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11.07.2011 22:22    |    Andi2011    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Ford

P417mP417mDer Tag als Ford baden ging war ein Tag im Herbst 1960, denn da wurde der Ford17mP3, im Volksmund bekannt als „Badewanne“, vorgestellt.

Man feierte das 30 jährige Bestehen von Ford Köln und niemand geringeres, als der Enkel von Henry Ford selbst fuhr bei der Präsentation den Wagen vor und hielt direkt vor dem Ehrengast Konrad Adenauer und dieser stieg ein – eine prima Werbung für Ford, denn am nächsten Tag bereits titelten die Zeitungen „Ford mit Adenauer“.

 

Dabei war für den 17mP3, mit dem ich meine kleine Ford M-Reihe Serie for(d)tsetze eigentlich eine ganz andere Bezeichnung vorgesehen.Weil es so schön in die beginnenden 60er Jahre und zu den damals „Italienurlaub-Verrückten“ Deutschen passte, war eigentlich der Name „Adria“ vorgesehen, auch später hatte Ford ja noch eine Vorliebe für diese Namensgebungen Sichwort: Capri

 

Aber der Volksmund hatte gesprochen, die Optik erinnerte viele an ein Stück Seife, die Scheinwerfer an Taucherbrillen und dadurch entstand wohl schnell der Begriff der „Wanne“.

 

Aber die Badewanne überraschte viele mit ihrem Design und nach kurzem anfänglichen Zögern, wurde er ein voller Erfolg.

Urheber des Erfolges und der „Linie der Vernunft“ wie Ford damals warb, war neben dem Amerikaner Wesley Dahlberg niemand Geringerer als Uwe Bahnsen, der einige Zeit später zum Chefdesigner bei Ford wurde und uns unvergessliche Ford-Klassiker beschert hat, wie den Capri oder den Escort und seinen erfolgreichsten Wurf: den Taunus-Nachfolger Sierra.

 

Mit 670.000 verkaufteten 17mP3 im Bauzeitraum von 1960 bis 1964 überflügelte man erstamals den Konkurenten Opel und landete auf Platz zwei hinter VW und dem Käfer.Das lag neben der modernen und gefälligen Optik, die ganz nebenbei sehr windschnittig war und einen niedrigen Verbrauch von ca. 8l ermöglichte, auch an anderen Details.

 

So lockten die Käufer in Scharen z.B. die serienmäßigen Einzelsitze (ab TS) oder die Saxomat-Automatik und der sehr großzügige Innenraum, sowie drei Motorvarianten mit 1500, 1700 und 1800 ccm mit 55-75 PS.

Die Armaturentafel mit den integrierten Schaltern oder das kecke Kofferraumschloss, dass gleichzeitig Tankstutzen war, fielen ebenfalls aus der Reihe.

Veloursteppich, Tageskilometerzähler und Weisswandreifen fanden sich ebenso in der Zubehörliste wie Haltegriffe im Fond, Zweifarblackierung oder ein Make-up-Spiegel. - Individualstyling im Jahr 1960.

 

Ausserdem war der P3 äusserst agil!

Ford warb mit einer Beschleunigung von 6 Sekunden auf Tempo 50 und die „Auto-Motor-Sport“ sprach damals von einem „respektheischerischem Fahrverhalten“.

Das alles gab es ab 6485 DM und dafür erhielt man die zweitürige Limousine mit 55PS.

Die Modellvielfalt war ein weiteres Plus des 17m.Neben der zweitürigen gab es natürlich die viertürige Limousine und den Kombi der als Besonderheit eine wählbar angeschlagene Heckklappe besaß die oben, unten oder seitlich angeschlagen sein konnte.

 

Natürlich war wie schon beim 12m auch der Karosseriebauer „Deutsch“ wieder mit dabei und fertigte ein Cabrio und eine Coupe Variante, allerdings in sehr geringer und heute gesuchter Stückzahl.Darüber hinaus gab es vom P3 viele Sondervarianten für Polizei,Bestatter und als Krankenwagen.

 

Dem erfolgreichen 17mP3 folgte dann der 17 und 20m P5...aber das ist eine neue Geschichte die ich euch noch erzählen werde...

Ich hoffe euch gefällt dieser Klassiker der Ford M-Modelle so gut wie mir, vieleicht hat ja hier noch jemand Erinnerungen oder gar originale Fotos, es würde mich freuen!

 

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11.07.2011 23:15    |    Esprit ATP Tour

Das ist mein Traumauto.


11.07.2011 23:20    |    Andi2011

Kann ich verstehen:)

Was hält dich ab?Schöne 17mP3 gibt es schon ab rund 6000€?


11.07.2011 23:31    |    Klausel

Serienmässige Einzelsitze ?

 

Ich glaube mich gut erinnern zu können, daß die Badewanne meiner Eltern eine

voluminöse durchgehende Sitzbank vorne hatte.

Ich durfte nämlich oft vorne in der Mitte sitzen - so war das damals, ich

habs überlebt.

 

Grüße Klaus


11.07.2011 23:49    |    Andi2011

@Klausl

du hast nicht unrecht, da hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen,den ich grad mit einem Zusatz korrigiert habe.Die Einzelsitze waren eigentlich erst ab TS Ausstattung sereinmäßig übrigens ebenso wie eine Mittelkonsole die damals kaum jemand hatte.

Scheibenbremsen vorn kosteten damals übrigens noch 150 DM extra, wurden aber ab 1962 Serie.

 

Noch eine Randbemerkung:

Der 17mP4 sorgte dafür, dass Ford das Werk in Genk baute, denn der "Run" auf den Wagen war so groß, dass es zu mehreren Monaten Lieferzeit kam und Ford sogar versuchte bei BMW freie Werkkapazitäten zu buchen (die sagten aber ab;))

 

Grüße

Andi2011


12.07.2011 01:34    |    M0tti

Zitat:

Natürlich war wie schon beim 12m auch der Karosseriebauer „Deutsch“ wieder mit dabei und fertigte ein Cabrio und eine Coupe Variante, allerdings in sehr geringer und heute gesuchter Stückzahl.

Hm... wenn man bedenkt, dass wir seit min. 20 Jahren so ein Cabrio bei uns stehen haben...

Meine Tante hat mit geholfen ihn von der Karosse her wieder herzurichten und der Besitzer hat ihn dann bei uns gelassen und wollte Teile für den Motor besorgen - und auf die wartet meine Tante noch heute :(

Der Besitzer hat leider kein Geld um sich die Teile zu leisten. Wirklich schade...

 

Jedoch steht er seit wirklich mehr als 20 Jahren an der selben Stelle. Die Karosse ist jedoch noch im recht guten Zustand. Leider hat meine Tante kein KFZ-Brief für den Wagen, sonst würde sie ihn für sich herrichten. Der Innenraum sieht auch nicht so schlimm aus, jedoch ist das Dach beschädigt. Dann kommt der Motor, der ja schon vor 20 Jahren nicht ganz das Wahre war.

 

Immer wenn ich an dem Wagen vorbeigehe, dann finde ich es sehr schade, dass er da steht und nicht auf den Straßen ist oder zumindest ordentlich gepflegt in der Garage.

Ich liebe Autos mit einem solchen Design und würde mich freuen einen solchen mal zu fahren oder mal drin zu sitzen...

 

MfG, M0tti


12.07.2011 15:23    |    Andy321

Ja ja, der alte gute Ford 17m. Mein Opa hatte so ein Teil. Durchgehende Sitzbank, Lenkradschaltung....und kraftvolle 55 PS :D

Eine Rennsemmel war dass Ding jedenfalls nicht.

Zu der damaligen Zeit war immer Italien angesagt...einmal im Jahr. Der Kofferraum war zwar nicht klein, aber auf dem Hobel war immer ein Dachgepäckträger drauf...alles musste scheinbar mit auf Reisen.

Wir also immer mit 2 Fahrzeugen, Vater mit einem Benz, Opa mit der Badewanne ab nach Italien. Da gab es die Brenner Autobahn noch nicht...also die Staatsstraße mit unzähligen Pass Etappen.

Was ich immer sehr gut in Erinerung habe, dass bei Passfahrten die "Wanne" immer vor Wut rauchte :D quasi überhitzte.

Der Motor hielt so bis um die 70 tsd. und ging gerade nach 30 km Fahrt...natürlich wieder nach Italien, kaputt (Kolbenfresser). Opa kam dann mit 3 Tagen Verspätung und mit neuem Treibwerk an.

Was ich auch noch sehr gut weiss, die Sitze waren aus Kunstleder mit eingearbeiter schwarzer Sitzfläche und so komischen Ornamenten drauf. Dass die nicht verschleisen waren da aus durchsichtigem Kunstoff "Sitzbezüge drüber.

Ich als Zwerg im Sommer und kurzen Hosen da flux rein....ich glaube so habe ich mein ganzes Leben nicht geschrien...war es doch als wenn man sich auf eine heiße Herdplatte niedergelassen hatte.

Der mit der Zipfelmütz (beigefügtes Bild)...bin ich auf Papa`s Arm. Aber eines hatte der Wagen....da war noch Blech dran. Da konnte man drüber laufen.....ohne Beulen zu hinterlassen.

 

Liebe Grüße

Andreas


Bild

12.07.2011 15:40    |    max.tom

meine Eltern hatten einen in Rot und auch durchgehender Sitzbank:)

sehr sparsam


12.07.2011 17:55    |    norske

@ Andi2011:

 

Wieder einmal sehr interessant und mit viel Liebe geschrieben. Danke für den tollen Beitrag.

In Deiner Bildergalerie hast Du aber den Turnier vergessen.

 

Die ersten Modelle hatten eine sehr interessante Rückleuchtenanordnung und eine nach links öffnende Heckklappe. Sicher nicht die praktischste Lösung, aber schön.

Später wurde das Heckdesign dann wieder konservativer.

 

Zum Abschluss lasse ich Dir noch einen Buchtipp und einen Link da – auch wenn Du beides wahrscheinlich schon kennst… ;)

„Ford M-Modelle 1952 - 1972“, Alexander Weinen, Heel Verlag, ISBN 978-3893654390

Ford M-Modelle 1952 - 1972

 

Grüsse

Norske


12.07.2011 18:32    |    Goify

Schöner Bericht. Was mich erstaunt, dass der offensichlich schlechtere Käfer auf Platz eins der Zulassungsstatistik war. Wie beim Golf heute, der ja auch nicht unbedingt das beste Preisleistungsverhältnis hat.


12.07.2011 18:50    |    Dr Seltsam

Ach ja, ne Badewanne is schon was schönes. Freut man sich immer wieder so eine zu sehen :)


12.07.2011 20:45    |    Andi2011

@Mutti

in deiner Fmilie gibt es eine Wanne die vor sich hingammelt und dann noch das seltene Cabrio-das ist ja eine echte Schande und schade drum.Anstelle deiner Tante würd ich alles versuchen um an den Brief zu kommen:D

 

@Andy321

vielen Dank für den schönen Erinnerungs-Bericht und das Foto,richtig klasse!


12.07.2011 20:48    |    Andi2011

@norske

danke für das Kompliment.Ich hab zwar ein Foto des Turnier,aber warum auch immer ließ es sich zum verrecken nicht hochladen, ebenso wie das einer Wanne als Leichenwagen und Krankenwagen...

Das mit den Rückleuchten ist, wie ich finde genauso besonders wie die unterschiedlichen Anschläge der Heckklappe.Ich schieb das mal auf den Einfallsreichtum der Entwicklungsabteilung, genau wie die extrem große Auswahl an Aussenfarben (ohne Sonderlacke schon ca. 20).Tja,der Kostendruck war damals wohl nicht ganz so ausgeprägt ;)

 

PS:

Danke auch für die Links,die Internetseite besuche ich schon länger regelmäßig mal,die ist sehr informativ!

 

Grüße

Andi


Deine Antwort auf "FORD - Der 17m P3: der Tag als Ford baden ging"

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