspringt. Zweifel die Sonde ab zu bekommen hatte ich aber nicht, schließlich ist der Wagen ja in Sachen Rost sehr gut beisammen. Die Schrauben der Stoßdämpfer waren ja schon nicht festgegammelt, dann ist es die Lambdasonde erst recht nicht.

 

Der nicht vorhanden Wiederstand den mir die Sonde entgegensetzte bestätigte dies :) Also alte Sonde raus und mal kurz checken. Joa, hatte schon ein paar Gebrauchsspuren. Schadet also nicht eine neue einzubauen, laut Service Manual sollen die eh alle 100.000km mal neu und ich habe keine Ahnung wie alt die verbaute war. Der Einbau der neuen gestaltete sich etwas fummelig da man natürlich erst einmal die neue Sonde so per Hand anziehen muss das Sie nicht rausfällt (was mir beim ersten mal natürlich prompt passiert ist :rolleyes:), schließlich will man Sie ja auch gerade festziehen. Es empfiehlt sich vor dem einsetzen das Gewinde mit Zinkpaste einzuschmieren. Bei den neuen Sonden ist dies nicht nötig, da diese ab Werk schon behandelt sind. Das einschmieren empfiehlt sich wenn man die bereits verbaute Sonde wiederverwendet.

 

Was denn nun schon wieder?!

 

Die Sonde war also verschraubt und wieder angeschlossen. Stunde der Wahrheit! Ich quetschte mich in das Auto und drehte den Zündschlüssel. Hmmm, der Motor dreht nur sehr wiederwillig und springt nicht an. Da fiel es mir dann ein! Wir hatten die Batterie nicht abgeklemmt :rolleyes: Heißt die Batterie war über mehrere Monate nicht geladen worden und die ganzen Startversuche taten Ihr übriges. Okay, also alles wieder einpacken und die Batterie mitnehmen. Ein kurzer Check am heimischen Ladegerät ergab:

 

Jepp, die Batterie war leer! Also erst einmal ans Ladegerät und warten. Die Batterie hatte sich zum Glück vollständig erholt, also baute ich Sie eine Woche später wieder ein. Würde er jetzt anspringen? Ich ließ Ihn orgeln aber er wollte einfach nicht anspringen. Mir fiel allerdings auf das ein merkwürdiges Geräusch von der Hinterachse kam. Kann eigentlich nur die Spritpumpe sein! Mist, bitte sag nicht das die jetzt auch noch den Geist aufgegeben hat. Als ich den Schlüssel zog pumpte diese noch ein paar Sekunden weiter. Ungewöhnlich, sollte Sie eigentlich nicht tun und der Ton ist auch eher träge und tief. Muss ich bei anderer Gelegenheit checken, eigentlich war die Nummer mit der Batterie schon knapp getimed. Die Symptome waren ziemlich eindeutig, die Pumpe muss einen weg haben. Vom Alter her würde es passen, schadet auch nicht wenn man Sie mal tauscht.

 

Die Reparatur ließ sich nicht so einfach zuhause bewerkstelligen, da der Tank beim Caprice ausgebaut werden muss um an die Pumpe zu kommen. Aber das wird eine andere Geschichte ;)

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20.06.2019 21:53    |    Dynamix    |    Kommentare (23)    |   Stichworte: 4, 9C1, Caprice, Chevrolet, Sheriff, Tales

Kleine Hinweis zu Beginn:

 

Der Artikel wird mehrere Teile haben. Es soll sich keiner beschweren können das ich wieder eine Textwand so groß wie der Kölner Dom veröffentlicht habe :D

 

Es gab lange nichts mehr zum Sheriff, dafür jetzt wieder etwas mehr. Der Grund für die Ereignislosigkeit liegt in der Zuverlässigkeit begründet. Bis zu diesem Zeitpunkt war an dem Auto eigentlich nichts zu machen gewesen. Er fuhr einfach :)

 

Nun, bis zu diesem Zeitpunkt..........

 

Es fing alles damit an das der Wagen irgendwann mal beim anfahren einfach ausging. Meine bessere Hälfte saß am Steuer und verfiel plötzlich in Panik weil Sie sagte der Wagen würde kein Gas mehr annehmen und nach hinten rollen. Da ich vom Beifahrersitz aus nur noch die Öldruckleuchte brennen sah und ich gar nicht auf den Drehzahlmesser geachtet hatte (hätte ich darauf geachtet wäre mir aufgefallen das der Motor aus war und deshalb die Lampe leuchtete :rolleyes:) wurde sofortiger Motorstillstand befohlen! Wie jeder gute Autofahrer schließlich weiß: Brennt die Leuchte, den Motor wenn möglich sofort zum Stillstand bringen.

 

Hatte der Motor gerade wirklich sämtlichen Öldruck verloren? Hatte der Motor gerade sein Leben ausgehaucht? War vielleicht einfach nur die Ölpumpe hin? Wir beschlossen etwas zu warten. In der Zwischenzeit checkten wir mal den Ölstand. Wir waren etwas verwundert weil der Ölstand tatsächlich unter Minimum war. Wie konnte das jetzt passieren? Kurzes Zurückdenken lieferte die Erklärung. Wir hatten mit dem Auto beim CSD in Köln mitgemacht. Klingt jetzt erst einmal unspektakulär, allerdings ist das für so ein altes Auto die absolute Todesstrafe wie wir lernen mussten.

 

1. An dem Tag war es heiß, sehr heiß!

2. Die Parade dauerte gut 7 Stunden.

3. Die Parade wurde ständig im Schrittempo gefahren. Durchschnittstempo? 1mp/h.

 

Zum einen leiden die frühen Small Blocks eh schon unter einem relativ kleinen Ölvolumen und zum anderen ist der Ölkühler auf den Fahrtwind angewiesen ist. Bleibt dieser aus wird das Öl unter diesen Bedingungen heißer als gewöhnlich. Ihr kennt das sicher aus der Küche wenn ihr das Öl in der Pfanne zu lange heiß werden lässt bis es irgendwann anfängt zu verkochen ;) Das 10W40 welches wir in dem Wagen fahren war für diese Temperatur einfach zu dünn.

 

Das erklärt auch warum sich alle hinter uns am Geruch so aufgegeilt hatten :D Wir dachten immer die sprechen von den normalen Abgasen, aber da war wohl etwas Öl mit drin. In unserem Falle also mal eben ein guter halber Liter während der gesamten 7 Stunden. Ein dickeres Öl sollte bei sowas wohl Abhilfe schaffen.

 

Weiter im Text:

 

Hatten wir jetzt also den Motor gekillt? Ich beschloss einen Vereinskameraden anzurufen. Der sagte auch nur das der Motor entweder kaputt ist oder er halt läuft. Er glaubte aber nicht daran das der Motor davon schon einen weg hätte. Schließlich sind Small Blocks ziemlich robuste Biester und er selbst hat es mal mit einem halb zerstörten Ventiltrieb immer noch nach Hause geschafft. Wir ließen den Motor also erst einmal etwas abkühlen und spendierten Ihm einen Liter frisches Öl. Man darf nie vergessen das es meist schon zu spät ist wenn die Öldrucklampe einmal ersthaft an ist.

 

Dann der Moment der Wahrheit:

 

Zündschlüssel umdrehen und Motor starten!

 

Der Motor sprang sofort an, Öldruck normal, keine auffälligen Geräusche die auf zerriebene Kurbelwellenlager oder ähnliches hindeuten würden. Hmmm, merkwürdig! Auch während der Fahrt nach Hause passierte nichts ungewöhnliches. Wir fuhren mit dem Wagen am nächsten Tag noch auf ein Treffen. Auch hier nichts ungewöhnliches.

 

Naja, da das Problem nur das eine mal vorkam und der Wagen bei einer Probefahrt am Abend nach dem Vorfall lief als wäre nichts gewesen haben wir erst einmal nichts unternommen. Bis dato glaubten wir einfach an einen Einzelfall.

 

Spulen wir ein paar Wochen vor. Mittlerweile sollte unser Tag der Tage anstehen. Eigentlich wollten wir meinen Caprice nehmen, da ich aber die Klimaanlage aufgrund von Wehwehchen (kommt in einem anderen Artikel) nicht zum Laufen bekam und meine bessere Hälfte bei dem Wetter nicht auf die Klima verzichten wollte musste der Sheriff ran. Also 2 Tage vorher noch zur Garage und die Autos tauschen. Auf dem Weg nach Hause passierte es dann wieder. Der Wagen ging beim abbiegen an einer Ampel einfach aus. Blöd wenn man plötzlich keinerlei Servo und Bremskraftverstärker mehr hat und die Kreuzung eng ist ;)

 

Wir schauten uns beide fragend an. Was war das denn jetzt? Wir starteten den Wagen wieder und wir fuhren damit wieder nach Hause. Am nächsten Tag wollte meine bessere Hälfte mit dem Wagen eine gute Freundin vom Flughafen abholen und danach was essen fahren. Allerdings fiel Ihr schon auf der Rückfahrt auf der Autobahn auf das der Wagen zwischendurch einen Aussetzer hatte. Schlussendlich erreichte mich am Nachmittag ein Hilferuf das Sie kurz vor unserer Straße mit dem Wagen an der Ampel liegengeblieben ist und der Wagen nicht mehr anspringen will. So ein Mist und das ausgerechnet am Tag vor dem wichtigsten Tag unseres Lebens :(

 

Kurze Zeit später dann ein Anruf das der Wagen doch wieder angesprungen sei und man jetzt nach Hause komme. Ok, soweit so schräg. Im Schlepptau hatte meine bessere Hälfte dann auch schon Ihre Trauzeugin mit Anhang die hinter Ihr her fuhren. Die bessere Hälfte der Trauzeugin und ich beschlossen nochmal eine Probefahrt zu machen. Der Wagen sprang an, allerdings war der Leerlauf ungewöhnlich hoch. 1500 u/min, da stimmt doch was nicht?! Testfahrt:

 

Wir fuhren einmal die Straße rauf und runter und dann in eine Seitenstraße wo unsere Probefahrt auch schon endete. Der Wagen soff ab und ließ sich nicht mehr starten. Super, 2 Tonnen Auto schieben und das bei der Hitze. Naja, hilft ja nix. Also schoben wir den Wagen zurück in unsere Straße, beobachtet und kommentiert von einer Stasi Oma die scheinbar alles besser wusste aber natürlich nicht mit anpackte ;) Wir stellten den Wagen erst einmal ab da wir für die Hochzeit noch ein paar Dinge vorzubereiten hatten. Als wir wieder zurückkamen versuchte ich den Motor noch einmal zu starten. Merkwürdigerweise sprang der Motor wieder an als ob nichts gewesen wäre. Ich beließ es fürs erste dabei und wir beschlossen das auch der Sheriff nicht unser Hochzeitsauto werden würde. Einen Ausfall am Tag der Tage konnten und wollten wir nicht riskieren.

 

Um den Blauen zu holen war es viel zu spät, davon ab ließ sich meine (damals noch) Zukünftige nicht von der Bedingung Klimaanlage abbringen. Zum Glück hat ein guter Freund mit seinem Cop Car kurzfristig ausgeholfen, so hatten wir zwar kein eigenes Auto am Start aber einen mehr als würdigen Ersatz. Naja, zur Not hätten wir auch den Mii als Hochzeitsauto genommen :D In dem Moment war uns das wirklich schnuppe.

 

Spulen wir wieder ein paar Wochen vor. Nach der Hochzeitsreise hatte ich ja noch eine Woche Urlaub in der ich dem Problem auf den Grund gehen wollte. Ich stellte beim umparken vor der Hochzeitsreise schon fest das der Wagen jetzt gefühlt nur noch 3 Meter fährt bevor er endgültig ausgeht. Fehlersuche war angesagt. Entweder irgendwas mit der Zündung oder mit der Benzinzufuhr. Ich beschloss bei der Benzinzufuhr anzufangen. Da der Motor an sich ja nicht unrund läuft, sobald er läuft, konnte ich die Zündung erst einmal ausschließen. Klar gibt es auch bei der Zündung Fehler die von der Temperatur abhängen, da der Wagen aber mittlerweile nicht mal mehr 100m ohne absterben schafft schloss ich das aus. Also schaute ich ob nicht vielleicht eine der Einspritzdüsen faul geworden war. Allerdings zeigten die Düsen bei näherer Betrachgung keinerlei Auffälligkeiten. Im vorgegebenen Takt verrichteten die Düsen Ihre Arbeit. Mist, dann kann es ja fast nur noch irgendein Sensor sein. Nach weiteren Recherchen kam ich zu dem Schluss das es noch am ehesten der Temperatursensor sein könnte.

 

Ergo: Wir bestellen einen neuen Temperatursensor und bauen Ihn ein. Der Tausch ist schnell erledigt. Dafür muss lediglich der Luftfilter runter, der Sensor sitzt direkt vorne gut erreichbar in der Ansaugbrücke. Da der Sensor allerdings sehr (um nicht zu sagen brutal!) fest sitzt muss man sich etwas Platz zum hebeln schaffen. Ich sprühte den alten Sensor erst mit WD40 ein, danach entfernte ich eine der Haltebrackets der Klimaanlage. Jetzt hatte ich Platz! Mit viel Kraft und einem hochroten Kopf bekam ich den Sensor dann endlich ab. Der alte sah bei genauer Betrachtung schon etwas mitgenommen aus und die Messfläche war auch schon gut angerostet. Selbst wenn es das nicht war, geschadet hat der Tausch sicherlich nicht. Jetzt kam die Stunde der Wahrheit. War es nur dieser 12$ Sensor?

 

Ich startete den Motor und der Wagen sprang sofort an. Während des startens fiel mir allerdings auf das der Anlasser sehr gequält klang. Als ob er gegen einen höheren Widerstand arbeiten müsse. Da muss ich wohl später mal bei war mein erster Gedanke. Erst einmal auf das andere Problem konzentrieren.

 

Der Leerlauf war wieder auf normalen Niveau. Hmm, schon mal gut. Aber ob es wirklich geholfen hat finde ich nur auf einer Probefahrt heraus. Aber wohin? Ich war allein, wollte ich da wirklich mitten auf der Autobahn irgendwo liegenbleiben falls es das doch nicht war? GANZ SICHER NICHT!

 

Viel schlauer wäre es einfach nur die Straße rauf und runter zu fahren und zu warten was passiert. So fuhr ich bestimmt eine halbe Stunde rauf und runter, immer mit Blick auf die Temperaturanzeige. Kleiner Tipp für normale Autos: Der Kühlmittelsensor liefert normalerweise auch die Werte für die Anzeige. Wenn der Wagen länger gestanden hat und die Anzeige trotzdem Betriebstemperatur anzeigt stimmt schon mal etwas nicht. Das hat bei meinem Golf und meinem Peugeot funktioniert. Beim Sheriff funktioniert der Trick leider nicht weil beim 9C1 ein eigener Sensor nur für die Anzeige verbaut wurde der im Zylinderkopf sitzt.

 

Ich fuhr also die Straße herauf und herunter. Dabei passierte absolut nichts, bis auf das der Wagen eben fuhr. Supi! Das wird es wohl schon gewesen sein :) Zur Sicherheit wollte ich den Wagen nochmal starten nachdem ich Ihn warm abgestellt hatte. Ich drehte also den Zündschlüssel herum und ............es passierte absolut NICHTS! Kurzes Überlegen brachte die Erleuchtung. Mist, ich glaube die ganze Orgelei und Testerei hat dem Anlasser den Rest gegeben. Roch es vorhin nach dem Start nicht auch kurz verbrannt? Shit, ich hatte gerade den Anlasser gekillt :mad: Das erklärte wohl auch warum der Anlasser so gequält lief.

 

Da der Wagen danach auch trotz mehrerer Versuche nicht mehr wollte musste also ein Anlasser her. Mittlerweile drängte die Zeit etwas da der Wagen nur bis Ende Oktober Saison hat. Es blieben also nur noch wenige Wochen bis zum Ende. Ich hatte zwar noch keinen wirklichen Plan aber wenigstens den Anlasser kann man schon einmal ordern. Also einmal Rockauto aufgerufen und den AC Delco Anlasser bestellt. 62€ finde ich preislich in Ordnung für so ein Teil. Dafür schlägt aufgrund des Gewichtes der Versand ziemlich stark ins Gewicht :( Zu meiner Freude gab es dafür endlich nach langer Zeit mal wieder einen Rockauto Magneten gratis dazu :)

 

Zurück zum Anlasser:

 

Den Anlasser in der Einfahrt zu tauschen kann man vergessen, dafür braucht man eine Bühne. Der Weg zum Anlasser wird leider auf der einen Seite von einem Rahmenbracket und auf der anderen Seite vom Auspuff versperrt. Da die alten TBI Motoren ab Werk keine doppelflutige Auspuffanlage haben gibt es ab Werk eine Art Sammelrohr welches natürlich auf Höhe des Anlassers das Rohr des zweiten Krümmers einsammelt. Damit ist der Platz also eingeschränkt.

 

Es vergingen ein paar Wochen indem ich verschiedene Leute abklapperte von denen ich hoffte das Sie helfen konnten. Option 1 war zu weit weg, Option 2 war leider wegen eines Krankenhausaufenthaltes verhindert. Option 3 klappte glücklicherweise. Ein Freund hat einen Kumpel mit einer eigenen Werkstatt und einen Abschleppwagen zur Verfügung. Der Plan: Wir schleppen den Wagen zu Ihm, heben Ihn auf die Bühne und tauschen den Anlasser.

 

Wie die Nummer ausgegangen ist erfahrt ihr aber erst im nächsten Artikel ;)

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02.04.2018 21:05    |    Dynamix    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: 4, Caprice, Chevrolet, Sheriff, Tales

Zuletzt hatten wir ja die Ventilschaftdichtungen, den Temperaturfühler und die Radlager und Dichtungen an der Hinterachse erneuern lassen. Da war allerdings noch ein Punkt der massiv störte und das war die schwammige Lenkung. Diese war wie bei vielen Amerikanern mit schwammiger Lenkung nicht etwa darauf zurückzuführen das die Amerikaner schlicht zu doof sind eine vernünftige Lenkung zu bauen, sondern schlicht auf ausgeschlagene Lenkungsteile. In unserem Falle ganz besonders der Umlenkhebel.

 

Das Auto fährt damit zwar noch, allerdings nicht wirklich gut und spätestens beim nächsten TÜV dürfte allein der Umlenkhebel so fertig sein das uns der TÜV die rote Karte zeigt. Auch ein Amerikaner sollte sich ohne 3 Meter Spiel lenken lassen. In unserem Fall war die Lenkung dann leider genau diesem Klischee entsprechend. Schwammig und mit einem mordsmäßigen Spiel gesegnet. Gut, kannte ich ja schon von meinem blauen und da ließ sich schnell Abhilfe schaffen ;) Schnelle Abhilfe schaffen beim Caprice dann meistens schon neue Spurstangen und ein neuer Umlenkhebel.

 

Da Motor und Getriebe mehr oder weniger mit Ihrem vollständigen Gewicht auf der Vorderachse lasten, verschleißen diese Teile besonders gerne und sind meist nach gut 100.000km ausgeschlagen. Dies mag jetzt nach einer großen Sache klingen, allerdings sind die Teile nicht wirklich teuer und der Aufwand hält sich in Grenzen da man an die Teile mit einer Hebebühne sehr gut rankommt. Da der Dollarkurs im Moment wieder etwas günstiger steht haben wir die Teile bestellt, wer weiß wie lange dieser Kurs anhält. Natürlich haben wir die Teile wie immer via Rockauto geordert ;)

 

Wir haben uns in diesem Falle für die Teile von Moog entschieden und gegen die AC Delco Teile. Dies liegt daran das die Originalteile zum Bestellzeitpunkt leider nicht vollständig verfügbar waren und bei sowas wollen wir gerne alles vom gleichen Hersteller damit der Kram am Ende auch passt. Dazu muss man aber auch sagen das dies in unserem Falle überhaupt nicht schlimm ist. Moog genießt in Sachen Fahrwerksteile einen exzellenten Ruf! Preislich liegen diese auch nur unwesentlich unterhalb der Teile von AC Delco. Mit den richtigen Moog Teilen macht man nicht viel falsch.

 

Beim blauen Caprice hat diese Behandlung schließlich wahre Wunder bewirkt und ich bin heute noch begeistert wie toll sich der Wagen nach dieser Behandlung im Vergleich zu vorher lenkt. Gut, die Lenkung ist immer noch ultra leichtgängig aber das Spiel ohne das sich was tut ist komplett weg :)

 

Früher oder später erwischt es jeden B-Body, wer also das gleiche Problem kann sich hier anschauen welche Teile wir konkret für die Reparatur bestellt haben:

 

Idler Arm (Umlenkhebel): Moog K6187T

Inner Tie Rod End (Innere Spurstange): Moog ES2020RLT

Outer Tie Rod End (Äußere Spurstange): Moog ES2019RLT

Tie Rod End Adjusting Sleeves (Spurstangenverbinder): Moog ES 2004S

 

Die Teile sollten auch bei den 77er-90er Modelljahren passen.

 

Wir vereinbarten mit ein paar Kumpels uns um Ostern herum in der Werkstatt unseres guten Freundes für die Reparatur zu treffen. Wenn es zeitlich klappen sollte würden wir auch noch ein paar andere Sachen wie die Stoßdämpfer machen die auch schon den einen oder anderen Monat bei uns herumliegen :D Wenn die Zeit reicht würden wir vielleicht sogar den Balken endlich montieren können! Dafür hatten wir auch ein paar Teile besorgt, besonders die Füße waren mal wieder ein Thema. Das Set welches wir letztes Jahr gekauft hatten war unvollständig. Dann hatten wir vor ein paar Wochen noch eins besorgt in der Hoffnung aus zwei Sets ein ganzes machen zu können, dazu aber später mehr.

 

Am Ende standen folgende Dinge auf unserer Liste die wir mitnehmen mussten:

 

- Poliermaschine, Pads, sämtlich Reiniger für den Innenraum, Eimer, eigentlich den gesamten Putzkram

- Staubsauger

- Werkzeug (Wurde von meiner besseren Hälfte einen Abend vorher rausgeschmissen)

- Spurstangen und Umlenkhebel

- Sämtliche Ersatzteile aus der Garage (Kerzen, Zündkabel, Zündverteiler, Stoßdämpfer, Haubendämpfer etc. pp)

- Das ganze Equipment (Lautsprecher, Sirene etc.)

- Lichtbalken

 

Da in das Auto ja auch noch zwei Menschen passen sollten, musste der Mii zuhause bleiben. Allein für den Lichtbalken braucht man eigentlich mindestens einen Full-Size Kombi, zumindest wenn die Rückbank dabei oben bleiben soll. Beim Mii dürfte es alleine schon an der Länge des Balkens scheitern, also musste der Wal dafür herhalten. Es sollte ja der ganze Rest auch noch ins Auto! Wir stopften den ganzen Kram also in den Kofferraum des Caprice. Ganz schön voll, aber seht selbst ;) Der Rest musste auf der Rückbank Platz finden.

 

Am nächsten morgen ging es sehr früh (irgendwas nach 4 Uhr morgens) in Richtung Süden. Bei der Gelegenheit konnten die neuen Birnchen im Caprice zeigen was Sie können. Ich hatte mir ja mal die Phillips X-Treme Vision in H4 gegönnt. Das Abblendlicht hat mich jetzt nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen, umso besser gefiel mir da schon das Fernlicht aber damit kann man ja leider nicht permanent herumfahren ;) Gegen halb 9 waren wir dann im Süden angekommen. Ich setzte meine bessere Hälfte bei einer Freundin ab und fuhr schon mal zur Werkstatt vor. Da der Sheriff noch im Winterquartier stand beschloss ich mein Versprechen wahr zu machen und die Domes des Lichtbalkens eines guten Freundes zu polieren. Er hat auf den Domes leider ziemlich harte Druckstellen von seiner Abdeckung gehabt und dazu noch einen großflächigen Grauschleier. Um jetzt nicht zu langweilen hier das Fazit: Grauschleier ging easy weg, Abdrücke leider nicht bzw. nur sehr wenig. Da muss Material runter! Ich habe mehrere Durchgänge gefahren, mehrere Polituren und am Ende sogar das eigentlich aggressive Commandant 4 ausprobiert und nichts hat geholfen. An meinem Testspot waren die Abdrücke am Ende maximal etwas glatter aber immer noch da. Gegen Mittag holten wir dann den Sheriff aus dem Winterquartier. Der Wagen sprang trotz nicht abgeklemmter Batterie nach wenigen Sekunden orgeln perfekt an. Wir hatten extra einen Booster mitgenommen aber der war an der Stelle überflüssig :D Danach noch kurz den Ölstand von Getriebe und Motoröl gecheckt, etwas ATF aufgefüllt und ab dafür. Bevor es in die Werkstatt ging waren wir noch wir noch eine Kleinigkeit essen. Nach dem Essen durfte ich auch mal kurz fahren. Ich kann nur sagen: Wow!

 

Der Unterschied zu vorher ist deutlich spürbar. Nicht nur das der Leerlauf jetzt absolut sauber und ruhig ist, der Wagen zieht auch tatsächlich merklich besser als vorher. Da hatten sich wohl tatsächlich ein paar Pferde durch die defekten Ventilschaftdichtungen von der Koppel verdrückt. Jetzt sollte es aber endlich in die Werkstatt gehen.

 

Unsere To-Do Liste für Tag 1 sah wie folgt aus:

 

- Bestandsaufnahme

- Wenn möglich Equipment verbauen

- Lichtbalken montieren

 

Zu aller erst nahmen wir aber den Innenraum auseinander! Wir wollten schließlich bei der Bestandsaufnahme nach Kabelresten suchen die auf altes Equipment hindeuten. Also Sitze raus, Innenraumverkleidungen ab und den Gummiteppich ausbauen. Die Sitze sind relativ einfach zu entfernen, einfach die Schrauben vorne und hinten lösen und dann falls vorhanden die Kabel der Sitzverstellung ab. Den Sitz entsprechend zu verschieben erleichtert die Sache übrigens ungemein ;) Die Sitzbank hinten ist sogar nur eingeklickt. Einmal eindrücken und nach oben rausziehen reicht. Das Rückenteil ist lediglich mit 2 massiven Torx gesichert, da an diesen auch die Verankerungen für die Sicherheitsgurte hängen erkennt man diese ganz schnell ;) Bei der Gelegenheit fanden wir einen Notizzettel der wohl noch aus der Zeit als aktiver Streifenwagen stammte. Auf dem Zettel war scheinbar eine Täterbeschreibung mit ungefährem Wohnort (Kettleman City) und der Beschreibung des Fahrzeugs (schwarzer Camaro) des Täters. Dazu fanden wir endlich unser erstes amerikanisches Geld. Waren am Ende glaube ich nur 8 Cent oder so, aber immerhin. Dazu fanden wir einen winzigen Klebezettel die noch mal bewies das es sich bei unserem Auto um Einheit 52763 handelte :cool:

 

Weiter ging es dann mit den Verkleidungen, diese sind nur verschraubt oder eingesteckt. Kannten wir alles schon von der Aktion mit der Haubenentriegelung. Danach entnahmen wir den vorderen Innenraumteppich, an den hinteren kam man jetzt auch vom Innenraum super ran. Der Innenraum wurde gründlich ausgesaugt da dort der Staub und Dreck der Jahrzehnte lag. Die "Teppiche" reinigten wir mit einer Bürste, der Snow Foamer und der Allzweckreiniger leisteten dabei gute Dienste :cool:

 

Danach waren die Sitze dran. Auch hier kamen wieder die Bürste und der Snow Foamer zum Einsatz. Danach kam der Nasssauger dran. Ihr wollt nicht wissen was für eine widerliche Brühe wir danach aus dem Sauger gekippt haben..........

 

Da das Wetter warm und sonnig war haben wir die Sitze zum trocknen rausgestellt. Dies dauerte dank dem Wetter auch nur 1-2 Stunden. Sehr schön :) Nach dem Innenraum war dann der Balken dran. Wir machten noch eine kurze Bestandsaufnahme, testeten durch ob der Balken noch lief und danach machten wir uns an die Füße. Leider war auch das zweite Set unvollständig, zum Glück hatte unser Freund noch einen anderen Aerodynic auf Lager liegen. So machten wir aus 3 Teilen am Ende ein vollständiges. Es waren noch ein paar Anpassungsarbeiten an dem Halter nötig aber dann passte alles soweit. Vor der Montage machten wir uns noch auf die Suche nach diversen Spuren. Dabei fanden wir zwar Spuren, aber die gaben am Ende mehr Rätsel auf als vorher. Im Kofferraum war wohl auch mal irgendwas unter der Hutablage verbaut und dort fanden wir auch Reste eines Stromkabels. Leider haben wir keinen Schimmer was dies gewesen sein könnte. Wir fanden dazu noch ein zweites Lautsprecherkabel im Motorraum was etwas paradox ist da das Kabel in der B-Säule welches wir für das Kabel für den Lichtbalken hielten ebenso ein Lautsprecherkabel ist welches ins Dach geht. Im Balken war also definitiv ein Lautsprecher. Wir fanden allerdings keine Spuren im Motorraum der auf den Montageort des Lautsprechers hindeutete. Unser Kumpel hatte etwas später einen Geistesblitz. Es gab für den Caprice wohl einen Lautsprecher den man quasi spurlos verbauen konnte da man für den entsprechenden Lautsprecher eine Halterung gebaut hatte welche sich perfekt in die Einbuchtungen am Fan-Shround montieren ließen. Das würde die fehlenden Einbauspuren erklären. Die Kabel waren ja definitiv noch vorhanden. In der A-Säule auf der Faherseite fanden wir dann noch ein Kabel welches wohl zum Funkgerät gehörte. Der Lautsprecher war ja am Dach montiert. Mittlerweile wissen wir auch welcher Flasher verbaut gewesen sein müsste. Von den Spuren her deutete alles auf einen "Roadrunner" von SoundOff oder einen "Fhl2-sc" von Federal Signal hin. Die Spuren sprechen aber eher für den Flasher von Federal Signal. Würde zumindest von der Marke besser zum Lichtbalken passen. Werden wir uns dann mal bei Gelegenheit besorgen :) Nach alldem war es schon spät und wir beschlossen Essen zu gehen. Nach dem Essen kam dann die Montage des Balkens, da ich dazu nicht viel beitragen konnte beschloss ich die Schriftzüge auf der Fahrerseite mal mit einem Kreidestift nachzumalen.

 

Meine Vermutung das die Spuren auf der Fahrerseite besser erhalten sind bestätigte sich. Ich konnte alle vorhandenen Linien erkennen und rekonstruieren. Das sollte bei der Erstellung der Decals helfen. Leider fehlt der Großteil des "Innenlebens" der Buchstaben da diese wohl nicht ausgeschnitten sondern einfach nur gedruckt waren. So konnten sich dann leider keine Schatten auf dem Lack absetzen, aber immerhin! In der Zwischenzeit wanderte wie angekündigt der Balken aufs Auto. Nach ein paar Anpassungsarbeiten und ein bisschen Gefummel saß er fest an seiner Position. Sieht schon echt schick aus! Gegen 2 Uhr morgens ging es dann fürs erste ins Bett, wir beschlossen am nächsten Tag weiterzumachen.

 

Am nächsten Morgen durchforsteten wir die Teilekiste und schauten was wir an dem Tag noch so alles schaffen könnten. Da meine bessere Hälfte gerne gegen Nachmittag wieder nach Hause wollte blieb nicht mehr für alles Zeit. Wir beschränkten uns auf die akutesten Baustellen, in dem Falle auf den Umlenkhebel und die Stoßdämpfer. Ursprünglich wollten wir die Spurstangen mitmachen, da wir aber feststellten das die alten nur minimalen Verschleiß zeigten und wir auch keine Möglichkeit hatten spontan die Spur einzustellen beließen wir es bei den alten.

 

So fingen wir mit den Stoßdämpfern an. Da der Wagen keinen ernsthaften Rost hat und an der Lenkung wohl auch schon einmal was passiert ist waren alle 4 Stoßdämpfer innerhalb einer guten halben Stunde getauscht. Normalerweise dauert die Aktion locker 2-3 Stunden da immer mindestens eine Schraube zickt. In unserem Falle aber nicht. Auf die Frage meiner besseren Hälfte was an den neuen Stoßdämpfern jetzt besser ist folgte eine beeindruckende Demonstration. Unser Kumpel stemmte sich mit seinem vollen Gewicht auf einen der alten und auf einen der neuen Dämpfer. Der alte gab viel schneller nach und nach 2-3 Versuchen blieb der alte einfach im eingefahrenen Zustand stecken! Was lernen wir daraus? Kauft keine billigen Stoßdämpfer! Bei der Begutachtung der alten Dämpfer stellen wir fest das die Dämpfer an der Hinterachse noch billiger waren als die an der Vorderachse. Gut das wir die getauscht haben. Jetzt fährt sich der Wagen definitiv besser. Danach kam der Umlenkhebel dran, auch das war innerhalb einer Stunde erledigt. Die Lenkung hat jetzt schon deutlich weniger Spiel als vorher, bei der Gelegenheit stellen wir fest das der Center Link auch mal neu gemacht werden könnte. Gut, ist auch so eine Caprice Krankheit. Ist auch kein großer Akt und kosten tut das Ganze (das Moog Teil kostet keine 40€) auch nicht viel. Kommt mit auf die Einkaufsliste!

 

Der Rest des Fahrwerks hat längerfristig auch mal eine Überholung verdient, da die Fahrwerksgummis auch schon nicht mehr so dolle aussehen. Ist jetzt aber auch keine große Überraschung, der Wagen ist immerhin 25 Jahre alt! Wenn wir an dem Wochenende eins festgestellt haben dann das der Wagen für sein Alter noch echt gut beisammen ist.

 

In der Zwischenzeit hatte ich mich daran gemacht die Hauptscheinwerfer mal zu polieren. Durch den Wüstenstaub waren diese leicht blind geworden. Ein mittleres Pad und das Swirl X verschafften Linderung. Danach war es an der Zeit die Achsteile abzuschmieren. Bei einem Teil musste ich soviel Druck anwenden das der Aufsatz des Schlauchs von dem Schmiernippel geflogen ist. Ende vom Lied: Meine Klamotten waren mit einer feinen Fettschicht benetzt. Nachdem die Nippel abgeschmiert waren ging baute ich den Innenraum wieder zusammen. Rückbank montieren, Gurte, Innenraumverkleidungen und der Teppich wanderten Stück für Stück wieder an Ihren angestammten Platz. Dabei machte ich mir die Mühe die Verkleidungsteile wieder einigermaßen gerade und bündig zu montieren. Beim abrüsten hatte man sich damit nicht allzu viel Mühe gegeben. Zum Schluss kamen dann die Vordersitze. Zu unserer Freude hatten wir bei der Demontage festgestellt das der Wagen vorne 3 Gurte hat :) Die sollten natürlich wieder so verbaut werden das man diese theoretisch wieder nutzen kann. Sieht einfach vollständiger aus ;) In der Zwischenzeit wanderte der Funklautsprecher auch an seinen angestammten Platz. Wir sind uns zu 100% sicher das der Lautsprecher dort gesessen hat weil auch die Einbaulöcher perfekt zu den Spuren passen.

 

Als wir damit durch waren erfolgte noch mal ein kurzer Check aller Flüssigkeiten sowie eine Probefahrt durch meine bessere Hälfte. Während der Probefahrt bastelte ich schnell eine Geschwindigkeitstabelle für meine bessere Hälfte. Der Tacho zeigt ja nur Meilen an und die Tabelle sollte Ihr zukünftig eine große Hilfe sein zu wissen wie schnell Sie gerade fährt :) Danach war es auch schon an der Zeit Abschied zu nehmen. Die Uhr zeigte mittlerweile auch schon wieder nach 16 Uhr an und meine bessere Hälfte wollte das gute Wetter für die Fahrt nach Hause ausnutzen. Vor der finalen Abfahrt noch kurz tanken. In beide Autos gingen mit einer Differenz von 4cl so gut wie gleich viel Benzin hinein. Zufälle gibt's ;) Wie sich der Verbrauch mit dem Lichtbalken gestaltet wird die Zukunft zeigen. Man merkt beim fahren schon das der Luftwiderstand jetzt deutlich erhöht ist. Der blaue hat sich auf der Fahrt hin auch einen etwas kräftigeren Schluck gegönnt. 13,4 Liter ergab die Rechnung, dies war aber auch der Tatsache geschuldet das ich als ich den Wagen geholt hatte mal eben 60km durch den schlimmsten Ferienverkehr musste und eigentlich sämtliche Autobahnen sowie die Stadt komplett verstopft waren. Das drückt natürlich den Verbrauch ordentlich nach oben :( Dafür hatten wir auf der Rückfahrt keinerlei Stau und ich habe somit nicht mal eine halbe Tankfüllung für die gut 380km gebraucht. Damit komme ich im Kopf auf ca. 11,x Liter. Gar nicht mal so schlecht dafür das mein Schnitt so bei 120-140 lag und die Strecke viele Bergstücke zu bieten hatte auf denen der Wagen auch schon mal in den zweiten runterschaltete um das Reisetempo zu halten :cool:

 

Die Fahrt nach Hause war dann auch sehr entspannt und die Leute schauten den Wagen natürlich alle an. Ausgerechnet an diesem Tag waren auf der Autobahn sehr viele Streifenwagen unterwegs, einer bremste sogar extra auf der linken Spur ab um den Wagen von der Seite betrachten zu können :D

 

Unsere To-Do Liste an dem Auto sieht damit wie folgt aus:

 

Erledigt

 

Differentialöl getauscht und Dichtung erneuert

Haubenzug erneuert

Radlager hinten erneuert

Umlenkhebel erneuert

Ventilschaftdichtungen erneuert

Verkabelung Temperaturfühler erneuert

Wasserpumpe erneuert

Stoßdämpfer erneuert

 

Damit wäre technisch eigentlich das schlimmste erledigt!

 

Zu machen wären damit noch:

 

Reifen (ein Satz guter Reifen wäre auf Dauer nicht verkehrt)

Spurstangen (kommen bei Gelegenheit mal rein)

Verkabelung (da braucht es Zeit für)

Konsole

Decals

 

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21.11.2017 19:31    |    Dynamix    |    Kommentare (23)    |   Stichworte: Sheriff, Tales

 

Die letzten Monate war es etwas still um unseren altgedienten automobilen Gesetzeshüter. Nun, dies lag zu meinen an der Saisonpause, andererseits daran das an dem Auto soweit nichts neues kaputt gegangen ist. Davon ab ist soooo viel spektakuläres auch gar nicht passiert. Der Wagen lief soweit wie immer, nichts ging mehr kaputt und der Wagen durfte als Hochzeitsauto einer guten Freundin herhalten :)

 

Pünktlich zur Winterpause stand bei dem Wagen nicht nur neuer TÜV an, sondern auch Ursachenforschung in Sachen Ölverbrauch auf dem Plan. Wir hatten während der Saison genug Gelegenheit mal zu schauen wann und unter welchen Umständen die Rauchschwaden aus dem Auspuff zustande kamen. Besonders stark fiel uns das in Karlsruhe auf als der Wagen viel im Stand lief. Das Qualmen passierte meist nur dann, wenn der Motor warm war und die Drosselklappe von "zu" in "auf" Stellung ging. Im Leerlauf nur wenn der Motor mehrere Minuten regungslos im Leerlauf irgendwo herumstand, beispielsweise auf der Rückfahrt von Karlsruhe als wir in einen heftigen Stau gerieten. Während der Fahrt gab es keinen Qualm und somit ließ sich das Problem schon ein bisschen einkreisen.

 

In Karlsruhe wurde uns von sogenannten "Experten" noch gesagt das der Motorblock hin sei (WTF?! Why?! :confused:) und wir doch direkt einen neuen Shortblock bestellen sollen. War natürlich der mit Abstand größte Bullshit ever, dafür lief der Motor noch viel zu stramm. Eine weitere Idee waren die Kolbenringe, allerdings hätte der Wagen dann wirklich IMMER qualmen müssen. Zudem macht sich sowas für gewöhnlich durch einen Leistungsverlust deutlich bemerkbar. Da er aber selbst in diesem Zustand immer noch Kreise um meinen Caprice fährt, der immerhin einen frisch überholten Motor spazieren fährt, machte dies für mich nicht wirklich Sinn. Die Ventilschaftdichtungen machten da schon irgendwie mehr Sinn, da die von den vielen beschriebenen Symptomen auch in unserem Fall am besten ins Bild passten.

 

Das fiese: Die Symptome bei einem zerschossenen Kolbenring und einer kaputten Ventilschaftdichtung sind sich sehr ähnlich. Der Unterschied liegt im Detail! Bei kaputten Kolbenringen müsste der Motor permanent und besonders dann qualmen wenn man mal richtig das Pedal bis zum Erdkern durchtritt. Tat er aber überhaupt nicht, im Gegenteil! Ich hatte eher den Eindruck das die Abgase immer ölfreier wurden je heftiger man den Wagen trat :D

 

Er qualmte nur im Stand wenn die Drosselklappe zu war und mann dann losfuhr und selbst das hatte sich dann nach einmal rausrußen erledigt. Ich fuhr an einem Tag mal zu Testzwecken eine Testrunde hinter meiner besseren Hälfte hinterher. Ich gab Ihr Anweisungen was Sie mit dem Wagen mal alles machen sollte um zu schauen was der Wagen in diesen Situationen macht, darunter auch einmal auf der Autobahn richtig Gas geben. All dieses Tests waren bis auf die Ampelsituationen völlig unauffällig. Also blieben da ja eigentlich wirklich nur noch die Ventilschaftdichtungen übrig. Aufschluss kann hier eigentlich nur eine Kompressionsmessung (wobei auch hier nur bedingt) bringen welche in unserem Falle auch vor der Reparatur gemacht wurde um ganz sicher zu sein!

 

Da die Saison wie gesagt für den 9C1 vorbei war, beschlossen wir in der Werkstatt unseres Vertrauens die Ventilschaftdichtungen erneuern zu lassen. Da er für den TÜV eh schon einmal da war passte das ganz gut. Ein paar Wochen später sollte Operation Ventilschaftdichtung steigen. Leider hatte man festgestellt das sich eine der Simmerringe an der Hinterachse verabschiedet hat. Dies führt dazu das Öl vom Differentialgehäuse in Richtung Bremstrommeln wandert. Naja, wird dann gleich mitgemacht. Die Radlager waren wohl auch nicht mehr so tutti, ist aber alles ein Abwasch. Ich vermute mal das von dort auch die Geräusche von der Hinterachse kamen wenn der Wagen mal stärker beschleunigt hat.

 

 

 

 

So fingen die Jungs an den Wagen zu reparieren. Die Werkstatt hielt meine bessere Hälfte auf dem laufenden. Die Jungs fingen mit dem Check der Zündkerzen an. 2 waren etwas verkokelt und die anderen waren ölig. Hmmm, soweit so blöd, wäre aber in Anbetracht der Ventilschaftdichtungen wie gesagt auch nicht sonderlich ungewöhnlich. Danach stand der Kompressionstest an. Dieser ergab keinerlei Auffälligkeiten. Alle Werte lagen bei mindestens 10 Bar (was in Anbetracht von Alter und Laufleistung noch echt stramm ist!), von zerschossenen Kompressionsringen kann hier also keine Rede sein. Damit war auch die Werkstatt der Meinung das es mit hoher Wahrscheinlichkeit mit neuen Schaftdichtungen bereits getan ist.

 

Laut Service Manual sollte die Kompression nicht unter 689 kpa (6,89 bar) liegen. Ebenso sollte der Wert des "schlechtesten" Zylinders nicht unterhalb von 70% des Besten liegen. Da auch dies nicht nicht der Fall war (dafür hätte mindestens einer der Zylinder bei gut 8,5 Bar liegen müssen), konnten wir also von einem relativ gesunden Motor ausgehen.

 

Jetzt könnte immerhin noch ein Ölabstreifring hin sein, da man diese bei der Messung nicht zwangsläufig erwischt. Nach Betrachtung der Werte war dies allerdings eher unwahrscheinlich. Somit war der nächste Schritt klar: Ventildeckel ab, Stößel weg und Schaftdichtungen prüfen. Nach der Demontage fielen den Mechanikern dann 2 kaputte Ventilschaftdichtungen in die Hände. Damit waren die Übeltäter wohl gefunden, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Wer weiß ob da nicht noch mehr lauert und die Schaftdichtungen nur ein Problem von vielen war?

 

Gute 2 Tage später war der Wagen fertig und das Ergebnis stand fest. Es waren doch nur die Schaftdichtungen! Die Werkstatt machte mehrere Probefahrten um ganz sicher zu sein. Ergebnis: Keinerlei Rauchentwicklung mehr und der noch vorher etwas zitterige Leerlauf in D-Stellung hat sich jetzt auch normalisiert :) Vorher schüttelte er sich im Leerlauf etwas unwillig. Damit ist die "Schlimmste" Baustelle an dem Wagen soweit erledigt. Bei der Gelegenheit haben wir gleich die abgerissenen Kabel vom Temperatursensor flicken lassen und somit tut die Temperaturanzeige jetzt wieder was Sie soll :cool:

 

Damit hat sich die Reparatur doch schon gelohnt und der Wagen kann rauchfrei in die nächste Saison starten :cool: Damit dürfte sich der Ölverbrauch also endgültig erledigt haben, besonders auffällig war er ja meist nur wenn man viel gestanden hat bzw. Stop and Go Verkehr angesagt war.

 

 

Wir können es kaum erwarten den Wagen zum Saisonstart wieder abzuholen um das Ganze selbst mal auszutesten :) In Zukunft können wir mit dem Wagen, wenn es denn sein muss, bis ans Ende der Welt fahren ohne uns große Sorgen darüber machen zu müssen das der Wagen ohne das wir es wissen überhitzt oder wir ständig nach dem Öl schauen müssen :cool: Damit können wir beruhigt und mit frischem TÜV gesegnet in die neue Saison starten.

 

Damit Ihr auch was davon habt, haben wir die Videos für euch extra hochgeladen ;) An dieser Stelle eine Warnung: Video 1 kann zu akuten Ohrgasmen führen :D

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war allerdings noch nicht alles. Da wir natürlich den Wagen irgendwann mit den richtigen Decals sehen wollen habe ich einen Entschluss gefasst. Da scheinbar niemand in der Lage oder Willens ist und die Decals anzufertigen müssen wir es jetzt selber machen. Dafür werde ich mir das passende Vector Programm besorgen und mich da mal einfuchsen. Weihnachten steht vor der Tür uns bis zum Urlaub ist es auch nicht mehr so lange ;) Weiterhin habe ich bezüglich der Schriftarten mal etwas herumgeforscht und ich bin zumindest auf die richtige Schriftart für den Sheriff Schriftzug gestoßen. Der C.O.P. Schriftzug wird etwas kniffliger, da muss ich wohl mal einen Blick auf die Fahrerseite werfen, ich bilde mir ein das die Schatten des Schriftzuges dort besser erhalten sind. Wenn ich da die richtige Schriftart finde haben und ich das Decal nachmachen kann haben wir bereits alles!

 

Hier mal ein kurzer Abriss was bereits gemacht wurde und was noch zu machen ist.

 

Gemacht:

 

Wasserpumpe getauscht

Neues Kühlmittel

Ventilschaftdichtungen

Simmerring an der HA neu abgedichtet

IAC Valve

Haubenzug

 

Zu machen:

 

Umlenkhebel (der ist leider nicht mehr der beste, weshalb die Lenkung auch extrem indirekt ist)

Spurstangen (sind laut TÜV noch nicht fällig aber wenn man den Umlenkhebel schon macht.......)

Reifen (sobald ich einen vernünftigen Satz Straßenreifen finde der mich überzeugt kommen da die richtigen drauf!)

Schweller mit Fluid Film fluten (Kinderspiel!)

Lautsprecher (vielleicht, kommt wohl auch auf die Lust meiner besseren Hälfte an)

KYB Dämpfer einbauen

Zündung erneuern (was ja dank der Reparatur nicht mehr wirklich nötig ist)

 

Die Sachen die jetzt noch auf der To-Do Liste stehen dürften an einem Nachmittag "with a little help of our friends" erledigt sein :) Wenn das alles mal erledigt ist, dann ist der Wagen zumindest technisch in einem wirklich mehr als akzeptablen Zustand. Ich würde die Technik dann gemessen am Alter fast als "sehr gut" beschreiben ;) Rostprobleme hat er nie gehabt, der Motor ist nach dieser Aktion wieder komplett problemfrei (problemfreier als er es die letzten 10 Jahre war!) und wenn Lenkung, Dämpfer und Reifen gemacht sind händelt er sich sogar wieder wie er sollte.

 

Bedenkt man das Alter und die Historie des Wagens so sind die Sachen die bisher angefallen sind erfreulich marginal. Klar, mit einem Neuwagen konkurriert der Wagen in der Hinsicht nicht aber wenn ich mal dran denke was andere schon in Autos gepumpt haben die nicht einmal halb so viel mitgemacht haben.......... ;)

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30.07.2017 19:49    |    Dynamix    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: Caprice, Sheriff

 

Am 11. Juni fand in Karlsruhe mal wieder die Tribut an Carl Benz Oldtimer Show statt. Hunderte Oldtimer versammelten sich rund um das wunderschöne Gelände am Karlsruher Schloss. Auch wir waren dieses mal zusammen mit unseren Vereinskollegen vor Ort da unser Verein dieses Jahr sein 20 jähriges Bestehen feiert und wir die Einladung des Veranstalters nutzten um diesen Anlass im Rahmen eines schönen Treffens zu feiern :)

 

Für uns ging es Samstag vormittag los. Vorher noch kurz alle Flüssigkeiten gecheckt, die Sachen eingeladen und los gings. Das Wetter zeigte sich jetzt schon von seiner besten Seite und wir waren über die Klimaanlage im Wagen mehr als froh ;) Nach gut 5 Stunden (incl. ausgedehnter Mittagspause) Fahrt ging es dann erst einmal Richtung Bühl. Ein Vereinskollege hat dort ein Kino und wir bekamen für den Nachmittag eine exklusive Kinovorstellung :cool:

 

Vorher mussten wir aber erst einmal zusehen das wir eine neue Sicherung bekamen. Leider hatte sich während der Fahrt der Doppeladapter für den Zigarettenanzünder in seine Bestandteile aufgelöst was zu einem Kurzschluss führte. Somit brannte die Sicherung durch und fortan waren der Zigarettenanzünder, das Radio und die Kofferraumentriegelung tot. Zum Glück gab es nicht weit vom Kino einen Elektrikfachhandel der neben Autoradios auch die passenden Sicherungen im Angebot hatte :)

 

Eine 15 Ampere Sicherung später lief das ganze dann auch wieder. Interessanterweise hatte irgendjemand vorher eine 20 Ampere Sicherung verbaut obwohl die da laut Belegungsplan gar nicht reingehört. Wie auch immer, Hauptsache es funktioniert und das tut es auch mit der 15er Sicherung :)

Zurück am Kino war auch mittlerweile der Rest der Truppe eingetroffen. Zum Anfang gab es eine kleine Rückschau auf vergangene Treffen, danach folgte mit "Bosten" der Hautpfilm. Nach dem Kinobesuch checkten wir erst einmal in Rastatt im Hotel ein, durch den etwas straffen Zeitplan waren wir dazu noch nicht gekommen. Nachdem das wir die ganze Check-In Prozedur hinter uns gebracht hatten ging es auch schon zum Restaurant. Wir ließen den Abend mit einem leckeren Abendessen ausklingen und irgendwann nach 12 fielen wir dann auch endlich ins Bett.

 

Nach einem guten Frühstück am nächsten Morgen ging es auch direkt zum Treffen. In Kolonne ging es erst einmal Richtung Messe Karlsruhe, da wir uns dort vor Ort mit dem Veranstalter trafen. Leider blieb auf dem Weg ein Kollege mit Vergaserproblemen liegen. Der Wagen hatte am Tag davor schon ein paar kleine Probleme, allerdings hatten diese sich kurzerhand wieder von selbst erledigt. Dieses mal war allerdings Feierabend. Für Ihn war das Treffen leider gelaufen :(

 

Für den Rest ging es dann auf das Gelände. Wir hatten einen Spitzenplatz direkt vor dem Schloss bekommen! Wir stellten uns im Halbkreis auf und fingen an soweit wie möglich alles aufzubauen. Es war eine gute Idee das Vereinszelt mitzunehmen, so waren wir gut vor der Sonne geschützt. Das Wetter selbst war traumhaft. Sonnig, wolkenlos und relativ heiß! So kam es auch das einige einen Sonnenbrand von der Veranstaltung mitnahmen ;)

 

Als alles aufgebaut war drehte ich meine Runden über das Gelände, schließlich brauchte ich ja noch ein paar Bilder für den Artikel ;) Die Vielfalt der ausgestellten Fahrzeuge war wirklich beeindruckend. Von der über 100 Jahre alten Motorkutsche bis zu den Klassikern der 70ern war wirklich alles an Jahrgängen vertreten. Besonders für Fans europäischer und amerikanischer Marken gab es einiges zu sehen. Einen Teil davon könnt Ihr in der Bildergalerie bewundern (nicht über die Qualität der Bilder wundern, vieles habe ich quasi im Vorbeigehen geknipst!). Gegen Nachmittag ging es dann ans Highlight der Veranstaltung, den Autokorso durch Karlsruhe. Wir fuhren eine kurze Runde durch die Stadt, über den Schlosspark zurück zum Vorplatz. Danach machten wir noch ein paar Fotos vorm Schloss für den Veranstalter :)

 

Da es mittlerweile auch relativ spät war machten wir uns im kleinen Konvoi zurück ins Rheinland. Ein Kollege aus Hessen begleitete uns. Bevor es aber losging mussten wir alle erst einmal tanken, ganz besonders unser Kollege auf dem Motorrad hatte es bitter nötig ;) Eine 300km Strecke und ein Tank der nur noch für 20 reicht vertragen sich nicht wirklich :D Da wir ebenso nur noch einen halben Tank hatten gingen wir auch noch einmal an die Tränke. Als ich die Daten fix in den Spritmonitor eintrug war ich etwas erstaunt. Kamen da wirklich nur 13 Liter raus? Bei DEM Auto?! Kurz noch alle Daten überprüft aber keinen Fehler gefunden. Da war der gute Sheriff wohl trotz Dauereinsatz der Klimaanlage und einem Horrorstau vor Karlsruhe erstaunlich genügsam! :) Wir erinnern uns, man prophezeite uns damals eher so 17-21 im Schnitt. Irgendwie haben wir beide Werte noch nicht geschafft und wir geben uns teilweise echt mühe :D

 

Nach dem Tanken mussten wir noch kurz beim güldenen M anhalten, der Kollege wollte sich für die Fahrt noch ein kühles Getränke besorgen. Wer kann es Ihm verdenken bei der Hitze ;) Danach fuhren wir endlich los. Knapp über 100 km später trennte sich der hessische Kollege von uns, er musste auf einer anderen Autobahn weiter. So blieben am Ende nur noch wir und unser Kollege auf der Police Harley übrig. Die weitere Fahrt war zum Großteil ziemlich ereignislos, aber gerade deswegen so schön. Kaum Verkehr, viel Platz, wenig Tempolimits. So konnte man den Wagen auch mal stellenweise über 130 km/h bewegen und das kann er schon ganz gut. Man merkt doch wie viel Potential in dem Wagen steckt. Das wird mal richtig gut wenn wir mit der Technik weitermachen. Leider war es mit der schönen Fahrt bald vorbei. Gut 30km vor dem Ziel war die Autobahn komplett gesperrt. Vollsperrung, dass hat jetzt wirklich noch gefehlt :rolleyes: Man hielt es für eine gute Idee die A3 um Köln herum an diesem Wochenende zu sperren. Ok, dass Navigationssystem hatte mich vorgewarnt, also klamüserte ich schnell im Kopf (ich war ja schließlich schon wieder fast in heimischen Gefilden ;)) die beste Ausweichroute aus. Blöderweise legte man die Umleitung genau auf meine geplangte Ausweichroute (:rolleyes:), weshalb ich erstmal gut 1,5 Stunden brauchte um überhaupt zu der Ausfahrt zu kommen :(

 

Mit einem Streifenwagen fällt man natürlich im Stau dieser Größenordnung auf wie ein bunter Hund und so starrten die meisten Leute den Wagen an. Irgendjemand schrie sogar im Vorbeifahren irgendetwas undefinierbares aus dem Seitenfenster :D Ich bilde mir ein es war sowas wie "Ey, ich kenn den Wagen von MT" oder sowas in der Art. Kann aber auch nur Einbildung gewesen sein. Wie gesagt, der Typ schrie im Vorbeifahren aus seinem offenen Seitenfenster über 2 Spuren hinweg :D Irgendwann hatten wir es dann endlich auf die Ausweichroute geschafft die überraschenderweise mehr oder weniger leer war :rolleyes: Bei DEM Stau hatte ich eigentlich damit gerechnet das die beiden Spuren der Umleitung rappelvoll waren, dem war aber nicht so. Scheinbar wieder mal ein Stau der nur dadurch entstanden ist das einige immer wieder planlos die Spur wechslen mussten anstatt das Reißverschlussverfahren ordentlich anzuwenden :rolleyes:

 

Wenigstens konnte ich durch die relativ freie Autobahn noch flott ein paar Meter gut machen und so hieß es auf den letzten Kilometern "Pedal to the metal"! ;) Es war mittlerweile auch schon 22 Uhr durch und ich wollte nur noch nach Hause. Ohne weitere Verzögerung kamen wir dann auch kurze Zeit darauf zuhause an.

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05.07.2017 12:35    |    Dynamix    |    Kommentare (4)    |   Stichworte: Caprice, Sheriff

Im letzten Artikel hatten wir ja berichtet das am Sheriff der Haubenzug gerissen ist. Da dies unsere zukünftigen Bemühungen die Flüssigkeitsstände regelmäßig zu kontrollieren torpedierte mussten wir hier also ran.

 

Los ging es wie üblich mit der Suche nach Teilen. Vor ein paar Wochen fing ich an bei den üblichen Verdächtigen zu stöbern, aber zu meiner Verwunderung musste ich feststellen das ich das Teil bei keinem der üblichen Verdächtigen finden konnte :confused: Fälschlicherweise ging ich davon aus das so ein Teil wie der Haubenseilzug genauso gut verfügbar wäre wie die Wasserpumpe oder andere Technikteile. Tja, leider war dem doch nicht so. Ergo: Mal geschaut ob die Bucht irgendwas hergibt und siehe da: Ich stolperte über gleich 2 Auktionen in denen das Teil angeboten wurde. Natürlich zu sündhaft teuren (gemessen am Materialwert) Preisen!

 

Es half nichts, da musste ich jetzt durch. Somit bestellte ich für einen knapp 3 stelligen Betrag das Teil. Wenigstens war es ein NOS Teil und dazu auch noch mit einem neuen Griff für die Haubenentriegelung sowie einer neuen Dichtung für die Feuerwand. Der alte Griff fiel bei Belastung immer wieder ab was mehr als nervig war. Gleichzeitig bestellte ich einen originalen Öldeckel mit. Der "alte" war irgendein billiges Ding von "Motorad" welches nicht mal im Ansatz gehalten hat und somit das Ganze nicht dicht gehalten hat. Die Lieferung sollte ein paar Wochen dauern da die meisten Verkäufer in den USA über USPS verschicken.

 

So war noch ein bisschen Zeit den Wagen zu genießen. Mitte Mai stand der Harley Dome in Köln an an dem auch der PCOOA seit dem ersten Meeting teilnimmt. Eine gute Gelegenheit dem Wagen mal ein bisschen Auslauf zu gönnen. Also ein paar Tage vorher noch im Stile eines Einbrechers die Haube entriegelt und noch mal schnell alle Flüssigkeiten gecheckt. Öl sah ok aus, Kühlwasser ebenso. Sah doch schon mal ganz gut aus! :)

 

Am nächsten Morgen beschloss ich mit dem Wagen zur Arbeit zu fahren. Der Wagen brauchte mal wieder Sprit und da der Wagen wieder ein paar Wochen gestanden hatte wollte ich kein Risiko eingehen und mal sehen wie gut er läuft. Ausgerechnet an dem Tag schüttete es aus Eimern! Wir erinnern uns: Die Reifen mögen Nässe ÜBERHAUPT NICHT!

 

Jetzt hieß es vorsichtig fahren. Leider kam es an diesem Tag ganze 3 mal vor das mir das Heck trotz vorsichtiger Fahrweise ausbrach. Der Wagen ist zwar relativ gutmütig und lässt sich auch gut wieder einfangen, wirklich glücklich war ich damit trotzdem nicht. Kurz mal an der Ampel einen Mikrometer zuviel Gas gegeben und schon drehen die Reifen durch :rolleyes: Die gehören definitiv auf den Müll! Da muss ich mal schauen was es hier in Europa so taugliches in der Größe gibt. Zumindest konnte ich jetzt sicher sein das der Wagen die Fahrt in der Parade übersteht.

 

So ging es am Tag danach auch zum Veranstaltungsgelände. Wir trafen uns in der Nähe an einem Supermarktparkplatz und warteten auf die Nachzügler. Während wir auf die Nachzügler warteten, wurden natürlich die Autos der anderen begutachtet ;) Als dann endlich alle da waren ging es gemeinsam zum Standplatz. Das Highlight der Veranstaltung ist sicherlich die Parade durch Köln welche von der Polizei abgesichert wird. Heißt: Legal mit Sirene fahren! Wir bezogen Position auf dem Parkplatz, bauten alles auf und warteten darauf das die Parade losgeht. Die Polizei hatte sich gewünscht das wir die Autos in 3er Gruppen innerhalb der Parade verteilen. Dem wollten wir natürlich nachkommen. Ging soweit eigentlich ganz gut, bis auf die Stelle an der es galt genau die Mitte der Parade zu treffen und dementsprechend die Harley Fahrer anzuhalten :D

 

Der gute Redmex hatte es auch zum Treffen geschafft und so fuhr er bei mir im Auto die Parade mit. Da ich ganz hinten fuhr musste ich teilweise ganz schön drauftreten um den Anschluss nicht zu verpassen. Ampeln durften während der Fahrt getrost ignoriert werden. Die Zufahrtsstellen auf dem Weg wurden sowieso komplett abgesperrt so dass kein Verkehr in die Kolonne kam. An so eine Polizeieskorte durch die Innenstadt könnte ich mich gewöhnen :D Den Rest des Tages verbrachten wir dann damit den Leuten die Autos zu erklären und kleine Kinderaugen zum leuchten zu bringen ;) Insgesamt war die Veranstaltung eine nette Sache und ich bin nächstes Jahr bestimmt wieder dabei :)

 

Spulen wir an dieser Stelle ein paar Tage/Wochen vor:

 

Die Teile waren endlich angekommen und somit konnten wir die Reparatur des Haubenzugs endlich angehen. Da ich das Wunder mit dem entriegeln der Haube über das Loch unterhalb des Schlossträgers nicht mehr hinbekommen habe entschied ich mich für die brachialere Methode. Kick Panel ab (musste eh weg für den Tausch!), altes Seil an der Halterung abschneiden, Isolierung am Ende wegschneiden und dann mit der Zange direkt am Zug ziehen. Um an den Hebel ranzukommen müssen ein paar Teile im Innenraum weg. Zuallererst widmeten wir uns der Verkleidung der B-Säule. Diese geht erst ab wenn man den Gurt demontiert hat. Dieser wird von einer wirklich massiven Schraube in der Karosserie gehalten. Ein großer Torx oder ein bisschen Trixerei mit einem passenden Imbus helfen hier schon. Am besten nimmt man hier etwas mit Hebelwirkung ;) Bei der Aktion fanden wir auch Teile der alten Lightbarverkabelung. Ein großes weißes Kabel baumelt vom Dachhimmel in die B-Säule hinein. Sollten wir uns für die zukünftige Spurensuche merken :)

 

 

Hat man diese Verkleidung entfernt kann man sich dem demontieren des Kick-Panels widmen. Das Kick Panel ist im Prinzip eine riesige Plastikverkleidung die sich vom Hebel der Haubenentriegelung bis zum hinteren Radkasten zieht. An dem Teil hängen auch die inneren Schwellerverkleidungen. Wir haben das Teil nicht komplett entfernt sondern nur soweit gelöst das man das Ganze auf Höhe des Entriegelungshebels zur Seite schieben kann damit man Platz hat. Jetzt mussten wir nur noch das alte Seil irgendwie aus dem Auto bekommen. Im Reparaturhandbuch bekamen wir den Tip an das Ende des Zugs ein "Seil" anzubringen. Wir umwickelten das Ende mit einer dicken Angelschnur und sicherten das Ganze fachmännisch mit 2 Wirbelknoten. Das hält bombensicher!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach hakte meine bessere Hälfte das Seil im Motorraum aus, während ich im Fußraum herumkroch um das Seil auf der anderen Seite zu lösen sowie das ganze Gedönse an dem der Entriegelungshebel hängt. Als das alles erledigt war stand das ziehen des Seils auf dem Programm. Das Seil musste erst einmal durch den Schlossträger, danach unter dem Wischwasserbehälter durch und schlussendlich einmal samt der Dichtung durch die Feuerwand. Natürlich blieb das blöde Seil an den dämlichsten Stellen (Schloßträger, sämtliche Kabel, Wischwasserbehälter, Feuerwand, weitere Kabel) hängen, aber ohne hängen geht es eh nicht ;)

 

 

 

Das rausziehen war somit relativ einfach, richtig lustig wurde es jetzt beim Einbau des neuen Seils! Wir befestigten die Angelschnur die wir durch das halbe Auto gezogen hatten jetzt an dem neuen Seil und zogen das Ganze in die entgegengesetzte Richtung wieder in den Motorraum. Blöderweise war die neue Dichtung deutlich klobiger und so hatten wir so unsere Schwierigkeiten diese an den ganzen Kabeln im Fußraum vorbeizuführen ohne das die blöde Dichtung an den ganzen Kabeln hängen blieb. Stellt euch vor Ihr müsstet einen Gummiklotz mit 5cm Durchmesser durch ein Loch mit 2cm Durchmesser ziehen :D Die nächste Schwierigkeit war es dann die Dichtung soweit durch die Feuerwand zu ziehen das diese dort auch richtig sitzt. Mir kamen dabei schlimme Erinnerungen an die Aktion mit der Handbremse!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da die Dichtung so nicht flutschen wollte, halfen wir dem ganzen mit etwas Schmierfett nach. Schadet der Karosserie sicherlich nicht wenn an der Stelle neben der Dichtung noch ein wenig Fett ist welches die Stelle konserviert ;) Nach gut einer Stunde fummeln und fluchen hatten wir das blöde Ding dann endlich drin :D Wir hakten die Seile wieder ein und testeten das Ganze. Die Haube wollte erst nicht mehr zugehen bis uns auffiel das der Schnapper des Schlosses wohl in der falschen Stellung war. Wir schoben das Ganze wieder in die ursprüngliche Position und testeten dann noch einmal ob das Seil auch das tut was es soll. Nachdem alles wieder so funktionierte wie es sollte bauten wir alles wieder zusammen. Danach montierte ich noch schnell den neuen Öldeckel, Ordnung muss schließlich sein ;) Jetzt ist der ganze Spaß auch wieder dicht :cool:

 

 

 

 

 

Während meine bessere Hälfte die letzten Schrauben der Verkleidungen festzog widmete ich mich einmal der Sitzverstellung auf der Beifahrerseite. Bisher gingen wir ja davon aus das diese im Eimer ist. Allerdings förderte ein erster Blick bis auf eine riesige Feder die ausgehangen war nichts ungwöhnliches zu Tage. Alles andere schien noch ordnungsgemäß in Position zu hängen. Also griff ich einmal beherzt in den Mechanismus und schaute nach wo es genau hakt. Zu meiner Verwunderung funktionirete der Mechanismus einwandfrei. Nach ein bisschen herumspielen an den Federn fiel mir dann auf das sich der Verstellhebel seitlich bewegt. Dann fiel endlich der Groschen! Die Verstellung ist überhaupt nicht kaputt, wir waren bisher nur zu dämlich den Hebel in die richtige Richtung zu ziehen. Bei den meisten europäischen Autos zieht man den Hebel der Verstellung nach oben, in unserem Falle muss man den Hebel seitlich in Richtung des Getriebetunnels ziehen damit sich der Sitz bewegt :rolleyes:

 

Gut, zumindest wissen wir das jetzt für die Zukunft ;) Das passiert wenn man mit europäischen Autos aufwächst :(

 

Die nächste Baustelle wird wohl mal eine ordentliche Reinigung des Wagens sein. Wir haben in den Schwellern tonnenweise alten Wüstendreck (Staub, Steine) gefunden. Da müssen wir wohl mal beide Kick Panels entfernen und dann mit einem spitzen Gegenstand und einem Staubsauger ran bevor das Zeug noch zu Rost führt.

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25.06.2017 20:25    |    Dynamix    |    Kommentare (29)    |   Stichworte: Caprice, Sheriff

Ende April stand mal wieder ein Youngsters Treffen am Ring an. Nach der Inkontinenz der Wasserpumpe, waren wir uns etwas unsicher ob wir den Sheriff noch rechtzeitig zum Treffen fit bekommen. Wie man im letzten Artikel lesen konnte, haben wir das aber noch rechtzeitig hinbekommen.

 

So prüften wir vor dem Ring noch einmal das Auto durch. Kühlmittelstand ok? Was sagt das Öl? Der Kühlmittelstand war ok, Öl könnte mal ein halber Liter rein. So füllte meine bessere Hälfte das Öl nach. Am nächsten morgen, dem Tag der Anreise fuhren wir mit dem Wagen zur Arbeit. Der Wagen zeigte keine Auffälligkeiten und die knapp 40 Kilometer Fahrt dürften dem Wagen ganz gut getan haben. Während der Mittagspause schauten wir noch einmal nach dem Wagen und plötzlich fanden wir eine kleine Lache unterm Auto! Schon wieder Kühlmittel? Eine kurze Probe ergab: Öl! :eek:

 

Es kann doch nicht sein das der Wagen jetzt auch noch massenweise Öl verliert. Also schnell die Haube auf und das Leck lokalisieren. Am Block konnten wir aber keine verdächtige Stelle finden bis mein Blick auf den Peilstab fiel. Im Umkreis von 30 cm um den Peilstab herum klebte überall Öl. Ich drückte gegen den Peilstab und hatte den Fehler damit gefunden. Der Peilstab war nicht richtig eingerastet und so hat der Motor das Öl über die Peilstaböffnung nach draußen gedrückt :rolleyes: Also erstmal die Sauerei innen und außen wegmachen. Danach den halben Liter Öl nachfüllen den der Wagen im Motorraum verteilt hat. Zum Glück doch nur falscher Alarm!

 

Über den Tag verteilt musste meine bessere Hälfte den neugierigen Kollegen immer wieder erklären was das für ein Auto war und auch in meiner Abteilung wurde ich auf den Wagen angesprochen. Wie die bloß darauf kamen das ich bekloppt genug bin sowas zu fahren?! :D

 

Am späten Nachmittag wollten nick_rs und Stani vorbeikommen um im Convoi zum Ring zu fahren. Das klappte aber eher mäßig gut :D Nick verfuhr sich erst einmal ein wenig in der Stadt da er vorher noch tanken musste und Stani ging Ihm bei der Aktion irgendwie verloren. Nick hat es dann schlussendlich doch irgendwie geschafft, dafür war Stani mittlerweile verschollen weil er die Einfahrt zu unserem Parkplatz verpasst hat :D

 

So fuhren wir dann mit Nick zusammen los, Stani wuselte irgendwo mit mehreren km Abstand hinter uns her und nach einer guten Stunde Fahrt waren wir auch schon da. Unsere Pension war dieses mal in Schlagweite zum Ringparkplatz. Die Zimmer waren mehr als ausreichend und auch preislich gab es nichts zu meckern. Da hatte Telsch wirklich eine gute Pension gefunden! Auch die Parkplatzsituation war entgegen unserer Erwartungen erfreulich unkritisch. Wir bezogen erst einmal unser Zimmer und begutachteten danach den Gemeinschaftsraum. Für unsere Zwecke ganz gut! Wir genehmigten uns zur Feier des Tages das erste Bier und genossen die Ruhe der Eifel. Nachdem Flo vom einkaufen zurück war fuhren Shibi, Flo, Robb und ich kurz hoch zur T13 um uns die letzten Tourifahrten anzusehen. Die Jungs haben echt einen an der Klatsche wenn man so sieht wie die da zum Teil fahren ;) Danach war es Zeit fürs Abendessen. Wir hatten entschieden das wir es am ersten Abend erst einmal gemütlich angehen lassen wollen. Auf deutsch bedeutet dies: Wir grillen :D Es brauchte dann auch nur ein halbes Dutzend Youngsters um den verdammten Gasgrill endlich anzukriegen. Dadurch verzögerte sich das Abendessen natürlich. Nach reichlich Speis und Trank ging es dann ins Bett, schließlich sollte der nächste Tag noch ganz lustig werden!

 

Am nächsten Morgen ging es erstmal für die meisten ab zum Frühstück. Das Frühstück in der Pension war wirklich reichhaltig und die gute Frau welcher die Pension gehörte kümmerte sich wirklich rührig um uns :) Nach dem Frühstück machten sich Halbes_Hähnchen und ich auf um eine kurze Runde im Cop Car zu drehen. Leider fiel die Runde relativ kurz aus da nach nicht mal 10 Minuten meine bessere Hälfte anrief und fragte wo zum Teufel ich mit dem Auto hingefahren bin, schließlich wollte Sie mit Nick gleich einkaufen gehen. Selbst Schuld mein Schatz wenn du nie an dein Handy gehst :D So drehten wir wieder um und fuhren zur Pension zurück. Ich denke Hähnchen hat die Fahrt trotz der kurzen Dauer genossen ;) So ging es danach für die üblichen Verdächtigen ab zum Einkaufen. Blöderweise wurde ich zur Strafe dazu verdonnert mitzukommen und so pflanzten sich Stani und ich auf die durchaus bequeme Rückbank. Zumindest war es schön mal nicht selbst fahren zu müssen und sich einfach mal chauffieren zu lassen :D Der Rest vertrieb sich die Zeit am Ring während wir einkaufen gingen. Nick und meine bessere Hälfte waren für Nahrung zuständig während ich und Stani uns um die wirklich wichtigen Dinge kümmerten: Hopfenkaltschale und diverse andere überlebenswichtige Flüssigkeiten auf Alkoholbasis! Nach einer guten halben Stunde und viel Schlepperei standen mal eben 100€ auf dem Kassenzettel. Die Kassiererin muss gedacht haben das Sie zwei Hobbyalkoholiker vor sich hätte :D Wobei, wir sind hier schließlich in der Eifel und hier ist alles sehr dörflich. Ich denke Sie ist schlimmeres gewohnt, gerade wenn der 1. Mai vor der Tür steht :D

 

Auf dem Parkplatz schmissen wir dann das ganze Zeug ins Auto. So ein riesiger Kofferraum hat schon seine Vorteile! Mehrere Kästen Bier, gut 2 Dutzend 1,5L PET Flaschen sowie die Essenseinkäufe für gut 20 Mann passten problemlos in den Wagen und das trotz des ganzen Gerümpels der schon im Kofferraum lag.

 

Nach dem Einkauf ging es so langsam an das Highlight des Tages: Die erste automobile Schnitzeljagd in der Youngsters Geschichte. Nick und meine bessere Hälfte bereiteten noch ein paar Dinge vor. Die Teamaufteilung war klar. Geplant war das mein Team, bestehend aus Tobi, Tobi, Tobi und mir (passenderweise Team Tobi genannt), im Cop Car an der Schnitzeljagd teilnehmen sollten. Blöderweise kam ein Teilnehmer mit dem fest geplant wurde erst später, also wurde ein Tobi aus dem Team entfernt und durch unseren Neuzugang (Telschis Kumpel) ersetzt.

 

So bekamen wir gegen Mittag alle ein Briefing und schon ging es los. Die Schnitzeljagd führte uns zu einigen prominenten Punkten rund um den Ring. Dabei standen Orte wie Adenau, die Hohe Acht und einige kleinere Orte auf der Roadmap. Wieder erwarten waren wir am Ende sogar die ersten, leider haben wir nach Punkten knapp verloren. Naja, wenigstens war Team Tobi im vermeintlich langsamsten Auto am schnellsten :D

 

Am Abend ging es dann wie schon vor 3 Jahren in die Pistenklause. Lustigerweise hatten wir wieder den gleichen Tisch bekommen, nur das dieser dank des Zuwachses in der Gruppe deutlich länger war als das letzte mal. Der Laden war wie immer rappelvoll, aber ich denke das gehört irgendwie zum Charme des Ganzen. Danach war wieder das übliche angesagt: Saufen! :D

 

Am nächsten morgen ging es dann relativ entspannt zu. Ein paar sammelten sich bei den Autos um zu fachsimpeln, ein paar der anderen waren schon beim Ring. So nach und nach fuhren alle zum Ring. Nach der Schnitzeljagd war an diesem Tag Entspannung angesagt! Wir hatten extra unsere Campingstühle mitgenommen, was aufgrund der vielen Sperrungen auf dem Ring nicht die dümmste Idee war. So ließ es sich zumindest aushalten. Das Wetter war uns mal wieder wohl gesonnen und so gingen einige nach diesem Tag nicht nur mit allerlei Eindrücken sondern auch mit einem leichten Sonnenbrand zurück in die Pension :D

 

Während des Tages standen mal wieder ein paar Probefahrten an. Telschi ließ mich mal seinen MX-5 Anniversary fahren. Macht immer wieder Spaß :) Nach der Probefahrt versuchte sich dann die Gruppe daran den 1. Preis der Schnitzeljagd zu dezimieren. Die Gewinner bekamen einen riesigen Fresskorb der locker für ein ganzes Dutzend gereicht hätte. Neben den Chips und anderem höchst gesundem Kram mussten unter anderem auch die Schaumwaffeln dran glauben. So ein paar mit Schokolade überzogene Schaumwaffeln kommen echt gut wenn die Dinger den halben Tag lang in der Sonne gelegen haben :D :D :D :D

 

Gegen Nachmittag checkte ich noch einmal alle Flüssigkeiten am Sheriff und nutzte die Zeit um mich mal ein wenig mit der Technik vertraut zu machen. Die Wassertemperaturanzeige funktioniert nicht und nachdem ich endlich herausgefunden habe WO der Sensor für die Anzeige sitzt wusste ich auch warum. Von den 2 Kabeln die in den Stecker gehen hing einer unmotiviert neben dem Krümmer herum, während der andere nur noch an ein paar wenigen Adern im Stecker hing. Da hat wohl mal jemand richtig gepfuscht. Muss ich wohl mal irgendwann lernen zu löten, aber erst einmal brauche ich für das Ganze wohl einen neuen Stecker. Mit Glück tut es der Sensor noch und ich kann mir den Austausch sparen. Die Position direkt unter dem Krümmer auf der Fahrerseite ist auch wirklich etwas unglücklich gewählt, aber so kommen vermutlich die präzisesten Werte bei der Messung heraus. Naja, ich denke wenn ich den Luftfilter incl. dem daran hängenden Geraffel abbaue komme ich gut an die Kabel heran.

 

Danach schlenderte ich eine Runde über den Parkplatz und warf dabei mal einen Blick in Joshs Benz. Irgendwie hatte ich mir den Wagen während der letzten Ringtreffen nie wirklich angesehen. Josh bekam das natürlich mit uns so zeigte er mir den Wagen. So nahm ich dann auch mal auf dem Fahrersitz Platz und schaute mich ein wenig um. Dann drückte mir Josh den Zündschlüssel in die Hand. Probefahrt! Das ließ ich mir nicht zweimal sagen ;) So machten wir bei herrlichem Wetter eine etwas längere Tour durch die Eifel. Während der Fahrt haben wir viel geredet und gefachsimpelt. Als wir zurück kamen war die Strecke wieder offen und meine bessere Hälfte war wild entschlossen zu fahren. Jetzt oder nie! Also schwangen wir (neben uns beiden saßen noch Josh und Telsch im Auto) uns ins Auto und fuhren auf die Strecke. Es war eine lustige Runde, wir waren zwar bei weitem die langsamsten aber dafür hatten wir wohl den meisten Spaß :cool:

 

 

Nach der Runde winkte mich Joseph zu sich heran. Er hatte sich den ganzen Tag ziemlich rar gemacht und jetzt sollte ich auch herausfinden warum. Er war den ganzen Tag damit beschäftigt die Leute in seinem gemieteten F-Type durch die Gegend zu fahren :D Jetzt war ich an der Reihe und so ließ ich mich in den flachen Roadster fallen. Ich war schon gespannt, habe ich doch vorher nie in einem Jaguar Roadster (meine Erfahrungen mit Jaguar beschränken sich auf einen S-Type 4.0) gesessen. So gestaltete sich die Fahrt auch ganz lustig, die Jungs aus dem Dorf die gerade dabei waren sich in den Mai zu bechern haben sich wie Bolle gefreut, dass Joseph an diesem Tag zum gefühlt 1000. Mal mal mit offenen Auspuffklappen an Ihnen vorbeigefahren ist :D Der Wagen zieht schon ordentlich durch und wenn die Auspuffklappen mal auf "Feuer frei" stehen klingt der Wagen durchaus wie ein alter Sportwagen aus den 60ern. Mehr Klang kann man aus einem 6-Ender wohl nicht rausholen.

 

Nach der Fahrt war der Parkplatz plötzlich leer. Anscheinend haben wir irgendwie die Zeit vergessen und die anderen waren schon mal zur Pension gefahren, schließlich hatten wir einen Tisch in einem Restaurant bestellt. So fuhren wir dann auch ohne Umweg zur Pension. Dort verteilten wir uns auf die Autos und fuhren zum Restaurant. Auf dem Weg zum Restaurant hatte dann meine bessere Hälfte die Ehre im Jag mitzufahren. Ihr schien es ebenso gefallen zu haben :) Im Restaurant war dann Schnitzelzeit angesagt. Auch hier wurde der Tisch wieder gut voll, weshalb wir die Pommes einfach in großen Bottichen bekamen an denen wir uns selbst bedienen konnten :D

 

Nach dem Abendessen ging es wieder zurück in die Pension. Dort wurde dann wieder dem Alkohol gefröhnt. Es war auffällig das dabei deutlich weniger konsumiert wurde wie noch vor ein paar Jahren. Jaja, das Alter macht sich so langsam bemerkbar :D Damit war das Ringtreffen auch schon so gut wie zu Ende. Am Abreisetag öffnete der Himmel alle schleusen. Es regnete wie aus Eimern! Tja, das berühmte Eifelwetter.......

 

Wir frühstückten alle noch einmal, packten unsere Sachen und gaben die Schlüssel ab. Es folgte die große Verabschiedungsrunde. In der Zwischenzeit wollte ich noch einmal die Flüssigkeiten checken und ausgerechnet in dem Moment riss der Seilzug von der Haubenentriegelung :rolleyes: Super Timing! Für einmal aufmachen reichte es noch, aber so schnell sollte ich die Haube danach nicht mehr aufbekommen aber das ist wieder eine andere Geschichte.

 

Da meine bessere Hälfte bei dem Regen keinen Bock auf fahren hatte blieb der Rückweg an mir hängen. Gut, gibt schlimmeres ;) Blöd das ausgerechent in diesem Moment die Sitzverstellung streikte. Da meine bessere Hälfte noch viel weiter vorne sitzt als ich hing ich jetzt leicht hinterm Lenkrad eingeklemmt. Zum Glück fing sich die Verstellung auf halbem Weg wieder. So konnte ich irgendwann doch wieder menschenwürdig sitzen :D Damit war das erste Ringwochenende in 2017 auch schon wieder vorbei. Es hat eine menge Spaß gemacht und die Schnitzeljagd war wirklich mal was neues :)

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19.06.2017 21:43    |    Dynamix    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: Caprice, Sheriff, WHALE

 

Kurze Rückblende: Wir hatten den Wagen nach Hause geholt und die zweite Runde mit der Zulassungsstelle hinter uns gebracht. Wir hielten jetzt also die begehrten, jetzt hoffentlich passenden, Kennzeichen in der Hand.

 

Wir hatten nach der Nummer mit der Zulassungsstelle beschlossen die Montage selbiger auf den nächsten Tag zu verschieben. Als wir am nächsten Tag mit den Kennzeichen zum Auto gingen erwischte uns eine unserer Nachbarinnen. Sie fand den Wagen total toll und so fragte Sie uns auch direkt aus :) Wir unterhielten uns gute 20 Minuten mit Ihr bevor wir mit der Montage begannen. Bei der Montage stellte ich leider fest das unter dem Auto plötzlich irgendetwas begann langsam aber stetig vor sich hinzutropfen. Ein Leck? Das hatte uns gerade noch gefehlt :rolleyes:

 

So besorgten wir schnell etwas zum auffangen und dann zu schauen wo die Flüssigkeit herkam. Die Flüssigkeit war für Öl viel zu dünn, konnte also fast nur Kühlwasser sein. Die Tatsache das die Flüssigkeit an einem der Kühlerschläuche herunterlief bestärkte meinen Verdacht. Jetzt mussten wir nur noch die Quelle finden. Wir legten uns abwechselnd unter den Wagen (das Fahrwerk ist so hoch das man keinen Wagenheber braucht :D) und versuchten die Quelle ausfindig zu machen. Wir dachten erst an die Schlauchschelle an der Wasserpumpe, weshalb wir die Schelle fester anzogen. Leider brachte das überhaupt nichts. Ein paar Anrufe und Tipps später prüften wir dann die Wasserpumpe. Wenn diese untenrum nass ist dann hat sich die interne Pumpendichtung verabschiedet. Ein kurzer Griff und eine klatschnasse Hand später hatten wir Gewissheit. Die Wasserpumpe war definitiv undicht!

 

(Hatte ich schon einmal erwähnt das diese Autos tatsächlich immer nur vor Werkstätten oder der eigenen Haustür liegen bleiben?)

 

Gut, damit war der Fehler war also gefunden. Auf die Schnelle ließ sich da allerdings nichts machen. Also präparierte ich noch schnell die vordere Stoßstange (der Kennzeichenhalter musste für das Nummernschild weichen) und bohrte 2 Löcher in das Kennzeichen. Das hintere fixierte ich mit etwas doppelseitigem Autoklebeband. Zusätzlich klemmte ich das Nummernschild noch zwischen die zwei oberen Fixierschrauben. Hält besser als gedacht! Zumindest waren jetzt die beiden Kennzeichen jetzt da wo Sie hingehört.

 

Ein paar Tage später fingen wir an alles zu besorgen war wir für die Reparatur brauchen: Eine neue ACDelco Wasserpumpe, ein paar Liter AG13 von Mannol und eine Tube Uhu Dichtmasse. Wir spulen an der Stelle etwas vor:

 

Die Wasserpumpe (incl. dem anderen Kram) war mittlerweile angekommen und so machten wir uns an die Reparatur. Diesen Part hat zum Großteil meine bessere Hälfte übernommen. Ihr Auto, Ihre Arbeit ;) Ich habe lediglich die Stellen übernommen an denen eine zweite Hand oder einfach nur rohe Gewalt von Nöten war :D

 

Wir machten uns erst einmal daran die ganzen Teile die im Weg stehen könnten zu demontieren. Als allererstes war die Batterie dran. Die hatte durch die Standzeit eh wieder etwas an Kraft verloren, also hing ich diese gleich mal an das Ladegerät. Da konnte Sie während der Reparatur eine Runde laden. Danach war der Fan Shroud (die Lüfterabdeckung) dran. Um noch mehr Platz zu haben und die Demontage des Fan Shroud zu erleichtern demontierten wir auch gleiche den ganzen Wust der am Luftfilter hängt. Jetzt hatten wir etwas Platz. Vor uns lag nun der lüfter welcher über eine Riemenscheibe direkt an der Wasserpumpe hängt. Jetzt musste der Riemen runter. Zum Glück hatte ich noch das passende Werkzeug vom Alero übrig! Während meine bessere Hälfte vorsichtig den Riemen entspannte zog ich schnell den Riemen von der Riemenscheibe.

 

Der Riemen machte optisch noch einen ziemlich frischen Eindruck. Der Riemen war weder ausgebleicht, nocht fehlten Stücke in der Laufbahn. Selbst die obligatorischen Querrisse waren so gut wie nicht vorhanden. Der kann noch nicht lange verbaut sein. Nach dem Riemen folgte das Herzstück unserer Operation, die Wasserpumpe. Die Wasserpumpe ist lediglich mit 4 Schrauben am Block befestigt. Wir lösten diese und hebelten die alte Wasserpumpe mit etwas Gewalt drunter. Wahnsinn, wie gut so eine alte festgebackene Dichtung selbst so eine schwere Gusswasserpumpe hält!

 

Nachdem die alte Pumpe runter war war es Zeit die neue zu montieren. Wir nahmen die mitgelieferten Dichtungen und schmierten diese nach Vorschrift beidseitig mit Dichtmasse ein. Danach war es an der Zeit die Pumpe dahin zu verfrachten wo Sie hingehört. Vorsichtig setzte meine bessere Hälfte die Pumpe an, danach steckte ich die Schrauben zur Fixierung rein und drehte diese danach fest. Jetzt konnte die Pumpe wenigstens nicht mehr verrutschen. Ich zog danach noch mal mehrfach die Schrauben fest so dass sich die Dichtmasse auch ein wenig an die Teile pressen konnte.

 

Das war geschafft, nur noch schnell alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen und das abgelassene Kühlmittel durch neues ersetzen. Das passende Kühlmittel für so einen alten Small Block ist übrigens AG13, für den Fall das sich das jemand schon einmal gefragt haben sollte ;)

 

Das Mittel ist im Prinzip direkt verwendbar und muss nicht erst mit Wasser angerührt werden wie Glysantin. Trotzdem kann man das Zeug bei Bedarf auch mit Wasser verdünnen. Bis -40° hält es unverdünnt. Nach der Reparatur ließen wir den Wagen erst einmal ruhen, die Dichtmasse sollte laut Anleitung ein bisschen Zeit zum aushärten bekommen.

 

So warteten wir einen Tag (sicher ist sicher!) bevor wir uns wieder dem Wagen widmeten. Der Augenblick der Wahrheit war also gekommen. Würde der Wagen wieder sein Kühlmittel in die Auffangwanne verteilen oder würde er dicht bleiben? Wir montierten die Batterie, legten die Auffangwanne wieder unter das Auto und starteten den Wagen. Während meine bessere Hälfte den Wagen anwarf legte ich mich auf die Straße um direkt sehen zu können ob es tropft.

 

Wir ließen den Wagen etwas laufen, aber es tropfte nichts mehr. Operation erfolgreich, Patient lebt! Wir gaben der neuen Pumpe noch etwas Zeit um das neue Kühlmittel im Kühlkreislauf zu verteilen. Die 91-93 Caprice haben ein etwas anderes Kühlsystem. Bei modernen Autos ist der Ausgleichsbehälter fester Bestandteil des Kühlkreislaufes, steht also genauso unter Druck wie der Rest des Systems. Dies ist auch ab 94 beim Caprice so. Vorher ist der Ausgleichsbehälter aber tatsächlich nur ein Ausgleichsbehälter. Man kann ihn also selbst bei heißem Motor gefahrlos öffnen. Aus dem Grund schaut man besser direkt über den Kühler nach dem Kühlmittelstand. Wie erwartet war der Kühlmittelstand ein gutes Stück abgesackt. Wir füllten den Rest des AG13 in den Kühler und warteten noch mal eine Nacht. Am nächsten morgen war das Mittel wieder ein wenig abgesackt. Wir füllten das mit ein wenig Wasser auf. Bis -40° muss es ja nicht halten ;)

 

Wir machten dann eine kurze Probefahrt über gut 20 Kilometer damit der Motor mal wieder richtig warm werden konnte. Wir ließen den Wagen dann wieder bis zum nächsten Morgen auskühlen und füllten dann noch mal mit gut einem Liter Wasser auf. So machten wir es dann die nächsten Tage vor jeder Fahrt. Haube auf, Kühler auf, Kühlmittelstand checken und glücklich sein das alles wieder dicht hält :)

 

Das sollte erst einmal wieder ein paar Jahre halten :)

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Wer war´s?

Dynamix Dynamix

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Als Autonarr geboren und bei US-Cars hängengeblieben, so könnte man meinen automobilen Werdegang wohl am besten beschreiben ;) Meine Leidenschaft gehört allen US-Cars, meine wahre Liebe aber gehört neben meiner Liebsten der letzten Generation B-Bodys von General Motors. Anders lässt es sich auch nicht erklären das man gleich zwei Caprice besitzt :D

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Willkommen in Dynamix Garage,

 

hier dreht sich alles um den American Way of Drive und andere spannende Themen die für mich zum Thema Auto einfach dazugehören. Wer auf amerikanisches Blech steht ist hier genau richtig ;)

 

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