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11.02.2017 23:09    |    dodo32    |    Kommentare (41)    |   Stichworte: 7 (AU/5G), Golf, VW

 

Lunch BoxLunch BoxHallo Zusammen,

 

wie man unschwer erkennen kann, konnte ich es wieder einmal nicht lassen. :D Dieses mal fiel die Wahl auf eine Tamiya Lunch Box! Das Modell kam 1987 auf den Markt und ist heute als re-release wieder lieferbar. Damals wie heute ein reines „just for fun“ Fahrzeug welches im Maßstab 1:12 gehalten ist und über eine schön detaillierte Kunststoffkarosserie verfügt. Wie bereits im Artikel über den Sand Scorcher erläutert habe ich große Freude daran, letztere optisch ansprechend zu gestalten wenngleich sich der Aufwand bei dieser Karosse, in Grenzen hielt.

 

 

Eigentlich wollte ich den Bausatz ja stehen lassen und erst im Herbst angreifen. Eigentlich. :D Irgendwann sitzt man halt am Abend da und inspiziert den Inhalt des farbig bedruckten Kartons. Es hat keine Woche gedauert und ich konnte es einfach nicht mehr erwarten, das Modell im Betrieb zu bewundern. Also rann an den Speck aber immer schön langsam denn man ist ja beim Hobby und nicht auf der Flucht. Ich habe mir dann auch tatsächlich eine Woche Zeit genommen, um die Box aufzubauen.

 

 

 

GrundiertGrundiertKugellager und Öldruckstoßdämpfer gehören nicht zum Lieferumfang, jedoch liegt ein elektronischer Fahrtenregler bei. Und das bei einem Preis von 100,-- Euro. Das ist fair. Ich konnte es dann doch nicht lassen und habe mir für weitere 10,-- Euro einen Satz Kugellager und ein Fläschchen Silikonöl bestellt. Dämpfer hatte ich noch 4 Stück am Lager da ich diese beim Scorcher nach Augenmaß gekauft und prompt 2 x die falschen mitgenommen hatte. Auch wollte ich es ursprünglich beim Baukastenmotor belassen, aber dazu später mehr.

 

VerpackungVerpackung

 

Der Aufbau des Chassis gestaltete sich problemlos. Als erste Tuningmaßnahme wurde jedoch eine Domstrebe angefertigt, da die Dome sich gegeneinander verbiegen lassen. Bei dem zu erwartenden Gewicht und der Tatsache, dass das Modell Wheelies macht, erschien mir das sinnvoll. Darüber hinaus wurden noch 2 Streben nach hinten gelegt um das Chassis auch in dieser Richtung zu stabilisieren. Regler und Empfänger wurden entgegen der Anleitung weit vorne platziert um ein aufsteigen des Modells bei Vollgas nicht zu unterbinden, aber etwas abzumildern.

 

 

 

StrebenStrebenMan kann die o.g. Wheelie bar auf den Bildern sehen. Sinnvoll, denn sonst kippt sie nach hinten um, wenn man mit Vollgas losfährt. Nun kommt auch der fünfte Stoßdämpfer ins Spiel, der die Antriebseinheit abdämpft. Man muss sich das so vorstellen: die Einheit ist nicht nur so aufgehängt, dass sich die Starrachse hinten dämpfen lässt, sondern auch vorne. Sie kann sich also vorne und hinten vertikal bewegen. Vermutlich hat man das gemacht, dass das Modell nicht schon alleine vom Drehmoment des Motors aufsteigt. Der Stoßdämpfer hat den Vorteil, dass sich das Ganze geschmeidiger fährt denn serienmäßig sind nur zwei recht schwache Federn verbaut von denen mir bereits eine im Fahrbetrieb gebrochen ist.

 

 

GetriebeGetriebeMeine übrigen Öldruckstoßdämpfer passten vorne auf Anhieb. Leider ist das 600er Öl ein wenig zu dick aber ich habe einfach 2 zusätzliche 1 Millimeter Bohrungen in die Kolbenplatten gebohrt. Perfekt! Die Box fällt nun satt in die Federn. Man muss einen Kompromiss finden denn man möchte hart genug sein sie zu dämpfen wenn die Vorderachse wieder aufkommt, aber Bodenwellen etc. sollen auch gut geschluckt werden. Hinten, so dachte ich, reichen die serienmäßigen Dämpferattrappen mit Federn. Aber auch dazu später mehr.

 

 

 

Die Karosserie war freilich wieder die größte Herausforderung. Grundierung hatte ich noch aber keinen gelben Lack. Weil ich zu geizig war mir einen originalen Tamiya Lack zu besorgen habe ich mir im Schnäppchenbaumarkt eine Dose Gelb und Klarlack mitgenommen. Als die Grundierung getrocknet und angeschliffen war, konnte endlich lackiert werden. Dann folgte eine Überraschung! Der Farbton passte perfekt aber nicht nur das, der Lack an sich ließ sich hervorragend verarbeiten! Das Sprühbild der Dose war geradezu perfekt. Kein einziger Läufer und eine spiegelglatte Oberfläche so dass ich auf den Klarlack sogar verzichten konnte. Unglaublich, aber wahr. Die Lackierung ist bis auf 2 kleine Einschlüsse perfekt geworden! Und wieder dachte ich mir: fast zu schade zum fahren. Aber wir bauen hier keine „Shelve Queens“, das Ding muss kesseln. :D

 

 

Eine besondere Freude war es, die Decals aufzubringen. Knifflig, weil die Karosse doch sehr detailliert ist aber beeindruckend, weil die Aufkleber von wirklich exzellenter Qualität sind. Sogar die hinteren Lichter und Blinker ließen sich relativ problemlos aufbringen. Freilich sind wir von Anfängertauglich noch weit weg aber wenn man weiß, was man da macht, einfach klasse. Dann mussten nur noch die getönten Scheiben eingeschraubt werden und die Chromteile befestigt werden. Auf ein übertriebenes Herausarbeiten der Details habe ich verzichtet. Türgriffe, Schloss, seitliche Blinker und die seitlichen Scheibenrahmen mussten reichen. Die vorderen Lüftungsschlitze hätten den sogenannte „Verpfuschungsfaktor“ exponentiell gesteigert da ich dieses mal ja keinen 2 K Klarlack verwendet habe und somit ein entfernen eventueller Fehler den Lack angelöst hätte.

 

 

Dann fehlte eigentlich nur noch ein passender Akku. Da ich keinen Lipo wollte, mussten passende NiMh Zellen gefunden werden. Einen Carson wie für den Scorcher wollte ich in keinem Fall mehr. Kernschrott. Eine Zelle hat nach vielleicht 30 Zyklen den Geist aufgegeben. Das habe ich zu meiner aktiven Zeit nicht mal bei Packs erlebt, die RICHTIG hergenommen wurden. Zuerst wollte ich mir einen NiCd Akku kaufen. Da die aber, wenn ich richtig erinnere, nur bis ca. 1.700 Mah verfügbar sind, habe ich mich dagegen entschieden. Ideal wäre ein 3.500er Nimh gewesen aber woher nehmen? Es gibt keine mehr. Also fiel die Wahl auf einen X-Cell mit 4.500 Mah.

 

 

Nachdem der Akku mit 4,5 Ampere geladen worden war, konnten wir auch schon zur ersten Probefahrt aufbrechen. Und wie zu erwarten war, hatte ich umgehend ein breites Grinsen im Gesicht. Einfach geil, der Gerät. :D Dann wurde der Geradeauslauf eingestellt und ich bin ein wenig vor dem Haus auf und ab gefahren. Danach konnte es endlich in den Garten gehen. Dort wurde schnell klar, dass die hinteren Schraubenfederdämpfer ein hüpfen und springen der Hinterachse zur Folge hatte, dass ich so nicht beibehalten wollte. „Just for fun“, klar, aber die Hüpferei nervt dann doch. Auch die Endgeschwindigkeit mit dem Baukastenmotor war eher „naja“ also bestand Handlungsbedarf.

 

 

Weil ich keinen weiteren „Sport tuned“ Motor kaufen wollte habe ich kurzerhand den vom Scorcher ausgebaut und in die Box eingepflanzt. Etwas aufwändiger gestaltete sich der Einbau der Öldruckdämpfer hinten, die ich mir im Modellbaugeschäft besorgt hatte. Es mussten nicht nur wie vorne die Kolbenplatten gebohrt werden sondern auch Halterungen für oben angefertigt werden, da sie sonst am Motor angestanden wären. Die Federn sind auch einen Tacken zu hart, aber die Anlenkung ist auch ungünstig, also müsste man sie schräger stellen. Auf letzteres habe ich vorerst verzichtet und es konnte eine weitere Probefahrt in Angriff genommen werden.

 

 

Und wieder ein breites Grinsen in meinem Gesicht. Die Box geht vorwärts, dass es eine Freude ist. Auch das springen mit der Hinterachse hat sich auf ein absolut erträgliches Maß reduziert. Man muss auch immer die Gesamtkonstruktion sehen. So einfach lässt sich das nicht beruhigen und wenn man über Bodenwellen fährt die fast so tief sind wie ein Reifen, muss man die Kirche schon irgendwo im Dorf lassen. Fast vergessen: die Fahrzeit! Ich habe sie nicht gemessen weil ich immer aufgehört habe, bevor ich auch nur einen Leistungsverlust feststellen konnte. Das war meist so nach 30 Minuten. Unglaublich. Der Vortrieb bleibt einfach konstant und der Akku will und will nicht leer werden. 1987 wäre man froh gewesen auf 8 Minuten zu kommen und heute hört man auf, weil man keine Lust mehr hat. :D

 

 

Mein Fazit: tolles Modell! Ein wenig im Garten rumbashen und die hübsche Optik genießen. So gefällt mir das! Mal schauen, vielleicht ziehe ich noch einen Blackfoot zu gegebener Zeit aber ich sollte so langsam mal wieder was an Emil machen. ;)

 

Grüße

-dodo-

 

 

 

DomstrebeDomstrebe

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05.02.2017 23:29    |    dodo32    |    Kommentare (121)

Hallo Zusammen,

 

nach 8 Jahren, 3 Passat Modellen und rund 525.000 Kilometern mit den selbigen fahre ich seit dem neunten Januar diesen Jahres einen Ford S-Max. Über das Warum möchte in diesem Artikel berichten denn im Grunde ist es ja so, dass wenn man mit etwas zufrieden ist, dann bleibt man auch dabei. Eigentlich. Und ja, ich war sehr zufrieden mit meinen Passat wenn da nur nicht die aktuelle technische Entwicklung der Assistenten wäre und die Automobilhersteller die einem nicht zwingend das verkaufen was man möchte sondern das, was sie glauben was man kaufen müsse. So zumindest mein Eindruck.

 

 

Das war aber nicht der Hauptgrund. Ich hätte wohl oder übel auch einen Passat Comfortline mit „Front Assist“ genommen denn den Trend gibt es nicht mit 190 PS Dieselmotor. Ausschlaggebend für meine Überlegungen in eine andere Richtung zu gehen war die Tatsache, dass man für den aktuellen Passat zwar eine Anhängerkupplung und Niveauregulierung bestellen kann, aber nicht in Kombination. Zuerst dachte ich an einen Fehler im Konfigurator. Ein Anruf bei VW brachte dann Klarheit: lässt sich technisch nicht realisieren. Komisch, beim alten war es kein Problem.

 

 

Also hatte ich mich ein wenig bei Ford auf der Website umgesehen denn ein Sharan wäre zwar grundsätzlich auch interessant gewesen aber das Auto ist sehr teuer und wirklich potthässlich. Und nein, in diesem Fall kann man über Geschmack nicht streiten. Das Auto ist hässlich. Etwas für Leute die dem Thema leidenschaftslos gegenüber stehen, eine VW Brille haben und zu viel Geld. Ist ja mit den Bussen aus dem Hause nicht anders. Aber zurück zu Ford. Einen Mondeo hatte ich erst gar nicht angesehen sondern mich gleich zum S-Max informiert. Ein Sportsvan! So etwas hatte ich noch nie und es gibt auch nicht mehr viele denn der Trend, geht zum SUV. Vor allem hat das Fahrzeug eine schön gezeichnete Karosserie. Wenn man sie sich ein Weile ansieht, findet man schöne Details.

 

 

Mein Anforderungsprofil lautete wie folgt:

 

- keine Assistenten, die aktiv ins Fahrgeschehen eingreifen

- Niveauregulierung

- Anhängerkupplung

- schwarze Scheiben hinten

- LED oder Xenon Licht

- Dachreiling mit Querstreben

- ebenerdige Fläche nach dem umlegen der Rückbank

- vernünftiger Sitz

- beheizbare Spiegel

- Doppelkupplungsgetriebe

- dem Fahrzeug(gewicht) angemessener Motor

- mindestens so viel Platz hinten bei umgelegter Rückbank wie im Passat

- lackierte Schweller

- Solar Reflect Frontscheibe

- ausreichende Anzahl an Verzurrösen

 

 

Der erste Eindruck der Website war zwar etwas verspielt, aber wir wollen nicht zu kritisch sein. Also rein in den Konfigurator und los! Aber…, was war das? Elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung mit Niveauregulierung nicht kombinierbar? LOL, da bin ich ja so weit wie vorher, ging mir durch den Kopf. Das gibt es doch gar nicht, wir haben 2017 und allen möglichen Müll kann man in so ein Fahrzeug einbauen lassen und DAS geht nicht?? Dann war erst einmal Feierabend mit konfigurieren. Schnauze voll. Gibt’s ja gar nicht. Nachdem ich mich einige Zeit später beruhigt hatte und es noch einmal versuchte mit dem Hintergedanken „dann halt nicht“ aber Hauptsache AHK folgte die Überraschung! Beim S-Max kann man eine abnehmbare Kupplung bestellen und dann geht es auch mit der Niveauregulierung.

 

 

Na wunderbar dann schau mer mal was die Mühle kostet, bis ich fertig bin. Ziemlich genau 45.000 Euro. Das ist fair, hab' ich mir gedacht. 180 PS, zu obiger Mindestanforderung noch eine Solar Frontscheibe und sogar ein elektrisch einstellbarer Sitz. Nachdem das geklärt war wollte ich mir so ein Fahrzeug freilich einmal ansehen. Um es aus dem Bauch heraus zu bestellen sind mir die 2,5 Jahre Nutzungszeit dann doch zu lang. Ich möchte schon halbwegs wissen, was mich erwartet. Also Passat Kofferraum ausmessen und ab zu Ford!

 

 

Erster Eindruck: hübsch gemacht. Kein Vergleich zum Vorgänger oder früheren Ford Modellen. Den Verkäufer habe ich dann auch umgehend wissen lassen, dass sie von VW nicht sooo weit weg sind. Fand er nicht so lustig :D. Egal. Ausmessen und feststellen, dass sich nach dem umlegen der Rückbank ein Absatz zum Kofferraum bildet? Die Lösung: eine zweite Sitzreihe für hinten bestellen. Ok, das treibt den Systempreis zwar in die Höhe aber so geht das nicht, ging mir durch den Kopf. Hintergrund ist die Tatsache, dass wenn wir auf die Rennen fahren, ich massig Material mitnehmen muss und der Absatz ist suboptimal denn dann hängt irgendetwas in der Luft oder geht vielleicht erst gar nicht rein weil es anstößt.

 

 

Lange Rede: ich habe mir einen Prospekt mitgenommen und eingehend studiert. Die Anhängelast ist mit 2 Tonnen zwar geringer als beim Passat aber für unsere Zwecke ausreichend. Auch das Leergewicht von über 1,8 Tonnen ist bemerkenswert und daher sind die 180 PS gut angelegtes Geld. Da das Fahrzeug beklebt wird kam als Farbe eigentlich nur Blau oder Weiß in Frage. Gefallen hätte mir das Rot ganz gut aber ich hab’s dann doch gelassen zumal die Metalliclacke erheblich teurer sind.

 

 

Das Fahrzeug wurde also bestellt und ich hoffte, das Richtige getan zu haben. Man hat schon seine Zweifel wenn man 8 Jahre lang zufrieden war und auch der Werkstattservice keinen Grund zu Klage bot. Am 9. Januar war es dann soweit. Abholung in Münster, Ostwestfalen! Erste Überraschung: die Winterfelgen sehen wirklich annehmbar aus und ähneln denen, die ich für den Sommerbetrieb bestellt hatte. Winter- und Sommerbereifung in der Dimension 235 / 55 / 17 sind darüber hinaus identisch. Hat aus meiner Sicht den Vorteil, dass man sich im Winter nicht auf eine schmälere Bereifung einstellen muss.

 

 

Beim verlassen des Ford Firmengeländes ging mir umgehend durch den Kopf: OMG, Du hast einen Bus bestellt. :D und auf den ersten Kilometern war das neue Fahrgefühl dann doch etwas gewöhnungsbedürftig. Die rund 750 Kilometer nach Hause habe ich ohne Probleme abgespult. Maximale Drehzahl 2.900 und viel mit eingelegtem Gang rollen lassen denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass man ein Auto bzw. den Motor einfahren sollte. Auch werden meine Autos weder kalt getreten noch werden sie heiß sofort abgestellt. Je nach dem wie ich gefahren bin lasse ich den Motor entsprechend nachlaufen. Ich hatte bei meinen Passat nie Probleme mit Ölverbrauch und musste daher auch zwischen den 30.000er Intervallen nicht nachfüllen. Es fehlten zwar immer ca. 800 Milliliter aber das ist mehr als in Ordnung. Ich habe im übrigen noch keinen nennenswerten Verbrauch feststellen können. Für einen neuen Motor mit erst 5.500 Kilometern nicht schlecht.

 

 

Nach rund 1.200 Kilometern habe ich dann zum ersten mal auf der Autobahn Vollgas gegeben. Läuft gut, ging mir durch den Kopf. Leider entdeckte ich auch den ersten Mangel. Wenn der Wählhebel auf „S“ steht, knallt das Doppelkupplungsgetriebe die Gänge 5 und 6 rein dass man denkt, jetzt fällt gleich das Getriebe unten raus. Auf Nachfrage im Forum wurde mir gesagt, das Getriebe müsse sich anlernen. Ok, dann fahren wir halt so weiter. Ich habe bis jetzt rund 5.500 Kilometer zurückgelegt und es ist besser, aber noch lange nicht perfekt. Bei 2 Ford Händlern war ich auch gewesen. Der eine wollte keine Probefahrt über die AB machen weil es zu lange dauert und der andere meinte, da kann er nichts machen. Aha, Ford die tun was? Die beiden hat das Problem auf jeden Fall nicht die Bohne interessiert also werde ich direkt über Ford gehen und mir einen Händler vermitteln lassen. So einen miesen Service bin ich von VW nicht gewöhnt.

 

 

Auch die Bremse vermittelt den Eindruck, als wäre etwas Luft im System denn ein vernünftiger Druckpunkt stellt sich erst ein, wenn man 2 mal hintereinander auf das Pedal tritt. Hier die Aussage: das ist normal und bei allen so. Ich dachte, der will mich verarschen habe aber nichts weiter gesagt außer: „wenn sie meinen“. Den Händlern geht es einfach zu gut und so lange sich die Autos aufgrund der guten Konjunktur von alleine verkaufen, gibt sich dieses arrogante Volk auch keine Mühe. Aber, und da bin ich mir sicher, der nächste Konjunkturknick kommt bestimmt und hoffentlich! Dann müssen sie wieder zusehen, dass sie Kunden gewinnen und nicht bloß Müll daherlabern und dadurch potentielle Kunden verprellen. Da fällt mir ein, als ich mir einen angesehen hatte, interessierte das die Verkäufer auch nicht wirklich. Es war ihnen scheißegal, auf gut Deutsch. Wie gesagt, irgendwann müssen sie wieder verkaufen lernen und nicht bloß dumm herumsitzen. Und da war mal was mit Kundenbindung, glaube ich zumindest irgendwo mal gelesen zu haben. ;)

 

 

Begeistert hingegen bin ich vom Fahrverhalten. Es ist geradezu bemerkenswert wie leichtfüßig sich dieses große, lange und schwere Auto fährt. Hätte ich nicht gedacht. Insbesondere wie der Wagen einlenkt. Auch der Komfort ist sehr gut. Das Fahrwerk ist wirklich hervorragend abgestimmt. Wir haben hier ein Stück Landstraße mit Querrillen, welche das Auto problemlos meistert. Auch hohe Autobahntempi stellen das Fahrzeug nicht vor ernsthafte Probleme. Egal ob geradeaus oder um Kurven. Gut gemacht, Ford! Lediglich beim starken bremsen aus hohen Geschwindigkeiten fängt das Fahrzeug an hinten zu tänzeln. Das kann aber auch den Winterreifen geschuldet sein bzw. ich gehe davon aus.

 

Der Motor hat eine interessante Charakteristik, denn die maximale Leistung von 180 PS liegt bereits bei 3.500 Touren an. In der Praxis sieht es dann so aus, dass sich das Auto recht gemütlich fahren lässt. Es ist fast immer genügend Leistung vorhanden um adäquat zu beschleunigen ohne dass das Getriebe gleich einen Gang zurückschalten muss. Klar, wenn man auf der Autobahn zügig fahren will, sollte man schon von D auf S schalten. Das Getriebe legt dann den fünften Gang ein und der Motor hängt gierig am Gas. Wirklich gut gemacht, gefällt mir!

 

Der rechnerische Verbrauch liegt zwischen 7,0 und 9,3 Litern Diesel. Zuerst war ich überrascht denn es ist wirklich schwierig unter 8 zu kommen, wenn man auf der Autobahn fährt. Unter dem Strich muss man aber die Kirche im Dorf lassen und zum einen das Gewicht berücksichtigen und zum anderen ist das Fahrzeug breit und hoch. Wenn man das dann mit 180 aufwärts durch den Wind schiebt muss die Leistung ja irgendwo her kommen. Aber auch mit „normaler“ Fahrweise über Land und bei Richtgeschwindigkeit auf der AB ist es nur schwer möglich unter 7 Liter zu kommen. 6,4 habe ich einmal geschafft. Über Land und mit sehr zurückhaltender Fahrweise. Man kann also von 7 + ausgehen wenn man nicht als Verkehrshindernis unterwegs sein möchte.

 

Begeistert bin ich auch vom LED Licht. Geradezu unglaublich, was technisch möglich ist. Die Fahrbahnausleuchtung ist hervorragend und auch Schilder werden perfekt angestrahlt. Die Fernlichtautomatik funktioniert tadellos. Und ich hatte immer gedacht, Xenon sei ultimativ. So kann man sich täuschen. Leider hatte ich vergessen eine Scheinwerferreinigungsanlage zu bestellen. Ist mir durchgerutscht denn meine letzten 3 hatten Xenon und da war es bekanntlich Pflicht.

 

Weniger gut gefällt mir, dass sich manche Einstellungen, zum Beispiel der Belüftung, nur über das große Mitteldisplay über welches auch das Navi läuft, verändern lassen. Ähnlich verhält es sich mit dem Radio. Das ist einfach nicht gut gelöst denn um zum Beispiel die Belüftung für den Fußraum zu aktivieren, muss man das Navi wegklicken. Das ist einfach „too much“ und viel zu umständlich. Ähnlich das Kombiinstrument. Es wird die jeweils eingelegte Fahrstufe angezeigt aber nicht, in welchem Gang sich das Getriebe gerade befindet. Nimmt man die Schaltpaddels werden die Gänge jedoch angezeigt. Komische Logik. Und man kann sich zwar den Bordcomputer anzeigen lassen aber es gibt keine Möglichkeit, die Navigation zusätzlich über das Display in der Mitte des Kombiinstruments laufen zu lassen. Also muss man immer nach rechts schauen um zu wissen, wo es lang geht. Geht besser. Siehe VW. Die Schildererkennung funktioniert hingegen tadellos und wird auch gut sichtbar angezeigt. Das war bei VW schlechter gelöst denn man konnte sie zwar anzeigen lassen, aber dann hatte man keine Pfeilnavigation im Display und musste auf’s Navi schauen. Bei Ford wird auf dem Navibildschirm im Übrigen kein Verkehrsschild angezeigt. Vermisse ich auch nicht.

 

Die elektrische Sitzverstellung bietet auch keinen Grund zu Klage ich würde mir lediglich wünschen, dass sich das Lenkrad etwas weiter herausziehen lässt denn dann könnte ich mit dem Sitz noch ein Stück nach hinten. Die Memoryfunktion ist auch eine feine Sache. Nummer 1 bin ich und Nummer 2 meine Freundin. 3 Speicherplätze gibt es. Wunderbar. Es dauert ja doch einige Kilometer bis man es sich bequem gemacht hat und dann ist es umso ärgerlicher, wenn alles verstellt wird. So drücke ich nur auf den Schalter und der Sitz fährt in die programmierte Position. Darüber hinaus bieten die Sportsitze einen sehr guten Seitenhalt und sind auch sehr bequem. Gut gemacht!

 

Im übrigen ist es das erste mal für mich, dass ich die Park Distance Control zu schätzen weiß. Das Auto ist schlicht sehr groß und bedingt durch das tiefe Armaturenbrett nach vorne auch recht unübersichtlich. Man gewöhnt sich zwar daran aber wenn man sehr nahe an ein Objekt heranfahren will, ist es durchaus eine Erleichterung. Beim nächsten mal nehme ich vielleicht eine Rückfahrkamera denn das würde das heranfahren an den Anhänger etwas erleichtern.

 

Was gibt es noch zu meckern? :D Das fehlen einer Autohold Funktion für das Getriebe ist ärgerlich bzw. nervig. Man muss dauernd auf der Bremse stehen. Ist die Start / Stop Funktion eingeschaltet geht der Motor aus, wenn man ein wenig zu fest auf die Bremse tritt. Soll heißen, der Motor geht nicht aus, wenn man nur leicht auf das Pedal tritt. Das hat VW eindeutig besser gemacht. Fährt man daheim vor und hat die Start / Stop nicht ausgeschalten, geht der Motor freilich aus. Hebel auf P, Türe auf und was ist das? Motor springt wieder an?? Die Logik habe ich zwar noch nicht verstanden, aber vielleicht klärt mich ja jemand auf.

 

Was gibt es noch positives? Nun, das Fahrzeug bimmelt nicht. Sogar der Gurtwarner geht nicht sofort an, wenn man langsam fährt. Kein Piep hier, kein Bimmel da. Sehr gut gemacht, Ford! Ein weiteres Detail, das Blinkgeräusch ist sehr gedämpft und somit auch sehr angenehm. In diesem Kontext noch etwas: bei VW konnte man das Komfortblinken ausschalten. Bei Ford geht das nicht aber wenn man den Hebel nach z. Bsp. 1 x blinken in die Mittelstellung bringt, hört er auch zu blinken auf. Auch gut gelöst bzw. damit kann ich leben. Last but not least regelt das Auto oben raus nicht ab. Also bergab sind auch mal Tacho 230 drinn. Die eingetragene Höchstgeschwindigkeit von 208 erreicht er außer an sehr starken Steigungen auch regelmäßig.

 

Fazit: alles in allem ein wirklich tolles Auto und bis auf die Sache mit dem Getriebe bin ich auch rundum zufrieden. Klar, manche Details (Kombiinstrument / N-Sync) könnte Ford besser machen aber es sind aus meiner Sicht keine Ausschlusskriterien. Man ist auf jeden Fall in Schlagweite zu VW. Wenn man nun noch die katastrophale Werkstattbetreuung und kleinere Details in den Griff bekommt, ist man durchaus auf Augenhöhe. Ford? Die tun was und ich habe die Entscheidung noch nicht bereut. Wir werden sehen wie sich der Wagen auf den kommenden 160.000 Kilometern bewährt. In 2,5 Jahren wissen wir mehr.

 

Gruß

-dodo-

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Als ich meinen 2er Golf GTI im Jahre 2008 kaufte ahnte ich nicht, wo mich die Reise mit diesem Wagen hinführen würde. Relativ schnell entstand der Wunsch nach 2 Doppelvergasern und damit beginnt auch die Geschichte dieses Blogs.

 

Über das Forum lernte ich sony8V kennen. Viele Telefonate und Treffen später stand dann irgendwann einmal fest: ich hätte gerne ein Rennauto! Auf öffentlichen Straßen kann ich das Auto weder so fahren noch verändern, wie ich mir das vorstelle.

 

Hier findet Ihr die Geschichte meines Golf und wie er vom Youngtimer zum Rennwagen wurde. Überdies Artikel zu meinem E 21, der den Ursprung meiner Leidenschaft bildete. Das wusste ich allerdings erst, als er fertig war. Viel Spaß beim schmökern im Blog!

 

-dodo-

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