Olli the Driver

Über meinen Volvo und andere schöne Autos

05.04.2008 00:34    |    Olli the Driver    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: B180 CDI, B-Klasse, Mercedes, Probefahrt

Mercedes B180 CDI
Mercedes B180 CDI

Vier Jahre und einen Monat, knapp 145.000km - mein Elch hat seine erste größere Reparatur.

 

Da ich berufliche Termine habe brauche ich einen Leihwagen, bei Sixt habe ich die Wahl zwischen Ford Mondeo und Mercedes B-Klasse. Beides Autos die nun unbedingt in mein Beuteschema passen, aber dennoch Autos die mich interessieren, wenn ich meine Scheuklappen absetze. Ich entscheide mich für die B-Klasse, der Wagen entpuppt sich letztendlich als schwarzer B180 CDI in Minimalstausstattung.

 

Mein nächstes Auto soll, wie mein S60, ein komfortables Langstreckenauto sein. Darf aber gerne etwas handlicher ausfallen als mein S60 und vielleicht etwas unvernünftiger sein (Cabrio) oder mehr Platz bieten (Kombi) als der S60. Die B-Klasse finde ich vom Konzept her interessant, kurzes Auto mit einem für die Größe konkurrenzlos langem Radstand, hervorragendes Platzangebot und ein großer Kofferraum.

 

Notebooktasche verstauen - der Kofferraum ist wirklich groß. Gut gelöst ist der doppelte Ladeboden, da können sich andere Hersteller noch was abgucken. Ohne den Boden rauszunehmen oder irgendwo verstauen zu müssen kann man entweder ein großes Volumen oder eine ebene Ladekante realisieren, das Prinzip gefällt.

 

Reinsetzen. Einfacher Einstieg, angenehm hohe Sitzposition. Lehne mit grob einstellbarer Lendenwirbelstütze, die Sitzfläche kann man begrenzt in der Neigung verstellen. Habe schon in schlechteren Sitzen gesessen, z.B. im BMW 318d, aber restlos überzeugen kann der Sitz nicht. Die Sitzfläche erweist sich während der Fahrt als etwas zu kurz, die Lehne bietet dem Rücken etwas zu wenig Seitenhalt. Lenkrad einstellen - was ist das? Das Lenkrad in diesem Mercedes ist nur in der Höhe verstellbar, nicht in der Länge :(. Nun gut, gibt es gegen Aufpreis, aber in so einem Auto würde ich das als Serie erwarten, das hat ja heutzutage selbst ein nackter Polo. Das Platzangebot ist hingegen hervorragend, in keinem Auto dieser Größe habe ich auf der Rücksitzbank hinter dem für mich eingestellten Vordersitz so viel Raum. Mein S60 ist über 30cm länger, hat aber viel weniger Platz.

 

Motor an - zweifellos ein Diesel. Die Geräuschkulisse macht einen stets darauf aufmerksam :(. Bei warmem Motor wird es etwas besser, aber das Motorgeräusch ist in dem Wagen immer zu deutlich vernehmbar, irgendwie dröhnt dieser große Innenraum permanent. Auf insgesamt über 200km gelingt es mir nicht, dieses Geräusch auszublenden.

 

Losfahren in der Stadt, kein Problem, auf die Landstraße, so weit ok, dann kommt ein Stück Autobahn - und keine Leistung. Sehe mir hinterher mal die technischen Daten des B180 CDI an, nun gut, 80kW, 183km/h, 0-100km/h in 11,3 Sekunden, wahrlich keine Rennmaschine. Völlig ausreichend für Stadt und Land, auf der Autobahn kann man mitschwimmen, aber oberhalb von 140km/h geht es dann ja nur noch zäh voran. Kein Vorwurf gegen diesen Motor, wer Autobahn heizen will muss halt eine stärkere Maschine oder gleich ein anderes Auto nehmen. Für mich interessant, weil ich so meine persönliche Untergrenze definieren kann, Autos die auf dem Papier schlechtere Fahrleistungen haben kann ich gleich von meiner Liste streichen, obwohl, viel schwächere waren ohnehin nicht drauf.

 

Das Fahrwerk ist weicher als das des Tiguan, den ich vor kurzem gefahren habe. Komfortabler auf der Geraden, dafür schlechtere Kurvenlage, da erlaubt dieser Wagen keine all zu hohen Geschwindigkeiten, aber das ist ja klar bei einer solchen Konstruktion. Der hohe Schwerpunkt macht sich hier etwas negativer bemerkbar als z.B. im Tiguan. Weder der Komfort noch die Sportlichkeit meines S60 wird erreicht, aber das überrascht mich nicht wirklich. Beim Schalten stört der geringe Abschied zwischen Fußstütze und Kupplungspedal, bleibe manchmal mit dem Schuh hängen und kann das Pedal nicht ganz durchtreten. Der Schalthebel dürfte gerne ein bisschen kürzer sein. Das Getriebe lässt sich ausreichend präzise schalten, aber es gibt besseres.

 

Während der Fahrt bei gutem Wetter stören die glänzenden Zierleisten ein wenig, gerade die Reflexionen in der Leiste oberhalb des Handschuhfachs sind störend. Der Kombihebel für Blinker, Scheibenwischer etc. ist etwas zu weit unten positioniert, etwa da wo mein Blinker beim links blinken ist. Auch den Kombihebel selber mag ich nicht besonders, getrennte Hebel wären mir lieber, aber daran kann man sich vermutlich gewöhnen. Die sehr tiefe Position der Außenspiegel ist auch ungewohnt, beim üblichen Blick in den Spiegel wandern die Augen zunächst ins leere. Außerdem scheinen mit die Außenspiegel zu klein zu sein bzw. zu dicht an der Karosserie montiert zu sein, irgendwie sehe ich immer zu wenig vom Verkehr hinter mir. Die Verstellung das Innenspiegels mit 2 Gelenken finde ich dagegen gut, so kann man den optimal einstellen. Die ganz einschiebbaren Kopfstützen hinten sorgen für eine gute Rücksicht.

 

Das Radio ist zum Radio hören ok, CDs habe ich wieder mal nicht dabei, habe schon schlechteres gehört, aber auch besseres. Der Bordcomputer liefert einige wenige Informationen, finde intuitiv keine Möglichkeit den zurückzusetzen, während der ganzen Fahrt wird ein Durchschnittsverbrauch von 7,2l angezeigt. Finde ich angesichts der Fahrleistungen für ein Auto dieser Größe deutlich zu hoch, den tatsächlichen Verbrauch kann ich nicht berechnen, gebe den Wagen vertragsgemäß nicht vollgetankt zurück. Nach 100km ist die Tankanzeige bereits auf 3/4. Laut Prospekt sollte der Wagen einen Schnitt von 5,6l haben.

 

Bleibt als Fazit: kein schlechtes Auto, aber kein Auto für mich. Wer ein kompaktes Auto mit viel Platz braucht, wenig Vollgas auf der Autobahn fährt findet hier ein gutes Angebot, wobei mir die Motorgeräusche dennoch zu laut wären.

 

Natürlich ist auch dieser Bericht, wie alle anderen von mir, sehr subjektiv gehalten. Ein Volvo S60 ist mit Sicherheit kein Wettbewerber für die B-Klasse. Aber ich prüfe halt alle auf dem Papier interessanten Konzepte auf meine Ansprüche, und hier stelle ich fest das meine Ansprüche nicht von einer B-Klasse erfüllt werden können, was mich nicht überrascht, aber jetzt kann ich dieses aus eigener Erfahrung bestätigen.

 

Gruß, Olli


05.04.2008 15:02    |    Fliegerfelix

Ich bin dieses Auto auch mal als Leiwagen gefahren und ich habe mich ernsthaft gefragt, wie man eine solche Fehlkonstruktion auf den Markt bringen kann.

 

Was mich absolut gestört hat:

 

- Sitzt man einigermassen bequem beim Fahren, berührt das rechte Knie immerwieder so eine Ecke, wo das Armaturenbrett zur Mittelkonsole übergeht.

 

Man schlägt sich also immer knapp unter der Kniescheibe ins Gelenk....das tut verdammt weh!

 

- Was auch absolut furchtbar war, ist dieses stufenlose Automatikgetriebe. Ich finde es schon ziemlich daneben, wenn man in der Stadt mit 50km/h fährt und die Drehzahlnadel hängt bei 4000U/min. Bis die Drehzahl dann runter geht, da das Getriebe nachregelt, dauert einfach zu lange. Die Leute haben mich ganz schön doof angekuckt aber ich konnte ja nichts dafür.

 

Ansonsten ein tolles Auto aber diese zwei Punkte sind einfach mit nichts gut zu machen.

 

Da fahre ich doch leiber mein 15 jahre altes Cabrio bzw. den ML meines Vaters.

 

Mfg Felix


05.04.2008 15:46    |    qwertzuiopasdfg

Ich hatte den selben Wagen auch mal als Leihwagen bekommen. Das einzig posivtive war die gute Übersichtlichkeit durch die hohe Sitzpostiion und das Commandnavi. Der Wagen ist völlig untermotorisiert, auf der Autobahn dauert es Jahrzehnte bis der 190 erreicht. Und nach 600km hatte ich einen Durchschnittverbrach von 9,5l Diesel, völlig inakzeptabel bei den Fahrleistungen. Und Lkws überholen auf der Landstraße hatte schon was von Harakiri, wobei allerdings die komische Automatik wohl ihren Anteil hatte. Ist irgendwie komisch immer die gleiche Geräuschkulisse beim beschleunigen zu hören. Und nur im S Modus schaltet die Automatik halbwegs brachbar.


05.04.2008 16:59    |    Fliegerfelix

Auch ich hatte auf 200km einen Verbrauch von fast 10 Litern.

 

Wenn ich bedenke, dass die 2,5 Tonnen M-Klasse meines Vaters mit 224PS mit 12 Litern auskommt, ist dieses Ergebnis absolut inakzeptabel.

 

Bei der ständig hohen Drehzahl des Motors auch nicht wirklich ein Wunder.

 

Felix


08.04.2008 09:05    |    Eric E.

nettes Konzept, die B-Klasse.

 

Aber sprecht mal mit Taxi-Fahrern, die das Teil schon über 100.000km gefahren sind.... :eek:


10.04.2008 22:50    |    Olli the Driver

Was soll denn dieser blöde Pingback-Kommentar? Ich weiß, wird automatisch erstellt, aber die Seite hat doch gar nichts mit meinem Beitrag zu tun. Setzen die nur Links auf beliebig viele andere Seiten um ihre Seiten bekannt zu machen? In einem anderen Blog von mir ist so ein ähnlicher Käse. Kann man diese Art der Pingbacks unterdrücken?


13.04.2008 23:54    |    andyrx

hallo

 

ich habe den Beitrag von Pingback mal unsichtbar gemacht denn er stört mit dem unkommentierten Link und hat hier nix auf MT zu suchen;)

 

nach Durchsicht seiner anderen Beiträge habe ich auch den User von MT entfernt;)

 

mfg Andy

 

MT-Moderation


14.04.2008 00:14    |    Olli the Driver

Danke ;)


14.04.2008 00:23    |    andyrx

gern geschehen...;)

 

mfg Andy


07.10.2008 22:41    |    Olli the Driver

War wieder mal mit einem Leihwagen unterwegs. Wie üblich Golf-Klasse gebucht. Sagt mir der Mensch von der Leihwagen-Firma: Glückwunsch, Sie haben ein Upgrade bekommen. Freu :). Hatte schon die A4, C-Klasse und Mondeo auf dem Parkplatz gesehen :D. Dann gibt es aber nur eine B-Klasse :(. Das empfinde ich nicht gerade als Upgrade, aber es lässt sich nicht mehr ändern. Immerhin das facegeliftete Modell. Habe keine der üblichen Probefahrten mit diesem Wagen über die komplette "Referenzstrecke" gemacht, sondern im wesentlichen einen Kundentermin wahrgenommen, während mein S60 zur Inspektion war, konnte den Wagen damit im beruflichen Alltag auf viel befahrenen Autobahnen testen.

 

Die wesentlichen Eindrücke der ersten Fahrt bleiben bestehen. Das Facelift hat dem Wagen größere und bessere Außenspiegel gebracht, auch die Ausstattung des Wagens ist besser, das Lenkrad ist längsverstellbar, damit finde ich eine bessere Sitzposition. Der Sitz selber weiß aber immer noch nicht zu gefallen. Am Motor hat sich auch wenig geändert, immer noch (wie auch schon im C220 CDI) ein deutlich hörbarer Diesel. Auf den Steigungen der A8 damit LKW überholen wird zu einer echten Qual.

 

Das Fahrwerk scheint mir besser geworden zu sein, kommt mir komfortabler vor als ich es von der ersten Begegnung mit der B-Klasse in Erinnerung habe.

 

Mein Fazit zu diesem Auto bleibt daher unverändert: kein schlechtes Auto, aber kein Auto für mich.


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