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11.05.2009 12:01    |    fire-fighter    |    Kommentare (31)    |   Stichworte: Einsätze

unfall-kreuzunfall-kreuzEs gibt Einsätze, die graben sich in Deine Erinnerung ein. Der erste Tote ist auch so ein Fall. Gerade, wenn man öfters mit Verkehrsunfällen zu tun hat, kommt dieser Fall meist recht früh. Wenn genügend Kräfte vor Ort sind, kann man meist noch steuernd eingreifen, dass die ganz jungen Kameraden nicht direkt "vorne" mitarbeiten. Der Busbrand auf der Autobahn 2 in Garbsen war zum Beispiel so ein Fall.

 

Meine erste Begegnung mit dem Tod liegt schon einige Jahre zurück. Ich hatte damals gerade meine Wohnung übernommen und war am Renovieren, als der Pageboy lospiepste. "...satz Techniche Hilfeleistung, Menschenleben in Gefahr.." war alles, was ich mitbekam. Zusammen mit meinem Bruder sprintete ich die Treppe runter und zum Auto. Auf der Fahrt zur Wache versuchte ich über den Melder den Funk mitzuhören. Klappte aber mal wieder nicht wirklich gut.

In der Wache angekommen, fuhr das erste Fahrzeug bereits raus. Der GW mit dem Rettungssatz an Bord rückt mit 3 Mann aus, die sind immer schnell zusammen. Kurze Zeit danach fuhren wir mit dem TLF hinterher. Der kleine Zeitvorsprung des ersten Fahrzeugs relativiert sich meis schnell, da das TLF besser motorisiert ist.

Es ging mal wieder auf die B6. Die führt 4-spurig durch den Ort und weiter Richtung Neustadt. Zu dem Zeitpunkt damals größtenteils ohne Mittelleitplanke, was sehr oft zu schweren Unfällen führte. So auch diesmal. Wir quälten uns durch den Rückstau, teilweise auf der Gegenfahrbahn (eine fehlende Planke hat auch Vorteile) und erreichten kurz hinter dem Nachbarort die Unfallstelle. Rechts in der Hofeinfahrt stand quer zur Fahrbahn ein Eierverkaufswagen. verkaufswagenverkaufswagenAuf der Fahrbahn stand ein Blechklumpen. Beim zweiten hinschauen war anhand der Rückleuchten zu erkennen, dass es sich wohl mal um einen Golf II gehandelt haben musste. Beim rest des Wagens war es nicht mehr zu erkennen. Das Wrack war nicht länger als ein Fahrrad!

Während wir noch alles aufbauten, um die Rettung einzuleiten, kam der Notarzt auf unseren Einsatzleiter zu und winkte ab. "Langsam, zwei mal EX!"

 

Die Luft war raus! Du hast verloren, bevor Du überhaupt angefangen hast. Jetzt war warten angesagt. Da die Rettung nicht mehr im Vordergrund stand, wollte die Polize natürlich erst die Unfallursache ermitteln. Wir stellten den Brandschutz sicher und klemmten die Fahrzeugbatterie bei dem Verkaufswagen ab. Beim Golf hatte sich das erledigt. Die Batterie war quasi nicht mehr vorhanden.

 

Irgendwann bekamen wir das OK zur Leichenbergung. Vorsichtig begannen wir, das Fahrzeug auseinanderzunehmen. Nicht ganz so vorsichtig wie sonst, aber halt mit dem gebotenem Maß an Anstand.

Die Fahrgastzelle war praktisch nicht mehr vorhanden. Der Golf war fast ungebremst in den Gegenverkehr und dann frontal vor den Verkaufswagen. Das Bodenblech hatte sich nach oben gefaltet, das Dach war komplett zusammengestaucht. Irgendwo dazwischen ein jugendliches Pärchen in meinem Alter...

Dann der Zeitpunkt, als die beiden frei waren. Wir hoben sie vorsichtig aus dem Wrack heraus. "Halt mal die Beine!" gab mir mein Nebenmann zu verstehen. Zusammengequetschte rote Doc Martens... Als ich nach den Beinen greifen wollte, musste ich sofort nachfassen. Die Unterschenkel waren weich wie Pudding.

Wir legten die Fahrerin neben den Beifahrer auf eine Folie am Rande der Strasse. Nur mehr nebenbei bekam ich mit, wie der Notarzt mit der Untersuchung anfing.

Dann plötzlich wurde es hektisch! Wir hatten in den Trümmern die Reste eines Kindersitzes gefunden. Hatten wir etwa ein Kind auf der Rückbank übersehen?? Vorsichtig untersuchten wir das Wrack erneut. Auch die kleinen Hohlräume hinter den Sitzen. Entwarnung. Später erfuhren wir, dass der Sitz Bekannten gehörte...

 

Zurück in der Wache, holte mich der Schock dann ein. Bis dahin war ich nur am arbeiten. Jetzt kam ich zur Ruhe und hatte Zeit zum Nachdenken. Das waren keine Statisten. Die sind wirklich tot. Da kommt keiner und sagt "Übungsende" und die stehen wieder auf! Die sind TOT. Und waren in Deinem Alter!!

Rums. Das knallt voll durch das Bewußtsein. Ich trank schweigend meine Cola aus. Wir fuhren nach Hause. An renovierung war nicht mehr zu denken. Die Sonne schien, als ob nichts geschehen wäre. Vögelgezwitscher.

Reden. In so einem Falle hilft nur reden. Bei mir war es die Familie. Der Bruder, auch in der Feuerwehr. Und die Eltern. Zum Glück beide medizinisch ein wenig "vorbelastet". Also Verständnis vorhanden. Trotzdem hat es lange gedauert, bis ich das Erlebte verarbeitet hatte. Zum Teil half die Info von der Polizei, dass beide ohne Führerschein unterwegs waren, und dass bei beiden Drogen im Blut nachgewiesen wurden. Die Bilder werde ich trotzdem nicht los.

 

Seitdem habe ich noch einige Tote gesehen. Aber keiner blieb dermaßen in Erinnerung.


11.05.2009 13:39    |    mikaner

Was soll ich sagen...

 

...ich weis wovon hier geredet wird, da ich der selben Hilfsorganisation angehöre.

Auch ich kenne diese Situation und finde es gut das man darüber reden kann, es gibt Kameraden die das nicht können.

Allen eine Unfallfreie Fahrt!!!


11.05.2009 13:54    |    NinetyEight

Hallo fire-fighter

Kann Deinen Bericht aus eigenener Erfahrung nur Bestätigen. Bin Polizist in Östereich. Meine erste Amtshandlung mit einer Toten (Selbstmord) liegt bereits gut 30 Jahre zurück und kann mich noch genau daran erinnern als wären erst ein paar Tage vergangen. Der (die) erste Tote beschäftigt einem sehr lange und bleibt wohl jedem sehr lange im Gedächtnis. Hatte in meiner über 30-jährigen Berufslaufbahn mit sehr vielen Toten (zum Teil grässlich verstümmelt oder stark verwest) zu tun, wobei ich mich an die meisten gar nicht mehr erinnern kann. Der (die) erste Tote bleibt einem wohl ein ganzes Leben im Gedächtnis. Aber wie du bereits selbst erfahren hast - über das Erlebte möglichst viel sprechen.

 

l.G. aus Österreich

 

NinetyEight


11.05.2009 15:49    |    slayer665

Ein riesen Lob an dich, Fire-Fighter!!!! mehr kann ich dazu einfach nicht sagen ...


11.05.2009 16:26    |    Omega-OBA

Aber wir bekommen doch täglich den TOD im Fernsehen geboten - in HDTV auf Monsterdisplay - größer als in Realität. Was macht da für einen Unterschied, ob mir ein von Bomben zerfetzter Jugendlicher im Fernsehen in Nahaufnahme gezeigt wird oder man neben einem toten Fremden steht? Der Tod ist immer unangenehm. Eigentlich alles nur eine Frage der Abstumpfung, das Leid darf man nicht an sich heranlassen, weder am Unfallort noch aus der Blödmachkiste (auch Fernseher genannt) heraus.


11.05.2009 16:49    |    rallediebuerste

Um so was beneide ich euch nicht...


11.05.2009 17:10    |    Hugaar

@ Omega-OBA:

da sieht man mal das du von diesem Thema NULL Ahnung hast!

Hau einfach ab und such dir ein besseres Thema! Sowas wie dich brauchen wir hier bestimmt nicht!

 

@ fire-fighter :

kann es voll nachvollziehen!

Meine erste Tode nach VU ist schin rund 10 Jahre her. War auch nicht nett, vorallem wenn man die Umstände bedenkt:

 

sie saß hinten in einem Auto bei einem Besoffenen (1,5 Prom.) nach ner Firmenweihnachtsfeier. Fuhr nur noch mit weil der Suffi ne Kollegin heim schaffen wollte und er nicht allein heim fahren sollte. Normal hätte sie 3 km vor dem Unfall daheim aussteigen können!


11.05.2009 17:18    |    Ducati-Niko

Aber es ist eben ein Unterschied, dass man weiß, das ist ein Bildschirm oder eben wie oben beschrieben, dass man wirklich mittendrin ist. Nicht nur Bilder, auch Geruch, Geräusche usw... Da ist man persönlich betroffen, auch wenn man den Verunfallten nicht kennt. Da ist nichts mit Abstumpfen, auch wenn man sich 1000 mal irgendwelche Blockbuster anguckt.

 

Ich hab mein Zivi beim Rettungsdienst abgeleistet und hatte da auch Erfahrungen mit Toten und/oder Sterbenden gemacht. Klasse war da der Zusammenhalt in der "Truppe" und die Gespräche mit Älteren.

 

Mir haben diese Sachen geholfen, dass Leben als etwas wertvolles zu sehen. Das tat ich auch schon vorher, aber dieses Wissen macht es noch mal sehr deutlich.

 

@Fire-Fighter: Ich finde Deinen Blog klasse. Mach weiter so und bleib im Gleichgewicht.


11.05.2009 17:21    |    fire-fighter

@hugaar: So hart hätt ich es nicht gesagt. Grundsätzlich ist hier JEDER willkommen, solange er nicht anfängt rumzupöbeln.

 

@Omega-OBA: Hast DU schon mal einen Toten real gesehen. Nicht nur gepixelt auf der Flimmerkiste? Hast DU schon mal eine Leiche angefasst? Beine in der Hand gehalten, die weich waren, weil unzählige Knochenbrüche das Bein quasi zerbröselt haben? Hast Du schon mal den geruch einer verwesten Leiche gerochen, weil die Nachbarn erst nach Wochen die Feuerwehr rufen, weil der/die Nachbar/-in nicht mehr zu sehen war? Hast Du schon mal den Geruch von verbrannten Menschen in der Nase gehabt, und dann tagelang nicht mehr losbekommen? Hast Du schon mal eine Wasserleiche versucht aus dem Wasser zu ziehen? Aufgedunsen und schwammig, quasi kaum fassbar. Hast Du? Nein? Dann versuch es Dir wenigstens vorzustellen! Weißt Du, wie ein Schädel von innen aussieht, weil der PKW ungebremst unter einen unbeleuchteten Pannen-LKW gekracht ist und der Fahrer vom LKW-Fahrgestell fast enthauptet wurde? Nein? Ich schon! Fernsehen mag bunt sein, top aktuell, und manchmal respektlos. Aber die Realität ist 3-dimensional. Mit Geruch!

 

Wenn Du das alles noch nie erlebt hast, wünsche ich Dir, dass es so bleibt!!!


11.05.2009 17:23    |    fire-fighter

@Ducati-Niko: Thanks, werd ich! Kein Problem:cool:


11.05.2009 18:35    |    bjoern1980

@Omega

Wie abgestumpft du bist, hast du mit deinem Posting eindrucksvoll bewiesen.


11.05.2009 19:07    |    Halbgott

In real ist immer alles anders. Aber das kann halt nur der verstehen, der es erlebt.


11.05.2009 21:54    |    Hummerman

Real ist wirklich alles anders. Ich kann mich noch an meinen ersten VU erinnern (war Ende letzten Jahres). Ein Jugendlicher ein Jahr jünger ist mit seinem Auto bei leichter Glätte in den Graben geschleudert. War nur leicht verletzt, trotzdem hat der VU mich tagelang verfolgt.

 

Edit: Was ich noch erwähnen wollte: Ihr könnt froh sein, wenn ihr langsamer seit als der Rettungsdienst. Ist nicht lustig, nach Eintreffen nochmal 10 Minuten zu warten (oder länger).


12.05.2009 08:50    |    Emmet Br0wn

Bei Verunfallten, dazu noch jungen Alters, ist das bestimmt sehr hart.

 

Im Krankenhaus wird dem Personal der Umgang mit dem Tod von Patienten etwas erleichtert, da zumindest meistens der Tod absehbar ist und man sich vorher darauf einstellen kann.

 

Schlimm ist es bei Kindern, denen man quasi beim Sterben zuschauen muss. Die Zeit in der Kinder-Onkologie war wirklich deprimierend.


12.05.2009 19:16    |    Halbgott

Das kann ich mir leider sehr gut vorstellen :(

Muss eine verdammt unangenehme Zeit gewesen sein.


12.05.2009 20:10    |    Schraubaer85

Meine schlimmste Unfallstelle aufzuräumen hatte ich gerade vor nicht einmal 3 Wochen. Ein Linenbus, zum glück unbesetzt wie ich nachher erfahren habe, ist an einem unbeschrankten Bahnübergang vor die Regionalbahn gefahren. Der Bus wurde sehr stark zerstört (Einzelheiten erspare ich mir), und der Fahrer hat, wie ich am nächsten Tag im Internet lesen musste, die Nacht im Krankenhaus nicht Überlebt. Obwohl der Fahrer schon längst auf dem Weg ins Krankenhaus war, hat mich die Sache doch sehr mitgenommen. Das Realisieren und Verstehen des ganzen Geschenens kam erst spät am Abend und an den nächsten Tagen. Mit der Verarbeitung bin ich auf mich alleine gestellt, mit den Kollegen darüber sprechen ja, mit der Familie nein.

Erschwehrend kommt hinzu, dass der Bus noch heute bei uns auf dem Betriebshof steht, mitten im Sichtbereich.


12.05.2009 20:35    |    fire-fighter

Das ist ein Punkt, der leider oft vergessen wird: Auch die Jungs vom Abschleppdienst kriegen genug mit. Oft reicht das Unfallwrack und die entsprechenden Spuren darin aus. Das Kino läuft im Kopf.

 

Habt Ihr die Möglichkeit auch auf die entsprechenden Notfallseelsorger, KIT (Kriesen Interventions Teams) usw. zurückzugreifen, oder werdet ihr alleine gelassen?


12.05.2009 20:55    |    Schraubaer85

Einen direkten Ansprechpartner haben wir nicht, und auch noch nicht haben müssen. Aber ich denke, dass man im falle nicht abgewiesen wird.


13.05.2009 01:05    |    Morgan Beefheart

hey hey,

 

dieser "verkaufswagen", steht der noch zum verkauf aus und um was für ein modell handelt es sich genau?

 

danke für die information

 

greetz


13.05.2009 07:01    |    fire-fighter

Sorry, darüber weiss ich nichts. Dieser Einsatz liegt aber auch schon fast 10 Jahre zurück! Das Bild dient nur als Beispiel, um was für einen Typ es sich gehandelt hat.


13.05.2009 20:30    |    Hannes1971

Tatsächlich stumpft man mit der Zeit ab.

 

Mein "härtester" Einsatz war(en) nicht der (oder die) erste(n) Tote(n) sondern ein VU, bei dem während der Bergung des Opfers Ehemann und Töchter (beide Teenager) zufällig an der Unfallstelle vorbeikamen und Mutters Auto(wrack) erkannten. Das ist jetzt 7 Jahre her, aber die Szene kann ich mir immer noch mit jedem kleinen Detail visualisieren... Das war bisher das einzige mal, dass ich den Notfallseelsorger in Anspruch genommen habe.


13.05.2009 23:14    |    Achsmanschette15

tote "live" sind definitv nicht mit hd-tv zu vergleichen.........die realtiät sieht doch anders aus als einem im tv vermittelt wird....

 

und ich könnte drauf wetten, das die "ganz harten" die immer damit prahlen welche horror-filme sie gesehen haben o.ä. wenn sie ihren ersten vu-toten sehen erstmal ein paar schlaflose nächte haben werden.....

 

vorallem ist es ja nichtnur die toten zu sehen, sondern besonders bei kfz unfällen kann es durchaus vorkommen, das der kopf des fahrers (bzw. das innenleben des kopfes) an der winschutzscheibe klebt während man halb auf dem fahrersitz lehnend den beifahrer reanimieren bzw. rausscheiden muss und unweigerlich in nächster nähe zu den überresten mit den augen/nase/mund ist.....


13.05.2009 23:21    |    Electican3

Mir hat´s als Kind schonmal gereicht an einer Unfallstelle von 2 Motorradfahrern vorbeizufahren, wo neben den abgedeckten Fahrern noch 2 weitere, runde, ebenfalls abgedeckte Kugeln lagen... (da war ich vielleicht 8 oder so) Da ist auch meinen Eltern damals nix wirkliches eingefallen um mir das zu erklären, ohne irgendwelche Geschichten wurde halt gemutmaßt, dass es sich um die Köpfe handeln muss. Ich red mir bis heute ein, dass es nur die Helme waren die die Leute da nicht rumliegen lassen wollten weil vielleicht ´n bissle Blut am Helm war... Sonst bisher noch keinen Toten "live" gesehen und auch froh drum, auch keinen der Großeltern, selbst jetzt mit meinen 25 Jahren kann ich das nich gebrauchen.

Evtl vielleicht noch´n Unfall auf der AB wo man sich denken konnte, dass der Fahrer da nich lebend raus kam (wie auch, bei nem Kleintransporter, dessen Motor nun auf der eigenen Ladefläche geparkt hat)

 

Meine Hochachtung vor den Leuten die damit täglich/wöchentlich oder auch nur einmalig konfrontiert werden!


13.05.2009 23:28    |    Achsmanschette15

bei der feuerwehr ists zum glück so, das niemand "vorne hin" muss, den auch im rückwärtigen bereich (absichern der einsatzstelle etc.) gibts genug personalaufwendige aufgaben......


14.05.2009 10:01    |    Käfer1500

Statt im Fernsehen so einen zum Rasen animierenden Unsinn wie "Cobra11" zu zeigen, wäre eine wöchentliche Folge besser, die mal umkommentiert nur die Bilder von Unfallwagen zeigt - natürlich nach der Bergung der Insassen. Autofahren ist nämlich nicht so sicher, wie es uns die NCAP-5-Sterne Werbung klar machen will.

 

Und nicht nur die Retter haben mit Ihren Erlebnissen zu kämpfen, wenn es nichts mehr zu retten gibt, sondern auch die Mediziner. Aus meiner Vergangenheit in diesem Bereich könnte ich auch einige Geschichten mit dem "rabenschwarzen" Ärztehumor beitragen, der letztlich auch nur eine Art ist, mit dem Erlebten fertigzuwerden. Besonders die Geschichten aus dem Krankenhaus in Belfast, wo man heute auf der ICU noch die Einschußlöcher eines IRA Überfalls sieht und seitdem Panzerglasscheiben eingesetzt hat, erspare ich Euch aber ...


14.05.2009 10:31    |    rallediebuerste

Cobra 11 animiert zum Rasen?!

 

CDU-Wähler?  ;)


14.05.2009 10:32    |    notting

@Käfer1500: Es gab mal eine Quarks&Co.-Folge (WDR), wo es um Unfall-Physik und so ging. IIRC sinkt ab 60km/h _Aufprall_geschwindigkeit die Überlebenchance rapide, auch bei den als so wahnsinnig sicher beworbenen Autos.


14.05.2009 11:05    |    Emmet Br0wn

Zitat:

Cobra 11 animiert zum Rasen?!

Macht mit bei der Unterschriftenaktion gegen Actionserien

 

www.prokinder-contragewaltimtv.de

 

Wenn wir genügend Unterschriften sammeln, gibt's demnächst vielleicht eine Gesetzesinitiative gegen die schlimme Action im Fernsehen. ;)


14.05.2009 11:18    |    notting

@Emmet Br0wn: Pass auf, der eine oder andere nimmt das womöglich noch ernst, weil er nicht fähig ist, seinen Kindern zu erklären, was realistisch ist und was nicht...


15.05.2009 20:54    |    kleener_franz

also mein erster VKU liegt schon bestimmt 10 Jahre zurück ...

 

damals war ich noch in der Grundschule und bei der JF und kurz hinter der Schule war ein schwerer VKU passiert ...

ich habe damals die Leiche auch gesehen, das Tuch wurde vom Wind mehrmals weggeweht ...

das Bild habe ich immer im Kopf ...

 

das schlimmste ist aber das man auf dem Dorf (fast) jeden kennt, mehr sag ich dazu lieber nicht ... das macht mir manchmal angst wenn die Sirene geht grad wenn man weiß wo es hin geht

 

bei den Aktiven hatte ich zum Glück noch keine Begegnung mit Toten im Einsatz, auch dadurch bedingt das wir ne kleine wher ohne THL-Satz sind ...

 

bei uns lag auch schon mal ein Kopf von nem Biker auf dem Feld, wie er Ihn sich abgerissen hat kann ich nicht sagen, war nicht mit anwesend damals, aber der Körper soll sich noch geregt haben...

 

bei uns gibts ein Kriseninterventionsteam, habe auch schon mal dran gedacht dort hin zu gehen, bin aber 1. noch zu Jung und 2. fehlt mir momentan die Zeit


Bild

16.05.2009 00:26    |    Skorrje

An der Stelle meinen ausdruecklichen Dank und Respekt an alle, die tagtaeglich versuchen, Menschenleben zu retten - auch wenn es manchmal nichts mehr zu retten gibt.

 

Ich versuche, regelmaessig meinen Erste-Hilfe-Kurs zu wiederholen, damit ich im Ernstfall nicht dastehe wie der Ochs vorm Berg. Bin mir trotzdem ziemlich sicher, dass es nicht ohne zittrige Haende ablaufen wird, da fehlt einfach die Routine. Und das "Erlebnis", einen gewaltsam ums Leben gekommenen mal im wirklichen Leben sehen zu muessen, treibt mir kalte Schauer ueber den Ruecken.

 

Ist schon ganz gut, dass es in Dtld. ein Recht auf freie Berufswahl gibt. So macht hoffentlich immer jeder das, was er am besten kann. Nur dass mein (Buero-) Job im Normalfall keine psychologische Beratung bedarf. Deshalb nochmal: Hochachtung vor eurer Leistung!


22.05.2012 17:33    |    Andi2011

Ich habe schon vorher Tote gesehen aber meine erste Tote bei der Feuerwehr war 1991 ein sechsjähriges Mädchen,dass auf dem Schulweg von einem abbiegenden LKW übersehen wurde, wir mussten den LKW-Reifen anheben um die Leiche des Mädchens zu bergen.

Im Laufe der Jahre habe ich unzählige Tote und alle möglichen und unmöglichen Arten des Todes gesehen, trotzdem bleiben einem bestimmte in Erinnerung - obwohl es schon so viele waren: ich habe vier Einsätze mit Toten,die mich warum auch immer,den Rest meines Lebens begleiten werden, aber ich habe mit ihnen meinen Frieden gemacht,dass ist wichtig.

 

Beste Grüße

Andi


Deine Antwort auf "VU... mein erster Toter..."

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Mein Blog hat am 20.04.2009 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Blogautor

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MAN F8 19.291 LF24

Renault

In 20 Jahren Feuerwehr gibt es wirklich nichts mehr, was ich noch nicht erlebt habe.

FS CE besitze ich seit 2007, dafür noch mal vielen Dank an die Gemeinde :cool:

Meine Brötchen (und auch das für obendrauf) verdiene ich mir im weltweiten Service für Industrieelle X-Ray Anlagen

Privat bewege ich z.Zt. einen Skoda Octavia RS.

Wer mehr wissen will - PN!

Wo der fire-fighter herkommt...

Meine Ursprungsheimat liegt in Berenbostel. Das ist ein Stadtteil von Garbsen, in der Nähe von Hannover. Ein Teil der Berichte stammt aus meiner Zeit dort. Seit ein paar Jahren hat es mich beruflich ins schönste Bundesland der Welt verschlagen. Seitdem bin ich hier in Ahrensburg, in der Nähe von Hamburg aktiv.

Auf den Fotos kann man den Unterschied anhand der Einsatzkleidung erkennen. Niedersachsen bevorzugt orange Jacken, in Schleswig-Holstein ist die Nomexjacke dunkel.

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