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Tinos Stammtisch

13.05.2011 11:37    |    tino27    |    Kommentare (30)

Vielleicht habt ihr schon mal drauf geachtet. Gemeint sind dabei eher die Fahrer von Sedans, also klassischen Limousinen. Wie wird eigentlich die Heckklappe geschlossen, also welcher Mechanismus wird dafür verwendet. Lange Zeit war das ganz einfach – schmale Bügel hielten die Heckklappe. Das war billig und einfach, hatte aber den Nachteil, dass Gepäck gequetscht wird.

 

Irgendwann kam man auf eine feine Lösung, dies über Gasdruckdämpfer und Scharniere zu lösen. Ich meine, dass Audi einer der ersten war, die dies beim Audi 80 in Großserie verbaute. Vorbei die Zeit von sperrigen Bügeln, die in den Kofferraum ragen und einfach nur billig aussehen. Ein Mechanismus war geschaffen, der dem hohen Anspruch der deutschen Hersteller entsprach und quasi das ingenieurtechnische Denken in ein unscheinbares Bauteil übertrug.

 

Stück für Stück übernahmen fast alle Hersteller diese Bauweise. Doch sieh an – in den letzten Jahren geht man wieder zurück zum Bügel. Der Rotstift hat gegen den Ingenieur scheinbar gewonnen. (Besonders hochwertig sieht es beim Passat aus) Zwar sind die Holme jetzt verkleidet und können kein Gepäck mehr beschädigen, aber besonders hochwertig sieht es trotzdem nicht aus. Nur noch sehr wenige Hersteller (Lexus, Mazda, Infiniti) vertrauen auf Gasdruckdämpfer. (hier ist auch eine Analogie zu Motorhauben zu sehen) Einige Hersteller vertrauen sogar noch immer oder wieder den unverkleideten Bügeln.

 

Ein Beispiel habe ich mal angehangen. (letztes Bild) Ratet doch einfach mal, welches Modell das sein könnte. :)


13.05.2011 11:44    |    N3M3S1S

Die Bügel haben den Vorteil, das man sie mit E-Motoren einfacher elektrisch öffnen kann, deswegen geht der Trend wieder zum Bügel "zurück".

Kein deutscher Hersteller kann es sich leisten einen Sedan zu verkaufen, bei dem man noch manuell die Heckklappe bedienen muss (beim aktuellen Passat reicht sogar ein "Tritt" unter die Heckschürze :) )


13.05.2011 12:03    |    dr schiwagoo

ich war mal im jahr 2001 beim bmw händler, als mein cousin einen 5er bmw bestellt hat.

 

der verkufer hat uns nach einem kurzen gespärch dann auf den 7er aufmerksam gemacht und sofort (wirklich kein spaß) erst den koffoerraum aufgemacht und den bügel angesprochen, wie toll und stabil diese beim 7er waren, er hat an diesem bügel sogar kräftig dran geschüttel zur demanstration.

 

also mein cousin und ich mussten wirklich lachen, wir konnten uns das nicht verkneifen. als wir uns wieder "beruhigt" hatten, hatten aber die ganze zeit das große grinsen (verkäufer kam sich wie ein blödmann vor) im gesicht, habe ich ihm gesagt das wir keinen lastwagen kaufen wollen, sondern einen luxeriösen business-wagen. da kommt es nicht darauf an wie das technik beim kofferaumdeckel aussieht ist. er meinte aber das es wichtig sei.

 

also mir ist es wirklich egal wie die technik für diesen kofferraumdeckel aussieht.


13.05.2011 12:04    |    tino27

Das ist sicher ein Gesichtspunkt.

 

Hyundai hatte es beim Lantra geschafft, den Deckel so zu entwickeln, dass er nur einen Stups brauchte und von allein zu fiel. Zum automatischen öffnen gehen sicher beide Systeme - man muss das eine einfach nur mittels Feder unter Spannung setzen.


13.05.2011 12:06    |    Mad_Max77

Ist mir auch schon aufgefallen, ein klarer Rückschritt. :rolleyes:


13.05.2011 12:09    |    AustriaMI

Zitat:

man muss das eine einfach nur mittels Feder unter Spannung setzen.

und dann wird gemeckert, dass er so schwer zugeht;)

 

unterm strich ist es doch völlig latte ob dämfper oder bügel

 

ich finde das sieht beim passat und beim a4 sogar richtig interessant aus, so ohne schaniere

 

und die kabel für die KZ-Beleuchtung und schließzylinder können auch in den bügeln verlaufen und alles sieht "cleaner" und aufgeräumter aus.


13.05.2011 12:17    |    bbbbbbbbbbbb

Das mit den Heckklappen ist wirklich eine traurige Nummer, nicht nur der Optik und der technischen Überalterung wegen. Öffnet oder schließt mal eine Klappe mit stahlfedergespannten Bügeln und danach eine mit Kinematik und Gasfedern, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht! Der mit der Feder öffnet kinnhakenmäßig, lässt sich nicht in einer beliebigen Stellung justieren und lässt sich schwer schließen, der mit Kinematik öffnet sanft, lässt sich justieren (wichtig z.B. für Parker mit Hebebühnentiefgarage, da gibt´s bei nicht justierbaren Klappen leicht mal Schrammen) und auch sehr leicht schließen.


13.05.2011 12:20    |    TheRealBlizzard

Der Rotstift halt. Dann wird verchromtes Plastik drumgemacht damit es "premium" aussieht. Einfach gut und durchdacht ist ja zu teuer und zu wenig premium. Die Parallelogramscharniere hatten zudem den Vorteil das sie leichter waren und dem Kofferraum keinen Platz nahmen. In den 80gern drückten die Bügel auf das Gepäck, heute wird der Schwenkraum der Bügel verkleidet, das Kostet einige Liter Kofferraum.


13.05.2011 12:20    |    AustriaMI

Zitat:

Der mit der Feder öffnet kinnhakenmäßig, lässt sich nicht in einer beliebigen Stellung justieren und lässt sich schwer schließen,

und wie oft hast du schon so ein neues modell bedient??

 

oder pauschalierst du einfach nur aus vergangenen tagen in die zukunft?


13.05.2011 12:33    |    Turbotobi28

Hi,

 

ist mir auch schon negativ aufgefallen.

 

Beim Seat Exeo (alter A4) wunderbare schaniere die keinen Platz verschwenden und bei neuen A4 wieder diese blöde Bügel.

 

Mein 96er A4 hat auch Schaniere und ich finde das eindeutig die bessere Lösung.

 

gruß tobias


13.05.2011 12:38    |    tino27

Ich sehe, es gibt viele gespaltene Meinungen.

 

Natürlich sind die neuen Bügel nicht mehr so plump, wie die früheren Modelle, aber ich persönlich freu mich an dieser Kinematik (danke für den Begriff), die nun wieder verschwindet.

 

Wie man beim Continental GT sehen kann, ist die Kinematik auch mit elektrischer Heckklappe möglich. Bei anderen, wie Lexus und Infiniti wird es das sicher auch geben.

 

Aber errät denn keiner das Modell auf dem letzten Bild, welches etwas an einen Logan erinnert?


Bild

13.05.2011 12:45    |    bbbbbbbbbbbb

Zitat:

und wie oft hast du schon so ein neues modell bedient??

 

 

 

oder pauschalierst du einfach nur aus vergangenen tagen in die zukunft?

Ich habe unter anderem den neuen BMW 5er F10 und die aktuellen Mercedes C - und E - Klassen bedient und sie mit meinem BMW 5er Bj. 1997 verglichen.


13.05.2011 13:05    |    grande_cochones

Wie schon geschrieben geht es dabei fast nur um eine standfeste Lösung für elektrische Kofferraumöffnungssysteme, klar dass dann alle Fahrzeuge einer Modellreihe diese Bügel besitzen.

Beim Bentley ist eben an anderer Stelle Platz für das System, das Heck ist ja gesamt betrachtet auch nicht nur praktikabel ausgelegt.


13.05.2011 13:14    |    bbbbbbbbbbbb

Stimmt, dient alles nur dem Kunden und nicht dem Hersteller. Genauso wie die Tatsache, dass viele neuere Modelle nicht mehr vollverzinkt sind. Neinnein, der Hersteller spart nicht. Er will nur dem Kunden beim Sprit sparen helfen durch das aufgrund der großteils fehlenden Zinkschicht geringere Fahrzeuggewicht. Wie konnte man nur vermuten, die Hersteller kämen auf die Idee, sparen zu wollen?

 

Mal im Ernst: Die Tatsache, dass es Modelle gibt, die eine elektrisch öffnende Klappe auch mit Gasfedern und Scharnieren realisieren, sollte jegliche Diskussion im Keim ersticken. Es ist eine Sparmaßnahme, ganz einfach. Genauso übrigens wie neuere Modelle mit Glühlampenrückleuchten statt LED, eine Klimaanlage ohne Restwärmefunktion oder Leseleuchten innen mit normalen Glühlampen statt Halogen. Alles schon gesehen, die teurere (und bessere) Ausführung jeweils im älteren Modell.


13.05.2011 13:22    |    tino27

Bei BMW soll man ja mal (keine Ahnung, wie das jetzt aussieht) auf die Lackierung des Motorraums verzichtet haben. Ebenso werden die Gasdruckdämpfer an den Motorhauben wegrationalisiert.


13.05.2011 13:27    |    bbbbbbbbbbbb

Darauf verzichtet BMW, zumindest bei den regensburger Modellen (1er, 3er) immer noch. Ein Armutszeugnis!


13.05.2011 13:43    |    TheRealBlizzard

Und Mercedes verzichtet bei der E-Klasse auf den Unterbodenschutz aus PVC und preist in seinem Marketinggeschwurbel die 2,5 kg Gewichtsersparnis und die Rosthemmende Wirkung moderner Blechlegierungen... kein Witz.


13.05.2011 13:48    |    sluggygmx

Wenn man von solchen Dingen spricht sollte man den Phaeton nicht ausser acht lassen. Tolle Optik und trotz Kinematik mit automatischer Öffnung/Schließung.


13.05.2011 14:17    |    tino27

Obwohl das scheinbar auf dem Bild nicht vorhanden ist. Jedenfalls kann ich das Modul nicht entdecken. Man sieht auf jeden Fall, dass es möglich ist.

 

Ich finde, das ist bisschen wie bei einer guten Uhr, bei der man die Mechanik beobachten kann. Man freut sich einfach daran, wenn Zahnräder greifen, Zylinder sich bewegen und Hebel hebeln. :D


13.05.2011 14:30    |    mark29

die Bauform mit Dämpfer erfodert mehr (Verschleiß-)Teile. Wär schon mal für den Audi 80 2 Dämpfer brauchte, kennt den Nachteil....

 

Hinzu kommt- das für diese komplizierte Mimik der Bauraum freigehalten werden muß- was in der Konsequenz für etwas schmaler Ausschnitte sorgt....

 

und letztendlich läßt sich ein glatte Fläche besser reinigen- bei der Mimik mit mehreren Streben und Gelenken und Dämpfern findet der dreck viel Halt und man bekommt ihn nicht weg.

 

Wie die Bügel- Scharniere den Deckel öffnen oder schließen ist reine Auslegungssache- je nach Stärke der Feder und in welchem Winkel diese wirkt, kann man die Zugkraft über den Hebelweg variieren... bei meinem neueren mit den Bügeln geht das perfekt- sieht nach e-Antrieb aus- ist aber nur Federbetätigt, bei meinem älteren mit Bügel ist es zumindest OK....


13.05.2011 14:43    |    _RGTech

Zitat:

Der mit der Feder öffnet kinnhakenmäßig, lässt sich nicht in einer beliebigen Stellung justieren und lässt sich schwer schließen

Wenn die ersten beiden Kritikpunkte nicht mal bei einem Käfer Baujahr 74 existieren, ist das keine allgemeine Schwäche des Federsystems, sondern zeigt einfach nur die Faulheit der Entwickler (oder noch mehr Rotstift), da ein Bügelwerk zu errichten, dessen Federweg dies ermöglicht.

 

W202 Bj. 93 - selbst da sieht's besser aus als beim W204...


13.05.2011 14:58    |    tino27

Witzig ist, dass es bei Cabrios zwangsläufig auch anders geht bzw. gehen muss.

 

Hat noch keiner das Bilderrätsel gelöst?


Bild

13.05.2011 15:20    |    Rockport1911

Diesen Rückschritt bekommen zur Zeit die Amis zu spüren. Der neue Jetta verzichtet aus Kostengründen auf die alte Kinematik. Die "neuen" Bügel sind aber nicht in einer Verkleidung geführt wie bei anderen Modellen. Es ist also leicht Gepäck im Kofferraum beim Schließen zu quetschen. Außerdem nehmen die Bügel auch mit Verkleidung Stauraum im Kofferraum weg. Und die Vereinfachung einer elektrischen Heckklappe kann ich auch nicht nachvollziehen. Früher gings doch auch!

Auch das wegrationalisieren der Motorhaubenlifter ist bei ein Unding. Klar öffne Ich die haube nicht jeden Tag, aber bei sogenannten "Premiumherstellern" sollten solche Features einfach dazu gehören. Die werden schließlich vom Kunden bezahlt.


13.05.2011 15:37    |    TheRealBlizzard

Das Bild gehört dem aktuellen VW Jetta. Nacktes Blech und Bügel. Billiger gehts kaum. Für was das Ding dann in D verkauft wird (made in Mexico) ist ne Frechheit.


13.05.2011 18:26    |    DVE

Vom Heckklappenmechanismus mal abgesehen (für mich weniger relevant), find ich die serienmäßige Kofferraumbeleuchtung im wahrsten Sinne unterbelichtet - Ausnahmen Fehlanzeige :cool:


Bild

13.05.2011 20:44    |    ladafahrer

Hab Dämpfer, Heckklappe und Motorhaube.

 

Übrigens, wenn man die Kugelgelenke mit Trockenschmierstoff schmiert, haftet auch kein Staub an


14.05.2011 14:47    |    emil2267

den find ich ganz jut :)

 

http://p4.focus.de/img/gen/P/A/HBPABZsa4XB_Pxgen_r_Ax354.jpg

 

mit den flexiblen deckelmechanismen führte audi aber auch ständig defekte elektro- & pneumatikverbindungen ein :(


15.05.2011 09:09    |    tino27

Jetzt wurde es doch erraten. Richtig, die Klappe gehört dem neuen Jetta. Da gehen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Man könnte meinen, das Ding wird in Rumänien zusammen gesteckt. Echt!


Bild

15.05.2011 23:41    |    TheRealBlizzard

Naja, ... erraten.... ;-) Ich hab lange gegrübelt... das ganze finish kam mir bekannt vor, es erinnerte mich an den Passat, der von 1993 bis 1995 genaut wurde, dann hab ich ein paar Fotos gegoogelt und verglichen, und dann war es klar...


16.05.2011 14:59    |    TheRealBlizzard

Was mir bei der erneuten Durchsicht aufgefallen ist: Das Foto, was als "Jetta 2" tituliert ist, zeigt den Jetta 3. Der Jetta 2 war auf Golf 2 Basis. Aber müsste es nicht vielmehr Jetta 5 und Jetta 6 heißen? Außerhalb des deutschsprachigen Raums wurden auch Vento und Bora als Jetta verkauft, und es sind ja auch, trotz anderen Namens die entsprechenden Nachfolger.

 

Der Kofferraum des BMW F10 ist nen Witz. Billiger Nadelfilz. Der E39 hatte feinsten Velours-Teppich im Kofferraum. Teilweise ist es schon peinlich, was die deutschen Premiumhersteller in ihren Autos verklappen. Das sind Materialien, die in der Kompaktklasse ok sind (sie erfüllen ihren Zweck) aber der 60.000€-Klasse schlicht unwürdig sind. genau so wie die Volllederausstattung, die zu 2/3 aus Kunstleder besteht.

 

Ich hoffe, mein Signum wird noch lange laufen. Da gibt es noch echtes Leder und Teppich im Kofferraum. Zwar nicht ganz so fein wie im E39, aber um Welten besser als im F10.


01.07.2011 16:51    |    Trackback

Kommentiert auf: BMW News:

 

BMW 6er Coupé: Start im Oktober

 

[...] Schrecklich.

 

Was mich aber (genügend vorhandenes Geld vorausgesetzt :D ) vom Kauf abhalten würde, wäre der Kofferraummechanismus. Das ganze Auto ist sehnig gespannt. Auch das Cockpit wirkt wie ein durchtrainierter Muskel. Die Motoren [...]

 

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