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Meine Leben mit BMW. (WIEDER DA!)

28.04.2008 19:16    |    bruno violento    |    Kommentare (3)

Mir kam es ganz gelegen, dass mein Meister mir heute berfahl, mein Gleitzeitkonto mittelfristig auf Null zu bringen, denn die Sonne schien und die drückende Hitze in der Werkstatt schlug mir aufs Gemüt.

Deswegen habe ich schon um drei Feierabend gemacht.

Um 15.30 Uhr war das schöne Wetter dann vorbei, also nichts mit Eisschlecken und Braunwerden auf dem Balkon, und so nutze ich die gewonnne Zeit für diesen meinen Blogartikel.

So viel habe ich heute garnicht gemacht, außer den obligatorischen Radwechseln und ein paar Bremsen, denn die meiste Zeit waren wir mit einem E39 520d beschäftigt, der nicht anspringen wollte...

Um unsere Vermutung zu bestätigen, es handle sich um eine defekte VP44 (Radialkolben-Verteilereinspritzpumpe), wollten wir das eine oder andere Testmodul des Group Tester One durchführen, denn ein paar Drosselklappen- und ein Luftmassenmesser-Fehler waren im Fehlerspeicher abgelegt. Lustigerweise lassen sich die meisten davon nur bei laufendem Motor durchführen - ganz sinvoll wenn der nicht anspringt... Jedenfalls tauschen wir die Pumpe jetzt erst einmal probeweise, dauert wieder ein paar Tage bis sie ankommt, wenn sie es nicht war steht der Wagen bis Mai in der Halle. Wird den Kunden nicht freuen, aber was will man machen...

Ansonsten gibt es erfreulich wenig zu berichten, ist ja auch immer ein ganz gutes Zeichen...

Gerade eben habe ich einen Anruf aus München bekommen. Eine freundliche Dame hat mich gefragt, wie zufrieden ich mit meiner Verkaufsberatung war. Ich musste erstmal nachdenken was sie meinte, da dachte, dass ich ja nicht in der BMW-Kundendatei stehe... Vor ein paar Monaten habe ich mir auf www.bmw.de einen 120i konfiguriert, da ich mit dessen Anschaffung nach meiner zweiten Ausbildung liebäugle. Dann hab ich wohl einen Knopf zuviel gedrückt, und BMW hat einen Händler informiert, dass ich mich für den 1er interessiere. Ein :) Verkäufer hat mich auch ein paar Tage später angerufen und mir Informationsmaterial zugeschickt Dass ich damit für einen PPL-Anruf qualifiziert bin wusste ich garnicht...

Vorhin habe ich bei einem Telefonat eines unserer Serviceberater mitgehört. Ich fand es nahezu unverschämt wie er sinnbildlich in den Hörer gekrochen ist, um der Kundin das Versprechen abzuringen, ihm im Falle eines Anrufs die 1 zu geben. Wie mein werter Bloggerkollege PPL-1 unter anderem an dieser Stelle bereits geschildert hat, bleibt ihm aber garnicht viel anderes übrig... Wenn der Kunde nämlich am Telefon eine 2 gibt, oder auch angibt, dass er "weitestgehend zufrieden" ist, was dem normalen Menschenverstand gemäß absolut in Ordnung ist (Für "vollkommen zufrieden" müsste man ihn schon, tamsenesk, per Helikopter einfliegen), bedeutet das, dass der SB seinen Job nur zu 75% gemacht hat. Das ganze soll der Perfektion des Service dienen, ich vermute aber, dass es viel eher dem Betriebsklima nachhaltig schadet, weil es noch mehr Druck auf den Einzelnen ausübt.

Mal sehen, wie das neue Programm zur Qualitätssicherung, ONE, einschlägt... Ein paar Programmpunkte könnten eher als Realsatire gesehen werden als die neue Unternehmensphilosophie: "Wir sind eine Elite, ohne arrogant zu sein"...


27.04.2008 12:32    |    bruno violento    |    Kommentare (0)

Zum Thema Motivation bleibt zu sagen, dass ein Mitarbeiter, der seit Wochen hauptsächlich damit beschäftigt ist, Pit-Stopesk Winterräder von Pkw 'runterzureißen und Sommerräder 'raufzuprügeln (die, wie an anderer Stelle erwähnt, auch gerne mal bis zu 43Kg/Stück auf die Waage bringen), bestimmt motivierter wäre, wenn er sich für seine alte, italienische Gurke auch Sommerräder leisten könnte...

 

 

 

 

[Aber egal, denn bei diesen Temperaturen quietschen die Winterräder so schön, wenn man sie schnell um enge Kurven treibt...]


26.04.2008 20:23    |    bruno violento    |    Kommentare (0)

Nachtrag zu "Es geht bergauf...":

Natürlich haben nicht die Felgenschlösser 6000,- € gekostet, sondern die M6-Felgen...

Nachtrag zu "...Und wieder bergab":

Wäre alles nicht so schlimm gewesen, wenn nicht das faule zweite Lehrjahr den ganzen Tag Kundenautos überführt hätte, während wir kurz vor der Prüfung stehenden mit Putzen und Radwechseln beschäftigt worden sind...

Unhöflich war auch, dass mein Lieblingskollege Olli, der seinen eigenen, verunfallten E34 Touring nicht in der Werkstatt reparieren durfte, den klapperigen Rover der Tochter des zentralen Einkäufers "so günstig wie möglich hinpfuschen" sollte. Ständig wird von einem Loyalität und Einsatz verlangt. Wir haben nicht das Gefühl, davon etwas zurückzubekommen...

...Einsatz gibt's erst wieder, wenn ich beim Rauchen sitzen darf!


25.04.2008 23:28    |    bruno violento    |    Kommentare (0)

Dass ich heute vier Stunden damit verbracht habe, die Entsorgungsecke aufzuräumen, ist ja noch okay.

 

Dass ich heute "ganz schnell noch" einen Radwechsel machen sollte, weil der Kunde um Eins nen Termin hatte, und dabei feststellen musste, dass das Rad HL Luft verliert und HR abgefahren ist, damit könnte ich leben.

 

Das ich den Grillrost putzen musste (wurde heute das erste Mal benutzt dieses Jahr), damit die GA-Verkäufer ihre Abschiedsparty feiern können, macht nichts.

 

Aber dass der Serviceleiter mir verbietet, während meiner regulären Pause draußen hinter der Werkstatt zu sitzen bei diesem Wetter, das geht zu weit!

Das einzige was mich aufmuntert: Ich werde ihn bei BMW Hamburg überleben, denn er ist dieses Jahr noch weg, ein Glück...


23.04.2008 20:21    |    bruno violento    |    Kommentare (0)

Die Sonne scheint in den Mittagspausen.

Ich erfahre von den Kollegen / Vorgesetzten Anerkennung.

Ich weiß jetzt was eine KE-Jetronic von einer ME-Motronic unterscheidet.

Das zweite Lehrjahr ist aus der Innung zurück und nimmt mir ab, alle 15 Minuten nach vorne zu rennen und Wischerblätter anzubringen (Wozu eigentlich? Regnet doch garnicht...)

Im Moment kann ich mich nicht beschweren, alles soweit in Ordnung.

Trotzdem bin ich noch nicht wirklich auf die Prüfung vorbereitet. Die Zeit rennt mir davon.

 

Heute Morgen habe ich zum ersten Mal einen Übergabe-Check am 135i durchgeführt. Schönes Auto. Obwohl im Grunde alles vom 3-/5-Türer bekannt, fühlt sich der Wagen viel hochwertiger an, ähnlich wie der E92 anders "sitzt" als der E90. Halt wie Kasse und Privat, Business oder Economy, Mallorca oder Mauritius. Optisch ist imo das Heck zwar nicht so gelungen, es sieht irgendwie zu stummellig aus, aber der Rest macht schon was her.

Den Antrieb ausführlich zu testen fehlte mir die Möglichkeit, die übliche kleine "Probefahrt" konnte ich nicht machen, da der Wagen keine Kennzeichen hatte. Was ich aber im Rahmen der mir auf dem Betriebsgelände zur Verfügung stehenden Mittel ausprobieren konnte, hat Appetit auf mehr gemacht - super Anzug, geiler Sound... wie aus dem 135i gewohnt, um den geringen Gewichtsvorteil auszutesten fehlten mir Platz und Skills...

 

Dann hatte ich heute noch einen Kunden, der auf seinem 650i (macht Spaß mit dem neuen Gangwahlschalter) gerne M6-felgen fahren wollte. (Ich habe ihm dann noch empfohlen, dazu einen Satz Felgenschlösser zu erstehen, sonst hätte er wohl nicht so lange Spaß dran gehabt... 6000 Euro!) An sich ja kein Problem. Allerdings war die Reifengröße (255/35 R 19 bzw. 285/35 ZR 19) auf der Plakette in der Fahrertür, die Auskunft über den nötigen Reifenfülldruck gibt, nicht aufgeführt. Blöd, wenn man keinen M6 auf dem Hof stehen hat, in dem man mal eben nachsehen kann... Ich hätte erwartet, im TIS oder KSD oder ASAP oder irgend einem anderen unserer zahlreichen Portale den erforderlichen Druck zu finden, denn imo hat selbst Bosch im universellen ESItronic Angaben zum Druck. War nicht der Fall. Statt dessen der Hinweis, dass Fahrwerksabstimmungen etc. auf die werksseitig verfügbaren Rad/Reifenkombinationen eingestellt sind und BMW empfiehlt, keine anderen Größen aufzuziehen etc... Der Meister hat dann geschätzt.


22.04.2008 21:28    |    bruno violento    |    Kommentare (3)

Warum macht mir mein Beruf jetzt, wo ich in absehbarer Zeit damit aufhöre, wieder Spaß?

 

Warum ist meine schriftliche Gesellenprüfung am 7./8. Mai, die Prüfungsvorbereitung aber am 9. Mai?

 

Warum ist es nicht schnell genug, wenn ich eine Arbeit, für die 80 Minuten angesetzt sind, in 45 Minuten erledige?

 

Warum habe ich den halben Tag am gestern erwähnten X5 einen Fehler gesucht, der nicht vorhanden war?

 

Warum dreht der Anlasser durch bei Zündung ein, wenn das Steuergerät nicht codiert ist?

 

Warum weiß die Dame am Servicecounter nicht, dass man einen Kunden, dem ein Radbolzen fehlt, nicht damit nach Dresden fahren lassen darf?

 

Warum glaubt mir nach drei Jahren Werkstatt keiner, dass ich eine Ölschraube festziehen kann?

 

Warum brauche ich für einen Radwechsel mit Ölwechsel und Bremsentlüftung weniger Zeit als mein Geselle nur für einen Radwechsel?

 

Warum habe ich nicht schon vor Wochen angefangen, für die Prüfung zu lernen?

 

Warum werden in der Prüfung Gemischbildungssysteme abgefragt, die seit Jahrzehnten veraltet sind?

 

Warum müssen diejenigen, die am wenigsten verdienen, zusätzlich zur normalen Arbeit noch aufräumen?

 

Warum wird ebendiese, wenn sie aufräumen, vorgeworfen, dass sie in der Zeit nicht produktiv arbeiten?

 

Warum habe ich diesen Beruf nochmal erlernt?


21.04.2008 21:17    |    bruno violento    |    Kommentare (2)

Nach seiner Schulung in München letzte Woche und meiner vierwöchigen Abwesenheit davor sind mein Geselle und ich heute mal wieder zusammen in der Firma gewesen. Sehr zu seinem Leidwesen hat sich während der letzten Woche keiner der Anwesenden bereiterklärt, seine Diagnose von der Woche davor weiterzuführen, ein X5 4,4 E53, der des Kontakts zu seinem DDE-SG verlustig gegangen ist. Keine Ahnung wo der Fehler liegt, das wird noch richtig Arbeit. Erstmal haben wir uns aber einem E46 mit M43 und seinem defekten KW-Sensor gewidmet.

Wir heißt in dem Fall eigentlich er, denn ich habe nebenbei eine Drosselklappe entschnarrt, ein paar Fehlerspeicher ausgelesen und ein paar Räder gewechselt. Von meinem Gesellen habe ich nicht viel gehabt, außer ein paar seiner Wutanfälle, die ich aus der Entfernung mitgehört habe, weil "man ein voll bescheuertes A****loch aus sch**ß München sein muss, um da unten wo man so sch***e rankommt eine ver****te Innentorx reinzudrehen die ein so be******en langes Gewinnde hat".

Schlimmer war eigentlich nur noch, dass wir heute neue Praktikanten bekommen haben. Die anfänglichen Sicherheitseinweisungen zu Praktikumsbeginn wurden nach dem vor-vorletzten Prakti schon um die Warnung, bloß nicht zu klauen, erweitert. Der hatte nämlich nach seinem achten Tag zwei iPods, vier Handys, eine Sonnenbrille und jede Menge Parkuhrgeld aus den Handschuhfächern der Kundenautos und der Schublade des Blechmeisters in seinem Spind.

Die neuen scheinen teilweise ganz okay zu sein, aber einer amüsiert sich einfach zu gut. Beim Aufräumen hat er einen Pappkarton durch die Gegend getreten. Nicht einmal, wie ich es wohl auch gemacht hätte. Auch nicht zwei mal, wie ich es wohl auch gemacht hätte. Nein, er hat vierzehn bis sechzehn mal nach dem Karton getreten und nach jedem dritten Tritt lautstark bekräftigt, das das lustig ist. Ich wollte ihn ein bisschen auslasten und bat ihn, die Ölfilter-Mülleimer in der Waschhalle mit dem Dampfstrahler zu reinigen. Meine heimliche Hofnung, er würde danach sehr nass sein, hat sich auch bestätigt. Dass seine weißen K-Swiss-Turnschuhe (sahen neu aus, ist soetwas teuer?) danach dalmatinerfarbig aussahen hat ihn aber überraschend wenig gestört, ich konnte ihn garnicht mehr vom Dampfstrahler trennen, und wieder sagte er alle zwei Minuten: Das ist lustig. Einmal sogar zweimal hintereinander. Merkwürdiger Typ. Da muss ich mir wohl noch ein paar erzieherische Maßnahmen einfallen lassen. Für kreative Vorschläge eurerseits habe ich natürlich ein offenes Ohr.

Jedenfalls wird er wohl in den nächsten Tagen nicht nochmal den Dampfstrahler auf seinen Mitpraktikanten richten, denn nach einer kleinen Aussprache, gespickt mit werkstatttypischen Horrorgeschichten ("und daher kommt diese Narbe, da hat sie raufgehalten, und da war überall die Haut weg" / "...und so hat der Kollege eines Klassenkameraden ein Auge verloren ") schien er von der tödlichen Gefahr, die von diesem Gerät ausgeht, überzeugt.

Wer aus der Werkstatt kommt wird das Phänomen kennen: Was immer man Anfasst, um damit rumzuspielen, der Innungsmeister / Lehrer / Geselle etc. hat schonmal erlebt, wie genau mit diesem Werkzeug, Bauteil oder Betriebsmittel jemand getötet, lebensgefährlich verletzt oder ihm zumindest starke Schmerzen zugeführt werden.

Eine kleine Auswahl an Geschichten aus der Lehrwerkstatt der Kfz-Innung Hamburg:

 

>Azubi steht mit dem Rücken zu laufendem Motor, Kühlmittelschlauch platzt, Rücken durchnässt, Azubi merkt erst nichts, zieht sich dann das T-Shirt aus, in dem schon seine Hautschichten kleben

 

>Azubi führt anderem Azubi rektal Fettpresse ein, drückt ab, Darm reißt

 

>selbiges mit Luftpistole, gerne auch in Auge, Nase, Ohr oder anderer Körperöffnung

 

>Azubi verpasst anderem Azubi mit Verteilerkappe Stromschlag, dieser verstirbt aufgrund eines bislang unbekannten angeborenen Herzfehlers

 

>Azubi hält sich an Zahnriemen fest, Meister startet Motor, Hand hängt zwischen Riemen und Riemenscheibe fest, nur die schwache Batterie verhindert schlimmeres (Meister: "Ich sag also: Große Knarre, 16er Nuss zum Zurückdrehen [des Riemens]. Natürlich wusste ich, dass es eine 17er ist, höhö...")

 

>Azubi besprüht rauchenden Azubi mit Bremsenreiniger, dessen Bart brennt, anderer Azubi versucht mit Wasser zu löschen, exotherme Reaktion, rauchender Azubi für immer entstellt

 

Dazu dann meistens der geradezu klassische Satz: "Ja, Ihr lacht, aber ham wer alles hier schon gehabt..."


19.04.2008 01:24    |    bruno violento    |    Kommentare (4)

Heute habe ich den ganzen Tag Wartekunden behandelt. Immer nur Sommerräder aufbauen und ein paar Brems-und Ölservices (Gibt es eigentlich eine deutsche Pluralform von Service? vielleicht Servii? oder Servata?). Da das nicht besonders aufregend ist, wollte ich euch zeigen wie es bei uns in der Fliliale so aussieht. Der semiattraktive Herr in Blau ist übrigens mein Geselle. Das Bild ist vier bis fünf Jahre alt, mittlerweile tragen wir keine Blaumänner mehr, sondern Graumänner.

Das lustige, computerartige Teil hinter dem 7er ist unser DIS-Tester, unser Hauptarbeitsgerät, weil wir beinahe nur Diagnose machen. Für die Nichtfachmänner: Wenn ein Kunde zu uns kommt weil der Wagen einen Leistungsverlust erlitten hat oder der Leerlauf unrund ist oder auch nur die OnBoard-Diagnose-Lampe leuchtet finden wir raus, was kaputt ist und bestenfalls auch wieso.

Das leicht entstellte BMW-Emblem habe ich auf einem Kundenauto gefunden. Fand ich ganz lustig, wenn auch irgendwie befremdlich...


17.04.2008 20:48    |    bruno violento    |    Kommentare (0)

Heute habe ich den ganzen Tag mit einem E36 Compact verbracht, eine versiffte alte Höhle, die die HU nicht überstanden hatte. Habe die komplette Mängelliste abgearbeitet, mit Bremsanlage komplett (hinten Trommel, inkl. Radbremszylinder neu), Räderkastendichtung (da siffen die M43-Motoren fast alle 'raus), diverser Glühlampen, Servoölbehälter und, und und... Lief alles echt gut, aber nach Ewigkeiten war ich endlich fertig und wollte eine abschließende Motorwäsche machen. Als ich das Seitenfenster auf der Fahrerseite schließen wollte, ist dann das Fenster aus der Führung gesprungen. Ich hätte fast geweint. Ist ein bekanntes Problem beim ersten Compact, hatte mein vor-vorletztes Auto auch. Da musste ich es nicht reparieren, weil ich mich mit dem Auto neben der A7 auf die Fahrerseite gelegt habe und die Scheibe dann eh kaputt war. Die normale Vorgehensweise ist, den kompletten Fensterhebemechanismus auszutauschen. Durfte ich ja nicht, denn der Kunde war knapp bei Kasse.

Fast zwei Stunden habe ich gebraucht, die Scheibe wieder in die Führung zu bekommen und den Fensterheber wieder einigermaßen gerade zu biegen, und ich war wirklich erleichtert, als ich dem Dekra-Prüfer zehn Minuten vor Feierabend den Wagen auf die Bühne stellen konnte. Ich habe ihn extra noch ermahnt, auf keinen Fall das Seitenfenster auf der Fahrerseite zu öffnen und mich schon mal seelisch auf den Feierabend vorbereitet. Ich war gerade auf dem Weg zur Stempeluhr, als der Prüfer den Wagen wieder auf meine Bühne gestellt hat - das Fenster natürlich geöffnet. Der Meister hat den Kopf geschüttelt, die Kollegen gelacht und ich musste mich zwingen, nicht laut zu schreien...

Um das ganze abzukürzen, ich habe nicht pünktlich Feierabend gemacht.


16.04.2008 20:26    |    bruno violento    |    Kommentare (4)

Ich hatte heute einen Kunden mit einem E90, Abblendlicht defekt. Leider mit Halogenscheinwerfer. Xenon wäre mir lieber gewesen, denn dann hätte ich einen Auftrag schreiben lassen können, das Auto auf die Bühne nehmen können und wie oben beschrieben den Scheinwerfer ausbauen können, um den Brenner zu wechseln. Aber eine H7-Glühlampe, das gebietet die Berufsehre, die versucht man draußen auf dem Parkplatz zu wechseln... Lange Rede, kurzer Sinn... 25 Minuten habe ich gebraucht, meine Unterarme an jeweils drei Stellen aufgerissen und wundgescheuert an scharfen Metall- und Plastikkanten, mir eine Erkältung aufgesackt und mal wieder kein Trinkgeld bekommen... War nicht schön.

Schön war dagegen, dass ich heute mein Übernahmegespräch hatte. Glücklicherweise kann ich den Monat zwischen dem Ende meiner gewerblichen Ausbildung und meiner Kaufmännischen im Anschluss im Unternehmen überbrücken.

Weniger schön wiederum war, dass ich den Weg von meiner Filiale in Wandsbek zum Hauptbetrieb am Offakamp mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestreiten musste. Mir wurde ein 125d Cabrio zugesagt, aber in letzter Sekunde hat sich ein Kunde zur Probefahrt angemeldet. wäre eine schöne Fahrt gewesen, gerade bei dem Wetter, schade. Aber so bin ich, anstatt einer 20-Min.-Autofahrt hin und zurück drei Stunden unterwegs gewesen - bezahlt natürlich, und zwar bezahlt von euch BMW-Kunden ;)

Ansonsten wieder viel Stress, Reifensaison und so, ich hoffe, mein Geselle kommt bald aus München von der Schulung zurück, dann kann er mir ein bisschen Arbeit abnehmen...

So langsam wird's Zeit, für die Prüfung zu lernen, nicht mal mehr drei Wochen...


15.04.2008 21:36    |    bruno violento    |    Kommentare (0)

So, endlich vorbei der Tag. Bin müde, wieder ein paar Überstunden gerissen, die Reifensaison, ihr wisst schon. Deshalb fasse ich mich kurz. Nur eine kleine Anmerkung:

Die Kunden meckern oft über die Servicewüste Deutschland. Meine nicht. Heute Morgen habe ich einer jungen Dame zwischen Tür und Angel die Fensterkurbel ersetzt, ohne Auftrag, ohne Rechnung. Danach noch eben Luftdruck geprüft, und die Kundin war zufrieden. Hat sich dann noch bei den Neuwagen umgesehen, und als sie mir beim Verlassen des Grundstücks zwanzig Minuten später entgegenkam, hat sie mir fröhlich grinsend zum Anschied zugewunken. Nette Kundin. Ich glaube, die hat danach ihren Kolleginnen nichts von schlechtem Service vorgeheult...

Genau wie der E38-Fahrer, dem ich die Standlichtglühlampe gewechselt habe. Der war von dem Preis (1,38Euro) und dem Gratis-Service so positiv überrascht, dass er noch ein dickes Trinkgeld dagelassen hat.

Schön, wenn man Menschen einen Gefallen tun kann und die es einem danken.


14.04.2008 21:56    |    bruno violento    |    Kommentare (0)

Nachdem ich einen Monat abwesend war (Innung, Urlaub, Schule), war ich heute mal wieder in der Werkstatt. Keine Freude, sag ich euch.

Das letzte, was ich mitte März gemacht habe, war die Reifenecke aufzuräumen. Einen Tag hat mich das gekostet, inklusive Wände, Montiermaschine, Wuchtmaschine und diverse Entsorgungsfässer putzen. Das erste, was mir heute aufgetragen wurde, war die Reifenecke aufzuräumen. Schön, wenn man unentbehrlich ist, aber einer der acht anderen Azubis hätte sich dem Problem in den letzten vier Wochen auch annehmen können.

Der Rest des Tages war tendenziell eher angenehm, wenn auch stressig. Mittagspause fehlanzeige, dafür ein Wartekunde nach dem anderen.

Die Reifensamstage haben wir abgeschafft, der Großteil des Reifengeschäfts sollte über einen Reifenpartner etwas ausserhalb von Hamburg abgewickelt werden. Ich habe eher das Gefühl, der Weg nach Reinbek ist den Kunden zu weit, und so werden die meisten Radsätze in das Tagesgeschäft 'reingedrückt. Die Extra-Verdienstmöglichkeit wurde abgeschafft, dafür haben wir noch mehr Stress zwischendurch. Blöd. Hauptsächlich für mich, denn ein großer Teil der anfallenden Extraarbeit wird von Azubis erledigt... "Mal eben". Hört sich unkompliziert an, aber bei dieser Routinearbeit tut sich jedes Mal der eine oder andere Stolperstein auf... Die meisten der mittlerweile hauptsächlich bei BMW verbauten 17''-Alufelgen gammeln in dem halben Jahr, das sie verbaut sind, an der Radmittenzentrierung der Radnabe fest. Beim 'Runterprügeln ebendieser ist aber Vorsicht gefragt, denn Alufelgen sind teuer, und der eine oder andere unvorsichtige Monteur hat sich dabei schon das Handgelenk gebrochen. Mit einem Kleckser Fett auf der Radnabe kann man dieses Problem meist umgehen, die meisten sind dafür allerdings zu faul...

Wenn das Rad dann unten ist, muss das neue natürlich 'rauf. Bei einem X5 E70 beispielsweise mit serienmäßiger 19''-Runflat-Bereifung (Reifen mit Notlaufeigenschaften) wiegt ein Rad mal eben bis zu 43 Kg. Auch kein Spaß... Dann Luftdruck prüfen, Reifenpannenanzeige initialisieren, Papierkram ausfüllen, einzulagernden Radsatz einscannen und einlagern... Das ganze innerhalb von 35 Minuten. Und wehe der Wartekunde hat noch einen wichtigen Termin, dann schwirren die Serviceassistenten um die Hebebühne, um einen anzutreiben.

Blöd ist auch, dass zwischendurch auch immer wieder Kunden mal eben die Wischerblätter gewechselt haben wollen oder eine Glühlampe ersetzt. Prinzipiell spricht auch garnichts dagegen, für die meisten Kunden macht man das natürlich gerne. Das Problem dabei ist aber, dass es einen immer aus der Konzentration reißt, wenn man seine eigentliche Arbeit abbrechen muss. Mein Geselle beschwert sich schon, dass er mich kaum sieht, weil ich ständig anderweitig beschäftigt bin. Was ich dabei alles nebenbei noch mache, sieht natürlich keiner: Ich halte die Werkstatt und das Betriebsgelände sauber, räume alles hinter den Gesellen her, erledige alle anfallenden Arbeiten, die der Service nicht bezahlt bekommt, warte den Druckluftkompressor, parke Autos um, hisse die Flaggen nach dem Sturm und hol sie ein wenn der nächste kommt... und das alles neben der regulär anfallenden Arbeit.

Heute ist mir noch ein Phänomen aufgefallen: Mein Arbeitstag endet um 16.00Uhr, der meiner Gesellen um 17.30. Dafür muss ich mir ständig dumme Sprüche anhören. Dabei fällt keinem auf, dass ich fünf Tage die Woche arbeite und die Gesellen nur vier - und dass wir somit alle auf 36 Stunden kommen.

Schon komisch so mit der Werkstatt...


11.04.2008 20:25    |    bruno violento    |    Kommentare (0)

School's out for ever...

Der Hard Rock-Klassiker von Alice Cooper dröhnt aus meinem iPod. Ich verlasse die G9, die Staatliche Gewerbeschule Kraftfahrzeugtechnik Hamburg (www.kfz-schule.de). Es ist mein letzter Schultag (wenn auch nicht für immer, aber dazu später mehr...).

In einem Monat werde ich die schriftliche Prüfung ablegen, dann sieht mich dieses triste Gebäude nie wieder.

Ich bin Auszubildender Kfz-Mechatroniker für Personenkraftwagen-Instandsetzungstechnik, und das nicht ohne Stolz. Leider wurde ich in den letzten drei Jahren aber auch immer wieder damit konfrontiert, dass ich den falschen Beruf gewählt habe.

Es ist nicht das Schrauben, das mir keinen Spaß macht, es ist vielmehr das Drumherum. Ich glaube es den älteren Kollegen, wenn sie sagen, unser Beruf hat sich stark gewandelt. Ein Mann, ein Werkzeug... das war einmal.

Aber wenn ich ehrlich bin liegt es nicht an den Umständen, dass es zwischen mir und der Technik kriselt. Ich bin das Problem.

Technisch begabt war ich noch nie. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fächer waren mir ein Gräuel, in der neunten Klasse wurde bei mir Dyskalkulie diagnostiziert, eine Art Legasthenie, aber auf den Bereich der Mathematik bezogen. Während meine späteren Klassenkameraden an Mopeds 'rumgeschraubt haben, habe ich gelesen. Während meine Freunde Toaster und alte Fernseher zerlegt haben, habe ich Toast gegessen und ferngesehen. Kurzum, ich bin mehr so der musisch begabte Typ... ;)

Ich weiß noch genau, wie ich auf die Idee kam, Kfz-Mechatroniker zu werden: Ich habe für meine Mutter ein Regal zusammengebaut und im Fernsehen lief AMS-TV (hieß damals noch so), als mir zum wiederholten Male die ungeliebte Frage gestellt wurde, was mit meiner Zukunft ich zu tun gedenke. Eher halbherzige Versuche, im Verlagswesen fußzufassen oder "irgend was mit Werbung zu machen" waren ins Leere gelaufen, und das Abitur war auch schon den einen oder anderen Monat her. Mir war klar, dass mein Aushilfsjob als Pizzafahrer keine Chance hatte, als Karriere gewertet zu werden, und so habe ich das kombiniert, was mir als das Naheliegendste erschien. Handwerkliche Fertigkeiten (immerhin konnte ich einen Schrank zusammenbauen) + ausgeprägte Liebe zu Automobilen aller Art (Spielzeugautos, Special-Interrest-Zeitschriften, mein Vater hatte mich infiziert) = Kfz-Mechatroniker! Wie hatte ich mich nur so irren können...

In der Berufsschule mutierte ich vom erfolgsverwöhnten Einserschüler im ersten Lehrjahr, nach der ein oder anderen Zwei im Darauffolgenden, zum Mittelmaß, antiproportional zum Schwierigkeitsgrad. Letzte woche dann war es soweit: Meine Note in der ersten Klausur des Lernfelds 10 (Instandhalten von Fahrwerks-und Bremssystemen) war eine 4,5. Zu meiner Entschuldigung muss zwar angemerkt werden, dass ich beínahe den gesamten Schulblock vor dieser Arbeit krankheitsbedingt gefehlt habe, und mir für die Klausurvorbereitung gerade einmal drei Minuten gegönnt wurden, um mich mit dem Unterrichtsmaterial vertraut zu machen, aber dennoch überkam mich wieder dieses längst vergessen geglaubte Gefühl, genau wie wenn man im Physik-Grundkurs eine Fünf zurückbekommt.

Heute haben wir dann die zweite Arbeit zum Thema geschrieben, und ich habe den Karren wieder aus dem Dreck gezogen. Aufbau und Funktion des Tandem-Hauptbremszylinders, des ABS, des ASR, des ESP, der MSR... Alles hab ich gewusst, und ich hoffe, das es im Zeugnis zu einer Drei reicht. Im Lernfeld 12 (CAN-Bus) wird es wohl eine Zwei, und in Wirtschaft und Gesellschaft, Fachenglisch sowie Sprache und Kommunikation bin ich seit jeher Klassenbester - was meine Einschatzung, den falschen Beruf gewählt zu haben, ebenfalls bestätigt.

Das war also mein letzter Schultag. Die schriftliche Prüfung anfang Mai bereitet mir schon seit Wochen schlaflose Nächte. Ich will einfach nur bestehen, und wenn es eine Drei wird, die Hauptsache ist, dass ich die Lehre abschließe. Schließlich muss ich mich mit meinem Abschlusszeugnis nicht bewerben, der Vertrag für die nächste Ausbildung ist schon unterschrieben. Am 01.08.08 geht sie los, diesmal werde ich Automobilkaufmann. Wieder bei BMW Hamburg. Diesmal ist es das richtige, ganz bestimmt. Und dann geht's auch wieder in die Berufsschule...


Blogempfehlung

Mein Blog hat am 31.05.2008 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Das bin ich!

bruno violento bruno violento

BMW Fanboy.

BMW

Vor 15 Jahren beschloss ich, mein Hobby zum Beruf zu machen und mich in Vollzeit mit Autos zu beschäftigen. Nach den Berufsausbildungen zum KFZ-Mechatroniker und Automobilkaufmann verkaufte ich 5 Jahre lang Zubehör für BMW und MINI Automobile. Seit vier Jahren arbeite ich als BMW Genius und teile meine Begeisterung für die Marke BMW.

Das mach ich hier:

WIEDER DA -Nach fünf Jahren Pause gibt es wieder viel Neues zu berichten! Ich liebe Autos. Zum Glück erlaubt mir mein Beruf, mich den ganzen Tag mit ihnen zu beschäftigen. Hier könnt Ihr mich bei den spannendsten Erlebnissen aus 15 Jahren mit den Marken BMW und MINI begleiten.

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