• Online: 6.328

14.05.2020 08:23    |    fire-fighter    |    Kommentare (50)

Beim desinfizieren der Hände hat ein Arbeiter Verbrennungen ersten und zweiten Grades an seiner Had erlitten. Was ist geschehen?

 

Dazu muss man erst die Zusammensetzung von den Desinfektionsmitteln beachten. Die meisten Handdesinfektionsmittel enthalten Alkohol. Üblich sind Anteile von 80%vol. Auch Gelartige Desinfektionsmittel sind meist alkoholbasiert.

 

 

 

 

Alkohol ist hochentzündlich.

 

Beim Einreiben der Hände hat der Arbeiter nicht gewartet, bis alle Rückstände des Gels abgetrocknet waren. Bei Wiederaufnahme der Arbeit kam es an einer Oberfläche zu einer statischen Entladung. Dieses an und für sich harmlose Phänomen war hier die Ursache für den Arbeitsunfall. Der statische Funke genügte, um die Alkoholrückstände zu entzünden. Die Hand stand kurzzeitig in Flammen.

 

Fazit: Seid vorsichtig im Umgang mit Desinfektionsmitteln. Erst wenn alles eingetrocknet ist, besteht kein Risiko mehr.

 

Bleibt gesund!

Hat Dir der Artikel gefallen? 9 von 13 fanden den Artikel lesenswert.

12.05.2020 10:23    |    fire-fighter    |    Kommentare (42)

Moin,

 

lange war es ruhig hier. Aber jetzt möchte ich Euch etwas vorstellen. Momentan sind Behelfsmasken in (oder eher vor) aller Munde. Selbstgenähte bunte Stoffläppchen sehen zwar witzig aus, haben aber den Nachteil, dass sie schnell durchfeuchten und dann eigentlich getauscht werden müssten. Danach müssen sie gewaschen werden. Somit braucht man eigentlich mehrere Masken pro Tag.

Dazu kommt noch dass man ständig den Stoff direkt am Mund hat.

 

Küchenrolle oder Einwegtaschentücher haben zwar gute Filtereigenschaften, aber sie durchweichen noch viel schneller, sind daher komplett ungeeignet.

 

Jetzt habe ich zufällig eine Alternative gefunden. Sie kommt vom Spielwarenhersteller "Playmobil".

 

 

Ich finde die Idee des Spielzeugherstellers richtig gut. Die Maske ist ein wiederverwendbares und langlebiges Produkt. Sie ist leicht zu reinigen und dadurch besonders ressourcenschonend und nachhaltig.

 

Die Schutzmaske von Playmobil hat vorne so etwas wie einen Deckel angebracht. Diesen kann man abschrauben und dahinter einen selbstgewählten Filter legen, z. B. ein Papiertaschentuch. Vor jedem Gebrauch muss man ein frisches Filterelement in die Maske einlegen. Unterschiedliche saugfähige Materialien kommen dafür in Frage.

 

Die Maske ist mit einem Gummiband versehen, so wird sie fixiert und kann nicht verrutschen.

Eine Tragedauer von zehn Stunden sollte nicht überschritten werden. Dann müssen spätestens der Filter ausgetauscht und der Kunststoff gereinigt werden. Die Reinigung erfolgt mit heißem Wasser und Spülmittel.

Die Maske kann für 4,99€ im Playmobil Online Shop bestellt werden. 1€ von jeder verkauften Maske wird an den Corona-Nothilfefonds des Deutschen Roten Kreuzes gespendet.

Ganz wichtig zu sagen, ist noch, dass die Playmobil Maske kein Spielzeug ist, auch wenn sie im Online Shop neben etlichen Spielwaren angeboten wird.

Ebenso ist sie kein medizinisches Produkt. Durch das Tragen dieser Nase-Mund-Maske reduziert sich das Risiko, andere Menschen mit einer Tröpfcheninfektion anzustecken.

Die Playmobil Maske hat in meinen Augen viele Vorteile. Zum einen natürlich schafft man durch die Wiederverwendbarkeit einen schonenden Umgang mit Ressourcen. Durch den Einsatz des Filters in dem Mundstück kann die Maske praktisch jederzeit (ohne lange Trocknungszeit wie bei Stoffmasken) zum Einsatz kommen. Stoffmasken müssen zudem regelmäßig gewaschen werden. Die Playmobil Masken werden mit heißem Wasser und Spülmittel oder Seife gereinigt.

Das tolle ist (durch die eben erwähnten Vorteile), dass ich von der Playmobil Maske nur eine brauche. Wenn ich eine selbstgenähte Maske aus Stoff habe, komme ich damit nicht weit. Je nach Beruf und Aktivität muss ich diese mehrmals täglich wechseln. Stoffmasken sind in der Regel nach 3 bis 4 Stunden im Mundbereich stark angefeuchtet. Also muss ich mehrere Masken zum Wechseln haben. Mittlerweile gibt es Menschen, die mehr Stoffmasken als Unterhosen haben.

 

Ich möchte hier jetzt nicht die totale Werbung für Playmobil machen. Es gibt natürlich Menschen, die mit dieser Kunststoffmaske nicht klar kommen, weil sie eventuell im Gesicht drückt oder zu locker ist. Es ist einfach nur eine vielleicht mögliche Alternative, die ich euch gerne vorstellen möchte.

 

Auch Playmobil entwickelt sich weiter. Anfangs wurden die Masken nur für Mitarbeiter/innen gefertigt, um bei der Arbeit die Infektionsgefahr zu verringern. Dann gab es erste Nachfragen und Playmobil ging in die Serienproduktion der Masken. Zuerst gab es nur eine Standartgröße online zu bestellen. Mittlerweile gibt es die Masken in den Größen S, M und L. So kann das ausgewählte Modell ideal zur Kopfgröße passen.

Hat Dir der Artikel gefallen? 8 von 8 fanden den Artikel lesenswert.

03.03.2013 23:18    |    fire-fighter    |    Kommentare (14)

Was haltet Ihr von der Idee mit so einem Video?

63143-1-gallery-feuerwehr-ahrensburg63143-1-gallery-feuerwehr-ahrensburg

Seit Ende Januar verbreitet sich eine Videoidee rasant im Internet:

Das Harlem Shake Video wird viral verbreitet und nachgemacht wie kein anderes. Das Prinzip dieser Videos ist immer das Gleiche: In den ersten 15 Sekunden des Videos tanzt eine Person (meist verkleidet) unbeachtet von allen anderen. Dieses Tanzen soll angelehnt sein an den Originaltanz "Harlem Shake" aus den 80er Jahren. Nach Ablauf der ersten 15 Sekunden wird der Zuschauer schlagartig in eine neue Situation geworfen: Mit dem "Do the Harlem Shake!" ändert sich die Szene schlagartig. Das Video ist plötzlich mit vielen verkleideten, skuril tanzenden Personen gefüllt, dazu ertönen Basstöne und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

 

Den Grundstein für den "Harlem Shake" legte der New Yorker DJ Baauer, als er im vergangenen Jahr einen gleichnamigen Track auf YouTube einstellte. Nach Flashmobs & Gangnam Style ist dies ein weiteres Phänomen, dass sich wie ein Lauffeuer auf Videoplattformen wie Youtube o.ä. verbreitet.

 

Die Idee zum Ahrensburger Video entstand an einem Montagabend. Als erste freiwillige Feuerwehr in Deutschland wollten wir eine Eigeninterpretation dieses Internethypes produzieren. Der Hintergrund dieser Idee war, der Jugend dort zu begegnen, wo sie heutzutage anzutreffen ist: Im Internet! Quasi eine Online-Mitgliederwerbung. Es sollte verdeutlicht werden, dass die Feuerwehr nicht nur ein langweiliger starrer Verein ist, sondern, dass es neben Ausbilding und Einsatz auch jede Menge Spass gibt.

 

Sicherlich wird das Video nicht jedem gefallen. Wenn es aber zum Schmunzeln und / oder Nachdenken über die Feuerwehr anregt, dann hat sich der Aufwand gelohnt!


14.01.2013 14:00    |    fire-fighter    |    Kommentare (18)

Winterzeit. Es friert, ab und zu fällt ein wenig Schnee. Die Abende sind lang und gemütlich, die Landschaft weiß verpackt. Weihnachten liegt hinter uns, Sylvester auch. Es ist seit einigen Tagen kalt, die Gewässer sind mit einer mehr oder weniger tragfähigen Eisschicht bedeckt.

 

"Einsatz Feuerwehr Berenbostel, Einsatz Feuerwehr Berenbostel - Tiere in Notlage! Hier Florian Ronne -ENDE!"

Ich schrecke vom PC hoch und greife im Laufen meinen Schlüsselbund. Ab dafür zur Wache! Vorsichtig fahren, der Schneematsch macht die Strassen seifig und rutschig.

 

An der Wache angekommen, kaum einer da... Kleine Schleife, da sind nicht viele unterwegs zur Wache. Rein in die Schutzkleidung und rüber zu den Fahrzeugen. Ich steige auf den Gerätewagen. Der GW/Z ist eine "Erfindung" der Niedersachsen. Quasi wie ein RW1 (Rüstwagen) beladen, aber nur auf einem Strassenfahrgestell aufgebaut und auch ohne Seilwinde. Quasi ein Rüstwagen light. In Berenbostel ist er eine eierlegende Wollmilchsau. Technische Hilfe jeder Art, Umfüllpumpen Gefahrgutausrüstung und und und. Jeder Zentimeter ist mit Gerät vollgestopft. Nur schwimmen kann er nicht. Leider!

 

"Ronne von 11-40: Frage Einsatzort? Kommen!"

"11-40: Sie fahren zum Schwarzen See! Am Westufer wartet eine Frau auf Sie. Zwei Hunde sollen ins Eis eingebrochen sein. Kommen!"

"Verstanden, rücken 1-2 ab. Ende!"

 

Einsatzhorn an und los! Wir verlassen den Hof und biegen links in die Hauptstrasse ein. Der Schwarze See liegt gleich neben der B6. Es ist eine ehemalige Sandgrube, mit etwa 200m Durchmesser. Sieht harmlos aus, ist aber an der tiefsten Stelle über 40m tief. Wir entschließen uns zur Anfahrt direkt ans Westufer. Auf dieser Seite kommt man zwar nicht ganz an den See heran, aber es ist die kürzeste Variante.

Also überqueren wir die vierspurige B6 und biegen kurz darauf in den Feldweg zum See ein. Der Weg wird eng. Die Büsche sind im letzten Jahr ziemlich gewachsen. Zweige kratzen über die Fahrzeugseiten.

"Da winkt jemand."

Wir halten an. Ein Passant weist uns den Weg zum See. Wir sehen das Malheur. Zwei Golden Retreiver sind ca. 50m vom Ufer entfernt durch die sehr dünne Eisschicht gebrochen. Sie paddeln im Wasser und versuchen aufs Eis zu kommen. Die Eisdecke ist jedoch zu dünn und bricht sofort wieder ab.

Wir beratschlagen unsere Optionen. Mit Leitern auf dem Eis könnte gehen, aber an der Einbruchstelle ist das Eis viel zu dünn. Ein Mensch wäre bei dieser Eisdecke niemals so weit raus gekommen.

"Wir brauchen das Boot aus Garbsen!"

-

"Ronne von 11-40 kommen!"

"Hier Florian Ronne, Kommen Sie!"

"Wir benötigen das Schlauchboot aus Garbsen!, kommen!"

"11-40: Das Boot soll zur Zeit nicht einsatzbereit sein. Wir alarmieren zusätzlich die FF Seelze. Dort steht das nächste Boot, kommen!"

"Verstanden, Ende!"

 

Verdammt! Aus der Kernstadt wäre das Boot innerhalb weniger Minuten da gewesen. Jetzt dauert es mindestens 10 bis 15 Minuten. Eine kleine Ewigkeit.

 

Die Besitzerin ruft immer wieder ihre Hunde. Sie spornt sie an. Immer langsamer werden die Bewegungen. Jedes Mal, wenn sie Ihre Hunde ruft, raffen sie sich auf und kämpfen weiter. Das Wasser kühlt die Körper aus. Die Zeit kriecht dahin.

 

Unser Mehrzweckfahrzeug (ein VW T4) steht inzwischen am Ortseingang und wartet auf die Seelzer Kameraden. Sie werden eine Eskorte bilden, damit wir nicht noch mehr Zeit verlieren. Wir stehen derweil am Ufer und sind hilflos. Endlich hören wir Martinhorn in der Ferne. Die KAmeraden kommen von der Südostseite an den See. Von dort kann man auf dem Uferweg relativ dicht zu uns herankommen. Jetzt keine Zeit mehr verlieren. Wir laden das Boot ab und lassen es zu Wasser (bzw. aufs Eis). Zwei Seelzer Kameraden rüsten ich mit Schwimmweste aus. Sie knien sich auf den Wulst des Schlauchbootes und versuchen über das Eis vorwärts zu kommen. Die Paddel taugen nichts. Mit einem Brecheisen gehts. Klaue ins Eis hacken und vorwärts ziehen. Mühsehlig kämpfen sie sich zu den Hunden vor. Die sind inzwischen ganz aufgeregt. Sie spüren, dass jetzt endlich Hilfe naht!

20m vor den Hunden bricht das Boot durch das Eis ein.

Jetzt muss die Taktik geändert werden. Die beiden sitzen ganz hinten im Boot und paddeln vorwärts. Der leichte Bug schiebt sich über das dünne Eis und zerbricht es. Hoffentlich zerschlitzt das Eis nicht das Boot. Genau so haben die Garbsener Ihr Boot letzte Woche beschädigt.

Glück gehabt, alles geht glatt. Die Hunde werden ins Boot gezogen und erst mal mit Decken trocken gerubbelt. Mittels der befestigten Leine ziehen wir das Schlauchboot zurück an Land. Die Besitzerin schließt die völlig erschöpften Tiere in die Arme. Wir bringen sie und die beiden Hunde erst mal in den geheizten Bus. Später fahren wir sie dann noch in die Tierärztliche Hochschule nach Hannover.

 

Bei der Einsatznachbesprechung waren wir alle sehr nachdenklich. Es war alles gut gegangen, aber es hätte auch schlechter ausgehen können. Ein Boot war nicht in unserem Bedarfsplan. Dazu haben wir zu wenig Gewässer in unserem Einsatzgebiet. Ein paar Geschäftsleute sahen das allerdings etwas kritischer. Nachdem der Einsatz in der Presse war, reifte die Idee einer Spende. So bekamen wir ein kleines Schlauchboot mit Holzfußboden und einen 5 PS-Außenbordmotor geschenkt.


27.11.2012 11:42    |    fire-fighter    |    Kommentare (22)

Langsam wird mir das unheimlich. Nachdem ich erst neulich einen Feueralarm im Hotel erlebt hatte (es war übrigens nicht in Bayern oder sonstwo, sondern in Stralsund!) bin ich ein wenig umsichtiger als sonst. Ein Check der Fluchtwege und Löschanlagen in den Hotels gehört bei mir normalerweise sowieso schon zur Routine. Inzwischen öffne ich durchaus auch mal eine Notausgangstür und werfe einen Blick ins Fluchttreppenhaus, sofern die Tür nicht alarmgesichert ist. (Vorsicht für Nachahmer: Manche Tür hat vom Treppenhaus zurück in den Hotelflur KEINE Klinke! Also nicht zufallen lassen)

Letzte Woche kam ich aus Schottland zurück und musste in München für zwei Tage Zwischenübernachten. Ich war abends im Hotel, kam aus der Dusche und wollte noch mal raus, weil der Magen knurrte. Da hörte ich Martinshorn. Eindeutig Feuerwehr, kein elektronisches Polizeigequäke. Interessehalber schaute ich aus dem Fenster im 5. Stock. Feierabendverkehr, Baustelle und Bahnhofsnähe. Das Martinshorn kam langsam näher. Sehr langsam.

"Bin mal gespannt, wo die hinwollen, über die Kreuzung wird das nicht einfach..." dachte ich so bei mir.

Da sah ich dem Löschzug auch schon. Er quälte sich durch den Verkehr. Das erste Löschfahrzeug tastete sich über die Kreuzung. Es entschwand um die Ecke. Die Drehleiter folgte, ebenso das zweite Löschfahrzeug. Doch halt! Wenn ich mich ganz platt an die Scheibe drückte, konnte ich das Heck der DL noch sehen. Jetzt bog das zweite LF auch nicht in die Strasse ein, sondern es hielt quer auf der Kreuzung! Also war die Einsatzstelle direkt in der Nähe!

Ich zog meine Jacke an und verließ das Zimmer. Alarm war keiner losgegangen, also war im Hotel alles in Ordnung. Dachte ich!

Auf dem Flur kam ich kurz vorm Treppenhaus an die Rauchschutztür. Wieso ist die jetzt zu? Vorhin war die noch offen!

Vorsichtig öffnete ich die Tür. Kein Rauch, aber ein leichter Geruch von etwas verschmortem lag in der Luft. Mein Puls beschleunigte sich ein wenig. Im Treppenhaus dröhnte ein Lüfter. Diese Überdrucktechnik kannte ich schon aus Stralsund!

Den ahrstuhl ließ ich links liegen und ich nahm die Treppe. Je weiter ich nach unten kam, desto stärker der verschmorte Geruch.

 

Unten angekommen, in der Lobby alles ruhig. Die Rezeption besetzt, aber keine Feuerwehr. Kurze Frage meinerseits: "Brennts?"

"Nein, nicht bei uns, aber nebenan im Schmuckgeschäft. Das gehört zum Gebäude, deshalb läuft auch der Lüfter im Treppenhaus."

 

Na super. Ich schaue raus und stolpere quasi in die Einsatzstelle. Direkt neben dem Hotel brennt ein Juwellierladen. Vor der Tür ein Überdrucklüfter, der zweite Angriffstrupp geht gerade in den Verkaufsraum. Der Einsatzleiter bespricht sich gerade mit der POL, kurz darauf betritt er die Hotellobby und kurz darauf geht der Alarm im Hotel los. Toll. Ich beschließe erst mal zum Essen zu gehen. Ich sage der Rezeptionistin noch kurz meine Zimmernummer, damit sie weiß, dass ich draußen bin, dann verkrümele ich mich. Wenn mein Zimmer mit abbrennt, dann hab ich wenigstens was gegessen...


22.10.2012 13:57    |    fire-fighter    |    Kommentare (4)

feuer-kaffeefeuer-kaffee

Ich werde durch ein komisches Geräusch wach. Es ist eine Art Piepen. Ich brauche einen Moment zur Orientierung. Ich bin nicht in meinem Bett. Ah ja! Hotel. Wieder mal. Der Alltag eines Servicetechnikers. Nachts arbeiten, tags schlafen. Das ist zwar nicht normal, aber diesmal unvermeidbar. Moment: Piepen? Alarm? Jetzt ist es weg. Das war doch der Feueralarm, oder? Ich bin raus aus dem Bett. Vorsichtig schnüffle ich: Kein Rauch! Die Tür ist kalt, also öffnen: Kein Rauch, der Gang ist ruhig. Habe ich geträumt??

Ich beschließe, die Rezeption anzurufen.

"Ja, wir hatten ein Problem in der Brandmeldeanlage, aber es ist alles in Ordnung! Sie brauchen das Zimmer nicht zu verlassen!"

 

OK, ich bin erst mal etwas beruhigt. Vorerst. Draußen wummert ein Lüfter im Gang. Überdruck für den Hotelflur, damit das Treppenhaus nicht verqualmen kann. Warum läuft der noch? Der Alarm ist doch aus?

Einigermaßen beunruhigt lege ich mich wieder ins Bett. Heute abend muß ich wieder raus, Schlaf ist kostbar.

 

"Beeep Beeep Beeeep..." Stille! (nur der Lüfter..)

Nein! Es reicht! Ich ziehe mir eine Hose über und schlüpfe in die Schuhe. Schlüssel, Portmonaie und Autoschlüssel eingesteckt und vorsichtig die Zimmertür geöffnet. Ah, die Rauchabschlußtüren sind alle zu. Ich wende mich in Richtung Treppenhaus. Tür öffnen, das Treppenhaus ist auch nicht verraucht. Ich beginne den Abstieg aus der 8. Etage. Alles ist ruhig.

Dann im Erdgeschoß: Hektik, Feuerwehrmänner, Rauch, vor dem Haus zuckt Blaulicht!

Alles ok??? Ich glaube es hackt! Ich verlasse das Treppenhaus durch die Nottür nach hinten, was durch ein freudiges Quäken der Türalarmanlage quittiert wird. Egal. Ich gehe um das Gebäude herum nach vorne. Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt. Keine Hektik mehr. Es hat in der angrenzenden Kaffeerösterei eine Überhitzung mit reichlich Rauchentwicklung gegeben. Kein Feuer, die gute Frau an der Rezeption hatte also Recht. Aber trotzdem: Das dauernde An und Abschalten der Brandalarmanlage hat mich mehr beunruhigt, als ein richtiger Alarm. Die Seite des Betroffenen ist mir auch ungewohnt, bisher kannte ich das Ganze eher aus Helfersicht. Mangelnde Information, Unsicherheit, Angst... Inzwischen sehe ich die Reaktionen der Betroffenen mit etwas anderen Augen.


09.08.2012 15:41    |    fire-fighter    |    Kommentare (8)

Nicht immer brennt es, wenn die Feuerwehr gerufen wird. Hilfeleistung und andere Arbeiten gehören seit langem auch zu unseren Aufgaben. Auch bei Suizidversuchen wird die Feuerwehr alarmiert. An sich nichts ungewohnliches, man baut den Sprungretter auf, vieleicht noch die Drehleiter dazu, dann folgen (meist durch geschulte Polizeibeamte) mehrere Gespräche und meist lässt sich der betreffende dann vom Dach holen, oder auch vom Kran, etc...

 

Doch dieser Einsatz war anders.

 

Wir wurden auf einen Samstag Abend alarmiert. "Person droht vom Dach zu springen! Amtshilfe für POL" So lautete das Einsatzstichwort. Die Leitstelle teilte uns explizit mit, dass wir ohne Einsatzhorn anfahren sollten. Die Polizei wäre bereits vor Ort. Wir rückten nur mit Blaulicht ab. Bereits einige Querstrassen vor dem Einsatzort fuhren wir dann auch ohne Blaulicht weiter. Offenbar sollte die betreffende Person durch unsere Einsatzfahrt nicht zum Sprung animiert werden. Also keine guten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz...

 

Kurz vor der Adresse standen schon ein paar Polizeifahrzeuge, der Bereich war abgesperrt, wir hielten an und der Gruppenführer erkundete die Lage.

Der Mann saß auf dem Dachfirst. Wir sollten den Sprungretter unter ihm in Stellung bringen und dann aufblasen. (Normalerweise wird der Sprungretter vorher aufgeblasen und dann in Position geschoben) Wir waren gerade auf dem Weg, als uns plötzlich ein schwarz vermummter Mann energich hinterherlief und uns zurückhielt

"Seid ihr wahnsinnig?"

"???"

"Der Mann ist bewaffnet! Der ballert auf jeden in Uniform!"

"!!!"

 

Schön dass uns auch mal jemand über den eigentlichen Einsatz aufklärte! Der "vermummte" war ein SEK-Beamter. Von diesem erfuhren wir, dass der Typ auf dem Dach wohl aus seiner Wohnung zwangsgeräumt werden sollte. Er verweigerte dem Ordnungsamt den Zutritt, dann drohte er damit, sich umzubringen, letztendlich kletterte er aus seiner Wohnung auf das Dach. Versuche der Polizei, sich ihm zu nähern beantwortete er mit Schüssen aus einer Kleinkaliberwaffe. Die Polizei benötigte unser Material zur Unterstützung, hatte uns aber zunächst über die Vorgeschichte im unklaren gelassen...

Wir brachen daraufhin unser Vorgehen ab. Das Fahrzeug blieb stehen und wir zogen uns in Deckung zurück. Die SEK-Beamten bekamen von uns eine Einweisung in die Handhabung des Sprungretters. Sie näherten sich dann dem Giebel von der Seite her aus dem toten Winkel und errichteten direkt unter dem Giebel den Sprungretter. Die Möglichkeit des direkten Selbsmords per Sprung war somit nur noch sehr eingeschränkt. NAch langen Gesprächen mit dem Polizeipsychologen gab der Mann schließlich nach und er kletterte wieder in seine Wohnung, wo ihn die Polizeidie Waffe abnahm.


13.07.2012 11:04    |    fire-fighter    |    Kommentare (25)

Der Einsatz begann nachts um 2:00. Gemeldet wurde ein Containerbrand im Bereich eines neu eröffneten Supermarktes. Als erstes rückte das TLF aus. Besezt mit 1/5 (1 Gruppenführer und 2 Trupps nebst Maschinist). Der Angriffstrupp rüstete sich während der Fahrt mit Atemschutz aus. Vor Ort stellte sich heraus, dass ein Papiercontainer im rückwärtigen Bereich des Marktes brannte. Dieser war an der Mauer des Supermarktes abgestellt. Der brennende Container war schnell abgeslöscht. Bei der anschließenden Kontrolle der Brandstelle wurde jedoch eine starke Verkohlung der Dachkantenverkleidung festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war noch keine weitere Brandentwicklung feststellbar. Eine visuelle Kontrole des Marktes durch die Scheiben brachte auch keine näheren Erkenntnisse. Die Nachtbeleuchtung brannte und es war keine Verqualmung feststellbar. Unser Gruppenführer entschied sich aufgrund der unklaren Lage, die an der Wache verbliebenen Kräfte mit dem Löschgruppenfahrzeug nachrücken zu lassen. In der Zwischenzeit wollten wir die verkohlte Dachverkleidung öffnen.

 

Nachdem wir uns für diesen Auftrag ausgerüstet hatten, ging es sehr schnell: Der Verkaufsraum fing an sich zu verqualmen. Während wir der Leitstelle per Funk die veränderte Lage mitteilten und diese daraufhin Vollalarm für unsere Wehr auslöste, verdichtete sich der Rauch im Verkaufsraum schlagartig. Kurz darauf zündete der gesamte Walmdachbereich des Marktes mit einem Schlag durch. Die Nacht wurde taghell. Der gesamte Supermarkt stand im Vollbrand. Im Laufe des Einsatzes wurden 6 Ortsteilwehren nachalarmiert. Der Großeinsatz zog sich bis in den Vormittag hin. Erst nachdem die Trümmer per Radlager und Bagger auseinandergerissen wurden, konnte der Brandschutt endgültig abgelöscht werden.

 

Was war geschehen? Hätte der Totalverlust verhindert werden können?

 

Der brennende Container stand direkt an der Hauswand. Die Flammen schlugen in den Dachüberstand. Das Feuer konnte sich zunächst unbemerkt in die Dachkonstruktion hineinfressen. Zu diesem Zeitpunkt kam das erste Fahrzeug an der Einsatzstelle an. Aufgrund der Bauweise des Marktes war zu diesem Zeitpunkt der Totalverlust quasi schon besiegelt. Der Markt wurde in der weit verbreiteten Bauweise für diese Märkte errichtet: Auf Wände und Stützpfeiler aus Beton und Mauerwerk kommt ein flaches Spitzdach aus einer Nagelverbinderkonstruktion. Hierfür werden Balken mittels aufgesetzter Platten miteinander zu Dreiecken verbunden. Diese Teile werden vormontiert auf der Baustelle angeliefert und auf das Gebäude gehoben. Unten wird die Konstruktion verkleidet, oben das Dach gedeckt. Dazwischen entsteht ein nicht begehbarer Kriechboden. Die eigentliche Gefahr geht von den verwendeten Nagelverbindern aus. Bei Brandeinwirkung werden die verwendeten Blechverbinder heiß und verkohlen die Holzbalken. Sehr schnell verlieren sie den Halt. Dadurch wird das Dach sehr schnell instabil und stürtzt ein, lange bevor die Balken ihre Tragfestigkeit einbüßen würden.

Somit ergeben sich bei dieser Bauweise zwei Probleme: Ein Innenangriff im Supermarkt ist lebensgefährlich, da das Dach unerwartet und ohne Voranzeichen einstürzen kann. Eine Brandbekämpfung im Dachboden ist nahezu unmöglich. Von innen ist es lebensgefährlich, von außen nur durch Öffnen der Dachhaut (meist aus Blech) möglich, wodurch ein entsprechender Zeitverlust einhergeht.

 

 

Der Markt war gerade ein paar Wochen alt, als er den Flammen zum Opfer fiel. Die Ruine wurde aufgeräumt und der Markt wurde - im exakt gleichen Baustil - wieder errichtet.


29.05.2012 13:45    |    fire-fighter    |    Kommentare (18)

Es ist schwülwarm. Gewitter liegt in der Luft. Den ganzen Tag war es drückend heiß. Gegen Abend kommt das was alle erwarten. Es blitzt und donnert. Leider lässt der Regen auf sich warten. Viel lärm um nichts? Nein. Ohne Folgen blieb es leider nicht.

 

Es ist mittlerweile 21:23 Uhr. Der Funkmelder piepst los. Löschhilfe im Nachbarort. Feuer in landwirtschaftlichen Gebäude.

 

Ich sprinte zur Garage. Im Treppenhaus begegne ich meinem Nachbarn. "Kannst Du meine Garage zumachen? Ich hab einen Einsatz!"

"Klaar!"

Gut, dann kann ich gleich durchziehen. Der Wind weht immer noch ziemlich heftig. Mist, das dürfte das Feuer erst richtig anfachen.

 

An der Wache angekommen, schnell in die Einsatzhose, Helm auf, Jacke in die Hand, die kann ich im Auto immer noch anziehen, die Anfahrt ist lang genug. Schnell füllt sich die Mannschaftskabine. Los geht's! Horn an und raus! Um die Zeit ist nicht mehr ganz so viel unterwegs, es ist auch schon ein wenig dunkel. Auf die Ausfallstrasse in Richtung Nachbarort. Ab Ende der Ortschaft können wir auf Sicht fahren, der Himmel glüht orangerot, die Rauchsäule ist im Nachthimmel dagegen fast nicht mehr zu sehen.

Auf der Stichstrasse blitzt Blaulicht, erste Schläuche liegen auf dem Rasen neben der Strasse. Ein Schatten auf der Strasse! Ein Jungrind wechselt panisch die Seite. Da! Noch mehr Rinder auf der Strasse! Wir müssen vorsichtig sein, um kein Tier zu verletzen. Die nachfolgenden Kräfte werden sich darum kümmern müssen. Zum Glück haben "Dorffeuerwehren" ja auch Landwirte mit Ahnung in Sachen "Tierfang".

 

Wir erreichen die Hofeinfahrt. Ein altes Bauernhaus, Klinkerbau, nach rechts ein flacher Verbindungsbau und angrenzend eine Scheune. Der Dachstuhl brennt, das Feuer ist bereits in Großen Bereichen durch die Dachhaut durch. Der Zwischenbau fängt gerade an zu brennen, somit ist das Wohnhaus akut gefährdet. Jetzt muss es schnell gehen! Die zuständige Ortswehr ist von der anderen Seite angefahren, momentan sind sie noch mit dem Aufbau einer Wasserversorgung beschäftigt. Die Rinder stammen aus dem Stall unter dem brennenden Scheunendach.

Unser Gruppenführer erkundet einmal schnell und kommt zu uns zurück: "Wir müssen ein Übergreifen verhindern!"

Er will ein B-Rohr vornehmen. Ich schlage den Einsatz des Dachwerfers vor. Wir diskutieren kurz. Wenn wir den Werrfer nehmen, ist der Tank ruckzuck leer, aber die Wirkung dürfte effektiver sein. Mit dem B-Rohr kommen wir länger aus, aber ob die Löschwirkung reicht?

Kurzum, es fällt die Entscheidung Dachwerfer. Schnell ist das Fahrzeug in Stellung gebracht, ich steige auf das Fahrzeugdach und klappe den manuellen Monitor auf. Dieser ist eine Sonderausstattung auf dem TLF 16/25. Er hat eine Leistung von 2500 l/min. Damit ist der vergrößerte Fahrzeugwassertank (2.800 statt 2.500 Liter) in etwa einer Minute leer.

"Wasser marsch!"

Der Strahl schießt aufs Dach des Zwischenbaus. Ein leichter Rechtsschwenk, und die Teerpappe ist aus. Weiter. Über den Scheunengiebel ins Scheunendach, aber nicht zu weit, die Scheune ist zu groß. Nur den Rand niederkämpfen. Nochmal nach links, das Zwischendach nass machen und runterkühlen. Immer noch Wasser über. Also nochmal in die Scheune. Alles an den Rand, was übrig ist. Das muss das Feuer erst mal verdauen. Schluß! Der Fahrzeugtank ist leer. Aber wir haben wertvolle Zeit gewonnen. Zeit, die die anderen Kräfte brauchen, um einen umfassenden Löschangriff aufzubauen. Zeit für die nachrückenden Kräfte. Zeit, um das Wohnhaus zu retten. 2500 Lieter Wasser müssen erst mal im gelagerten Stroh auf dem Dachstuhl verdampfen. Noch brennt der Dachstuhl, aber am Rand zum Zwischenbau ist es momentan dunkel...

 

Aber damit ist es für uns nicht getan. Die Wasserversorgung zum Fahrzeug steht inzwischen. Die anderen waren fix. Verteiler setzen, Pressluftatmer anlegen und vor.

Der nächste Auftrag wartet schon. Schweine kühlen! Hä??? Ja, im inneren der Scheune ist ein Bereich mit Betonwänden und Betondecke. Hier sind die Schweineboxen mit 4 Säuen und jeder Menge Ferkelchen. Laut Aussage des Landwirtes können die Viecher nicht so einfach umgesiedelt werden. Also ab und an mit Sprühstrahl ein wenig kühlen. Der Bereich ist aufgrund der Thermik komplett rauchfrei. Über uns brennt der Dachstuhl in voller Ausdehnung. Wir stehen mit PA in Bereitstellung (also nicht angeschlossen) unten im Schweinestall. Durch den Durchgang ins Scheuneninnere sehen wir es rot glühen und hören es prasseln. Oben im Durchgang ist eine Holzluke (oder besser: war) Jetzt ist es ein glühender Höllenschlund. Dieser Bereich ist für uns Tabu. Zu gefährlich. Wir halten uns am Rand des Stalls auf. Nach einiger Zeit kommt ein benachbarter Landwirt mit einem Transporter. Mehrere Leute packen jetzt an. Feuerwehrmänner und zivile Landwirte aus der Nachbarschaft. Der Stall wird evakuiert. Somit kommen wir auch raus. Immer noch sind die Flaschen voll. Also neuen Einsatzauftrag holen. Draußen hat sich inzwischen viel getan. Mehrere Flutlichtmasten leuchten den Hof aus. Das offene Feuer ist nicht mehr im kompletten Dachstuhl, allerdings flammt das gepresste Stroh immer wieder auf. Die Giebelwand steht schief nach aussen. Wenn die nicht alleine einstürzt, werden wir sie einreißen müssen. Darum wird sich wohl das THW kümmern. Die Vorhut von den Jungs ist bereits da, der Tieflader mit dem großen Radlader ist auf der Anfahrt.

Wir bekommen einen Abschnitt an der Außenseite zugewiesen und übernehmen ein C-Rohr im Aussenangriff. Die Zeit vergeht wie im Flug. Zwischendurch ablösen lassen, Tee, Cola, Brötchen, dann wieder weitermachen.

Inzwischen zieht das THW mit dem Bagger das Stroh seitlich vom Dach. Die Giebelwand ist weg. Kurz vor Eintreffen des Baggers kippte sie lautlos nach aussen. Ohne Verletzte, der Bereich war schon lange im Vorfeld als Gefahrenbereich gesperrt worden.

Der Zwischenbau und das Wohnhaus haben es überlebt, der Werfereinsatz war ein voller Erfolg. Inzwischen ist es hell geworden. Wir werden abgelöst. Neue Kräfte übernehmen die Nachlöscharbeiten. Der Schweinestall steht immer noch unversehrt in der Trümmerwüste. Wir fahren zurück in die Wache. Vögel zwitschern. Sie Sonne geht auf. Müde und dreckig gehe ich zum Auto. Morgen ist Sonntag. Morgen? Nein, heute!

Ich halte beim Bäcker, greife ein paar Euro aus dem Aschenbecher und nehme ein paar frische Brötchen mit. Selten habe ich mich so auf eine Dusche gefreut!


23.05.2012 11:02    |    fire-fighter    |    Kommentare (23)

Was könnte die Ursache gewesen sein? (Erst Text lesen, dann abstimmen)

Gemeldet wurde eine unbekannte Rauchentwicklung im 3.OG. Vor Ort war zunächst kein Wohnungsinhaber anzutreffen. Somit wurde die Wohnungstür kurzerhand durch "energisches Anklopfen mit dem Fuß" geöffnet. Schnell stellte sich die Ursache für die Rauchentwicklung heraus. Es brannte ein Müllsack, gefüllt mit Renovierungsabfällen. Die Wohnung wurde offenbar für einen bevorstehenden Einzug renoviert. Dies dürfte nun wohl noch einmal wiederholt werden.

Die später hinzugekommenen Mieter konnten sich die Brandursache nicht erklären...


22.05.2012 15:23    |    fire-fighter    |    Kommentare (17)

14-atemschutzgeinsatz14-atemschutzgeinsatz

Neulich im Nachbarort. Ich habe einen Arbeitskollegen besucht. Er wohnt in einem 1-Zimmer-Appartment in der Zweiten Etage. Das Haus hat 44 Wohnungen, verteilt über 3 Etagen (EG bis 2.OG). Der Hauseingang ist mittig angeordnet, auf jeder Etage gibt es je einen Gang nach links und einen nach rechts, von denen die Wohnungstüren abzweigen. Am Treppenhaus existiert eine Glastür als Rauchabschluss. Sie wird über Magnethalter offengehalten und kann manuell per Taster geschlossen werden. Eine automatische auslösung per Rauchmelder ist nicht vorgesehen, somit sind die meist offenstehenden Türen leider wirkungslos.

Die Wohnungen und die Gänge sind mit Rauchmeldern ausgestattet. Eine Vernetzung der Rauchmelder ist ebenfalls nicht vorhanden.

 

Als ich mich gerade von meinem Kollegen verabschiede, bemerke ich ein piepsen von unten. Ein Rauchmelder hat ausgelöst! Wir gehen beide durch den GAng zum Treppenhaus, reflexartig löse ich den Schließmechanismus der Tür aus. Es ist kein Brandgeruch zu riechen, aber es ist dunstig im Treppenraum. Etwas alarmiert eilen wir die Stufen abwärts. Der Dunst nimmt zu, aber es riecht immer noch normal. Im Erdgeschoss angekommen sehen wir, dass der ganze Gang verqualmt ist. Der Qualm ist weiß und sehr warm. Über das Piepsen hinweg rufe ich in den Gang: "HALLO! Ist da jemand?"

"Ja, hier drüben! Es ist alles OK!"

OK?? Nö! Wohl kaum! Ich laufe geduckt in den Gang. Eine Wohnungstür steht offen, der Qualm kommt aus der Wohnung. Es ist warm wie in einer Sauna. Ich höre es rauschen, meine Füße patschen durch Wasser.

Der Bewohner hat das Eckventil vom Heißwasser unter dem Waschbecken beschädigt. Ein Daumendicker Strahl schießt kochendheiß aus der Wand. Abstellen unmöglich, der Haupthahn ist an der Rückwand vom Bad, also hinter dem Wasserstrahl.

"Ich hab den Hausmeister schon angerufen, er kommt gleich und stellt den Haupthahn im Keller ab!" sagt der Wohnungsinhaber.

"OK, ich gehe raus und beruhige die Nachbarn!"

 

Vorm Haus und im Treppenraum haben sich bereits einige Nachbarn angesammelt. Ich beruhige sie: "Kein Feuer! Ist nur Wasserdampf!"

Die Lage entspannt sich. Bis auf einmal eine Stimme aus der ersten Etage im Treppenhaus ertönt: "Alles raus! Es brennt! Alle raus! Ich hab die Feuerwehr schon informiert! Los raus, wir müssen alle sterben!! Schnell raus hier!!" So geht es in einem fort, während sie im Kittel und mit Puschen die Treppe herunter kommt. Ich versuche sie zu beruhigen, dass es nur Wasserdampf sei.

"Nein! Es brennt! Alles raus, wir müssen sonst sterben! Wo bleibt die Feuerwehr?"

 

Während ich kurz überlege, ob ich die anrückende Kavallerie noch per Anruf bei der Leitstelle stoppen kann, höre ich schon das erste Martinhorn. OK, die Jungs in Bargteheide sind auf Draht!

Die fidele Alte hat schon wieder das Handy gezückt: "Links! Sie müssen links rum! Ja, es brennt!! Beeilen sie sich!"

 

Ich bin perplex! Wie kann man diese Frau nur beruhigen? Hoffentlich erhöht der Disponent aufgrund dieses Anrufes jetzt nicht die Alarmstufe. Die Adresse bedeutet aufgrund der Bauweise sowieso schon Vollalarm.

 

Ich laufe zur Strasse, als das erste Fahrzeug einbiegt. Der Angriffstrupp hat schon die Pressluftatmer angelegt. Ich gehe zum Gruppenführer und beruhige erstmal die Situation: "Abspann! Es brennt nicht. Ist lediglich Heißwasser aus einem Eckventil! Erdgeschoss, links, die zwote Wohnung rechte Seite!"

 

Er atmet aus. "OK! Ich schau mal nach." Kurz darauf Funkrückmeldung an die Leitstelle, dass alles ok ist. Währenddessen treffen die restlichen Fahrzeuge des Löschzugs ein. Den Rettungswagen konnte die Leitstelle noch abfangen, somit war er wieder frei für "echte" Notfälle.

 

So einen Einsatz mal von der "anderen" Seite aus zu erleben, war mal recht interessant.


19.09.2011 08:57    |    fire-fighter    |    Kommentare (1)

Bereits im Jahr 1951 stellt die Stadt Ahrensburg einen Antrag für die Bezuschussung eines TLF 15/50, welcher am 15.07.1952 abgelehnt wird. Im Jahre 1961 ist es soweit, das erste Ahrensburger Tanklöschfahrzeug wird in Dienst gestellt.

 

TLF16 (1961 bis 1981)

Aufgebaut auf einem Magirus Merkur mit 125PS betrug die Höchstgeschwindigkeit 68km/h bei einem Fahrzeuggewicht von 10t. Besetzt wurde der Magirus mit 1/5. Die Feuerlöschkreiselpumpe leistete 1600l/min bei 8bar. Das TLF16 hatte einen 2400l Wassertank, einen fest eingebauten Schaummitteltank inklusive Zumischanlage, einen tragbaren Wasserwerfer und 4 Atemschutzgeräte. 1981 wurde es durch eine Neubeschaffung ersetzt.

 

 

 

 

Das TLF 16 auf der Fahrt zum Einsatz

 

 

 

TLF 24/50 1981 bis 2002

 

Im Jahre 1981 wurde das TLF16 durch ein TLF 24/50 auf Daimler Benz 1719 AF ersetzt. Den Aufbau lieferte die Firma Ziegler. Das Fahrzeug hatte 192PS und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 88km/h. Das 17t schwere Fahrzeug rückte mit einer Truppbesatzung von 1/2 aus. Die Pumpenleistung lag bei 2.400 l/min bei 8 bar Druck. Der Löschwassertank fasste 5.000 l

Der Einsatzzweck war die Brandbekämpfung, besonders an Stellen wo wenig Löschwasser vorhanden ist, sowie bei der Bekämpfung von größeren Flüssigkeitsbränden mit Löschschaum. Dazu war in dem Aufbau ein Schaummitteltank integriert.

 

Ein 60m Schnellangriffsschlauch, 4 Pressluftatemgeräte und ein Dachmonitor rundeten die Ausstattung ab.

 

 

 

TLF 24/50 2002 bis heute

 

 

Die vorerst letzte Generation wurde im September 2002 in Dienst gestellt. Aufgebaut wurde es auf einem Mercedes-Benz Atego 1828 AF von der Firma Ziegler. Der Aufbau wurde aus GFK gefertigt, da das Schaummittel die Korrosion begünstigt. Neben einem 4.800l Wassertank besitzt dieses TLF zwei Schaumtanks. Tank A fasst 100 l Class-A-Foam für Feststoffbrände/Gebäudebrandbekämpfung. Tank B fasst 500 l Mehrbereichsschaummittel. Die heckseitig eingebaute FP24/8 2H leistet 2400l/min bei 8bar Druck. Neben der normalen Zumischanlage für Mehrbereichsschaum besitzt das TLF auch eine Mindermengenzumischanlage für Class-A-Foam.

 

Das Fahrzeug erreicht mit 279PS eine Höchstgeschwindigkeit von 100km/h. Das Einsatzgewicht liegt bei 17t, die Besatzung beträgt 1/2. Zur Entlastung des Maschinisten besitzt das TLF ein 6-Gang Allison Automatikgetriebe.

 

Der Schaum-Wasserwerfer auf dem Fahrzeug (Alco HR367) hat eine Maximalleistung von 2.400l/min. Bei Schaumabgabe ergibt das 19.200 l Schaumgemisch pro Minute.

 

Als Selbstschutz besitzt das Fahrzeug eine Frontsprühanlage. Über einen zusätzlichen Zumischer kann flüssiger Ölbinder eingespeist werden, um größere Ölspuren zu bekämpfen.


16.09.2011 13:04    |    fire-fighter    |    Kommentare (6)

Im Laufe der Geschichte der Feuerwehr Ahrensburg gab es bereits mehrere Fahrzeuggenerationen. In dieser Serie möchte ich die ehemaligen und die aktuellen Fahrzeuge vorstellen. Den Anfang macht die Drehleiter.

 

Die erste Autodrehleiter kam 1941 nach Ahrensburg.

 

 

 

Die DL17 (17m Leiter) wurde am 15.08.1941 der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensburg übergeben. Für dieses Fahrzeug spendete der Schlossverein damals 5000 Reichsmark. Insgesamt kostete es 11.928,60 Reichsmark.

Die Leiter war auf einem Mercedes Benz L1500 aufgebaut. Der Leiteraufbau stammte von Magirus. Das Fahrzeug hatte eine Leistung von 60PS und wurde 1/2 besetzt (Maschinist/Mannschaft)

Am 03.11.1964 wurde die DL17 an eine Wohnungsbaugesellschaft verkauft.

 

 

 

 

 

Dieses Fahrzeug aus dem Jahr 1941 wurde am 06.08.1964 gebraucht für die Freiwilligen Feuerwehr Ahrensburg bei der Berufsfeuerwehr Hamburg gekauft. Die DL26+2 (Der Leiterpark dieses Hubrettungsfahrzeuges hat eine Länge von 26m + 2m Handausschub) ist auf einem Magirus FL145 aufgebaut und hatte eine Motorenleistung von 125PS und wurde 1/1 besetzt.

 

Um das hohe Fahrzeug in der Wache Woldenhorn unterzubringen, musste ein Stellplatz um 50cm ausgehoben werden. Da dies bis Januar 1965 dauerte und der TÜV das Fahrzeug erst abnehmen wollte, wenn es in einer geschlossenen Halle steht, konnte die DL 26+2 erst im Januar 1965 in Dienst gestellt werden. Die DL 26+2 wurde schon am 24.01.1972 wieder außer Dienst genommen, weil der TÜV es nicht mehr abgenommen hat und zur Verschrottung zur Firma Nickel auf den Kremerberg gebracht, wo es im Jahr 2009 noch steht.

 

 

 

 

Als Nachfolger wurde 1972 eine DL30 H beschafft. Aufgebaut von der Firma Metz auf einem Mercedes Benz 1313 F mit 192PS und Staffelkabine rückte dieses Fahrzeug mit 1/5 aus. Das zulässige Gesamtgewicht lag bei 13t, die Höchstgeschwindigkeit bei 81km/h.

Der 30m Leiterpark hatte eine Nennrettungshöhe von 23m bei 12m Ausladung. Deshalb sprach man später auch von einer DL23/12.

Als Besonderheit wies die Leiter eine Hebevorrichtung aus, mit der Lasten von bis zu 4t gehoben werden konnten. An der Leiterspitze gab es ein vom Boden aus bedienbares Wenderohr zur Brandbekämpfung. Ein 5kVA Generator, eine elektrische Kettensäge und Schornsteinkehrgeschirr ergänzten die Ausrüstung. Diese Drehleiter war bis Ende 1989 in Ahrensburg im Einsatz.

 

 

 

 

Im November 1989 wurde die DLK23/12 Auf Mercedes-Benz 1422 F mit Aufbau von Metz in Dienst gestellt. Bei einem Gesamtgewicht von 14t erreicht das Fahrzeug mit 216PS eine Höchstgeschwindigkeit von 89km/h. Da Fahrzeug rückt mit 1/2 als Besatzung aus. Eine Besonderheit dieses Fahrzeugs ist die flache Kabine und der niedrig gebaute Leiterpark.

Der 4-teilige Leiterpark hat eine Leiterlänge von 30m. Die Nennrettungshöhe beträgt 23m bei 12m Ausladung. An der Leiterspitze befindet sich ein fest montierter, hydraulisch klappbarer Korb und ein Wasserwerfer mit einer Leistung von bis zu 1.500 l/min. Auch diese Leiter besitzt eine Hebevorrichtung von bis zu 4t. Am Korb kann eine Krankentragenhalterung montiert werden, mit deren Hilfe alle Tragenmodelle der Rettungsdienste aus größeren Höhen sicher zum Boden transportiert werden können. Dadurch ist eine patientenschonende Rettung möglich.

Des weiteren können am Korb zwei 1.000 W Halogenstrahler befestigt werden, mit deren Hilfe die Einsatzstellen aus großer Höhe ausgeleuchtet werden können. Dazu führt die DLK einen mobilen 8 kVA Stromerzeuger mit. Motorkettensäge, Marinetrage, Rollgliss, Schornsteinkehrgerät und zwei Pressluftatemgeräte runden die Ausstattung ab.

Dieses Fahrzeug ist bis heute im Einsatz, es soll Ende des Jahres gegen einen Nachfolger ausgetauscht werden.


Blogempfehlung

Mein Blog hat am 20.04.2009 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Blogautor

fire-fighter fire-fighter

MAN F8 19.291 LF24

Renault

In 20 Jahren Feuerwehr gibt es wirklich nichts mehr, was ich noch nicht erlebt habe.

FS CE besitze ich seit 2007, dafür noch mal vielen Dank an die Gemeinde :cool:

Meine Brötchen (und auch das für obendrauf) verdiene ich mir im weltweiten Service für Industrieelle X-Ray Anlagen

Privat bewege ich z.Zt. einen Skoda Octavia RS.

Wer mehr wissen will - PN!

Wo der fire-fighter herkommt...

Meine Ursprungsheimat liegt in Berenbostel. Das ist ein Stadtteil von Garbsen, in der Nähe von Hannover. Ein Teil der Berichte stammt aus meiner Zeit dort. Seit ein paar Jahren hat es mich beruflich ins schönste Bundesland der Welt verschlagen. Seitdem bin ich hier in Ahrensburg, in der Nähe von Hamburg aktiv.

Auf den Fotos kann man den Unterschied anhand der Einsatzkleidung erkennen. Niedersachsen bevorzugt orange Jacken, in Schleswig-Holstein ist die Nomexjacke dunkel.

gerade hier...

  • anonym
  • Blubber-AWD
  • GTVeloce
  • rambonaut
  • pido
  • Opelaner2811
  • Lutz2
  • McFlyHH
  • martinkarch
  • A-punkt

Gerne Hier (221)

Homebase: FF Ahrensburg