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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

13.08.2013 16:42    |    Andi2011    |    Kommentare (33)    |   Stichworte: Dies Das

Nach meinem Blog "Autokauf mit einer Frau" kamen ein paar Anfragen, wie denn meine Verhandlungsstrategie bei einem Autokauf so sei. Also dachte ich mir, warum nicht einen Blog daraus machen und meine Gedanken dazu weitergeben und idealerweise durch eure Kommentare und Erfahrungen ergänzen. So kommt vielleicht für den ein oder anderen potenziellen Käufer eines Neuwagens (und teilweise auch eines Gebrauchtes) eine hilfreiche Grundlage beim geplanten Kauf zustande.

 

Zunächst mal sollte man sich klar machen, (richtiges) Verhandeln ist keine Schande und selten ist der letzte Preis tatsächlich der letzte Preis!

Allerdings sollte man auch wissen, in den allermeisten Fällen hat man es mit Profis zu tun, die ebenfalls das „Pokern“ gelernt haben.

 

Wenn ich gefragt werde, ob ich für oder mit jemandem einen Preis für ein Auto verhandeln kann oder es auch um mein eigenes „neues Auto“ geht, sollte immer zuerst ein zumindest grober Rahmen festgesetzt und Informationen zum Fahrzeug eingeholt werden.

Für spätere Verhandlungen ist es immer gut, sich zumindest etwas mit dem „Wunschobjekt“ auszukennen!

Was sind die Vor- und Nachteile des Wagens, welche Motorisierungen gibt es und welche sind beliebt?

Kommt vielleicht bald ein Nachfolgemodel auf den Markt? Will man nur im nahen Umkreis suchen oder ist man bereit ggf. auch etwas weiter zu fahren? Soll bar bezahlt oder finanziert werden und was ist das absolute Preislimit – das man bitte auch nicht überschreitet!

Nicht zuletzt ist es auch immer gut zu wissen, was gehört denn eh zur Ausstattung des gewünschten Modells, nicht wenige Verkäufer berichten im Gespräch von den Vorzügen bestimmter „Extras“ die eh drin sind.

 

 

Wichtig ist auch, sich zu überlegen ob es unbedingt ein zu 100% den Wünschen entsprechend konfigurierter Neuwagen sein muss oder ob es vielleicht auch ein Kandidat sein darf, der „nur“ weitestgehend den Wünschen entspricht, aber dafür beim Händler steht?

So entfallen nicht nur längere Wartezeiten sondern meist hat der Händler auch ein Interesse, den Wagen nicht ewig stehen zu haben. Außerdem ist die Palette an Fahrzeugen mit Tageszulassungen, Sondermodellen oder sehr jungen Gebrauchten/Vorführwagen oder auch Re-Importen oft durchaus interessant.

 

1. Angebote einholen

 

- z.B. über das Internet zunächst die gängigen Preisnachlässe für das gewünschte Model herausfinden.

 

- Die Händler des festgelegten Umkreises suchen und per Mail oder Fax anschreiben. Ein nett formuliertes Anschreiben kann hilfreicher sein, als nur „Schicken sie mir ein Angebot!“. Meiner Erfahrung nach, antworten von zehn Anfragen etwa die Hälfte innerhalb ein oder zwei Tagen tatsächlich schon mit einem recht konkreten Angebot – was oft auch eine Aussage über die Kundenfreundlichkeit eines Autohauses sein kann. Vieleicht ist jetzt schon ein Angebot dabei, dass den Vorstellungen entspricht oder zumindest nahe kommt und ein persönlicher Besuch lohnt sich.

 

 

2. Besuch im Autohaus und Gespräch(e)

 

- Ich persönlich mache beim ersten Besuch nie einen Termin aus. Das begünstigt zwar das Risiko, das grad kein Verkäufer Zeit hat, aber der andere Fall kann auch direkt suggerieren, dass man sich schon festgelegt hat heute hier zu kaufen.

 

- Zum Auftritt des Verkäufers sollte Freundlichkeit und ein gepflegtes Äußeres gehören, aber auch das eigene Erscheinungsbild sollte auf Kaugummikauen und Sprüche unter die Gürtellinie verzichten!

 

- Ich zeige und erwähne nicht anfangs die -eventuell sogar günstigeren- anderen Angebote die ich schon habe. Vieleicht macht er ja von vornherein ein Angebot, das noch unter meinem bisher Besten liegt.

 

- Eine schlechte Uhrzeit ist immer der Mittag, da sind die meisten nämlich in Pause, günstiger ist oft der Vormittag ab 09:30 Uhr und der Nachmittag ab etwa 14:00 Uhr.

 

- Was macht ein kluger Autoverkäufer beim Erstkontakt? Genau, er versucht Sympathie und Vertrauen aufzubauen, man kauft schließlich lieber da, wo man sich wohl fühlt.

Das darf man aber auch umgekehrt tun, ein Interessent, der nicht direkt nach dem „letzten Preis“ fragt, neunmalklug rüber kommt und sowieso denkt „Das sind alles Verbrecher!“ ist auch einem Verkäufer sympathischer und schafft eine höhere Bereitschaft zur Verhandlung.

 

- Ich versuche auch immer deutlich zu machen, dass ich gerne ein langfristiger Kunde werden will, mit dem Zusatzgeschäfte zu machen sind, sei es durch dort durchgeführte Inspektionen oder auch den ein oder anderen Kauf von Zubehör.

 

- Die Frage nach einer Probefahrt (wenn überhaupt notwendig) kommt bei mir relativ weit hinten. Mittlerweile gibt es einfach zu viele Leute, die im Autohaus den Verkäufer ausquetschen, lange Probefahrten machen um dann bei der Rückkehr ins Autohaus zu erzählen, dass man in einem Internet-Autohaus einen Rabatt bekommt, den der Händler eh meist nicht halten kann und vom Hof fährt – zuerst nach der Probefahrt fragen macht viele Verkäufer skeptisch und sie verhandeln gar nicht erst konkret.

 

 

- Nicht alle Autohäuser interessiert es, ob der Kunde bar zahlen will oder das Fahrzeug finanziert. Sein Geld bekommt er vom Käufer oder eben der Bank und nicht alle sind da an den jeweiligen Subventionen gleich beteiligt und die Anderen kalkulieren ihren Anteil an der Finanzierung eh von vornherein mit ein. Hier muss man aufpassen und sich im Idealfall mehrere Varianten durchrechnen.

 

- Nebenbei fallen zu lassen, dass man sich auch noch das Konkurrenzmodel ansehen will kann nicht schaden – nicht jeder Verkäufer erzählt sofort, dass es vielleicht grad Prämien für Neukunden usw. gibt.

 

- Einen Gebrauchtwagen der in Zahlung genommen werden soll zu erwähnen muss nicht, kann aber hilfreich sein. Klar kann man ein Auto meist privat besser verkaufen, aber nicht jeder will sich darauf einlassen. Ein Ankauf eines am Markt noch attraktiven Fahrzeugs gibt aber auch dem Verkäufer eventuell die Möglichkeit, seinen Preis anders zu kalkulieren, da er vielleicht schon potenzielle Abnehmer und einen möglichen Preis schon im Hinterkopf hat.

 

- Ein Fehler ist sicherlich von vornherein eine Summe zu beziffern die man bereit ist zu zahlen. Gern fragen Verkäufer Dinge wie: „Was sind sie denn bereit auszugeben?“

Die Antwort sollte in etwa lauten: „Das sag ich ihnen wenn Sie mir mal ein Angebot gemacht haben!“

 

- Nicht „Totverhandeln“ wenn die Rede vom letzten Preis kommt, kann man ggf. durchaus noch nach einer Anschlussgarantie, einem weiteren Extra, einer kostenlosen Inspektion oder ähnlichem Fragen. Auch Dinge wie ein Verbandkasten oder das Warndreieck sind heute nicht mehr selbstverständlich nach dem Kauf vom Händler im Auto. Ein Verkäufer der auch nach der dritten Verhandlungsrunde keine Bewegung zeigt, wird es meist auch nicht mehr.

 

- Manchmal hilft es auch noch den Partner (wenn er dazu geeignet ist!) mitzunehmen und tatsächlich die Nummer „gut und böse“ zu spielen, das war bei mir schon einige Male erfolgreich. Der Verhandlungsführer ist in der Regel „begeistert“ vom Auto, der Ausstattung, dem Preisangebot – der Partner findet immer ein Haar in der Suppe: falsche Farbe, unnütze Ausstattung, zu teuer, anders Auto ist doch besser das man gestern gesehen hat…manche Verkäufer animiert das, noch mal an der Preisschraube zu drehen.

 

 

3. Kleine Tricks

 

Es gibt eine Menge guter Verkäufer, die einen fair und korrekt behandeln und beraten und es gibt auch noch heute einige Autohäuser die so geführt werden, wie es mein Feund Hans - als einer der beliebtesten Blogger hier – in seinem Berufsleben getan hat, aber man sollte nicht durchweg damit rechnen.

 

- Beliebt ist im Gespräch und nach Festsetzung der gewünschten Ausstattung noch über ein besonders sinnvolles Extra zu informieren, ohne dass sich der Wagen NIE mehr wieder verkaufen lassen wird. Das kann stimmen, hier sollte man aber schon genau aufpassen – sonst ist das Limit schnell doch überschritten.

 

- Nach der Nennung des letzten Preises kommen auf einmal bei der Vertragserstellung noch Überführung und Zulassung dazu, je nach Region sind das schnell mal einige Hunderter extra. Der besprochene Preis sollte das beinhalten!

 

- „Für den Wagen hab ich erst heute Morgen noch eine Anfrage bekommen, da müssten sie sich eventuell schnell entscheiden!“

Wer lässt sich schon gern das Traumauto im letzten Moment wegschnappen, also kommt man vielleicht in Zugzwang. Darauf kann man aber durchaus eingehen, z.B. mit der Antwort: „Wenn wir uns auf den (realistischen) Preis einigen, unterschrieben ich ihnen noch heute den Vertrag!“

 

 

Natürlich gibt es immer auch das noch bessere Angebot, aber ich verhandele immer nach dem Grundsatz leben und leben lassen. Für mein eigenes aktuelles Auto habe ich einen guten Preis erzielt, ich weiß aber durchaus, dass es noch besser gegangen wäre. Mir persönlich war aber wichtig, dass ich auch bei einem Händler in meiner Nähe kaufe, bei dem ich auch mein Auto in Zukunft gut aufgehoben weiß. Welche Maßstäbe man da ansetzt, sollte jeder für sich vorher entscheiden.

 

Dieser Blog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur einen kleinen Abriss darstellen, deshalb seid ihr gern gebeten zu ergänzen oder einfach eure Erfahrungen mitzuteilen – dem ein oder anderen potenziellen Käufer wird es helfen.

 

 

Danke für`s lesen!

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilderquelle: Google Bildersuche


13.08.2013 16:45    |    Goify

Ich nehme den Subaru WRX STI für 12.000 €. :D


13.08.2013 16:52    |    Andi2011

schon verkauft, goify:D


13.08.2013 17:30    |    italeri1947

Ein sehr interessanter, mit viel Fachwissen geschriebener Blog, dessen Informationen auch für Laien sehr leicht zugänglich sind und verständig aufbereitet - "ein typischer Andi" also, möge man sagen. Dein Schreibstil ist sehr ehrlich-engagiert und deswegen sehr angenehm zu lesen!

 

Zitat:

- Was macht ein kluger Autoverkäufer beim Erstkontakt? Genau, er versucht Sympathie und Vertrauen aufzubauen, man kauft schließlich lieber da, wo man sich wohl fühlt. Das darf man aber auch umgekehrt tun, ein Interessent, der nicht direkt nach dem „letzten Preis“ fragt, neunmalklug rüber kommt und sowieso denkt „das sind alles Verbrecher!“ ist auch einem Verkäufer sympathischer und schafft eine höhere Bereitschaft zur Verhandlung.

Das ist die Wahrheit - denn es muss ein beiderseitig gutes Verhältnis aufgebaut werden. Merke: Der Autoverkäufer ist nie nur Kaufmann. Er ist auch Psychologe, guter Onkel zum Sprechen, Zuhörer, Gastgeber/-wirt, Automechaniker und idealerweise auch noch Familienfreund, der mit jedem auskommt. Im Gegenzug ist der Kunde nicht nur König, sondern auch Interessent und "Verdienstbringer". So muss er dann auch behandelt werden. Jeder muss das Gefühl haben, dass er ernstgenommen wird und ehrlich gut aufgehoben ist. Ist das nicht da, hat man irgendetwas falsch gemacht als Verkäufer.

 

Alle Trainings und Schulungen sind wertlos, wenn man das, was man dort lernt, nicht oder nur mangelhaft einsetzt.

 

Zitat:

- Nicht „Totverhandeln“ wenn die Rede vom letzten Preis kommt, kann man ggf. durchaus noch nach einer Anschlussgarantie, einem weiteren Extra, einer kostenlosen Inspektion oder ähnlichem Fragen. Auch Dinge wie ein Verbandkasten oder das Warndreieck sind heute nicht mehr selbstverständlich nach dem Kauf vom Händler im Auto. Ein Verkäufer der auch nach der dritten Verhandlungsrunde keine Bewegung zeigt, wird es meist auch nicht mehr.

Da stimme ich zu. Bei mir war es immer so, dass ich beim Erstkontakt zwar keinen direkten Rabatt versprach, aber sofort erwähnte, den Kunden bei der Erstellung eines Kaufvertrags und ernsthaften Kaufabsichten damit schon entgegenzukommen - ohne konkrete Zahlen zu nennen. Wir haben den Preis gemeinsam aber immer irgendwie um zehn Prozent heruntergebracht - aber nicht über Rabatte, sondern durch Beigaben: Indem ich auf Hauspreise einging, den Renault-Plus-Garantievertrag bis zum 5. Jahr kostenlos mit dazu gab oder die 1.000-Kilometer-Einfahrkontrolle mit Ölwechsel (die aus Erfahrungswerten noch heute bei Neuwagen sehr sinnvoll ist), auch wenn sie ab Werk nicht vorgesehen war, auf unsere Kosten anbot, vielleicht auch Radio, Glasdach oder Winterreifen mit dazu gegeben habe, war das immer drin. Oder ein höherer Preis bei der Inzahlungnahme des Gebrauchtwagens, wenn es nicht unbedingt ein ganz exotisches Modell war. Irgendetwas war immer drin!

 

Als Lektüre für den Gebrauchtwagenkauf empfehle ich meine Kaufberatung.

 

Ein sehr guter Artikel, lieber Andi!


13.08.2013 17:31    |    Dortmunder 65

So in der Art habe ich meinen Tigi auch gekauft und ich hatte schon Angebote anderer Häuser im Rucksack.

Ausschlaggebend war nicht nur der eine Prozent mehr den ich bekam, sondern der/die Verkäufer vermittelten auch mich mit einem vernünftigen Service ans Haus binden zu wollen.

 

Bisher konnte ich über den Service nicht klagen, habe gerade heute mein Wagen von der 30tkm Inspektion abgeholt. Wagen war wie besprochen nicht durch die Waschstrasse gefahren worden aber von innen gereinigt. Sehr dreckig war er nicht!

Aufnahme und Zurückgabe habe ich selten so gut gemacht erlebt und alle Unterlagen vollständig erhalten.

Und man hat sich viel Zeit genommen mir meine Fragen zu beantworten.

 

Gruß Dorti


13.08.2013 19:46    |    Andi2011

@Hans

Von einem Fachmann aus der Branche wie dir ein großes Lob, vielen Dank!

 

Zitat:

Alle Trainings und Schulungen sind wertlos, wenn man das, was man dort lernt, nicht oder nur mangelhaft einsetzt.

Genau! Und dazu kommt noch, das man das was man tut gern tun sollte, ein Verkäufer der sein eigenes Produkt weder mag und im schlimmsten Fall nicht mal kennt, kann nicht gut sein. Leider erlebe auch ich davon immer wieder genug, die sich mit der eigenen Automarke nur marginal auskennen und selbst einfachste Fragen nicht beantworten können. Vieleicht war es früher ein Vorteil für die Motivation, als viele Verkäufer noch nach Gewinn bezahlt wurden...

 

@dorti

 

Zitat:

Ausschlaggebend war nicht nur der eine Prozent mehr den ich bekam, sondern der/die Verkäufer vermittelten auch mich mit einem vernünftigen Service ans Haus binden zu wollen

Diese Einstellung habe ich auch,ich versuche natürlich auch für mich einen guten Preis zu bekommen,aber ich sehe das wie mit vielen anderen Sachen auch - ich kauf lieber bei meinem Metzger als bei der Supermarktkette.


13.08.2013 19:55    |    Goify

Zitat:

schon verkauft, goify:D

Habe ich gelesen. Aber nur virtuell. Wie du das Bild gefunden hast, verwundert mich. Es war in einer selbstgeschriebenen Sims-Geschichte enthalten. :p


13.08.2013 20:34    |    Sebnitzer

Ganz, ganz viel wird über die Sympatieschiene gekauft und verkauft, soviel ist sicher. Ich hab sowohl Erfahrungen im Verkauf (wenn auch nicht mit Autos) und natürlich bin ich auch Käufer.

Ich hab auch immer Wert darauf gelegt, dass man sich auf einer Ebene begegnet. Ich mag die "Kunde ist König-Mentalität genausowenig wie Verkäufer, die auf dem hohen Ross sitzen und man als Kunde wie ein Bittsteller von oben herab "bedient" wird.


13.08.2013 22:47    |    Spurverbreiterung17353

Das erste Auto verkauft die Neuwagenabteilung, alle weiteren der gute Service...

 

VW und die drei so genannten deutschen Premiummarken verkaufen eher nach dem "Friss oder geh woanders hin, du lästiger Kunde" - Prinzip. Und der Kunde kommt immer wieder, alles Masochisten mit zu viel Geld!

wobei man sich klar machen muss, dass bei den Premiummarken mindestens 70% der Neuwagen ins Geschäftsleasing gehen und da verhandelt meist das Fuhrparkmanagement zentral die Leasingraten.

 

Zitat:

Für den Wagen hab ich erst heute Morgen noch eine Anfrage bekommen, da müssten sie sich eventuell schnell entscheiden

Ganz schlechter Stil, den Kaufinteressenten unter Zeitdruck zu setzen, da sollte es Klingeln!

 

Danach kommt nur noch die Mitleidmasche, Motto: meine Frau und die armen 7 Kinder essen seit Wochen nur Wasser und Brot, die feuchte Wohnung wird morgen zwangsgeräumt, wenn nicht die Verkaufsprovision alles wieder gut macht...

 

Ansonsten gilt:

 

Das erste Angebot ist nie das letzte!

 

Ein schlechtes Geschäft macht ein erfahrener Verkäufer niemals, dann sagt er einfach: nein danke und verabschiedet den Kunden!

 

Bei längeren Verhandlungen, Probefahrttermin usw. bekommt man als unerfahrener Käufer schnell ein schlechtes Gewissen (Kaufverpflichtung): der gute Mann hat soviel Zeit investiert und nun alles umsonst. Das ist das Berufsrisiko jedes Verkäufers, nicht jeder Interessent kauft! Niemand hat ihn gezwungen Autoverkäufer zu werden, obwohl man gerade bei kleineren Marken eigenartige Zeitgenossen findet, die über die Herstellervorgaben und die schlechten Zeiten ewig rumjammern.

Erfahrene Verkäufer haben ausserdem ein gutes Gespür, für wen sich wieviel Aufwand lohnt.

 

Ansonsten lasse ich auch gern "das Schicksal" entscheiden: wenn die Mühle tatsächlich am nächsten Tag weg ist, dann sollte es so sein. Wer weiss wozu es gut ist, meist versteht man es erst später.

 

Kauf unter selbst gemachten bzw. tatsächlichem Zeitdruck oder finanziellem Druck ist immer ganz schlecht. Man sollte immer souverän auftreten können, vielleicht kaufe ich morgen oder besser gar nicht (spart am meisten)... Spontankäufe bereut man häufig!

 

Man sollte möglichst viele derartige Kaufverhandlungen führen (bei Marken und Autos die einen Null interessieren), um aus Fehlern zu lernen und eine gewisse Routine zu bekommen. Gutes Training ist alles.

 

Gute Vorbereitung in Ruhe am heimischen Konfigurator ist ebenso wichtig, das fertig gebastelte Auto (code) verkürzt den Ausstattungsprozess erheblich und man vergisst nicht die Kleinigkeiten, die dann ärgerlich teuer nachbestellt werden müssen. Gut vorbereitete Kunden werden von Verkäufern mehr respektiert!

Von vielen Verkäufern kann man qualifizierte Ausstattungsberatung kaum erwarten, die haben genug zu tun, alle Finanzierungsdaten in den PC reinzuhämmern.

 

BTW es ist und bleibt für mich völlig verrückt, wie viele Tausende teure Autos in diesem Land bei den Händlern herumstehen, so viel gebundenes verfallendes Kapital in der kapitalistischen Überproduktion! Und andere können sich nicht ein Ticket für die S-Bahn leisten! :rolleyes:


13.08.2013 23:13    |    Andi2011

@Sebnitzer

da gebe ich dir Recht, der Idealfall ist eine Vertrauensbasis und die schafft man meist ja, wenn man auf Augenhöhe und respektvoll miteinander umgeht, wertschätzend ist das Stihwort.

 

@BertBenz

Zitat:

Ein schlechtes Geschäft macht ein erfahrener Verkäufer niemals, dann sagt er einfach: nein danke!

Absolut richtig!

Es gibt ja anderserseits auch genügend Käufer,die der Meinung sind, man müsse am besten alles "umssonst" bekommen.

In vielen Bereichen hat sich diese "Geiz ist geil" Mentalität durchgesetzt, frei nach dem Motto, ich will für mich das Beste, es darf aber nur möglichst wenig kosten. Diese Denkweise hat schon viele kleinere Selbständige in den Ruin geführt und den großen Ketten in die Hände gespielt, mit dem Rsultat, dass diese letztlich den Marktpreis bestimmen wie sie wollen, aber den Kunden einreden, sie hätten immer ein Schnäppchen gemacht.

Das führt jetzt etwas weit aber ich denke, es muss eine gewisse Fairness untereinander geben und mit etwas Erfahrung erkennt man die auch!


14.08.2013 09:27    |    remarque4711

Ein schöner Artikel mit guten Tips, danke.

 

Zitat:

- „Für den Wagen hab ich erst heute Morgen noch eine Anfrage bekommen, da müssten sie sich eventuell schnell entscheiden!“

Als ich mir 2009 ein neues Auto kaufen musste (mein R19 im war Januar den Motortod gestorben) hatte ich auch die Möglichkeit die Abwrackprämie zu bekommen. Die Prämie gabs ab 14.01., der Wagen wurde am 22.01. abgemeldet.

 

Ich bin dann zum Renault-Händler meines Vertrauens (mit dem ich auch ab und zu zusammen arbeitete) gegangen um mich zu informieren. Er hatte dort einen Megane stehen, der mich auch interessiert hätte aber u.a. war die Farbe überhaupt nicht mein Fall. Ich wollte von ihm andere Alternativen. Er sagte aber, dass ich den nehmen solle/müsse, weil der Topf der Förderung leer wäre wenn ich jetzt erst ein Fahrzeug bestelle. Auf meinen Einwand, dass da noch genug drin ist hat er nicht wirklich reagiert. Kurzum er wollte mir das Fahrzeug aufdrängen.

 

Ich habe mich dan verabschiedet. Er hat mich nie wieder gesehen und wird mich auch in Zukunft nicht mehr sehen.

 

Zitat:

... Spontankäufe bereut man häufig!

Aber nicht immer. Mein Sohn hat meinen jetzigen Golf dann auf mobile.de in einer Stadt 200 KM von mir entfernt bei einem VW-Händler gefunden. Da ich einen Tag später sowieso dorthin auf eine Tagung musste, bin ich etwas früher losgefahren, bei dem Händler rein und habe den Wagen innerhalb 20 Min. gekauft, ohne ihn gesehen zu haben (stand noch auf einem Transporter).

 

Es hat sich vom Preis und vom Auftritt des Verkäufers her gelohnt. Der Preis wurde übrigens nicht verhandelt, weil der auch ohne Verhandlung schon super war.

 

Wenn der Händler nicht so weit weg wäre, wäre ich sicher immer noch Kunde dort.


14.08.2013 09:58    |    italeri1947

Zitat:

Das erste Auto verkauft die Neuwagenabteilung, alle weiteren der gute Service...

Das stimmt. Den ersten Wagen einer Marke holt man sich, weil man Interesse an der Marke, am Autotyp, am Umwelt-, Sicherheits- oder Technikkonzept hat, und den zweiten Wagen dieser Marke kauft man sich, weil man inzwischen weiß, dass das Autohaus und sein Personal seriöse und fachkundige Arbeit leisten. Das beruhigt.

 

Zitat:

VW und die drei so genannten deutschen Premiummarken verkaufen eher nach dem "Friss oder geh woanders hin, du lästiger Kunde" - Prinzip. Und der Kunde kommt immer wieder, alles Masochisten mit zu viel Geld!

Kann ich im Falle von BMW und Mercedes so nicht (mehr) nachvollziehen. Bei Mercedes war der Kunde lange Zeit Bittsteller, bis sich das geändert hat und auch die Schwaben nicht mehr "zuteilen" konnten, sondern kommerzieller werden mussten, um auf Stückzahlen zu kommen. Heute zählen Mercedes-Häuser in der Regel zum Freundlichsten und Höflichsten, was es überhaupt gibt, auch wenn es immer Ausnahmen geben wird. Bei BMW hatte ich in mehr als 20 Jahren nie Probleme; selbst mit meinem erkennbar alten Vierzylinder-E36 von 1992, den ich für 2.500 Euro kaufte, wurde ich als Kunde immer ernst genommen und korrekt behandelt. In jedem BMW-Autohaus, das ich aufsuchte, war der Service auf einem hohen Niveau anzusiedeln.

 

Die Schilderung mit "Friss' oder stirb" passt allenfalls auf VW und Audi. Das sind auch die Marken, wo der Kunde so rotzig wie sonst nirgendwo behandelt werden kann - und beim nächsten Fahrzeugkauf sich grad wieder frech anmachen lässt, weil er dann natürlich wieder VW wählt. Bei Audi aber ist das so, dass da der Anteil an Leasing-/Firmenautos, die von Geschäftsführungen und nicht den Nutzern ausgewählt werden, so hoch ist wie bei keiner anderen Marke, und deswegen auch die Kunden immer wieder kommen. Denn sonst sind die Premium-Kunden recht anspruchsvoll und merken es sich, wenn man ihnen blöd kommt. Deswegen bieten BMW und Mercedes auch so einen kompletten, guten Kundendienst an. Der typische VW-Kunde ist eher mittelmäßig intelligent und hält sich zu dem Zeitpunkt für was Besseres, wenn er, angestachelt durch die "das Auto"-Werbung und diverses Premium-Möchtegern-Gesülze anstatt des "einfachen" Ford Focus bzw. Hyundai i30/Peugeot 308 etc. sich eben einen "Premium"-Golf kauft und den für die Erfüllung seiner Träume ansieht. Deswegen ist der auch nicht so pingelig - weil er sich meist weder mit Autos noch mit dem Kundendienst und dem, was ein Händler soll/darf, ernsthaft auskennt und ggf. denkt, das sei "normal" und bei Ford/Opel/Mazda etc. auch nicht besser.


14.08.2013 11:50    |    Hellhound1979

Super geschriebner Artikel und deine aufgeführten Punkte klingen sehr plausibel.

Ich selbst kam bisher noch nie in die Verlegenheit mit einem Autoverkäufer handeln zu müssen. Mein 1. Auto hat mein Vater verhandelt und alle folgenden wurden von privat gekauft. Ich glaube ich hätte, wenn ich von jetzt auf gleich einen Neuwagen kaufen würde, mit Sicherheit den ein oder anderen Fehler begangen da ich bei meinen "Traumautos" zur euphorie neige und die Sache nur schwer vollkommen objektiv betrachten kann. :D


14.08.2013 12:17    |    Dortmunder 65

Ich fahre VW und selbst da haben einige Autohäuser dazugelernt, denn nur über den Namen geht es bei denen auch nicht mehr. Hier im Raum gibt es auch einige VAG Partner, die sich in starker Konkurenz befinden.


14.08.2013 14:29    |    MrXY

Ich meine, dass man auch in diesem Fall nicht pauschalisieren kann und darf. Bei Händlern aller Marken gibt es gute und schlechte Verkäufer. Besonders die VW-Glaspaläste verhalten sich nicht selten tatsächlich so wie beschrieben und mitunter einfach auch "dumm".

Beispiel: mein Vater hatte seinerzeit in dem Autohaus hier um die Ecke, in dem er die letzten zwei Audis gekauft hat um eine Probefahrt mit einem Golf geboten (bestimmte Motorisierung). "Haben wir nicht, nur die Basismotisierung". Kein Angebot ein entsprechendes Fahrzeug zu beschaffen oder "haben wir leider gerade nicht da, aber in etwa drei Wochen bekommen wir einen" oder "im Golf 6 haben wir den gerade leider nicht da, aber wir hätten einen gebrauchten Golf 5 mit dem Motor am Hof stehen".

 

Damit war die Sache natürlich ein für allemal beendet, den Zuschlag bekam ein deutlich kleinerer Händler 10km weiter (der sehr freundlich war, ein passendes Fahrzeug für eine Probefahrt arrangierte und ein vernünftiges Angebot machte). Einige Monate später hat das zuerst genannte Autohaus dann im Rahmen einer Audi-Kundenbindungsaktion mit besten Grüßen ein Fläschchen Olivenöl geschickt - was ja an sich eine nette Geste ist, aber wenn man einen Kunden endgültig abgeschossen hat einfach nur rausgeworfenes Geld ist. Ich glaube gerade am Land unterschätzen die Verkäufer oft, welche Auswirkungen es hat Bestandskunden zu vergraulen. Denn oft verliert man in einer Stadt, in der "jeder jeden kennt" dann nicht nur einen Kunden.


14.08.2013 14:36    |    Christian8P

Zitat:

Ich glaube gerade am Land unterschätzen die Verkäufer oft, welche Auswirkungen es hat Bestandskunden zu vergraulen. Denn oft verliert man in einer Stadt, in der "jeder jeden kennt" dann nicht nur einen Kunden.

In der Tat. Das erlebe ich gerade bei meinem Audi-/VW-Händler. Aus meiner Familie waren dort zeitweise vier Autos in der Kundenkartei. Da der Service aber immer schlechter wurde, ist es jetzt nur noch der Fox meiner Mutter.


14.08.2013 18:19    |    Druckluftschrauber15888

Schön zu lesen. Mir ist bei meinem Fahrzeugkauf auch die ein oder andere Sache aufgefallen, wo ich mir denke: "Schön nach dem Mund geredet". Bei mir kam sogar der Satz, der in deinem Blog auftauchte und mir ein schmunzeln über die Lippen zaubert: "Heute morgen hat sich noch jemand für das Fahrzeug interessiert aber es war ja für Sie reserviert".

 

Mir fällt immer wieder auf, das die Verkäufer genau das selbe Modell, die selbe Motorisierung und auch die selben Felgen haben, die man sich ja für sein Wunschauto ausgesucht hat. Sehr amüsant:  "Natürlich ist das ein toller Wagen. Ich fahre ihn ja in der gleichen Konfiguration selber". :D

 

Schön auf Verkauf gedrillt. Guckt man dann über den Hof, findet man weit und breit nicht noch einmal das selbe Modell.

 

Dann gibt es aber wieder ganz andere Spezialisten, die einen schnell wieder los werden möchten. Kurzes Bsp.: Man betritt das Autohaus, erkundigt sich nach einem gebrauchten (der auf dem Hof mit Preistafel steht) und dann wird erstmal eine Minute vergebens nach einer Akte gesucht. Die man natürlich nicht findet. Irgendwann fällt es dem Verkäufer wie Schuppen von den Augen oder noch besser, dem Azubi fällt es ein. "Mensch, den haben wir gerade erst verkauft:...und auf wiedersehen". :rolleyes:


14.08.2013 18:26    |    notting

Netter Artikel. Einige Dinge wusste ich schon, weil ich sie einfach logisch finde. Gibt aber sicher auch Leute, die an sowas nicht denken. Bei meinem letzten Autokauf war's leider so:

- mit >20 Jahre alter Mühle vorgefahren, die immer mehr Probleme gemacht hat (was ich dem aber nicht auf die Nase gebunden habe) und gerade kein anderes Auto zur Verfügung hatte.

- das Konkurrenzprodukt hat mir überhaupt nicht zugesagt (ja, es gab nur zwei Modelle in der engeren Auswahl).

- bei dem Händler, wo ich gekauft habe, sind meine Eltern schon lange Kunde (und war dann auch selbst sehr zufrieden).

- AWP-Druck.

 

Der Händler-Rabatt war ziemlich gering. Die Renault-AWP-Prämie gab's natürlich. Immerhin haben sie die Sommerreifen zurückgenommen und gegen Aufpreis GJR drauf (wollte ich von Anfang an). Es gab noch mehrere Waschanlagen-Gutscheine und Stoff-Fußmatten.

 

Wie ich lange nach dem Kauf festgestellt habe, hätte mir auch eine Garantieverlängerung gar nichts gebracht, weil die bei Renault alle ein km-Limit haben und ich wg. unfreiwilligem Jobwechsel weit zur Arbeit fahren musste, wodurch sich die Gültigkeitsdauer deutlich verkürzt hätte.

 

notting


14.08.2013 18:59    |    meehster

Ich habe schon zwei Autos, bei denen ich der erste Haltereintrag bin.

 

Bei dem ersten habe ich den Fehler gemacht, mein Begehren für das Einzelstück zu sehr zu zeigen. Da bin ich dann leider auch nicht unter dem Listenpreis rausgegangen und konnte "nur" die Beseitigung aller Standschäden (das Auto stand schon sehr lange) und neue Reifen, Bremsen und so rausverhandeln. Ich war aber auch noch jung und doof ;)

 

Beim zweiten war es anders. Da haben wir eine Liste gemacht, was das Auto leisten können muß: u.A. maximal 4 Meter lang (gern kürzer), hintere Türen, Klima, kein Ford und kein Peugeot. Da ist dann noch eine Handvoll Autos rausgekommen. Wir sind dann zu den entsprechenden Händlern hin und haben uns die Autos erstmal angeguckt. Als nächsten Schritt haben wir Probefahrttermine ausgemacht, aber auch nicht damit hinter dem Berg gehalten, daß auch noch andere Autos in Betracht kommen.

Ein Händler bzw. dessen Verkäufer war recht unfreundlich, so daß schon vor der Probefahrt feststand: Wenn wir das Auto kaufen, dann nicht dort. Ein anderer war das genaue Gegenteil: Das Auto dort war zwar nicht das ri9chtige, aber wenn wir wieder suchen, dann zuerst dort. Nach den Probefahrten kristallisierte sich heraus: Es kommen nur noch Mazda 2 und Daihatsu Cuore in Frage. Der Mazda gefiel besser, war aber teurer. Der Daihatsu-Händler hat uns dann damit überzeugt, einen unschlagbaren Preis mit sehr guter Ausstattung zu machen. So haben wir für 9500 € ein neues Auto mit wei Radsätzen, Faltschiebedach, Tempomat und allerlei Humbug :)


14.08.2013 20:28    |    Gnubbel

Danke, sehr schön geschriebener Blog!

Ich bin kein Markentreuer Kunde und habe bisher für mich oder meine Partnerin fünf Neufahrzeuge (und einige Gebrauchte) gekauft. Die Krönung war der Kauf meines letzten Neuen (Toyota Yaris Hybrid): mein nächstgelegener Händler hatte diesen im Verkaufsraum stehen und als ich mich für diesen Fahrzeugtyp entschieden hatte besuchte ich ihn natürlich um "Butter bei die Fische" zu kriegen.

Drei Verkäufer waren anwesend, keiner interessierte sich für mich (ich war der einzige Kunde im Autohaus, sehe allerdings nicht unbedingt wie ein potenzieller Autokäufer aus). Als sich nach ca. 40 Minuten Fahrzeugbeschäftigung mit diesem einen Auto (ich bin u.U. sehr geduldig) immer noch keiner für mich interessierte verließ ich das Autohaus wortlos, das Verkaufspersonal hat mich als Kunden gar nicht bemerkt, nicht einer sah zu mir herüber oder verabschiedete mich obwohl ich direkt an ihnen vorbei ging. Beim herausgehen fiel mir ein Schild am Kundenkaffeeautomaten auf: "Wenn sie Fragen haben oder Bedienung wünschen sprechen Sie uns bitte an" :eek:. Seit wann kommt der Knochen zum Hund??

 

Das Geschäft hat dann einer der größten Hamburger Autohändler gemacht (derzeit ca. 30 Niederlassungen in Norddeutschland, Hamburger kennen ihn sicherlich als ursprünglichen Opel-Händler mit fünf Buchstaben;)): superfreundlich und aufmerksam, sehr angenehme Verkaufsgespräche. Es war zwar kein Superpreis den ich erzielte, dennoch hatte ich das Gefühl beim richtigen gekauft zu haben. Ich hatte bei diesem Händler vor vielen Jahren einen fast neuen Corsa A gekauft und war schon damals gut aufgehoben, inzwischen vertreibt er einige weitere Marken so das die Wahrscheinlichkeit auch für markenuntreue Kunden vorhanden ist dem Händler treu zu bleiben.


15.08.2013 09:19    |    italeri1947

Zitat:

Das Geschäft hat dann einer der größten Hamburger Autohändler gemacht (derzeit ca. 30 Niederlassungen in Norddeutschland, Hamburger kennen ihn sicherlich als ursprünglichen Opel-Händler mit fünf Buchstaben;)): superfreundlich und aufmerksam, sehr angenehme Verkaufsgespräche. Es war zwar kein Superpreis den ich erzielte, dennoch hatte ich das Gefühl beim richtigen gekauft zu haben. Ich hatte bei diesem Händler vor vielen Jahren einen fast neuen Corsa A gekauft und war schon damals gut aufgehoben, inzwischen vertreibt er einige weitere Marken so das die Wahrscheinlichkeit auch für markenuntreue Kunden vorhanden ist dem Händler treu zu bleiben.

Ich kenne die Firma. War vor Jahren mal in einer Niederlassung (Nedderfeld?) und hatte Omega-Prospekte geholt, weil mich das Autohaus einfach interessiert hat. Man war sehr nett zu mir. Auch die Autobild-Händlertests bewerteten die Firma stets positiv.


15.08.2013 15:37    |    Klatt

Hallo,

ich sehe es wie die meisten hier. Wenn der Verkäufer mir unsympatisch ist wird es nix.

 

Bsp.: Ich hatte überlegt mir den neuen A6 als 2.0 TDi zu kaufen, da mir die Leistung reicht.

Im örtl. Audihaus den Verkäufer angesprochen, ob es möglich wäre ein Modell mit diesem Motor zu fahren. Als erstes kam nein, da er nur einen 3.0 TDI hat. Er würde auch jetzt nicht nachsehen.

Dann kam: Wenn ich aber einen testen möchte könnte er bei Audi einen besorgen, dafür müsse ich aber 80€ bezahlen.

 

Fazit: der sieht mich nie wieder


15.08.2013 20:37    |    Andi2011

Moin,

 

ich möchte nicht pauschalisieren was VW/Audi Autohäuser angeht,allerdings sind meine Erfahrungen in dem Bereich auch eher negativ - weniger was den Service angeht,dafür reichen meine Erfahrungen noch nicht,aber zum Verkaufsservice läßt sich einiges sagen.

 

Erst kürzlich habe ich im Blog "Autokauf mit einer Frau" von einem mehr als unverschämten Verkäufer berichtet und auch als ich letztes Jahr den GolfVI für meine Frau kaufte, war ich nicht zuletzt aufgrund der mehrmals schlechten "Beratung" das ein oder anderen Mal deutlich schneller wieder weg als geplant. Am unverschämtesten fand ich einen Verkäufer der mir allen ernstes erzählen wollte, das ihr Fiat 500 (den ich eh nicht wirklich vor hatte in Zahlung zu geben,sondern nur aus Interesse fragte) würde nirgendwo mehr als 5tsd Euro bringen und lt. Schwacke sei er mit 4500€ im Ankauf - was schlichtweg gelogen war, der Wagen hatte einen Verkaufswert von rund 8900€ und stand im Ankauf glaub ich bei irgendwas um die 7tsd. Sowas grenzt für mich an Betrug und da fühle ich mich als Kunde nicht ernst genommen.

 

Mein Schwiegervater (der Audi nicht mag) der nun wirklich genug Autos und das nötige Kleingeld hat, war vor einigen Monaten bei Audi, weil er seiner Lebensgefährtin einen Q7 bestellen wollte - aufgrund der Arroganz der Verkäufer in zwei verschiedenen Vertretungen (es ging hier immerhin wie üblich um Topmotorisierung und All-In Ausstattung) hat er das Unternehmen abgebrochen.

Die Verkäufer beschrieb er durchweg als "freche Schnösel" die meinten er sei hier Bittsteller.

Ergebnis: Seine Lebensgefährtin fährt nun Porsche Cayenne


15.08.2013 22:55    |    UHU1979

Zitat:

Als sich nach ca. 40 Minuten Fahrzeugbeschäftigung mit diesem einen Auto (ich bin u.U. sehr geduldig) immer noch keiner für mich interessierte verließ ich das Autohaus wortlos

Wer ernst genommen werden will, muss auch entsprechend auftreten. Wenn mich ein Auto wirklich interessiert, dann spreche ich einen Verkäufer oder die Dame am Infotresen an, ob ich ein Angebot bekommen kann. Also freundlich, aufrichtig auftreten und zeigen, dass man die Arbeit des Gegenübers wertschätzt. Ich kann ja nicht erwarten, dass 3 Leute nur auf mich den ganzen Tag warten und dann sofort aufspringen, wenn ich den Raum betrete. Klar, wenn ich trotz Terminabsprache eine Stunde warten muss, ist die Grenze überschritten. Aber nur stundenlang wortlos/schüchtern um die Autos zu gehen, wer nimmt einem da ernstes Interesse ab? Da wird man nur als lästiger Prospektsammler gesehen, den man maximal ein Quotenangebot abgibt. Für derartiges Verhalten wäre mir meine Lebenszeit zu schade.

 

Zitat:

Wenn der Verkäufer mir unsympatisch ist wird es nix.

Will man den Typ heiraten und wirklich seine Familiengeschichte bis zurück zum 30jährigen Krieg erzählt bekommen? Im Business habe ich oft mit Leuten zu tun, die mir unsympathisch sind (und vis versa), aber man kann trotzdem sachlich und professionell miteinander agieren. Ein gutes Gefühl hat man, wenn man sich (gefühlt) auf Augenhöhe bewegt, also nicht arrogant auftreten, andererseits sich nicht in die Bittstellerrolle drängen lässt. Und wenn man freundlich, aber vorinforrmiert und mit klarer Ansage auftritt, merkt man auch schnell, ob der Gegenüber einen da ernst nimmt und wie die Aussagen/Angebote einzuschätzen sind. Mein Problem ist eher, dass in den Autohäusern meist die für mich interessanten Fzg. nicht im Showroom stehen, nicht das Verhalten der Käufer.

Wobei ich da natürlich auch Ausnahmen erlebt habe.

 

Zum Verhandeln: Vergleichsangebote von unterschiedlichen Modellen einholen, die Preisuntergrenzen bei den Internethändlern und die Folgekosten im Internet recherchieren, daraus sein eigenes realistisches Limit ableiten. Worauf ich nichts gebe, sind Aussagen in Foren a lá "Letzte Woche habe ich 25% Rabatt bekommen", da die Rahmenbedingungen teilweise nicht bekannt sind und die Aussagen nicht verifizierbar sind.


16.08.2013 14:25    |    HerrLehmann

:):)

Zitat:

Der typische VW-Kunde ist eher mittelmäßig intelligent und hält sich zu dem Zeitpunkt für was Besseres, wenn er, angestachelt durch die "das Auto"-Werbung und diverses Premium-Möchtegern-Gesülze anstatt des "einfachen" Ford Focus bzw. Hyundai i30/Peugeot 308 etc. sich eben einen "Premium"-Golf kauft und den für die Erfüllung seiner Träume ansieht. Deswegen ist der auch nicht so pingelig - weil er sich meist weder mit Autos noch mit dem Kundendienst und dem, was ein Händler soll/darf, ernsthaft auskennt und ggf. denkt, das sei "normal" und bei Ford/Opel/Mazda etc. auch nicht besser.

Das muss ich mir ausschneiden und einrahmen. :)

Deckt sich aber voll mit meinen Erkenntnissen.

 

Das beste Beispiel ist dies hier:

 

es geht nix anders außer VW

 

Gruss HerrLehmann


17.08.2013 08:58    |    xHeftix

Ja es gibt schon komische Zeitgenossen :D :D

 

 

Meiner Meinung nach ist der größte Fehler den man machen kann, sich überhaupt einen Neuwagen zu kaufen.

Wenn die Leute alle zu viel Geld haben, dann sollen sie es mir doch geben, anstatt es zu verbrennen :D


17.08.2013 10:18    |    notting

@xHeftix: Bei einem Gebrauchten weißt du nie, welche gut verstecken Vorschäden der Vorbesitzer verursacht hat. Bei mir war's auch so, dass in mein Auto ca. 3/4 nach dem Kauf jemand hinten reingefahren ist. Nach der Reparatur gab's ein paar Sachen, wo man nicht 100%ig beweisen konnte, ob das Problem eher von der Produktion (->Beweistlastumkehr war ja schon) oder von der Reparatur kommen. Aber da die 2 Jahre Garantie noch gegolten habe, kein Thema.

Außerdem gab's meinen zur damaligen Zeit (AWP) noch nicht in gebraucht (ca. 1 Jahr nach Produktionsstart gekauft) bzw. eines der Konkurrenz-Produkte war sogar teurer als meine Wunsch-Konfig in neu (die gebrauchten waren völlig übertrieben ausgestattet).

 

Bin mal gespannt, ob meiner 300Mm schafft, die Hälfte hat er schon.

 

notting


17.08.2013 15:16    |    Hagger84

" - Was macht ein kluger Autoverkäufer beim Erstkontakt? Genau, er versucht Sympathie und Vertrauen aufzubauen, man kauft schließlich lieber da, wo man sich wohl fühlt. Das darf man aber auch umgekehrt tun, ein Interessent, der nicht direkt nach dem „letzten Preis“ fragt, neunmalklug rüber kommt und sowieso denkt „das sind alles Verbrecher!“ ist auch einem Verkäufer sympathischer und schafft eine höhere Bereitschaft zur Verhandlung."

 

Hallo Andi,

 

ein sehr schöner Blog mit vielen nützlichen Tipps :-).

 

Zum Zitat oben kann ich auch von meinem Neuwagenkauf vor 3 Jahren berichten:

 

Ich hatte einen Termin etwas weiter weg (ca. 50km vom Wohnort), der Verkäufer musste dann 2-3 mal zu seinem Chef gehen, da es um die Preisverhandlung ging und ich bin wahrlich kein Verhandlungskünstler, aber die ersten beiden Angebote waren viel zu hoch. Nachdem man dann irgendwann auf einem guten Preis war und ich danach gefragt habe wieviel Bedenkzeit ich habe (ich wollte zumindest mal eine Nacht drüber schlafen, war schon viel Geld was ich ausgeben musste/wollte) kam der Satz "Ich kann Ihnen nicht garantieren, dass ich das Angebot morgen noch halten kann". Es war ein jüngerer Verkäufer.

 

Da ich aber nicht direkt unterschreiben wollte habe ich das in Kauf genommen und bin zum VW-Händler um die Ecke gefahren, dort wurde ich nach ca. 3 Minuten sofort von einem Verkäufer (ca. 50 Jahre, also im Vergleich wesentlich älter als der in dem anderen Autohaus) angesprochen ob er mir helfen könne.

 

Hier kam dann auch der Sympathiepunkt, der ältere Verkäufer war mir wesentlich sympathischer und es gab erstmal ein bisschen Smalltalk und dann ging es um das Auto. Das erste Angebot war Ausstattunsgtechnisch besser (Golf Team im Vergleich zu Comfortline), jedoch habe ich mich dann für "weniger" Ausstattung und Händler mit Sympathischen Verkäufer direkt in der Nähe entschieden.

 

Bei der Frage zur Bedenkzeit kam diesesmal die Antwort "lassen Sie sich ruhig eine Woche Zeit, wenn sie Interesse haben rufen Sie an, dann bewerten wir Ihren gebrauchten (einen Wert hat er mir schon genannt), es kann nur mehr werden, weniger nicht".

 

Am nächsten Tag habe ich dann angerufen und alles über die Bühne gebracht :)


18.08.2013 10:02    |    124er-Power

Toller Blog Andi!


18.08.2013 16:01    |    Federspanner49449

Na ja, alles sehr sch�n, aber mein Gegenbeispiel:

Ankauf eines Volvo C70, Verk�ufer ein Traum, freundlich, kompetent, geduldig, finanziell OK.

Dann erster Werkstattbesuch nach 30000 Km: Nur Mist, x Pannen, schn�seliges Chefmechaniker, ...

3 Monate Streit bis endlich eine andere Vertretung, 100 Km weiter weg, den Wage wieder in Stand gesetzt hat.

Moral der Geschichte: was hilft ein toller Verk�ufer, wenn der Service total besch... ist?


16.08.2021 21:38    |    gdht

Ein super Blog, aber ich bin dennoch über etwas gestolpert: "Auch Dinge wie ein Verbandkasten oder das Warndreieck sind heute nicht mehr selbstverständlich nach dem Kauf vom Händler im Auto." Wie bitte?

Es gibt eine StVZO: Nach §53a Abs. 2 Nr. 1 und 3 StVZO müssen in jedem Pkw eine Warnweste und ein tragbares Warndreieck vorhanden sein. Und in § 35h Absatz 4 StVZO wird zudem das Mitführen eines nutzbaren, also noch nicht vergammelten Verbandkastens vorgeschrieben.

Wenn ein Neuwagen verkauft wird, muss dieser m.E. alle gesetzlichen Vorschriften für den Straßenverkehr einhalten. Und das gilt nicht nur für den Auspuff! Weil diese drei Ausrüstungsgegenstände vorgeschrieben sind, prüft auch der TÜV das Vorhandensein. Und als Käufer sollte man auf einem Fahrzeug bestehen, das der StVZO entspricht!


17.08.2021 15:47    |    notting

@gdht: Alle Welt redet von Müllvermeidung. Aber du willst, dass die Leute zwangsweise diesen Kram mitkaufen, obwohl das Zeug vom vorherigen Auto (was evtl. sogar verschrottet wird) noch gut oder gar besser sein könnte als das was beigelegt wird, wodurch diese Pflichtbeilage unnötig schnell entsorgt werden muss?!

Willst du noch einen Fahrtenschreiber, Pedale auf der Beifahrerseite (Pflicht für Fahrschulen), Kindersitze (Pflicht wenn junge Kinder im Auto mitfahren) usw. zur Pflicht ab Werk machen?!

 

Mal abgesehen entspr. Autos ab Werk auch dann nicht allen gesetzl. Bestimmungen für den Straßenverkehr -> Das Kennzeichen muss auch erst noch angebracht werden!

 

notting


Deine Antwort auf "DIES & DAS: Neuwagenkauf – Tipps und Ratschläge"

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Mein Blog hat am 28.06.2011 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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Ausserdem betreibe ich auf MT den "Feel The Difference" Blog.

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Es gibt 1000 gute Gründe...

Gründe warum du dir mal ein neues Auto kaufen solltest:

 

1. Die Azubis in deiner Vertragswerkstatt kennen dein Modell nicht mehr

 

2. Der Tüv Prüfer holt erst einen Hammer und geht dann erst unter dein Auto

 

3. An der Heckscheibe klebt noch ein Texaco Aufkleber

 

4. An der Tankstelle füllst du Öl voll und du kontrollierst nur den Spritstand

 

5. Ersatzteile für dein Modell gibt`s nicht mehr beim Schrotti sondern nur noch bei "Ebay-Africa"

 

6. "Jetzt helfe ich mir selbst" gibt es für dein Modell nicht mehr zu kaufen

 

 

Gründe warum ein Auto besser ist als eine Frau

 

1. Autos haben keine Migräne, wenn man mit Ihnen was vor hat

 

2. Autos brauchen nur zwei paar Schuhe, eins für den Winter und eins für den Sommer.

 

3. Autos machen keine Szene, weil man zu spät kommt.

 

4. Im Fahrzeugbrief steht deutlich, wie viel Vorbesitzer ein Auto hatte.

 

5. Wenn man das alte Auto nicht mehr sehen kann, kauft man sich einfach ein Neues, ohne Unterhalt für das alte zu zahlen.

 

6. Autos stehen nicht vor dem Kleiderschrank und jammern, dass sie nichts anzuziehen haben

 

7. Autos jammern nicht, dass sie zu dick sind und wenn sie dick sind, dann bekommst du nur Anerkennung dafür.

 

8. Du kannst bedenkenlos jedem Auto hinterher starren, ohne das dein Auto rumzickt

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