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23.02.2009 14:57    |    taue2512    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: 2.4, Intense, Mietwagentest, Mitsubishi, Outlander, Sixt

 

Hollaender fuer ein Wochenende, das geht - zumindest bei Sixt. Nachdem ich mich nun durch deren Kompakt-Sortiment getestet habe, wartete man letzten Freitag mit einem weiteren Exoten auf: Einem Mitsubishi Outlander.

 

Eigentlich schade, das ich ueber dieses Auto nicht schon viel frueher gestolpert bin, denn es hinterlaesst einen durchaus positiven Eindruck bei mir. Ja, ich wuerde ernsthaft einen X3 fuer den Outlander stehen lassen, denn bei diesem Wagen sind Preis und Leistung ueberaus stimmig: Fuer nicht einmal 32.600 EUR bekommt der Kunde ein gut geschnuertes Off-Road-Paket, und zusaetzlich noch 3.000 EUR Wechselpraemie und 0% Zinsen. Wenn das kein Anreiz ist.

 

Vorstellung / Fahrbericht (++++O)

 

Der Outlander ueberzeugt vom Fahrwerk auf ganzer Linie, mit seinem permanenten Allradantrieb und der elektronischen Traktionskontrolle ist man abseits befestigter Strassen nicht zuletzt dank des kultivierten und kraftvollen Motors eigentlich immer viel zu schnell unterwegs. Das Auto macht einfach Spass und der Innengeraeuschpegel bleibt im gesamten Drehzahlbereich angenehm. Das Fahrwerk buegelt souveraen auch groessere Schlagloecher aus, laedt aber auch zum entspannten cruisen auf "normalen" Strassen ein.

 

 

Ein Tempomat mit Bedienelementen im Lenkrad ist in dieser Modellreihe Serie. Es sind einfach die vielen kleinen Details an diesem Auto, die einem Spass bereiten: Das grosse doppelt geteilte und mit zwei Klappen versehene Handschuhfach, die bequemen und gut kontourierten Sitze mit sehr viel Seitenhalt, das gelungende Finish der Plastikoberflaechen, die leicht umklappbaren Ruecksitze oder das beleuchtete Zuendschloss.

 

 

Man hat den Eindruck das hier die Japaner sehr viel Arbeit investiert haben, um ein ganz auf den europaeischen Geschmack fokussiertes Fahrzeug abliefern zu koennen - mit Bravour wie ich meine.

 

 

Der Tacho ist erstaunlich genau, er weicht nur ganze 3 km/h von der tatsaechlich gefahrenen Geschwindigkeit ab. Ein kleiner Nachteil bei Nachtfahrten: Die etwas unterdimensionierte Lichtmaschine. Denn die Halogenscheinwerfer "flackern" leicht, sobald sich weitere Verbraucher zu- oder abschalten. Eine Umfeldbeleuchtung ueber die Nebelscheinwerfer und Ruecklichter beim Aufschliessen der Zentralveriegelung waere noch ein wuenschenswertes Extra gewesen.

 

 

 

Bedienbarkeit / Intuitivität (+++OO)

 

Fast alle wichtigen Bedieneinheiten sind da wo man sie vermutet. Es gibt drei grosse und griffige Drehregler in der Mittelkonsole fuer die Bedienung der Heizung und Lueftung. Das Radio mit CD-Wechsler klingt ausgewogen und gut, wenn auch nicht ueberragend und bassarm.

 

 

Was mich lediglich ein wenig genervt hat, ist die Tatsache das der INFO-Knopf fuer das Durchschalten der verschiedenen Bordcomputer-Anzeigen hinter dem linken Bediensatelliten auf das Armaturenbrett platziert wurde, ein Tippschalter am Ende des Satelliten waere hier angebrachter gewesen. Aber das ist ja eigentlich kein Beinbruch und truebt die Stimmung nur wenig. Ein weiterer Minimal-Kritikpunkt: Das hoerbare Feedback vom Blinker ist viel zu leise im Vergleich zu den Hinweisen wenn das Auto seinem Fahrer wirklich einmal etwas mitteilen moechte.

 

A propos Mitteilen: In dieser Ausstattungslinie ist auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit an Bord, die per Sprachkommandos und Lenkradtasten gesteuert wird. Die Qualitaet der Spracherkennung und der Telefongespraeche ist hervorragend, aber leider versteht sich das System mit meinem NOKIA N95 nur halbwegs. Trotz Telefonprioritaet 1, automatischer Autorisierung am Handy und loeschen aller anderen Telefonprofile musste ich mein Telefon stets ueber zwei gesprochene Untermenues manuell ankoppeln. Sowas nervt - ist aber letztendlich eher nur ein behebbares Softwareproblem. Aber: Besser vor dem Kauf mit dem eigenen Handy genauestens testen!

 

Verarbeitung / Qualität (+++OO)

 

Das der Outlander nicht fuer einen schnellen Kamikaze-Einsatz gebaut wurde ist leicht zu erkennen: Klar gibt es in diesem Auto sehr viel Plastikoberflaechen, doch die japanischen Mitsubishi-Techniker haben sich bemueht dem ganzen letztendlich einen edlen Schliff zu verleihen. Die Verarbeitung im Innenraum ist jedenfalls tadellos und nichts knarzt oder quietscht auch abseits der befestigten Strassen.

 

Als ich am Wochenende zusammen mit meinem Sohn einige Geocaches auf Feldwegen und in Waeldern Norddeutschlands aufsuchte, bemerkte ich das bedingt durch die Karosserieform im Bereich des Seitenschwellers unverhaeltnismaessig viel Modder in die Tuerzarge eindringt. Gottseidank wird der Dreck wirkungsvoll von der Dichtung am Eindringen in den Innenraum gehindert, aber hier verlangt der Wagen wegen des recht geraden Verlaufs der Tuerzarge unverhaeltnismaessig viel Pflege von seinem Besitzer.

 

 

Nein, ich habe nicht die Tiefwateigenschaften untersucht.

 

 

 

Verbrauch / Nutzen (++OOO)

 

Das 170 Pferde bei knapp 1670 kg Gewicht auch mal durstig werden ist jedem klar: Die Herstellerangaben von 12,6/7,6/9,4 litern werden dabei aber gut - bis auf die einfach unerreichbaren 7,6 l ausserorts eingehalten. In der Praxis genehmigt sich der Outlander je nach Fahrweise zwischen 8,7 und 13l. Fuer den gebotenen Fahrspass aber noch im Rahmen. Wer oefters auch hinten Passagiere mitnimmt kann dies beherzt tun, das Platzangebot ist mehr als ausreichend und auch der Kofferraum laesst sich dank teilbarer Ruecksitzlehne leicht und schnell vergroessern.

 

 

 

Kosten / Anmietung (++++O)

 

Fuer mich ist der Outlander klarer Favorit in der Kategorie SUV/Offroader bei der Firma Sixt, man bekommt ihn bereits fuer 33 EUR/Tag inklusive aller Gebuehren und Standortzuschlaege im Wochenendtarif ohne Kilometerbegrenzung. Mehr Off-Roader braucht eigentlich in der deutschen Savanne kaum jemand. Anmietung und Rueckgbe wieder wie immer 1A bei Sixt am Bremer Airport.

outlander08_bcc.pdf (2945 mal heruntergeladen)

09.02.2009 11:16    |    taue2512    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: 300C, Chrysler, CRD, Diesel, Mietwagentest, Sixt

 

"Yes, we can!" - schliesslich hatte der Herr Obama ja auch mal genau so einen, als er noch als Gouverneur durch die Vereinigten Staaten fuhr.

 

 

Am letzten Wochenende war ich mit einem besonderen 2-Tonner-Dickschiff aus der Sixt-Flotte unterwegs, welches mit der Dieselmotorisierung und den 3 Litern Hubraum, sowie seinen 160kW (218 PS) mit maximal 510 Nm Drehmoment vergleichsweise flott zu immer noch recht moderaten Verbrauchswerten vorankommt. Doch leider trueben einige wenige Kleinigkeiten den Genuss an diesem ansonsten tollen Auto - nennt mich pedantisch, aber es gibt einfach Dinge bei diesem Auto fuer immerhin 51.140 EUR in der getesteten Vollausstattung, die schon den Anschein von einer gewissen "Oberflaechlichkeit" vermitteln und einfach nicht so geloest sein sollten. Gut, die Amerikaner sind ja tendenziell allesamt etwas Oberflaechlich veranlagt aber wenn sie schon Ihre Kulturgueter nach Europa exportieren, waeren kleinere Anpassungen schon angebracht denn ansonsten kann sowas schnell nach hinten losgehen. Platz ist jedenfalls reichlich vorhanden und er hat ein Armaturenbrett so tief, das man bequem ein Baby darauf wickeln koennte.

 

 

* Vorstellung / Fahrbericht (+++00)

 

Eigentlich bin ich ja kein Freund der dicken Ami-Schlitten, aber ich versuche hier objektiv zu bleiben. Klar, das Auto ist schwer, gross und vor allem sehr lang. Man merkt deutlich, das Stadtparkplaetze nicht das bevorzugte Revier dieses etwas ueber 5 Meter langen Kolosses sind. Aber all diese Negativattribute sind sehr schnell vergessen, wenn man den Wagen dazu benutzt wozu er konzipiert wurde: Reisen, entspannen und gleiten. Egal ob lange Autobahnfahrten oder Landstrassen, das Fahrwerk ist relativ weich und laedt zu entspanntem cruisen geradezu ein.

 

 

Der erste Eindruck der gedrungenen Seitenlinie, vor allem die hoehe der Fenster taeuscht. Man hat in dem Auto als Fahrer einen guten Rundumblick. Das Automatikgetriebe schaltet sanft und ohne "Leistungsloecher". Die verbauten elektronischen Helferlein - vor allem das ESP - arbeiten sehr wirkungsvoll, denn trotz des Heckantriebes bringt man selbst auf nasser Fahrbahn den Wagen maximal in ein leichtes Untersteuern. Der 300C benimmt sich aeusserst sanftmuetig und ueberrasscht seinen Fahrer nie mit unvorhergesehenen (Re-)Aktionen. Manchmal stoeren die Regeleingriffe der Elektronik jedoch etwas, vor allem wenn man mal zuegiger unterwegs sein moechte und zum Glueck laesst sich das Stabilitaetsprogramm denn ja auch abschalten. Die Geraeuschkulisse im Inneren ist angenehm und man hoert im Normalbetrieb kaum nervende Windgeraeusche, jenseits der 215 km/h merkt man allerdings doch das man etwas flotter unterwegs ist und bei knapp 230 km/h ist denn ja auch denn auch schon (leider) Schluss. Der Motorsound des Diesels klingt im gesamten Drehzahlbereich sehr ausgewogen und nicht aufdringlich, er nagelt nicht - sogar beim Kaltstart bei Minusgraden - sondern brummelt einfach gelassen vor sich hin.

 

 

Das Xenon-Licht mit normalem Halogen-Fernlicht ist okay aber nicht so berauschend, ein Abbiegelicht oder direktionale Scheinwerfer waeren noch "nice to have".

 

 

* Bedienbarkeit / Intuitivität (++000)

 

Das Auto ist von der groesse her perfekt an die amerikanische Fast-Food-Anatomie angepasst, aber ob der Durchschnittsamerikaner wirklich nicht an den vielen Drehschaltern scheitert lasse ich mal dahingestellt: Alles ist gross dimensioniert, so auch die Regler in der Mittelkonsole. Hier wuerde ich mir allerdings wuenschen, das die einzelnen Schaltstufen der Drehknoepfe besser voneinander durch Druckpunkte oder noch besser durch LED's kenntlich gemacht werden.

 

 

Das Chrysler sich bei vielen Dingen noch mal schnell im Regal von Mercedes-Benz bedient hat, ist ein dicker Pluspunkt: Die Bedienungssatelliten am Lenkrad und Systeme wie die Einparkhilfe kommen eindeutig von dort und funktionieren bestens. Leider fuer mich unverstaendlich warum ein Auto in dieser Preisklasse nicht auch vordere Einparksensoren bietet, aber naja das ist eigentlich kein grosser Beinbruch. Das grosse DVD-Radio-System, mit USB-Anschluss, Touchscreen und 20GB-Festplatte erzeugt bei mir jedoch gemischte Gefuehle: Erstmal der stolze Aufpreis von fast 5.500 EUR und zweitens die doch sehr gewoehnungsbeduertige "japanisch anmutende" Darstellung und drittens der sehr schlechte Radioempfang.

 

 

Hier kann man aber auch im Gegenzug mit positiven Argumenten aufwarten: Das Kartenmaterial ist super, der Preis beinhaltet auch eine Bluetooth Komfort-Freisprecheinrichtung (getestet mit NOKIA N95), ein wirklich supergigantisch (!) klingendes 370W Soundsystem mit Subwoofer der Firma Boston, sowie einer Sprachsteuerung bei der sogar die Adresseingabe oral funktioniert. Das alles ist sehr komfortabel, ist allerdings gekoppelt an ein Leder-/Interieurpaket mit Schiebedach. Schade das man hier so von der Firma Chrysler zu seinem Glueck gezwungen und bevormundet wird, denn etwas mehr "liberty" und "choice" waeren hier wuenschenswert.  

 

* Verarbeitung / Qualität (+0000)

 

Tja, genauso durchwachsen wie die zuvor beschriebene Optionspaket-Politik ist wohl auch die hausinterne QA bei Chrysler. Man stellt den Motor an einem Bahnuebergang aus, startet kurz darauf und auf einmal sind alle Warnlampen auf dem Armaturenbrett an und gehen stoerrisch nicht wieder aus. Nach ein paar Kilometern rechts ran, Schluessel abziehen - 3 Sekunden warten - erneut starten und alles ist wieder normal. Kann Zufall sein, muss aber nicht unbedingt passieren bei einem 50K EUR Gefaehrt mit nicht einmal 10.000 km auf der Uhr. Und wem ein quietschendes Bremspedal im Stadtverkehr nicht zu nervig ist, kann sicherlich auch auf Dauer gluecklich werden mit diesem Auto oder zur Kompensation das Soundsystem aufdrehen. Ich moechte dieses Auto mal so nach 10 Jahren sehen, gefahren von einer Familie mit Kindern. Die Wurzelholz-Elemente sind besser geworden und Chrysler hat was am Platik-Image getan, alle glatten Kunststoff-Oberflaechen wirken fast makellos. Die Mannschaft fuer die Weichteile wuerde ich aber als verantwortlicher bei Chrysler in dieselben treten: Was haben die sich bei so einer schlabberigen Sonnenblende gedacht, die den Schmutz anzieht wie ein Magnet?

 

 

Warum werden z.B. die Filz-Wannen fuer den Kofferraum bei der Montage anscheinend einfach in die Autos geschmissen und komplett krumm mit dem Teppichmesser zurechtgeschnitten?

 

 

Welcher Strippenzieher-Azubi kommt bei Euch auf die Idee, die Kabel des automatisch abblendenden Spiegels und der GPS-Antenne einfach so frei rumfliegen zu lassen, anstatt dort eine kleine Abdeckung anzubringen? Das sind genau die Dinge, die mich als Europaeer an diesem Auto stoeren.

 

 

Gut, ich fahre selten in meinem Kofferraum mit da wir keine Mafiosi in der Familie haben, aber sowas muss nicht sein.

 

* Verbrauch / Nutzen (++++0)

 

Chrysler haelt wenigstens fast sein Wort, was die angekuendigten Verbrauchswerte fuer den Diesel angeht: Ich lag bei gemischter aber immer noch flotter Fahrweise so um die 9,2 Liter/100km, was nur wenig von den Herstellerangaben von 10,8/6,6/8,1 l/100km abweicht. Das Platzangebot ist sehr, sehr grosszuegig. Auf den hinteren Plaetzen haben auch grosse Leute bequem sehr viel Platz.

 

 

Der Kofferraum ist fuer diese Fahrzeugkategorie gerade noch akzeptabel, die Ruecklehnen lassen sich aber serienmaessig umklappen. Wer also ein bequemes Langstrecken-Reisefahrzeug mit moderatem Verbrauch sucht, hat am 300C seine Freude. Fuer mich persoenlich waere von der Optik die Kombi-Version aber auf jeden Fall attraktiver als die Limousine, wobei ich offen und ehrlich gesagt privat wegen dem doch recht hohen Preis und der Maengel in der Verarbeitung jedoch eher mein Glueck woanders suchen wuerde.

 

 

* Kosten / Anmietung (++++0)

 

Die drei Miettage im 300C bekommt man bei der Firma Sixt ohne Versicherungen und Standortzuschlaege im Wochenendtarif bereits ab 22,80 EUR/Tag inklusive aller Kilometer, ein guter Kurs fuer eine derart komfortable und ausreichend motorisierte Reiselimousine, wenn man bereit ist seine Qualitaetsansprueche zurueckzuschrauben. Abholung und Rueckgabe wie immer ohne Beanstandungen und unkompliziert bei Sixt am Airport in Bremen.

300c.pdf (4581 mal heruntergeladen)

28.01.2009 15:01    |    taue2512    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 1'er, 118d, 1er, 5-Türer, BMW, Mietwagentest

Eigentlich habe ich den kleinen BMW immer etwas muede belächelt. Naja, ueber Geschmack laesst sich ja trefflich streiten und irgendwie hat der kleinste Vertreter der Bayern ja ein bisschen was von einem Batmobil fuer Zwerge, doch ich habe mittlerweile meine Ansichten radikal geaendert. Dieser Kleinwagen ist so ziemlich das beste was man sich in dieser Kategorie als Diesel-Mietwagen antun kann.

 

 

Vorstellung / Fahrbericht (****O)

 

Was soll man schon gross zu diesem Wagen schreiben? Er faehrt sich wirklich super, das Fahrwerk ist ein Traum - so richtig nach meinem Geschmack: Durch die relativ niedrige Sitzposition, die sehr direkte Servo-Lenkung und nicht zuletzt den Hinterradantrieb kommt schon ein wenig Go-Kart-Feeling beim Fahren auf. Die Daempfer glaetten praktisch fast alle Bodenwellen - besonders bei schnellerer Autobahnfahrt - sehr komfortabel und man gleitet fast schon wie auf einem Teppich. Und dennoch bietet der Wagen gleichzeitig ein etwas sportlicheres und strafferes Fahrerlebnis und vermittelt dabei zu jeder Zeit einen guten Kontakt zur Strasse. Ich bin sehr beeindruckt. Groessere Fahrer kommen in dem Wagen zwar wegen der recht grosszuegigen Kopffreiheit gut und bequem unter, aber es mangelt an genuegend Schenkelauflageflaeche fuer die Beine, was auf langen Touren nerven koennte.

 

Mit keinem anderen Kleinwagen bewegt man sich so entspannt, sicher und leichtfuessig und aber auch leider viel zu oft viel zu schnell. Fast 220km/h ist der kleine schnell!

 

Die Motorisierung und das Getriebe sind perfekt aufeinander abgestimmt, dank des durchzugsstarken Diesels kann man sehr Schaltfaul oder aber auch ein wenig flotter unterwegs sein - je nach Gemuet. Die serienmaessige digitale Schaltanzeige im zentralen Display mahnt zu spritsparenden fruehen Schaltvorgaengen. Das man einen Diesel faehrt erkennt man an den doch recht starken Vibrationen im Schaltknueppel, hier koennte man noch etwas verbessern.

 

 

 

Ich bin die 5-tuerige Version mit dem kleinsten Diesel als 118d mit 143PS gefahren. Gegenueber dem 3-tuerer liegt der Aufpreis noch bei vertraeglichen 800 EUR. Der Grundpreis liegt immerhin fuer den 118d bei 25.600 EUR laut Liste, als einzige Extras waren das Business CD Radio und die Klimatronic mit an Bord. Wer gerade jetzt mit dem Gedanken spielt sich einen 1'er BMW zuzulegen sollte sich moeglichst schnell entscheiden: Ab Maerz hebt BMW die Listenpreise fuer die Benziner an, und senkt im Gegenzug die Preise fuer die Dieselmodelle.

 

Bedienbarkeit / Intuitivität (***oo)

 

Alles findet sich an seinem Platz, manche Bedienelemente sind aber leider etwas zu klein geraten. Besonders die vielen Knoepfe auf der Mittelkonsole zur Bedienung der Klimaanlage und des Radios sind etwas mickerig. Die Regler fuer Lautstaerke fuehlen sich etwas "wabbelig" an.

 

Verarbeitung / Qualität (***oo) 

 

Der Mietwagen hatte bereits knapp 40.000km gelaufen und das Interieur sah noch recht neu und wenig abgenutzt aus. Ich habe schon andere Autos mit weniger Kilometern auf dem Tacho gesehen, die sahen entsprechend schlimmer aus. Sicherlich haengt dies direkt mit der Sorgfalt der vorherigen Fahrer zusammen, aber es ist zumindest ein Indiz fuer die Haltbarkeit und Kratzfestigkeit bestimmter Oberflaechen. Eine komische Sache, die mir beim Ampelstopp auffiel: Das Bremspedel "pochte" oder "zuckte" kurz jedes Mal wenn der Scheibenwischer beim Wischen in der obersten Position ankam und wieder nach unten wischte. Ist ja aber zum Glueck nur ein Detail.

 

 

Verbrauch / Nutzen (****o)

 

Der kleinste Diesel genehmigt sich fuer seine 143PS erfreulich wenig. Selbst bei zuegiger Fahrweise klettert der Verbrauch selten ueber mehr als 6,5l/100km. Fuer soviel Fahrspass und Platz durchaus akzeptabel. Kauft man sich einen 1'er privat sollte man sich schon die Frage nach Sinn und Zweck fuer die 5-tuerige Version stellen. Bei grossen Fahrern haben die PAssagiere im Fond einfach kaum Beinfreiheit. Der Unterschied von 3 zu 5 Tueren koennte also hoechstens eine Rolle spielen, wenn man Kinder hat.

 

 

Kosten / Anmietung (***oo)

 

Dies war mein Unfall-Ersatzfahrzeug fuer meine B-Klasse zu den selben Konditionen von knapp 30 EUR pro Tag in der einfachen Wochentagsmiete. Wie immer alles schnell und unbuerokratisch von der Firma Sixt.

BMW_1er_bis_Februar2009.pdf (2477 mal heruntergeladen)

27.01.2009 13:00    |    taue2512    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: Mietwagentest, Polizei, Sixt, Spiegel, Unfall

Naja, es gibt Dinge im Leben die braucht man und andere denen man besser aus dem Wege geht. Bei Unfaellen weiss man ja eigentlich nie so genau wann sie passieren, deswegen ist letztere Verhuetungsmethode auch keine Loesung.

 

Aber wie es schon aus "Murphy's Gesetz" hervorgeht, passieren solche Sachen komischerweise immer und gerade im unguenstigsten Moment. Normalerweise bin ich ja stets mit den Sixt-Mietwagen von Freitag bis Sonntagabend in Deutschland unterwegs und fliege gegen 18.35h von Bremen zurueck nach Frankreich. Der Zufall wollte es diese Woche, das ich jedoch hier in Deutschland fuer einen Kunden was erledigen sollte und meinen Aufenthalt somit bis Mittwoch verlaengern musste. Schnell AirFrance angerufen, Rueckflugticket gegen eine Gebuehr von 50 EUR von Sonntag auf Mittwoch umgebucht. Sixt angerufen und gesagt das ich den Wagen noch bis Mittwoch Vormittag anstatt Sonntagnachmittag verlaengere, alles kein Problem und denn dies:

 

Ich befuhr also gestern am 26.1.2009 gegen 18:35h in einem kleinen Ort in Norddeutschland eine 30'er-Zone Richtung Norden in der Naehe einer Grundschule. Ja, diese Stelle ist u.a. bekannt dafuer das sich die Polizei dort auch gerne mal Abends zu Geschwindigkeitskontrollen mit anschliessendem Geldtransfer postiert. Also, obacht und Langsamkeit walten lassen. Ein groesserer Wagen, genauer gesagt ein Seat Alhambra kam mir auf der Strasse recht mittig entgegen.

 

Ich fahre immer sehr weit rechts aber dadurch wurde ich noch mehr dazu genoetigt rechts rueber an meinen Fahrbahnrand zu fahren. Leider war ich aber in meinem Aktionsspielraum durch den auf meiner Seite vorhandenen Bürgersteig mit Bordsteinkante entlang der Fahrbahn limitiert und hoffte nur noch das der Fahrer des entgegenkommenden Wagens doch endlich seinen Fehler bemerkt und auf "seine" Fahrspur in seiner Fahrtrichtung rechts rueberziehen wuerde. Zumal zu diesem Zweck zusaetzlich die Gegenrichtung einen zwar unbefestigten gut 1,5m breiten, glatten und festen Sand-Seitenstreifen mit einer Hecke zur Verfuegung hat und selbst bei normalen Strassen innerorts ein "aneinander vorbeifahren" ohne grosses Ausweichen aufgrund der Strassenbreite immer moeglich sein sollte.

 

 

Von Frankreich bin ich enge Strassen gewohnt und kann eigentlich recht gut die gegebenen Platzverhaeltnisse abschaetzen. Bevor ich also nun auf den Bordstein mit (m)einem Mietwagen fluechte und womoeglich noch die Alufelgen dabei verschramme und am Ende selber den entstandenen Schaden bleche weil der Verursacher nicht mehr da und die Beweislage in einem solchen Fall schwierig ist, entschied ich mich am aeusserst rechten Fahrbahnrand weiterzufahren.

 

Zuerst schien der entgegenkommende Fahrer seinen Fehler zu bemerken und machte eine deutliche Bewegung in Richtung "seines" Fahrbahnrandes, okay das passt dachte ich und fuhr weiter. Doch gut 5m vor meinem Kotfluegel zog der Wagen ploetzlich wieder in meine Richtung rueber, und "BINGO" - dort wo vorher mein linker Aussenspiegel war, befand sich nun ein verschrammtes Plastikteil, das an einem Stromkabel baumelte.

 

 

Ich hupte, hielt und gute 150m hinter mir hielt der gegnerische Unfall-Fahrer ebenfalls. Es war eine Fahrerin, wie sich herausstellte, die - Wink des Schicksals - Ihren Sohn zur Fahrschule fahren wollte. Ich rief die Sixt-Unfallhotline unter der Rufnummer +49 180 5269999 an und erkundigte mich was nun zu tun sei. Man sagte mir, das auch bei solchen Kleinschaeden unbedingt die Polizei gerufen werden muesste und das ich zusammen mit dem Unfallgegner die Schadenskarte im Handschuhfach ausfuellen sollte. Gesagt, getan. Polizei verstaendigt und die netten Beamten, samt Trainee im Schlepptau trafen gut 40 Minuten spaeter ein. 

 

Ich schilderte sachlich den Vorfall aus meiner Sichtweise und Glueck fuer mich: Die Dame gab unumwunden zu, zu weit in meinen Fahrstreifen gefahren zu sein und nahm die Unfall-Schuld komplett auf sich, was ihr gleich 35 EUR Bussgeld einbrachte das sie sofort bar bezahlte. Der Beamte meinte nur noch lapidar zur ihr das sie sich alm besten doch gleich beim naechsten Mal bei der Fahrschule in der Theoriestunde zusammen mit ihrem Sohn mit hinsetzen sollte. Schon etwas Krass. Das Unfall-Protokoll hat sie auch gleich an Ort und Stelle unterschrieben und der Beamte schaetzte meinen Schaden am Mietfahrzeug auf 200 EUR. Gut das Polizeibeamte in Deutschland ueber soviel menschliches Mitgefuehl, sowie technischen und gutachterischen Sachverstand verfuegen.

 

Naja, der Beamte meinte das sei "lediglich fuer die Statistik und die Hoehe nur ein grober Anhaltspunkt". Nach meiner Erfahrung jedenfalls wird sowas, besonders das Teillackieren der Tuer wo der Spiegel gegengeschlagen ist und diverse Kratzer verursacht hat, sowie der Austausch des Spiegelglases und des verkratzten Gehaeuses deutlich mehr kosten. Wir fahren ja schliesslich einen Mercedes!

 

Die freundlichen Kollegen bei Sixt am Bremer Flughafen riefen mich denn etwas spaeter zurueck, um mir mitzuteilen das ich den Wagen den naechsten Morgen zum Austausch bringen koenne. Noetige Papiere waeren die Schadenkarte, der Unfallbericht der Polizei und das Rueckgabeprotokoll. Inzwischen hatte ich die Metallklammer soweit wieder zurechtgebogen, das ich den Spiegel wieder am Wagen befestigen konnte und er nicht mehr runterbaumelte. Zur Not sagte der nette Sixt-Mann von der Unfallhotline, das ich den Spiegel komplett abreissen sollte, da fuer die Ueberfuehrung lediglich ein rechter Aussenspiegel und der Rueckspiegel ausreichen wuerden. Die herbeigerufenen Beamten sahen dies jedenfalls nicht so, meinten aber das da erstmal jemand "sich auf den Plan gerufen" fuehlen muesste fuer ein Bussgeld. Naja, war ja letztendlich nicht noetig, denn der Spiegel hielt und mein Blinker ging jedenfalls auch noch. Somit konnte ich die gut 100km Autobahn heute Vormittag sicher nach Bremen fahren, ein paar Spiegelreste waren ja schliesslich auch noch vorhanden.

 

 

So, jetzt wird Sixt Kontakt mit der gegnerischen Versicherung aufnehmen und ich bin denn erstmal aus diesem Vorgang raus und habe keine weiteren Aktionen von meiner Seite. Es koennte sein das bei Problemen nochmal ein Fragebogen an meine Adresse geschickt wird, aber dies sei den auch schon alles, versicherte man mir.

 

Fazit: Saubere und effiziente Abwicklung bei der Firma Sixt.


27.01.2009 12:05    |    taue2512    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: B 170, B-Klasse, BlueEFFICIENCY, Mercedes, Mietwagentest

So, diese Woche kommen meine verehrten Blogleser in den Genuss gleich zweier Mietwagentests. Nicht etwa weil ich diesmal gleich eine komplette Woche in Deutschland unterwegs war, sondern wegen eines ungeplanten Ersatzes durch einen von mir unverschuldeten Unfall. Doch dazu mehr in einem meiner naechsten Blogartikel.

 

Ich kam letzten Mittwoch mit dem Flieger an und Sixt am Bremer Flughafen hatte mir eine Mercedes B-Klasse bereitgestellt. Vollmundig wird diese Fahrzeugkategorie ja von Mercedes als "Sports Tourer" angepriesen, aber der nur 116PS starke Motor faehrt sich alles andere als sportlich.

 

Preislich startet die B-Klasse als B 170 bereits bei 25.700 EUR, der gefahrene Testwagen kostete aber bereits um die 30K EUR und bot fuer diesen Preis keine abgefahrenen Finessen. Mercedes bleibt seinem Ruf einer Premium-Marke somit treu.

 

 

Vorstellung / Fahrbericht (***OO)

Die B-Klasse bietet vor allem eines: Platz. Fuer ein Auto dieser Kategorie ist der Sitzkomfort vorne und das Platzangebot auf den Fondsitzen wirklich aussergewoehnlich gut. Die Sitze sind sehr gut ausgeformt und bieten mehr als genuegend Seitenhalt. Wenn man das Fahrwerk beschreiben soll, so tendiert man irgendwo zwischen "sehr weich" und "komfortabel". Leider ist der Wagen aufgrund seiner recht hohen Bauform sehr anfaellig was Seitenwinde betrifft. Bei schneller Autobahnfahrt tendiert der Wagen bei mehreren Bodenwellen hintereinander zum "Aufschaukeln". Der Fahrer sitzt angenehm hoch, die Augenhoehe befindet sich ungefaehr auf gleichem Niveau der Dachkante eines Golfs, dies vermittelt einen besseren Ueberblick ueber das Verkehrsgeschehen.

 

 

Wirklich besonders hervorzuheben ist die gute Bremsanlage, der Wagen bremst sehr effektiv und steht auf Sommerreifen bei einer Vollbremsung aus ca. 100km/h auf feuchter Fahrbahn nach nur rund 33m. ESP und ABS sind dabei auch serienmaessig an Bord. Kurzum: Wer ein grosszuegiges Familienauto sucht, welches aussen trotzdem noch relativ kompakt bleiben soll ist bei der B-Klasse sehr gut aufgehoben.

 

Was mich unter anderem stoert ist der Motorsound, man bekommt manchmal richtig Mitleid mit der kleinen Maschine wenn diese hochdreht und quasi auf dem letzten Loch pfeift. Das klingt sehr grell und wenig nach Mercedes, eher japanisch - aber wer das verschmerzen kann wird auch sicherlich ueber die doch recht heftigen Windgerauesche hinwegsehen koennen. Eine Stirnflaeche von der groesse einer Wohnzimmerschrankwand (2.43qm) und ein Cw-Wert von 0.31 tun ihr uebriges. Deswegen liegt die Vmax in dieser Motorisierung auf Sommerreifen auch schon bei nicht einmal 180km/h an.

 

 

Und ein weiteres kleines Manko, gerade bei kalter Witterung sind diese grossen "von-unten-nach-oben-Wischer" der Frontscheibe, gepaart mit der doch recht maechtigen A-Saeule. Die wischen den Schnee an die Fensterseiten und fuer den Fahrer vergroessert sich der tote Winkel nach vorn durch A-Saeule plus ein ca. 5cm Schneestreifen ueber die komplette hoehe der Windschutzscheibe. Sowas ist zwar nur ein kleines Manko, aber schon auf Dauer etwas aergerlich.

 

Zweiter Teufel im Detail: Leider lassen sich die Aussenspiegel der B-Klasse nicht manuell einklappen, sofern man nicht die elektrisch anklappbaren geordert hat. Die Spiegel sind mit einer Metallklammer starr an der Aufnahme fixiert. Ein Manko - wie ich finde - ueber den Garagenparker oder Bordsteinparker aufgeklaert sein sollten.

 

Bedienbarkeit / Intuitivität (****O)

Mercedes-typisch findet der Fahrer alle Bedienelemente klar gegliedert an den angestammten Plaetzen. Viele Bedienelemente stammen von anderen Modellreihen und sind qualitativ kaum zu bemaengeln. Alles wirkt gut verarbeitet und solide. Ein besonderes Plus am Testwagen ist das groessere Radio mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, sie funktionierte auf anhieb tadellos mit meinem NOKIA N95 und die Verstaendigungsqualitaet war super.

 

 

Das Display des Radios laesst sich u.a. auch bei Nachtfahrten abschalten, das reduziert die Blendung wirksam. Leider klingt das Teil fuer das Geld nicht berauschend, es fehlen nach meinem Geschmack die Baesse und Hoehen.

 

 

Sehr gut geloest hingegen die Einparkhilfe mit den LED-Bandanzeigen in der Mitte des Armaturenbretts und im hinteren Dachhimmel. Sie arbeitet sehr zuverlaessig, ist aber wenn sie auf den letzten Zentimetern warnt besonders laut und aufdringlich. 

 

Verarbeitung / Qualität (****O)

Tadellose Verarbeitung aller Schalter und Bedienelemente. Lediglich die Leder-/Stoff-Kombination der Sitze sieht m.E. zu billig aus, fuer den Aufpreis haette ich schon etwas besseres erwartet. Die Spaltmasse der Karosserie sind okay und nichts haengt oder quietscht. Etwas nervig: Der Gurtsensor fuer den Beifahrersitz ist sehr empfindlich, Leute die ihren Krimskrams gerne auf der Sitzflaeche nebenan verstauen, werden dauernd per Piepton ermahnt.

 

 

Verbrauch / Nutzen (**OOO)

Warum verbraucht ein 1,7l-Motor mit solch "unsportlichen" Fahrleistungen satte 9,5l/100km im Alltagsbetrieb? Warum heisst eine B-Klasse mit diesen Verbrauchswerten mit Beinamen "BlueEFFICIENCY"? Vielleicht weil man durch den recht hohen Verbrauch sein blaues Wunder erlebt? Jedenfalls sind die Herstellerangaben zum Kombi-Verbrauch von 6,5l oder 8,4l Ausserorts voellige Utopie und mit ein Grund dafuer das die B-Klasse wenn ueberhaupt fuer mich nur als Diesel in Frage kommen wuerde.

 

Kosten / Anmietung (****O)

Alles wie immer, 1A-Service der Firma Sixt - besonders durch den erlittenen Unfall und die Formalitaeten - und ein Tagespreis von knapp 30 EUR, da ich diesmal durch meine Wochen-Miete und die 7 Tage Laufzeit aus dem normalerweise von mir genutzten guenstigen Wochenend-Tarif herausgefallen bin.

MB_B170.pdf (677 mal heruntergeladen)

12.01.2009 19:22    |    taue2512    |    Kommentare (29)    |   Stichworte: 2.0, Alfa, Distinctive, GT, Mietwagentest, Romeo, Sixt

So, wieder sind 14 Tage wie im Fluge vergangen und es wird Zeit fuer einen erneuten Mietwagentest. Diesmal hatte ich eine Golfklasse im Internet reserviert und der nette Herr bei Sixt am Flughafen in Bremen begruesste mich am Freitagmittag mit den Worten: "Ich habe 2 Coupes fuer Sie - eines davon etwas sportlicher!". Ich fragte nach, ich hatte also die Wahl zwischen einem Peugeot 407 und einem Alfa Romeo GT. Ich haette den Peugeot nehmen sollen, aber was soll's...

 

 

Vorstellung / Fahrbericht (**OOO)

 

Da ich dieses Wochende nur mit meinem Sohn unterwegs sein werde, entschied mich kurzerhand fuer den GT, denn im stillen wollte ich den immer schonmal "erfahren". Das war mehr so eine Bauchentscheidung ohne Einbeziehung des Verstandes, und ich denke genau darauf zieht der Hersteller auch ab. Danach direkt ab ins Parkhaus nebenan und da stand er - oder eigentlich "Sie" wie die Italiener sagen - die "Bella Macchina". Bertone hat als Haus- und Hofdesigner wirklich mit dem GT eine nette Arbeit hingelegt, Hut ab. Wenn der sich jetzt nun noch halb so gut faehrt wie er aussieht, ist ja alles in Butter dachte ich mir. Technisch basiert der GT ja auf der Plattform des Kleinwagens 147, mit diesem Wissen bewaffnet erahnt man ja schon das es sich nicht um dieselbe Kampfklasse wie der Brera handelt.

 

Naja, trotzdem verlangen die ersten Meter im GT vom Fahrer schon sehr viel Charakterstaerke und Disziplin im Gasfuss, die 122kW wollen heraus und nach vorn sprinten. Bis zur Autobahn durch die Stadt also in recht normalem Tempo unterwegs und denn flugs die A27 in Richtung Bremerhaven genommen. War ja auch gerade nicht viel Verkehr, mal sehen was der Wagen so leistet nach dem Ende der 120'er-Zone.

 

 

Die Beschleunigung ist echt cool und fast brutal, der Sound satt aber dennoch angenehm. Aber man merkt deutlich das das Revier dieses Italo-Flitzers doch eher die wenig gewundenen und gut ausgebauten und asphaltierten breiten Strandstrassen Italiens bei einem Tempo zwischen 120 und 180 km/h zu sein scheinen. Unsere Norddeutschen Betonplatten-Autobahnen mag der Alfa irgendwie nicht. Aber irgendwie fuehlte ich den Wagen auch nicht so richtig, jedenfalls sein Fahrwerk. Denn ab Tempo 180 ist es trotz des Frontantriebes als ob man einen Hecktriebler auf regennasser Strasse faehrt, denn hinten wird alles auf einmal sehr nervoes. Ab Tempo 200 bereitet mir zumindest das ganze denn auf einmal absolut keinen (Fahr-)Spass mehr. Alles am GT wird schwammig und wenig direkt, als ob man den Kontakt zur Strasse jeden Moment verliert. Dies koennte zum einen an den Winterreifen gelegen haben, deren Vmax limitierte den Wagen zwar auf Tempo 210 aber fuer ein Sportcoupe ist und bleibt nach meiner Ansicht das Fahrwerk der Hauptkritikpunkt beim GT, denn es ist einfach viel zu weich und unsportlich. Das gleiche gilt m.E. leider auch fuer die Sitze. Ein sportliches Feeling kommt somit nicht gerade auf und das truebt den Gesamteindruck bei diesem Auto schon sehr. Dazu kommt noch das der Wagen sehr anfaellig fuer Seitenwinde ist.

 

 

Bedienbarkeit / Intuitivität (*OOOO)

 

Das Innendesign ist sehr "weiblch" alles ist rund und geschwungen, so z.B. auch das Armaturenbrett. Durch die sanften Kurven gibt es zusaetzlichen Raum fuer den Beifahrer. Manche Bedienelemente aber sind leider wenig intuitiv, so z.B. der Satellit fuer den Tempomaten links vom Lenkrad. Er ist starr und besitzt lediglich zwei scharfkantige Dreh-Ringe fuer die Einstellungen und ist dazu noch sehr weit unten angebracht, das haette man auch anders loesen koennen, liebe Alfisti.

 

Und weil die italienischen Maenner im Sommer den deutschen Touristinnen am Strand staendig den Ruecken eincremen und sie somit ueber ausreichend Hornhaut an den Fingerkuppen verfuegen, stoert es sie wohl auch nicht weiter das man als Deutscher das Drehrad fuer die Lueftungsduesen in der Mitte des Armaturenbretts nur unter schmerzen mit der Fingerkuppe durch drueberreiben bedienen kann. Haptik und Alfa passen also nicht zusammen.

 

Schoen am Bordcomputer ist, das es ganze Saetze in einwandfreiem Deutsch mit dem Fahrer "spricht", aufgrund seiner italienischer Konstrukteure warnt er sogar vor "Gelati" auf der Route.

 

 

Es ist schoen, wenn z.B. die Klimaautomatik meint sie muesste nun auch Aufgrund der Temperaturen der Norddeutschen Tiefebene zusaetzlich die Sitzheizung anwerfen, aber dann erwarte ich auch das der Schalter zum abstellen derselben im selben Bedienfeld wie die Heizungskontrollen untergebracht ist und nicht versteckt ganz hinten an der aeusseren Sitzwange. Es fehlt beim Alfa GT einfach ein klares Bedienkonzept. Und diese vielen versteckten Kleinigkeiten verderben einem den Spass, so z.B. auch die Kontrolllampe fuer das Fernlicht, die blendet den Fahrer relativ stark auf Nachtfahrten.

 

Verarbeitung / Qualität (**OOO)

 

Neben den kleineren Haptik-Problemen und dem konfusen Bedienkonzept hat man den Eindruck das alle Bedienelemente zuerst stark verkleinert wurden und irgendwie ueberall im Wageninneren "verstreut" wurden. Es fehlt hier einfach an Klarheit. Man kann noch irgendwie darueber hinwegsehen, das die Heckscheibe beim Blick in den Rueckspiegel in der Mitte relativ stark verzerrt und das Alfa nun versucht mit grossen Namen wie Bose beim Audiosystem einmal verlorene Punkte wieder wett zu machen, aber das ist ganz offen ehrlich vergebene Muehe. Durch den recht hohen Windgeraeuschpegel hat man einfach nichts von den sicherlich tollen Bose-Komponenten und dem Verstaerker des verbauten Serienradios, es klingt nicht sehr voluminoes geschweige denn herausragend.

 

 

Der von mir gefahrene Wagen war noch relativ jung, er hatte gut 6.400km auf der Uhr, ich hatte den Eindruck das irgendetwas mit den Radlagern nicht stimmte denn als ich waehrend einer Nachtfahrt die Fenster oeffnete, bemerkte ich ein permanentes metallisches quietschen von den vorderen Raedern, welches bei Lastwechseln oder in Kurven die Frequenz aenderte.

 

Verbrauch / Nutzen (***OO)

 

Der Spritverbrauch pendelt sich bei gemaessigter Fahrweise bei ca. 7,6l/100km ein und steigt expotentiell bei sportlicher Fahrweise bis auf ueber 11,4l. Bei einer Leistung von 122kW und den gebotenen Fahrleistungen ist das gerade noch okay, wenngleich andere Sportcoupes bei gleichem Verbrauch den Fahrer bei sportlicher Fahrweise wesentlich eleganter und stressfreier befoerdern koennen. Der Kofferraum ist angenehm gross und laesst sich sehr leicht durch die grosse Heckklappe beladen. Der gebotene Raum und Sitzkomfort auf den hinteren Plaetzen ist fuer Erwachsene gerade noch auf Kurzstrecken akzeptabel.

 

 

Kosten / Anmietung (***OO)

 

Der Testwagen verfuegte bereits ueber eine gehobenere Ausstattungslinie, zu einem Listenpreis von 31.750 EUR und genau dafuer erwartet man allerdings auch schon so einiges. Ich persoenlich waere enttaeuscht - wenn es mein Auto waere - zum einen ueber das grottige Fahrwerk und das unsichere Feeling bei hohen Reisegeschwindigkeiten, denn schliesslich erwartet man fuer den Preis im uebertragenen Sinne "Schnitzel in Gorgonzola-Sauce", aber was bekommt man in der Realitaet dafuer vom Italiener aufgetischt: "Dosen-Ravioli vom Aldi". Wer also masochistische Neigungen mal billig beim Autofahren ausleben moechte, ist mit diesem Auto gut bedient.

 

Der Rest war wieder wie immer: Mietpreis pro Tag ohne Standortzuschlag und Versicherungen knapp 20,80 EUR und alles ohne weitere Probleme und mit dem gewohnten freundlichen Sixt-Service.

Preisliste_GT.pdf (4720 mal heruntergeladen)

03.01.2009 16:00    |    taue2512    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: BMW, Diesel, Mietwagentest, X3, xDrive20d

So, melde mich bei meinen geneigten Lesern und Blog-Abonennten aus dem wohlverdienten (?) Endjahresurlaub zurueck. Wir hatten einen kurzen Abstecher nach von Toulouse nach Genf gemacht, dabei hat sich waehrend der gut 720km langen Autobahnfahrt im Passat CC wieder meine Theorie bewahrheitet: Die meiner Ansicht nach schlechtesten Autofahrer in Europa sind und bleiben die Spanier!

 

Doch der heutige Blogtitel hat's verraten, es geht hier nicht schon wieder um die alte Frage wer in Europa faehrt am besten, sondern um einen weiteren Mietwagentest.

 

Ich war Weihnachten direkt vor unserer Tour in die Schweiz kurz mit meiner Partnerin in Deutschland um wieder einmal wie alle 14 Tage das Besuchsrecht fuer meinen Sohn wahrzunehmen. Wieder wurde der Wagen bei Sixt in Bremen am Flughafen vorbestellt. Ich hatte lediglich - da wir an diesen Tagen zu dritt sind - einen 5-Tuerer (Golfklasse) geordert, und da die Buchungsmaschine im Internet bei Sixt nun mal sehr schlau ist und weiss das am ersten Weihnachtsfeiertag in Deutschland kaum jemand arbeitet wenn wir gegen 21.30h mit dem Flugzeug aus Paris anreisen, war eine Online-Buchung fuer diesen Termin unmoeglich. Aber auch dies war kein Problem fuer die nette Sixt-Mannschaft in Bremen, denn bei der Rueckgabe meines Minis vor knapp 14 Tagen fertigten wir kurzerhand einen haendischen Mietvertrag aus mit dem Hinweis den Schluessel am Hotel Atlantic direkt gegenueber des Bremer Flughafens fuer mich zu hinterlegen denn leider befindet sich der Selbstbedienungs-Schluessel-Safe in Bremen sinnigerweise im abgeschlossenen Buero.

 

Da ich nunmal aus Frankreich so einiges bzgl. Service und Versprechen gewohnt bin, rief ich am 24.12. kurz bei Sixt an, um mich nochmal zu versichern ob denn alles okay sei mit meiner Reservierung, zumal ich auch wegen des haendischen Mietvertrages nicht wie gewohnt eine Bestaetigung per eMail erhalten hatte. Es sei alles okay wurde mir versichert, die Wagenschluessel liegen an der Hotelrezeption wie besprochen bereit. Klasse Service.

 

 

Wir kamen puenktlich Abends an und holten also die Wagenschluessel von der Hotelrezeption. Sixt hatte uns statt eines ordinaeren Golfs netterweise einen BMW X3 xDrive20d fuer die 4 Tage bereitgestellt!

 

BMW X3 XDrive20dBMW X3 XDrive20d

 

Vorstellung / Fahrbericht (+++00)

 

Der BMW X3 ist der neueste und kleinste Vertreter der 4x4-Serie aus dem Hause BMW und reiht sich neben den X5 und X6 ein. Wobei der X6 dabei eigentlich ausser Konkurrenz steht. Obwohl der von uns getestete X3 nur ueber einen 2 Liter Dieselmotor verfuegte, muss man schon sagen das die 130kW ganz gut abgehen und dabei noch recht sparsam bleiben. Der X3 ist ein idealer Stadt-SUV, wenn man sowas ueberhaupt benoetigt.

 

Die Fahrzeuggroesse ist gerade noch fuer kleinere Parkluecken akzeptabel. Dem X3 mangelt es in dieser kleinsten Diesel-Motorisierung lediglich an etwas Elan und Elastizitaet beim Beschleunigen jenseits der 120km/h, da wuenscht man sich schon etwas mehr Power. Die V-Max liegt bei 210km/h an, trotz der Winterbereifung. Der Anschein, das es sich hier um ein plumpes und schwerfaelliges Fahrzeug handelt taeuscht, denn er bringt betriebsbereit gerade mal 1.850kg auf die Waage. Doch gerade dies ueberrascht, denn im ersten Augenschein denkt man alles sei schwer und solide bei dem Auto doch bei genauerem Hinsehen erkennt man das hier auch nur mit Wasser gekocht wird.

 

 

Serienmaessig an Bord ist beim X3 das xDrive Antriebssystem, das mit dem X6 eingefuehrt wurde und dynamisch die Antriebskraefte auf alle 4 Raeder verteilt. Eine manuelle Differentialsperre entfaellt somit. Das Fahrwerk ist weder zu hart noch zu weich und ideal auf holperige Strecken abgestimmt. Kleinere Querrillen wie z.B. Teerfugen in der Fahrbahn stoeren jedoch sehr und kommen m.E. zu deutlich durch.

 

Abseits befestigter Wege kann man gut und sicher mit dem Wagen umgehen, ausreichend Bodenfreiheit ist vorhanden. Das xDrive System ueberzeugt voll und ganz wenn man z.B. in den unbefestigten Seitenraum ausweicht oder wo unterschiedliche Bodenbelaege wie Split oder sogar Eisplacken bei einem normalen Auto das Beschleunigen erschweren wuerden.

 

 

Bei einem Einstiegspreis von rund 38.500 EUR fuer die Dieselvariante kann man schon einiges erwarten, der getestete Wagen verfuegte darueberhinaus ueber ein sehr grosses Panoramadach, das seinem Namen voll und ganz gerecht wird und von der A-Saeule bis fast zur C-Saeule reicht und den Innenraum angenehm erhellt. Ein Augenschmaus auch fuer die Passagiere im Fond. Ausserdem war beim Testwagen das direktionale Xenon-Licht dabei, welches allerdings nur im Abblendmodus ueberzeugen kann. Denn bei Fernlicht (normales Halogenlicht) erzeugt es einen starken Tunneleffekt in der Fahrbahnmitte mit zu wenig Licht im Seitenraum. Das Abbiegelicht ist bei den Xenonscheinwerfern inklusive und vom Gebrauchswert her okay. Ja, und der der X3 hat die vom 5'er her bekannten "Angel-Eyes".

 

 

Der Motor laeuft anfangs etwas rauh und laut, aber bei dem Hubraum/Leistungsverhaeltnis kaum verwunderlich. Ein Ding welches ich ein wenig vermisste waren hoehenverstellbare Gurte fuer den Fahrer und Beifahrer. Die elektrsich verstellbaren Sitze in der getesteten Lederausstattung kompensierten dies Problem zwar ein wenig und sind hart aber bequem, doch leider bieten die Sitzflaechen kaum Seitenhalt da diese flach sind - ein Faktor der gerade bei Holperstrecken wuenschenswert waere.

 

Ansonsten kann man rundum zufrieden sein, wenn BMW seine Hausaufgaben nur noch bei der Elektronik machen wuerde: Die automatische Regelung der Heizung und Lueftung macht was sie will! Eigentlich tut sie das was sie tun soll im Winter: Heizen! Aber m.E. alles zu sehr fussraumbetont. Bei eingestellten 23 Grad Innentemperatur fuehlt man sich oben rum total wohl und zugfrei, aber die Fuesse werden langsam gegrillt.

 

Hinzu kommt das die Heizungsregelung waehrend der Fahrt manchmal "automatisch" wild hin- und herschaltet, in meinem Fall z.B. ploetzlich auf Scheibenenteisung (in dem Moment vollkommen unnoetig) und unvermittelt eine hohe Geblaesestufe oben einstellt. Da koennte BMW noch die Software der Regelelektronik nachbessern. A propos Software: Selbst mit der letzten getesteten Navigations-CD ist die Abdeckung, gerade was gut ausgebaute Nebenstrassen oder Feldwege bei uns im Norden angeht sehr spaerlich. Gerade bei einem Off-Roader wuerde ich mir hier etwas besseres und vor allem genaueres Kartenmaterial wuenschen.

 

Bedienbarkeit / Intuitivität (++++O)

 

Das Fahrzeug verfuegte wie vorweg erwaehnt ueber ein Navigationssystem, das wie bei Volvo in der Mitte des Armaturenbrettes ausklappt. Die Bedienung der restlichen Elemente ist BMW-typisch und eingaengig. Leider ist die Kartendarstellung auf dem LC Display nicht so der Hammer, es faellt z.B. schwer Bundesstrassen von Nebenstrassen zu unterscheiden und die komplette Oberflaeche (auch die des Bordcomputers) wirkt etwas lieblos. Alle anderen Bedienelemente sind gut platziert und ergonomisch.

 

 

Verarbeitung / Qualität (++OOO)

 

Eigentlich gibt es nichts zu meckern, wenn man einmal die Tueren auf- und wieder zugemacht hat, weiss man bei diesem Auto eben, das es kein unverwuestlicher Hummer ist.

 

Verbrauch / Nutzen (++OOO)

 

Auf den knapp 500km Wegstrecke kamen wir auf etwas unter 9,5l/100km, was fuer einen Off-Roader mit den gesamten Optionen noch akzeptabel ist. Die gefahrenen Wege beinhalteten sowohl Stadtverkehr, Landstrassen als auch laengere Autobahnabschnitte mit maximaler Geschwindigkeit. Es gibt genuegend Stauraum und auf den hinteren Plaetzen aureichend Platz selbst fuer laengere Touren.

 

 

Kosten / Anmietung (+++++)

 

Die Firma Sixt hat fuer die 4 Tage Mietdauer inklusive aller Kilometer und des Standortzuschlages lediglich 80,54 EUR berechnet, also gut 20,15 EUR pro Tag ohne Versicherungen - fast billiger als Taxifahren!

 

Der Eingangs beschriebene Service und die Flexibilitaet der Mitarbeiter sei an dieser Stelle nochmals besonders positiv hervorgehoben.

X3_pricelist_2008.pdf (1006 mal heruntergeladen)

15.12.2008 11:37    |    taue2512    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: Cooper, Mietwagentest, Mini, Sixt

Der Mini als CooperDer Mini als Cooper

 

Vorstellung / Fahrbericht

 

 

Wieder einmal hat mir die Firma Sixt gegen einwurf kleiner Münzen leichtfertig ein Auto überlassen. Diesmal war es ein Mini in der gehobenen Cooper Version mit 88kW, also 120PS.

 

Kurzum: Das kleine Gefährt macht riesig Spass und verhält sich in allen Situationen sehr (drift-)neutral und stets beherrschbar. In schnell gefahrenen Kurven neigt der Wagen weder zum über- noch untersteuern und die Lenkung ist sehr präzise. Allerdings merkt man das man mit der Motorisierung bei so einem kleinen Wagen in sportlichere Gefilde vorstösst, beim beschleunigen z.B. zieht der Wagen merklich nach links und wenn man abrupt Gas wegnimmt wieder merklich nach rechts - dies sind wohl Folgen des Drehmomentwechsels im Motor. Bodenwellen werden von dem doch deutlich sportlicher und straffer angepassten Fahrwerk nur unwesentlich gemildert, und kommen somit noch merklich an das Fahrergesäss heran - aber das will ja auch die Kundschaft, die sich einen Mini in der Version Cooper bestellt.

 

Die äusseren Abmessungen täuschen bei diesem Auto etwas, denn betriebsbereit bringt der kleine über 1.300kg auf die Waage und ist in etwa so gross wie ein Golf 3. Eine Kampfhummel also, den der Motorsound ist bei hohen Drehzahlen kernig aggessiv und das Auto verfügt stets über genug Dampf und Reserven. Mein Testwagen war wieder einmal kostenlos mit Winterreifen ausgerüstet. Das die BMW-Gruppe bei diesem Fahrzeug die Finger mit im Spiel hat, bemerkt man schon ein wenig. Die technische Qualität dieses Stadtflitzers für Frisösen oder Yuppies ist generell als "gehoben" zu bezeichnen. Der getestete Wagen verfügte ferner über einige Optionen, die zusätzlich ins Geld gehen (siehe PDF). Nach oben hin sind bei diesen Optionen und Möglichkeiten fast keine Grenzen gesetzt und man kann man bei diesem Kleinwagen fast alles einbauen was auch in der Oberklasse bei BMW heutzutage machbar ist, bis hin zum TV-Empfang ab Werk.

 

Optisches Highlight war im wahrsten Sinne des Wortes die Ambientebeleuchtung des Testwagens, die mittels Kippschalter etweder stufenlos oder in 5 voreingestellten Faben von blau über pink, rot, gelb bis hin zu orange eingestellt werden kann. Leider ändern sich hierbei nicht die Skalen-Hintergrundbeleuchtungen der Instrumente in derselben Farbe, aber dafür wird teilweise der Dachhimmel aus den B-Säulen über der Gurtbefestigung, sowie die beiden Türoffner und Türablagen in der gleichen Farbe wie die LED's im Dachhimmel über der Mittelkonsole erleuchtet. Achja, und denn gibt es noch eine dritte Sonnenblende für das Seitenfenster der Fahrerseite, über den Zweck dieser Einrichtung lässt sich allerdings trefflich streiten.

 

Ambientebeleuchtung B-SäuleAmbientebeleuchtung B-Säule

AmbientebeleuchtungAmbientebeleuchtung

 

Bedienbarkeit / Intuitivität

 

 

Das moderne Innendesign geht m.E. stark zu lasten der Übersichtlichkeit, gut ich hatte bereits schon mal den ersten "neuen" Mini gefahren und somit war mir zumindest das Grundprinzip "alles in der Mitte des Armaturenbretts verstauen" vertraut. Die etwas nostalgisch anmutenden Kipp-Schalter, die eher aus einer Cessna 172 kommen könnten findet man weiterhin am Dachhimmel und unten im Armaturenbrett, das vermittelt ein wenig das Gefühl eines Rosinenbombers. Dieses Bedienkonzept ist eher etwas für junge oder junggebliebene Leute mit einem Hang zum technischen und weniger etwas für die gesetzteren Jahrgänge.

Die Sicht nach vorne ist exzellent, da die A-Säulen mit integrierten Airbags doch noch sehr filigran sind und nicht direkt im Gesichtsfeld des Fahrers platziert wurden. Die Sicht nach hinten allerdings wird etwas getrübt durch den ovalen und kleinen Rückspiegel. Als Kompensation dafür verfügte der Wagen über zwei asphärische Aussenspiegel. Die Handschaltung, die über 6 wunderbar aufeinander abgestimmte Gänge verfügt (von denen man aufgrund der Motorleistung beim beschleunigen oftmals nur die Hälfte benötigt), lässt sich sehr präzise bedienen. Dabei ist der Schalthebel sehr wirkungsvoll vom Getriebe und somit von allen störenden Schwingungen und Vibrationen entkoppelt - eine Wohltat.

 

A propos Getriebe: Zusätzlich gibt es eine digitale Schaltanzeige im kleinen Rundinstrument hinter dem Lenkrad, die den Fahrer immer zu verbrauchsarmen frühen Schaltvorgängen ermahnt. Ein Bordcomputer mit Verbrauchsanzeige ist ebenso in diesem kleinen Instrument integriert wie eine Aussentemperaturanzeige. Leider gibt es kein Öl- oder Kühlwasserthermometer, nur entsprechende Warnlampen. Die Bedienelemente des Radios, die im grossen zentralen Rundinstrument zu finden sind, sind sehr gewöhnungsbedürftig und etwas zu verstreut angeordnet. Es gibt allerdings ein anständiges Lederlenkrad in diesem Wagen.

Naja, über Bedienkonzepte lässt sich streiten aber wenn man einmal verstanden hat das beim Mini erstmal alles irgendwie "gedreht" werden muss um verstellt zu werden, wie z.B. das abblenden des Innenspiegels ist man schon deutlich weiter. Kinder haben Probleme bei der Öffnung der Türen von aussen, da doch recht stark im Griffinneren gedrückt werden muss.

 

Nachtdesign und InstrumenteNachtdesign und Instrumente

 

Verarbeitung / Qualität

 

 

Bei manchen Drehreglern (vor allem Lautstärke und Spiegeleinstellung) und auch bei den Hebeln am Lenkrad entsteht leider ein etwas schwammiger oder labberiger Eindruck ohne spürbaren Druckpunkt, der den Gesamteindruck über die Verarbeitungsqualität trübt. Der gleiche schwammige Eindruck gilt leider auch für den Klang des Radios, hier ist der Mittenbereich sehr fade was einen ständig zur Anhebung der Lautstärke verleitet.

 

Ein paar Chromzierringe hier und da hätten den grossen Rundinstrumenten sicherlich gut zu Gesicht gestanden, das hätte etwas von den silbernen Kunstoffoberflächen abgelenkt, die bisweilen etwas nach billigem Plastik oder "Yps mit Gimmick" aussehen. Gut, der Testwagen hatte schon über 40.000km gelaufen, aber trotzdem.

 

 

Verbrauch / Nutzen

 

 

Der Verbrauch lag bei 7,8l/100km laut Bordcomputer, was wieder einmal gut einen Liter höher liegt als von Mini offiziell angegeben. Dafür bekommt man aber deutlich mehr Fahrspass als in einem Fiat geboten. Dauerbetrieb mit mehr als zwei Personen ist abzuraten, da der Fahrer doch recht weit an das Lenkrad rücken muss um den Passagieren im Fond ausreichend Beinfreiheit zu bieten. Kindersitze gehen dort allerdings uneingeschränkt.

 

Kosten / Anmietung

 

 

Bei einem Grundpreis von rund 18.300 EUR kann man schon ein gutes Auto erwarten, von ein paar kleineren Abstrichen Mal abgesehen kann ich den Mini uneingeschränkt weiterempfehlen. Gerade kleinere Parklücken in der Stadt machen mit diesem Auto sehr viel Spass. Der Sixt-Mietpreis in Höhe von rund EUR 26,85 pro Tag im Wochenend-Tarif für die Klasse ECMR inklusive des Standortzuschlages ist ein exzellenter Kurs für diesen sportlichen "Smart für gutbetuchte" (ohne weitere Versicherungen). Anmietung und Rückgabe am Sixt-Standort Bremen-Airport wie immer nett und freundlich und vor allem ohne Probleme.

MINI_HATCH_Preisliste_2008Sep.pdf (4332 mal heruntergeladen)

02.12.2008 10:36    |    taue2512    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: Fiat, Mietwagentest, Punto, Sixt

Vorstellung / Fahrbericht

 

 

Fiat hat mit dem Grande Punto einen tollen und spritzigen Kleinwagen im Programm, der dank seiner diversen Austattungs-Grundpakete und Motorisierungen zwischen 65 und 120 PS zu attraktiven Preisen als 5-türer schon ab 12.650.- EUR angeboten wird. Zu diesem Preis erhält man ein durchaus gutes Fahrzeug allerding mit ein paar kleineren Einschränkungen.

 

 

Es gibt einige nette Gimmicks an Bord: Ein Bordcomputer mit Verbrauchsanzeige ist sicher noch nicht selbstverständlich in dieser Klasse und eine einstellbare Servolenkung mit spezieller manuell aktivierbarer Stadt-Einstellung ist auch nett zu haben, aber all dies wird etwas getrübt durch die billig anmutende Haptik des Armaturenbretts und speziell durch das zwar anatomisch exzellent ausgeformte, aber aus billigem Material gefertigte Plastik-Lenkrad.  

 

Die Strassenlage ist auf geteerten Strecken absolut okay. Die Servolenkung in der Stadt ist sehr leichtgängig. Der von mir gefahrene Wagen verfügte über Winterreifen, was den (Innen-)Geräuschpegel schon merklich anhob. Wer aber z.B. auf dem Lande etwas abgeschiedener wohnt, wird mit dem Fahrwerk des Punto auf holperigen Strecken und unterschiedlichem Belag auf die Dauer nicht glücklich werden. Gut, der Wagen ist kein Off-Roader aber man merkt das er sich sehr nervös und fast unkontrollierbar verhält, sobald man eine nicht geteerte Strasse mit losem Untergrund damit befährt. Alles in allem jedoch zu dem Preis ein anständiges Auto. Das Fiat etwas mit Ferrari zu tun hat bemerkt man spätestens beim beschleunigen an der Ampel. Aber nicht etwa durch den enormen Vortrieb, den die 77 PS leisten, sondern durch die Geräuschkulisse bei höheren Drehzahlen.

 

Bedienbarkeit / Intuitivität

 

 

Abstriche im Hinblick auf den Kaufpreis muss man spätestens bei der Bedienung in Kauf nehmen. Warum bloss hat Fiat die Bedientasten des Bordcomputers links auf das Armaturenbrett verlegt? Die Scheinwerfer-Höhenregulierung gleich nebenan via Drucktasten ist dabei noch das kleinste Übel.

 

 

Die Anzeigen und Einstellungen sind ohne Anleitung schwer verständlich. Davon abgesehen befindet sich der Gesamte Rest an seinem angestammten Platz: Blinker, Wischereinstellungen und andere Funktionen sind auch für Markenfremde Fahrer intuitiv und leicht zu bedienen.

 

Verarbeitung / Qualität

 

 

 

Für meinen Geschmack hat Fiat zu viel billiges Plastik verbaut, diese Tatsache trübt etwas den doch recht positiven Gesamteindruck des Innenraumes. Besonders das relativ harte und dazu recht grob genarbte Plastik des ergonomisch geformten Lenkrades ist unangenehm und springt ins Auge.

 

Das gleiche gilt für den Schaltknüppel, jedenfalls habe ich nun eine Schaltblase am rechten Zeigefinger da hier das gleiche Hartplastik verwendet wurde wie für das Lenkrad oder die Abdeckungen der A-Säulen. Die Sitze sind allesamt okay, gut ausgeformt und bieten genug halt.

 

Verbrauch / Nutzen

 

 

 

Der grösste Knackpunkt ist sicherlich der Verbrauch: Im Betrieb mit einer Person ohne viel Zuladung genehmigten sich die 77 Pferde glatte 8 l/100km! Für ein derart kleinen Wagen ist das schon eine Menge. Okay, die Strecken waren gut gemischt und es waren auch ein paar Autobahnabschnitte dabei, aber gerast bin ich nicht gerade mit dem Wagen. Dieser Verbrauch ist m.E. doch recht viel, denn Fiat gibt den offiziellen EWG-Verbrauch mit 4,4 bis 5,9 l/100km auf seiner Website an. Zu den weiteren inneren Werten: Der Platz im Fond ist ausreichend für Familien mit Kindern, Erwachsene haben hinten auf die Dauer sicherlich keinen Spass denn so "Grande" wie der Modellname vermuten lässt ist der Wagen in Wirklichkeit nicht. Der Kofferraum hingegen ist recht gross geraten für einen Wagen dieser Klasse.

 

Kosten / Anmietung

 

 

Mein Testfahrzeug habe ich in Bremen bei Sixt am Flughafen gemietet: 4 Miettage für insgesamt 83,40 EUR plus Standortzuschlag (Flughafen) in Höhe von 16,68 EUR machten inklusive Steuern insgesamt 119,10 EUR. Also gut knapp 30.- EUR/Tag ohne Versicherungen. Für diesen Kurs ist der Fiat (Klasse: ECMR) ein gutes und empfehlenswertes Fahrzeug. Die weiteren Konkurrenten in dieser Mietklasse sind: VW Polo, Ford Fiesta und Peugeot 207. Anmietung und Rückgabe wie immer reibungs- und tadellos.


02.12.2008 09:44    |    taue2512    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: Einleitung, Mietwagentest

Da ich beruflich und privat desöfteren auf Mietwagen angewiesen bin, habe ich mir überlegt mal meine Erfahrungen mit den diversen angemieteten Modellen niederzuschreiben. Der Hauptaugenmerk liegt in meinen persönlichen (Test-)Berichten auf dem Gegenwert, was genau man für sein Geld beim Vermieter seiner Wahl in Form eines fahrbaren Untersatzes erwarten kann, bzw. bekommt.

 

Ich versuche dabei stets möglichst objektiv zu bleiben und klassenübergreifende Benotungen oder Vergleiche zu vermeiden, nicht das mir hier vorgeworfen wird das ich alle Mietwagen nur gegen meinen PASSAT CC vergleiche - dem ist nicht so!

 

Es soll im wesentlichen um intuitive Bedienbarkeit, Gesamteindruck des Anmietprozesses, Haptik und letztendlich um alltägliche Werte wie den Spritverbrauch oder den praktischen Nutzen gehen. Ich werde diese Testberichte mit dem Keyword 'Mietwagentest' taggen, somit kann man ganz einfach alle Berichte mithilfe der rechten Leiste oder der Suche innerhalb des Blogs filtern.

 

Die fünf Hauptkaterorien eines jeden Testberichts werden sein:

 

  • Vorstellung / Fahrbericht
  • Bedienbarkeit / Intuitivität
  • Verarbeitung / Qualität
  • Verbrauch / Nutzen
  • Kosten / Anmietung

 

3 von 5 Punkten3 von 5 Punkten Als Benotung werde ich - wie in der Autobranche üblich - goldene Lenkräder vergeben. Die Höchstpunktzahl wird maximal bei fünf liegen, wobei null ebenso erreichbar ist.

 

Den Anfang der Serie wird ein Fiat Grande Punto machen, danach heisst's nun ab sofort die Mietwagenklassen und genutzten Modelle etwas öfter zu wechseln.


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Mein Blog hat am 01.10.2012 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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