• Online: 4.871

08.08.2011 15:37    |    fire-fighter    |    Kommentare (10)

Wie Ihr wisst, arbeite ich ja im normalen Leben als Techniker. Feuerwehr ist ja quasi "nur" ein Hobby. Doch auch während der normalen Arbeit kommt man auch ab und zu in Situationen, in denen es "brenzlig" wird. Spätestens bei großen Firmen hat man einmal im Jahr eine Evakuierungsübung. Sollte man zumindest.

Der Sinn liegt ja darin, den Mitarbeitern klar zu machen, wie man sich im Falle eines Falles richtig verhält. Auch in Schulen wird so etwas ja immer wieder einmal geübt. Die Qualität der Übung variiert allerdings. Auch die Nachbesprechung am Sammelplatz findet meist wenig bis gar keine Beachtung. Deshalb hier mal ein paar Tipps und Anregungen:

 

Wenn der Evakuierungsalarm ertönt, sollte man umgehend das Gebäude verlassen. Das heißt aber nicht, dass man in Panik verfallen soll.

In Werkhallen ist es angebracht, laufende Maschinen per Not-Aus oder auch per Hauptschalter abzustellen.

Geöffnete Gefahrgutschränke sollten verschlossen werden.

Offene Fenster vor verlassen des Raumes schließen.

Den Raum umgehend verlassen, im Winter evtl. noch die Jacke mitnehmen, wenn sie griffbereit in der Nähe ist

Nach Verlassen des Raumes die Türe schließen.

VOR dem Öffnen einer Tür kurz prüfen: Ist die Tür warm, quillt Rauch unter der Tür hervor? Wenn nicht, Türe vorsichtig öffnen. Wenn hinter der Tür Rauch zu sehen ist, diese sofort wieder schließen und einen alternativen Fluchtweg suchen.

NIEMALS durch einen verqualmten Bereich laufen, auch wenn man den Ausgang schon sehen kann!

Wenn es keine andere Fluchtmöglichkeit gibt, dann in die Nähe eines Fensters und auf sich aufmerksam machen! Hierzu evtl. per Handy die 112 oder aber auch einen Kollegen draußen anrufen, der dann der Feuerwehr sagen kann wo ihr seid.

NIEMALS in Räume ohne Fenster flüchten (wie Badezimmer). Das Vorhandensein von Wasser mag beruhigend wirken, hilft aber keinesfalls gegen Qualm und Rauch!

WENN ihr in einem verqualmten Raum seid, dann runter auf den Boden! Hier ist die Teperatur am niedrigsten und die Sicht am besten. Der Sauerstoffgehalt dürfte trotzdem gefährlich niedrig sein, also haltet Euch möglichst nicht auf!

 

Tipps für Eure nächste Evakuierungsübung: Sprecht doch mal mit Eurem Sicherheitsbeauftragten. Verraucht mal einen Raum, möglichst einen im Hauptfluchtweg. Hierzu könnt Ihr Diskonebel nutzen. Alles andere ist zu gefährlich! Natürlich müsst Ihr die Rauchmelder zur Brandmeldeanlage deaktivieren, aber darüber weiß der Sicherheitsbeauftragte ja Bescheid.

Wenn jetzt der Alarm zur Evakuierung ausgelöst wird, muss jemand im Verqualmten Bereich stehen und kontrollieren, ob jemand in diesen Bereich hineinläuft. Sollte dies der Fall sein, dann wird derjenige festgehalten. Zum Abschluss der Evakuierung werden dann alle "Opfer" nach draussen geleitet. Der AHA-Effekt, wenn auf einmal einige "Tote" zu beklagen sind ist nicht zu verachten. Natürlich muss dann im Abschluss der Übung eine Besprechung zum richtigen verhalten erfolgen.

 

Das oben erwähnte Schließen der Fenster und Türen soll die Rauchausbreitung bei einem Feuer verringern. Ich erinnere mich hierbei immer wieder gerne an den nächtlichen Großbrand eines Möbelhauses, wo im Nachbargebäude im 3.OG die Bürofenster offen standen... Der Chef dieser Firma dürfte am nächsten Morgen sicherlich eine ziemlich teure Überraschung erlebt haben...

 

Tja, was gibts sonst noch zu sagen...

 

Fluchtwege kann man sich mit Feuerlöschern "freikämpfen". Man kann auch seinen "Rückzugsraum" mit Feuerlöschern verteidigen. Beides sind Mittel der letzten Wahl. Eine Flucht in Rauchfreie Bereiche ist immer besser, als ein Löschversuch.

 

Geht mal mit offenen Augen durch Eure Firma und achtet auf die Sicherheit. Wo sind Feuermelder, wo Feuerlöscher. Wo sind Fluchtwege, wo alternativen? Sind die Notausgänge zugänglich oder verstellt? Wisst Ihr, wo der Sammelplatz ist?

 

Mit ein wenig Überlegung im Vorfeld kann man im Falle eines Falles wertvolle Informationen abrufen. Das gleiche gilt übrigens auch für zu Hause, für das Urlaubshotel usw... Geht mit offenen Augen durchs Leben. Auch im Supermarkt nebenan.


01.04.2011 11:12    |    fire-fighter    |    Kommentare (31)

Zitat:

Feuerwehrleute ab sofort auch im Kehreinsatz

Einsparungen und klamme Kameradschaftskasse bringt Feuerwehrleute auf Idee – Neue Kehrmaschine in passendem Rot wird am Tanklöschfahrzeug angebracht

 

 

Retten, Löschen, Schützen, Bergen! Nach diesen Richtlinien arbeitet die Feuerwehr. Seit kurzem zählt für die freiwilligen Feuerwehrleute im niedersächsischen Langwedel aber auch der Kehrdienst zu ihrem Arbeitsbereich.

Aufgrund klammer Kassen kamen die Feuerwehrleute auf die Idee, diese nun mit selber wieder zu füllen. „Es wurde nicht lange gefackelt! Wir haben die letzten Euros zusammengekratzt und in eine komplett neue Frontkehrmaschine investiert!“ so der stellvertretende Gemeindebrandmeister Ingo Lossau. Die Kehrmaschine der Marke Stratos Profi wurde mit Hilfe der Firma Düvelsdorf aus Ottersberg nach den Wünschen der Feuerwehr umgebaut. „Natürlich ist die Kehrmaschine, genau wie unsere Fahrzeuge, in der Farbe Rot RAL 3000 lackiert worden. Sie kann nun in wenigen Minuten vor unser Tanklöschfahrzeug montiert werden und ist dann einsatzbereit!“ so Ralf Holtkamp, Ortsbrandmeister der freiwilligen Feuerwehr Langwedel.

„Wir bieten unsere Dienste von Montag bis Samstag immer von 07-22 Uhr an. Dazu werden zwei Kameraden immer auf Abruf sein. Mit der hydraulischen Frontkehrmaschine sind wir flexibel einsetzbar. Wir können sowohl normale Straßen, als auch Fuß- und Radwege kehren. Durch die moderne Schmutzsammelwanne an der Maschine bleibt kein Staubkorn mehr auf der Straße liegen!“ erklärt Gerätewart Heiko Kruse.

Die Langwedeler erhoffen sich durch die Extra-Einsätze mit der Kehrmaschine, dass wieder Geld in die Kassen der Feuerwehr kommt. „Zunächst bieten wir die Kehrdienste nur in unserer Gemeinde an, sollte sich der Service bewähren, werden wir ihn vielleicht auf den kompletten Landkreis Verden ausweiten. Das Geld wird natürlich in unsere Technik und unsere Fahrzeuge investiert. Unsere Kameradschaftsabende sollen aber auch nicht zu kurz kommen!“ sind sich die Feuerwehrleute aus Langwedel einig.

Für alle Interessierten wurde extra eine neue Kontaktadresse eingerichtet.

Die Dienste können ab sofort unter der Email kehrdienste@feuerwehr-langwedel.de mit einer Vorlaufzeit von 24 Stunden gebucht werden.

 

 

 

Fotos: Gemeindepressewart Christof Dathe

Was haltet Ihr davon? Macht es Sinn, dass ehrenamtliche Feuerwehrleute durch kommerzielle Aufgaben ihre Kasse füllen und somit als Konkurrenz zu privaten Firmen agieren? Der Arbeitseinsatz kann zu Dumpingpreisen angeboten werden! Lohnkosten sind aufgrund der freiwilligen Tätigkeit minimiert, die Fuhrparkkosten trägt die Stadt sowieso. Die Kosten für das Kehrgerät sind schnell eingefahren, zumal es ja auch zur beseitigung von Verschmutzungen nach Verkehrsunfällen genutzt werden kann. Hierbei kann die Feuerwehr sogar Kosten bei der Gemeinde geltend machen!

 

Also: Wie seht Ihr das Ganze? Tolle Idee, oder mieser Gedanke?


18.01.2011 14:01    |    fire-fighter    |    Kommentare (8)

img-0626img-0626

die Sicht beträgt nur wenige Meter. Von unten schlägt uns eine Hitzewelle entgegen. Wir tasten uns vorsichtig die Treppe hinab. Es wird immer heißer. Da! Direkt vor uns hinter der Treppe sind Flammen. Ein Bett? Strahlrohr auf, ein zwei Wasserstöße, die Flammen sind weg.

Weiter vorantasten. Ist da hinten eine Person am Boden? Die Hitze in dem kleinen Raum wäre ohne Schutzkleidung nicht mehr auszuhalten. "Fuummp!!" Eine Flammenwand rechts neben uns. Zur Seite werfen und das Strahlrohr aufreißen ist eine einzige Bewegung. Ein breit gefächerter Wassernebel schützt uns vor schlimmeren. Die Flammenwand bricht in sich zusammen und wir tasten uns weiter vor. Wo war die Gestalt am Boden?

Temperaturcheck: Ein kurzer Wasserstoß unter die Decke - kommt wieder was runter, dann ist alles ok, keine Gefahr. Leider verdampft alles Wasser sofort. Es fällt nichts mehr zu Boden. Verdammt! Nicht gut! Wenn ein Raum so heiß ist, dann können die Rauchgase unter der Decke bei Luftzufuhr spontan durchzünden! Bevor wir noch reagieren können, passiert es! Eine Flammenwalze breitet sich unter der Decke aus, rollt auf uns zu und nimmt den Raum ein. Runter! Flach auf den Boden! Wasser an und den Strahl weit gefächert über uns als Schutz! Dann Raus! So schnell wie möglich! Die Gestalt am Boden war nur ein Bündel irgendwas. Rückzug, hier drinnen ist sowieso alles vorbei - das Licht geht an, die Seitenwand öffnet sich...

 

"Gar nicht so übel, aber der Temperaturcheck kam etwas zu spät! Hättet ihr die Decke eher gekühlt, dann wäre die Durchzündung zu vermeiden gewesen!"

 

???

 

Tja, alles unecht. Der brennende Raum gehört zum FireDragon. Das ist ein fahrbarer Übungssimulator für Brandeinsatzübungen. Realausbildung im Wohnungsbrand unter Extrembedingungen. Die Anlage ist gasbefeuert, aus Umweltschutzgründen. Ausserdem ist sie so besser kontrollierbar. Sensoren messen den "Löscherfolg" und regeln die Gaszufuhr. Ist der Wassereinsatz effektiv, dann werden die Flammen kleiner. Wenn nicht, dann gerät das Feuer etwas mehr ausser Kontrolle.

 

Realistischer sind nur noch die Holzbefeuerten Simulationsanlagen. Dabei entstehen jedoch jede Menge Umweltbelastende brandgase und zudem lässt sich eine feststoffbefeuerte Simulationsanlage im Unglücksfall nicht abschalten...


08.11.2010 14:21    |    fire-fighter    |    Kommentare (195)

Heute mal ein Thema etwas abseits der Feuerwehr... Gerade nach diversen Einsätzen rund um "Stuttgart21" sind die aktuell eingesetzten WaWe9 der Bereitschaftspolizei viel ins Gerede gekommen. Zu brutal, zu ungenau usw. waren die häufigsten Argumente. Die zur Zeit in der Erprobung befindliche neueste Generation weist eine Besonderheit auf: Erstmalig kann nicht nur der Druck variiert werden, sondern nun hat der "Operator" auch Einfluß auf das Strahlbild des Wasserstrahls. Mittels Entfernungsmessung kann der Druck per Elektronik angepasst werden, um Verletzungen zu vermeiden.

 

Zunächst einmal die Fakten des neuen Fahrzeugs, dessen Dessign zunächst einmal abschreckend und Einschüchternd wirken soll:

 

Zitat:

Der neue Wasserwerfer (WAWE) basiert auf einem dreiachsigen Mercedes Actros 3341 AK/42/6×6 (Euro 5 mit AdBlue) mit 408 PS (300 kW). Beim Außendesign verzichtete Rosenbauer bewusst auf gerade Flächen, um das Liegenbleiben von Brandsätzen auf dem Dach des Fahrzeuges zu verhindern.

 

Der WAWE ist ingesamt 9,9 Meter lang, 2,55 Meter breit und 3,7 Meter hoch. Rosenbauer gibt ein zulässiges Gesamtgewicht von 31.000 Kilogramm und einen Wendekreis von zirka 20 Metern an. Sämtliche Reifen verfügen über Notlaufeigenschaften.

 

Höchstmögliche Rundumsicht auf das Einsatzgeschehen soll das Kabinenmodul aus einem Alu-Gerippe mit Alu-Verblechung bieten. In der Kabine finden Fahrer, Beobachter, zwei Strahlrohrführer sowie der Kommandant in der Sitzanordnung „Würfel 5“ Platz. Zusätzlich zu den vier Türen befindet sich auf jeder Seite sich ein Kabinennotausstieg. Zur Ausstattung gehören Klimaanlage, Standheizung sowie eine Überdruck- und Außenluftfilteranlage.

 

In mehreren Tests wurde die Sicherheit und Festigkeit der gesamten Kabine überprüft. Sie soll höchste Schutzwirkung gegen bei Durchstich sowie Steinbewurf aufweisen. Selbst bei einem Versuch des Wurfs mit einer Gehwegplatte aus dem dritten Stockwerk (12 Meter Höhe) war laut Rosenbauer die Sicherheit der Kabineninsassen gewährleistet. Für die gesamte Kabine verwendete der österreichische Feuerwehrfahrzeug-Hersteller eine Polycarbonat-Schutzverglasung gegen Außenangriffe. Am oberen Rand der Verglasung ist eine Sprüheinrichtung zur Reinigung der Kabinenscheiben – beispielsweise von Farbstoffen – angebracht.

 

Der in modularer Bauweise gefertigte Aufbau mit seitlichen Geräteräumen besteht aus selbst tragenden und verwindungssteifen Alu-Blechen. Im beheizbaren Wassertank werden 10.000 Liter Wasser mitgeführt. Die Pumpenanlage N35 ist im Heck des Fahrzeuges eingebaut und wird mit einem eigenen Pumpenmotor „TCD 2012L06“ von Deutz angetrieben. Durch diesen separat eingebauten Motor erfüllte Rosenbauer die Forderung nach gleichzeitigem Fahren und Pumpen bei jedem Fahrtzustand (vorwärts/rückwärts) bzw. jeder Geschwindigkeit.

 

Außerdem sind zwei Digidos-Zumischsysteme für CN- oder CS-Tränengas (Zumischrate 0,1 bis 1,5 Prozent) an Bord. Die Tränengase können dem Wasser zugemischt werden und als Aerosol ausgegeben werden. Sechs Gas-Behälter à 20 Liter werden im Geräteraum mitgeführt.

 

Am Dach sind drei Werfer „RM12 C“ montiert. Die neuen Strahlrohre können nicht wie bisher nur als direkter Vollstrahl, sondern beispielsweise zur optimierten Brandbekämpfung auch andere Wasserstrahlformen abgeben. Eine Druckregulierung des Hohlstrahlrohres in Kombination mit einem Entfernungsmesser soll laut Rosenbauer eine optimierte Abgabe ermöglichen, um mögliche gewalttätige Aufstände zu stoppen, ohne jemanden zu verletzen.

 

Die zielgerichtete Bedienung der Werfer durch die Strahlrohrführer erfolgt mittels Joystick und Bildschirm. Zwei davon wurden am vorderen Teil der Kabine angebracht und erreichen eine Durchflussmenge von je 1.200 l/min und eine Wurfweite von 65 Meter. Das Heckstrahlrohr mit einer Durchflussmenge von 900 l/min erreicht eine Wurfweite von 50 Meter.

 

Zur Bekämpfung kleinerer Brände ist im Gerätekasten im Heck eine Haspel mit einem Hohlstrahlrohr „Nepiro“ angebracht. Weiterhin verfügt das Fahrzeug zum Löschen von Brandsätzen am Boden wie auch am Dach über eine Selbstschutzanlage mit einer Leistung von 70 l/min. Mehrere Fahrzeuge können sich untereinander mit Wasser versorgen, ohne den Einsatz unterbrechen zu müssen.

 

Zur Dokumentation der Rechtmäßigkeit des Einsatzes verfügt das Fahrzeug über drei Videokameras, wovon zwei im Front und eine im Heck angebracht wurden. Die Lautsprecheranlage sowie die Außensprech- und Gegensprechanlage einschließlich einer Sprachaufzeichnung dienen der Information aller Beteiligten sowie zur gerichtlichen Beweissicherung. Digitale und vorerst auch analoge Funkgeräte ermöglichen zudem die Verbindung zu anderen Einsatzkräften.

 

Nach intensiven Tests und Serienfreigabe sollen die ersten drei Fahrzeuge 2010 in Betrieb genommen werden. Insgesamt umfasst der Rahmenvertrag mit dem BMI bis zu 78 Fahrzeuge dieser Bauart.

Quelle: www.feuerwehrmagazin.de


18.10.2010 11:19    |    fire-fighter    |    Kommentare (29)

wohnungsbrandwohnungsbrand

Es ist mal wieder so ein Tag, wie viele andere. Ich sitze zu Hause und döse ein wenig vor mich hin. In 2 Stunden muß ich los zur Spätschicht. Soll ich eher los und in die Kantine, oder esse ich zu Hause?

Ein schrilles Piepsen reißt mich aus meinen Gedanken. "...Feuer mit Menschengefährdung..." verstehe ich aus der Funkdurchsage. Ich schnelle hoch. Wo sind die Schuhe? Verd..., ah da sind die Hausschlappen. Schlüssel vom Board, Tür auf und raus! Um diese Zeit sind viele an der Arbeit, wir werden schlecht besetzt sein. Treppe runter und raus zum Auto. Das steht zum Glück schon auf dem Hof und nicht mehr in der Garage.

Linksrum, entgegen der Einbahnstrasse. Egal! Das muß heute auch mal am Tag klappen, sonst nehme ich die Abkürzung nur in der Nacht. Glück gehabt, alles frei. Über die Kreuzung und Gas! Nur noch die hauptstrasse runter und am Ende liegt die Wache. Rechts vor Links? Nö, keiner da, also wieder Gas. Rauf auf den Hof, Motor aus und raus!

Das Tor ist offen, der Gerätewart sitzt schon im Fahrzeug.

Ein weiterer kamerad kommt in die Wache gerannt: "Zügig, bin eben da vorbeigefahren! Da stehen noch welche im Fenster!"

 

OK, rauf auf das TLF, wir sind zu viert. Kommt noch wer? Nein...

"Leitstelle von 11-10: 11-10 mit 1:3 raus. Nochmals Vollalarm mit Sirene und zusätzlich Alarm für die Kernstadt! Vordringlich Drehleiter! Kommen!" "Hier Leitstelle: Verstanden Ende!"

Preßlufthorn an und ab vom Hof. Hoffentlich kommt noch wer. Wir rüsten uns zu zweit mit Atemschutz aus. Reservetrupp? Fehlanzeige! Die Fahrt ist kurz, sehr kurz. Raus aus der kabine, ein Blick nach oben: Dichte schwarze Rauchschwaden aus dem Fenster, zu sehen ist niemand. Der Gruppenführer erkundet die Rückseite. Mehrfamilienhaus, Flachdach. Drei Stockwerke, im zweiten brennt es. Viele Leute auf der Strasse, darunter viele Schulkinder. Die fünfte Stunde muß kurz vorher rum gewesen sein.

 

Den Verteiler setzten wir selber, der zweite Trupp fehlt. Der Maschinist gibt Wasser auf die Leitung. Wir gehen durch das Treppenhaus hoch. Die Wohnungstür ist heiß. Rauch quillt aus den Ritzen. "Trupp 1 ist vor der Wohnungstür im 2.OG! Wir gehen jetzt rein!" "Verstanden"

Mein Truppkamerad sichert mit dem Strahlrohr, ich liege auf dem Rücken vor der Tür. Füße hoch, ein kurzer Tritt neben den Türknauf und die Tür fliegt auf. Mit der Bandschlinge um den Türknauf verhindere ich, dass sie unkontolliert nach innen schwingt. Zwei drei kurze Wasserimpulse um den Brandrauch zu kühlen und wir gehen vor. Es ist heiß, die Sicht am Boden einigermaßen. Allle paar Meter geben wir kurze Wasserimpulse in den Rauch über uns ab. Rechts, eine Tür! Dahinter liegt etwas. Etwas... Pelziges??

"Trupp 1 von Einsatzleiter: Zwei Personen sind vom Balkon gerettet worden! Es sollen KEINE weiteren Personen in der Wohnung sein! Kommen!" Hier Trupp 1: Verstanden Ende!"

Weiter vor zum Fenster. Ein Griff und das Fenster ist auf. Der Rauch zieht etwas ab. Die Sicht wird besser. Was war das neben der Tür? Eine Katze! Raus mit ihr! Ein zweiter Trupp ist inzwischen in der Wohnung. Wir übergeben ihm die Katze und dringen weiter vor. Links müsste die Küche sein. Heller oranger Feuerschein zwischen dem Qualm. Hier sind wir am Brandherd. Egal, das hat Zeit. Nebenan das Wohnzimmer. Sind wirklich alle raus. Der Schlauch wird schwer. Kontrolle: Wie viel Luft haben wir noch? Halbvoll, das muß reichen! Ich ertaste das Sofa... Niemand! Tisch, Stuhlbeine, Wand, OK, hier ist niemand! Zurück in den Flur, die Sicht ist besch...

 

Schlafzimmer und Bad. Wenn da wirklich noch wer sein sollt, muß es jatzt fix gehen!

Der zweite Trupp ist wieder da. "Ihr das Feuer, wir das Schlafzimmer und dann raus?" "OK"

Rein ins Schlafzimmer. Bett, Decke, Kissen. Ist da wer? Nein, ein Bademantel oder so was ähnliches. Schrank, Stuhl, nichts! Noch 60bar Luft! Wird Zeit zu gehen. Wir nehmen den Schlauch mit zurück. Rückendeckung. Ohne wären wir schneller, aber wenn dann das Rauchgas durchzündet, hast Du nix in der Hand. An der Wohnungstür lassen wir den Schlauch zurück. Jetzt raus!

Unten angekommen, die Maske vom Kopf. Inzwischen stehen da vier Fahrzeuge. Und die Drehleiter auf der Rückseite. Ein weiterer Trupp mit Atemschutzgeräten steht als Rettungstrupp bereit. Die Katze lebt auch noch! Der Rettungsdienst hat ein Herz. Mangels Verletzter kümmern sie sich um die Katze. Dank Sauerstoff kommt sie wieder zu sich.

 

Eine Stunde später bin ich zu Hause. Ich stinke wie aus der Räucherei. Schnell unter die Dusche und dann los zur Arbeit. Mittagessen? Dafür reicht die Zeit nicht mehr.


21.09.2010 13:30    |    fire-fighter    |    Kommentare (39)

einsatzkosteneinsatzkosten

Grundsätzlich gilt:

 

Die unmittelbare Rettung oder Bergung von Menschen und Tieren und die Brandbekämpfung sind kostenfrei, hierbei handelt es sich um die ureigensten Aufgaben der Feuerwehr.

 

Eine Ausnahme machen Brände und Technische Hilfeleistungen bei denen die Gefahr oder der Schaden durch den Betrieb von Luft-, Schienen-; Kraft- oder Wasserfahrzeugen ausgeht.

 

Das jeweilige Landes-Feuerwehrgesetz sieht aber auch bei freiwilligen Feuerwehren die Berechnung von Feuerwehreinsätzen vor.

So werden z. B. bei vorsätzlichen, fahrlässigen oder grobfahrlässigen Einsatzursachen Kosten berechnet.

Auch bei Ereignissen von denen keine unmittelbare Gefahr ausgeht werden die Einsatzkosten in Rechnung gestellt

 

Einige Beispiele (Auflistung ist nicht vollständig):

 

- Keller auspumpen

- Wohnungsöffnung (selbst ausgesperrt, Schlüssel vergessen usw.)

- Ölspurbeseitigung

- Fahrbahn reinigen

- Verschließen von Türen, Fenstern

 

 

Was wird berechnet?

 

Es werden Stundensätze für die eingesetzten Geräte/Fahrzeuge und für die Einsatzkräfte berechnet.

 

WICHTIG:

Die Feuerwehrleute sind nach wie vor freiwillig und ehrenamtlich tätig, Sie bekommen für "Ihre Feuerwehrarbeit" und Ihren "Rund um die Uhr Dienst" weder Geld noch sonstige Vergünstigungen!

 

Dennoch entstehen der Stadt durch den Einsatz der freiwilligen Feuerwehleute Kosten wie z. B. Erstattung von Lohnausfallkosten bei Einsätzen und Lehrgängen durch den Arbeitgeber, Verschleiß von Schutzkleidung, Versicherung, usw.

 

Die Städte haben aufgrund des Landes-Feuerwehrgesetztes eine "Satzung über Aufwendungsersatz und Gebühren für Einsätze und andere Leistungen der Feuerwehren" erlassen.

 

 

 

Wo darf die Feuerwehr nicht tätig werden?

 

Auch wenn die Feuerwehr oft über die technischen Möglichkeiten und das erforderliche Wissen verfügt, darf sie nicht tätig werden, wenn es für die Ausführung der Arbeit gewerbliche Anbieter gibt.

 

So dürfen z. B. Arbeiten wie

 

- das Bergen von Pkw oder Lkw

- das Beseitigen von Wespen(nestern)

- das Fällen von Bäumen

- das Reinigen von Dachrinnen

 

von der Feuerwehr nicht durchgeführt werden, um nicht mit gewerblichen Anbietern in Konkurrenz zu treten.


21.09.2010 10:24    |    fire-fighter    |    Kommentare (12)

... so lautete das Einsatzstichwort. "Na schön, mal wieder eine Katze vom Baum retten..."

Denkste! Diesmal war das alles etwas schwieriger. Der Einsatzort lag in einem Wohnblock. Weit und breit keine Bäume, höchstens ein paar Büsche. Und richtig, diesmal kein Baum: Die betreffende Familie war mitten im Umzug. Der Familienkater war schon den ganzen Tag in heller Aufregung, nachdem seine gewohnte Umgebung Stück für Stück verschwand. Also wurde er kurzerhand in ein bereits geräumtes Zimmer gesperrt. Er war zwar aus dem Weg, aber keinesfalls beruhigt. Nachdem dann aus Versehen die Türe geöffnet wurde, schoß er wie der Blitz aus dem Zimmer und ins Bad... Dort war leider die Fliese vom Zugang zum Wannenabfluss defekt. Durch diese Öffnung verkroch sich der Kater unter die Wanne. Zureden, Fressen, Wasser, Schimpfen, Locken.... nichts half! Die Zeit verrann und der Umzug stockte. Also wurde am Nachmittag der Notruf 112 gewählt: "Unser Kater hat sich unter der Badewanne eingeklemmt!" erklärte ein weinendes Mädchen dem Leitstellendisponenten.

Dieser beruhigte das Mädchen und erfragte die Adresse. Noch während er mit dem Mädchen sprach, leitete er die Alarmierung ein. Es war Samstag, 15:00 Uhr. Auf der Wache besetzten wir die Fahrzeuge und fuhren die Einsatzstelle an. Die Erkundung brachte uns keine neuen Erkenntnisse. Aus dem Loch im Fliesenspiegel war ein Maunzen zu vernehmen. Sehen konnten wir nichts. Zu eng, zu verwinkelt. "Ich brauche einen Spiegel!"

Tja, da hat man zwei 12t Feuerwehrfahrzeuge, ausgerüstet mit allem möglichen Material zur Brandbekämpfung, zur technischen hilfeleistung, Leitern, Rettungsgerät usw. aber einen Spiegel??? Kurzerhand wurde der rechte Aussenspiegel des Gerätewagens abgeschraubt! Spiegel ist Spiegel!

 

Jetzt konnten wir den kleinen Kater sehen. Ganz am Ende der Wanne, in der hintersten Ecke! Da kam keiner ran. Nach kurzer Beratung mit den Mietern und deren Wohnungseigentümern stemmten wir vorsichtig ein Loch in die Seitenwand der Wannenverkleidung. Doch kaum war das Loch groß genug zum reingreifen, da floh der Kater an das andere Ende der Wanne. Also war er nicht eingeklemmt, sondern "nur" total verängstigt. Nun gut, einer greift in das vorhandene Loch und der andere in das gestemmte Loch. Bingo, der Kater hat den Handschuh erwischt! In Panik hatte er sich in der Hand unseres Gruppenführers verbissen. Durch den dicken Handschuh und durch den Fingernagel, in das Nagenbett.... Er ließ aber auch nicht los und zog den kleinen Frechdachs heraus.

Einsatz beendet!

Nicht ganz... Den Spiegel montieren, war einfach. Einen diensthabenden Arzt zu finden weniger. Ein Katzenbiss ist nicht ungefährlich, aber dafür einen Notarzt zu alarmieren war dann doch zu heftig. Also ab zum Retungszentrum. Dort ist der ärztliche Notdienst stationiert. Leider war der Arzt unterwegs. Dauer unbekannt. Nach einer Beratung fuhren wir kurzerhand ins Kreiskrankenhaus in der Nachbarstadt. Samstag, 16:30 ist die beste Zeit für einen Krankenhausbesuch! Parkplatz und Notaufnahme sind gerammelt voll! Also blieben wir in der Feuerwehrzufahrt stehen, der Fahrer blieb im Fahrzeug (raktisch, so eine Feuerwehrzufahrt ist direkt vor dem Eingang... ) und wir gingen in die Notaufnahme. Die Uniform brachte einen unerwarteten Zeitvorteil. "Gehen Sie mal da in den Behandlungsraum!" Wir waren sofort dran! Von den wartenden im Vorraum kam auch kein Protest, manchmal hat man als Feuerwehrmann wirklich ein ähnlich hohes Ansehen, wie die Firefighter in den USA...

 

Fazit des ganzen: Eine Antibiotikaspritze nebst Hammertabletten gegen den Biss (Katzen haben sehr viele bakterien im Mund, fürs Nagelbett kann das gefährlich enden...) ein Gipsverband um drei Finger zur Ruhigstellung und eine Krankschreibung für 4 Wochen... Ausserdem eine kaputte Badewanne, ein verzweifelter kleiner Kater und...

 

 

... ein glückliches kleines Mädchen, dass uns mit großen Kulleraugen Danke sagte.

Es sind die kleinen Dinge, die manchmal zählen.


16.09.2010 15:29    |    fire-fighter    |    Kommentare (70)

Der folgende text stammt aus den Tiefen des Internets. Er wurde schon oft kopiert, teilweise abgewandelt, aber im Grunde trifft er sehr gut den Kern. Er beschreibt sehr trefflich den Ablauf eines Unfalls - ohne Gurt!

 

 

 

 

 

Friedrich und die Sekunde zur Ewigkeit

 

 

 

Unser "Hauptdarsteller" heißt Friedrich, doch genauso gut könnte er anders heißen - vielleicht genauso wie ...?

 

Friederich ist auf dem Weg nach hause, wie immer ist er nicht angeschnallt. "Wozu auch?" denkt er noch, als er die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert.

 

 

 

Sekunde 0

 

Friedrich fährt 90 km/h. Sein Auto wiegt 1.200 kg. Bei diesem Tempo stecken im Auto 38.226 kg Translationsenergie (nach vorne in Fahrtrichtung strebende Wucht).

 

Das entspricht der Wucht einer aus 2.000 Meter Hohe abgeworfenen 250 kg Bombe, die mit einer Kraft (Gewicht) von 100 bis 300 Megapond (1 Megapond=1.000 kg) auf hartes Pflaster knallen würde. Friedrich tut von sich aus noch 2.230 kg Energie hinzu, weil er 70 kg wiegt und auch 90 km/h fährt. Soeben fährt er gegen einen Baum.

 

 

 

Sekunde 0,1

 

Das Zehntel einer Sekunde ist vorbei. Stoßstange und Kühlergrill sind eingedrückt, die Motorhaube beginnt sich zu kräuseln. Der Wagen hat etwa 5 km/h an Fahrt verloren. Friedrich fühlt sich deutlich nach vorne gedrängt. Neben seinem Gewicht, das mit 70 kg im Polster sitzt, hat er nun auch ein Gewicht nach vorne von 170 kg. Friedrich macht die Beine steif, um dieser Neuigkeit im wörtlichen Sinn entgegenzutreten. Und er drückt gegen das Lenkrad, damit es ihn nicht aus dem Sitz hebt. Mit den Beinen stemmt er rund 156 kg ab, mit den Armen stemmt er auch so 30 bis 35 kg. Er hätte nie geglaubt, dass er so stark ist, aber es gelang ihm, noch sitzen zu bleiben. Da kommt der zweite harte Stoß. Noch ehe er sich besinnen kann, ist sie vorbei, die

 

 

 

Sekunde 0,2

 

Die etwas härteren Teile des Fahrzeuges, Radaufhängung und Kühler, sind soeben am Baum angekommen; die Verbindungen mit dem Wagen reißen ab, denn der übrige Wagen fährt noch sehr schnell, insbesondere hinten mit dem Kofferraum.

 

 

 

Friedrich fühlt jetzt einen mächtigen Schlag auf den Beinen, denn der Teil des Wagens, gegen den er sich mit den Füßen stemmt, wurde soeben auf etwa 60 km/h abgebremst. Mit den Beinen stemmt er 350 bis 420 kg ab. Wollte er jetzt noch sitzen bleiben, musste er mit den Armen 220 kg am Lenkrad ab stemmen, aber das schafft er nicht.

 

 

 

Seine Kniegelenke geben nach, sie brechen einfach knirschend oder springen aus dem Gelenk. Und deutlich spürbare Gewalt zieht ihn mit seinem Gewicht von rund 140 kg auf einer Kreisbahn nach oben in die Ecke der Sonnenblende. Alles in allem verteilt Friedrich zurzeit insgesamt 413 kg Eigengewicht auf seine Gliedmaßen.

 

 

 

Sekunde 0,3

 

Friedrich hat jetzt ein etwas leichteres Schicksal: Er ist mit Fliegen beschäftigt, er ist noch unterwegs zu den Hindernissen. Seine gebrochenen Knie kleben am Armaturenbrett, mit den Händen hält er krampfhaft das Lenkrad fest, das sich unter seinem Griff elastisch biegt, und ihn um weitere 5 km/h abbremst.

 

 

 

Sekunde 0,4

 

Friedrich ist noch immer unterwegs, sein Becken stößt gegen den Lenkradkranz. Friedrich ist in diesem Moment nur etwa 100 kg schwer. Die Lenksäule biegt sich unmerklich nach oben. Da kommt der furchtbare Moment, indem der schwerste und stabilste Teil des Wagens, der Motor, an den Baum kracht.

 

 

 

Sekunde 0,5

 

ist soeben vorbei. Motor und Friedrich stehen still. Nur der Kofferraum fährt noch mit 50 oder 60 km/h. Die Seitenwände des Wagens überholen sich selbst. Die Hinterräder bäumen sich zwei drei Meter hoch auf. Aber der Wagen interessiert uns jetzt nicht: Was ist mit Friedrich in dieser Zeit passiert?

 

Friedrich kam im Verlauf einer Zehntelsekunde zum Stillstand. Sein Gewicht wuchs auf 973 kg an. Mit dieser erbarmungslosen Gewalt wurde er auf die Lenksäule geschleudert. Das Lenkrad, an dem er sich noch immer fest hielt, brach unter dieser Stoßkraft wie eine morsche Brezel zusammen. Mit der Kraft von rund 870 bis 920 kg (je nach Starke des Volants) dringt die Lenksäule als stumpfe Lanze in seine Brust. Gleichzeitig rammt der Kopf mit einem betäubenden Schlag die Windschutzscheibe. Hätte sich Friedrich nicht mit so übermenschlicher Kraft am Lenkrad festgehalten, dann würde er vielleicht auch 1.300 kg schwer geworden sein, in diesem Moment. Und dabei wären ihm die festgeschnürten Schuhe von den Füßen geflogen

 

 

 

Noch eine oder zwei Zehntelsekunden, dann ist Friedrich tot.

 

 

 

Nach sieben Zehntelsekunden steht der Wagen still. Das Unglück ist vorbei.

 

Sage einmal "einundzwanzig" das ist eine Sekunde. Und nun sage "zwanzig":

 

Das ist die Zeit in die Ewigkeit für Friedrich gewesen...

 

 

Bitte schnallt Euch an. Immer.


06.09.2010 09:32    |    fire-fighter    |    Kommentare (8)

schnuppertag-ffa-2010schnuppertag-ffa-2010

Tag der offenen Tür

 

Am Samstag, 11.09.2010 ab 11:00

 

Feuerwehr live erleben:

• Vorführungen

• Fahrzeug und Geräteschau

 

Kinderprogramm:

• Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto

• Kinderschminken

• Hüpfburg

• Wasserspiele

 

 

FF Ahrensburg, Am Weinberg 2, 22926 Ahrensburg


31.08.2010 15:37    |    fire-fighter    |    Kommentare (12)

Der Alarm kam am Wochenende in der Mittagszeit. "Gasgeruch im Mehrfamilienhaus"

Das Gebäude lag in einer Neubausiedlung. Die Meldung "Gasaustritt" war schon etwas merkwürdig, da das betreffende Wohngebiet durch Blockheizkraftwerke versorgt wird. Also dürfte es in dem betreffenden haus keine Gasleitungen geben.

Ich rüstete mich zusammen mit meinem Truppkameraden während der Anfahrt mit Atemschutzgerät aus. Gaswarngerät eingeschaltet, Handy, Funkgerät, Armbanduhr abgelegt und dann machten wir uns auf zum betreffenden Eingang des Hauses. Im Treppenhaus stellten wir auch einen leichten Gasgeruch fest. Eindeutig aus dem Keller. Ein anderer Trupp machte sich nach oben auf, um die Wohnungen zu kontrollieren. Wir gingen weiter in Richtung Keller. Kaum hatten wir die Kellertüre geöffnet, als uns im Gang jemand zurief: "Hier unten ist alles in Ordnung, hier ist nichts!" Dann verschwand er um eine Gangecke...

Wir schauten uns verdutzt an, dann rief ich: "Hier ist die Feuerwehr! Es ist Gas ausgetreten, verlassen Sie sofort den Keller!"

Keine Reaktion...

Ein Blick auf das Meßgerät bestätigte uns: GAS! Noch unter der UEG (untere Explosionsgrenze) aber definitiv meßbar... Wir gaben zum Eingang Rückmeldung, dass wir gas festgestellt hatten und dass noch jemand im Keller wäre.

"Holt den da sofort raus!"

Also rein in den Gang und um die Ecke. Wir standen vor einem Kellerraum, voller Gerümpel. Darin zwei Personen, die scheinbar mit Aufräumen beschäftigt waren. Die Fenster sperrangelweit geöffnet, im Raum deutlicher Gasgeruch. Kurzerhand packten wir die beiden und zerrten sie aus dem Raum. Das Gezeter ignorierten wir mit "Es ist Gefahr im Verzug, sie müssen SOFORT raus!"

 

Dann zurück in den Kellerraum und nachgeschaut. Kein Gasgeruch mehr...

Ein wenig im Müll gegraben und... wir fanden zwei Gamping-Gaz Kartuschen, von denen die eine definitiv abgeblasen hatte. Daher auch die offenen Fenster und das merkwürdige Verhalten der beiden "Spezialisten"....

 

Wir gaben Entwarnung, anschließend wurde der Keller per Überdrucklüfter belüftet und der Einsatz war -zumindest für uns- beendet. Es blieben die beiden "Spezis", die dem Vermieter und der Polizei noch Rede und Antwort stehen mussten...


29.08.2010 23:38    |    fire-fighter    |    Kommentare (49)

Wenn sich in einem brennenden Gebäude noch Menschen befinden, geht es für die Feuerwehr um Sekunden. Doch immer wieder behindern enge und zugeparkte Gassen die Rettungskräfte auf der Anfahrt zum Einsatzort. Wo vielleicht ein PKW noch durchpasst, ist für die großen Einsatzfahrzeuge oft Schluss.

 

Die Drehleiter ist eines der größten und gleichzeitig wichtigsten Fahrzeuge der Feuerwehr. Mit einer Länge von knapp 10 Metern braucht die neuste Drehleiter der Berufsfeuerwehr einen nicht unerheblichen Radius, um Kurven zu fahren. Trotz einer schmalen Bauart benötigt das Fahrzeug zudem eine Fahrbahnbreite von mindestens 2,51 Meter. Doch genau dort, wo die Drehleiter am dringendsten gebraucht wird, kommt es zu den meisten Behinderungen: In den engen Gassen der Innenstadt. Wenn Gebäude höher als drei Stockwerke sind, kommt die Feuerwehr mit ihren tragbaren Leitern, die auf jedem Löschfahrzeug verladen sind, nicht mehr zu den oberen Stockwerken. Wenn dort Personen gerettet oder Feuer gelöscht werden müssen, wird die Drehleiter gebraucht. Erst ab einer Gebäudehöhe von 22 Metern muss ein zweiter Treppenraum zur Personenrettung vorhanden sein, da auch hier für eine Drehleiter Schluss ist.

 

Die Kontrollfahrt der Drehleiter startet auf der Feuerwache. Zunächst wird der Innenstadtbereich angefahren. Hier kommt die Drehleiter noch relativ problemlos durch, lediglich ein Einweiser wird in einer Kurve benötigt – doch auch dadurch gehen wertvolle Sekunden verloren. In der nächsten Straße kommt die Drehleiter aber endgültig zum Stehen. Eine Frau parkt ihr Fahrzeug so, dass das Fahrzeugheck eine Durchfahrt unmöglich macht. Das Maßband der Ordnungsbehörde bringt Gewissheit: Kein Durchkommen für die Drehleiter. Doch auch PKW’s haben hier Probleme durchzukommen: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde bereits ein Spiegel abgefahren. Nach kurzer Zeit kann die Fahrzeughalterin in einer nahe gelegenen Kneipe angetroffen werden. Uneinsichtig und wütend parkt sie nach einer Diskussion mit den Ordnungshütern ihr Fahrzeug näher am Bordstein. Einen Strafzettel bekommt die Frau dennoch.

 

Die erste Hürde überwunden, setzt sich die Kontrollfahrt fort. Schon wenige Straßen später stößt sie auf das nächste Hinderniss: Ein PKW wurde zu weit im Kreuzungsbereich geparkt, sodass die Drehleiter nicht um die Kurve kommt. Auch durch Rangieren ist kein Durchkommen möglich. Da der Fahrer nicht ausfindig zu machen ist, wird ein Abschleppwagen gerufen. Doch noch bevor dieser eintrifft, kommt der Fahrzeughalter. Sichtlich peinlich ist ihm die Situation. “Das mir ist schon ein wenig unangenehm”, so der Fahrer, “aber ich sehe ja, dass hier kein Feuerwehrauto durchpasst”. Sein Fahrzeug kann er nun entfernen, Abschleppwagen und Strafzettel muss aber auch er bezahlen.

 

Doch bevor die Kontrollfahrt wieder an der Feuerwache endet, steckt die Drehleiter noch einmal fest. Doch diesmal stehen gleich fünf Autos im Weg. Parken in der Spielstraße, Parken im 5m-Bereich vor der Kreuzung mit Behinderung, Parken auf Grenzmarkierung mit Behinderung und Parken im 5m-Bereich

nach der Kreuzung sind die Delikte. Nun versperrt die Drehleiter nicht nur die gesamte Straße, auch kann sie zu einem Einsatz nicht ausrücken. Auf einem Balkon brennt eine Matratze. Die Drehleiter der Nachbarstadt muss ersatzweise ausrücken. Nach und nach tauchen nun aber auch die Halter der verschiedenen Fahrzeuge auf und können ihre Fahrzeuge entfernen, sodass die Drehleiter ihre Fahrt fortsetzten kann.

 

“Ich muss sagen, der Fahrer der Drehleiter hat echt gute Nerven”, stellt Mitarbeiter des Ordnungsamtes fest. Für ihn lief die Kontrollfahrt relativ ruhig ab, aber er glaube, tagsüber sei die Situation schlimmer. Um die Feuerwehr bei Einsätzen nicht zu behindern, sollten die folgenden Dinge beachtet werden:

 

• Parken Sie nicht im Bereich 5 Meter vor und nach einer Kreuzung oder Straßeneinmündung.

• Halten Sie sich an geltende Halteverbote und Grenzbereiche (gezackte Linie).

• Achten Sie darauf, eine Fahrbahnbreite von mindestens 3 Metern frei zu lassen.

• Halten Sie Feuerwehrzufahrten und -ausfahrten frei.

• Denken Sie beim Parken ab und zu auch an die großen Fahrzeuge der Feuerwehr


25.08.2010 15:57    |    fire-fighter    |    Kommentare (59)

Über den Sinn eines Rauchmelders in der Wohnung besteht ja inzwischen eine klare Meinung. Wie verhält man sich aber, wenn der Melder anfängt zu piepen?

Man sollte sich vorher ein paar Gedanken dazu machen, sonst kann im Ernstfall einiges schief gehen. Wenn der Rauchmelder Alarm auslöst, dann gibt es mehrere Ursachen.

-Er ist defekt

-Er hat Essensdunst in der Messkammer

-Es brennt tatsächlich

 

Sinnvoll ist es, immer vom schlimmsten auszugehen. Sitzt der Melder im gleichen Zimmer, in dem man sich aufhält, reicht ein Blick zur Decke. Rauch = schlecht, kein Rauch = Vorsicht!

Ist dies der einzige Melder in der Wohnung? Dann könnte er Rauch aus dem Nachbarraum detektiert haben.

Grundsätzlich: Wenn der Melder piept, ALLE Räume zügig, aber VORSICHTIG kontrollieren! Verschlossene Türen nicht sofort aufreißen. Ein Blick zum Boden oder zu der Zarge: Ist Rauch sichtbar? Fühlen mit der Hand: Warme Tür/heiße Klinke? Nein? Dann vorsichtig öffnen, falls es dahinter verraucht ist, SOFORT wieder die Türe schließen!!

Wenn die Wohnung OK ist, ein Blick zur Wohnungstür. Auch hier erst Temperatur prüfen, dann vorsichtig öffnen. Immer bereit sein, sie sofort wieder verschließen zu können!!

Wenn Ihr auf einen verqualmten Raum stoßen solltet, immer sofort die Türe zu. Wenn möglich die Ritzen mit feuchten Tüchern abdecken, um den Rauch am eindringen zu hindern (gilt nur, wenn Ihr nicht mehr aus der Wohnung rauskönnt) Dann am Fenster bemerkbar machen. Schnellstmöglich die Feuerwehr über Notruf 112 alarmieren! NIEMALS in Badezimmer ohne Fenster verkriechen. Hier gibt es zwar Wasser zum löschen, aber KEINEN Sauerstoff!

 

Wenn Ihr in einem verqualmten Raum seid, runter auf den Boden! Hier ist die Hitze am geringsten und hier ist die Sicht am besten. Der meiste Sauerstoff befindet sich ebenfalls hier unten. Kriechen, oder krabbeln, möglichst schnell raus!!

 

Wenn der Rauchmelder piept und Ihr nichts feststellen könnt, aber unsicher seid, ob alles OK ist, dann ruft trotzdem den Notruf 112. Erklärt dem Leitstellendisponenten die Lage. Er wird die Feuerwehr zur Kontrolle alarmieren. Vielleicht brennt es ja über Euch oder beim Nachbarn? Oder in der Zwischendecke?

 

Merke:

- Türen nur öffnen, wenn man weiß was dahinter los ist. Weiß man es nicht, dann Vorsicht! Heiße Türen bedeuten Gefahr!

- Die beste Sicht und die meiste Luft befinden sich in Bodennähe!

- Wenn es brennt, so schnell wie möglich 112 rufen! Lage schildern, auf Rückfragen warten!!

- Keine Sachen mitnehmen, so schnell wie möglich raus!

- Keine Panik, wenn Ihr nicht raus könnt. Haltet Euch am Fenster auf. Dichtet die Tür ab. Flüchtet auf den Balkon.

- Niemals Zimmer ohne oder mit einem winzigen Fenster aufsuchen.

- Wenn die Feuerwehr kommt, macht Euch bemerkbar. Winken, Handy, Taschenlampe...


25.08.2010 10:52    |    fire-fighter    |    Kommentare (19)

Das Wohnmobil ist ein beliebtes Reisemittel. Oft auch als Leihmobil für Familien mit Kindern bietet es eine interessante Alternative zum normalem Urlaub in einer Ferienwohnung. Grundsätzlich gibt es zwei Arten. Das integrierte Wohnmobil und den Aufbau auf ein Fahrgestell mit Fahrerkabine.

 

Vorteil beim vollintegriertem Fahrzeug ist die Isolierung, da auch die Fahrerkabine genauso isoliert aufgebaut ist, wie der Rest.

 

Doch wie sieht die Sicherheit aus? Inzwischen haben die meisten Fahrzeuge Airbag und ABS/ESP an Bord. Aber spätestens jetzt wird es dünn. Das ESP ist für das Serienmodell ausgelegt. Meist wesentlich schmaler und mit einem wesentlich niedrigerem Schwerpunkt als der Camper. Eine Anpassung des Systems scheitert oft an den Kosten. Aufgrund der zahlreichen Sonderwünsche sind viele der 3.5t Wohnmobile meist überladen unterwegs. Insgesamt schon mal ein sehr schlechter Ausgangspunkt in Sachen Sicherheit.

Jedes Fahrzeug in Deutschland wird Crash-getestet. Das ist auch gut so. Bei den Wohnmobilen ist jedoch vom Fahrzeug nicht mehr viel übrig. Bei den Vollintegrierten sogar nur noch die Bodengruppe! Deshalb überrascht es auch nicht, wenn bei einem Unfall quasi nichts mehr übrigbleibt. Leichtbau aus Aluminium, teilweise mit Holzgerippe, verfüllt mit Styropor bietet nun mal keinerlei Widerstand. Lediglich die Modelle mit Serienkabine bieten ein Mindestmaß an Sicherheit.

Mitfahrerplätze im Wohnbereich haben zwar Gurte, aber das war es dann auch.

Die angefügten Bilder sprechen für sich...

 

Was sind Eure Erfahrungen bei Unfällen mit Wohnmobilen?


Blogempfehlung

Mein Blog hat am 20.04.2009 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Blogautor

fire-fighter fire-fighter

MAN F8 19.291 LF24

Renault

In 20 Jahren Feuerwehr gibt es wirklich nichts mehr, was ich noch nicht erlebt habe.

FS CE besitze ich seit 2007, dafür noch mal vielen Dank an die Gemeinde :cool:

Meine Brötchen (und auch das für obendrauf) verdiene ich mir im weltweiten Service für Industrieelle X-Ray Anlagen

Privat bewege ich z.Zt. einen Skoda Octavia RS.

Wer mehr wissen will - PN!

Wo der fire-fighter herkommt...

Meine Ursprungsheimat liegt in Berenbostel. Das ist ein Stadtteil von Garbsen, in der Nähe von Hannover. Ein Teil der Berichte stammt aus meiner Zeit dort. Seit ein paar Jahren hat es mich beruflich ins schönste Bundesland der Welt verschlagen. Seitdem bin ich hier in Ahrensburg, in der Nähe von Hamburg aktiv.

Auf den Fotos kann man den Unterschied anhand der Einsatzkleidung erkennen. Niedersachsen bevorzugt orange Jacken, in Schleswig-Holstein ist die Nomexjacke dunkel.

gerade hier...

  • anonym
  • invisible_ghost
  • remarque4711
  • Koi-Karpfen
  • c4rl0
  • zille1976
  • oedi011170
  • emil17
  • volvomania
  • mr symphony

Gerne Hier (221)

Homebase: FF Ahrensburg