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Tinos Stammtisch

30.01.2012 21:02    |    tino27    |    Kommentare (41)

Erneuerbare Energien sind seit einiger Zeit in aller Mude, doch Geothermie wird irgendwie stiefmütterlich behandelt. Meistens hört man in Gesprächen immer nur von den Schreckensbildern, die über die Medien verbreitet werden. Erdbeben, Risse, Überflutungen.

 

Doch was weiß man wirklich über Geothermie? Und war für die Eigenheimbeitzer unter euch eine Erdwärmeheizung schon mal interessant?

Seht ihr Geothermie als eine Zukunftstechnologie oder sind die Risiken zu hoch? Oder ist das Thema bisher komplett an euch vorbei gegangen?

 

Eine kleine Anekdote noch zu dem Thema: Vor einigen Wochen war ich auf einer Geothermiemesse und ein älteres Ehepaar sprach mich an. Sie fragten mich, ob man hier etwas über Geothermie erfahren kann. Ich sagte ihnen, ja, im hinteren Teil ist Tiefbohren und im vorderen Teil ist Flachbohren. Flachbohrtechnik wäre also was für sie. Der ältere Herr sagte dann sofort zu mir: Nein, wir wollen schon richtig bohren. :) Ich sagte ihm dann, dass man unter Flachbohren so in etwa das Bohren bis um die 500m versteht.


30.01.2012 21:09    |    Drahkke

Ich sehe für die Geothermie in unseren Breitengraden langfristig mehr Chancen als für die Solarthermie.


30.01.2012 21:59    |    sambob

Genau - wir haben hier ja deutlich mehr Geo als Sol :D


30.01.2012 22:01    |    Goify

Ich sehe es wie Drahkke, eine gute Alternative für unsere weniger sonnenverwöhnten Gebiete, wobei es in Bayern wiederum recht gut mit der Sonne aussieht, wenn man die jährlichen Sonnenstunden sieht. Im Norden dagegen gibt es viel mehr Wind. Es gibt kein Universalkonzept, sonder an jedem Standort sollte ein Architekt mit dem Haustechniker zusammen ein sinnvolles Konzept erarbeiten. Das kann für jeden anders aussehen, auch aufgrund der Nutzung des Gebäudes, Ausrichtung zu den Himmelsrichtungen,...

 

Bisher bin ich mit der Methode Architekt und Haustechniker ganz gut gefahren und hatte bisher nie Beschwerden. In die Hose geht es meist dann, wenn Häuslebauer meinen, sich selbst informieren zu können um anschließend auch alles besser zu wissen.


30.01.2012 22:06    |    Hartgummifelge

Das solche Aktionen enorme Folgeschäden an Strassen und Gebäuden nach sich ziehen, steht in keinem Verhältnis.

Nicht nur in der Schweiz und BW sind auf Grund solcher "Energiegewinnungen" Häuser von ihren Fundamenten gerutscht, oder haben Risse bekommen, sind Strassen abgesackt, sind Häuser von Einsturz bedroht.

Wenn, man wie auf Island, den Herd unter der Oberfäche hat, kein Problem, die dortigen Heissdampfkraftwerke entziehen dem Untergrund kein Wasser und vermindern nicht dessen Volumen..


30.01.2012 22:15    |    Goify

Hartgummifelge, hast du dazu irgendwelche Links? Wir reden hier nicht von Bergbau, sondern dem Entnehmen von heißem bei gleichzeitiger Rückgabe von kaltem Wasser.


30.01.2012 22:19    |    Bihumi

Ich habe vor ca. 6 Jahren gebaut und nutze seither Geothermie. Leider durfte bei mir (mangels Erfahrung der Behörden bzgl. Bodenbeschaffenheit) nur auf 23m gebohrt werden. Der Funktion tut das keinen Abbruch.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich keine andere Heiztechnik mehr akzeptieren würde. Im Winter habe ich es wohlig warm, keinen Kamin, der mich zusätzlich Gebühren kosten würde und im Sommer kühle ich mein Haus runter. Das ganze kostet mich ca. 400 Euro pro Jahr, unabhängig davon, ob ich das Fenster aufreisse und heize, oder ob ich Fenster und Türen geschlossen halte. ;) Wie gesagt: Ich würde keine andere Heizung mehr akzeptieren ;)

 

Allerdings muss ich noch dazu sagen: Meine Wärmepumpe funktioniert gänzlich ohne Entnahme von Feststoffen- nur Energie entnehme ich. Dies führt bei keinem mir bekannten Fall zu Einstürzen oder sonstigen errosionsartigen Nebenerscheinungen.


30.01.2012 22:42    |    Provaider

Das Problem mit der WP ist wenn mal die Strompreise ansteigen, was sie tun wenn wir alle E-Auto fahren oder auf fossile Energieerzeugung verzichten, dann steigen auch die Heitzkosten.

Der Wirkungsgrad der WP ist ja nicht so besonders.

Dagegen hilft das ganze noch mit Solar zu kombinieren.


30.01.2012 22:50    |    tino27

Es gibt in der Tat einige Probleme bei verschiedenen Projekten. Das größte Problem sind dabei aber die ausführenden Firmen. Ähnlich wie im GOM wurde meist schlampig gearbeitet. Deswegen sollte man nicht immer den günstigsten Anbieter nehmen.

 

Es kommt auch zu Seismizität, aber die ist meist nicht spürbar. Erdbeben durch Bergbau sind meist im gleichen Bereich oder stärker.

Aber mal ganz abgesehen davon, muss man doch mal die Auswirkungen/möglichen Schäden der Energien vergleichen.

 

Atom -> darüber muss man wohl nichts sagen

Kohle, Öl, Gas -> wohl Klimaerwärmung, Öltankerhavarie, Raubbau an der Natur

 

Also wenn ich die paar Risse mit einem Gau vergleiche, dann weiß ich aber, welcher Schaden leichter zu ersetzen ist, auch wenn ich den persönlichen Ärger der Betroffenen verstehen kann.

 

Und in Island wird dem Untergrund sehr wohl auch Wasser entzogen. Und auch erst gar nicht so lange wieder injiziert. Jahrelang wurde nichts in den Untergrund zurück geführt.

 

Die Wärmepumpen sind natürlich der Knackpunkt. Aber deswegen ist Geothermie auch nicht für jeden rentabel. Aber gerade im bayrischen Raum ist ein hohes Potenzial vorhanden. Die Öl- und Gaspreise, werden den Strompreisen aber wohl in nichts nachstehen, so dass wahrscheinlich alles gleich teurer wird.

 

Bei den meisten gewerblichen Gebäuden wird heutzutage schon auf Erdwärme gesetzt. Der Vorteil ist dabei, dass wie schon erwähnt, auch gekühlt werden kann. Im Winter wird dagegen die Grundlast bereit gestellt.


30.01.2012 22:54    |    Bihumi

Manchmal muss ich schon etwas schmunzeln. ;)

 

Ja klar, wenn die Strompreise steigen, dann erwischt es mich sicherlich ganz hart. Ich betreibe eine Pumpe. Eine eben solche betreibst Du mit jeder konventionellen Heizung auch (ich vergess nur mal eben, dass ich hier schon mehr betreibe als nur eine Umwälzpumpe. Dann siehts besser für mich aus =8-))? Es wird also nicht nur der Strom für Geoheizer teurer, sondern auch für alle anderen? Insofern und wegen der noch anstehenden Photovoltaik mach ich mir keinerlei Sorgen. ;)


30.01.2012 23:09    |    Hartgummifelge

Der Dampf wird in den Kraftwerken Islands im Kreis geführt.

Was Abdampft ist der Schnee und das Eis.

Was auch den Wasserverlust ausgleicht..

Die Ökolüge CO2 ist lediglich ein Vorwand um fossile Brennstoffe zu verteuern.

Was sich in der Natur abspielt wiederholt sich alle 30000-70000 Jahre, ohne schmelzen der Polkappen, keine Eiszeit.

Erst erwärmt sich das Wasser, dann tauen die Pole ab, der Golfstrom Richtung Norden bricht ab, Bäume wachsen wieder in Gletschergebieten.

Langsam kann sich das Eis, wegen des fehlenden Warmwassers aus dem Süden wieder vom Norden bis zum Norden Afrikas ausbreiten und neues Geröll aus Skandinavien mitbringen.

Unten liegen Australien, teile Südamerikas und - Afrikas wieder unter Eis, weil die Warmwasserströme aus dem Pazifik und dem Indischen Ozean abreissen.

Ganz normal, da hat das heutige wenige CO2 keinen Einfluß drauf, füher waren es 4% und mehr CO2 in der Luft, statt heutiger ~3,4ppm, und trotzdem herrschten über Jahrtausende sibirische Temperaturen in der Mitte bis zum Norden Europas..


30.01.2012 23:19    |    Bihumi

Tolle Rede! Und das ganze hat mit Geothermie, im Sinne von Erdwärme genau was zu tun, Hartgummifelge?


30.01.2012 23:24    |    tino27

Kannst dir gerne die Arbeitsweise mal anschauen. Ich war in zwei Kraftwerken auf Island (u.a. in dem vom Video) und die haben beide injiziert. ;)

http://www.youtube.com/watch?v=KhbgTqGzxoA

 

Stromerzeugung ist für Deutschland natürlich nur in einigen Gebieten sinnvoll. Von dem Temperaturen, die man in Island hat, kann man hier nur träumen. Aber für den heimischen Wärmebedarf gibt es mMn kaum etwas besseres, wenn das Potenzial vorhanden ist.

 

Ich hab hier mal einen Artikel aus der näheren Umgebung.

Da ist wie zu lesen ein Haus abgesackt und am Ende mussten glaube 7 Häuser abgerissen werden. Zuerst spekulierte man über alte Schächte oder was auch immer. Das Problem war auch hier das ausführende Unternehmen. Die Lösung war relativ schnell gefunden.

http://www.geothermie-zentrum.de/.../NRW_Kissing.pdf


30.01.2012 23:36    |    Bihumi

Moooooment. Wir reden von unterschiedlichen Dingen: Ich spreche von einer Geothermie- Wärmepumpe. Hier wird nix, aber auch rein garnix (ausser Energie) dem Erdreich entnommen! Die Bohrungen an sich stellen kein wesentliches Risiko dar, denn davon hab ich grad mal 4, ohne bauliche Schäden an meinem, oder einem Nachbargebäude feststellen zu können.

Über die Photovoltaik weiss ich zufällig bescheid. Ich kann Dir sagen: Es ist ein Ammenmärchen, dass hier lediglich in südlichen Gefilden relevater Stromanteil erzeugt werden kann. Genau genommen ärgern mich solche Aussagen, zeugen sie doch von noch nutzbarem Informationspotential (ich bin so alt, dass ich das noch so schreiben darf!).:D Um das mal höflich auszudrücken.

 

Die Frage ist: Gibt es ein Interesse, an der privaten Energieproduktion, oder an effizienter Energienutzung? Und wenn ja, durch wen wird es klein gehalten? Nun, vllt. sollte man hierbei mal den Blick in Richtung "Stromer" (EVU) oder in Richtung der Anbieter fossiler Brennstoffe lenken? Ich denke jeder kann sich dann einen Reim auf die Nachteile der ressourcenschonenden Energieformen machen und warum diese so omnipräsent dargestellt werden?


30.01.2012 23:43    |    tino27

Mein Kommentar war bezogen auf.

Zitat:

Der Dampf wird in den Kraftwerken Islands im Kreis geführt. Was Abdampft ist der Schnee und das Eis.

Du warst nur schneller und hast dich dazwischen geschoben. ;)

 

Was für ein Medium nutzt ihr denn bei euch? Wasser oder Wasser-Sole? Und was für Temperaturen zieht ihr raus?


30.01.2012 23:47    |    Bihumi

Oh man, das wusste ich :( Jetzt sollte ich Details parat haben. Ist aber lange her und grad bin ich zu faul (aber ehrlich;)) in den Unterlagen nachzuguggen.:rolleyes: Ich glaube Sole. Aber glaubensfragen klärt der Pfarrer, nicht Bihumi. Ich kann ja mal die Tage nachschauen.;)

Temps hat man mir mit 5-7°C auf 23m erklärt. Ich habs nie nachgemessen.


31.01.2012 00:05    |    CaptainSlow

Geothermie zum Heizen z.B. für Erdwärmepumpen: Eigentlich ne ganz gute Idee. Es werden nicht tausende Liter Wasser durchs Erdreich gepumpt und die Bohrungen müssen nicht so tief sein. Geothermie für die erzeugung von Strom: Hm, ja, prinzipiell nicht schlecht, aber der enorm schlechte Wirkungsgrad ist halt...naja, enorm schlecht. ;) Aber gerade in Deutschland wäre es ratsam, eher Milliarden für die Forschung und verbesserung von Geothermie auszugeben, als für irgendwelchen Solarzellen....


31.01.2012 06:43    |    thomas463

Was einige nicht wissen: Im Tunnelbau lässt sich Geothermie in der Tunnelschale intrgrieren (wurde Versuchsweise bei uns in Österreich beim Lainzer Tunnel gemacht). Ebenso kann es in gewöhnliche Bohrpfahlwände integriert werden (bei neuen großen Bauvorhaben) ohne große Änderungen an den ursprünglichen Bauplänen und somit Kostenfreundlicher als eigens Tiefen- oder Flächenkollektoren zu errichten.

 

Und der Wirkungsgrad ist davon eigentlich nicht schlecht. Es ist eben nur davon abhängig in welcher Tiefe das ganze stattfindet, da mit der Tiefe die Temperatur zunimmt. Deswegen gibt es auch Geothermiekraftwerke, bei welchen diese Tiefenkollektoren in sehr großen Tiefen verbaut werden, weswegen dort auch die geeförderte Energie wesentlich höher ist als bei gewöhnlichen Erdwärmeanlagen .

 

Lg


31.01.2012 08:52    |    webbjoern

Oh die sagenhften Gefährte meines ehemaligen Arbeitgebers!:)


31.01.2012 10:02    |    Goify

Da geht aber einiges hier durcheinander.

Geothermie ist das Nutzen der warmen Erdschichten tief unten. In Deutschland kann man kein Haus mit der nichtvorhandenen Erdwärme in 20 Metern Tiefe heizen. Das ist nur eine Erdwärmepumpe. Da wird dann auch nix rein- oder rausgepumpt, sondern das Wasser/Öl fließt in einem geschlossenen Leitunssystem. Man könnte die Wärmepumpe auch mit Umgebungsluft betreiben.

 

Hartgummifelge, ich finde es fast schon fahrlässig von dir, hier Halbwahrheiten falsch wiederzugeben, sodass sich der Sinn umdreht. Richtig ist, dass CO2 schon immer bei der Verwesung von organischem Material freigesetzt wurde und es auf 1 Mio Jahren egal ist, ob wir alle Bäume auf einen Schlag verbrennen oder das Öl tief unten oder nur "Kurzumtriebspflanzen".

Jedoch ist es leider so, dass wir das, was nur ganz langsam in die Atmosphäre abgegeben würde, durch uns innerhalb kürzester Zeit freigesetzt wird. So schnell kann das nicht wieder abgebaut werden, was dazu führt, dass die CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre stark ansteigt. Der von dir beobachtete Effekt, dass es in Mittel-Europa und auch anderen Regionen auf der Erde wieder kälter wird, liegt daran, weil es woanders wärmer wird. Klingt komisch ist aber damit begründet, weil einige Warmluft- und Warmwasserströme abreißen und eben einige Gebiete nicht mehr mit ihrer Wärme versorgen können.


31.01.2012 11:12    |    white_chapel

Ich will nur verdeutlichen, welchen Stellenwert man der Geothermieforschung in D mittlerweile gibt: http://www.ite.tu-clausthal.de/.../?...

 

Ach so, zu Goify: Du bist offensichtlich schlecht informiert! Selbstverständlich kann man in D Häuser mit Geothermie beheizen! Das Grundwasser, welches sich unter den meisten Häusern in D befindet, hat fast das ganze Jahr über eine Temperatur von 4° bis 5° C. Mit einem Wärmetauscher kann man die benötigte Wärme dem Grundwasser entziehen und das Haus beizen. Bzw. im Sommer das Ganze umgekehrt machen. Informier Dich mal! Hier noch ein Link dazu: http://www.sanierungsratgeber.de/archiv/1_2008/erdwaermekorb.htm Und ob man das Ganze jetzt Erdwärme oder Geothermie nennt, ist eigentlich unrelevant. Es sollte der Nutzen im Vordergrund stehen. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Geothermie


31.01.2012 11:25    |    Bihumi

Geothermie bezeichnet die thermische Nutzung der in der Erde gespeicherten Energie (vgl. hier ) Insofern hat der Name nicht allzu viel mit der Bohrtiefe zu tun. ;)

Und eines möchte ich vllt. am Rande noch erwähnen: Bei mir hätte die Bohrung auf 100-120 m gehen sollen. Das hat mir das zuständige Amt nicht erlaubt. Deshalb mehr Borhungen bei weniger Tiefe (begleitet von einem sündteuren Gutachten, aber das ist ein anderes Thema). Ergo: Es ist schlicht falsch, dass man kein Haus in Dtl. mit einer Erdwärme in 20m heizen kann. ;) Ich tu das schon einige, auch sehr strenge Winter lang. :D

Die Entscheidung für diese Art der Heizung ist nicht in meinem spärlich entwickelten CO2- Gewissen begründet. Nur bin ich darüber informiert, dass sich fossile Brennstoffe wohl mit fortschreitender Zeit verknappen. Egal, ob Holz, Öl, Gas, oder sonstwas. Diese reale (und gern dramatisiert herbeigeredete) Verknappung führt zu den aktuell aufgerufenen Preisen. Die Stromer und Wärmeanbieter finden immer Gründe, noch kräftiger abzukassieren.

Ich glaube, dass die Frage nach der CO2- Wahrheit eine ist, die wir hier nicht abschliessend klären können. Es gibt auch hier wieder mehrere Sichtweisen, die mehr oder weniger valide sind. JM2C ;)


31.01.2012 11:42    |    tino27

Wenn Grundwasser und leitende Schichten vorhanden sind, ist das immer besser, als in trockenen Gesteinen. Und natürlich reichen auch nur geringe Temperaturen. Man kann auch aus Gesteinen mit Minusgraden Wärme holen, nur muss dann die Wärmepumpe mehr arbeiten.

 

Generell sollte man aber zwichen Kollektoren und Sonden unterscheiden.

 

Zitat:

Ich will nur verdeutlichen, welchen Stellenwert man der Geothermieforschung in D mittlerweile gibt: http://www.ite.tu-clausthal.de/.../?...

In NRW wird da schon mehr investiert.

http://www.3sat.de/page/?source=/nano/technik/158437/index.html

http://www.lokalkompass.de/.../...thermiezentrums-entsteht-d89081.html


31.01.2012 11:49    |    Goify

Unter Geothermie versteht man eigentlich nicht die Speicherfähigkeit von Erde in 5 m Tiefe, sondern dort, wo es richtig warm ist. Echtes Wärmeholen oder nur eine Quelle für die Wärmepumpe zu sein ist ein großer Unterschied.


31.01.2012 13:45    |    Reachstacker

Coefficient Wärmepumpe Luft: 1 kwh input = 1.5 - 3kwh output

Coefficient Wärmepumpe Grund = 1 kwh input = 3.5 - 6 kwh output

 

Das bedeutet das eine Grundwärmepumpe weniger Energie zur Erhaltung der Haustemperatur braucht als eine Luftwärmepumpe, der Nachteil sind die höheren Installationskosten.

 

In den USA macht man einen Unterschied zwischen Grundwärme (bis etwa 10 Meter) die eigentlich Solarwärme ist und Geothermie bei der Erdkernwärme benutzt wird. Das dürfte in D nicht viel anders sein.

 

Aufgrund der Grösse der Grundstücke und der Kosten wird die "flache" Rohrverlegung in einem weiten Graben gegenüber tiefen Bohrlöchern bevorzugt.

 

Grundwärme Betrachtung, flach ab Paragraph 3.2.2 (english text)

 

Kostenbetrachtung und Temperaturunterschiede bei verschiedenen Installationstiefen. (english text)

 

Warscheinlich bleibt aufgrund der geringeren Grundstücksgrösse in D oft nichts anderes üblich als auf 100 Meter zu bohren, begleitet bei bestimmten Risiken...

 

Wünschenwert wäre bei einer technischen Diskussion die politischen Verzwicktheiten (CO2, usw) einfach mal aussen vor zulassen.

 

Es geht einfach darum welches Heizsystem das Haus Sicher und Preiswert heizen/kühlen kann.

 

Mein Haus im New Yorker Oberland hat: Ölkessel, Deutschen Kachelofen, Luftwärmepumpe (hauptsächlich zur Kühlung). Grundstücksgrösse = 1 Hektar, Flachsystem Installierung möglich.

 

Gruss, Pete


Bild

31.01.2012 13:57    |    Bihumi

Welche Risiken meinst Du denn??? Und mir wurde tatsächliche meine Erdwärme (auch Geothermie genannt) als Erdwärme verkauft, Sogar die Ämter sprechen hier von Erdwärme als offiziellen Begriff ;) Aber eigentlich ists mir Wurscht, wie andere das nennen. :D


31.01.2012 14:09    |    white_chapel

Goify: Unter Geothermie versteht man eigentlich nicht die Speicherfähigkeit von Erde in 5 m Tiefe, sondern dort, wo es richtig warm ist. Echtes Wärmeholen oder nur eine Quelle für die Wärmepumpe zu sein ist ein großer Unterschied.

 

Sagt wer?


31.01.2012 14:14    |    Reachstacker

@ Bihumi

 

Bei bestimmten Risiken meine ich z.B. das Loch und die Gebäudeschäden in Wasserkurl. Es ist mir natürlich bewusst das sowas eher die Ausnahme ist und nicht die Regel.

 

Gruss, Pete


31.01.2012 14:21    |    Bihumi

Ausnahme oder Regel ist mir hier nicht so wichtig. Ich kann nicht über andere Verfahren sprechen, als das eine, das ich persönlich kenne. Und dort gibt es schlicht keinerlei Gefahren. Ich entnehme keine Materie :p


31.01.2012 14:28    |    Reachstacker

@ Bihumi

 

Das stimmt wohl.

 

Das Problem in Wasserkurl entstand ja auch nicht durch den Betrieb (die Anlage war ja noch nicht installiert) sondern beim bohren.

 

Bei einer gewöhnlichen Installation, wie Deiner zum Beispiel handelt es sich ja eh um ein geschlossenes System.

 

Ich denke schon das (Grund)Wärmepumpen Zukunft haben, sie sind eine bequeme Ergänzung zu anderen Heizungs/Kühlungs Systemen.

 

Wir hatten uns damals für eine Luftpumpe enschieden weil eine Grundpumpe mehr als das doppelte kosten sollte. 10'000 Dollar gegen 3'600 Dollar. Ich hatte das extra Geld nicht.

 

 

Gruss, Pete


31.01.2012 14:55    |    Bihumi

Das ist ein Argument! Das kann ich verstehen. Ich hatte damals ein spezielles Angebot, sodass der Unterschied preislich nicht so eklatant war. Und ich hatte den Vorteil, neu zu bauen. Ich habe diese Art der Erdsonden- Oberflächen- Erd- Solarwärme (puuuuh, hoffentlich haben wir nun endlich den richtigen Begriff gefunden?) als einzige Heizung im Haus. Ich habe keinen zusätzlichen Ofen, weder Holz, noch Gas noch Öl. Deshalb freu ich mich ja auch, dass ich keinen Kaminkehrer brauche und somit auch diese Gebühren bei mir entfallen.

Die Luftheizung funktioniert im übrigen auch in Dtl. in meiner direkten Nachbarschaft sehr gut. Wenn ich den Aussagen der betreibenden Leute Glauben schenken darf. :p


31.01.2012 15:00    |    tino27

Das Problem bei diesen Unfällen ist leider, dass sie sehr fest im Gedächtnis bleiben. Jeden Tag werden hunderte Meter ohne Probleme gebohrt, aber davon hört man eben nichts.

 

Nur mal als Beispiel. Bei uns ab Phoenixsee haben bisher alle gebauten gewerblichen Häuser auch Geothermie zum Heizen und Kühlen. Das FAPS hat 30 Bohrungen á 100m. ITS hat 12 Bohrungen á 144m und Freundlieb am See hat auch noch mal 12 á 144m. Sind zusammen schon 6,5km Bohrstrecke bei 3 Projekten.


31.01.2012 15:33    |    Bihumi

Und Du glaubst nun wirklich, dass senkrechte Bohrungen, die ausgefüllt werden mit einem Leistungssystem irgendwelche negativen Auswirkungen auf die Umgebung haben? Es klingt zumindest interessant :rolleyes: Ist das irgendwie belegbar? Ich rede hier nach wie vor ausschliesslich von Erdsonden- Anlagen! ;)


31.01.2012 15:53    |    tino27

Nö, hab ich das gesagt? :)

 

Ich wollte nur zeigen, dass viele Kilometer ohne Probleme gebohrt werden und Unfälle die absolute Ausnahme sind.


31.01.2012 16:00    |    Bihumi

Jo, sorry.

 

Nur ist der Zusammenhang zwischen Erdwärme und Unfällen im Falle einer Sondenanlage nicht gegeben. Die Eingangsfrage war ja unter anderem: "...Seht ihr Geothermie als eine Zukunftstechnologie oder sind die Risiken zu hoch? ".

Nun, und ich bin halt der Meinung, dass es bei Wärmepumpen- Sondenanlagen kein Risiko gibt. Ebenso bei windgesteuerten Anlagen. Deshalb wird aus meiner Sicht über kurz oder lang nicht mehr die Frage nach der Art der Heizung gestellt werden können, sondern eher nach der Variante. JM2C. ;)


31.01.2012 16:02    |    tino27

Achso, jetzt hab ichs verstanden. ;)


31.01.2012 18:23    |    Reachstacker

Auf jeden Fall hat die Technologie Zukunft.

 

In Schweden sind mindestens 27'000 Einheiten installiert, in den USA sind es etwa 80'000 Neuinstallationen pro Jahr. In Kanada sind es 50% aller neuen Heizungsinstallationen.

 

Für Deutschland habe ich auf die Schnelle nichts zur Hand, nehme aber an das der Marktanteil steigend ist.

 

Gute Technik mit bezahlbaren Baukosten und niedrigen Betriebskosten, was soll sich da nicht durchsetzen?

 

Bei uns ist es ja auch so das eine Wärmepumpe auch dann installiert werden kann wenn Erdgas (ansonsten das billigste) nicht erhältlich ist. Logischerweise wird die Rechnung für jeden etwas anders ausfallen, je nach den lokalen Heizungskosten. Die Wärmepumpe kann ja auch kühlen was andere Systeme ja nun nicht können...

 

Gruss, Pete


04.02.2012 08:09    |    thomas463

@ Bihumi:

Negative Eigenschaften könnten sich durch die Auskühlung des Bodens rund um die Tiefensonde sein und im Sommer die erwärmung des Bodens. Ob und wie weitreichend diese Folgen sein könnten sind soweit ich weiß unklar. Bei einer einzelnen kleinen Anlage wird davon nicht viel zu merken sein, aber wenn einmal fast jedes Haus so eine Anlage besitzt könnte dies schon auswirkungen auf die Umwelt haben. Dennoch bin ich dieser Technologie sehr positiv gegenüber gestimmt (ganz im Gegensatz zu AKW's, welche ich verabscheue).

 

@ Reachstacker:

Ja, im Sommer ist diese Anlage effizienter als eine herkömmliche Klimaanlage. Und Geothermie ist nur ein Baustein einer sehr Flexiblen Anlage. Bei der Planung kann man zwischen vielen verschiedenen Verteilungssystemen im Haus wählen (Wand- oder Fußbodenheizung mittels Sole; kontrollierter Raumluft

 

Der einzige "große" Kostenfaktor beim Betrieb der Anlage ist die Wärmepumpe (rund ein viertel der benötigten Kühl- bzw. Heizenergie benötigt eine Wärmepumpe in Form von Strom), der die restliche Kühl- bzw. Heizenergie wird dem Boden entzogen (wenn geheizt werden muss) bzw. dem Boden zugeführt (wenn gekühlt werden muss).

 

Deswegen benötigt eben eine Heizung mittels Geothermie um etwa 3/4 weniger Strom für Heizzwecke als eine herkömmliche elektrische Heizung. Dafür sind aber auch die Anschaffungskosten des Systems deutlich höher (Wärmepumpe rund 5-6k€ + Tiefensonde + Verteilungssystem (z.B. Bodenheizung)) als bei herkömmlichen Systemen. Aber wenn man es langfristig betrachtet amortisiert sich das relativ schnell (v.a. wenn man die Preissteigerungen mit einrechnet).

 

Einzige wichtige Vorraussetzung für solch ein Niedrigtemperatursystem ist eine sehr luftdichte und thermisch isolierte Gebäudehülle => mindestens Niedrigenergiestandard; besser: Passivhaus. Um die Laufenden Kosten für Strom zu minimieren lässt sich auch eine Photovoltaik-Anlage verbauen (Bitte nicht mit einer Solaranlage verwechseln, welche zur Warmwasseraufbereitung dient!)

 

Wenn noch jemand Fragen hat => her damit :-)

 

Lg Thomas


04.02.2012 11:50    |    Bihumi

Servus Thomas,

also mal der Reihe nach: Der Boden um die Sondenbohrung wird tatsächlich abgekühlt, im Sommer. Das bedeutet, dass bspw. kein Zitronenbaum im näheren Umfeld der Sondenbohrung wächst. Das stimmt. Allerdings sind diese Einflüsse flächenmässig sehr begrenzt. Hier zu befürchten, dass es irgendwann mit der Verbreitung dieser Systeme ein thermisch ernsthaftes Problem geben könnte ist eher überzogen. Aber moment, ich sage ja nicht, dass jeder Geothermie nutzen sollte. Das Problem ist, dass wir immer nach DER EINEN Lösung suchen. Ich bin aber überzeugt, dass jeder die Möglichkeiten nutzen sollte, die gegeben sind. Wasserkraft, Windkraft, Solar, Geo, etc. ;)

 

Die Kühlmöglichkeit mit einer Klimaanlage zu vergleichen hinkt etwas. Eine Klimaanlage wälzt die Raumluft um, lässt sie zirkulieren. Bei Wärmepumpenanlagen kühlst Du nur den Hausboden. Das ist zwar angenehm, aber spürbar anders, als Klimatisierung. Der Erdboden wird bei Kühlung auch nicht aufgewärmt. Das einzige ist die fehlende bzw, reduzierte Verdichtung bevor das Trägermedium ins Haus gelangt. ;). Es wird die Erde im Umkreis der Sondenbohrung lediglich durch den Transport des Wärmemediums auf die Temperatur des Mediums abgekühlt. Mehr nicht.

 

Solar bezeichnet lediglich die Nutzung von Sonnenenergie. Zu was ich sie nutze, erfahre ich nicht aus dem Wort Solaranlage. Wenn ich das genauer spezifizieren muss, dann muss ich Begriffe wie Photovoltaik oder Solarthemie ins Spiel bringen. Also meine Bitte auch hier: Solaranlage ist schon richtig an dieser Stelle :p


04.02.2012 12:17    |    Reachstacker

Zitat:

Die Kühlmöglichkeit mit einer Klimaanlage zu vergleichen hinkt etwas. Eine Klimaanlage wälzt die Raumluft um, lässt sie zirkulieren. Bei Wärmepumpenanlagen kühlst Du nur den Hausboden. Das ist zwar angenehm, aber spürbar anders, als Klimatisierung. Der Erdboden wird bei Kühlung auch nicht aufgewärmt.

Unsere Waermepumpe hat einen ganz normalen Waermetauscher mit Geblaese, das Ding sitzt unter der Decke im Flur. Sieht etwa so aus Kostet etw 3600 Dollar.

 

Es scheint der Anlage egal zu sein ob sie heizt oder kuehlt.

 

Da die Betriebskosten nur ein Viertel einer elektrischen Heizung sind, eruebrigt sich jede Bastelei weil es zu dem Preis weit unter den Kosten einer Oelheizung liegt und mit einer Erdgasheizung zumindest Konkurrenfaehig ist.

 

Waehrend der Kuehlsaison wird der Grund schon 'aufgeheizt', das gleicht sich im Herbst wieder aus.

Ich denke nicht das die Kuehlung/Waermng des Grundes irgndwelche Schwierigkeiten verursacht.

 

 

 

Gruss, Pete


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