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Tinos Stammtisch

21.05.2012 20:55    |    tino27    |    Kommentare (105)

Die Frage ist sicherlich etwas provokativ. Natürlich herrscht Religionsfreiheit und jeder soll nach seiner Passion handeln, doch ich wollte einfach mal schauen, wie man darüber denkt.

 

Ich persönlich bin konfessionslos, so wie wohl die meisten Menschen aus den neuen Bundesländern. Und ich muss ich ehrlich sagen, dass ich das gut finde, da für mich schon immer die Naturwissenschaften das Weltgeschehen bestimmen und keine höhere Macht.

 

Aber nun zur Frage. Ich war kürzlich auf einer Kommunion und fand die Veranstaltung schon sehr gruselig. Die Kinder sind wohl kaum in der Lage zu begreifen, um was es dabei geht. Ebenso werden sie wohl geistig nicht in der Lage sein, über die Existenz einer höheren Macht näher nachzudenken. Für sie dürfte Gott nicht viel mehr oder weniger sein, als der Weihnachtsmann. Es wird einfach für sie mitentschieden und ihnen Dinge beigebracht, mit denen sie sich später auseinander setzen müssen. Gut, Eltern entscheiden oft für ihre Kinder. Welche Sprache sie lernen, welche gesellschaftlichen Konventionen sie sich aneignen sollen, welche Schule sie besuchen, usw. Doch dies sind mehr oder weniger reale Dinge.

 

Zurück – ich sitze in der Kirche. Der Pfaffe murmelt etwas - „Erhöre uns“ Oh man, schon gruselig. Der Pfaffe murmelt wieder – „Erhöre uns“ . Also ganz ehrlich, von außen betrachtet nicht viel anders, als jede andere Sekte oder Glaubensgemeinschaft. Ich schaue mich schon eine Weile um. Viele tiefe Dekolletés, hohe Absätze, schicke Anzüge. Die Kinder und ihre Eltern gehen nacheinander nach vorn. Ein Elternpaar scheint nicht so viel Geld zu haben. Er eine Jeans und ne einfache schwarze Jacke, sie auch etwas Normales – kein Kleid oder so. Raunen und Getuschel – die Schäfchen zerreißen sich schon in der Kirche ihre Mäuler über Äußerlichkeiten. Als es diese Kekse gibt, laufen 90% der Leute nach vorn. Danach knien und irgendwas in sich rein nuscheln. Aber ganz ehrlich, so wie sich die Türen hinter ihnen schließen, wird genauso gesoffen, betrogen, geneidet, gepimpert, geflucht…. wie vorher.

 

Der Rest des Tages unterscheidet sich nicht von einer Jugendweihe. Also was bleibt. Für mich das Gefühl, dass es einfach eine Tradition ist, die man mitmacht, ohne über die Hintergründe nachzudenken. In diesem Moment sind sie wohl alle scheinheiliger, als ich es je war. Eigentlich könnte man sich das Ganze auch schenken und die Kinder können sich ihre Religion selber aussuchen.


07.05.2012 19:43    |    tino27    |    Kommentare (19)

Also vorweg, ich möchte keinen stereotypen Evolutionsstreit vom Baum brechen, also erst mal lesen, bevor böse Kommentare kommen. Die können am Ende aber trotzdem kommen.

 

Samstag, 05.05.2012, ca 13.00 Uhr. Ich steh an einer Nebenstraße der B1. Drei innerstädtische Spuren voll mit Autos, die sich zum Stadion quälen. Ich will aber nur an der nächsten Kreuzung links ab. Dafür muss ich auf die B1, drei Mal Spuren wechseln und dann links ab. Aber ich stehe. Wieso und wer lässt mich denn wieder nicht rein? Ich schau in die Autos. Frau, Frau, Busfahrerin, Frau, oh, Lichthupe, ich darf rein, der ältere Herr lässt mich auffahren. So, ab auf die mittlere Spur. Und gleich nochmal auf die linke. Spiegel schauen – Lücke ist groß genug. Blinken, Schulterblick, wechseln. Ui, wieso sitzt der Corsa mir auf einmal im Hintern? Neidete mir die Blondine etwa die Lücke? Ich bin doch gleich wieder weg. Blinker links und ab auf die Abbiegespur.

 

War das ein Einzelfall? Ich müsste lügen, wenn ich Ja sage, denn ich stehe oft an dieser Nebenstraße, auch in der Woche im Berufsverkehr. Und immer wieder die ähnliche Beobachtung. An dieser Stelle möchte ich feststellen – auch Männer lassen mich mal nicht rein und Frauen geben Lichthupe, aber gemessen an der Gesamtverteilung doch eher weniger.

 

Überhaupt fällt mir immer wieder auf, dass Frauen vermehrt zur aggressiven Gruppe gehören. Oder ist es nur Sturheit? Oder die neue Emanzipation?

 

Aber auch wenn sich der Lidl-Laster in der Nebenstraße rückwärts in die Einfahrt quält. Man selbst hält mit Abstand an, um den Fahrer die Möglichkeit zum Korrigieren zu geben. Aber Missy im 107 im Gegenverkehr fährt bis zum Nullpunkt ran. Fehlt hier das räumliche Vorstellungsvermögen oder die Empathie für den LKW-Fahrer? Ich weiß es nicht.


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