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29.09.2014 22:22    |    dodo32    |    Kommentare (33)    |   Stichworte: 3er, BMW

EmilEmilHallo Zusammen,

 

nach dem ersten Lauf am Salzburgring hatte ich beschlossen, die Saison in einem Artikel zusammen zu fassen. Das macht auch Sinn, denn vor oder auf einem Rennen passiert in der Regel nicht so viel, dass sich das schreiben lohnen würde. Und natürlich ist es auch eine Frage der Zeit.

Nachdem der BMW und ich die Jungferfernfahrt am Salzburgring unbeschadet überstanden hatten, rückte auch schon die nächste Veranstaltung näher: der Pannoniaring! Zuvor musste jedoch noch das Problem der Bremse gelöst werden denn wir erinnern uns: so wirklich bremsen wollte das Fahrzeug nicht und da wir ohne Bremskraftverstärker unterwegs sind konnte es im Grunde nur der Hauptbremszylinder sein, welchen ich gegen ein neues Exemplar ersetzte.

 

 

Red-Bull RingRed-Bull RingWie bereits im vergangenen Jahr gestaltete sich die Anreise nach Ungarn problemlos und auch das Wetter hielt keine unangenehmen Überraschungen für uns bereit. Wir konnten also mit Semis die gesamte Veranstaltung bestreiten. Die Bremse funktionierte hervorragend und auch das Fahrverhalten des BMW gab keinen Anlass zur Klage. Ich hatte lediglich den Eindruck, als würde der Wagen etwas zu stark untersteuern. Wenn man sich das Tragbild der Reifen ansieht so könnte es durchaus möglich sein, dass wir vorne ein bischen zu wenig Sturz haben.

Die Rundenzeiten waren dennoch zufriedenstellend wenn man bedenkt, dass ich noch ohne Sperre unterwegs bin und es doch zum Teil aus den engen Kurven heraus erheblich an der Traktion fehlt.

 

 

E 21E 21Leider hatten wir auch dieses mal einen Ausfall zu beklagen. Auf etwa halber Höhe der Start / Zielgeraden ließ sich der fünfte Gang nicht mehr einlegen. Also ausrollen und ins Fahrerlager schleppen lassen. Diagnose des Mechanikers vor Ort: Kupplungsnehmerzylinder. Ein reinigen desselben mit anschließendem entlüften brachte keine Besserung also konnten wir den letzten Lauf leider nicht mehr bestreiten und mussten aufladen. Daheim angekommen wurde das Getriebe ausgebaut und siehe da: die Druckplatte hatte den Geist aufgegeben. Hierbei handelte es sich offensichtlich um einen Materialfehler denn selbst im 325er Cup werden z.T. Seriendruckplatten gefahren.

 

 

E 21E 21Weil sowieso alles zerlegt war und ich keine Lust hatte in 4 Wochen wieder alles auszubauen weil sich vielleicht bis dahin die Kupplung überlegt haben könnte mich zu ärgern, wurden beide Teile durch Helix Rennsportteile ersetzt. Der Slovakiaring konnte also kommen – dachte ich zumindest. Es war ja nur doch die Dichtung der Wasserpumpe zu ersetzen und das sollte ja nicht das Problem sein, dachte ich…

 

 

 

 

NebelNebelWasserpumpe also raus, Dichtung drauf und Wasserpumpe wieder rein. Wenn man schon einmal die Zahnriemenabdeckung herunten hat, sieht man sich freilich auch routinemäßig den Zahnriemen an bzw. kontrolliert dessen Spannung. Letztere kam mir zwar etwas gering vor aber es werde wohl so seine Richtigkeit haben ging mir durch den Kopf, denn ich hatte die Spannrolle nicht geöffnet und somit bestand zumindest aus meiner Sicht auch kein Grund, diese zu hinterfragen. Hätte ich wohl besser, denn als ich den Motor dann angelassen hatte um zu entlüften. war mein erster Gedanke: „nichts bewegt sie wie ein Russischer Panzer“. Das hörte sich nicht gesund an. Werkzeug im Motorraum vergessen? Kontrolle negativ. Also noch einmal und wieder ein Geräusch, das nichts Gutes erahnen ließ.

 

 

Red-Bull RingRed-Bull RingEtwas ratlos dann ein Anruf beim Clubkollegen mit dem Ergebnis, dass die Druckplatte vielleicht am Getriebegehäuse schleift. Klang logisch: E30 Kupplung und E21 Getriebegehäuse. Also wieder aufladen, abladen und Getriebe wieder raus. Fazit: es schleift nichts. Jetzt war guter Rat teuer also kontrollierten wir die Steuerzeiten und siehe da: Zahnriemen übergesprungen. Über das warum und weshalb kann man nun bis in alle Ewigkeit spekulieren. Tatsache war: noch 5 Tage bis zum Rennen und ich hatte keine Ahnung, wie ich das schaffen sollte. :(

 

 

SlovakiaSlovakiaWas dann folgte war ein Marathon der besonderen Art: Kopf herunterbauen, Einlassventile ersetzen, Kipphebel ersetzen, alles wieder mit neuer ZKD, neuem Zahnriemen etc. zusammenbauen und hoffen, dass es funktioniert. Am Tag vor der Abreise noch morgens einen Kühlwasserschlauch bei BMW besorgt und angelassen – er lief. Ich konnte also aufladen und mich auf den Weg in die Slowakei machen. An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an Klaus und Dieter ohne die diese Aktion in solch kurzer Zeit für mich nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre. Danke vielmals!!! :cool:

 

 

E 21 und PorscheE 21 und PorscheDer Slovakiaring ist bekanntlich eine recht anspruchsvolle Strecke. Hier konnte der BMW zeigen, was in ihm steckt. Freilich hatten wir wie schon in Ungarn das Problem fehlender Traktion, dennoch war es eine sehr gelungene Veranstaltung. Kein Ausfall! Wir kamen über die komplette Distanz. Im letzten Lauf begann es zu regnen und ich konnte erste Erfahrungen bei Nässe sammeln. Es ist durchaus erstaunlich wie gut die Semislicks auf nasser Fahrbahn haften. Da ich jedoch meinen Fahrkünsten unter solchen Bedingungen nicht all zu viel zumuten wollte ließ ich es ruhig angehen mit dem Ergebnis, dass ich im gesamten tatsächlich auf Rang 3 gefahren bin – gleichmäßig langsam. Hat auch was

 

 

SlovakiaringSlovakiaringDann rückte der Termin für den Salzburgring näher. Da der Motor den Leerlauf nicht mehr halten wollte und auch ein nachregulieren der Leerlaufschraube nicht erfolgreich war beschloss ich, dem Prüfstand erneut eine Besuch abzustatten. Hintergrund war auch, dass ich zu diesem Zeitpunkt von eigenen Aktionen rund um das Triebwerk erst einmal die Nase voll hatte. Motorschäden vor der Garage zu fabrizieren bekommt zwar auch nicht jeder hin aber das heißt ja nicht, dass man darin zwingend Rekorde aufstellen muss.

 

 

 

 

LightshowLightshowSeltsam war, dass wir ca. 200 PS bei 6.500 Touren hatten aber danach die Leistungskurve steil nach unten ging. Egal. CO stimmte und ab nach Salzburg! Aufladen, abladen, aufladen, abladen – wir kennen das ja. Dann endlich Training zur Classica! Runde 1, Runde 2 und wieder rauf auf die Gerade. Vierter Gang, fünfter Gang, 7.500 Touren, 7.600 Touren, 7.700 Touren und dann klirrte und scheppert es dass ich dachte, jetzt kommen gleich die Kolben zur Motorhaube heraus. Also nicht durch die Schikane sondern geradeaus weiter zu den Streckenposten.

 

 

SchraubenSchraubenKomisch, dachte ich. Kein Rauch, kein Qualm, kein Öl. Auch die Öldrucklampe erlosch nicht simultan zum Geräusch…, was kann das sein? Lange Rede: der Schwingungsdämpfer der Kurbelwelle hatte sich aufgelöst und wurde mir von einem Streckenposten mit den Worten „Du hast da was verloren“ in die Hand gedrückt. Na ganz toll. Da waren sie wieder meine 3 Probleme: kein Schwingungsdämpfer dabei, kein Riemenrad für die Wasserpumpe und kein Keilriemen. Und noch etwas verwunderte mich: beim reinschleppen vernahm ich Geräusche, die irgendwo aus dem Bereich der Hinterachse kamen. Hmmm…, nun bloß nicht den Teufel an die Wand malen und erst einmal Teile organisieren.

 

 

ZylinderkopfZylinderkopfEin ungarisches Rennteam hatte alles dabei, was ich brauchte. Um 150 Euro ärmer und um die Erfahrung reicher dass man wohl besser nicht an die 8.000 drehen sollte, montierte ich die Teile und Hurra – es funktionierte. Einen Lauf verpasst aber egal, denn Sonntag ist ja schließlich auch noch ein Tag. Also rein ins Auto, Vorstart, raus auf die Strecke. Runde 1, Runde 2, die Gerade runter, rein in die Nocksteinkehre und Gas und…., „Raaabumm, rassel, schepper, knatter“ – nur dieses mal von hinten. Ausrollen => abschleppen => Fahrerlager => Diagnose: Differential platt.

 

 

SalzburgSalzburgNa ist doch super, hab ich gedacht! Ich schraube ja schließlich nicht gerne alleine und wenn sich schon eine so tolle Gelegenheit wie ein Rennwochenende bietet, bei dem viele Menschen anwesend sind, macht’s doch gleich doppelt so viel Spaß! Der Clubkollege Herbert hatte ein Differential dabei und der Mechaniker eines anderen Kollegen machte sich sogleich am Ausbau des alten zu schaffen. Pünktlich zum letzten Lauf waren wir dann fertig und ich konnte endlich zu Ende fahren. Ein Riesenspaß und der Lerninhalt „nicht zurückschalten vor der Fahrelagerkurve“ konnte umgesetzt werden. Die Belohnung war eine durchaus attraktive Rundenzeit, die aus meiner Sicht noch ausbaufähig ist.

 

PannoniaringPannoniaringAm vergangenen Wochenende dann das fünfte und letzte Rennen 2014 am Red-Bull Ring. Das Training hatte ich zum Auftakt gleich mal ordentlich vergeigt. Obwohl ich den Kurs bereits Anfang 2013 gefahren war, hab ich mich angestellt wie ein Neandertaler. Nein, so wird das nichts, hab ich mir gedacht. Also Konzentration und Gas rann an die Kiste im zweiten Durchgang. Jo, bis ich 3 Runden vor Schluss am Ende der Geraden ein Geräusch von vorne vernahm, das ich irgendwie, irgendwoher kannte: „Klirr, schepper, ratz, bumm“ und Motor aus. Dann, wir kennen das ja mittlerweile, ausrollen => abschleppen => Fahrerlager => Diagnose Schwingungsdämpfer => Teile besorgen => einbauen => starten => geht und antreten zum dritten Lauf.

 

 

WartungWartungIhr könnt Euch nicht vorstellen was es an Überwindung kostet NICHT über 7.200 Touren zu drehen. Und ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie langweilig das ist. Man kommt einfach nicht aus dem Quark und auch die Geräuschkulisse ist zum gähnen. Kurzum: der dritte Lauf war zwar ok, aber ich war eine Sekunde langsamer und darüber hinaus konnte ich schnellere Autos nicht im Zaum halten und musste sie ziehen lassen. Sonntag Morgen dann Lauf 4 und ich hab mir gedacht: hol’s der Teufel und Scheiß auf den Schwingungsdämpfer. Musst ja nicht auf 7.800 drehen aber bis 7.500…., das muss gehen. So geschehen und wir konnten den Lauf ohne weitere Schäden beenden.

 

 

Fahrerlager PannoniaringFahrerlager PannoniaringFazit: der BMW ist ein tolles Auto mit einem super Fahrverhalten. Der Wagen lässt sich mit dem Gaspedal lenken und wenn man eine Kurve mal mit Schwung erwischt hat und es schafft, diesen auch mitzunehmen, ist man sehr zügig unterwegs. Das Auto gibt wirklich viel her und ich bedauere keinen Cent und keine Minute, die ich investiert habe.

Mit Rückschlägen muss man einfach leben, sonst wäre es kein Rennsport. Das Material wird schon außerordentlich belastet und manchmal geht einem die Frage durch den Kopf, wie die Technik das überhaupt so lange aushält.

 

 

E 21E 21Abschließend gilt mein Dank allen Unterstützern und insbesondere Klaus, der immer ein offenes Ohr für meine Sorgen und Nöte hat und mir darüber hinaus seinen technisch stets einwandfreien Brenderup Anhänger zur Verfügung stellt. Ein beruhigendes Gefühl, wenn man tausende Kilometer pro Saison mit dem Gespann zurücklegt.

 

In diesem Sinne bis 2015 wenn es wieder heißt: Gentlemen, please start your engines and let the race begin….

 

-dodo-

 

 

M20 B25M20 B25:-):-):-):-)PannoniaringPannoniaringTeam MöstTeam MöstRed BullRed BullSalzburgSalzburgSalzburgSalzburgPannoniaPannoniaE 21E 21ClassicaClassicaE 30E 300202BlutsbrüderBlutsbrüderFordFordAlfaAlfaEscortEscortEscortEscortGruppe 2Gruppe 2Gruppe 2Gruppe 2E 36E 36E 36E 36SchwingungsdämpferSchwingungsdämpferFahrerlagerFahrerlagerE 30E 30E 30E 30AlfaAlfaCSL und 02CSL und 02NullzwoNullzwoE 21E 21pannonia-und-salzburg-2014-211pannonia-und-salzburg-2014-211PannoniaringPannoniaringAufgebocktAufgebocktC-KadettC-KadettPannoniaringPannoniaringPorsche und BMWPorsche und BMWRed-Bull RingRed-Bull RingSalzburgringSalzburgringE 30E 30M20 B25M20 B25PorschePorscheC-KadettC-KadettEscortEscortEscortEscortAsconaAsconaZylinderkopfZylinderkopfSteyr PuchSteyr PuchZylinderkopfZylinderkopf

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Über mich

Herzlich Willkommen in meinem Blog!

 

Als ich meinen 2er Golf GTI im Jahre 2008 kaufte ahnte ich nicht, wo mich die Reise mit diesem Wagen hinführen würde. Relativ schnell entstand der Wunsch nach 2 Doppelvergasern und damit beginnt auch die Geschichte dieses Blogs.

 

Über das Forum lernte ich sony8V kennen. Viele Telefonate und Treffen später stand dann irgendwann einmal fest: ich hätte gerne ein Rennauto! Auf öffentlichen Straßen kann ich das Auto weder so fahren noch verändern, wie ich mir das vorstelle.

 

Hier findet Ihr die Geschichte meines Golf und wie er vom Youngtimer zum Rennwagen wurde. Überdies Artikel zu meinem E 21, der den Ursprung meiner Leidenschaft bildete. Das wusste ich allerdings erst, als er fertig war. Viel Spaß beim schmökern im Blog!

 

-dodo-

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