• Online: 2.008

MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

16.05.2014 13:07    |    Andi2011    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: Sicht der Dinge

Ich geh gern mit Menschen um, mag den Großteil meiner Mitarbeiter und auch wenn ich nach manchem Arbeitstag geschafft auf`s heimische Sofa plumpse, mach ich meinen Job ganz gern.

Klar, Ausgleich ist wichtig, den finde ich meist in der Familie, bei Freunden, im Kino, in meinem Auto ganz allein…aber richtig zur Ruhe kommen?

 

Nun bot mein Arbeitgeber einen „Oasentag“ an. Nun ja dachte ich mir, was soll das werden?

Fahren wir in ein Kloster und fassen uns alle im Sitzkreis an den Händen und summen vor uns hin?

Ich bin nicht religiös im kirchlichen Sinne und sowas liegt mir eher nicht.

 

Aber Ansehen kann nicht schaden, also fuhr ich in ein nettes idyllisches Örtchen in das eingeladen wurde und lies mich vorher aufklären, dass wir dort zur Ruhe finden sollen, was für unsere Seele tun und eine Aufgabe erfüllen.

 

Aha ja, gut, ok, mal sehen…Nach einer Begrüßung und ein paar Erläuterungen eines anwesenden Mönches, sprach er mit jedem von uns wenigen Leuten einzeln etwa eine halbe Stunde, sehr nett, sympathisch, auch mit mir.

Am Ende des Gespräches bekam jeder eine Aufgabe und ich auch meine Aufgabe, meine ganz alleine.

Ziel: Eine Zeit der Stille erleben und aushalten, Reden verboten, Denken erlaubt, den Rest des Tages bis zum Abendbrot um 19 Uhr.

 

Mir war unwohl als ich den Zettel auseinander faltete der mir in die Hand gedrückt wurde. Sollte ich jetzt etwa schweigend Mandalas malen? Körperliche Entspannungsübungen durchführen? In der Kirche sitzen und das Gras beim wachsen beobachten?

Ne, dann bin ich hier schnell wieder weg.

 

 

Auf dem Zettel stand: Geh und suche deinen Arcturus!

 

Ääääh jaaaaa, neeee is klaaa - wie ich als alter Ruhrpottler bei mir dachte.

 

 

Ich marschierte also mit meinem Zettel los nach draußen, an meinem geparkten Auto vorbei, über eine Wiese zu einem Flüßchen und las nochmal: „Geh und suche deinen Arcturus!“

 

Arcturus? Schon mal irgendwo gehört… Was ist das?

Also das Smartphone gezückt und die Suchmaschine bemüht.

Ergebnis Nr. 1: Norwegische Death-Metal Band

Nicht schlecht, Metal ist meine Musik, cool dieser Mönch oder meint der was anderes??

Ergebnis Nr. 2: Arcturus, der hellste Stern des Nordhimmels, weit außerhalb unseres Sonnensystems…

 

Ich ging zurück in die dortige Bibliothek und begann zu suchen und zu lesen und...zu schweigen.

Ich las und dachte nach über die Größe der Erde, über Neptun, den äußersten Planeten unseres Sonnensystems. Über Größenverhältnisse und physikalische Zusammenhänge.

Über Arkturus, einen der hellsten Sterne den wir von der Erde aus und sogar von so etwa jedem Kontinent aus sehen können. 200 Mal heller als unsere Sonne und mit 22 Mal größerem Durchmesser.

 

Man kann ihn sehen, wenn man einfach der Deichsel des „Großen Wagens“ am Sternenhimmel folgt, besser: Man kann ihn nicht übersehen.

Ich ging zurück zum Fluss und die Gedanken kamen von allein:

Wie wichtig nehmen wir uns und ich mich? Sorgen um Morgen, das Geld, den Job. Nöte, Kriege, Ungerechtigkeiten auf unserer Welt.

Ärger über den blöden Nachbarn, den Stau im Feierabend, die zu hohe Handyrechnung die Benzinkosten...

 

Mir fiel ein Bild aus einem der Bücher von der Raumsonde Cassini-Huygens ein, dass die Sonde vom Saturn aus von der Erde machte, ich hab es hier eingebaut…

 

Wir sind so klein, unser Planet nicht mal ein Staubkorn im Sonnensystem, geschweige denn im riesengroßen Weltall.

Wie soll man sich da nicht verloren fühlen, hilflos…dachte ich so bei mir, als ich mittlerweile wieder an dem kleinen Fluss entlang spazierte.

 

Was ist mein Stern (nein, gemeint ist nicht Mercedes;)) was erhellt mich, was leuchtet mir und ist mir Hilfe, Vorbild und was ist mir wichtig?

Vielleicht meine Familie, meine Frau, meine Kinder, meine Freunde, eben die wichtigen Dinge des Lebens, die wichtigen Dinge meines Lebens?!

 

Ich muss meinen hellen Stern kennen, im Auge behalten, meinen Arcturus…meinen hellen Punkt in mir.Den Tag nehmen wie er ist und das Gute darin suchen und sehen, das Schlechte bemerkt man eh immer zu erst und spricht und denkt darüber nach, nicht über das Gute.

 

Ich glaube das meinte der Mönch an diesem Tag, als er mir den Auftrag gab „Geh und suche deinen Arcturus!“ dachte ich, als ich abends ins Bett fiel. Reden durfte ich da schon seit zwei Stunden wieder…aber ich wollte nicht!

 

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fuhr ich recht entspannt heim...schlauer Kerl dieser Mönch...

 

 

Danke für`s lesen!

Hat Dir der Artikel gefallen? 16 von 17 fanden den Artikel lesenswert.

16.05.2014 13:26    |    PIPD black

Hach.....sowas Tiefgründiges zum Feierabend und Start ins Wochenende.

 

DANKE


16.05.2014 13:31    |    Andi2011

Genau deshalb ja:D


16.05.2014 13:33    |    Ascender

Der beringte Gasriese auf dem Foto, ist der Saturn - nicht der Jupiter. ;)


16.05.2014 13:36    |    Andi2011

Yepp, grad beim durchlesen auch bemerkt und korrigiert,danke!:)


16.05.2014 13:41    |    Ascender

Na jedenfalls, als Hobby-Astronom spricht mir der Artikel aus der Seele. Ich bin nicht gläubing was ein "übergeordnetes Wesen" angeht.

Die Astronomie und die Astrophysik sind meine Ersatzreligionen. Sie versuchen das Universum nach den bekannten Naturgesetzen zu erklären, was natürlich aufgrund jeder Menge Variablen, nicht immer so gut gelingt und uns immer wieder vor Rätsel stellt, aber das ist vielleicht auch der Reiz. Das große Unbekannte. Wenn wir irgendwo "Antworten" finden, dann da draußen. ;)


16.05.2014 13:48    |    Andi2011

Zitat:

Wenn wir irgendwo "Antworten" finden, dann da draußen. ;)

Auch wenn sich das sehr nach "Enterprise" anhört, so sehe ich das auch!:)

Wieviele intelligente Lebensformen werden wir dann wohl treffen, wenn es irgendwann soweit ist und wir das All erkunden können,wohl Tausende.


16.05.2014 14:49    |    Ascender

Das sehe ich "wissenschaftlich". Sprich, solange es keine fundierten Beweise gibt, glaube ich nicht an Aliens. Zumindest nicht wie sie in Star Trek vorkommen, also humanoid mit spitzen Ohren oder so. :D

 

Wenn man sich aber etwas mit der Materie befasst, weiß man, dass das Universum viel zu komplex ist, um das auszuschließen. Das Leben wird sich immer einen Weg suchen. Auf der Erde ist es dermaßen vielfältig, und gedeiht unter Voraussetzungen, die für uns unvorstellbar sind.

 

Mir hilft diese Vorstellung auch enorm um im Alltag gelassen zu bleiben. Ich rege mich längst nicht mehr über irgendwas auf. Ich nehme mich selbst nicht so wichtig. Mir sind materielle Besitztümer auch nicht wirklich wichtig. Ich wundere mich stattdessen wie engstirnig manche Menschen sind. Die erwähnten Konflikte und Kriege auf der Erde bspw. Wie leicht sich doch Gesellschaften manipulieren lassen... Wie abgehetzt viele Menschen im Alltag sind. Wie ihnen so leicht die wirklich wichtigen Dinge im Leben entgehen, weil sie so fixiert sind - beispielsweise auf die Arbeit. ;)


16.05.2014 15:18    |    Dortmunder 65

Ich bim auch oft tiefenentspannt, mein Kollege bewundert es. Über Dinge die ich nicht beeinflussen kann rege ich mich nicht auf.


17.05.2014 01:38    |    motorina

Einige markante Stellen des Artikels will ich herausstellen:

 

"... Ziel: Eine Zeit der Stille erleben und aushalten...":

Sowas in dieser Art "genehmigten" wir uns als Jugendliche einmal pro Jahr - ein verlängertes Wochenende, immer unter Anleitung ...

und selbst der jugendliche Überschwang (in Form von spontanen, total verrückten Aktionen) kam dabei nicht zu kurz.

Irgendwie vermisse ich das ...

 

"...aber richtig zur Ruhe kommen?...":

Das fällt mir immer schwerer; denn man (oder soll ich besser sagen: ich) setzt sich permanent neue Ziele.

Nur in einer solcher Umgebung (wie bei euch) mit professioneller Begleitung wird man zur Ruhe "gezwungen"(!).

Man/ich selbst ist wieder zu träge, um konsequent den Alltag auszublenden, wenn man in Urlaub fährt. Selbst in den Bergen hatte ich das in den letzten Jahren nicht mehr geschafft... :):rolleyes:

 

"...was für unsere Seele tun...":

Ja, da entdeckt man dann erst wieder, dass es auch noch was anderes gibt als das, was wir in unserem alltäglichen Leben als wichtig+vordergründig vor uns herschieben.

 

"...Wie wichtig nehme(n wir uns und) ich mich?..":

Diese Fragestellung auch ehrlich für sich selbst zu beantworten ist dann der Schlüssel, um "die Welt um uns herum" mit anderen, neuen Augen sehen zu können.

 

"...Den Tag nehmen wie er ist und das Gute darin suchen und sehen...":

Wenn man das schafft, dann wirkt man auch auf die Mitmenschen ruhiger und ausgeglichener ... und schon ist/empfindet man das eigene Umfeld (besonders im beruflichen -Stress) angenehmer.

 

"...als ich abends ... Reden durfte .... …aber ich wollte nicht!":

So beschäftigt ist man dann mit seinen neuen Gedankengängen, die man erst einmal irgendwie in seine "eigene Welt" einordnen will, und mit der Suche nach dem eigenen, persönlichen Standort - anfangs;

aber später (meist am nächsten Tag) will man sich dann doch über diese Thematik mit Gleichgesinnten auseinandersetzen.

 

Eine interessante Erfahrung hast du uns da präsentiert, @Andi. :)


17.05.2014 18:27    |    Andi2011

Dorti, viele meiner Kollegen/innen halten mich auch für total schwer aus der Fassung zu bringen und super entspannt und gelassen,das stimmt in der Regel auch.Aber mal wirklich "in sich" Ruhe zu finden ist echt nicht so leicht.

 

Motorina,ich sehe das sehr ähnlich wie du,interessant find ich deine Aussage mit den immer neuen Zielen.

Man wird heute auch in der Arbeitswelt immer mehr dahin gebracht:

Kein Stillstand bitte,immer neue Ideen und Ziele setzen,Mitarbeiterzielgespräche führen usw.

Grundsätzlich auch alles ok und gut,wenn man dabei auch noch zwei Dinge einbaut:

Das erreichte ausgiebig feiern und wertschätzen, regelmäßig stehen bleiben und zurück blicken.


17.05.2014 23:45    |    motorina

Joo, @Andi, dein letzter Satz ist die Quintessenz für persönlichen Erfolg und Zufriedenheit!: sich Zeit nehmen, das ist wichtig!

Diese gemeinsame Zeit der Rückbesinnung, der Wertschätzung des Geleisteten und des zwangloses Feierns (nicht zu verwechseln mit einem Besäufnis!) ist dann ein weiterer Grundstein für Zukünftiges!


17.05.2014 23:56    |    Dortmunder 65

Zitat:

Aber mal wirklich "in sich" Ruhe zu finden ist echt nicht so leicht.

Habe ich lernen müssen, nach meinem Hörsturz. Ich kann innerhalb von Minuten der Welt entrücken.

 

Mich haben schon Einige anstupsen müssen, weil sie etwas wissen wollten und ich war im Nirgendwo.


18.05.2014 08:13    |    Andi2011

Schön dorti,wenn du da für dich Ruhe findest.

Ich habe auch bestimmte Mechanismen,um z.b. Von Arbeit auf Privat umzuschalten,die Fragen und Probleme dort bis zum nächsten Tag auszublenden.Das muss man lernen und können meiner Erfahrung nach viele nicht.

 

Erfolge Feiern und stehenbleiben: manchmal,wie bei uns letzte Woche,reicht auch mal ein Eis für alle (immerhin auch rund 100 People bei mir),kostet mich nicht viel,hat aber allen gefallen.Der Grund war einfach trotz hohem Personalausfall (wegen Grippewelle) haben sich viele freiwillig gemeldet Schichten zu übernehmen und die Ergebnisse blieben trotzdem gut.


Deine Antwort auf "SICHT DER DINGE: Auf der Suche nach Arcturus..."

Countdown bis...

Es ist soweit...

:D

Ex-Winner

Mein Blog hat am 28.06.2011 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

The Walking Dead

Andi2011 Andi2011

The Walking Dead

Ford

Auf MT findet ihr mich vorrangig im Focus MK3, MK4 und C-Max Forum wie auch im Forum für den Ecosport/B-Max.

Ausserdem betreibe ich auf MT den "Feel The Difference" Blog.

MITWISSER (419)

Neugierige und Wissensdurstige

  • anonym
  • micinka
  • Vegeta185052
  • NejoA38P
  • HeinzHeM
  • macspeed
  • Wutzebagge
  • piet9
  • knoerz
  • Apis97

Es gibt 1000 gute Gründe...

Gründe warum du dir mal ein neues Auto kaufen solltest:

 

1. Die Azubis in deiner Vertragswerkstatt kennen dein Modell nicht mehr

 

2. Der Tüv Prüfer holt erst einen Hammer und geht dann erst unter dein Auto

 

3. An der Heckscheibe klebt noch ein Texaco Aufkleber

 

4. An der Tankstelle füllst du Öl voll und du kontrollierst nur den Spritstand

 

5. Ersatzteile für dein Modell gibt`s nicht mehr beim Schrotti sondern nur noch bei "Ebay-Africa"

 

6. "Jetzt helfe ich mir selbst" gibt es für dein Modell nicht mehr zu kaufen

 

 

Gründe warum ein Auto besser ist als eine Frau

 

1. Autos haben keine Migräne, wenn man mit Ihnen was vor hat

 

2. Autos brauchen nur zwei paar Schuhe, eins für den Winter und eins für den Sommer.

 

3. Autos machen keine Szene, weil man zu spät kommt.

 

4. Im Fahrzeugbrief steht deutlich, wie viel Vorbesitzer ein Auto hatte.

 

5. Wenn man das alte Auto nicht mehr sehen kann, kauft man sich einfach ein Neues, ohne Unterhalt für das alte zu zahlen.

 

6. Autos stehen nicht vor dem Kleiderschrank und jammern, dass sie nichts anzuziehen haben

 

7. Autos jammern nicht, dass sie zu dick sind und wenn sie dick sind, dann bekommst du nur Anerkennung dafür.

 

8. Du kannst bedenkenlos jedem Auto hinterher starren, ohne das dein Auto rumzickt

Blog-Ticker

Artikelübersicht