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11.03.2009 21:08    |    fire-fighter    |    Kommentare (106)    |   Stichworte: Denkt an uns!

In der Zeit, die das Gehirn braucht, um beim Erwachen von totaler Entspannung auf Mindestbetrieb zu schalten, verpasse ich die ersten Silben der Alarmierung: .... Fahrtrichtung Bremen, schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen!“

Während ich im Dunkeln noch schnell horche, ob einer meiner Söhne bei der Alarmierung wach geworden ist, quittiere ich den Alarm des Funkmeldeempfängers, hüpfe in die Hose und raune meiner Frau ein „Bis gleich“ zu, das sie mit „Pass auf dich auf“ erwidert.

Ein Ritual, welches Vertrautheit in die unwirklichen Sekunden bringt, die man braucht bis man vollständig gewahr wird, was gerade passiert: Es ist mitten in der Nacht. Samstag nacht. Irgendwo auf der „Bahn“ hat es gekracht, mehrere Personen sind verletzt und im Fahrzeug eingeklemmt.

Die Feuerwehr ist gefragt. Und im Gegensatz zu den vielen Bränden und einfachen Hilfeleistungen, bei denen es nicht ganz so kritisch ist und man auch ab und zu Kurioses oder gar Amüsantes erlebt, weiß man sofort, dass dies jetzt nicht der Fall sein wird.

Im Gegenteil, es stellt sich eine massive Anspannung im Verbund mit tiefer Besorgtheit ein: Da kämpft jemand um sein Leben. Nicht irgendwo im Fernsehen, sondern ein paar tausend Meter entfernt in der Nacht. Und gleich wird man bei ihm sein und versuchen „den Unterschied“ zu machen. Jetzt gleich.

Im Feuerwehrhaus angespannte Gesichter. Kein flapsiger Spruch, kein Geläster über zerknitterte Gesichtsausdrücke und wilde Frisuren. Das Löschfahrzeug wird besetzt – Maschinist, Gruppenführer und 3, 5, 6 Mann – komplett. Der Gruppenführer dreht sich um, unsere Blicke treffen sich kurz. Ein kurzes Nicken. Ich bin der einzige mit rettungsdienstlicher Ausbildung. Die wird gebraucht werden, ganz sicher. „53-10, Ausfahrt“.

Tiefblaue Blitze machen aus den Leitplanken und Bäumen am Rand der Autobahn eine Diashow. Ein Blick in den Mannschaftsraum: Viele alte Hasen, die schon viel Blut auf Blech gesehen haben, aber auch ein „Neuer“.

Immer noch Totenstille und Anspannung. Jeder horcht in den Funkverkehr: Ist der Rettungsdienst schon da, sind die vielleicht doch nicht eingeklemmt, ist der Rüstwagen schon ausgerückt?

Nichts. Wir werden die ersten sein. Mein Job wird es vermutlich sein, auf Biegen und Brechen ins Innere des Fahrzeuges vorzudringen. Egal wie es da drinnen aussieht, wie der PKW liegt oder was sonst so mit ihm ist. Drinnen ist der Verletzungs- und Einklemmungsgrad zu erkunden, die Personen zu betreuen und als Bindeglied zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Patient zu fungieren. Kein Verdrücken, keine Pause möglich.

„Da isses“. Nur Warnblinker im Dunkeln, kein Blaulicht. Polizei ist also auch nicht da. Der Maschinist blockt mit dem 14 Tonnen schweren Fahrzeug die Unfallstelle gegen den fließenden Verkehr – zur Sicherheit.

Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand in eine hell beleuchtete Einsatzstelle brettert. Als das Fahrzeug steht, springe ich mit Notfalltasche, Lampe und Decke vom Fahrzeug und laufe dem Gruppenführer hinterher. Nasser, kalter Dezemberregen. Mehrere PKW stehen unbeleuchtet oder mit Warnblinker auf der rechten Fahrbahn. Da stehen Leute am Waldrand, Fahrzeugteile liegen auf der Bahn, die Leitplanke ist durchbrochen. Aus den Büschen neben der Autobahn ragt ein Fahrzeugheck. Irgendwas gelbes mit Heckspoiler. Etwas älteres.

Ein schneller Blick nach vorne: Der ist frontal vor einen Baum. Muss schnell gewesen sein, wo früher das Getriebe ansetzte, ist jetzt Baum. Die Tür hinten geht auf, also ich schlüpfe auf die Rücksitzbank. Zwischen Glassplitter, Stofftiere und CD-Hüllen. Fahrer und Beifahrerin. Beide sehr jung. „Hallo! Hier ist die Feuerwehr. Können sie mich verstehen?“ Ein stimmloses Ja von rechts, nichts von links. Kurze Schrecksekunde, aber links hat einen einigermaßen tastbaren Puls.

Während ich den Warnblinker anschalte, Scheiben herunterfahre und dann die Zündschlüssel abziehe fange ich an zu erzählen. Einfache Sätze, nichts kompliziertes: „Du hattest einen Unfall und bist eingeklemmt. Wo tut es dir weh? Wir müssen dich rausschneiden, dass kann einen Moment dauern. Wie heißt du?“ ... und so weiter. Deine Stimme muss präsent sein, dass ist das einzige, an dem der Junge sich orientieren kann. Also reden, reden, reden.

Nebenher versuche ich genauer zu erkunden, wie schwer die beiden verletzt sind und wie sie eingeklemmt sind: Der Motor hat auf der Fahrerseite den Vorderwagen; Lenkrad und das Armaturenbrett weit in den Fahrgastraum geschoben. Die Beifahrerin, Steffi, wie ich jetzt weiß, ist zwar eingezwängt, aber nicht direkt eingeklemmt. Ein paar Schnittwunden sehen dramatisch aus, werden aber bald vergessen sein. Da ihr aber der Hals weh tut, werden wir trotzdem etliches an Blech entfernen müssen, um sie möglichst schonend aus dem PKW zu heben. Eine Querschnittslähmung aufgrund eines gebrochenen Halswirbels wollen wir nicht riskieren.

Den Fahrer hat es wirklich schlimm erwischt. Scheiße, scheiße. Er stöhnt auf als ich ihn abtaste. Das Armaturenbrett hat Knie und den Oberschenkelknochen in zahllose Splitter aufgespalten und durch die Muskulatur getrieben. Blut, viel Blut sickert in das Gewebe und fehlt woanders. Die Unterarme sind links und rechts gebrochen bei dem Versuch, sich beim Aufprall abzustützen. Links ragt ein Splitter aus dem Sweater, rechts liegt der Unterarm im rechten Winkel über der Handbremse. Der Brustkorb hat beim Aufprall auf das Lenkrad dieses verbogen, was meistens bedeutet, dass die Lunge durch gesplitterte und gebrochene Rippen verletzt ist. Luftnot ist die Folge. Das ist wie Verschlucken, dauert nur ewig. Vermutlich sind die Unterschenkel auch weich wie Pudding.

Was mit den inneren Organen wie Gehirn, Leber etc. ist, die wie ein Punchingball im Körper vor- und zurückgeschleudert worden sind, kann man nur vermuten. Ein Riß in der Leber, und er verblutet innerlich. Ein geplatztes Blutgefäß im Gehirn und er könnte den Rest seines Lebens an die Decke im Pflegeheim starren. Auch ohne Diagnose durch den Notarzt (wo bleibt der eigentlich?) wissen wir, das wir uns beeilen müssen.

Der Gruppenführer erscheint am Fenster. „Und?“ „Fahrer zuerst und mit Crash, Beifahrerin schonend. Zweiten Doktor“. „Vorschläge beim Fahrer?“ „Tür weg und A-Säule hochdrücken muss reichen. Wenn wir Zeit haben, das Dach noch.“ Während wir uns besprechen wackelt das Auto unmerklich. Rüstholz wird untergelegt, damit uns die Kiste beim Auseinanderschneiden nicht plötzlich zusammenklappt, wenn die Türen und das Dach plötzlich fehlen.

Der Notarzt kommt. Kurze Atempause während er von der Seite aus den Fahrer untersucht. Mehr als Schmerzmittel, Infusionen, Sauerstoff geben und ihm eine Halskrause verpassen kann er aber in dieser Lage auch nicht. Der Junge muss in kürzester Zeit ins nächste Krankenhaus, um die inneren Blutungen zu stoppen. „Zackig. Es eilt.“ ist seine Anweisung.

Jetzt sind die Kameraden draußen dran. „Kai, wir schneiden dich jetzt raus. Es wird ein paar mal laut knallen, aber das ist nicht so schlimm. Gleich ist es vorbei.“ Wenn wir Pech haben ist das gelogen, aber was soll ich ihm sonst sagen? Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, ob er mich überhaupt versteht. Mit einem durchsichtigen Kunststoffschild schirme ich ihn ab, vor den Sachen, die da kommen: TWÄNKK - die verkeilte Fahrertür wird mit eine lauten Schlag aufgespreizt und einem weiteren Schlag los geschnitten. Kai stöhnt, er merkt jede Bewegung des PKW.

Es wird vermutlich im Fußraum mehrere Stellen geben, wo Fleisch und Knochensplitter direkten Kontakt mit Metall haben. Nächster Schlag, die A-Säule ist oberhalb des Armaturenbrettes durchtrennt. Für die nächsten Schritt an der A-Säule im Fußraum wird der Schutzschild vorsichtig zwischen das Bein und das Metall geschoben. Kai stöhnt wieder. Der Schild geht nicht tiefer. Vermutlich wird das Bein so kräftig gegen die A-Säule gedrückt, das es nicht weitergeht. Kurze Besprechung mit dem Arzt – weitermachen. Konzentriert setzt der Geräteführer die Rettungsschere an. 600 bar Öldruck pressen die Scherenspitzen mit 100 Tonnen zusammen. Durch Metall, Kunststoff – oder Knochen wenn man nicht aufpasst. In diesem Momenten ist der Bedienknopf scheinbar glühend heiß. Schneiden, Stopp, Kontrolle, Schneiden, Stopp, Kontrolle.

Der nächste Schlag – die Säule ist durch. Lautes Stöhnen. Das gleiche noch einmal und in die ausgeschnittene Stelle kann der Spreizer gesetzt werden, um das Armaturenbrett nach oben zu drücken. Es gibt nur ein Problem: Wenn Körperteile, die zusammengedrückt werden, mit einem Schlag entlastet werden, können innere Blutungen wieder auftreten, die vorher durch den Druck abgedrückt wurden. Der Arzt befürchtet dies auch und legt eine weitere Infusion. Verhindern kann man es nicht. Sackt der Blutdruck nach dem Hochdrücken des Armaturenbrettes massiv ab, muss er sofort raus und unters Messer.

„Kai, das wird vermutlich noch einmal weh tun, aber danach ist es besser.“ Wem erzähle ich da was - ihm oder mir? Das Leben des Jungen hängt mit seinen zerschmetterten Knochen an einem seidenen Farben. Zum ersten Mal Zeit für Mitgefühl: Komm, Junge, zieh. ZIEH. Noch 5 Minuten, dann ist es vorbei. ZIEH. Kai stöhnt. Schneller.

Das Anheben des Armaturenbrettes ist ähnlich schwierig wie das vorherige Einschneiden. Technisch ist es kein Problem, mit 10 Tonnen Druckkraft das Metall auseinanderzudrücken, aber keiner weiß, ob die Reste der Unterschenkel nicht irgendwie mit dem Metall verhakt sind. Keiner will dem Jungen noch weitere Verletzungen zufügen.

Mit Schweiß auf der Stirn setzt der Truppführer das 30kg schwere Gerät wie eine Pinzette an. Nachdem die Spitzen erst mal „Masse“, richtige Ansatzpunkte gefunden haben, bewegt sich das Armaturenbrett laut knackend und knirschend nach oben. Ich versuche das Schutzschild nachzuschieben. Kurz bevor das Armaturenbrett Dachhöhe erreicht, stöhnt Kai auf und sackt in sich zusammen: Bingo. „Der muss raus. Jetzt“ sagt der Arzt. Eher sich als uns.

Ein Blick in den Fußraum bestätigt unsere Befürchtung: Die Unterschenkel sind blutig und „matsche“, der linke Fuß ist vom Bodenblech förmlich umschlungen. Doch keine Zeit mehr. Der klobige – Gott sei Dank klobige - Turnschuh wird aufgeschnitten, ich ziehe den Fuß mit einem kräftigen Ruck raus. „Patient frei“ höre ich mich rufen.

Dann wird Kai mit der Hilfe von vielen Händen auf ein Spineboard, eine körperlanges Brett gezogen. Ich versuche dabei, die Beine einigermaßen zu führen, was mir aber nur teilweise gelingt. Das dabei entstehende Geräusch und das Gefühl, Beine mit mehrfach gebrochenen Knochen bewegen zu müssen, wird mich die nächsten Tage begleiten, dessen bin ich sicher. Ich gebe den Schutzschild an den Kameraden vom Rüstwagen weiter, ich bin „raus“. Steffi wird von einer anderen Crew gerettet.

Es ist totenstill, als ich meinen Hausflur um 5 Uhr morgens betrete. Aufgewühlt. Zwar hat Kai das Krankenhaus lebendig erreicht, aber der Arzt rief auf der Feuerwache an und teilte uns mit, dass er eine äußerst schlechte Prognose hat. Als ich mich vorsichtig ins Bett lege, kommt mir nun die stille und friedliche Welt des Schlafzimmers unwirklich vor. „Wie wars?“ murmelt meine Frau. „Nicht so schlimm“, lüge ich. Ich werde das morgen mit ihr besprechen. Es reicht, wenn einer nicht schlafen kann.

Und so liege ich hellwach da und starre die Decke an. Zeugen haben gesagt, der gelbe Wagen sei an ihnen vorbeigeschossen und dann plötzlich ins Schleudern gekommen. Zu schnell gefahren. Heizer. Blödmann. Wenn der schon nicht an sich oder an seine Freundin, denkt, könnte er doch wenigstens an uns denken. Der Gedanke ist natürlich absurd.

Der nächste Gedanke, dass in ein paar Jahren meine Söhne mit Papa’s Auto loswollen ist es nicht und bricht in die aufziehende Selbstgerechtigkeit. Wie bringe ich sie dazu, nicht zu heizen? Wie dazu, dass sie meine Warnungen nicht in den Wind schlagen. Was wäre gewesen, wenn Kai dein Junge gewesen wäre...

Nach 5 Uhr morgens wieder einschlafen ist eh nicht gut.

 

Bitte denkt an uns!

 

(Orginal von Jan Südmersen)


11.03.2009 21:39    |    Gwyddno

Wollt dir nur kurz meinen Respekt für diese Arbeit dalassen!!! Für mehr fehlen mir die Worte...sry!!


11.03.2009 21:42    |    unregistrierter

Dem kann ich mich nur anschließend, erschreckend abschreckend geschrieben.


11.03.2009 21:42    |    EifelOmega

Super Beitrag. Kann ich voll nachvollziehen.

 

Gruß

Ein Kollege


11.03.2009 21:54    |    Illinger

Ab diesem Wochende ist es für mich auch soweit.... Ich werde in den aktiven Dienst übernommen. Für dieses Hobby muss man geboren sein.

 

Aber trotzdem:

ES MACHT SPASS!

 

IHR sagt, WIR wären säufer!

IHR sagt, WIR würden nur besoffen zu einsätzen fahren.

IHR verliert nur allzuselten ein gutes wort über UNS.

doch WIR sind anders!

natürlich trinken WIR gern zusammen.

jedoch nicht mehr oder öfter als andere auch.

und WIR nehmen UNSERE AUFGABEN so gut wahr, wie es UNS ALS MENSCHEN nur möglich ist.

WIR versuchen

an 365 TAGEN IM JAHR

an 7 TAGEN PRO WOCHE und

an 24 STUNDEN TÄGLICH für EUCH da zu sein!

wenn EUER haus brennt, kommen WIR und löschen es.

wenn IHR im fahrzeug eingeklemmt seid, kommen WIR und befreien EUCH.

wenn IHR nicht über eine straße kommt, kommen WIR und machen den weg frei!

auch das dorfleben gestalten WIR mit.

WIR organisieren st. martinsfeuer

und wem macht es keinen spaß drum herum zu stehen und zu zu gucken oder sich ein wenig daran zu wärmen?

WIR arbeiten mit kindern aus kindergärten und schulen.

UND ES MACHT SPASS!

manchmal haben WIR furchtbare einsätze!

wenn WIR zum vu auf der autobahn alarmiert werden, dann fragen WIR UNS jedesmal, ob wieder EIN MENSCHSEI LEBEN hat lassen müssen, oder ob sich ein SCHRECKLICHER ANBLICK FÜR IMMER IN UNSERE SEELEN EINBRENNT!

jdes mal setzen WIR UNSER LEBEN aufs spiel um EUCH ZU HELFEN.

sobald UNSER löschfahrzeug auf die straße fährt und die sondersignale eingeschaltet werden setzen WIR UNSER LEBEN AUFS SPIEL.

DENN ZU VIELE VON UNS MUSSTEN SCHON AUF DER FAHRT ZUM EINSTZ IHR LEBEN LASSEN!

wenn WIR mit atemschutzgeräten auf dem rücken in ein brennendes haus gehen um nach EUCH oder EUREN KINDERN zu suchen, dann setzten WIR UNSER LEBEN AUFS SPIEL.

jedes mal, wenn WIR uns RAUCH UND FLAMMEN nähern setzen WIR UNSER LEBEN AUFS SPIEL.

denn FEUER IST UNBERECHENBAR!

es gibt aber auch schöne momente.

jedesmal, wenn WIR in einsatzkleidung durch UNSER dorf oder UNSERE stadt gehen un die kinder mit staunendem blick sagen:}guck mal! ein feuerwehrmann!{

jedesmal, wenn WIR eienm jungen UNSEREN hekm aufsetzen und spüren, dass er sich toll damit fühlt.

jedesmal, wenn WIR einrücken und uns gegenseitig auf die schulter klopfen können, weil WIR wieder EIN LEBEN RETTEN konnten.

IHR könnt sagen, was IHR wollt!

bei der FREIWILLIGEN FEUERWEHR zu sein ist und bleibt für uns das größte!

denn welcher kleine junge träumt nicht davon, feuerwehrmann zu werden, wenn er "groß" ist.

WIR haaben uns diesen traum erfüllt!

Wir helfen so wie wir es als kinder immer wollten!

UND ES MACHT UNS SPASS.

WIR SIND MENSCHEN WIE IHR -

ABER WENN IHR UNS BRAUCHT, DANN SIND WIR FÜR EUCH DA!


11.03.2009 21:57    |    rallediebuerste

Wow... eindrucksvoll!

Danke fürs Posten!


11.03.2009 22:00    |    Eric E.

"Wenn der schon nicht an sich oder an seine Freundin, denkt, könnte er doch wenigstens an uns denken. Der Gedanke ist natürlich absurd."

 

jetzt muss ich an den "berühmten" Aufkleber an manchen Autos denken: "überholen Sie ruhig, wir schneiden Sie da wieder raus. ihre Feuerwehr" da kommt man schon jedesmal ins grübeln....

 

IHR sagt, WIR wären säufer!
IHR sagt, WIR würden nur besoffen zu einsätzen fahren.

 

 

da muss ich an eine Geschichte denken, die bei uns vor ca 2 Jahren in der Zeitung stand:  Die Polizei verfolgte einen LKW der Feuerwehr, der in Schlangenlinien die Straße entlang fur. Die Polizisten hielten die Feuerwehr an, der Fahrer musste blasen. Ergebnis 0,0 Promille. :eek: was war passiert? Es gab vorher Hochwasser und das hatte teilweise die Gullideckel der Straße angehoben. Der Fahrer fuhr also die Deckel so ab, dass er erkennen konnte, ob sie richtig in der Straße saßen. Da sie versetzt waren, gings auch auf die Gegenfahrbahn rüber. Für die Polizisten sah es nach einem besoffenen Fahrer aus - war er aber nicht, de rmachte gewissenhaft seinen Dienst :D

 

 

Ciao,

Eric


11.03.2009 22:01    |    madstefan

hallo

ich bin selbst feueerwehrmann und vater von zwei kleinen kindern-- ich hab beim lesen geheult und denke mit grauen daran das meine beiden töchter auch mal freunde (leichtsinnige) haben werden

 

stefan


11.03.2009 22:03    |    tino27

Mir fehlen auch die Worte.

 

Um den Job bist du echt nicht zu beneiden, obwohl es natürlich eine sehr heere Aufgabe ist. Jeden Tag und jede Nacht sind Frauen und Männer wie du unterwegs um Leuten zu helfen, die selber nicht an sich und andere gedacht haben. Dafür müsste man euch jeden Tag danken und obwohl dies nicht geschiet, macht ihr weiter.

 

Man könnte sich endlos über Raser usw aufregen, aber wie du es schon geschrieben hast, nur weil er meint verantwortungslos zu handeln, muss man ihn nicht so behandeln. Wenn nur viele nicht erst einen Unfall bräuchten um zu lernen. :(

 

Beine Beschreibung sofort an diese Bilder: http://www.ruhrnachrichten.de/.../diaview.html?...

 

Frage: Wie sieht die psychiatrische Betreuung nach so einem Einsatz aus? GIbt da nur ne Nummer zum wählen? Gibt einen Seelsorger? Spricht man untereinander darüber?


11.03.2009 22:03    |    olli190175

Der bislang beste Beitrag in einem Blog, den ich je gelesen habe!

 

Hut ab!

 

Ich schlage diesen Blog für den Blog des Monats vor!

 

Gruß Olli


11.03.2009 22:04    |    noxiousger

wow, unfassbar gut in worte gefasst.

und nach der story sollten auch deine jungs verstehen...


11.03.2009 22:05    |    Mondi 86

Hallo.

 

Ich bin auch in der Feuerwehr und kann dir nur bedingt nachfüllen! Aufgrund das ich bisher von solchen Einsätzen verschont wurde und hoffe das es weiterhin so bleibt und ich nie solch einen Einsatz fahren muß!

 

Mein Respekt vor solchen Kameraden wie dir ist riesengroß!!!!!!!!!!!

 

Nebenbei würde mich Interesieren wie es den Beiden Insassen geht! Bzw ob der Fahrer Überlebt hat


11.03.2009 22:06    |    Trackback

Kommentiert auf: Audi TT 8J:

 

Bitte zum Blog des Monats wählen!!!

 

[...] TT-ler,

 

da ich in diesem Bereich "heimisch" bin, möchte ich euch den folgenden Blog nicht vorenthalten:

 

http://www.motor-talk.de/blogs/112-bis-911/denkt-an-uns-t2190884.html

 

Einfach mal drüber nachdenken!

 

Ich war schwer beeindruckt. Vielleicht kann man den Blog als Blog des [...]

 

Artikel lesen ...


11.03.2009 22:07    |    fire-fighter

Werde hier in unregelmäßigen Abständen auch mal was Lustiges einstellen. Ich habe gemerkt, dass ich in 20 JAhren so einiges erlebt habe. Zum Lachen, zum Nachdenken und manchmal.. ok, das werde ich nicht posten!

 

Der obige Text stammt nicht aus meiner Feder, gibt aber sehr eindrucksvoll die Situation wieder. Nicht jeder Unfall ist so heftig, aber manchmal kommt man echt ins Grübeln, warum man sich das antut. Dann kommen wieder Momente, wo alles super läuft. Einen triftigen Grund, warum man in einer freiwilligen Wehr seine Freizeit verballert, kann man kaum geben. Ist halt mehr als ein Fußballverein. Manchmal.


11.03.2009 22:14    |    fire-fighter

@tino27:

Seit der ICE-KAtastrophe in Eschede hat sich im Bereich Notfallseelsorge viel getan. Inzwischen gibt es in vielen Kreisen Notfallseelsorger, die teilweise auch schon mit Funkalarmempfängern ausgerüstet sind und von der Leitstelle direkt alarmiert werden können, um direkt am Unfallort Opfer und Helfer zu betreuen.

Meist reicht aber ein Gespräch nach dem Einsatz unter Kameraden, oder auch im Kreise der Familie.

Reden hilft, schweigen belastet.


11.03.2009 22:20    |    online-olli

...hab auch noch feuchte Augen... ich bewundere auch ständig die Arbeit der Feuerwehrleute und Rettungskräfte und es tut mir immer leid, wenn sie durch solche Dummheiten vielleicht tagelang seelisch zu kämpfen haben...!

 

 

Viele Grüße, und DANKE dass es EUCH gibt!

 

Olli aus Leipzig


11.03.2009 22:24    |    Achsmanschette15

Zitat:

Meist reicht aber ein Gespräch nach dem Einsatz unter Kameraden

wird bei uns bei jedem einsatz wo einer "ex" gemeldet wird auch immer so praktiziert....zumidnest "bietet" die wehrleitung das an....da wir in letzter zeit desöfteren mal tödliche unfälle hatten ist in überlegeung an einem übunsgabend mal nen notfallseelsorger kommen zu lassen.....

 

ferner gilt bei usn die regel: wer "sowas" nicht sehen kann, hält sich hinter den autos zurück und sichert die einsatzstelle ab etc.....

 

ich für meinen teil (habe san-a ausbildung und deshalb auch einer der an "vorderster front" ist) zähle eher zu denen, die selbst bei nem totall verdetschten auto noch nen spruch alá "mit etwas politur sieht der wieder aus wie neu" über die lippen bringen...allerdings muss man bei solchen "sprüchen" immer genau wiessen wer alles zuhört.....


11.03.2009 22:40    |    fuchsi891

KLasse Beitrag Respekt! Vor zwei wochen hatte eine alte klassenkameradin einen tödlichen autounfall mit 18.Nur 1 km von ihrem wohnort entfernt kann das also alles sehr gut nachvollziehen war 10 minuten später am unfallort und hab mir das leider alles mit anschauen müssen. Man kann nur Respekt vor leuten wie dir haben kann mir das kaum vorstellen mit sowas umgehen zu könnnen


11.03.2009 22:45    |    Salazzares

Mir bleibt die Spucke weg.

Ich bin 19 und fahr ab und zu mal "Sportlich". Und nur dann wenn die Wetterbedingungen mitspielen.

 

Vor Leuten wie dir hab ich einen Heidenrespekt!

Ich will nicht wissen, wieviele Leben ihr auf diese Weise gerettet haben!

 

Nun, die Kehrseite, viele haben es sicherlich nicht geschafft.

 

Rasen... ich versteh nicht was daran toll sein muss.


11.03.2009 23:02    |    troja_falls

ich verstehe das und habe vollsten respekt vor dem was du/ihr tut.

 

ich habe selber den SAN-A-B beim BRK gemacht, um beim 3ten einsatz (als dritter mann im RTW) festzustellen, das das nichts für meinen magen ist.

um das ganze wissen "nicht verkommen" zu lassen, habe ich dann auf RUD (realistische unfalldarstallung) umgesattelt.

ich hoffe das ich einigen damit eine vorbereitung auf die schlimmen momente gegeben habe.


11.03.2009 23:08    |    Mirco-S-H

Respekt vor dem Job. Mehr kann ich dazu nicht sagen, mir fehlen die Worte!


11.03.2009 23:09    |    C70-Winni

... mir fällt grad nix mehr ein. Ich musste auch erstmal nen Moment durchatmen und Tränen wegwischen!

Bis vor ein paar Jahren war ich auch noch in der FFW ... bin aber von solchen Einsätzen immer verschont geblieben.

Und war zum Glück nicht in der Nähe als ein Freund meines Bruders bei so einem Unfall ums Leben kam ...

 

Danke für den Blog

Winni


11.03.2009 23:18    |    e46-heizer

Sehr schöner Blog! Arbeite selbst im Rettungsdienst. Und selbst mir fehlen die Worte, wenn ich sowas lese oder selber erleben muss!

Und leider leider wird dank unseres Gesundheitssystemes immer mehr gespart in dieser Branche!


11.03.2009 23:20    |    sukkubus

sollte man zur pflichtlektüre vor der allsamstäglichen disko-ralley machen......


11.03.2009 23:22    |    thelaywer

hab jetzt noch gänsehaut von dem Text......

 

 

Danke für den Post...


11.03.2009 23:23    |    Hummerman

Ich bin auch freiwilliger Feuerwehrmann und ich muss sagen der Text spiegelt genau, und ungeschönt, wieder was wirklich abläuft und welche Gedanken man hat.

 

Der Text von Illinger ist auch sehr passend.


11.03.2009 23:26    |    Hafi545

Respekt. Eine sehr eindrucksvolle Schilderung.

Als Versicherungs-SB habe ich regelmäßig Akten in der Hand, die dem geschilderten Ablauf hier sehr nahe kommen und wenn ich die Bilder in den Ermittlungsakten sehe, denke oft daran, wie es den Leuten vor Ort, Ersthelfern, Feuerwehrleuten aber auch Polizisten geht, die den Unfall nicht nur auf Papier, sondern tatsächlich erlebt haben und verarbeiten müssen. Wie fühlt  man sich wohl, wenn man den Eltern die Nachricht überbringen muss?

 

In einer Akte, die ich heute  bekommen habe, sah es am Unfallort ziemlich genau so aus, wie in dem Bericht beschrieben.

 

Allerdings hatten in diesem Fall "Kai und Steffi" weniger Glück. Beide haben den Unfall nicht überlebt.

Sicher denken viele Menschen täglich an Euch und Eure Arbeit, von denen Ihr es gar nicht unbedingt erwartet.

Weiter so!

Gruß

Hafi


11.03.2009 23:30    |    sergeantpuppy

wahnsinn ! vielen dank, ganz toll, habs ausgedruckt für meine lehrlinge ! bin sehr berührt .... alles gute !


11.03.2009 23:31    |    Patriots

Ich bin sprach-und atemlos.


11.03.2009 23:34    |    Vers.experte

mir fehlen die worte. RESPEKT.


11.03.2009 23:38    |    Olli the Driver

Sehr gute Schilderung so eines Einsatzes, vielen Dank für diesen Einblick in diese Arbeit.


11.03.2009 23:54    |    Eagle3386

Respekt für diesen Text, mit dem du bzw. der Autor meine Fahrweise nachhaltig beeinflusst haben - mehr kann ich nicht dazu sagen, mir fehlen schlicht die Worte..


12.03.2009 00:30    |    Mitsumichi

Meinen Respekt hast du.


12.03.2009 00:30    |    Bmwfan1100

Respekt auch von mir ,mir fehlen grad auch die Worte ,sry ,aber Danke ,für dass was Ihr tut


12.03.2009 01:10    |    Trackback

Kommentiert auf: GD_Promo:

 

Erlebtes Einsatzleben

 

[...] Aufgund dieses Blogs http://www.motor-talk.de/blogs/112-bis-911/denkt-an-uns-t2190884.html finde Ich sollte Ich auch mal so ein paar erlebte sachen Päsentieren um Menschen aufzuklären!!!!

 

Zu [...]

 

Artikel lesen ...


12.03.2009 01:14    |    BadRog(Ger)

Hochachtung,sehr gut beschrieben!

Feuerwehrmann zu sein ist nicht immer einfach. 


12.03.2009 01:43    |    bjoern1980

Klasse Blog (des Monats).

 

Ich möchte keinen Tag mit dir tauschen, für den Job bin ich definitiv zu weich. Meine ehrliche Hochachtung!


12.03.2009 01:44    |    NaNuNaNa

Ich ziehe meinen Hut, vielen Dank für diesen Artikel.


12.03.2009 02:04    |    BlueMevo

Respekt vor deiner Arbeit!

Ich musste einige Stellen überspringen weil ich es einfach nicht lese konnte.

 

Ich weiß aber wo von du sprichst.

Ich war selbst 6 Jahre beim THW und bin heute froh, dass ich solch einen Einsatz nie mit machen musste.

Und ich hoffe auch, dass ich nie dich oder einen Kameraden in solcher Situation kennenlernen muss.


12.03.2009 06:31    |    Roberto Blanco

Hallo!

 

Vielen Dank für Deinen Bericht. Ich muss zugeben, dass mich dieser sehr bewegt hat. Ich bin froh, dass es ob der Gefahren und psychischen Belastungen Menschen gibt, die solche Aufgaben übernehmen.

 

Vioelen Dank, dass Du diesen Job machst.


Deine Antwort auf "Denkt an uns"

Blogempfehlung

Mein Blog hat am 20.04.2009 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Blogautor

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MAN F8 19.291 LF24

Renault

In 20 Jahren Feuerwehr gibt es wirklich nichts mehr, was ich noch nicht erlebt habe.

FS CE besitze ich seit 2007, dafür noch mal vielen Dank an die Gemeinde :cool:

Meine Brötchen (und auch das für obendrauf) verdiene ich mir im weltweiten Service für Industrieelle X-Ray Anlagen

Privat bewege ich z.Zt. einen Skoda Octavia RS.

Wer mehr wissen will - PN!

Wo der fire-fighter herkommt...

Meine Ursprungsheimat liegt in Berenbostel. Das ist ein Stadtteil von Garbsen, in der Nähe von Hannover. Ein Teil der Berichte stammt aus meiner Zeit dort. Seit ein paar Jahren hat es mich beruflich ins schönste Bundesland der Welt verschlagen. Seitdem bin ich hier in Ahrensburg, in der Nähe von Hamburg aktiv.

Auf den Fotos kann man den Unterschied anhand der Einsatzkleidung erkennen. Niedersachsen bevorzugt orange Jacken, in Schleswig-Holstein ist die Nomexjacke dunkel.

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