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07.10.2010 18:06    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (1.261)    |   Stichworte: MOTOR-TALK, StVO, Umfrage, Winter, Winterreifen, Winterreifenpflicht

Was hältst Du von einer generellen Winterreifenpflicht?

Winterreifenpflicht - ja oder nein?Winterreifenpflicht - ja oder nein?Bundesverkehrsminister Ramsauer will noch vor Einbruch des Winters eine Winterreifenpflicht einführen. In der StVO soll dazu beschrieben werden, was Winterstraßenverhältnisse sind und wie Winterreifen definiert werden. So könne als Definition für „Winterstraßenverhältnisse“ gelten, ob Schnee oder Matsch, bzw. eine Schnee- oder Eisdecke auf den Straßen vorhanden ist. Zu „Winterreifen“ könne man solche Reifen zählen, die mit bestimmten Symbolen – eine Schneeflocke beispielsweise oder die Kennzeichnung „M+S“ für Matsch und Schnee – versehen sind. Doch ist das technische Definition genug? Verursacht ist das plötzliche Handeln des Verkehrsministers durch einen Beschluss des Oberlandesgerichts Oldenburg im Sommer, wonach die bisherige Vorschrift zu Winterbereifung in der StVO zu ungenau - also nicht verfassungskonform - ist. Nun gibt es genügend Argumente für und auch gegen die Winterreifenpflicht. Grundsätzlich muss ein Maximum an Sicherheit auf winterlichen Straßen gewährleistet werden. Ist dazu eine generelle Winterreifenpflicht erforderlich? Was meinst Du?


22.12.2010 22:48    |    gromi

und?


22.12.2010 22:56    |    meehster

Genau: Und?


22.12.2010 23:14    |    wo|ve

@ Tim

 

Das EU-Geschreibsel, auf das du dich beziehst, lässt sich lediglich darüber aus, was einen M+S vom gewöhnlichen Sommerreifen unterscheidet - und da wird nur auf das Verhältnis von Profilblöcken zu Profilrillen und den damit verbundenen Zweck eingegangen.

Es wird nirgendwo geschrieben, dass ein M+S "weicher" (höherer Silicat-Anteil) sein muss als ein Sommerreifen, wie es beim "echten" Winterreifen der Fall ist. Ob der jeweilige Hersteller nun tatsächlich, und in welchem Maße, den Silicat-Anteil bei seinen M+S erhöht, liegt nur daran, inwieweit der Hersteller seinen M+S eine bessere Allwettertauglichkeit geben möchte.

 

Wenn man einen SR, einen Allwetter (M+S) und einen echten Winterreifen (M+S) nebeneinanderstellt, und sich die jeweiligen Profil-"Designs" etwas genauer anschaut, wird man leicht die spezifischen Merkmale erkennen können.

 

Ein guter Allwetterreifen ist bei den aktuellen Straßenverhältnissen einem reinen SR sicherlich überlegen, aber dennoch ziemlich weit von den besonderen Eigenschaften eines echten Winterreifens entfernt.

 

*** Komme mir langsam echt vor wie eine Ansage-Dauerschleife ***

 

BTW wurde heute Morgen im Radio (SWR3 o.ä.) kurz eine Statistik bekannt gegeben.

Bei der Polizei sind aktuell etwa 800 Unfälle bei winterlichen Straßenverhältnissen dokumentiert - und nur 13 der involvierten Fahrzeuge waren sommerbereift....


23.12.2010 10:06    |    Claudio007

Hallo Leute,

wenn man hier die Antworten rauf und runter liest, geht es ja nicht darum wer recht hat, man liest eindeutig, dass jeder seinen gesunden Menschenverstand einsetzt, um heile durch den Winter zu kommen. Ich habe zwei Autos und auf beiden Winterreifen. Ich persönlich möchte auch nicht wegen fahrlässigen Verhaltens mir und anderen gegenüber (im schlimmsten Fall vor Gericht) eines besseren belehrt werden.

 

Denn was seit dem 04.12.2010 beschlossen wurde, dass es teurer geworden ist, wenn man nicht die entsprechende Bereifung hat, ich denke das wissen wir alle schon.

http://www.winterreifenpflicht.de/?...

 

(In meiner zweiten Heimat Brasilien habe ich dieses Problem nicht, wobei es ja kein Problem ist)

 

 

Trotzdem allen eine Knitterfreie Fahrt ;)


27.12.2010 09:11    |    Kungel

Nachdem dieser Winter uns Autofahrern ganz schön " einheizt ", dürfte wohl dem letzten Winterreifenmuffel klar geworden sein, welche Reifen aufs Auto gehören. Winterreifen können keine physikalischen Gesetze aufheben und sind deshalb auch kein Freibrief zum Rasen. Es ist wohl keine Unterstellung, wenn gerade die größten Gegner einer Winterreifenpflicht aus den nördlichen Landesteilen kommen. Gerade viele Oberschlaue, welche sich die Kosten für der Jahreszeit angemessene Reifen sparen wollen hat es am meisten erwischt. Noch ist der " Klimawandel " nicht soweit fortgeschritten, als dass man auch im Winter sorglos mit Sommerreifen fahren kann. Zu den vielen LKW- Unfällen sei noch gesagt, dass es ein Irrsinn ist, nur auf der Antriebsachse Winterreifen zu montieren. Wenn auf den vorderen Reifen z.T. abgefahrene Sommerreifen montiert sind, hat ein LKW keinen ausreichenden " Grip ", d.h. das Fahrzeug schlittert unweigerlich von der Straße. Wieviele Unfälle müssen noch passieren, bis es den letzten " Experten " dämmert, dass auf " alle " Räder die gleichen Reifen gehören. Dies bekommt man schon als Fahrschüler eingetrichtert.

Aber ein Sprichwort sagt: Wer nicht hören will, muß fühlen :

Scheinbar haben viele Reifenmuffel das meiste Gefühl nur in der Geldbörse.


27.12.2010 09:22    |    Helge_Nielsen

Mein Nachbar fährt Mercedes. - Ohne Winterreifen versteht sich.

Das muß er ja nicht.

Denn 1. war er bei der Polizei. Aufkleber der Poilizeigewerkschaft an der Windschutzscheibe.

Und wer Mercedes fährt, braucht solches nicht.

Und wie ich überhaupt darauf käme ihn anzusprechen.

Er wohne doch schon viel länger hier als ich.

Wohlmöglich sei ich es gewesen, der ihn bei den Ex-Kollegen habe anschwärzen wollen.

(bestimmt nicht)

Und ich könne ja als Wiedergutmachung den Schnee bei ihm mit räumen (lassen)....


27.12.2010 09:37    |    Michael Gehrt

Polizeigewerkschaftsaufkleber auf der Scheibe bedeutet noch lange nicht, daß er bei der Polizei arbeitet. Ich hatte vor einigen Jahren zig von den Dingern bei mir herumfliegen.


27.12.2010 10:19    |    Tim61

Kungel, der Klimawandel wird bestimmt nicht dafür sorgen, dass in der nächsten Zeit der Winter wärmer wird. Im Gegenteil.

 

Hat ein LKW vorne den Sommerreifen den er fahren darf drauf (Profil) hat er auch im Winter ausreichend "Grip". Momentan gibt es jedenfalls keine Lösung den Grip dort zu vergrößern, ausser über das Profil. Bei der Antriebsachse sieht das anders aus, da führst du Drehmoment ein, da kannst du eine gewisse Intelligenz in den Reifen reinkonstruieren.

 

Also bitte, nur Dinge behaupten, von denen man Ahnung hat und nicht irgendwo von einem Möchtegern Profi aufgefangen hat.


27.12.2010 15:00    |    wo|ve

@ Kungel

 

Was die Aussage in deinem Post betrifft, bin ich (fast komplett) recht nahe bei dir.

Physikalisch betrachtet, hat auch das "Wunderding" Winterreifen seine Grenzen, die sich nicht einmal so gravierend von einem herkömmlichen Sommerreifen unterscheiden. Daher unterstelle ich (abweichend zu dir), dass die aktuellen Unfälle eher darauf zurück zu führen sind, dass geglaubt wird, gerade das Vorhandensein von Winterreifen würde alle Probleme bei winterlichen Straßenzuständen lösen.

 

Dein angeführter "Grip" wird ebenfalls recht geistarm aufgenommen...

Dass dieser auch relevant ist, wenn es neben dem Verzögern auch ums Einlenken geht, wird oftmals nicht ausreichend bedacht.

Haftreibung und Seitenführungskräfte sind schließlich nur für Lernerfolgskontrollen an Schulen interessant ;)

 

Für den reinen Vortrieb sind richtigerweise nur die angetriebenen Komponenten von Bedeutung.

Muss ein verordnungskonform bereifter LKw jedoch bei verminderter Haftreibung einlenken, wird er im schlimmsten Fall seine Reise in der Richtung der ursprünglichen Kraftrichtung mit der ebenfalls ursprünglichen Energie fortsetzen, wenn die gelenkten Vorderreifen nicht ausreichend "Grip" für eine Änderung des Vektors (vereinfacht ausgedrückt) haben.

 

Ein ähnliches Szenario gilt beim Verzögern.

Hier ist die höhere Haftreibung der angetriebenen Achse nicht zwingend positiver Natur.

Bedenkt man die Möglichkeit, dass die nichtangetriebenen Achsen bereits blockieren, während die M+S-bereifte Antiebsachse noch schiebt (eventuelle Schleppmomente), könnte das Fahrzeug ungelenkt über die Vorderachse schieben. Besonders bei teilbeladenen Flüssigtransporten kann der Auflieger ein schwer vorauszusehendes Eigenleben entwickeln, wenn sich dessen Massenträgheit in n-beliebige Richtungen in Bewegung setzt.

 

Die Frage der richtigen Reifenwahl (an allen Achsen) stellt sich also nicht nur an der nächsten Steigung...

Und reale Physik ist nicht proportional käuflich ;)

 

Letztlich entscheidend ist eine angepasste Fahrweise, und die vermisse ich mit Erstaunen oftmals.

Der Rest ist eine gute Portion Übung und auch mal der Entschluss, das Auto stehen zu lassen.

 

Grüße,

wo|ve


27.12.2010 15:47    |    Tim61

soso, deine zig Truckerjahre merkt man im Text. Die Reifen beim LKW sind ein Kompromiss. Sie müssen lange halten und wenig Sprit verbrauchen. Gleichzeitig müssen sie hohen Druck aufbauen können, aber breit genug und steif sein um Seitenhalt zu geben. Damit fallen Silikatmischungen weg und genauso Haftlamellen die eh nur bei Drehmoment wirken. Wenn du einen Truck abbremst geht der nicht vorne runter, wenn er voll beladen ist, sondern eher hinten, dort wo meistens die Antriebsachsen sind. Ist wie beim Traktor. Wenn die VRs nicht Wasser verdrängen müssten, wären Riefen vorne das Beste. Wenn ein LKW einen Unfall baust rutscht die Vorderachse nur weg, weil die Hinterräder wegrutschen und das Lenken vorne zur Pharse machen. Könntest du die Vorderachse antreiben, dann bringt dir das einen kleinen Vorteil. Oder du konstruierst den Truck wie Colani um, so dass der Auflieger auf der vorderen Motorhaube aufliegt.

 

Normale Kasten rutschen vorne, nur wenn sie kein Profil mehr haben. Auch hier helfen Lamllen nur bei Antrieb. Und weicheres Gummi macht die notwenidige Seitensteifigkeit kaputt, das Gummi rutsch erst recht übern Schnee.


27.12.2010 21:21    |    wo|ve

Ein Mehr an Erfahrung bedeutet nicht automatisch ein proportional größeres Fachwissen ;)

 

Bleibe du einfach bei deiner Meinung, dass ein M+S pauschal ein Winterreifen ist.

 

Ich habe da meine eigenen Theorien, und deine bereiten mir keineswegs schlaflose Nächte...


27.12.2010 21:33    |    Tim61

und wenn der VR eines LKWs eine Schneeflocke hätte, besser bremsen tut er dadurch kaum.


28.12.2010 17:36    |    wo|ve

@ Tim

Dass er kaum besser bremsen würde, bedeutet nicht, dass er nicht besser bremsen würde.

In meinen Augen ist die Formulierung mit der angetriebenen Achse nur das Resultat von guter Lobby-Arbeit.

Meiner Meinung nach gehören besonders beim LKw alle Achsen mit (zumindest) wintertauglichen Pneus ausgestattet, weil sich schlecht verzögerte 40 Tonnen im Kofferraum eines PKw einfach nicht gut machen!

In einer situativen Betrachtung der ausschlaggebenden Haftreibung, ist es einem Standardreifen völlig einerlei, ob er gerade beschleunigt, oder verzögert. Egal ob PKw oder LKw! Und hier zählt beim echten Winterreifen neben der geeigneten Gummimischung alleine die "Länge" der effektiven Verzahnungskante. Da kann man versuchen schönzuschreiben wie man will. Es bleibt trotzdem ein Unterschied, ob beim Schlepper mit Auflieger vier oder zwölf Reifen ausreichend Haftreibung für die Verzögerung erzeugen.

Gesetze der Physik haben eben nichts mit einer unternehmerisch notwendigen Kostenbegrenzung gemeinsam.

 

Dennoch, bin ich grundsätzlich ein Befürworter des Güterfernverkehrs - sogar auf der Straße. Weil anders könnte unsere (Konsum-)Gesellschaft derzeit überhaupt nicht funktionieren!

 

@ all

Hier aber nochmal zur bildhaften Veranschaulichung, dass M+S nicht zwangsläufig Winterreifen, und schon gar nicht pauschal wintertauglich bedeutet.

 

Ich bleibe dabei: die Neuregelung hat zwar die Witterungsumstände klarer definiert, aber sich nicht hinreichend darüber ausgelassen, welche technischen Anforderungen an einen wintertauglichen Reifen gestellt werden. Die Forderung "M+S" ist schlichtweg ungenügend!

Von einer zeitlichen Festlegung zur "Winterreifenpflicht" wurde abgesehen, was ich ob der regionalen Witterungsunterschiede befürworte. Alles weitere wird schließlich schon in anderen Paragrafen zu Tode reglementiert...

 

Grüße,

wo|ve


28.12.2010 18:01    |    Tim61

Mach Lamellen an einen nicht angetriebenen Winterreifen für LKWs und die Karre rutscht dir weg wie bei SRs. Ist Physik, einfach angewandt.


28.12.2010 18:53    |    wo|ve

Ja nee, is klar...

Wahrscheinlich gibst du auch kräftig Gas, um einen schlingernden Anhänger wieder "gerade zu ziehen"?

Wird ja immer abenteuerlicher - da warte ich doch nur noch auf qualifizierte Fachsimpeleien, ob nun schmälere oder breitere Winterreifen besser geeignet sind.

 

Ich klinke mich nun aus unserem hiesigen Privatdialog aus, bevor mein naturwissenschaftliches Weltbild ernsthaften Schaden nimmt.


28.12.2010 19:21    |    xRenox

:D

 

@wove: Lass es halt sein, es geht hier doch sowieso seit 20 Seiten nur noch um Rechthaberei und sich profilieren wollen.


28.12.2010 19:57    |    meehster

Zitat:

Original geschreibt von wo|ve

Bleibe du einfach bei deiner Meinung, dass ein M+S pauschal ein Winterreifen ist.

So steht es nun mal im Gesetz. Deutsche sind eben etwas obrigkeitshöriger.


28.12.2010 20:28    |    olli27721

Zitat:

Deutsche sind eben etwas obrigkeitshöriger.

-

 

Zum Glück nicht alle.

 

Ein klein wenig Vernunft und Verantwortungsbewusstsein bringt einen sehr viel weiter als jedes Gesetz.


28.12.2010 20:38    |    meehster

Richtig, nicht alle. Auch ansonsten gebe ich Dir Recht, Olli


28.12.2010 21:25    |    Tim61

wove, mit nem Ferrari gebe ich Gas, mit nem Gogo bremse ich, aber nur wenn der Anhänger eine Bremse hat. Ich schliesse mich der Meinung Meehsters an. Mir reicht eine Basis als Gesetz, den Rest mache ich aus Eigenverantwortung.


29.12.2010 15:56    |    wo|ve

@ xRenox

 

Jepp, deshalb ist mein Dialog mit Tim für mich auch beendet.

Wenn er meint, dass er es besser weiß, soll er damit glücklich werden.

Nur halte ich es für sehr gefährlich, wenn solch Halbwissen in einschlägigen Foren als letzte Wahrheit propagiert wird.

Als gäbe es nicht schon genügend Schwadronieren in den Medien, welches jeglicher technischen Grundlage entbehrt...

 

@ meehster

 

Mir ist die Ironie deiner Zeile nicht entgangen ;)

 

@ olli

 

Richtig, zum Glück nicht alle! Bekenne mich offen zum Ungehorsam ;)

Und neben Vernunft und Verantwortungsbewusstsein sollte auch etwas "Hirn" nicht fehlen.

 

 

Werde es abwarten, bis mir der erste Oberschlaumeier ins Blech rasselt, der "weiß", dass sein lamellenloser M+S-Pseudowinterreifen daran nicht Schuld sein kann...

 

 

Wünsche euch eine knitterfreie Zeit,

wo|ve


29.12.2010 23:42    |    meehster

Zitat:

Original geschrieben von wo|ve

@ meehster

 

Mir ist die Ironie deiner Zeile nicht entgangen

Freut mich :)

Ist leider nicht selbstverständlich.

 

 

Zitat:

Original geschrieben von wo|ve

Werde es abwarten, bis mir der erste Oberschlaumeier ins Blech rasselt, der "weiß", dass sein lamellenloser M+S-Pseudowinterreifen daran nicht Schuld sein kann...

Ist er ja auch nicht. Schuld ist bei so etwas immer der Fahrer, der in diesem Fall zu schnell unterwegs war.


30.12.2010 13:14    |    oldgebbi

Hallo,

ich bin auch für eindeutige Termine für Winterreifen, aber für alle Fahrzeuge.

Neue Regeln für Brummis (Schneeketten, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Überholverbot).

Und einmal eindeutige Gesetze von unseren Politikern. Was sie bis jetzt abgeliefert

ist eher ein Skandal!!!!

 

oldgebbi:rolleyes:


30.12.2010 14:07    |    Michael Gehrt

Termine ? So ein Schwachsinn! Du willst also im Zweifelsfalle bei 20 Grad im April mit Winterreifen herumfahren aber bei +5 Grad und Schnee im September (hats auch schon gegeben) mit Sommerreifen ? Sag mal wie beschränkt muß man eigentlich sein, wenn man nicht entscheiden kann, daß das Wetter angemessen ist oder nicht. Und wer bei so einem Wetter (egal welcher Tag es im Jahr ist) mit Sommerreifen erwischt wird, darf zahlen.

 

Dann die Festlegung auf fixe Termine fordern, nach denen sich weder das Frühlings- oder gar Sommerwetter noch das Winterwetter richten ? So einen selten großen Blödsinn habe ich noch lange nicht gelesen. Erst recht, wo sich das Wetter selbst in Deutschland vollkommen unterschiedlich entwickelt. Wenns im Flachland bereits 20 Grad Plus sind, kann es im tiefsten Bayern noch bei +2 Grad schneien.


30.12.2010 15:13    |    Helge_Nielsen

@Michael Gehrt "Wenns im Flachland bereits 20 Grad Plus sind, kann es im tiefsten Bayern noch bei +2 Grad schneien."

 

Also immer schnell eine Anzeige schreiben und der Sünder, der bei 20° Celsius losfuhr, muß zahlen?

Was ist das denn für ein Blödsinn?


30.12.2010 15:18    |    Michael Gehrt

Nein. Gerade davon rede ich ja. Keine fixen Daten und kein Abstrafen weils gerade mal so ist. Wenn ich aber weiß und im Wetterbericht kommt es, daß in meinem Zielgebiet, wo ich hinfahren will auf absehbare Zeit winterliches Wetter herrscht, fahre ich dorthin mit entsprechender Bereifung (Winterreifen). Schon aus eigenem Interesse. So einfach ist das. Fahre ich aber nur im Flachland herum und es sind sommerliche Temperaturen behalte ich die Sommersemmeln natürlich drauf. Aber zu fordern, daß man an fixen Daten die Winterreifen draufzuschnallen hat (egal was das Wetter denn nun sagt) ist genauso großer hanebüchener Blödsinn, wie jemanden bestrafen zu wollen, der bei 20 Grad Plus mit Sommerreifen fährt. Das Datum ist egal, weil sich das Wetter immer weniger nach den fixen Daten richtet.

 

Und wie Du jemanden bestrafen willst, der bei 20 Grad mit Sommerreifen losfährt ist mir auch unklar. Du weißt ja gar nicht, wohin der will und ob er dort, wo er entlangfährt überhaupt Winterreifen braucht. Wenns ihn dann aber zum Beispiel im Bayrischen Raum bei Winterwetter und einer Kontrolle erwischt, daß er Sommerreifen drauf hat, ist das dann eigene Dummheit. Dafür gibts entsprechende Wetterberichte und Vorhersagen, nach denen man seine Reisen einigermaßen planen kann.

 

Es muß doch in Deutschland langsam mal möglich sein, daß die Bevölkerung ihren Rest-IQ zusammennimmt und eigenverantwortlich entscheidet, ob die Bereifung nun dem Wetter angepaßt ist oder nicht. Sonst brauchen wir alle noch eine Anleitung für auf den Lokus gehen oder was ?


30.12.2010 15:23    |    meehster

Ich stelle mir das grad vor: Ich brate am Strand im Bikini in der Sonne, mir fällt zwischendurch ein, daß ich zu wenig zu trinken für die Hitze dabeihabe und unterwegs zum Supermarkt werde ich verknackt, weil ich nicht mit Winterreifen unterwegs bin. Das ist die Krux bei einer datumsabhängigen Pflicht.


30.12.2010 15:29    |    Michael Gehrt

@Meehster: Genauso ist es. Das ist vollkommene geistige Diarroe in Potenz. So viel Intelligenz sollte einem Autofahrer schon zugestanden werden, daß er erkennen kann ob er Winterreifen auf seiner geplanten Fahrstrecke benötigt.

 

Beispiel Winterurlaub: Ich fahre bei mir zu Hause bei 17 oder gar 20 Grad Plus im März los (annehmbares Szenario), über einen der zig noch verschneiten Alpenpässe ins ebenfalls verschneite Skigebiet (egal ob Österreich, Schweiz, Italien oder weiß der Teufel). Da käme ich trotz einem heimatlichen Temperaturfenster für Sommerreifen im Heimatort nie auf die Idee mit Sommerreifen loszufahren. Anders jedoch wenn ich mit meinem Auto in meinem Areal verbleiben würde, wäre es dann sinnfrei, die Winterreifen abzuradieren. Das nennt man dann situative Entscheidung.


30.12.2010 16:56    |    Kungel

Nachdem ich viele Meinungen zu dem Thema gelesen habe, komme ich um eine Feststellung nicht herum.

Wenn man die Berichte in den letzten Tagen im Fernsehen ansah, war der Hauptauslöser für Unfälle falsche Reifen und nicht angepasste Fahrweise, d.h. zu schnelles Fahren. Kein noch so guter Winterreifen kann das erforderliche Hirn bei manchen Autofahrern für schlechte Straßenverhältnisse ersetzen. Wenn durch Eigenverschulden nur der Verursacher betroffen ist, kann man dies als gerechte Strafe ansehen. Schlimm ist es aber, wenn Unschuldige für die Fehler von solchen Leuten verletzt werden, oder gar ums Leben kommen.

Ich will niemand belehren, sondern nur darauf hinweisen, welche Folgen durch unnötige Fehler entstehen können.

Es wird kaum jemand auf die Idee kommen im Hochsommer Winterreifen zu fahren. Genauso unverständlich ist es, in der kalten Jahreszeit mit z.T. abgefahrenen Sommerreifen andere Menschen zu gefährden.

 

MFG Kungel


30.12.2010 20:13    |    Gerrit-Jan

mit der Winterreifenpflicht gibt es nach neiner jetzt ein sehr großes Problem

wo zu der Gestztgeber schweigt und sich aus der Veranwortung zieht

bei Ebay werden Winterreifen bis im Alter von 8 bis 9 Jahren !!!!! und dazu billig Reifen die garnichts taugen und sogar schlechter sind als Sommerreifen zu wucherpreisen verkauft und anschliessend gefahren

ich bin der Meinung auf Deutschland's Straßen geht es derzeit Lebensgefährlich zu


30.12.2010 22:51    |    Reachstacker

Zitat:

BTW wurde heute Morgen im Radio (SWR3 o.ä.) kurz eine Statistik bekannt gegeben.

 

Bei der Polizei sind aktuell etwa 800 Unfälle bei winterlichen Straßenverhältnissen dokumentiert - und nur 13 der involvierten Fahrzeuge waren sommerbereift....

Rein statistisch gesehen gehören WR dann im Winter strengstens verboten!!! :D

 

Immerhin hätte man dann 787 Unfälle 'gespart'. ;)

 

Ihr dreht euch eh alle im Kreis rum, weniger Staat, mehr Bürgerverantwortung sage ich. Am sichersten wäre es allemal im Winter den Verkehr zu verbieten wenn ihr den Staat für jeden Mist zuständig haben wollt. :p

 

PS: das wäre auch billiger. ;)


30.12.2010 23:54    |    wo|ve

@ Reachstacker

Zitat:

[...]Am sichersten wäre es allemal im Winter den Verkehr zu verbieten[...]

Wobei - statistisch gesehen - zu dieser Jahreszeit weniger tödliche Unfälle passieren, als im restlichen Jahr.

Spitzenmonat ist der Juli (2010), und das wird wohl kaum an der falschen Bereifung liegen.

 

Ansonsten bin ich der selben Meinung wie du, dass weniger Bevormundung und mehr Eigenverantwortung der Gesellschaft besser täte.

 

Grüße,

wo|ve


31.12.2010 13:18    |    oldgebbi

Hallo , man sieht bei allen Kommentaren wie weit die Eigenverantwortung und die Vernunft geht.

Erleben kann man die sogenannte Vernunft jeden Tag auf allen Autobahnen, es knallt auf jeder

Strecke teilweise im Minutentakt. Es meistens ein Kampf in Meter und Sekunden von vielen möchtegern

Schumis. Winterreifen sind nur ein Punkt im winterlichen fahren, keiner setzt die Physik außer kraft.

Heute hing wieder mir wieder einer bei 80 km/h mit 5m Abstand dran???

So das war mein letztes Wort zu diesem Thema.

 

Oldgebbi


02.01.2011 19:01    |    Tim61

den größten Witz finde ich, dass viele meinen, jetzt habe ich Winterreifen drauf und kann wieder heizen als gäb es keinen Winter. Wenn ich bei -5grd einen auf der Bahn mit 200km/h sehe, wird's mir anders. Sollte man einen Idiotentest nicht direkt nach Erhalt des Führerscheins machen?

 

Ich war jetzt über Weihnachten und Neujahr in Finnland. Die schleichen vorsichtig durch den Schnee und über die festgefahrene Schneedecke. Unfälle habe ich nirgends gesehen. Auch keine Aggressionen. Es geht halt alles etwas gemütlicher und freundlicher. Und vorwärts kommt man auch.

 

Unser Reichtum ist die Ruhe, hörte ich. Wir Deutschen sind verdammt arm.


02.01.2011 19:09    |    olli27721

Zitat:

Unser Reichtum ist die Ruhe, hörte ich. Wir Deutschen sind verdammt arm.

-

 

Das lass ich mal so stehen.

 

Mir sind i.d.R. Aggressionen fremd.

 

Bis auf letzte Woche nach Worpswede - Landstrasse frei und dann mit 60 dahinschleichen.

 

Da ist mir dann auch das Überholverbot egal - Traktoren kann man ja :D


02.01.2011 19:53    |    meehster

Bei richtiger Kälte (zweistellig negative Celsiusse) wird es nicht mehr glatt, wenn geräumt ist. Die Gefahr besteht hauptsächlich nah dem Gefrierpunkt.

 

Deswegen bin ich inzwischen vorletztes Jahr im Januar bei ca. -20°C auch problemlos mit Vollgas auf der Autobahn unterwegs gewesen.


02.01.2011 20:23    |    Tim61

Pfütze, Dehnstreifen, Glatteis, weg. Und wenn es nur einer ist der sich sagt, uih ist es kalt, fahr langsam. Alles Dinge mit denen man rechnen muss.

 

Woher hast du denn den Mist mit nicht mehr glatt werden?


03.01.2011 01:25    |    Reachstacker

Zitat:

wo|ve:

Wobei - statistisch gesehen - zu dieser Jahreszeit weniger tödliche Unfälle passieren, als im restlichen Jahr.

Spitzenmonat ist der Juli (2010), und das wird wohl kaum an der falschen Bereifung liegen.

Was dann wieder zeigt wie Schlagzeilen und Sensationelles Gehabe uns als Gesellschaft oft in die falsche Richtung führen wenn es zur Lösung von Problemen kommt...

 

-------------------------

 

@ Tim61

 

bei -20 gibt es in dem Sinne kein 'Glatteis' mehr das heisst aber nicht das alles trocken und 'rauh' ist wie trockener Beton. Der Glatteiseffekt kommt ja davon das sich unter Druck zwischen Reifen und Eis eine Wasserschicht bildet. Aber etwas Sonne auch bei Minus Temperaturen und das ist alles recht unberechenbar. Ice Road Truckers z.B. fahren nur 20km/h aber das hat andere Gründe. Traction haben die auf dem Eis satt (bei -40)

 

All das ist aber nicht mit Deutschen Wetter und Strassen vergleichbar, nicht mal mit Finnland oder Schweden. ;)

 

Mir ist Ankommen wichtiger als Angeben. :D

 

 

Gruss, Pete


03.01.2011 02:12    |    meehster

Ich bin zwar von einer anderen Seite herangegangen, aber so geht es auch.

 

Die Sache, die ich meinte, ist die, daß deutlich unterhalb des Gefrierpunktes kein Glatteis mehr entsteht, wenn keine Niederschläge kommen, einfach weil keine nennenswerte Luftfeuchte mehr da ist.

 

Der wirklich gefährliche Bereich ist der rund um den Gefrierpunkt, also leichte Plusgrade bis ca. -5°C und wenn das etwas runterkommt, eventuell anschmilzt und wieder gefriert oder Schnee vom Seitenstreifen schmilzt und wieder gefriert.

 

Bei trockener Kälte von -20°C ist davon keine Rede mehr und so war es auch kein Problem, für die Fahrt von Delmenhorst nach Bayern und zurück das Auto auf Sommerreifen zu nehmen und das auf Winterreifen zu Hause zu lassen.


03.01.2011 02:33    |    Reachstacker

Hallo Meehster

 

Da hast Du im grossen ganzen Recht. :)

 

Bin auch für ne Firma von Wisconsin gefahren (für Unbedarfte: das ist in der Nähe von Canada) die kennen Winter auch ganz gut. ;) Um für die zu fahren musste man einen Tag aufs 'skidpad'. Fahrlehrer, ausgetrickster Sattelzug, grosser Betonplatz, spezielles Seifenwasser und los gings. :D

 

Tempo Limit: 50, Hilfsrahmen damit man sich nicht mit dem Auflieger zerquetschen konnte (Winkelbegrenzer) und der Fahrlehrer hatte ne Kontrollschachtel mit der er jedes Rad blockieren konnte. :eek:

 

Da wusste man hinterher auf jeden Fall mehr als vorher. ;)

 

Der Auftrag:

 

a. Nicht in die Situation kommen

b. aus der {brenzligen} Situation wieder rauskommen (Fahrzeug wieder unter Kontrolle kriegen.)

Hat mir später mehrere male sehr geholfen, in den Eis/Schneewüsten von Minnesota und Iowa. :D

 

 

Gruss, Pete

 

 

PS: der Wichtigste Trick: Kupplung treten und Fuss von der Bremse lassen bis man wieder Kontrolle hat. (US Army approved)


Deine Antwort auf "Was hältst Du von einer generellen Winterreifenpflicht?"