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06.02.2017 21:05    |    ElHeineken    |    Kommentare (43)    |   Stichworte: Container, Export, Honda, Import, Japan, NA1, NSX

Wie versprochen weiter im Programm "Import/Export".

 

Das Verladeterminal für den NSX liegt mitten im Industriegebiet von Kawasaki und grenzt direkt an ein großes Altmetall-Lager. Das stellt man lieber sicher, dass man den Wagen an der richtigen Stelle abgibt .. :D

 

Der NSX wartete nun darauf in seinen Container verladen zu werden. Etwa zwei Wochen Zeit haben sie sich dafür gelassen aber besser langsam und sorgfältig als anders herum.

 

Der Unterboden, die Felgen, das Äußere und Innere wurden sorgfältig abgelichtet. Das ist wichtig sollte es zu einem Versicherungsfall kommen.

 

Trotz Hinweis haben sie beim Verladen leider keine Fotos vom Auto im Container gemacht, daher musste ich erst mal die nächsten sechs Wochen den Gedanken eines auf hoher See im Sturm frei herumrutschenden Autos aus meinem Kopf vertreiben..

 

Jetzt galt es erst mal mit der ganzen Familie und dem Hausrat umzuziehen, da könnte man locker eine Hand voll Blogeinträge schreiben aber wir sind hier ja nicht bei Family-Talk. :p

 

Das Verladen des Containers auf das Schiff wurde mir kurze Zeit nach unserer Ankunft in Deutschland als Scan von JCE Auto per E-Mail mitgeteilt. Der NSX war also unterwegs..

 

Etwas einen Monate nach dem Beginn der Containerreise meldete sich meine Kontaktperson von Japan Imports wegen des Transports des Wagens von Bremen ins Ruhrgebiet.

 

Da es inzwischen Winter geworden ist und ich dem Wagen beim besten Willen keine Salzdusche verpassen wollte habe ich in den sauren Apfel gebissen und einen geschlossenen Einzeltransport geordert, aber dazu später mehr.

 

Nun begannen die unerfreulichen Überraschungen, wobei wir auch wieder beim Thema Kostenzähler wären.

 

Als erstes kam eine Rechnung von MAERSK für das Entladen des Containers vom Schiff. Verwunderung und kurze Rückfrage bei JCE Auto: "Nein, das Entladen sei nicht Bestandteil der Lieferung". 4490 + 267 = 4757 Euro.

 

Nun muss der Container ja noch geöffnet werden, was die Firma Wallenius Wilhelmsen übernommen hat. Diesmal gab es Fotos, sogar inklusive Container.

 

 

 

Wie zu erwarten hätte ich mir gar keine Sorgen wegen der japanischen Verpackungskünste machen müssen. Das Auto war gut und sorgfältig gesichert. Sogar die Dichtlippen des Containers waren mit Klebeband verschlossen.

 

Nun gab es ein bisschen Hin- und Her wegen der Unterlagen für den Zoll. Offensichtlich aber kein Problem und schon nach zwei Tagen war dieser Teil des Papierkrams erledigt.

 

Das der ganze Service nicht umsonst war schwante mir ja schon aber als ich die Rechnung in Händen hielt bahnte sich noch ein weiteres Problem an: Die Rechnung von Wallenius enthielt erneut die Kosten von Maersk um den Container vom Schiff zu holen. Blöderweise hatte ich das damals schon direkt an MAERSK überwiesen..

 

Ein Anruf bei MAERSK klärte den Umstand. Es würde geprüft und ich bekäme mein Geld zurück. Solange würde auch Wallenius mit ihrer Rechnung warten. Leider hat sich hier trotz mehrfacher Kontaktaufnahme bis heute nichts getan :(

 

Gucken wir trotzdem mal auf den Kostenzähler: 4757 + 902 = 5659 Euro.

 

Wie schon erwähnt stand jetzt der geschlossen Transport ins Ruhrgebiet zu Japan Imports an. Ein offenen Transport wäre bei ca. 400 Euro gelandet, der geschlossen bei mehr als dem doppelten. 5659 + 1023 = 6682 Euro.

 

Beschädigungen durch den Transport waren keine zu erkennen aber der Stoff im Auto hat einen dunklen Fleck abgekriegt der nach Aussage von Japan Imports aber wieder rausgehen soll.

 

Fehlt natürlich noch die Rechnung von Japan Imports für die Abwicklung des Imports. Wie zu erwarten waren alle im Vorfeld genannten Summen natürlich ohne Mehrwertsteuer. 6682 + 1785 = 8467 Euro.

 

Ganz am Ende sind wir noch nicht denn noch müssen die Teile für den Umbau in die Werkstatt gebracht, eingebaut und verkabelt werden. Auch der TÜV muss noch seinen Segen dazu geben und die Zulassung erledigt werden.

 

Da aber weiterhin zu viel Salz auf den Straßen ist wird das noch ein bischen dauern. Sobald es Neuigkeiten gibt werden ich und der Kostenzähler wieder berichten. Ich hoffe inständig, dass wir wenigstens unter 10.000 Euro bleiben.. :rolleyes:

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28.08.2016 00:04    |    ElHeineken    |    Kommentare (53)    |   Stichworte: Autobahn, Japan, NSX, Tokio, Yokohama

Der lange überfällig Blogeintrag zur Autobahn in Tokio. Das schiebe ich nun schon eine ziemlich lange Zeit vor mir her aber nachdem in den letzten Monaten Fotos dazu entstanden sind, soll es nun endlich mal was werden.

 

Tokio ist auch für japanische Verhältnisse eine chaotische Stadt. Jeder Fleck wird irgendwie genutzt, alles muss irgendwie gehen und Effizienz geht vor Ästhetik. Genau das macht für Kenner aber auch den besonderen Reiz aus.

 

Was erwartet uns also wenn man dort noch eine Stadtautobahn unterhält? Auf jeden Fall so manche schräge Sache und eine genügende Anzahl Überraschungen.

 

Fürs erste, der Begriff "Autobahn" ist so eine Sache. Die Maximalgeschwindigkeit beträgt 60 km/h aber nur sofern der aktuelle Stau und/oder Baustelle das zulässt bzw. nicht noch weiter begrenzt ist. Generell kann man davon ausgehen, dass immer dann wenn wenig los ist (z.B. in der Nacht) die Baufahrzeuge anrücken und man dann eben doch wieder im Stau steht. Nichts schlägt allerdings die Rückreisewellen am Sonntag Abend da können für wenige Kilometer schon mehrere Stunden drauf gehen.

 

Große Teile der Strecke verlaufen auf Stelzen durch die Stadt, besonders häufig direkt über regulären Hauptstraßen, andere tief unter der Erde. Eine Navigation mit der Smartphone oder einem einfachen Nachrüst-Navi sind zum Scheitern verurteilt. Besonders beliebt ist wenn z.B. Google Maps von der Autobahn auf die direkt darunter liegende Bundesstraße hüpft und damit in Sekunden vollkommen nutzlos wird.

 

Eine Navigation dem Auge oder der Richtungen nach ist durch den kreisförmigen Verlauf ziemlich schwierig denn irgendwie führt alles potentiell überall hin.

 

Sich zu verfahren ist sowieso mit der Höchststrafe verbunden denn Wendemöglichkeiten existieren praktisch nicht (die allermeiste Zeit nicht mal ein Standstreifen), Auf- und Abfahrten sind gerne weit voneinander entfernt und so kommt es meist zu kilometerlangen Umwegen.

 

Apropos Auf-und Abfahrten. Die können mal auf der linken, mal auf der rechten Seite, teilweise sogar in der Mitte der Fahrbahn sein. Da ist Flexibilität gefragt.

 

Wer sich gut auskennt für den ist das alles kein Problem aber als Anfänger hatte ich hier eine harte Zeit.

 

Belohnt wird man dafür aber mit einer fantastischen Sicht über die Stadt. Das versüßt einem dann doch die häufigen Standzeiten und die hohen Kosten für ein eigenes Auto (+Maut).

 

Eine meiner Nachtfahrten (noch ohne NSX) Ende 2012

 

Trotzdem ist das Chaos nur den Umständen und nicht etwa Schlamperei geschuldet. Erfolgreiches Navigieren ist durchaus auch ohne Aufpreisnavi möglich und zwar anhand folgender Technik:

 

  • Jeder größere Abschnitt ist mit einem Buchstaben und/oder einer Nummer gekennzeichnet (z.B. 'B' oder '6').
  • An allen Verbindungsstellen wird auf die Nummerierung Bezug genommen.
  • Der innere C1-Kreis ist mit "im Uhrzeigersinn" und "gegen den Uhrzeigersinn" gekennzeichnet.
  • Man fährt nach der Beschilderung der Abschnitte, z.B. 6 -> C2 -> 7 -> C1 im Uhrzeigersinn -> 3 -> usw.

 

So bringen einem die baulichen Besonderheiten (wie z.B. ungewöhnliche Abzweigungen usw.) nicht durcheinander (was sie sonst garantiert tun: "hier sollte ich mich rechts halten .. oh wieso geht es jetzt links weiter .." ) und das Risiko eines Umwegs reduziert sich.

 

Wir kommt man eigentlich von einer Straße auf Stelzen in den Untergrund? (z.B. um unter dem Kaiserpalast hindurchzufahren?). Eine interessante Lösung befinde sich bei der Ohashi-Junction (deren oberirdisches Brückenknäuel schon nicht von schlechten Eltern ist). Es geht einfach spiralförmig mehrmals im Kreis herum bis man tief genug unten ist (den Schäden an der Wand nach scheint das beliebtes "Driftgebiet" zu sein).

 

Bunte Fahrbahnbeläge weisen einen darauf hin die richtige Spur zu benutzen. Sonst landet man nicht in der Stadt sondern im Hafengebiet von Yokohama..

 

Der Rückweg muss übrigens ohne die Spirale auskommen, symmetrisch sind hier eben nur die wenigsten Abschnitte (ein weiterer Grund sich blind an die Beschilderung zu halten).

 

Wer mehr sehen möchte, hier noch weitere Bilder. Für den richtigen Eindruck wird Vollbildmodus empfohlen :cool:

 

 

Verwunderung warum diese Straßen in so vielen Mangas, Animes und Spielen auftaucht legt sich schnell wenn man es mal selbst erlebt hat (immer vorausgesetzt man mag so etwas..)

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02.05.2016 15:46    |    ElHeineken    |    Kommentare (28)    |   Stichworte: Honda, Japan, NA1, NSX, Shaken, Steuer, TÜV, Versicherung

Auch in Japan heißt es oft "bis das der TÜV uns scheidet". Der Name lautet hier "Shaken", zusammengesetzt aus den Worten "Scha" (Auto) und "Ken" (Test). Die Untersuchungsintervalle sind (analog zu Deutschland) bei Neuwagen alle 3 Jahre, danach alle 2 Jahre.

 

Während TÜV, Steuer, Haftpflicht und Inspektion in Deutschland getrennt sind wird das in Japan traditionell als Paket verkauft.

 

Im Idealfall schreibt einen der Verkäufer des Wagens vor Ablauf des TÜV an, man macht einen Termin mit der Werkstatt, diese macht eine große Inspektion, bringt den Wagen durch den TÜV und bezahlt gleich die Steuer sowie die gesetzliche Haftpflicht.

 

Klingt alles sehr praktisch (und das ist es auch) aber die Sache hat einen Haken: Die Kosten.

 

Da die Werkstatt mit der Auftragserteilung praktisch einen Freibrief für alle notwendigen Arbeiten bekommt und man nicht das Risiko eingehen möchte durch den Test zu fallen wird eher zu viel als zu wenig getauscht.

 

Besonders bei alten Autos kommt hier einiges zusammen (auch da die Steuer hier höher ist als bei Neuwagen). So mancher Besitzer lässt sich also angesichts der zu erwartenden Kosten zu einem neuen Auto überreden, insbesondere wenn das ganze beim Händler stattfindet (womit sich der Kreis schließt).

 

Im Ergebnis begründet dieses System auch den guten Ruf von Gebrauchtwagen aus Japan. Zum Zeitpunkt des Exports sind die meisten noch in sehr gutem Zustand und haben häufig weniger als 100.00 km.

 

Was bedeutet das nun für den NSX? Gekauft habe ich den Wagen im Sommer 2014. Der TÜV war noch recht neu, sollte bis zum Frühjahr 2016 halten.

 

Was ich immer wieder vergessen habe nachzusehen: Bis wann genau eigentlich? Dazu kam, dass ich dachte die Sache sei so wie in Deutschland, sprich eine kleine Strafe so lange der Termin nicht zu lange überzogen ist. Wie man sich täuschen kann..

 

Das Problem liegt in der Kombi von Steuer, Versicherung und TÜV. Denn wer den TÜV-Termin überzieht hat logischerweise keine Steuern bezahlt und natürlich auch keine Versicherung mehr.

 

Im Japanischen Punktesystem sieht das dann so aus:

  • Ein neuer Führerschein startet mit 15 Punkten.
  • Fahren ohne TÜV: 6 Punkte Abzug, einen Monat Fahrverbot, 100.000 Yen Strafe
  • Fahren ohne Versicherung: Wie oben. Alles zusammen 90 Tage Fahrverbot und 200.000 Yen Strafe

 

Kleiner Exkurs zum Punktesystem:

Bei mehr als 14 Punkten Abzug verliert man den Führerschein komplett und wird 1 Jahr gesperrt. Anschließend ist die Fahrprüfung zu wiederholen. Das Maximum (z.B. bei Fahren unter Alkohol) sind 35 Punkte und 3 Jahre Sperre. Wer bereits Verstöße registriert hat den erwischt es besonders hart (z.B. 4 Stück registriert: Schon bei 2 Punkten ein 4-monatiges Fahrverbot und bei 4 Punkten 1 Jahr Sperre). Punkte werden bei Führerscheinverlust übrigens auf den neuen Führerschein übertragen.

Punkte gutmachen kann man mit Sonderschulungen und wenn man sich eine Weile nichts zu Schulden kommen lässt.

 

Im Endergebnis war der TÜV schon abgelaufen als ich darüber nachgedacht habe mich mal darum zu kümmern .. ist zwar nichts passiert aber jetzt war guter Rat teuer. Zur Werkstatt fahren ohne TÜV: Siehe oben. Da der TÜV schon abgelaufen war ist es auch notwendig eine Werkstatt einzubeziehen. Wäre man rechtzeitig dran gewesen hätte man noch zu einem öffentlichen Prüfplatz fahren können (und einiges an Geld gespart).

 

Mein Kollege aus der Firma konnte mir weiterhelfen. Er besitzt eine BMW M3 und hat mir bereits mit den verkratzten Felgen unersetzliche Dienste geleistet.

 

Seine Haus- und Hofwerkstatt bietet einen entsprechenden Service (ich bin wohl nicht der einzige dem so etwas passiert). Der Wagen wird mit Sonderkennzeichen zu Hause abgeholt, es werden die notwendigen Servicepunkte geprüft (staatlich vorgeschriebene 60 Stück) und (wichtig!) machen einen Kostenvoranschlag bevor sie irgend etwas reparieren.

 

Im Ergebniss blieben dann die folgenden Kosten:

  • Steuer und Versicherung: 69.600 Yen (~580 Euro)
  • 60-Punkte Check und Handling: 51.300 Yen (~430 Euro)
  • Öl- und Bremsflüssigkeitswechsel: 19.300 Yen (~160 Euro)
  • Neue Magnesiumfackel (das japanische Warndreieck): 900 Yen (~7,50 Euro)
  • Summe: 140.000 Yen (~1200 Euro)

 

Mängel gab es keine zu beanstanden (außer einer verstopften Wischwasserdüse) muss mich aber bei Zeiten um die Überholung der Servolenkung kümmern.

 

Auch wenn die Handling-Gebühren etwas happig sind, so bekommt man den Wagen gesaugt und gewaschen zurück (wie auch bei Reparaturen üblich) und die Abholung mit Sonderkennzeichen war ja auch schon mit drin.

 

Wie man sieht ist ein altes Auto und der TÜV hier schon ein Kostenfaktor aber man bekommt beim Export/Abmeldung zumindest die Steuer und die Versicherung anteilsweise wieder zurück.

 

Das Shaken-Dokument enthält übrigens interessante Informationen (Abgas CO und HC, Restprofiltiefe, Restbremsbelagstärke, zusätzliche Wartungsarbeiten, usw.). Wer also, wie bei meinem NSX, die gesamte Shaken-Historie besitzt weiß damit schon ziemlich viel über die Wartungsgeschichte seines Wagens.

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03.02.2016 13:29    |    ElHeineken    |    Kommentare (38)    |   Stichworte: Acryl, Bruch, Japan, Oldtimer, Plastik, Reparatur

Wer an älteren Autos schraubt kennt das Problem mit abbrechenden Plastikteilen.

 

 

 

Mit der Zeit wird das Material spröde und zerlegt sich dann bei Aus- oder Einbau.

Viel dagegen tun kann man nicht (außer darauf zu achten bei der Montage so wenig Kraft wie nötig aufzuwenden und Schrauben nicht mit zu viel Drehmoment anzuziehen).

 

Die Anschraubpunkte der Lautsprechergehäuse der linken Tür des NSX sind beim Ausbau regelrecht zerfallen.

 

Aber was tut man nun wenn es knack gemacht hat?

Über den bekannten NSX-Schrauber KAZ (aus Großbritannien) bin ich auf die japanische Methode gestoßen solche Sachen zu reparieren:

 

 

 

 

Das Wundermittel hört auf den Namen "Plarepair" (für Plastik-Repair). Als ich das zum ersten mal gesehen habe sind bei mir natürlich sofort die Warnlampen angegangen:

 

  • Das funktioniert bestimmt gar nicht..
  • Das sieht ja gut aus aber es hält bestimmt nicht..
  • Wenn es halten sollte ist es bestimmt eine riesige Sauerei..
  • .. ach, was soll’s ich probiere es einfach aus.

 

Schon angesichts fehlender Alternativen ging also eine Bestellung raus. Ein Apothekenpreis von 2000 Yen (~13 Euro) für 5 g Pulver, 20 ml Flüssigkeit sowie dem Abform-Gummi.

 

Ich muss zugeben, dass ich inzwischen großer Fan dieses Produkts geworden bin und hier seht ihr warum.

 

 

 

 

 

Natürlich bleibt die Klebestelle Schwachpunkt der Reparatur. Trotzdem ist keine der Befestigungspunkte beim Einbau abgebrochen. Das Material ist sehr robust (es lässt sich gut feilen) und trotzdem noch minimal elastisch.

 

Die Sache hat nur einen Haken: Es gibt dieses Produkt nicht mehr in Deutschland. Früher wurde es bei Polo-Motorrad verkauft aber seit einigen Jahren nicht mehr.

 

Grundkenntnisse in Chemie haben sich aber ausgezahlt denn es handelt sich um einen relativ bekannten Acryl-Klebstoff. Das Pulver ist ein Monomer (eine Kunststoff-Vorstufe), die Flüssigkeit ist Methacrylat.

 

Verwendet wird diese Kombination unter anderem bei:

 

  • Zahnersatz
  • Knochenkleber
  • Nagel-Modellagen

 

Nach intensivem Studium diverser Youtube-Videos zum Thema „Acryl Nagelmodellage“ :D war schnell klar, dass es definitiv die selben Grundstoffe sind und auch die Verarbeitung in identischer Form möglich ist.

Außerdem könnt ihr euer Plastik jetzt in hunderten Farben, mit und ohne Glitzer oder sogar Nachtleuchtend reparieren :p.

 

Seit dem Boom der Nagelstudios bekommt man die entsprechende Chemie einfach und billig im Internet. 30 g Pulver und 100 ml Flüssigkeit kosten nur 7 Euro. Eine einfache Google-Suche nach "Acryl" "Nagel" "Pulver" genügt.

 

Auch die spezielle Tropfnadel aus dem japanischen Reparaturkit lässt sich leicht nachbauen. Sie ist vorne dicht aber besitzt eine Öffnung in der Mitte der Nadel (die dort hineingefeilt ist). Sie wird einfach auf einen Augentropfer aufgesteckt.

 

Durch diese Konstruktion rinnt (wenn man auf den Augentropfer drückt) die Flüssigkeit die Nadel herunter. Sie spült dabei den aufgespießten Pulverklumpen herunter. So bekommt man die Mischung von der Nadel runter ins Ziel. Wem das zu kompliziert ist, im Video oben kann man es gut beobachten.

 

Als Abdruckgummi kann man Bienenwachs oder Modelierknet verwenden. Alles zusammen ergibt ganz neue Möglichkeiten der Reparatur und kann in manchen Fällen sehr viel Geld sparen.

 

Ich kann nur jedem raten es mal ausprobieren (die Kosten sind ja nicht hoch). Für mich ist es zum festen Bestandteil der Werkstatt-Chemie geworden :cool:

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26.12.2015 09:20    |    ElHeineken    |    Kommentare (23)    |   Stichworte: Hakone, Honda, Japan, NA1, NSX, Turnpike

Vielleicht wundert sich mancher was denn mit dem NSX los ist, der letzter Blog-Eintrag ist ja schon Monate her. Um es kurz zu machen, dem Wagen und mir geht es gut aber im Stress des letzten Zeit ist ein Ausflugsbericht aus dem Sommer unter die Räder gekommen: Die Fahrt zur Mazda Turnpike.

 

Als Einführung eignet sich am besten dieses kleine Video hier ..

 

 

.. oder auch das hier

 

 

Es handelt sich um eine mehrfach umbenannte, private Mautstraße im Fuji-Hakone-Izu-Nationalpark in der Nähe des Ashi-See, etwa 100 km von Tokio entfernt.

 

Sie genießt Kultstatus auf Grund ihrer Nähe zur Metropole, Auftritten im Manga "Initial D", der Lage und natürlich wegen des Layouts.

 

Auf ca. 13,7 km Länge geht es in wunderbar geschwungenen Kurven von 28 auf 997 m hoch. Die Steigung ist nicht zu vernachlässigen, auch bei gemäßigtem Gasfuß springt die Automatik des NSX immer wieder unerwartet in den Kick-down.

 

Japanische Autozeitungen führt es häufig dort hinauf, typischerweise für Fotoshootings auf einem der Parkplätze.

 

Auf der Anfahrt haben wir (wie übliche) wesentlich mehr Zeit im Stau verbracht als erwartet aber das sind wir inzwischen ja schon gewöhnt.

 

Gegen 15:00 erreichten wir den unteren Eingang der Mautstation. Etwa 7-8 Euro kostet eine Fahrt. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass die üblichen Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten sind (es ist eben nur eine Maut- und keine abgesperrte Rennstrecke).

 

Ob man sich im Allgemeinen an die Anweisungen hält war nicht herauszufinden da praktisch niemand unterwegs war.

 

Auf der ersten Hälfte der Strecke war es trocken so erreichten wir problemlos den ersten Parkplatz, gleich nach der berühmten Brücke.

 

 

Auch wenn die Fotos nicht mit japanischen Hochglanzzeitungen mithalten können steht der mehr als 18 Jahre alte Honda gar so nicht schlecht da (finde ich).

 

Weiter oben begann es übrigens aus Kübeln zu gießen. Die Idee eine Schüssel heißer Nudeln mit Blick auf den Fuji zu genießen fiel leider (im wahrsten Sinne des Wortes) ins Wasser.

 

Trotzdem ein toller Ausflug, er sollte bei besserem Wetter unbedingt wiederholt werden :D

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17.01.2015 09:23    |    ElHeineken    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: Honda, Japan, Kühlwassertank, NA1, NSX

Wie das bei alten Autos so ist, gibt es immer mal was zum Basteln (aber das macht für einen Bastler ja auch den Reiz aus).

 

Der NSX gilt im allgemeinen als recht zuverlässig aber natürlich hat auch er seine Schwächen. Der Kühlwassertank ist so ein Kandidat.

 

Nach einigen Jahren beginnt der Kunststoff auszuhärten und undurchsichtig zu werden. Später entstehen Risse an denen Kühlmittel entweicht.

 

Das der Tank bis 1,1 bar aushalten muss ist natürlich auch nicht gerade förderlich.

 

 

Nach 17 Jahren war es nun bei meinen Tank soweit. In der Nähe der Befestigung war ein kleiner Riss und auskristallisiertes Kühlwasser zu sehen.

 

Mit 9882 Yen (ca. 73 €) gehört der Tank noch zu den günstigeren Ersatzteilen. Wenn man alles in der Werkstatt machen lässt kommt man auf etwa 25.000 Yen (~190 €).

 

 

 

Des Spaßfaktors wegen habe ich mich entschlossen den Tank selber zu wechseln. Also am Samstag zum nächsten Honda-Händler (ca. 10 Minuten laufen entfernt) und eine Bestellung abgesetzt.

 

Während man auf einen zuständigen Mitarbeiter wartet bekommt man eine Auswahl kostenloser Getränke serviert (dafür ist sogar eigenes Personal eingestellt).

 

24 Stunden später (Sonntag Nachmittag) wieder zum Abholen vorbeigekommen, das Getränk (aus Zeitgründen) abgelehnt, etwa fünf Minuten gewartet und einen braunen Karton bekommen. Zahlen kann man übrigens ohne zur Kasse zu gehen, der Mitarbeiter von den Ersatzteilen trägt den Kartenleser am Gürtel.

 

Der Ausbau ist recht einfach. Tank von den Halterungen abschrauben. Den Schlauch oberhalb der Wasserlinie abziehen und zustopfen. Dann über den oberen Zulauf das Kühlwasser (soweit möglich) in eine flache Wanne ablaufen lassen.

Dann den Tank so drehen, dass der untere Schlauch "im Trockenen" sitzt und den Schlauch abziehen. Ebenfalls zustopfen. Den halbvollen Tank aus dem Motorraum heben und so hinlegen, dass nichts ausläuft.

 

Nun den neuen Tank anschließen und das alte Kühlwasser aus der Wanne und dem alten Tank in den Neuen gießen. Alle Befestigungs-Schrauben zuerst mit dem Finger eindrehen (sie verkanten leicht) und dann festziehen.

 

Mangels geeigneter Garage erfolgte die ganz Aktion übrigens auf einem Bezahl-Parkplatz am Olympiastadium.

 

Der Riss an der Halterung scheint schon länger aktiv gewesen zu sein. Erst nach dem Ausbau ist es richtig zu erkennen.

 

Weitere Risse sind unterhalb des Schriftzuges entstanden und beginnen auch bereits zu nässen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erfahrene NSX-Mechaniker empfehlen den Austausch übrigens sobald der Kunststoff so weit ausgehärtet ist, dass man den Kühlwasserstand nicht mehr von außen ablesen kann.

 

Gerüchtehalber hat die Ersatzteilqualität nachgelassen seitdem der Wagen 2005 nicht mehr hergestellt wird. Zumindest die Klebestelle am neuen Tank ist nicht so schön symmetrisch wie beim alten.

Hoffen wir mal, dass es nicht nach wenigen Jahre wieder undicht wird (es gab so manchen Berichte darüber).

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01.11.2014 12:50    |    ElHeineken    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: Garage, Japan, Parken, Tokio

Das es im Stadtgebiet Tokio nicht viel freie Flächen gibt dürfte sich herumgesprochen haben. Auch private Parkplätze fallen daher meist nicht sehr üppig aus und zwingen die Besitzer zu besonderer Kreativität und/oder Vorsicht. Wenn das Auto dann noch etwas größer ist wird es besonders spannend.

 

Zwischen dem älteren Mercedes und dem Pfosten des Hauses ist nur noch eine Handbreit Platz.

Trotz des speziellen Einparkens befindet sich wirklich nur ein einziger, leichter Kratzer im Lack.

Ich habe massive Zweifel daran ob ich das (über Jahre hinweg) mit so wenig Kollateralschaden hinbekommen würde.

 

 

 

 

 

 

Im Stadtteil Omotesando, die Heimat der Filialen von Gucci, Burberry, DKNY, etc. (zum Teil mit eigenen Türstehern) musste es unbedingt ein Dodge sein.

Das Auto passt auf seinen Platz ohne in die Straße zu ragen (das ist nicht immer der Fall) aber das mit der Höhe des Wagens treibt einem schon beim Ansehen die Schweißperlen auf die Stirn. Da bekommt das Thema "Reifenluftdruck" eine ganz neue Dimension..

 

 

 

 

Dieser Geländewagen passt dagegen ganz ordentlich in seine Lücke. Im wohlorganisierten Japan kommt er optisch allerdings etwas apokalyptisch daher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Preis geht un-angefochten an den Fahrer dieses Handwerkerautos. Vielleicht wird zur Olympiade 2020 in Tokio das Einparken noch als olympische Disziplin aufgenommen? Talente für diese neue Sportart hat man scheinbar genug.

 

 

 

 

 

 

 

Wer teurer wohnt, oder tief in der Stadt parkt, nutzt meist automatische Parksysteme. Dabei wird das Auto auf eine Palette geladen und vollautomatisch im Hochhaus oder Keller untergebracht. Manche kennen das eventuell aus der Klamotte "The Fast and the Furious - Tokyo Drift".

 

 

Einlagern und Zurückholen dauert etwa zwei bis drei Minuten pro Auto. Morgens gibt es manchmal eine kleine Schlange von Nachbarn die nacheinander ihre Autos aus dem Keller holen.

Das Auto wird beim Abholen übrigens um 180° gedreht: Sehr bequemes Ein- und Ausparken.

 

In Bürohochhäusern befindet sich dafür häufig eine Wendeplatte in der Einfahrt. Damit ist es möglich den Autoaufzug im scharfen rechten Winkel zur Einfahrt einzubauen.

 

Nach Aussage meines japanischen Kollegen machen Autos deutscher Hersteller gerne mal einen Fehlereintrag ins ESP, da die Entwickler des Systems wohl das langsame Drehen auf der Wendeplatte nicht kannten und es dann als Sensorikfehler eingeordnet haben.

 

Das korrekte Zurücksetzen auf die Platte erfordert etwas Übung und wird daher meist vom Parkplatzwächter überwacht:

 

 

Wen es (wie mich) interessiert was im Inneren eines solchen Parkhauses passiert, hier die Aufnahme aus einem Einkaufszentrum:

 

 

Mit der Komplexität dieser Systeme steigen auch die Kosten. Private Mieten liegen bei bis zu 600 Euro pro Monat. Spitzenreiter bei den öffentlichen Parkplätzen verlangen 100 Yen pro 10 Minuten (~0,75 EUR), wobei die Kosten dann für 12 oder 24 Stunden meist auf 3.000 Yen (~22 EUR) gedeckelt sind.

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15.10.2014 14:50    |    ElHeineken    |    Kommentare (17)    |   Stichworte: Daikoku, Japan, Oldtimer, Tuning, Yokohama

Auf Grund Besuchs stand eine weitere Fahrt zum Daikoku PA in Yokohama auf dem Programm.

Hier der Link zum ersten Eintrag.

Im Vergleich war es diesmal Marken-technisch bunter, dafür aber eher am großen Geld und weniger an der Bastelleidenschaft ausgerichtet.

 

Zum ersten Mal aufgefallen sind mir modifizierte LED-Rückleuchten.

 

 

Die Bilder enthalten auf besondere Anfrage hin extra viel Hochstraße im Hintergrund, das obligatorische Polizeiauto, negativer Sturz, sowie ein Old- und mehreren Youngtimern.

 

 

PS: Eine Sperrung des Parkplatzes gab es diesmal nicht, obwohl Patrouille gefahren wurde.

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09.10.2014 03:49    |    ElHeineken    |    Kommentare (20)    |   Stichworte: Daikoku, Japan, Tuning, Yokohama

Mit dem neuen Wagen ergeben sich im Ballungsraum Tokio + Yokohama neue Erkundungsmöglichkeiten. Dazu gehört unter anderem auch ein Besuch auf dem berühmten Daikoku PA in Yokohama.

 

Es handelt sich um eine Autobahnparkplatz, im Hafengebiet von Yokohama, der nur über eine große Spiralförmige Abfahrt erreichbar ist. An den Wochenenden trifft sich dort (inoffiziell) die japanische Tunerszene.

 

Nach einer Stunde Fahrt (wir sind einmal falsch abgebogen) und etwa 10 Euro Mautgebühren (vermutlich haben wir zu viel bezahlt aber ohne drahtlose Mautkarte passiert das schnell) waren ein Kollege und ich am Ort des Geschehens.

 

Grob gab es die folgenden Gruppen zu bestaunen:

 

  • Audio Tuning - Direkt an den Raststättengebäuden
  • Licht Tuning - Hinter den Audio Tunern
  • Low-Rider - Am Ende des Parkplatzes
  • Klassiker - Überall verteilt, meistens am Rand des Parkplatzes
  • LKWs - Wo auch immer Platz ist

 

Die Stimmung ist sehr freundlich. Jeder, der sich für einen der ausgestellten Wagen interessiert bekommt nicht den "bösen Blick" sondern man macht sogar noch Platz damit besser fotografiert werden kann.

 

Etwa eine Stunde nach der Ankunft begann das Spektakel bei den mobilen Diskos der Audio-Tuner. Ohrenbetäubend laut aber niemand fühlt sich gestört. Auch das Sicherheitspersonal steht nur unbeteiligt in der Nähe.

 

Spannende Sache, dieser Parkplatz. Es lohnt sich wohl häufiger mal vorbei zu sehen. Nach Aussage der Familie eines Arbeitskollegen, die wir zufällig dort getroffen haben, war es an diesem Tag nur eine verhältnismäßig kleine Versammlung.

 

 

Irgendwer muss sich dann aber doch gestört gefühlt haben, denn später erscheinen die ersten Wagen mit Rundumleuchten. Begleitet von vier Polizeiautos wurde der gesamte Parkplatz geräumt. Strafzettel gab es keine, aber auch nichts interessantes mehr zu sehen. Womit wir uns vom Acker gemacht haben..

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03.10.2014 00:47    |    ElHeineken    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: Honda, Japan, NA1, NSX

Nach dem Autokauf ist vor dem Behördengang. Nachdem der Kaufvertrag bereits DIN-A3 Größe hatte, schwante mir schon etwas..

 

In Japan (auch beim Gebrauchtwagenkauf) übernimmt in der Regel der Händler die Anmeldung des Autos. Dazu benötigt er aber einige wichtige Unterlagen. Konkret bekam ich eine Liste, welche Art von Formular und in welcher Anzahl es benötigt wird:

 

  • 1x Namensstempel-Zertifikat (registriert bei der Behörde)
  • 2x Namensstempel Beispieldrucke (für den Händler)
  • 1x Parkplatzgenehmigung (von der Polizei)

 

 

Namensstempel-Zertifikat

 

Beginnen wir mit dem Namensstempel. Einen Stempel besaß ich bereits, er wurde auch schon bei der Behörde registriert, allerdings habe ich die Zertifikate nicht innerhalb eines Jahres abgeholt und nun muss der Prozess ein zweites Mal gestartet werden. Das wusste ich natürlich erst, nachdem meine Frau umsonst bei der Behörde war und versucht hat das erste Zertifikat abzuholen.

 

Am nächsten Wochenende ist daher die ganze Familie zur Behörde und ich konnte meinen Hanko (Namensstempel) innerhalb weniger Stunden offiziell registrieren. Alternativ gibt es auch ein Verfahren um jemanden in seinem Auftrag zur Behörde zu schicken, aber dazu benötigt man eine japanische Vollmacht (..es existiert kein Vordruck dafür..) und das Ergebnis wird aus Sicherheitsgründen nur per Post verschickt. Für diesen Teil haben wir etwa eine Woche gebraucht.

 

 

 

 

 

Als nächstes ingesamt vier mal den Namensstempel auf die zwei Stück Papier vom Händler machen, fertig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Antragsformular zur Parkplatzgenehmigung

 

Nun zum Parkplatz. In Japan ist es nicht möglich ein reguläres Auto zuzulassen ohne einen Parkplatz nachzuweisen. Nur für Kleinstwagen in ländlichen Gebieten entfällt manchmal die Nachweispflicht. Für die Parkplatzgenehmigung benötigt es neben dem Antrag auch die noch folgenden zwei Papiere.

 

Japanisch: Jidosha hokan basho shomei shinsei-sho

"Automobil-Unterbringungsort-Zertifikats-Antrags-Formular"

 

 

 

 

 

Lageplan und Zeichnung des Parkplatzes

 

Japanisch: Hokan basho no shozaichi haichi-zu

"Lage und Ansicht des Unterbringungsorts"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zertifikat des Parkplatzbesitzers

 

Damit man nicht irgend einen leeren Parkplatz als seinen eigenen ausgibt muss man nachweisen, dass man diesen Platz auch benutzen darf. Den Nachweis bekommt man vom Besitzer des Parkplatzes. Einige Tage nach der Anfrage habe ich das Papier erhalten.

 

Japanisch: Hokan basho shiyou shoudaku shoumeisho

"Zustimmungszertifikat zur Nutzung des Unterbringungsorts"

 

 

 

 

 

Polizeibesuch

 

Zuerst muss man die zuständige Polizeibehörde ausfindig machen (es gibt mehrere..). Dort die obigen Unterlagen abgeben und eine Bearbeitungsgebühr bezahlen. Dann eine Woche warten, ein Streifenpolizist kontrolliert den Parkplatz. Anschließend die fertige Genehmigung abholen.

 

Da mein japanischer Kollege und ich nicht doof sind, haben wir vorher bei der entsprechenden Polizeibehörde angerufen und bestätigen lassen, dass wir dort richtig sind. Leider war das Gebäude nur schlecht ohne Auto zu erreichen und der Sommer in vollem Gange. Als wir dann nass-geschwitzt bei der Polizei standen, kam das was kommen musste: "Sie sind in der falschen Behörde. Wenn sie in Meguro wohnen müssen zu diesem Gebäude (zeigt auf die Karte)".

 

Leider war auch das andere Polizeigebäude nicht ganz einfach zu erreichen. Erst 10 Minuten Fußweg, dann 15 Minuten Busfahrt. Unterwegs hatte ein kleines Schulkind einen Panikanfall und konnte vor lauter Schluchzen nicht mit seiner Mutter am Handy sprechen. Eine andere Mutter im Bus hat dann "Übersetzer" gespielt und den Kleinen beruhigt. Anschließend fuhr uns der Bus die restliche Strecke zum Polizeigebäude.

 

Dort angekommen haben wir gelernt, dass das Namensstempel-Zertifikat als Kopie benötigt wird, ein Original abzugeben sei nicht möglich. Außerdem benötigen wir den Antrag in zweifacher Ausführung. Also ich raus aus dem Gebäude und im Kiosk nebenan eine Kopie machen, mein Kollege füllte inzwischen ein weiteres Exemplar des Antrags aus. Dann noch schnell ins Obergeschoss zum Bezahlen und fertig.

 

Eine Woche später noch einmal zur Polizei, eine kleine Gebühr entrichten und alle Parkplatzunterlagen abholen. Nun alles im Umschlag an den Autohändler und aufs Beste hoffen. Bis zu dieser Stelle waren weitere zwei Wochen vergangen.

 

 

Bezahlung

 

Neben den Formalitäten muss der Wagen natürlich auch bezahlt werde. Bargeld war zu unhandlich (hätte man in vielen Häppchen am Automaten abheben und zum Händler bringen müssen) also per Online-Banking. Leider war auch dort das Überweisungslimit zu niedrig, also auch in zwei Schritten. Allerdings mussten wir das vorher mit dem Händler klären, damit die zweite Überweisung nicht in der Buchhaltung verloren geht.

 

Das Banküberweisungen für Ungeübte in Japan nicht ganz einfach sind, war zu erwarten. Ich habe daher meinem Kollegen regelmäßig Screenshots mitgebracht und gefragt was man nun wo eingeben müsste und wohin als nächstes zu klicken sei. Am Ende hat alles geklappt und der Händler bestätigte den Eingang des Geldes. Die Anmeldung des Autos sei in weiteren zwei Wochen abgeschlossen.

 

Insgesamt hat es etwa vier Wochen gedauert alle Papier zu besorgen. Der Händler hat weitere zwei Wochen für die Zulassung benötigt. Bei der Abholung waren es daher sechs Wochen seit dem Abschluss des Kaufvertrages.

 

 

Versicherung

 

Ähnlich wie in Deutschland gibt es in Japan zwei Typen von Autoversicherung: Vollkasko und Teilkasko. Vom Prinzip her das Selbe aber hier ist in der Teilkasko kein Diebstahl enthalten. Die Prämien sind vergleichbar, keine großen Überraschungen hier. Durch Einschränkungen (Alter, Fahrer, etc.) lassen sich die Prämien reduzieren. Aufgrund des hohen Wertes des NSX war Vollkasko nicht bezahlbar (umgerechnet mehrere tausend Euro pro Jahr).

 

Vor der Abholung des Wagens haben wir uns mehrere Angebot des Händlers machen lassen, parallel das Internet überprüft. Es wurde dann eine Teilkasko-Vertrag mit Altersbeschränkung, den ich bei der Abholung abgeschlossen habe.

 

 

Abholung

 

Am Tag der Abholung wurde uns der Wagen abfahrbereit hingestellt. Nach dem Abschluss der Versicherung begann eine anstrengende Diskussion wegen der Honda-Felgen die inzwischen montiert wurden. Sie haben massive Kratzer, die auf den Fotos damals nicht zu erkennen waren.

 

Wegen der Felgen war leider nichts zu machen, wir werden uns wohl nach einer Reparaturmöglichkeit umsehen müssen. Eventuell ist der Händler noch zur Übernahme eines Teils der Kosten zu überreden..

 

Anschließend ging es sehr vorsichtig und mit viel Adrenalin (danke des Linksverkehrs und dem üblichen Chaos auf den Straßen Tokios) in die heimatlich Garage, etwa 10 km entfernt.

 

Geparkt wird übrigens in einer weiteren japanischen Spezialität, der vollautomatischen Garage (aber dazu später mehr).

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26.09.2014 13:02    |    ElHeineken    |    Kommentare (31)    |   Stichworte: Honda, Japan, NA1, NSX

Wie im vorherigen Eintrag berichtet kann man sich online einen guten Marktüberblick verschaffen. Schnell kristallisierten sich drei Kategorien von Händlern heraus:

 

  • Nebengeschäft
  • Teilweise spezialisiert
  • Spezialisiert

 

Nebengeschäfts-Händler haben mehr aus Zufall mal einen NSX im Angebot, kenne sich daher nicht wirklich mit dem Wagen aus. Dementsprechend durchwachsen sind die Preise und der Zustand.

 

Teilweise spezialisierte Händler haben häufig (oder sogar permanent) NSX auf der Verkaufsfläche, verkaufen aber hauptsächlich andere Fahrzeuge. So z.B. die Kette “Phenix” mit ca. 20 Filialen, eine davon ganz in der Nähe meines Arbeitsplatzes in Yokohama.

 

Spezialisierte Händler verkaufen hauptberuflich NSX, meist auch S2000 und Honda Beat.

Insbesondere Surgeon macht einen exzellenten Eindruck, befindet sich aber leider mehrere hundert Kilometer südlich von Tokio.

 

Auch “Red Ribbon” hat sich auf den Wagen spezialisiert, befindet sich nicht all zu weit weg und besitzt ein reichhaltiges Angebot.

 

Auf Grund der Nähe von Phenix zum Arbeitsplatz haben wir (ein befreundeter japanischer Kollege und ich) dort den ersten Besuch eingeplant. Leider erwies sich der ausgestellte, schwarze NSX von 1991 mit 40.000 km als totaler Reinfall.

 

 

Neben der komplett fehlenden Historie, dem fehlenden Wartungsnachweis, dem in Kürze ablaufenden TÜV und der unbekannten Anzahl Vorbesitzern war außer dem Motor und der Klimaanlage alles mögliche defekt. Habe ich schon erwähnt, dass auch ganze Teile der Innenverkleidung fehlten..?

 

Während wir ungläubig mit dem Kopf geschüttelt haben, wurde uns erzählt, dass bald ein weiterer NSX erwartet würde. Es handele sich um ein Garagenfahrzeug von 1997 mit ca. 100.000 km (was in Japan ziemlich viel ist und schon als schwer verkäuflich gilt). Der Besitzer sei Honda-Mitarbeiter, alle Wartungsarbeiten erledigt und noch zwei Jahre TÜV. Der Preis würde sich in einem ähnlichen Bereich befinden.

 

Das ganze klang schon fast zu gut um wahr zu sein. Trotzdem haben wir uns entschlossen eine kleine Kaution zu hinterlegen und einige Wochen zu warten.

 

 

 

Was wir dann präsentiert bekommen haben hat wohl auch den Verkäufer etwas überrascht. Der Wagen befand sich in gutem, gepflegtem Zustand, lediglich andere Felgen waren montiert. Man habe jedoch noch Originalfelgen da und würde sie ohne Aufpreis austauschen.

 

Die Probefahrt lief gut, das anschließende Feilschen war etwas zäh (denn eigentlich gab es nichts auszusetzen). Man einigte sich dann auf das Beheben eines kleinen Pigmentfehlers im Lack und einen Preisnachlass von 10 %.

 

Da ich meinen Namensstempel nicht dabei hatte, war das der erste (und wohl auch letzte Kaufvertrag) den ich mit einem Fingerabdruck unterzeichnet habe..

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25.09.2014 15:27    |    ElHeineken    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: Honda, Japan, NA1, NSX, Prelude

Obwohl man in Tokio wirklich kein Auto benötigt, schaut man sich natürlich mal auf dem japanischen Markt um. Auch weil es hier viele Modelle gibt die in Europa extrem selten oder nie erhältlich waren.

 

Wegen der vielen Autohändler an den Straßenrändern bekam ich am Anfang den Eindruck es gäbe hier keinen Automarkt im Internet. Meine Kollegen habe mich dann aber schnell eines besseren belehrt. Die größten Gebraucht- und Neuwagenportale in Japan sind:

 

CARSENSOR.NET – http://www.carsensor.net

Goonet – http://www.goo-net.com

 

Beide funktionieren nach dem gleichen Muster. Man sucht entweder nach Fahrzeugtyp, Hersteller oder Modell. Anschließend kann man die Region einschränken und erhält eine Liste an Autos. Diese Liste kann weiter sortiert und gefiltert werden. Hier ein Beispiel für einen klassischen, japanischen Oldtimer: Nissan Fairlady Z

 

Wer in jungen Jahren sein erstes Auto fährt, schielt meist parallel auf das Spitzenmodell des selben Herstellers. In meinen Fall ging der Weg daher vom Honda Prelude zum Honda NSX.

 

Eine gewisse optische Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen. Bei den technischen Daten bekommt man vom NSX ein wenig den Eindruck eines “Prelude für Fortgeschrittene”.

 

Honda Prelude

  • 2.0 l 4 Zylinder 16 Ventile DOHC 101 kW (137 PS)
  • Stahlkarosserie mit vier Sitzplätzen
  • 160.000 Stück produziert (1998-1991)
  • 35.000 DM

 

Honda NSX

  • 3.0 l 6 Zylinder 24 Ventile DOHC 201 kW 274 PS)
  • Aluminiumkarosserie mit zwei Sitzplatze
  • 18.000 Stück produziert (1991-2005)
  • 180.000 DM

 

Der NSX wurde im Februar 1989 (übrigens zusammen mit dem Mazda MX5) auf der Chicago Motorshow vorgestellt. Honda geizte damals nicht mit Superlativen:

 

  • Erstes Serienauto mit Vollaluminium-Karosserie (4 Jahre vor Audi)
  • Erstes Serienauto mit elektrischer Servolenkung (geschwindigkeitsabhängig)
  • Motor mit Pleuelstangen aus Titan und einem Drehzahllimit von 8.000 U/min
  • Variable Ventilsteuerung (VTEC)
  • Fahrwerksabstimmung zusammen mit Formel-1 Weltmeister Ayrton Senna

 

Die Konkurrenz war entsprechend geschockt. Insbesondere da er sich als recht problemlos zu fahren und sehr zuverlässig herausstellte.

 

Trotzt besserer Fahrleistungen und der vielen Neuigkeiten verfehlte er die Sphären eines Porsche oder Ferrari. Die von Honda angesetzten 6000 Exemplare pro Jahr wurden nicht annähernd erreicht. Insbesondere in Deutschland ist er ein echter Exot. Lediglich 271 Stück wurden zugelassen.

 

In Japan kam man auf ca. 9000 Zulassungen. Dadurch fällt der Gebrauchtwagenmarkt (mit ca. 100 Stück) deutlich größer aus aus in Deutschland (5 Stück). Die Preise liegen fast 40% unter den deutschen und im Allgemeinen behandeln die Japaner ihre Autos sehr gut. Alles gute Voraussetzungen um sich einen Traum zu erfüllen ..

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