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13.09.2012 00:19    |    Andi2011    |    Kommentare (17)    |   Stichworte: Autogeschichten

Bei dem wunderbaren Wetter wollten wir letzten Samstag grillen, ich musste also noch mal kurz los um Baguette und Kräuterquark für die Folienkartoffeln zu besorgen...

 

Als ich vom Supermarktparkplatz runter fahren will, sehe ich wie etwas vor mir ein ungestümer Rollerfahrer viel zu schnell und in zu großem Bogen vom Parkplatz runter rechts auf die Straße fährt.

Es kommt wie es kommen muss und ich sehe noch wie er seitlich in den Kotflügel eines entgegenkommenden Vectra kracht und einen Helm weg fliegen...

 

Schnell halten Autos an, Handys werden gezückt, jemand holt ein Warndreieck heraus.

 

 

Da ich noch auf dem Gelände des Parkplatzes bin, parke ich meinen Wagen sofort rechts in einer freien Lücke, schnappe mir meinen Verbandskasten und mache mich auf in Richtung des Rollerfahrers.

Als gelernter Feuerwehrmann/Rettungsassistent gehe ich davon aus, dass ich hier bis zum eintreffen eines Notarztes vielleicht gebraucht werde?

 

Den Rollerfahrer hat schon jemand von der Straße auf den Bürgersteig gesetzt und um ihn herum bildet sich einen Menschentraube. Ich spreche jemanden an, ob der Rettungsdienst informiert sei und eine Frau sagt sie habe bereits angerufen Polizei und Rettungsdienst seien unterwegs.

Ich verschaffe mir Platz durch die Menschen um ihn herum und sehe einen vielleicht 17 jährigen Jungen an einen Baum gelehnt sitzen und mit einem Handy fuhrwerken...ok, scheint nicht so schlimm zu sein.

Er trägt ein Shirt, kurze Hosen und Turnschuhe, der Helm flog weg weil er ihn nicht korrekt auf hatte sondern jugendlich lässig nur bis zur Stirn auf den Kopf gesetzt hatte, wie ich kurz darauf erfahre.

 

Er hat das linke Knie aufgeschürft und etwas Blut am Ellenbogen, ich spreche ihn an, sein aufgeregtes Telefonat hat er beendet, aber nun hackt er wie wild auf sein I-Phon ein - in der Vermutung er habe vielleicht einen Schock frage ich ihn erneut, ob ich ihm helfen kann und mir gern seine Verletzung ansehen würde, seine Antwort:

 

"Ey Alder lass misch in Ruh, isch muss das hier bei Facebook und Twitter einstellen, dass is so endgeil ey."

 

...nein, der Typ hatte keinen Schock, nur einen Vogel!

 

Danke für´s lesen

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilderquelle:Google Bildersuche


13.09.2012 08:06    |    Diesel73

Den Typen würd ich unter "ernsthaft krank" ablegen. Geht gar nicht. Spiegelt aber meiner Meinung nach vor allem die jüngeren in unserer Gesellschaft derzeit gut wieder.


13.09.2012 08:29    |    Antwort42

Zeigt ziemlich genau das Bild, dass ich letztes Jahr von der Jugendgang auf dem Vorplatz vor unserer damaligen Wohnung hatte. Party bis in der früh um 4 Uhr. Dauernd Burnouts mit Rollern, später mit Autos. Dafür aber zu doof.

 

Ich frag mich immer noch wie es der eine geschafft hat das Geld für "4" neue Kupplungen innerhalb 3 Wochen, für seinen Golf 5 zusammenzubekommen. Motor bis in Drehzahlbegrenzer und dann Kupplung ganz langsam kommen lassen ... Wurde jedes mal danach abgeschleppt und hat natürlich dementsprechend gestunken.

 

Wenn irgend etwas passiert ist, egal ob es mal wieder einen geschmissen hatte, Sylvester einem der Böller in der Hand los ging, usw. erst einmal das Handy raus und fotografieren, filmen und das ganze dann posten, während andere vorbeikommende Personen oder unbeteiligte Zeugen halfen.

 

Polizei hat das ganze nicht interessiert. Egal was alles passiert war und ich bin echt froh jetzt woanders zu wohnen.


13.09.2012 09:39    |    Diesel73

Facebook und Co könnte man glatt als "Sucht" einstufen. Ich finde das erschreckend. Und es nervt. Man hört nur noch "hab ich bei Facebook eingestellt, ist auf meiner Pinnwand und so weiter". Ich bin ja auch öfter im Netz unterwegs, aber es ersetzt mir nicht den persönlichen oder telefonischen Kontakt. Vor allem steht das auf meiner Prioritätenliste ganz weit unten. Bin nicht beim Fratzenbuch angemeldet und brauche das auch nicht.

Vor allem bei Unfällen nicht. Zig Leute stehen rum, 90 % mit gezücktem Handy. 9 % Gaffer wie früher und 1 % packt an (wenn man Glück hat).


13.09.2012 11:30    |    Käfer1500

Demnächst wirst Du als ausgebildeter Ersthelfer (bin auch einer) wohl noch mit Prügeln bedroht, wenn Du den Verletzten dabei störst, erstmal sein eben abgetrenntes Bein zu fotografieren und twittern - kranke Welt :(

 

Der Lerneffekt (Helm richtig aufsetzen, langsamer fahren, ...) bei den Jungs ist dann leider =0, hatte auch mal so einen Bekannten, dessen 4. schwerer selbstverschuldeter Unfall dann der letzte war, da letal. War absehbar, aber er wollte das so, deshalb hielt sich das Mitleid da in Grenzen ....


13.09.2012 11:32    |    Diesel73

Ich glaube, das hab ich sogar schon mal irgendwo so gelesen. Wundert mich aber auch echt nicht.


13.09.2012 12:51    |    plaustri20

Genau solche Dinge finde ich einfach peinlich, vor allem da er ja in meinem Alter war. Diese - nennen wir es mal Großkotzigkeit - gegenüber älteren Menschen, die helfen wollen oder einen Rat geben wollen. Das ganze noch gepaart mit ein paar "jugendlichen Modewörtern" a la Alter oder endgeil und er würde bei mir in einer Schublade landen. Noch dazu zu jemanden der einem helfen will, weil man selbst Schei** gebaut hat... Hallo?! Gehts noch?!

Ich bin jedenfalls nicht bei Facebook, Twitter, etc. angemeldet und hab es auch nicht vor zu tun. Das Schlechte an dieser Einstellung ist jedoch, das man fast nichts mehr mitbekommt - wird alles gepostet, an die Pinnwand geschrieben, gechattet oder was weiß ich was:rolleyes:


13.09.2012 13:27    |    GoLf 3 Bastler

Mit Vollgas richtung Idocracy fällt mir dazu nur ein :)


13.09.2012 16:07    |    124er-Power

Und das soll unsere Zukunft sein?

Na dann prost Mahlzeit. :o


13.09.2012 17:52    |    italeri1947

Entsetzlich. Ich finde, Facebook ist eine Seuche und bin da auch nicht aktiv. Ich weiß zwar, dass da auch Menschen aktiv sind, die älter als ich (ich bin 65) sind, doch auch das ist für mich kein Anreiz, dort mich anzumelden. Ein junger Freund von mir ist dort registriert und wollte mir das auch einrichten, doch als ich sah, was dort "los ist", lehnte ich ab: Diese Selbstdarstellung in teils primitivster Form ist mir zuwider! Manche haben wirklich keine Hemmschwelle mehr und zeigen selbst intimste Details ihres Lebens, die keiner wissen sollte außer einem selbst. Die Bestätigung vieler anderer, die das ansehen, kommentieren etc., zeigt dann auch die billigste Art solcher virtueller Klogang- oder Nichtigkeiten-Bekanntmachungen. Auch dass es Leute gibt, die so etwas honorieren, indem sie das sich ansehen und dazu etwas schreiben, zeigt eine gewisse Verrohung bestimmter Alters- und Gesellschaftsklassen.

 

Ich finde es peinlich, sich so zu verhalten wie dieser "Facebook-Fotogeier" mit dem Roller in deiner Schilderung.

 

Ich mag keine sozialen Netzwerke. Irgendwo bei "kennst du mich.de" oder wie auch immer dies sich nennt, bin ich zwar (durch meinen Neffen, der das mir einrichtete) angemeldet, aber auch ohne Bilder, Wohnort etc., da war ich seit damals auch nicht mehr, also ist diese Mitgliedschaft hinfällig. Da schreibt mich sowieso niemand an, weil es Leute meinen Namens in Deutschland tausendfach gibt und mich anhand dieses Profils dort keiner erkennt.

 

Es ist schlimm, wie wenig die eigene Privatsphäre vielen Menschen wert ist, um ein bisschen "Bewunderung" zu erhaschen. Ich stelle nirgendwo Bilder von mir ins Internet, und das bleibt auch so; mein Privatleben trenne ich strikt ab vom Rest meines Lebens!


13.09.2012 20:05    |    Dortmunder 65

Leider gibt es immer mehr Vollpfosten, da sehe ich schwarz für Deutschland und Europa.

Aber es wird ja fast überall auf Kuschelkurst gegangen, Schule, Ausbildung usw.

Respekt vor Älteren oder Lehrer nicht vorhanden, Angst vor Konsequenzen haben die zu recht auch nicht. Bei unserer Rechtsprechung und Strafdurchführung kein Wunder.


13.09.2012 20:07    |    Andi2011

Moin,

 

der Lerneffekt dürfte bei diesem jungen Mann tatsächlich gegen 0 tendieren, zumal ich bei einem Blick auf den Roller auch noch mal wetten würde, dass der auch noch gegen die STvO verstoßen hat und die anrückende Polizei da sicher ein paar Fragen hatte...

 

Facebook und Twitter sind auch nicht mein Ding, obwohl ich nix dagegen habe mit der Zeit zu gehen und auch viele moderne Dinge klasse finde -was aber andererseits nicht heisst, dass man alles machen muss, nur weil es eben vermeintlich alle machen.

Aber wie man auf die Idee komme kann nach einem Unfall -selbst wenn einem nix schlimmes passiert ist- als erstes mal das alles ins Internet zu stellen bleibt mir ein Rätsel.

Diesel hat auch nicht ganz unrecht, da standen sofort auch diverse Leute die wohl erstmal mit ihren Handy Fotos gemacht oder gar gefilmt haben - mir unbegreiflich.

 

Grüße

Andi


13.09.2012 21:12    |    Linux_TDCi

Ich (18) bin auch nicht bei "sozialen" Netzwerken angemeldet. Gründe haben plaustri20 und italeri1947 ausreichend genannt und stimme den voll zu.

 

Ich finde es widerlich wie man als Ersthelfer so ekelig abgewiesen wird, nur weil man halt etwas in Facebook posten muss. Da fällt mir echt nichts mehr zu ein...

 

Gruß

Linux_TDCi


13.09.2012 21:39    |    Andi2011

Moin,

 

Hans hat es vorhin schön gesagt:

 

Zitat:

Die Bestätigung vieler anderer, die das ansehen, kommentieren etc., zeigt dann auch die billigste Art solcher virtueller Klogang- oder Nichtigkeiten-Bekanntmachungen

nihct nur das ich dieses Statement sehr lustig und auf den Punkt finde, ich kann halt schwer nachvollziehen, wie man sein Leben so nach etwas virtuellem ausrichten kann, dass einem selbst bei einem Unfall bei dem man sich verletzt als erstes in den Sinn kommt, dass ins Internet zu setzen:confused:


14.09.2012 20:05    |    el lucero orgulloso

Ich bin zwar bei Facebook und möchte es so auch jetzt nicht mehr missen, allerdings passiert es wirklich sehr selten (damit meine ich, maximal 1 Mal im Monat (bei anderen war's selten, wenn sie 3 Mal am Tag was geschrieben haben)), dass ich mal einen Status oder ein Foto poste.

Meistens hat das dann nichts mit einer privaten Aktivität sondern mit Fußball zu tun, wenn zum Beispiel Bayern etwas peinliches oder Lautern etwas gutes passiert. ;)

Genauso wenig spiele auf Facebook irgendwelche Spiele, bis auf ein Bundesliga-Tippspiel mit ein paar Freunden letzte Saison. Alles andere ist einfach totaler Nonsens und würde mir keinen Spaß machen, dafür jede Menge Zeit rauben.

Facebook verwende ich gerne mal, um mich mit ein paar Freunden auszutauschen (plaudern, sich verabreden usw.) und um zu sehen, ob jemand aus meiner Klasse Hilfe braucht, da wir auch eine Gruppe eingerichtet haben.

 

Dass ich hier noch trotz FB gescheit schreiben kann, habe ich ja bereits bewiesen.

Dass ich mich mit meinem Deutsch nicht zu verstecken brauche, wird jeder fest stellen, der mich kennen lernt. ;)


14.09.2012 20:40    |    Andi2011

Zitat:

Dass ich hier noch trotz FB gescheit schreiben kann, habe ich ja bereits bewiesen.

 

Dass ich mich mit meinem Deutsch nicht zu verstecken brauche, wird jeder fest stellen, der mich kennen lernt. ;)

Auf solchen Plattformen (ist bei MT ja auch so) tummeln sich halt auch alle Arten von Menschen,schlau oder nicht.

 

Ich würde aufgrund meines Erlebnisses auch damit keinen Rückschluss auf Jugendliche generell ziehen, da gab und gibt es eben solche und solche...in diesem Fall war es halt ein etwas merkwürdigeres "Exemplar";)


15.09.2012 23:04    |    Daemonarch

Für Typen wie den wurde der Darwin-Award erfunden. :)


15.09.2012 23:06    |    Andi2011

Daemonarch, ja dafür wär er sicher ein Anwärter, die letzten Preisträger fand ich aber auch -naja- verdient rolleyes:


Deine Antwort auf "AUTOGESCHICHTEN: Eine Wochenendanekdote..."

Countdown bis...

Es ist soweit...

:D

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Mein Blog hat am 28.06.2011 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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