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03.03.2024 21:05    |    ElHeineken    |    Kommentare (33)    |   Stichworte: 1.4, 1 (GD), Auspuff, Eberspächer, Honda, Imasaf, Jazz

Am 2. Februar gegen 14:00 Uhr rief mich meine Frau vom Parkplatz der Grundschule aus an. Es hätte einen Schlag getan, der Auspuff vom Jazz sei abgefallen und die Heckklappe gehe nicht mehr auf.

 

Der Fehlerbeschreibung nach hatte es wohl den Endtopf erwischt, an der Verbindungsstelle zum Mittelschalldämpfer

 

Offensichtliche hatte sich das nun befreite Rohrstück in den Boden gekrallt und wurde nach hinten geschoben, in die Stoßstange hinein.

 

Wir können froh sein, dass es auf dem Parkplatz passiert ist - man male sich aus wie das auf der Bundesstraße oder einer Autobahn ausgesehen hätte.

 

Positiv war zu vermerken, dass der Verbindungsstutzen an der Auspuffseite weggegammelt war.

 

 

Das bedeutet, wir können zwei Schrauben lösen und einen neuen Topf anschrauben. Wäre es die andere Seite der Muffe gewesen hätte man in Eigenleistung nicht mehr viel machen können.

 

Trotzdem sehr ärgerliche die ganze Sache, insbesondere da wir vor fünf Jahren einen besonders teuren Topf der Firma Eberspächer installiert hatten und der nun in einer Art und Weise versagte die, meiner Meinung nach, schon in Richtung Produkthaftung geht.

 

 

Der Topf selber sah noch ordentlich aus aber alle Schweißnähte waren stark angegammelt.

 

Eberspächer hat eine längere E-Mail mit Bitte um Stellungnahme erhalten, hüllt sich aber in Schweigen.

 

Vermutlich kommt von dort auch nichts mehr aber zumindest sollen sie über ihre Qualitätsprobleme lesen.

 

 

Der Jazz ist akustisch auch ohne Endschalldämpfer fahrbar, insbesondere wenn man es mit den Sportauspuff-Krawallbrüder-Fraktion aus der Nachbarschaft vergleicht.

 

So ging es vorsichtig in die Garage um die Stoßstange wieder verkehrssicher zu befestigen.

 

Das klappte, obwohl die Befestigungspunkte nicht unerheblich gelitten hatten sowie diverse Plastik-Pins abgerissen waren und ersetzt werden mussten.

 

 

Damit konnte man den Wagen wieder regulär zur Arbeit mitnehmen, wenn auch mit reduzierter Drehzahl und unter Begeisterungsbekundungen von meinem Sohn.

 

Eine zwischenzeitliche Autobahnfahrt fand auch eher gemütlich statt, da sich ab einer bestimmten Drehzahl kaum noch ruhige Bereich finden ließen bei denen es nur wenig dröhnte - ich weiß schon warum ich Sportauspuffanlagen nicht mag.

 

 

Als Ersatz wurde ein Topf der italienischen Firma Imasaf - wohl Erstausrüster für Opel - gewählt.

 

Eberspächer kam aus offensichtlichen Gründen nicht zum Zug.

 

Die Freude währte allerdings nicht sehr lange, denn das nach etwa zwei Wochen gelieferte Teil war prompt an der Schweißnaht des Stutzens undicht.

 

 

 

Akustisch hörte man nichts davon aber für ein neues Teil nicht akzeptabel und langfristig wieder eine Rostquelle.

 

Also eine Runde Silikon drauf schmieren und den Kundenservice anrufen. Der erklärte sich bereit das Teil auszutauschen, solange konnten wir es am Wagen lassen.

 

Vom Ton her kein Unterschied zum Original und endlich waren längere Autofahren keine Quälerei für die Ohren mehr.

 

Heute dann die Begutachtung des Ersatz-Ersatz-Ersatzteils: Keine Löcher, anschließend Montage am Auto. Da die Garage mit Schuttkübeln aus dem Keller vollgestellt war leider am Straßenrand mit unters Auto kriechen.

 

Wir werden das Ding sehr aufmerksam beobachten um eventuelle Rostansätze frühzeitig zu erkennen.

 

Sollte es wieder Probleme geben geht der Griff direkt zum Originalauspuff - der hat immerhin 13 Jahre gehalten und ist auch nicht an so kritischen Stellen wie dem Flansch abgebrochen sondern am Schalldämpfer undicht geworden.

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28.04.2023 20:15    |    ElHeineken    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Autostyle, Fußmatten, Honda, NA1, NSX

Mit exotischen Autos sind auch die scheinbar simplen Sachen häufig nicht einfach - diesmal geht es um einen Satz Fußmatten. Erste Hürde: Rechtslenker also Blick nach Großbritannien. Zweite Hürde: Brexit - wer verkauft nach Zentraleuropa?

 

Netterweise hat die NSX-Legende "Kaz" hier wertvolle Vorarbeit geleistet und die nahezu unbezahlbaren Originalfußmatten zu einer Firma namens Autostyle getragen wo deren Abmessung nun als Vorlage dienen. Das Ergebnis ist natürlich nicht identisch mit dem Original aber hat auf jeden Fall mal eine korrekte Passform.

 

Deren Internetseite eignet sich nicht wirklich gut für eine so spezielle Bestellung aber dafür sind sie per E-Mail sehr freundlich und hilfsbereit und so konnten wir vor der Bestellung die Teppichfarbe (Anthracite Gray) und die Nahtfarbe (Anthracite Leatherette) auswählen.

 

Auf Befestigungslöcher habe ich verzichtet nachdem dieser Wagen keine dafür passenden Montagepunkte besitzt.

 

Knapp 100 Euro (70 für die Matten, 30 für den Versand) sind zwar nicht billig aber der Qualität angemessen und immer noch ein Schnäppchen verglichen mit den wenigen Originalmatten die noch auf eBay herumfahren.

 

Da die "alten" Fußmatten einfach in Form geschnittene Stücke Teppichboden waren (eine Dreingabe vom Händler in Japan), ständig herumwanderten und sich unter dem Sitz aufrollten ist der Unterschied natürlich phänomenal.

 

Jetzt muss ich sie nur noch pfleglich behandeln auf das man möglichst lange Freude daran finden möge.

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11.12.2022 14:24    |    ElHeineken    |    Kommentare (24)    |   Stichworte: Elektronik, Honda, Kondensator, NA1, NSX, Reparatur, Steuergerät

Vor einigen Monaten kam ein NSX Klimasteuergerät herein. Es war zu diesem Zeitpunkt komplett ohne Funktion und damit schon über den typischen Punkt hinweg bei dem die ersten Problem auftreten (wie z. B. ein Lüfter der nur noch auf der höchsten Stufe funktioniert).

 

Wer diesen Blog schon länger liest weiß was jetzt kommt - ausgelaufenen Kondensatoren, verätzte Platinen, weggefressene Leiterbahnen, ein Glasfaserpinsel, viel Lötzinn und etliche Drahtbrücken - aber schön der Reihe nach :D

 

Die Platine zeigte sich in typischem Zustand. Dunkle Bereiche in der Nähe der 13 Elektrolyt-Kondensatoren zeigten an wo die ausgelaufenen Säure ihr Unwesen getrieben hatte. Sobald dadurch Leiterbahnen komplett aufgelöst werden fallen die ersten Funktionen des Steuergerät aus.

 

Nach dem Entfernen aller Elektrolyt-Kondensatoren und Abschleifen der betroffenen Bereiche mit einem Glasfaserpinsel (teilweise müssen dafür noch weitere Bauteile entfernt werden) kommt blankes Kupfer zum Vorschein. Erst jetzt kann der gesamte Schaden begutachtet werden.

 

Alle Kupferflächen werden verzinnt und unterbrochene Leiterbahnen mit kleinen Drahtbrücken wieder hergestellt. Auch die Lötaugen alle entfernten Bauelemente werden mit Zinn durchgespült um alle Reste der Kondensatorflüssigkeit zu entfernen.

 

Besonderes Augenmerk liegt darin die neuen Kondensatoren vernünftig zu kontaktieren. Da die Lötaugen häufig nicht mehr existieren werden dafür Drahtbrücken benötigt die später mit den Füßen der neuen Kondensatoren verlötet werden.

 

Zum Schluss dann noch der Einbau der neuen Kondensatoren (auf Grund der Lieferschwierigkeiten bei Panasonic und Co. inzwischen von Kemet. Es werden ausschließlich trockene Typen verwendet (Stichwort: Aluminium-Polymer) was ein erneutes Auslaufen sicher verhindert.

 

Nach einem Test im Auto dann noch die Reparatur der Lackversiegelung mit dem Pinsel, Zusammenbau und zurück an seinen Besitzer, der die korrekte Funktion bestätigen konnte.

 

Das Klimasteuergerät des NSX zeigt sich immer wieder als ziemlich robustest Kerlchen. Trotz der beteiligten vollen Bordspannung und durchaus hohen Strömen (Lüftermotor) führen selbst massive Ausfälle nur selten zu weiteren Schäden.

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31.07.2022 21:19    |    ElHeineken    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: 2 (6K), Ibiza, Kotflügel, Lack, Seat, Stoßstange

Auslöser für die ganze Sache war ein unerfreuliches Ereignis. Beim Wenden in der Nähe meines Hauses war ich der irrigen Annahme, das der Platz an einer Böschung fürs Wenden reichen würde - tat er aber nicht und so wurde die Stoßstange in Mitleidenschaft gezogen.

 

Es wurden mehrere Anschraubpunkte zwischen Stoßstange und Innenkotflügel der rechten Seite abgerissen - dumm gelaufen, selber Schuld. Auf der Suche nach Reparaturmöglichkeiten kam ich auch bei Teileverwertern vorbei und war erstaunt über die niedrigen Preise - 40 Euro für eine gebrauchte Stoßstange in der passenden Farbe!

 

Die Versandkosten waren zwar glatt noch mal so viel aber nicht hoch genug um mich abzuschrecken :D.

 

Ca. eine Woche nach Beauftragung war das Teil hier. Aufwändig verpackt und mit ziemlich vielen Farbschmieren aber alle Anschraubpunkte vorhanden. Lässt sich also mit etwas Spucke und Lackpolitur vernünftig herrichten.

 

 

 

Komplett Kratzer-frei war das Gebrauchtteil natürlich nicht aber auch die alte Stoßstange war diesbezüglich kein Kind von Traurigkeit. Außerdem war der Lack des Altteils schon seit Jahren nicht mehr in Ordnung - trotz Politur blieb er stumpf - das konnte das neue Teil besser.

 

Nach der Politur die Montage. Eigentlich einfach, wenn man weiß wie. In diesem Fall liegt das Geheimnis in den Blinkern. Wieso das?

 

Weil die Stoßstange zwei Befestigungspunkte hinter dem Kühlergrill hat und der Grill nur entfernt werden kann nachdem man seine beiden Enden unterhalb der Blinker nach oben heraus geschoben hat, wobei die Blinker im Weg sind .. aber Schritt für Schritt.

 

Generell gehen diese ganzen Plastiksachen viel besser wenn man sie vorher großzügig mit WD40 (oder einem Equivalent) einsprüht.

 

Die Blinker sind seitlich an den Hauptscheinwerfer eingeschoben und eingerastet. Man entnimmt das Leuchtmittel mitsamt Fassung (einfach drehen), drückt den hellen Plastikhebel an der Kontaktstelle zum Scheinwerfer zur Seite und schiebt anschließend das Blinkergehäuse nach vorne heraus.

 

Mit den Blinkern aus dem Weg kann der obere Lüftergrill entfernt werden. Dazu zwei Schrauben oben lösen, aus den Befestigungspunkten ganz links und ganz rechts nach oben heraus schieben sowie einen großen Schlitz-Schraubendreher zu Hilfe nehmen um die Rastung direkt neben den Scheinwerfern zu lösen.

 

Nun können die oberen beiden Befestigungsschrauben der Stoßstange gelöst werden, gefolgt von den unteren beiden (durch das schwarze Lüftungsgitter, unterhalb des Nummernschilds).

 

Dazu muss man ein bisschen auf dem Boden herum rutschen und von unten durch den Kühlergrill arbeiten. Nicht schwierig aber erst mal finden :D.

 

Die Stoßstange hält jetzt noch am Innenkotflügel der linken Seite (die rechte hatte ich ja schon Dank des Erdhügels abgerissen).

 

Manche der Schrauben waren leider korrosionsbedingt so fest, dass mit Hilfe der Korundscheiben am Dremel ein neuer Schlitz in den Kopf der Schraube gesägt werden musste. Positiver Nebeneffekt: Alles erwärmt sich, was ebenfalls den Rost lockert.

 

Nun kann die Stoßstange recht unspektakulär nach vorne abgezogen werden.

 

Die alte Spolierlippe wurde an die neue Stoßstange transplantiert, genauso wie das schwarze Lüftergitter. Beide waren in besserem Zustand, daher der Extra-Aufwand.

 

Neue Stoßstange am Auto befestigen, fertig.

 

Angesteckt von dieser "Tauschen statt lackieren"-Sache ging ich gleich noch auf die Suche nach einem rechten Kotflügel - der litt unter dem selben Problem mit dem matten Lack wie die alte Stoßstange ..

 

.. und den gab es sogar noch billiger als die Stoßstange: 30 Euro. Trotz 50 Euro Versand kam er leider beschädigt an und bei einem Hinweis an den Verkäufer (keine Reklamation!) gab es nur eine sehr merkwürdige Rückmeldung, dass er so etwas nie wieder machen würde.

 

Ein Tropfen gelbe Farbe löste das Problem auch wenn es schöner gewesen wäre ein Teil ohne Lackabplatzer zu bekommen.

 

Der Kotflügel selber wird montiert indem die Stoßstange entfernt wird (Dank der vorherigen Übung in 15 Minuten erledigt), anschließend wird der Innenkotflügel vom Kotflügel losgeschraubt (etliche Stellen und verschiedenste Schrauben) und zum Schluss der Kotflügel selber.

 

Dazu gehören auch zwei Schrauben unten am Holm, die unter dem Unterbodenschutz etwas schwer zu erkennen sind.

 

Wichtiger Hinweis: Auch wenn es so aussieht muss im Motorraum nur eine Schraube der Motorhaube gelöst werden, nicht beide!

 

Sehr schön übrigens zu sehen wo der Seat das Gammeln anfängt. Es sammeln sich große Mengen Dreck im Blechtrapez der irgendwann das Metall der Vorderseite der Schweller durchfrisst und wie es dann weiter geht kann man sich gut vorstellen.

 

Da muss die andere Seite auf jeden Fall auch noch gereinigt werden ..

 

Die Montage ist keine komplizierte Sache und das neue Teil passte ohne weitere Anpassungen.

 

Das Resultat kann sich sehen lassen und ich bin sehr zufrieden damit, auch wenn es vermutlich den Großteil der Leute die dieses Auto sehen nicht die Bohne interessieren wird ..

 

Für die langsam zerbröselnden Manschetten an Handbremse und Schaltknauf ist übrigens auch schon Ersatz unterwegs - für 20 Euro ;)

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17.07.2022 21:16    |    ElHeineken    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: Honda, NA1, NSX, Treffen

Sommer, Sonne, Autotreffen - nach etwas organisatorischem Hin und Her ergab sich die Möglichkeit einen britischen NSX-Fahrer und seine Freunde auf deren Europa-Tour zu treffen. Ursprünglich auf dem Weg durch den Schwarzwald machten sie einen kurzen Abstecher nach Renningen und so konnte man sich auf dem dortigen Flugplatz treffen.

 

Wieder mal war ich viel zu früh dran und hatte daher reichlich Zeit mir den Schotterplatz und die Umgebung genauer anzusehen bevor der Rest eintraf.

 

Unterwegs waren sei mit einem NSX, einem Hyundai und zwei Mercedes. Eine ziemlich bunte Truppe die mit sehr viel Spaß dabei war sie praktisch permanent gegenseitig zu necken - man merkte schnell, dass es nicht der erste gemeinsame Ausflug dieser Art war.

 

Für mich eine ganze besondere Sache, sind die Wagen in Deutschland doch sehr selten. Auch war es wohl das erste Mal, seit dem Kauf in Japan, das das Auto neben seinesgleichen stehen und sogar hinterher fahren durfte.

 

Zurück zum Parkplatz. Der dortige Biergarten ist sehr zu empfehlen und nach einer gemeinsamen Stärkung ging es eine Stunde durch die Dörfer bis wir uns in der Nähe des Stuttgarter Flughafens wieder trennten.

 

Zwischendurch gab es immer mal wieder längere Pausen weil zwei der Kollegen hier und da den Anschluss verpasst hatten.

 

Neben dem Sitzen im Biergarten eine weitere gute Gelegenheit ein bisschen zu Fachsimpeln und sich über die Autos zu unterhalten.

 

 

Als kleines Gimmick standen wir zuletzt an einer alten, nicht mehr in Betrieb befindlichen Tankstelle, dessen Zapfsäule noch den letzten Einkauf anzeigte - 54 l für 1,38 €/l - das waren noch Zeiten.

 

Beim letzten Halt begann es kräftig zu regnen - eine Vorankündigung der Wassermassen die an diesem Abend noch herunter kommen sollten.

 

Meine Heimfahrt (nach einer herzlichen Verabschiedung) wurde sehr nass aber so konnten immerhin die neuen Scheibenwischer und deren Mechanik ausgiebig getestet werden: Keine Problem, Schrammen oder Kratzer.

 

Auch der eingebaute Gummi-Abstandshalter funktioniert einwandfrei, es wurden keine ungewöhnlichen Wasserspuren unter der Haube oder andere Merkwürdigkeiten beobachtet.

 

Eine sehr schöne, gemeinsame Aktion die mir wohl länger in Erinnerung bleiben wird. Hoffen wir, dass sich noch weitere solche Gelegenheiten ergeben.

 

Für erste wäre da z. B. noch ein alter Freund der wie ich in den 2000er-Jahren Prelude gefahren ist und vor Kurzem wieder einen erstanden hat ..

 

.. außerdem gibt es aus dem letzten Jahr noch die Ankündigung einiger Motortalker mal etwas gemeinsames zu organisieren. Dafür würde ich auch durchaus längere Anfahrtswege in Kauf nehmen :D

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02.07.2022 21:29    |    ElHeineken    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: Honda, leise, NA1, NSX, Operationsverstärker, Radio, Rauschen, Reparatur

Über die hiesige Direktnachrichtfunktion kam der Hilferuf eines deutschen NSX-Fahrers herein. Sein Radio rausche merkwürdig beim Drehen am Lautstärkeregler, der Ton sei viel zu Leise und jemand anderes hatte wohl schon einen Blick hinein geworfen aber kein Glück gehabt.

 

Da außer bei einem komplettem Ausfall des Radios (lässt sich nicht mehr einschalten) eine Reparatur meist noch möglich ist unterhielten wir uns eine Weile per Whatsapp und kamen zum Schluss das Gerät direkt zu mir zu schicken.

 

Kaum hier angekommen macht ich mich in der Mittagspause daran mal einen Blick hinein zu werfen, was eine interessante Widmung zum Vorschein brachte für die der Besitzer aber auch keine Erklärung hatte.

 

Meine erste Vermutung war natürlich, dass ausgelaufene Kondensatoren die Ursache für das Problem darstellten und ein Tausch sowie die Wiederherstellung der betroffenen Leiterbahnen alles wieder ins Lot bringen würden.

 

Interessanterweise waren bei einem vorherigen, durchaus professionellen Reparaturversuch aber bereits neue Kondensatoren eingebaut und eine Sanierung der betroffenen Bereiche vorgenommen worden.

 

Damit war zwar bewiesen, dass das Radio (wie früher oder später alle Exemplare) unter ausgelaufenen Kondensatoren gelitten hatte aber gleichzeitig auch, dass dies nicht die Ursache für das Problem sein konnte – die Fehlersuche ging also am Abend weiter.

 

Die von jemand anderem eingebauten Brücken für defekte Leiterbahnen waren alle korrekt, daran konnte es also nicht liegen. Das Problem trat nachweislich bei allen Quellen (Radio, Kassette, CD-Wechsler) und in unveränderter Form auf, daher musste sich die Ursache irgendwo in den hinteren Stufen der Audioverarbeitung befinden.

 

Eine Überprüfung der Stromversorgung der letzten Operationsverstärker auf dem Weg zu den Lautsprechern (IC205 und IC206) brachte kein Ergebnis, die Spannungen waren absolut stabil (hier wurde schon einmal ein Fehler beobachtet). Der testweise Austausch der Netzteil-, Lautstärke- und Klangplatine brachte ebenfalls kein Glück.

 

Mehr aus Verzweiflung wurden die vier größeren Koppelkondensatoren dieser Verstärker ausgebaut, vermessen und wegen abweichender Werte eines Exemplars ebenfalls ersetzt – was aber erwartungsgemäß keine Verbesserung brachte.

 

Während des Herum-Messens auf der Platine kam ein besonderer Baustein in den Fokus – ein analoger Multiplexer-Chip namens MC14066B, der auf die Bezeichnung IC304 hört. Vermutlich ist er für die Umschaltung zwischen den verschiedenen Eingangsquellen zuständig und könnte damit Ursache des Problems sein.

 

Bewaffnet mit einem Ersatz-Chip von einer defekten Radioplatine und einer Heißluftlötstation wurde der Kollege ausgetauscht. Nach Einschalten des Radio war dann aber wieder der altbekannte, verzerrte und leise Klang zu hören – eine weitere Sackgasse also.

 

In direkter Nachbarschaft befindet sich IC303, ein Vierkanal Operationsverstärker. Dessen Rolle ist mir zwar nicht ganz klar, sein Verhalten jedoch äußerst suspekt: Volle Betriebsspannung und ein sauberes Eingangssignal aber ein praktisch toter Ausgang ..

 

Gleiches Spiel wie beim letzten Mal aber nun klang ein sauberes und kräftiges Rauschen durch die Lautsprecher – endlich Erfolg! Zwar haben die Schrumpfschläuche der umliegenden Kondensatoren durch die Heißluft etwas gelitten aber nichts dramatisches.

 

Gleich darauf wurde der Besitzer informiert, der ebenso Begeistert wie ich über den gefunden Fehler und die Lösung war. Das Bauteil ist übrigens immer noch erhältlich und kostet keinen Euro.

 

Wie häufig liegt das eigentlich Problem also darin heraus zu finden wo sich der Fehler befindet und weniger das Beheben dessen.

 

Ein entsprechender Test von CD, Radio und Kassette klappte problemlos und hoffentlich sorgt das Gerät bald wieder für die gewohnte Freude in seiner angestammen Heimat.

 

Zum Abschluss wurde alles wieder zusammengebaut. Der Lautstärkeregler (musste zum testweisen Tausch der dazugehörigen Platine gelöst werden) ist mit neuem Schraubensicherungslack behandelt da er sich gerne löst – was dann ein für ein etwas scheppes Aussehen der Knöpfe an der Radiofront sorgt.

 

Einiges an Zeit wurde investiert aber auch mehr über das Innenleben und die Funktionsweise des Radios gelernt – das wird bei anderen Reparaturen sicher von Hilfe sein.

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04.06.2022 21:47    |    ElHeineken    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: Honda, NA1, NSX, Wischer

Schon seit dem Kauf des NSX war bekannt, dass der Scheibenwischer auf der Beifahrerseite unten an der Fronthaube kratzt. Da man ja meistens bei gutem Wetter unterwegs ist kein so großes Problem.

 

Auf der letztjährigen Reise durch die Republik tat es aber jedes Mal weh wenn man bei der Fahrt im Regen Alu auf Alu schrammen hörte.

 

Eine erste Analyse zeigt leicht erhöhtes Spiel im Lager des Wischerarms. Der Arm selber schien, außer den Kratzern, keine Beschädigungen aufzuweisen.

 

Es wurde ein entsprechendes Thema im Forum in Groß-Großbritannien angelegt, auch um herauszufinden ob andere Leute ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

 

Dabei kam als erstes heraus, dass man bei der Montage der Wischerarme aufpassen muss. Sie müssen beim Anziehen der Hutmutter in Richtung Scheibe gedrückt werden sonst kommt es ebenfalls zu Materialabtrag.

 

Es meldeten sich außerdem ein Fahrer, der unter dem selben Problem litt sowie etliche andere ohne, die Messungen und Infos zum Sollzustand beisteuern konnten. So misst man von der Oberkante der Haube zum Glas 50 mm (45 mm von der Unterseite zum Glas). Der Abstand zwischen Haube und Hutmutter beträgt im Idealfall 5 mm.

 

Bei mit waren es nur 45 mm von der Haube zum Glas und damit praktisch null Abstand zwischen Hutmutter und Haube (wenn man mit dem Daumen auf die Haube drückt setzt sie auf der Hutmutter auf). Die Haube sitzt so sehr dicht auf und der Wischerarm schrammt darunter hindurch.

 

Eine Vermutung war zunächst, dass die Gummis mit denen das Scheibenwischergestänge befestigt ist, sich mit der Zeit gesetzt hätten und dadurch alles in Richtung Haube gekippt wäre. Eine Lieferung neuer Gummis löste das Problem aber leider nicht.

 

Nun musste also wohl ein neues Gestänge her. Auf Grund des Ukraine-Kriegs hatte die Japanische Post alle Flüge nach Europa eingestellt und die Frachtkosten hätten die bereits hohen Ersatzteilpreise noch überstiegen.

 

Glücklicherweise gab es jedoch ein Online-Angebot eines deutschen Hondahändlers für ein gebrauchtes und wirklich sehr gut aussehendes Rechtslenker-Gestänge zu einem vernünftigen Preis und inklusive Motor - also gleich zugeschlagen.

 

Nach der Lieferung stellte sich heraus, dass es praktisch neu und noch nie eingebaut war. Vermutlich wurde nur ein einzelnes Teil daraus benötigt (die Verbindung zum Motor), was aber problemlos aus dem alten Gestänge entnommen werden konnte.

 

Voller Begeisterung wurde alles eingebaut aber auch wenn der neue Wischerarm nicht mehr schrammte so war der Abstand zwischen Haube und Arm weiterhin winzig und würde wohl bald wieder zu Problemen führen.

 

Nun war guter Rat teuer. Alle Versuche das Gestänge tiefer zu montieren schlugen fehl - hier waren wohl alle Toleranzen ausgereizt. Bei einer Online-Recherche stieß ich auf ein Problem des 7er-BMW was sehr ähnlich klang: https://...-forum-com.translate.goog/.../showpost.html?...

 

Dort wurde, sofern ein Austausch der Lagerbuchsen des Wischerarms nicht genügt, die Haube gebogen .. ob das hier auch nötig sein würde? Zeit den Lackierer des Vertrauens aufzusuchen und darüber zu sprechen.

 

Dieser (und andere) rieten recht deutlich von Biegeversuchen ab. Die Haube wurde als "robust aber zerbrechlich" beschrieben, was so etwas gefährlich macht. Die benötigten 50 mm Abstand waren aber im elastischen Bereich der Haube konnte also ohne verbiegen erreicht werden.

 

Aus Verzweiflung versuchte ich daher mein Glück mit einem 25 mm Gummistopfen auf dem Querblech was überraschenderweise sehr gut klappte.

 

Die Haube wurde mittig ausreichend nach oben gedrückt, wobei sie seitlich nur minimal über die Kotflügel oder Klappscheinwerfer hinaus hoch kam.

 

Mangels Alternativen wurde beschlossen mit diesem Ansatz weiter zu machen - auch da es das geringste Risiko darstelle und notfalls jederzeit rückgängig zu machen ist.

 

Nach weiteren Experimenten genügt schlussendlich eine Gummistopfen-Höhe von 20 mm die wirklich nur für die nötige Freiheit des Scheibenwischers sorgt und alle Ecken der Haube nur unmerklich erhöht - optisch ist bei geschlossener Haube nichts zu erkennen.

 

Zeit alles wieder zusammen zu bauen, zu begutachten und eine letzte Messung durchzuführen. Ergebnis: Saubere 50 mm vom Glas zur Oberseite der Haube!

 

 

Der Einbau der Wischerabdeckung erforderte dünne Unterlegscheiben an den Anschraubpunkten da sie damals bei der Umrüstung der Scheinwerfer alle beschädigt wurden. Der Visor wurde mit neuen Clips befestigt.

 

Zur Feier des Tages wurden noch neue Original-Wischergummis (Honda Japan verkauft sie separat und sogar für einen fairen Preis) aufgezogen und damit ein weiterer Arbeitspunkt abgehakt :)

 

 

Auch wenn die Lösung in Form eines 1,20 € Gummiteils aus dem Baumarkt nicht sehr professionell erscheint, ist es angesichts der Umstände wohl trotzdem die beste Option.

 

Jetzt kann also auch bei Regenwetter mit gutem Gewissen gefahren werden und das Problem verschlimmert sich nicht weiter.

 

Dem NSX-Fahrer mit dem selben Problem kann so ebenfalls geholfen werden und erspart ihm den Kauf eines neuen Gestänges (was außerdem nur noch für Rechtslenker verfügbar ist).

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24.02.2022 21:19    |    ElHeineken    |    Kommentare (17)    |   Stichworte: Elektronik, Honda, Klimaanlage, Kondensator, NA1, NSX, Reparatur

Eine äußerliche normale NSX-Klimasteuerung aus der Schweiz bei der der Lüfter nur noch ausgeschaltet oder auf höchster Stufe laufen sollte. Das Verhalten war auch in meinem NSX identisch und der Selbsttest zeigte keine Probleme an.

 

Dieses Verhalten ist typisch für ausgelaufene Kondensatoren aber nach dem Öffnen des Steuergeräts war sichtbar, dass die Kondensatoren bereits einmal ausgetauscht wurden ..

 

Was damals allerdings versäumt wurde war die dringend notwendige Entfernung der Säure. Wird dies nicht gemacht so frisst sie sich unter der Lackierung weiter durchs Kupfer, und zwar so lange bis die chemische Reaktion zum Stillstand kommt.

 

 

Der erste Schritt war daher die Entfernung der Kondensatoren und die Reinigung der betroffenen Gebiete bis auf das blanke Metall.

 

Das funktioniert ganz gut mit einem Glasfaserstift. Danach ging die Suche nach unterbrochenen Leiterbahnen los.

 

Gefunden wurden zwei eindeutige Unterbrechungen aber auch potentielle Stellen wurden sicherheitshalber gleich mit repariert - sicher ist sicher.

 

 

Nach der Beschichtung aller freien Kupferbereiche mit Lötzinn, dem Einbau eines Satzes neuer Kondensatoren und dem Hinzufügen von diversen Reparaturleitungen funktioniert das Gerät wieder wie es sollte.

 

Ich bin immer noch beeindruckt davon was die Platine und deren Elektronik so alles aushält bevor sie ganz ausfällt.

 

Nach einer zusätzliche Lackschicht auf der Ober- und Unterseite ging es ins Fahrzeug zum (erfolgreichen) Funktionstest.

 

 

 

 

 

Im Nachhinein vermute ich eine Stelle rund um C11 war ursächlich für den Fehler. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe des Leistungstransistors der die Lüftergeschwindigkeit regelt.

 

Leider konnte bisher keiner der NSX-Spezialisten diesen Verdacht bestätigen.

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30.11.2021 20:55    |    ElHeineken    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: Honda, NA1, NSX

Herbst- und Winterzeit ist Bastelzeit. Das bedeutet auch, dass wie in jeder Wintersaison, die NSX-Fahrer Steuergeräte voller auslaufender Kondensatoren aus den Autos holen.

 

In diesem Fall ein Radio das zwar funktionierte, aber nicht mehr wirklich zufriedenstellend. Ein Testlauf zeigt guten Radioempfang aber Tonverzerrungen die nach einer Aufwärmzeit verschwanden. Der CD-Anschluss funktionierte nur noch auf einem Kanal und fiel kurz danach vollständig aus.

 

Die Verzerrungen mit Aufwärmzeit sind beim NSX-Radio typisch für Kondensatorschäden, können aber auch leicht mit Empfangsproblemen verwechselt werden.

 

Eine erste Begutachtung zeigte neben einem Extra-Anschluss zur Versorgung eines zusätzlichen Verstärkers das übliche Bild: Aufgequollene Kondensatoren, Säure an vielen Stellen, unter anderem auch an zwei Steckern.

 

Aus diesem Grund musste der CD-Wechsleranschluss und einer der Flachbandkabelstecker entfernt und gereinigt werden. Netterweise ist die Säure nicht weiter als bis zu den Anschlussfüßchen vorgedrungen und die Teile konnten wieder verwendet werden.

 

Ein Ausfall des CD-Wechslers liegt mit großer Wahrscheinlichkeit am Tod des dafür zuständigen Operationsverstärkers, also wurde hier schon mal Ersatz eingeplant.

 

Nach dem Entfernen der betroffenen Teile sieht man schön wie die Suppe auf der Platine steht. Sie wird mit Wasser und Alkohol gründlich gereinigt.

 

Anschließend werden die Leiterbahnen auf Unterbrechungen hin untersucht. Lackschichten die sich verfärbt haben müssen weg und werden mit einem Glasfaserstift abgetragen.

 

Exakten Ersatz für den Operationsverstärker ist nicht mehr erhältlich aber der Vorteil an diesem Typ Bauelement ist, dass sie in weiten Bereichen austauschbar sind ohne dass dies Auswirkungen auf den Klang hat.

 

Daher kam hier ein Nachfolgetyp mit etwas kleineren Abmessungen und geringfügig besseren Eigenschaften zum Einsatz, der sich aber noch problemlos auflöten lässt.

 

Die Leiterbahnen waren netterweise alle noch in Ordnung, da bleibt einem schon mal das Gefummel mit Reparaturleitungen und kurzen Drahtstücken erspart.

 

Anstelle der alten Elektrolyt-Kondensatoren wurden trockene Aluminium-Polymer Kondensatoren eingesetzt. Die haben Dank Chipkrise und Co ordentlich im Preis angezogen und liegen inzwischen teilweise bei mehr als fünf Euro das Stück.

 

Der Testlauf nach dem Einlöten der Stecker und dem Zusammenbau war dafür auf Anhieb erfolgreich - das ist leider nicht immer der Fall. Beim ersten Patienten dieser Art fanden sich danach noch zwei weitere Defekte von denen wir aber diesmal verschont blieben.

 

Diese NSX-EU-Radios mit RDS und TPA machen einem den finalen Test verhältnismäßig einfach. Man lässt das System von CD spielen während TPA eingeschaltet ist - pünktlich zu jeder Verkehrsmeldung wird die CD vom Radio unterbrochen und so stellt man sicher, dass beides (CD und Radio) über einen längeren Testzeitraum hinweg funktionieren.

 

Das Kassettendeck funktionierte übrigens von Anfang an einwandfrei, inklusive Vor- und Zurückspulen, Track-Skip, und Autoreverse. Der Riemen scheint also noch gut zu funktionieren und keines der Zahnräder ist verharzt.

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20.11.2021 21:34    |    ElHeineken    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: Bose, Elektronik, Honda, Kondensatoren, NA1, NSX, Verstärker

Drei weitere Verstärker aus Frankreich. Alle schon seit längerem nicht mehr mehr im Einsatz nachdem sie die üblichen Probleme gemacht haben. Der Besitzer hatte sie durch einen alternativen aktiven Verstärker ersetzt.

 

Einer davon mit ordentlichen Brandspuren nachdem einer der MOS-FETs durchgegangen ist - ein typischer Fehlerfall bei diesen Klasse-D-Verstärkern von BOSE, verursacht durch die elektrisch leitfähige Säure der ausgelaufenen Kondensatoren.

 

Besser gar nicht erst probieren sie in Betrieb zu nehmen sondern erst mal die Kondensatoren entfernen, die Platine begutachten und nötige Reparaturen durchführen.

 

 

Um mal zu zeigen was und wie viel da auslaufen kann, hier das Bild des zweiten Verstärkers - die Säure aus den Kondensatoren trieft praktisch schon von den Transistoren ..

 

Der dritte Verstärker sah verhältnismäßig normal aus, was aber nichts bedeuten muss. Die Säure wandert gerne unterhalb des Heißklebers entlang.

 

Als erstes muss dieser von den Spulen und allen angrenzenden Bauteilen entfernt werden. Wie der Name schon vermuten lässt wird hier Wärme gebraucht.

 

Da 15 Minuten lang einen Föhn zu halten nicht vergnügungssteuerpflichtig ist hilft die ehrenwerte Bernstein-Schraubzwinge ..

 

Danach startet das Gepopel unter Zuhilfenahme von Fingern und Pinzette. Typischerweise findet sich überall dort wo der Kleber die Platine berührt eine Schicht Säure.

 

 

 

 

Nicht besonders angenehm, da ist ordentliches Hände waschen und reinigen des Arbeitsplatzes Pflicht aber seit Corona ist das ja nix ungewohntes mehr :D

 

Anschließend können die Kondensatoren und MOS-FETs entfernt werden. Vorher muss natürlich sauber dokumentiert werden was da entfernt wurde.

 

Da es für die BOSE-FETs bekannte Ersatztypen gibt wurden diese komplett ersetzt. Auch wenn nur einer wirklich abgeraucht war ist jahrelang in Säure eingelegt zu werden generell nicht so toll und die Messwerte waren ebenfalls wenig beeindruckend.

 

Interessanterweise war nur auf einer der Platinen eine Leiterbahn so angegriffen, dass sie ersetzt werden musste.

 

Ansonsten genügte ein Abschleifen aller durch die Säure verfärbten Bereich mit einem Glasfaser-Radierer sowie das gründliche Waschen der Platine mit Wasser und Alkohol.

 

Blanke Kupferstellen wurden zum Korrosionsschutz verzinnt (zum Schluss wird die Platine noch mit Lack versiegelt), die neuen Kondensatoren und FETs sowie die Spulen installiert und alles einem Test unterworfen.

 

Für die großen Typen wurden trockene Aluminium-Polymer-Kondensatoren eingesetzt die nicht mehr auslaufen können.

 

Die kleineren wurden wegen möglicher Auswirkungen auf den Frequenzgang des Verstärkers (Bose verändert die Bestückung um den Verstärkern an unterschiedlichen Einbauorten verschiedene Charakteristiken zu geben) durch reguläre Typen ersetzt.

 

Klingt alles nach einer Erfolgsgeschichte aber leider gab es beim letzten Exemplar das Problem, dass er keinen Mux von sich gab.

 

Mit Hilfe des Oszilloskops konnte ermittelt werden, dass einer der Bose Spezialchips nur noch halb funktionierte. Zwar erzeugte er noch die notwendigen Zwischensignale, steuerte aber die Ausgangstransistoren nicht mehr an.

 

Üblicherweise ist hier Ende, denn Ersatzteile gibt es dafür nicht. Glücklicherweise hatte ich vor einigen Wochen aus China recycelte Bauteile dieses Typs gekauft - die letzte Chance für diesen Verstärker.

 

Da die 20 Beine des ICs und das alte Lötzinn ein reguläres entlöten praktisch unmöglich macht, hilft nur der Seitenschneider - Beine abschneiden und einzeln entlöten. Anschließend kommt eine Fassung und der Ersatz-IC zum Einsatz.

 

Trommelwirbel - und der Verstärker spielt wieder!

 

Trotz vorsichtigem entlöten wurde eine Leiterbahn beschädigt und es musste eine kleine Brücke installiert werden - trotzdem gut, das alles wieder funktioniert wie es soll.

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23.10.2021 16:05    |    ElHeineken    |    Kommentare (48)    |   Stichworte: 1 (GD), Honda, Jazz, Reifenwechsel, Sommerreifen, Verschleißzahlen, Winterreifen

Eigentlich erst im November geplant brachte uns das Souvenir, welches unser Jazz unterwegs eingesammelt hatte, in Zugzwang. Zeit die Hebebühne abzustauben und das übliche Programm durchzuziehen.

 

Die Schraube im Hinterreifen war der Klassiker: Mit dem Vorderrad drüber fahren - Schraube stellt sich auf - und dann zielsicher mit dem Hinterrad aufgesammelt.

 

Blöd aber wenigstens mitten ins Profil. So haben wir zumindest die Chance den Reifen flicken zu lassen. Ein Freund von mir kennt sich damit aus und bekommt daher am Montag das Rad vor die Garage gestellt.

 

Als Ehefrau eines Schraubers hatte meine Frau kein Problem in der Tiergarage ihres Arbeitgebers das Ersatzrad aufzuziehen.

 

Kleiner Tipp am Rande: Beim Reifendruck kontrollieren das Ersatzrad nicht vergessen, sonst wechselt man nur von einem platten Reifen zum nächsten .. war aber dieses mal nicht der Fall :D

 

Samstagmorgen, aufstehen, frühstücken, Arbeitsklamotten anziehen und die Kinder mit dem Hinweis das der Schlagschrauber zum Einsatz kommt in die Garage locken - und schon kann es los gehen.

 

Kinder temporär aus der Garage bitten, aufpassen dass kein Gegenverkehr die Straße vor der Doppelgarage kreuzt, Jazz auf die Bühne.

 

Rampenverlängerungen hinten (weil da ist das Auto leichter) einrasten, Gummiklötze unter die Aufbockpunkte und hoch damit. Keine Überraschungen mit der Hebebühne, funktioniert noch einwandfrei.

 

Bei der Gelegenheit gleich mal die Reserveradmulde aussaugen. Reserverad abmontieren und zusammen mit Wagenheber, Werkzeug und Verbandskasten wieder unter dem Boden des Kofferraums unterbringen.

 

Papa hält den Schlagschraube und der Nachwuchs darf abwechselnd kurz auf den Auslöser drücken - klappt hervorragend und alle haben Spaß dabei.

 

Nachdem alle vier Räder herunter sind geht die Arbeit im Alleingang weiter. Restprofil in die Unterlagen aufnehmen und gleich mal zwei neue Sommerreifen auf die Einkaufsliste aufnehmen.

 

Da der Jazz zum Gammeln an der Bremsen der Hinterachse tendiert nutze ich den Reifenwechsel immer dazu die Führung der Bremsbeläge zu reinigen und mit ein wenig Kupferpaste wieder einzubauen.

 

Dabei kann man auch gleich die Belag- und Scheibenstärke kontrollieren, das dann auch an allen vier Rädern. Noch mehr für die Einkaufsliste: Neue Scheiben und Beläge für die Hinterachse.

 

Nachdem alles wieder zusammen gebaut ist kommen die Räder wieder drauf und werden vor dem herunter lassen des Autos mit dem Schlagschraube leicht angezogen.

 

Nun noch mal einen Blick auf den Unterboden werfen und alle potentiell rostig aussehenden Stellen mit Korrosionsschutzfett einsprühen und das Auto darf wieder herunter.

 

Sobald die Kiste auf den eigene vier Rädern steht wird mit dem Drehmomentschlüssel auf Spezifikation nachgezogen. Radkappen drauf und raus aus der Garage.

 

Den defekten Hinterreifen in den Kofferraum, die zu ersetzenden Vorderreifen oben auf den Reifenstapel in der Garage damit man später nicht noch umschichten muss.

 

Etwas mehr Arbeit als ein einfacher Reifenwechsel aber so weiß man sauber über den Stand des Wagens Bescheid - der Winter kann kommen.

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07.10.2021 20:46    |    ElHeineken    |    Kommentare (28)    |   Stichworte: Honda, NA1, NSX

Der diesjährige Familienurlaub führte uns längs durch Deutschland mit dem letzten Stopp in der Hansestadt an der Weser. Die Eltern meiner Frau haben ihren Altersruhesitz dorthin verlegt und den wollten wir, inklusive seiner Bewohnern besuchen. Jemand hier aus dem Forum lebt aber noch länger in dieser Gegend und das ist der Nutzer @Trottel2011.

 

Ersten Kontakt hatten wir in einem meiner ersten Blogeinträge zum NSX. Beim Thema "Tausch des Kühlwasserbehälters" stritt man sich darüber ob der NSX oder der Jaguar XJ-S V12 mit mehr Kühlschläuchen gesegnet sei :D

 

Wenn man also eh schon viel Auto fahren muss, warum nicht gleich mit zwei Kisten? Zwar steigen so die Kosten aber dafür gestaltet sich die Beaufsichtigung des Nachwuchs einfacher und der NSX bekommt mal wieder etwas Auslauf.

 

 

Gesagt, getan. Mit insgesamt zwei Zwischenstopps und damit verbundenen Besuchen bei Freuden war das alles nicht besonders stressig. In Bremen angekommen stand natürlich zuerst die Familie auf dem Programm aber ein wichtiger Punkt auf der Liste war auch das Motortalk-Blogger-Treffen.

 

Am dritten Tag des Aufenthalts war es dann soweit und ich durfte mich nach dem Mittagessen mit dem Roten aus dem Staub machen. Erster Treffpunkt war der Mr. Wash (der NSX war doch ein wenig dreckig) wo sich anhand der ja schon reichlich bekannten Autos schnell entdeckte.

 

Ein erstes Beschnüffeln erfolgte auf dem Baumarktparkplatz gegenüber, wo der frisch gereinigte Wagen (wie man das als Japan-Exoten-Fahrer kennt) erst mal ausgiebig von einem knallgrünen Porsche und dessen Fahrer ignoriert wurden. :D

 

 

Anschließend ab ins Industriegebiet für die Foto-Session deren Ergebnisse nun in Trottels Let's Drive zu bestaunen sind. Natürlich sind wir auch dort unangenehm aufgefallen nachdem ein Bus und der NSX nicht gemeinsam auf die (zugegebenermaßen ziemlich große) Wendeplatte passten .. lies sich aber schnell lösen.

 

Ungeeignet für einen Let's Drive stand der zukünftige Autor bisher nur hinter der Kamera aber noch nicht hinter dem Steuer - das musste dringend geändert werden. Die Idee war daher erst mal, Petrolhead-kompatibel, zu Daisy's Diner zu fahren und sich anschließend um diesen Umstand zu kümmern.

 

Nach einem leckeren Abendessen und interessanten Gesprächen starteten wir dann gemeinsam vom Parkplatz aus ins benachbarte Industriegebiet und auf die Autobahn um den Wagen noch genauer kennen lernen zu können. Alle Details dazu finden sich in Trottels Blogeintrag :cool:

 

Da es hier ja um Personen geht, die schon längere Zeit erfolgreich Rechtslenker fahren und angesichts des Automatikgetriebes im NSX gibt es keinen Grund nervös zu werden, auch wenn es das zweite Mal seit dem Kauf des Wagens in Japan war, dass ich auf dem Beifahrersitz unterwegs war.

 

Sehr gefreut hat mich neben dem netten Treffen auch die Info, dass mein Automatikgetriebe (für seinen Jahrgang) ganz normal schalten würde - eine Sache die mir mangels Vergleich immer ein wenig nachgegangen ist.

 

Bei einsetzender Dunkelheit und Nieselregen ging es nach einem letzten Foto wieder nach Hause.

 

Eine wirklich nette Sache sich nach all den Jahren mal persönlich zu treffen - könnte man ruhig häufiger machen wenn es nur nicht so verdammt weit weg wäre ..

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