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30.05.2009 20:52    |    fire-fighter    |    Kommentare (17)    |   Stichworte: Einsätze

bmabma

Brandmeldeanlagen findet man in fast allen größeren Gebäuden. Ab einer gewissen Objektgröße wird so eine Anlage vorgeschrieben.

 

Eine Brandmeldeanlage besteht aus mehreren Teilen. Da wären zum ersten die eigentlichen Melder. Da gibt es je nach Einstzgebiet die verschiedensten Ausführungen. Rauchmelder, Wärmemelder, die einen sprunghaften Temperaturanstieg erkennen, kombinierte Rauch-/Wärmemelder, Optische Melder, die das flackern von Flammen erfassen, Linienmelder, die per Laserstrahl weite Hallenkomplexe überwachen und und und. Dann natürlich den "klassischen" Druckknopfmelder im Roten Kasten mit der Scheibe davor. Aber was passiert dann?

Alle diese Melder sind an eine Brandmeldeanlage angeschlossen. Bei größeren Anlagen sind die Melder zu Gruppen zusammengefasst. Bei einem Alarm löst diese Anlage eine Meldung in der angeschlossenen Feuerwehrleitstelle aus. Im Gebäude selbst ertönt ein Feueralarmsignal, damit die anwesenden Personen gewarnt werden und das Gebäude verlassen können. Damit die Feuerwehr nachts auch Zugang zu diesen Gebäuden hat, gibt es meist aussen sogenannte FSD (Feuerwehr-Schlüssel-Depots)

 

 

FSD - Feuerwehr Schlüssel DepotFSD - Feuerwehr Schlüssel Depot

Das sind kleine eingemauerte Schlüsselsafes, deren Klappe bei ausgelöster Brandmeldeanlage entriegelt wird. Die Feuerwehr kann dann mit einem speziellen Schlüssel das Depot im Inneren öffnen und die Objektschlüssel entnehmen.

 

Bei einer derarigen Ballung von Technik ist es sehr wahrscheinlich, dass es auch mal zu Störungen kommt. Das bedeutet dann meist eine Fehlalarmierung. Ursachen hierfür gibt es wie Sand am Meer. Mal hat einfach die Anlage selbst eine Störung, mal ist es der Dieselstapler auf der Laderampe, mal ein Dampfstrahler, ein anderes mal sind es Flex- oder Schweißarbeiten.

Immer wieder gibt es Anlagen, die öfter als normal Fehlalarme auslösen. In Berenbostel war das damals die Tiefkühlhalle. Alle paar Tage ging der Funkmelder, natürlich meist nachts. Zu Anfang kamen viele zur Wache, mit der Zeit immer weniger. Verständlich. Man wird aus dem Schlaf gerissen, für nichts. Irgendwann schleicht sich bei jedem der Gedanke ein "Ist ja doch nichts, ich bleib einfach liegen!" Gerade das ist aber gefährlich. Wenn dann doch mal was passiert, geht durch die dann notwendige Nachalarmierung wertvolle Zeit verloren.

Fehlalarm um Fehlalarm verging. Immer das selbe Spiel: Das TLF als erstes Fahrzeug raus, Das LF hinterher. Schlüsselkasten auf, Schiebetor aufschliessen, zur Seite schieben, Rückmeldung an Leitstelle "von aussen keine Wahrnehmung" und vorfahren bis zum Seiteneingang.

 

bma-kleinbma-kleinTür aufschließen, dabei die seperate Einbruchsmeldeanlage auslösen (geht halt noch eine Tröte mehr an...) zur Brandmeldeanlage gehen, auf dem Meldetableau die Ausgelöste Schleife ablesen, die entsprechende Laufkarte (ein Gebäudeschema den betreffenen Abschnitts, auf dem alle Melder und Gefahrenquellen eingezeichnet sind) greifen und den Bereich kontrollieren. Routine. Oft geübt und meist stinklangweilig. Im Kühlhaus zusätzlich A...kalt!

Diesmal wieder: Ausgelöster Melder in der Batterieladestation. Das Stahlschiebetor war ordnungsgemäß verschlossen. Dahinter befanden sich drei Ladestationen für die Elektrohubwagen, nebst Abstellplätzen für die Hubwagen. Da waren wir auch schon des öfteren. Und genau da liegt die Gefahr. "Da ist eh nie was!", dann Tür auf und reinschauen....

Diesmal war ich zum Glück nicht so leichtsinnig. Ich hatte die Hand schon ausgestreckt, da zögerte ich. Ich zog den Handschuh aus und machte mit der bloßen Hand einen Temperaturcheck. "He! Die Tür ist heiß!" Diesmal war's ernst! Per Funk wurden die Kameraden draussen informiert, damit sie uns eine Schlauchleitung reinbringen und eine Wasserversorgung aufbauen. Wir warteten auf den Schlauch, Das Atemschutzgerät hatten wir ja schon auf dem Rücken. Kurz darauf, mit Wasser am Stahlrohr, alle anderen ohne Atemschutz hatten den Bereich verlassen, öffneten wir das Schiebetor. Es brannte tatsächlich. Neben einer der Baterieladestationsen stand eine einzelne Staplerbaterie zum Laden. Der Stapler sebst stand zum Laden davor. Damit das Ladekabel reichte, hatte der Fahrer die Gabel angehoben und war vor die Baterie gefahren. Über Nacht hatte die Hydraulik der Gabel nachgelassen. Die abgesackte Gabel löste an der einzeln stehenden Baterie einen satten Kurzschluss aus. Unterm Strich ein kleines Feuer, welches auch sehr schnell gelöscht war.

Interessanterweise kamen nach diesem Erlebnis wieder mehrere Kameraden bei der Meldung "Brandmeldeanlage" zur Wache.

 

 

pavillonpavillon

Das zweite Erlebnis hatten wir in einem Möbelhaus. Jedes Mal, wenn das Gebäude umgebaut oder erweitert wurde, brauchten die Techniker eine Weile, bis die Brandmeldeanlage zuverlässig lief. Für uns bedeutete das immer eine Reihe von Fehlalarmen. So auch diesmal. Der "Naturpavillon" war die neuste Erweiterung. Eine Holzdachkonstruktion, außen dem Rondell folgend eine Empore, in der Mitte ein Zentraler Pfeiler. Deckenhöhe gut 15m. Bei der Kontrolle des Rauchfreien Pavillons fiel uns ein verschmorter Geruch auf. Von der Empore aus konnten wir erkennen, dass einer der Trafos der Hallogen-Kronleuchter geschmort hatte. Die Holzverkleidung war in dem Bereich schwarz verfärbt. Mit dem Hochdruckschnellangriff vom Tanklöschfahrzeug "schossen" wir einmal nach oben. Treffer! Die Rauchbildung hatte aufgehört. Aber war der Schwelbrand wirklich aus? Wie kontrollieren? Verschiedene Überlegungen wurden angestellt. Von "Dach von oben aufsägen" bis "wird schon aus sein.." war keine vernünftige Lösung dabei. Schließlichentschieden wir uns, aus zwei 4-Teiligen Steckleitern eine Bockleiter zu bauen, auf die dann der leichteste von uns zur Kontrolle raufsteigen musste. Die Konstruktion passte genau bis knapp unter den Deckenbereich. Etwas wackelig und garantiert nicht im Sinne der UVV, aber wir hatten Gewissheit: Feuer aus!


27.05.2009 10:54    |    fire-fighter    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: Einsätze

2006. Die Fußball WM war im vollen Gange. Viertlfinale. Wir hatten uns in der Wache gemeinsam das erste Spiel angesehen und sassen noch zusammen. Das zweite Spiel lief gerade. Es war warm, die Sonne strahlte und wir überlegten, was man noch unternehmen könnte. Dann draußen Martinhorn. Rettungswagen und Notarzt fuhren vorbei. Ein paar Minuten später gingen unsere Melder los. Minischleife: Amtshilfe für POL nach VU

Wir besetzten mit zehn Mann das LF24 und das LF16 und fuhren los. Ein Motorradfahrer war von der Fahrbahn abgekommen und hatte ein Verkehrsschild touchiert. Der Notarzt und die Rettungssanitäter hatten alle Hände voll zu tun. Die Polizei bat uns, die Unfallstelle etwas abzuschirmen, da sich inzwischen eine erhebliche Anzahl an Schaulustigen gesammelt hatte. Die durch das Schild hervrgerufene Teilamputation der Beine war auch wirklich kein schöner Anblick.

Mit Decken und unseren Fahrzeugen bildeten wir einen Sichtschutz. Nebenbei sicherten wir das Motorrad und streuten ausgelaufenen Kraftstoff ab.

Im Hintergund stieg hier und da Rauch auf, die meisten Anwohner saßen im Garten und waren am Grillen. Uns stieg ein stechender Geruch in die Nase. Irgendwie verschmort. Das Motorrad? Nein, das war ok...

Wieder der Blick in die Runde. Da ein Grilfeuer im Garten, dort ein Grill auf der Terasse, dort qualmte es vor der Terasse, da noch ein Grill... Moment! Qualm VOR der Terasse?? Nö! Das ist der Raum UNTER der Terasse! Luftlinie 250m von uns entfernt! Plötzlich kam Bewegung in uns! Ich schnappte mir den nächstbesten Kameraden: "Los! PA anlegen! Da hinten brennt's!" Wir rüsteten uns in Windeseile aus, das zweite Fahrzeug fuhr näher ran. Schläuche wurden verlegt. Wir rannten mit dem Atemschutzgerät auf dem Rücken die Strecke bis zu dem Haus. Per Funk forderteunser Gruppenführer von der Leitstelle Verstärkung. Wir waren ja nur mit einer handvoll Leute zur Amtshilfe abgerückt. "Zwoter Einsatz. Verdacht auf Wohnungsbrand. Lösen Sie die große Schleife aus."

Inzwischen waren wir auf Höhe des Hauses angekommen. Der Besitzer stand am Zaun und realisierte erst jetzt, dass wir zu Ihm wollten.

"Was wolen Sie von mir? Verlassen Sie mein Grundstück! Ich habe Sie nicht gerufen! Bei mir brennt es nicht. Ich bezahle Sie nicht!"

Wir waren etwas verdutzt. Im Hintergrund quoll der Rauch aus den Türritzen und wir standen am Gartenzaun und mussten mit dem Besitzer diskutieren. Die anwesende Polizei schob den Besitzer zur Seite und erläuterte ihm ausführlich, was "Gefahr im Verzug" bedeutet, und dass ein Feuerwehreinsatz durch die Gebäudebrandschutzversicherung gedeckt sei. Wir gingen währenddessen mit dem Strahlrohr vor. Vorsichtig öffneten wir die Tür. Grauer Rauch drang ins Freie. Der Raum selbst voller Gerümpel. Ein typischer Abstellraum. Gleich rechts an der Wand hing ein Spielautomat, aus dem es heftig rauchte. Die Kunststoffabdeckungen zogen schon Fäden. Kurzerhand packten wir den Automat, hoben ihn vom Haken und trugen ihn ins Freie. Zurück im Abstellraum tasteten wir uns zum Fenster auf der Rückseite und öffneten es zum Durchlüften. Mehr war zum Glück nicht passiert.

Draussen hatten unsere Kameraden den AUtomaten inzwischen "geknackt" und mit ein wenig Wasser gelöscht. Der Besitzer war inzwischen recht kleinlaut.

 

Zu den positiven Gedanken, ein Feuer gelöscht zu haben, bevor es eigentlich gemeldet wurde, mischten sich die nachdenklicheren über den Motorradunfall. Entgegen ersten Behauptungen zu überhöhter Geschwindigkeit stellte sich später heraus, dass ihm von rechts die Vorfahrt genommen wurde. Bei der Ausweichbewegung verlor er die Kontrolle und kam nach links von der Strasse ab. Seine Maschine traf ein Achtungsschild und knickte es weg. Das Schild selber traf dann seine Beine...

Nach ein paar Tagen erfuhren wir dann, dass er den Unfall nicht überlebte. Der Verursacher war zwar von Zeugen gesehen worden, wurde aber nie gefasst.


24.05.2009 23:08    |    fire-fighter    |    Kommentare (20)    |   Stichworte: Einsätze

8. Januar 2004: Gegen 16:00 kam der Alarm. VU auf der Bundesstrasse. Ein LKW wurde an der Kreuzung geschnitten und musste eine Vollbremsung machen. Auf dem Kippauflieger war mit Aluplatten abgedeckt. Darüber war eine Plane gespannt. Die Ladung: Schlachtereiabfälle aus der Geflügelverarbeitung. Hühnerfüsse, Hühnerhälse und Innereien. Eine breiige Masse. Schwallbleche waren nicht vorhanden. Aufgrund der Vollbremsug platzte die Aluminiumabdeckung im vorderen Bereich auf. Die Plane konnte die Ladung nicht halten. Somit ergossen sich mehrere Tonnen der Abfälle auf die Sattelzugmaschine und auf die Strasse. Durch den hohen Fettgehalt war die Fahrbahn extrem rutschig.

 

Als erstmaßnahme wurden der Abbieger und die rechte Fahrbahn gesperrt. Die linke Fahrbahn wurde mittels Ölbindemittel "abgestumpft", damit der Berufsverkehr zumindest einigermaßen abfließen konnte.

 

Über den städtischen Bauhof wurden Absetzmulden und Radlader an die Einsatzstelle geordert. Da sich die Entsorgung dieser Mengen an Schlachtereiabfällen als etwas problematisch erwies, wurde entschieden, auf das Ersatzfahrzeug der Spedition zu warten. Die Zugmaschine musste in mühevoller Handarbeit von den Hühnerresten befreit werden. Nachdem der Absetzkipper für den Abtransport eingetroffen war, wurde begonnen, die Schlachtabfälle mittels Radlader von der Fahrbahn zu entfernen. Danach wurde die Fahrspuren mit einem Dampfstrahler vom Fett befreit. Das Wasser-Fett-Gemisch wurde vor den Regenwassereinläufen abgesaugt und gesondert entsorgt. Abschließend wurde die gesammte Fahrbahn zusätzlich mit Ölbindemittel abgestreut. Das Bindemittel wurde am nächsten Tag vom Bauhof mit einem Kehrgerät wieder aufgenommen. Für uns war dieser (leider nicht einmalige) Einsatz nach 4 Stunden beendet. Zum Glück ereignete sich dieser Unfall im kühlen Januar. Die Belastung während der Sommermonate wäre sicherlich um ein vielfaches schlimmer gewesen.

 

Die letzten Hühnerfüsse fanden sich noch Tage später im Gras am Rande neben des Radweges...


17.05.2009 13:21    |    fire-fighter    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: Einsätze

Der Einsatz kam mitte Dezember. Abends gegen 20:30 Uhr.

GEFAHRGUTEINSATZ: SB-TANKSTELLE INDUSTRIEGEBIET xxx. FLÜSSIGKEIT TROPFT VON LKW-LADEFLÄCHE

 

Sch...dreck! Schnell in Hose und Stiefel gesprungen und ein kurzes "Gefahrgutunfall! Das wir später!" ins Wohnzimmer gerufen und dann raus zum Auto. Schmuddelwetter, naßkalt. Nahezu windstill. Auf der Fahrt ins Gerätehaus picke ich noch einen Kameraden auf. Der hat noch kein Auto, weiß aber dass theoretisch min. 3 Kameraden mit Auto an der Ecke vorbeimüssen. Diesmal hatte er Glück und kam recht zügig mit. Nichts demotiviert mehr, als andauernd bei Einsätzen dem letzten Fahrzeug aus der leeren Wache hinterherzusehen.

Wir besetzen die Fahrzeuge und fragen an der Leitstelle die Wetterdaten ab. Die haben Zugriff auf entsprechende Programme und können uns mit Daten über Windrichtung und Windgeschwindigkeit versorgen. Das ist bei Gefahrgutunfällen wichtig, damit man nicht gegen den Wind anfährt und dann in der Schadstoffwolke steht.

Doch diesmal kein Problem. Nur ganz leichter Wind und auch noch von der "richtigen" Seite. Wir können den ganz normalen Weg zur Anfahrt wählen. Der Einsatzort ist eine SB-Tankanlage im Industriegebiet an der Autobahn. Ein LKW-Fahrer bemerkte, dass bei einem anderen LKW, der gerade tanken wolte, Flüssigkeit von der Ladefläche tropft. Anhand der orangenen Warntafeln war erschtlich, dass es ein Gefahrguttransport war.

 

gefahrgutunfallgefahrgutunfall

Als erstes galt es zu erkunden, um was für eine Ladung es sich handelte. Parallel dazu mussten die zahlreichen LKW kontrolliert werden und die im Fahrzeug schlafenden Fahrer aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Kein Verständnis habe ich für die Fahrer, die auf das Klopfen an der Türe nicht reagierten, weil sie sich wohl nicht stören lassen wollten... Sie haben sich dann aber durch Licht an und aus doch "verraten" und wurden dann etwas aufdringlicher zum Verlassen des Fahrzeugs "überredet"...

 

Inzwischen war der Parkplatz weiträumig abgesperrt, der Gerätewagen Gefahrgut, der vom Landkreis auf unserer Wache stationiert wurde, war auch mitan der Einsatzstelle, und der erste Trupp hatte die Erkundung am LKW unter Vollschutz (CSA) abgeschlossen. Die Ladung bestand aus 50l-Kanistern mit hochkonzentriertem Wasserstoffperoxid. (Beim "hausgebrauch" sind es nur 2% in der Lösung, hier waren es über 90%)

kanisterkanister

Die Kanister waren 2-fach übereinander auf Paletten gestapelt. Jede Palette war mit Stretchfolie umwickelt. Die Paletten waren formschlüssig verladen. Weitere Ladungssicherungen existierten nicht. Durch bremsen waren die Kanister offensichtlich verrutscht. Teilweise war zwischen Kanistern und Palette ein versatz von 10cm vorhanden. Offensichtlich waren einer oder mehrere Kanister leckgeschlagen. Welche das waren, konnte nicht lokalisiert werden. Also musste der LKW entladen werden. Per Stapler leider unmöglich, aufgrund des Versatzes auf den Paletten...

Es zeichnete sich ein längerer Einsatz ab. Der Löschzug Gefahrgut des Kreises wurde alarmiert, da wir nicht genug Chemikalienschutzanzüge und nicht genügend ausgebildete Träger zur Verfügung hatten. Die parkenden LKW wurden unter Atemschutz vom Parkplatz gefahren, um den "heimatlos" gewordenen Fahrern die Weiterfahrt oder die Pause an anderer Stelle zu ermöglichen. Ausserdem konnten wir den gewonnenen Platz auf dem Parkplatz für die zu entladenden Kanister und für die Übersicht ganz gut gebrauchen.

Nach und nach trafen die Fahrzeuge des Gefahrgutzuges an der Einsatzstelle ein. Jetzt begann die mühselige Handentladung des LKW's. Immer zu dritt gingen wir vor. Einer saß auf den Kanistern (später stand er auf dem freigeräumtem Bereich der Ladefläche) und hob die Kanister herunter. Der zweite nahm sie unten entgegen und reichte sie an den dritten weiter, der sie auf Planen oder in Schutzwannen wieder aufstapelte. Draußen stand der nächste Trupp als Rettungstrupp in Bereitschaft, der nächste Trupp begann sich auszurüsten. Nach 20-25min war die Luft soweit verbraucht, dass ein Wechsel anstand. Der Rettungstrupp wurde Einsatztrupp und der nächste Trupp rückte auf. So vergingen die Stunden, einige Kameraden waren zwei bis drei mal während der Arbeiten "vorne". Andere lösten den Dekontrupp ab. Ausgerüstet mit leichten Einmal-Chemieschutz Overals und mit Filtergerät, halfen diese bei der Reinigung der zurükkehrenden Trupps, und bei der Entkleidung.

Verpflegung und Kistenweise Getränke waren inzwischen auch organisiert.

Sprit für die Stromgeneratoren für die Flutlichtmasten musste nachgeholt werden. Die Vorräte bei uns in der Wache gingen zur Neige, die benachbarte Tankstelle wollte nur gegen Bezahlung welchen rausrücken (sch... Studenten im Nachtjob...) Also wurde aus der Nachbarstadt die Reserve der Wache geordert. Langsam zeichnete sich das Ende ab. Wir hatten verteilt über die gesammte Fläche mehrere beschädigte Kanister gefunden. Nach dem erfolgten Entladen wurde die Ladefläche und der Parkbereich unter dem LKW nach Rücksprache mit TUIS* mit viel Wasser gespült.

 

Ein Entsorgungsunternehmen war eingetroffen, und begann, die Kanister zu reinigen und umzuladen. Die von und benutzten und kontaminierten Ausrüstungsgegenstände und Schutzanzüge wurden in Foliensäcke verpackt an der Einsatzstelle zurückgelassen und vom Entsorgungsunternehmen mitgenommen. Fachfirmen kümmerten sich hinterher um Reinigung und/oder Entsorgung der einzelnen Teile.

 

Inzwischen war es hell geworden. Zurück auf der Wache mussten die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht werden. Dann ging es ab nach Hause. Ich hatte zum Glück mein Portmonaie in der Hose gehabt, so hatte ich Geld für die Frühstücksbrötchen dabei. Es war inzwischen 8:00 Uhr! Ich hatte ja erwähnt, dass es länger werden würde, aber mit fast 12 Stunden war's dann doch rekordverdächtig...

 

 

Ach ja, als Ursache wurde unsachgemäße Ladungssicherung ermittelt. Der Fahrer hatte den Sattel an der Fähre in Lübeck mit seiner Zugmaschine übernommen und nicht nach der Ladung geschaut. Kurz bevor er zum Tanken von der Autobahn fuhr, musste er stark bremsen, weil er geschnitten wurde. Dabei verrutschten die Kanister und platzten teilweise auf... Nicht auszudeken,wenn dies auf der Fähre passiert wäre...

Die Schuldfrage? Darüber haben wir direkt nichts erfahren. Aber normalerweise sind der/die Fahrer und der Verlademeister des Versenders dafür verantwortlich...

 

 

 

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*)TUIS?

Unternehmen der Chemischen Industrie aus Deutschland und Österreich unterhalten gemeinsam das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (Akronym: TUIS). Hier können rund um die Uhr Experten telefonisch erreicht werden, die Auskünfte über die Handhabung von gefährlichen Stoffen und Gütern geben können. Bei größeren Gefahrgutunfällen stellen die Werk- oder Betriebsfeuerwehren auch spezielle Feuerwehrfahrzeuge, die die örtliche Feuerwehr unterstützen, beispielsweise um beschädigte Tanklastzüge leer zu pumpen.

 

Die Hilfe durch TUIS wird gegliedert in drei Stufen:

 

Stufe 1: Telefonische Fachberatung

Stufe 2: Beratung durch einen Fachberater vor Ort

Stufe 3: Unterstützung durch eine oder mehrere Werkfeuerwehren vor Ort mit speziellem Gerät und/ oder Fachpersonal.

 

Dem TUIS-System gehören derzeit 150 Betriebe in Deutschland und 49 Betriebe in Österreich an. Die meisten Fälle betreffen die Stufe 1, wenn Schadstoffe aus undichten Behältern entweichen. Derzeit existieren 11, rund um die Uhr erreichbare, Notfallzentralen.


11.05.2009 12:01    |    fire-fighter    |    Kommentare (31)    |   Stichworte: Einsätze

unfall-kreuzunfall-kreuzEs gibt Einsätze, die graben sich in Deine Erinnerung ein. Der erste Tote ist auch so ein Fall. Gerade, wenn man öfters mit Verkehrsunfällen zu tun hat, kommt dieser Fall meist recht früh. Wenn genügend Kräfte vor Ort sind, kann man meist noch steuernd eingreifen, dass die ganz jungen Kameraden nicht direkt "vorne" mitarbeiten. Der Busbrand auf der Autobahn 2 in Garbsen war zum Beispiel so ein Fall.

 

Meine erste Begegnung mit dem Tod liegt schon einige Jahre zurück. Ich hatte damals gerade meine Wohnung übernommen und war am Renovieren, als der Pageboy lospiepste. "...satz Techniche Hilfeleistung, Menschenleben in Gefahr.." war alles, was ich mitbekam. Zusammen mit meinem Bruder sprintete ich die Treppe runter und zum Auto. Auf der Fahrt zur Wache versuchte ich über den Melder den Funk mitzuhören. Klappte aber mal wieder nicht wirklich gut.

In der Wache angekommen, fuhr das erste Fahrzeug bereits raus. Der GW mit dem Rettungssatz an Bord rückt mit 3 Mann aus, die sind immer schnell zusammen. Kurze Zeit danach fuhren wir mit dem TLF hinterher. Der kleine Zeitvorsprung des ersten Fahrzeugs relativiert sich meis schnell, da das TLF besser motorisiert ist.

Es ging mal wieder auf die B6. Die führt 4-spurig durch den Ort und weiter Richtung Neustadt. Zu dem Zeitpunkt damals größtenteils ohne Mittelleitplanke, was sehr oft zu schweren Unfällen führte. So auch diesmal. Wir quälten uns durch den Rückstau, teilweise auf der Gegenfahrbahn (eine fehlende Planke hat auch Vorteile) und erreichten kurz hinter dem Nachbarort die Unfallstelle. Rechts in der Hofeinfahrt stand quer zur Fahrbahn ein Eierverkaufswagen. verkaufswagenverkaufswagenAuf der Fahrbahn stand ein Blechklumpen. Beim zweiten hinschauen war anhand der Rückleuchten zu erkennen, dass es sich wohl mal um einen Golf II gehandelt haben musste. Beim rest des Wagens war es nicht mehr zu erkennen. Das Wrack war nicht länger als ein Fahrrad!

Während wir noch alles aufbauten, um die Rettung einzuleiten, kam der Notarzt auf unseren Einsatzleiter zu und winkte ab. "Langsam, zwei mal EX!"

 

Die Luft war raus! Du hast verloren, bevor Du überhaupt angefangen hast. Jetzt war warten angesagt. Da die Rettung nicht mehr im Vordergrund stand, wollte die Polize natürlich erst die Unfallursache ermitteln. Wir stellten den Brandschutz sicher und klemmten die Fahrzeugbatterie bei dem Verkaufswagen ab. Beim Golf hatte sich das erledigt. Die Batterie war quasi nicht mehr vorhanden.

 

Irgendwann bekamen wir das OK zur Leichenbergung. Vorsichtig begannen wir, das Fahrzeug auseinanderzunehmen. Nicht ganz so vorsichtig wie sonst, aber halt mit dem gebotenem Maß an Anstand.

Die Fahrgastzelle war praktisch nicht mehr vorhanden. Der Golf war fast ungebremst in den Gegenverkehr und dann frontal vor den Verkaufswagen. Das Bodenblech hatte sich nach oben gefaltet, das Dach war komplett zusammengestaucht. Irgendwo dazwischen ein jugendliches Pärchen in meinem Alter...

Dann der Zeitpunkt, als die beiden frei waren. Wir hoben sie vorsichtig aus dem Wrack heraus. "Halt mal die Beine!" gab mir mein Nebenmann zu verstehen. Zusammengequetschte rote Doc Martens... Als ich nach den Beinen greifen wollte, musste ich sofort nachfassen. Die Unterschenkel waren weich wie Pudding.

Wir legten die Fahrerin neben den Beifahrer auf eine Folie am Rande der Strasse. Nur mehr nebenbei bekam ich mit, wie der Notarzt mit der Untersuchung anfing.

Dann plötzlich wurde es hektisch! Wir hatten in den Trümmern die Reste eines Kindersitzes gefunden. Hatten wir etwa ein Kind auf der Rückbank übersehen?? Vorsichtig untersuchten wir das Wrack erneut. Auch die kleinen Hohlräume hinter den Sitzen. Entwarnung. Später erfuhren wir, dass der Sitz Bekannten gehörte...

 

Zurück in der Wache, holte mich der Schock dann ein. Bis dahin war ich nur am arbeiten. Jetzt kam ich zur Ruhe und hatte Zeit zum Nachdenken. Das waren keine Statisten. Die sind wirklich tot. Da kommt keiner und sagt "Übungsende" und die stehen wieder auf! Die sind TOT. Und waren in Deinem Alter!!

Rums. Das knallt voll durch das Bewußtsein. Ich trank schweigend meine Cola aus. Wir fuhren nach Hause. An renovierung war nicht mehr zu denken. Die Sonne schien, als ob nichts geschehen wäre. Vögelgezwitscher.

Reden. In so einem Falle hilft nur reden. Bei mir war es die Familie. Der Bruder, auch in der Feuerwehr. Und die Eltern. Zum Glück beide medizinisch ein wenig "vorbelastet". Also Verständnis vorhanden. Trotzdem hat es lange gedauert, bis ich das Erlebte verarbeitet hatte. Zum Teil half die Info von der Polizei, dass beide ohne Führerschein unterwegs waren, und dass bei beiden Drogen im Blut nachgewiesen wurden. Die Bilder werde ich trotzdem nicht los.

 

Seitdem habe ich noch einige Tote gesehen. Aber keiner blieb dermaßen in Erinnerung.


07.04.2009 12:03    |    fire-fighter    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: Einsätze

Manchmal kratzt man sich erst mal am Kopf. Du kommst an eine Einsatzstelle und überlegst: "Wie jetzt?" Der PKW im Kirchdach war sicherlich auch ein Kandidat dieser Einsätze. Genau so, wie dieser hier.

 

November 2008: Wir wurden zu einem Unfall auf die BAB gerufen. Fahrtrichtung Hamburg. UPKL stand auf dem Melder. Unfall, Person Klemmt heißt das dann in verständlicherer Ausdrucksweise.

Auf der Anfahrt der übliche Rückstau. Preßlufthorn an und langsam durch die Rettungsgasse tasten. Es gibt immer wieder Schlauberger, die erst im letzten Moment zur Seite ziehen. Vieleicht biegen wir ja vorher ab, ja nee is Klaar!!

 

Der Stau lichtet sich, wir haben die Unfallstelle erreicht. Polizei, Rettungswagen, Notarzt, Abschlepper stehen mit eingeschalteten Lampen da. Abschlepper??? Und wo ist eigentlich der Unfall?

 

Nach kurzer Erkundung wurde die Lage klarer. Der Abschlepper war das eigentliche Unfallfahrzeug. Er stand mit eingedrücktem Fahrerhaus auf der linken Fahrspur. Der Beifahrer war eingeklemmt. Sonst war nichts zu sehen.

 

Was war geschehen? weiterlesen


21.03.2009 12:29    |    fire-fighter    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: Einsätze

30.04.2004: Großbrand in einem Leerstehenden Möbelhaus.

Gegen 2 Uhr reißt mich der schrille Piepton meines Funkmelders aus dem Schlaf. Ich springe reflexartig aus dem Bett und greife noch nicht ganz wach zu den Socken. Während ich noch mit dem zweiten Socken kämpfe, werde ich klar im Kopf. Alarmieren die noch immer?? Eine Schleife nach der anderen läuft durch. Noch immer keine Durchsage. Hmmpf! Das muss mehr sein, das

sind wir nicht alleine!

Raus aus der Wohnung, in Schlappen runter zur Garage, Mist, nur im Schlafanzug ist doch sch.. kalt! An der Wache angekommen - die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle, logisch um 2 Uhr nachts! - springe ich aus dem Auto und laufe in die Fahrzeughalle. "Was haben wir, ich hab's nicht mitbekommen??"

"Unterstützung für die Kernstadt! Möbel-xxxx im brennt!"

"Die Hütte steht doch schon Jahre lang leer. Will wohl einer Geld verdienen?!?"

 

Gespräche quer durch die Halle beim Ankleiden...

 

Das TLF ist raus, ich springe auf den PA-Platz vom LF8/6. Kurze Zeit später sind wir raus. Auf die Bundesstrase, dann links auf die Umgehung richtung Industriegebiet. Ich kämpfe mit der Bebänderung vom Atemschutzgerät. Maske, Dichtigkeitsprüfung, Flamschuzthaube, Helm Kragen dicht, Druckkontrolle... Läuft alles mechanisch ab. Routine.

Wir passieren die Unterführung der BAB und sehen eine riesen Rauchwolke! An der Kreuzung werden wir schon eingewiesen: "Fahrt links runter! Ihr müsst die Seite zum Wohngebiet abriegeln! Da steht auch die Heizung mit dem Öltank!" weiterlesen


20.03.2009 10:55    |    fire-fighter    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: Einsätze

Manchmal passieren merkwürdige Dinge. So wie der Schwan, der jedes Jahr im Frühjahr mitten im Ort auf der Kreuzung landete und den Verkehr zum Erliegen brachte. Nachdem wir ihn dann eingefangen hatten, wurde er zur Tierärztlichen Hochschule nach Hannover gebracht, dort gesundheitlich durchgecheckt und auf dem Maschsee ausgesetzt. Bis zum nächsten Jahr... Dann eines Jahres hat er sich wohl verflogen. Er landete Samstags auf dem Fußballplatz. Spielunterbrechung, 22 Man jagen Schwan, geben aus Angst vor Schnabel und Flügeln auf. Einsatz für uns, Resultat: siehe oben. Gesundheitscheck - Positiv! Nur die Krankenkassenkarte zwecks Rechnung hatte er nie dabei...

 

Oder unsere lieben Ordnungshüter. Die meinen es ja immer gut. Na ja, fast immer. Nimmt man zum Beispiel die Situation Verkehrsunfall auf Landstrasse - halbseitig gesperrt: Zwei Polizisten regeln den Verkehr. Ausgerüstet mit Warnweste, Haltekelle und mit ohne Funk:)

Beide zeigen rot. Bis hierher ok. Beide sehen sich um und merken, dass der gegenüber auch rot zeigt. Immer noch ok!

Beide kommen zum Entschluß, dass man ja auch Autos durchlassen könnte... Jetzt wirds benzlig...

Beide zeigen GRÜN

Ergebnis: Bus und PKW mit Anhänger stehen sich hupend gegenüber, gefolgt von mehreren PKW's. EIn klassischer Deadlock.:D

Selten so viel Spass an einer Einsatzstelle gehabt...

 

OK, nun aber zum eigentlichen Thema.

 

Der Einsatz begann abends. Alamierung "Feuer XXX-Strasse" Die Adresse war uns wohlbekannt. Ein Hochhaus. Mittig angeflanschtes Treppenhaus, nach rechts und links offene Laubengänge. Zwei-Zimmer-Wohnungen. Sozialer Brennpunkt.

 

Es sollte in der vierten Etage vor der Wohnung brennen. Auf der Anfahrt funkte uns die Leitstelle an: "POL vor Ort, es brannte nur der Fußabtreter. Wurde durch POL mit Wassereimer gelöscht!"

Unser Gruppenführer entschied: "Wir fahren zur Kontrolle mit TLF weiter an, LF kann abdrehen!"

Kurze Zeit darauf "Einsatzstelle an!"

Zusammen mit einem Kameraden stieg er nach oben, wir warteten derweil im Fahrzeug. Plötzlich über Handfunkgerät die Rückmeldung: "Sofort ein Trupp mit PA und Wasser nach oben, LF anfunken, die sollen weiter anfahren!"

Was war geschehen?

Bei der Kontrolle der Wohnungstür stellte der Gruppenführer fest, das der Abtreter und Teile der Tür angebrannt waren. Die beiden Polizisten waren auch noch vor Ort. So weit so gut. Der Kamerad, der mit oben war machte den Gruppenführer auf etwas aufmerksam: "Du, schau mal das Fenster hier neben der Tür. Ist da oben Rauch aus der Rahmenritze gezogen?? Das sieht so komisch aus..."

Es erfolgte ein kurzer Temperaturcheck mittels nacktem Handrücken an der Wohnungstür: Warm, im oberen Bereich sogar SEHR warm!

Daraufhin kam es zum vorhin beschriebenen EInsatzbefehl. Gleichzeitig machten die beiden Polizisten richtig lange Gesichter. Eben noch am Feixen, ob wir Ihnen nicht auch mal zutrauen würden, ein kleines Feuer zu löschen, und nun das. "Meint ihr, das brennt da drinnen auch?"

"Nö, ist wahrscheinlich nur ein rauchender Wellensittich - NATÜRLICH BRENNT DAS!!"

 

Wir hatten uns unten derweil ausgerüstet und waren auf dem Weg nach oben. Das LF traf kurz danach ein. Wasser am Rohr, Tür aufgebrochen und rein. Es brannte vorne im Flur, der Rest der Wohnung war verraucht.

Das Feuer war schnell gelöscht. Gleichzeitig suchten wir die Räume ab. Es könnte ja noch jemand in der Wohnung gewesen sein. Wir links ins Zimmer, der zweite Trupp rechts. Mehr Räume hatte die Wohnung nicht. Nach vorne noch ne Kochecke und ein Minibad..

Wir also links Fenster auf, Zimmer kontrolliert. Doppelbett, Nachttisch, Tisch... OK, wohl das Schlafzimmer. Komische Einrichtung... Tüll als Himmel überm Bett... Egal, erst mal wieder raus.

"Schlafzimmer ok!"

"Wieso? Wir waren doch im Schlafzimmer!"

"???"

 

Dann wurde uns klar, wo wir waren. Ein breites Grinsen zeichnete sich unter unseren Atemmasken ab.

 

Tja, wo waren wir???

 

Wer es zuerst richtig rät, darf sich ein Thema für den nächsten Artikel wünschen...

(Sollte aber auch Bezug zum Blogthema haben)


12.03.2009 15:57    |    fire-fighter    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: Einsätze

"...Wohnungsbrand, Anrufer wartet auf Strasse!"

22:30, eigentlich Zeit für's Bett. Egal, Schnell den Pulli gegriffen, draußen ist es nicht gerade warm. Im laufen angezogen, Schlüssel und ab zur Garage. Unterwegs, die Ampel mal wieder rot. Der links sieht meinen Dachaufsetzer. Damit habe ich zwar kein Wegerecht, aber wenn mich jemand freundlich durchlässt... Fußgänger? OK alles frei - Ab jetzt geht' s nur noch geradeaus.

An der Wache sind erst drei Kameraden. Mist - Freitag abends sind viele außerhalb. Rein in die Stiefel, Hose hoch, Helm auf, die Jacke im Laufen an. Rauf aufs Fahrzeug. Blick zum Gruppenführer "Machst du Angriffstrupp?" "Ja"

Also Maske auf, Nomex-Schutzhaube drüber, Kragen hoch. Derweil fahren wir schon los. Pressluftatmer geschultert, Druckkontrolle, wo ist das Funkgerät? OK alles komplett. Mein Truppmann ist auch gerade fertig.

"Du A...loch, fahr zur Seite, Mann!!" Unser Maschinist flucht. Mal wieder einer vor uns, der nicht weiß wo er hin soll. Jetzt zieht er rechts ran und wir vorbei. Wohngebiet, 30-er Zone. Jetzt wirds eng. steht da wieder einer auf der falschen Seite? Nein diesmal kommen wir durch.

Letztes Jahr hat die Drehleiter der Kernstadtwehr weniger Glück gehabt. Sie brauchte 5 Minuten für die letzten 300m bis zum Einsatzort. Die zwei Mädchen im 2.OG haben das leider mitbekommen. Eine lief zurück ins verrauchte Zimmer. Sie wurde später im Flur gefunden. Die andere sprang in Panik aus dem Fenster. Sie hatte Glück und überlebte. Allerdings sitzt sie seitdem im Rollstuhl. Blöd, was einem manchmal so durch den Kopf geht. Wir sind da! Raus und mit Schlauch, Axt, und Fluchthauben ausrüsten. Ein Blick nach oben. Hinter einem Badefenster im ersten Stock ist flackerndes oranges Licht zu sehen. Komisch, sieht irgendwie falsch aus...

Treppe hoch, der Passant, der Angerufen hat, hat wohl schon geklingelt und geklopft - keine Reaktion.

OK. Vor der Tür Temperaturcheck. Die Tür ist kalt. Klingel geht nicht. Erst mal klopfen. BAM BAM BAM "Hallo? Hier st die Feuerwehr!" Keine Reaktion. Mein Kamerad sichert mit dem Strahlrohr, ich will gerade die Tür aufbrechen... da wird von innen geöffnet!

Ein tropfnasser junger Mann, ins Handtuch gewickelt steht mir gegenüber und bekommt augen so groß wie Untertassen. "Um Gottes Willen, was ist denn los??" "BeiIhnen soll es brennen.." Kein Rauch in der Wohnung zu sehen. "Nein, nein ist alles in Ordnung." In dem Moment öffnet sich die Badezimmertür am ende des Flures. Seine Freundin, ebenfalls im Handtuch und tropfnass, dahinter der Schein von unzähligen großen und kleinen Kerzen....

Mit einem leichten Grinsen im Gesicht habe ich die Maske abgesetzt, mich für die Störung entschuldigt und per Funk Entwarnung gegeben...


Blogempfehlung

Mein Blog hat am 20.04.2009 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Blogautor

fire-fighter fire-fighter

MAN F8 19.291 LF24

Renault

In 20 Jahren Feuerwehr gibt es wirklich nichts mehr, was ich noch nicht erlebt habe.

FS CE besitze ich seit 2007, dafür noch mal vielen Dank an die Gemeinde :cool:

Meine Brötchen (und auch das für obendrauf) verdiene ich mir im weltweiten Service für Industrieelle X-Ray Anlagen

Privat bewege ich z.Zt. einen Skoda Octavia RS.

Wer mehr wissen will - PN!

Wo der fire-fighter herkommt...

Meine Ursprungsheimat liegt in Berenbostel. Das ist ein Stadtteil von Garbsen, in der Nähe von Hannover. Ein Teil der Berichte stammt aus meiner Zeit dort. Seit ein paar Jahren hat es mich beruflich ins schönste Bundesland der Welt verschlagen. Seitdem bin ich hier in Ahrensburg, in der Nähe von Hamburg aktiv.

Auf den Fotos kann man den Unterschied anhand der Einsatzkleidung erkennen. Niedersachsen bevorzugt orange Jacken, in Schleswig-Holstein ist die Nomexjacke dunkel.

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