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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

25.09.2015 10:16    |    taue2512    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: abgas, dieselgate, dobrindt, epa, eu, jetta, merkel, nefz, passat, tdi, test, us, usa, volkswage, vw

Zugegeben, der Titel meines Blogs könnte den Eindruck erwecken ich sei ein VW-Fanboy oder noch schlimmer ein Politiker. Vorweg: Der Grund warum immer noch TDI im Titel steht aber es mehr und mehr um alternative Antriebe geht eher technischer Natur, denn Blogtitel können hier nun mal – einmal gesetzt – nicht so einfach abgeändert werden.

 

 

Wie alles Anfing

 

Doch zurück zum Thema: Der VW-Abgas-Skandal. Ich möchte mich zu diesem Themenkomplex ebenfalls äußern, denn zum einen setze ich mich seit Jahren mit der Bordelektronik, den liebevoll genannten Blackboxen – speziell bei Autos aus dem VW und Audi-Konzern und aufgrund meines Studiums an der französischen Ecole de Guerre Economique in Paris mit den Zusammenhängen und Einfluss Möglichkeiten auf kapitalistische Systeme auseinander. Und das alles passt gerade so wunderschön zusammen.

 

Neue Automodelle zu entwickeln und am Markt erfolgreich zu platzieren erfordert langfristige Planung und das reibungslose Zusammenspiel vieler verschiedener Akteure. Deshalb erstaunt es um so mehr, dass der Ottonormalkraftstoffverbraucher auf der Straße in der „VW-Affäre“ nur das zu hören bekommt, was andere gerne in diesem Moment aus Eigenschutz verbreiten würden. Hand auf Herz: Sollte man sich nicht vielmehr die Frage stellen warum nun alle unisono vom „Dieselgate“ in Anlehnung an die Politikaffäre „Watergate“ sprechen? Ist dies der zum Teil der vorschnellen Reaktion und der Zügigkeit sozialer Netzwerke geschuldet oder wird konkret die Platzierung von Informationshäppchen in sozialen Netzwerken und Presseorganen von irgendjemandem betrieben, der in irgendeiner Weise ein Interesse, geschweige denn einen direkten Vorteil davon hat?

 

Machen wir doch einfach mal eine Rückblende und schauen uns die Faktenlage an. Ende 2013 sollten Diesel-Fahrzeuge von VW, BMW und Mercedes einem Test nach amerikanischen Emissionsschutzgesetzen unterzogen werden. Novum: Der Test sollte nicht etwa auf einem Rollenprüfstand, sondern unter Realbedingungen durchgeführt werden. Volkswagen lieferte einen Jetta und einen Passat, BMW einen X5 und Mercedes lieferte gar keinen Wagen. Es wurde getestet und getestet, die Autos fuhren bergige Landstraßen in der Nähe von San Francisco rauf und runter, vollgepackt mit moderner Messtechnik.

 

Und was war das Resultat? Oh wunder! Die drei Testkandidaten überschritten die ach so strengen amerikanischen Grenzwerte, der BMW X5 bei der Bergauf-Fahrt um das knapp 10-fache, die beiden VW-Modelle auch aber ansonsten in Spitzen sogar um das 30-40-fache. Nun, ja. Eigentlich keine so tolle neue Erkenntnis, denn alle Welt weiß das die von allen Herstellern angegebenen niedrigen durchschnittlichen Verbrauchswerte nach NEFZ seit langem einzig und allein mittels spezieller Magermix-Programme und Testzyklus-Erkennung erreicht werden können und im Alltag so gut wie nicht erreichbar sind.

 

Und deshalb sollte man sich fragen, warum ein solcher Aufschrei in Bezug auf die Verbräuche nicht schon lange vorher in voller Breitseite durch Interessenvertreter der Autofahrer aller Länder erfolgte, zumal der Literverbrauch und die Abweichung zum beworbenen NEFZ-Verbrauch direkt an das eigene Portemonnaie des Halters geht? Aber hier im aktuellen Fall geht es ja schließlich nicht um Mehrausgaben für den Halter durch wissentlich verfälschte Spritverbräuche, sondern schließlich um die Umwelt und die geht alle an!

 

Denn: Mehr verbrannter Sprit bedeutet aber zwangsläufig auch mehr Stickoxide und CO2. Wer ist also verantwortlich für die falschen Testergebnisse? Richtig, bislang zeigten alle Finger auf "die Politik" mit ihren Testanforderungen wie dem NEFZ als schuldigen. Mit irrsinnigen Vorschriften weitab der Realität werden Testmethoden etabliert, die eher kontraproduktiv und für den Laien sowieso nicht mehr nachvollziehbar sind.

 

Der griff in die Trickkiste

 

Spätestens jetzt muss unweigerlich ein Ausflug in die Technik und Chemie erfolgen, damit ich meinen Gedankengang zu Ende bringen kann. Überall wo Kraftstoff verbrannt wird entstehen Restprodukte, vornehmlich das Treibhausgas CO2 und die noch gefährlicheren Stickoxide, sowie weitere Verbrennungsrückstände. Mit technischen Mitteln versuchen alle Automobilhersteller diese Emissionen zu reduzieren, aber irgendwo setzt entweder die Technik oder die Chemie oder eine Kombination von beidem dem erreichbaren eine Grenze. Das ist ungefähr so, als ob man eine Dampfwalze aus dem frühen 20. Jahrhundert von Kohle- auf Erdgasbetrieb umrüsten wollte, zum eigentlichen Betrieb muss mit viel Verlusten erstmal gehörig Dampfdruck erzeugt werden, wenn man nicht den kompletten Antrieb ebenfalls gleich gegen etwas fortschrittlicheres austauschen möchte.

 

Ja, und nun sage ich etwas was vielen nicht gefällt: Die technische Entwicklung des Verbrennungsmotors ist ausgereizt. Schlimmer noch: Sie steht seit ungefähr 20 Jahren auf ein und demselben Fleck und befindet sich in einer Sackgasse. Lediglich durch technisch aufwändige Abgasnachbereitung z.B. durch die Zuführung von Harnstoff zur Bindung der Stickoxide, hochkomplexe technische Konstruktionen, wie z.B. der aktiven Zylinderabschaltung oder gar der Kombination zusätzlicher lokal emissionsfreier Antriebe lassen sich heutzutage noch Abgaswerte verschönern, um den immer strenger werdenden gesetzlichen Auflagen zu genügen.

 

Und was hat das nun mit der Ausgangstestsituation zu tun, werden Sie sich fragen? Ja, der BMW X5 wird in den USA gebaut, der Jetta und insbesondere der Passat von VW sollten mit viel Brimborium just in diesen Tagen neu in den dortigen Markt als „Clean Diesel“ eingeführt werden. BMW und VW nutzen verschiedene Konzepte zur Abgasnachbehandlung, nämlich die Rezirkulation, Harnstoffeinspritzung und die geregelte katalytische Methode. Jede dieser Methoden hat ihre ureigenen Vor- und Nachteile. Und wer damals in Chemie aufgepasst hat erinnert sich vielleicht noch an Versuche mit Reaktionstemperaturen, Atombindungen und den Abläufen der Reaktionen selbst nebst ihren Zerfallsprodukten. Will sagen: Damit heute die unterschiedlichen Konzepte ihren Dienst tun – nämlich Abgase zu reinigen, haben sie je nach technischer Auslegung unterschiedliche Voraussetzungen.

 

Und deshalb macht es überhaupt gar keinen Sinn Autos von verschiedenen Herstellern mit eben diesen unterschiedlichen Abgasaufbereitungsmethoden - und schlimmer noch mit unterschiedlich großen Diesel-Motoren - über ein- und denselben noch so realen Testparkours mit Messfühlern im Auspuff zu schicken. Ein kleiner 1,9l-TDI verhält sich da ganz anders als der große 3l-Klopper, und so wundert es nicht das in den kolportierten Ergebnissen die Gabel so weit auseinandergeht.

 

Was bleibt einem also angesichts dieser gegebenen realen technischen Restriktionen und der realitätsfernen Forderungen seitens des Gesetzgebers also noch übrig? Richtig! Die Testzykluserkennung und elektronische Regelmaßnahmen. Ich will hier nicht VW weder für die hohen Werte entschuldigen noch die Maßnahme der technischen „Manipulation“ durch Erkennung des offiziellen Testzyklus’ verteidigen, weit gefehlt. Ich möchte damit aufzeigen, das man einfach zur Schaffung einer einheitlichen praxisnäheren Testnorm für Verbrauch und Emissionen viel umfangreicher nachdenken muss als wie es derzeit an vielen Stammtischen und leider auch in der Politik im Verkehrsministerium bislang getan wurde. Und glauben Sie mir: Die Steuerelektronik der Einspritzregelung moderner Dieselfahrzeuge kommt von einigen wenigen weltweit agierenden Zulieferern, und ähnliche Methoden zur Testzykluserkennung sind auch in Fahrzeugen anderer Hersteller gang und gäbe, was mich zum nächsten Punkt bringt.

 

Hegemonie und wirtschaftliche Sabotage

 

Man sollte sich fragen, wer einen direkten Nutzen vom VW-Debakel ziehen könnte? Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, und als erstes fallen einem die Konkurrenten ein – allen voran General Motors und Ford. Warum wartete man mit der Publikation der „Testergebnisse“ an die breite Öffentlichkeit über eineinhalb Jahre bis zum medien- und prestigeträchtigen Moment, als Volkswagen auf der IAA die Ankündigung der Einführung des neuen Passat im amerikanischen Markt machte? Genau dieses Verhalten ist für mich persönlich eher geprägt von den Techniken zur Einflussnahme auf die Wirtschaft, die mir auch auf der Ecole de Guerre Economique in Paris gelehrt wurden. Ehrlich gesagt, ich würde auch derart austeilen, wenn ein Konkurrent versucht den heimischen Markt aufzumischen.

 

Obendrein erweckt die divergierende Position und die Doppelmoral eines Landes wie den USA, welches seit 2003 nicht einmal dem Kyoto-Klimaprotokoll zur Verminderung der Treibhausgase beigetreten ist und nun gegen die Überschreitung des CO2-Ausstoßes bei einem sparsamen 2l-TDI eines deutschen Herstellers wettert fast schon wie eine Farce. Zumal dort immer noch die Tradition von „Big Bore“, Hubraum und hohem Verbrauch gepflegt und Subkulturen wie „Rolling Coal“ ernsthaft als politisches Statement angesehen werden. Unternehmen wie GM ließen das Elektroauto vor Jahren in den USA bewusst sterben und in Wahrheit führt sich die USA nur deshalb als Weltpolizei auf, damit freier Zugang zu den lebenswichtigen Ressourcen über Jahre hinweg gewahrt bleibt.

 

Will meinen: Die Einführung eines TDI-Passats in den amerikanischen Markt, der Richtwerte von vor 8 Jahren sicher einhält, jedoch im täglichen Betrieb die aktuellen Grenzwerte punktuell überschreitet, aber aufgrund seiner Verfügbarkeit als GTE-Hybridmodell positive Einflüsse in den dortigen Markt bringt ist immer noch besser als am Wohl und Wehe großer SUV's festzuhalten. OK, das war nun sehr plakativ und provokativ - aber zielt in die richtige Richtung...

 

Interessant wird denn wohl auch die zu erwartende Prozesswelle von amerikanischen Kleinaktionären wegen Manipulationsvorwürfen und künstlich herbeigeführtem Wertverlust werden, sowie deren Ausgang. Schade das TTIP noch nicht in Kraft ist, denn sonst hätte es eher Vergleiche und Zahlungen hinter vorgehaltener Hand gegeben und keinen derart hochgepushten und künstlich organisierten Gau inklusive Medienrummel. Mein Blick in die Glaskugel zeigt zumindest, dass der nächste Schritt der Amerikaner der Entzug der Typgenehmigungen einzelner VW-Modelle sein wird, damit endlich eine Grundlage geschaffen wird das eben auch Privatleute dort mittels Sammelklage auf Entschädigungen oder die Möglichkeit zur Rückabwicklung von vor 5 Jahren getätigten Autokäufen zugunsten der heimischen Automobilindustrie geschaffen werden. Bleibt noch der sicher langfristig währende Image-Schaden Deutscher Automobile in den Absatzmärkten in Übersee und seine Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft.

 

Sollte es zu einer Schadenersatzforderung in Milliardenhöhe kommen, würde ich die Einrichtung eines internationalen Fonds begrüßen, der Innovation und Fortschritt fördert und an dem sich u.a. alle Automobilmarken in gerechter Weiser gemäß ihres ökologischen Footprints beteiligen müssen. Eine solche Klage einer Institution eines Landes, welches sich aufgrund innenpolitischer Vorgaben bewusst nicht an weltweit ratifizierten Klimaabkommen beteiligt ist einfach nicht ernst zu nehmen.

 

Schlußfolgerungen

 

„United we stand“ und „good old Germany“ zuckt nur teilnahmslos mit den Achseln – allen voran Frau Merkel und Herr Dobrindt, die an einfachen Zielen wie einer Million Elektroautos bis 2020 auf Deutschlands Straßen aufgrund ihrer mangelnden Kreativität bereits kläglich scheitern – oder stehen dem etwa andere Verpflichtungen gegenüber Bündnispartnern oder gar Lobbyisten gegenüber?

 

Fazit: Der Verbrennungsmotor, egal ob Diesel- oder Ottomotor ist (technisch gesehen) am Ende, da brauchen wir uns nichts vormachen. Die Zukunft gehört lokal emissionsfreien Antrieben – allein was den Wirkungsgrad betrifft, denn alle sind sich über die Ziele einig das Verbräuche reduziert, Ressourcen geschont und Emissionen drastisch gesenkt werden müssen. Aber das was derzeit abgeht und losgetreten wurde ist eher der politischen Hegemonie oder erfolgreichem Lobbyismus geschuldet und der Erreichung der vorgenannten Ziele eher abträglich. Das einzige was nun passieren wird ist, dass nun in aller Eile „Expertenkonferenzen“ neue Testprofile und Gesetzesauflagen definieren werden, die nur noch viel weiter entfernt sind von der Realität. Die Hersteller bleiben gezwungen die Forschungs- und Entwicklungsgelder weiterhin in die kreative Ausschöpfung technischer Maßnahmen zur künstlichen Erhaltung eines technisch und klinisch bereits toten Patienten zu stecken, anstatt bessere Anreize und Impulse in die Richtung alternativer Antriebskonzepte zu schaffen.

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25.09.2015 11:04    |    BenutznameSchonVergeben

VW wurde doch schon vor anderthalb Jahren informiert und hat anderthalb Jahre (außer einem Software Update das nix gebracht hat) garnix gemacht. Diese (nicht-)Reaktion ist der eigentliche Skandal, das jeder Autohersteller bei den Grenzwerten trickst weis man natürlich.


25.09.2015 12:14    |    Ascender

Zitat:

Die technische Entwicklung des Verbrennungsmotors ist ausgereizt.

Das weiß ich nicht. Aber was ist denn die Alternative? Ein reines Elektroauto kann es mit dem derzeitigen Stand der Akkutechnik jedenfalls nicht sein - zumindest für einen Großteil des gewerblichen Verkehrs.

Und nicht jeder kann sich ein zweites Auto leisten - das eine für die Kurz-, das andere für die Langstrecke.

 

Oder aber ein Verbrennungsmotor als Range Extender in einem Hybriden?

 

Zitat:

Und deshalb sollte man sich fragen, warum ein solcher Aufschrei in Bezug auf die Verbräuche nicht schon lange vorher in voller Breitseite durch Interessenvertreter der Autofahrer aller Länder erfolgte, zumal der Literverbrauch und die Abweichung zum beworbenen NEFZ-Verbrauch direkt an das eigene Portemonnaie des Halters geht?

Das gibt es doch schon lange. Ich habe von mehreren Privatpersonen gelesen, die gegen Hersteller geklagt haben, weil der Durchschnittsverbrauch nicht einzuhalten war.

Aber ich gebe auch zu bedenken: Die Steuern werden anhand dieser ermittelten Durchschnittsverbräuche und Emissionswerte berechnet. Also spielt es dann doch wieder direkt in das eigene Portemonnaie.

 

Zitat:

Obendrein erweckt die divergierende Position und die Doppelmoral eines Landes wie den USA, welches seit 2003 nicht einmal dem Kyoto-Klimaprotokoll zur Verminderung der Treibhausgase beigetreten ist und nun gegen die Überschreitung des CO2-Ausstoßes bei einem sparsamen 2l-TDI eines deutschen Herstellers wettert fast schon wie eine Farce. Zumal dort immer noch die Tradition von „Big Bore“, Hubraum und hohem Verbrauch gepflegt und Subkulturen wie „Rolling Coal“ ernsthaft als politisches Statement angesehen werden.

Soweit ich weiß gelten unterschiedliche Emissionsschutzgesetze in jedem Bundesstaat. Traditionell hat Kalifornien mit die strengsten Umweltauflagen weltweit. Das führte u.a. dazu, dass die Kalifornier Katalysatoren für Neufahrzeuge etwa zehn Jahre früher als Deutschland eingeführt haben.

Das "Big Bore" und das "Coal Rolling" sind eher Randerscheinungen.

 

Man darf jetzt nicht den Fehler machen in Anti-Amerikanismus zu verfallen.

 

Zitat:

Warum wartete man mit der Publikation der „Testergebnisse“ an die breite Öffentlichkeit über eineinhalb Jahre bis zum medien- und prestigeträchtigen Moment, als Volkswagen auf der IAA die Ankündigung der Einführung des neuen Passat im amerikanischen Markt machte?

Es ist wohl eher eine Verkettung mehrerer Umstände. Zum einen braucht man Zeit um Beweise zu sammeln. Ich spreche jetzt hier vom US-Justizministerium, welches auch andere global agierende Konzerne im Visier hat. Bei GM waren es die Zündschlösser, bei Toyota die klemmenden Gaspedale. Bei der Deutschen Bank geht es um Marktmanipulationen, bei Goldman-Sachs ebenfalls. Bei BP um Umweltsünden (Deep Water Horizon), bei VW ein Verstoß gegen die Emissionsschutzgesetze in Tateinheit mit Betrug.

 

Dann haben wir noch die US-Umweltbehörde EPA, welche jetzt gute Nachrichten braucht, weil Mitarbeiter der EPA aus Versehen einen Fluss im Naturschutzgebiet vor ein paar Monaten mit Chemikalien vergiftet haben. Und es ist ein US-Präsident an der Macht, welcher besonders liberal ist, und sein Land zum "guten" ändern will. Sei es mit "Obamacare", mit dem Rückzug aller Truppen aus Krisengebieten, mit der Einführung von strengeren Waffengesetzen (gescheitert), und eben auch der Durchsetzung höherer Umweltauflagen, Beseitigung der Korruption in Politik und Unternehmen, etc.

 

Das Justizministerium und die EPA sprechen auch ganz unverhohlen, dass sie ein "Zeichen" setzen wollen. VW wird angeprangert.

 

Zitat:

Unternehmen wie GM ließen das Elektroauto vor Jahren in den USA bewusst sterben und in Wahrheit führt sich die USA nur deshalb als Weltpolizei auf, damit freier Zugang zu den lebenswichtigen Ressourcen über Jahre hinweg gewahrt bleibt.

Wenn du da auf den Chevrolet Volt / Opel Ampera anspielst: Die Verkaufszahlen waren so verschwindend gering, dass man damit Verluste eingefahren hat. Ganz ehrlich: Das sind gewinnorientierte Unternehmen. Natürlich stellt man nur das her, was sich gut verkauft. Und Elektroautos verkaufen sich nicht gut, sonst würde es sie häufiger geben. Gerade in Kalifornien, wo das Denken vieler Menschen "grün" ist, und wo es eine staatliche Förderung für E-Fahrzeuge und Hybride gibt, könnte man mehr erwarten. Aber das Gegenteil ist der Fall. Verbrennungsmotoren verkaufen sich genauso gut, wenn nicht gar besser.

Wieso sollte also ein Hersteller wie GM Produkte verkaufen, für die die Zeit noch nicht reif war. GM war einer der Vorreiter, aber das Auto kam zu früh auf den Markt.

Man hat ja mittlerweile den Nachfolger im Angebot.

 

Und natürlich vertreten die USA ihre strategischen Interessen weltweit - und führen sich dabei als Weltpolizei auf. Was mich daran stört ist nur, dass wir Europäer selbst eine Doppelmoral besitzen. Wer war denn für den "Arabischen Frühling" primär verantwortlich, und aus welchen Gründen? Wer hat Gaddafi gestürzt, und damit Libyen destabilisiert, und damit einem gewissen "Islamischen Staat" zur Macht in dieser Region verholfen?

Das waren die Franzosen, denen du doch so nahe bist. ;)

Und warum? Libyen ertrinkt förmlich im Öl, aber es gab wegen des Diktators ein Embargo. Man kam also nicht dran. Man hat schon in den 70ern versucht ihn auf diese Weise zu stürzen. Das Problem war: Gaddafi war zwar ein Diktator, aber keiner der übermäßige Gewalt toleriert hat. Sein Volk mochte ihn, trotz des Embargos.

 

Politik ist einfach dreckig, und spielt sich im Hintergrund ab.

 

Zitat:

Schade das TTIP noch nicht in Kraft ist, denn sonst hätte es eher Vergleiche und Zahlungen hinter vorgehaltener Hand gegeben und keinen derart hochgepushten und künstlich organisierten Gau inklusive Medienrummel.

Woher willst du das wissen? Die Regularien sind nicht öffentlich bekannt. Keiner weiß was in diesem Gesetzesentwurf drinsteht.


25.09.2015 13:22    |    Dynamix

In dem ganzen Artikel schwingt für mich der gleiche Antiamerikanismus mit wie gerade in sämtlichen Publikationen und sozialen Netzwerken zu dem Thema. Die Abgasgrenzen sind nicht nur "ach so streng", Sie sind es tatsächlich. Kann man alles nachlesen wenn man will. Läppscher als unsere Euro Normen sind Sie sicherlich nicht. Nicht umsonst schmeißen Tuner bei amerikanischen Autos als erstes den US-Kat raus weil der im Vergleich zu seinen europäischen Pendants seinen Job viel zu gut macht und damit massiv Leistung frisst.

 

Das Testverfahren der EPA kann man sich übrigens auf deren Seite ansehen. Das ist deutlich realitätsnäher als der NEFZ. Was daran jetzt falsch sein soll kannst du mir sicherlich erklären ;)

 

Jetzt zu meinem Lieblingspunkt der gerne von den VW-Freaks angeführt wird: GM und Co wollten VW ans Bein pinkeln damit die den Markt nicht übernehmen. SELTEN SO GELACHT! :D VW hat seit Jahrzehnten massivste Probleme auf dem amerikanischen Markt Fuß zu fassen. Da brauchts keine Verschwörungstheorien oder inszenierten Skandale. VW verkauft schon seit den Neunzigern TDI Motoren in den USA, allerdings sehr unerfolgreich. Der Diesel hat sich schlicht nie dort durchgesetzt. Selbst bei den Pick-Ups gibts Dieselmotoren nur in den großen HD Versionen die vornehmlich im kommerziellen Segment gekauft werden.

 

Dazu kommt noch das VW noch NIE ein gutes Image in den USA hatte. Die gelten da eher als unzuverlässig und teuer. Komischerweise dachten schon vor dem Skandal viele Deutsche so über die Marke (TSI und DSG sei Dank!). Zufall oder doch eher eine Verschwörungstheorie fehlgeleiteter VW Freaks?! ;)

 

Mal eine kleine Geschichtsstunde: Die Amis haben sich zu Zeiten der Ölkrise selber mal an Dieselmotoren versucht. Das Ergebnis: Eine absolute Katastrophe. Dieses Desaster hat den Ruf des Diesels in den USA nachhaltig zerstört. Jetzt kommt VW mit Ihren Dieselmotoren an weil man den Asiaten mit Ihren Hybriden nichts vernünftiges entgegenzusetzen hat und scheitert weil man im Vorfeld schon festgestellt hat das die "ach so sauberen Dieselmotoren" die Grenzwerte nicht einhalten. Die EPA hat das schon vor 1-2 Jahren angemahnt und seitens VW hat man da scheinbar nicht reagiert. Die Einheimischen Hersteller schaffens ja auch irgendwie ohne Schummeln. Glaubt Ihr denn wirklich das die USA wirklich Ihre eigenen Hersteller so heftig beschützen wie Ihr immer behauptet? Nach eurer Logik hätten die ganzen Rückrufwellen und Klagen gegen die Big Three der letzten 50 Jahre gar nicht passieren dürfen. Mal ein kleiner Auszug:

 

Ford: In den 90ern gabs nen riesen Skandal weil bei diversen Explorer wohl die Reifen geplatzt sind und dadurch einige Insassen gestorben sind. Ford hat dafür eine Strafe bekommen. Kurz nach der Jahrtausendwende gabs ne Klagewelle weil bei den Ford Modular Motoren die Ansaugbrücken gerissen sind was den ein oder anderen Motorschaden zur Folge hatte. Deswegen führt Ford bis heute noch Prozesse. Ebenso gabs beim Pinto das Problem das bei einem Heckaufprall der Tank gerissen ist und dadurch in Brand geriet. Auch hier gabs einen riesigen Prozess.

 

GM: Zum Zündschlüsseldrama muss ich wohl nix mehr sagen ;) Das wird GM die nächsten Jahre mit Sicherheit beschäftigen. Dazu erinnere man sich an Ralph Naders Feldzug gegen den Corvair dem er seinen Bestseller "Unsafe at any speed" verdankt.

 

Das waren nur sehr wenige Beispiele. Mit etwas Recherche findet man da noch viel mehr.

 

Wo wir gerade beim Thema Protektionismus sind. Die Franzosen waren doch in dem Thema immer sehr gut und auch wir Deutschen sollten bei dem Thema sehr sehr still sein. Ich sag nur "VW-Gesetz" ;) Wo war eigentlich der berühmtberüchtigte amerikanische Protektionismus als die japanische Importinvasion auf den amerikanischen Markt begonnen hat? Da müssen die über Jahrzehnte gepennt haben oder aber dieser vielbeschworene Protektionismus existiert gar nicht.

 

Im Gegensatz zu den europäischen Herstellern (die Italiener und Franzosen waren schon seit Jahrzehnten in den USA nicht mehr aktiv!) haben die Japaner einfach nur begriffen welche Autos ankommen. Nicht umsonst verkaufen sich Toyota und Co dort seit Jahrzehnten hervorragend. Das liegt vor allem daran das die Autos zuverlässig und fair angepreist sind. Dazu kommen noch diverse Hybridmodelle die sich in den USA ganz manierlich verkaufen. Während Merkel noch von Ihrer Million Elektroautos träumt sind die USA dank Tesla und Co gerade dabei uns bei dem Thema zu überrunden. Die Amerikaner sind dieser Technik deutlich aufgeschlossener als wir was auch den Erfolg der Marke dort erklärt. Was hat Europa und vor allem Deutschland bei dem Thema zu bieten? Hybride mit dicken Motoren die nur im Normzyklus 2 Liter verbrauchen bis der Akku leer ist :rolleyes:

 

 

 

Die Amis haben immer schon mit alternativen Antrieben rumexperimentiert. Wo wir am Wankel rumgefummelt haben, hat man dort bereits an Turbinen gearbeitet die mit so ziemlich allem laufen was brennbar ist. Notfalls auch Tequila welcher ja deutlich umweltfreundlicher (ok, dafür auch deutlich teurer ist :D) ist als Benzin oder Diesel. Man erinnere sich nur an das Chrysler Turbine Car welches man sogar über ein paar Monate mit ausgewählten Testfamilien getestet hat. Ist leider in der Schublade verschwunden.

 

Gleiches gilt für den GM EV1 der in den sehr frühen 90ern schon ein ziemlich praktikables Elektroauto war. Auch hier hat man eine längere Testphase in der Öffentlichkeit gehabt. Auch dieses Projekt ist dank mangelndem Interesse wieder eingestellt worden.

 

Bioethanol ist auch so ein Thema das bei uns mit Nichtbeachtung bzw. offener Feindseligkeit angegangen wird. Wir erinnern uns an die E10 Histerie in Deutschland als das eingeführt wurde. Sämtliche Hersteller und deren Lobbyverbände sind sturm gelaufen. In den USA war das wumpe, schließlich ist Ethanol da schon seit Jahrzehnten etabliert. Jeder Hersteller hat da Modelle im Programm die problemlos E85 vertragen. Der Ford Crown Victoria Flex Fuel ist sogar im Polizeidienst gelaufen. Selbst von meinem Caprice gabs ne Flex Fuel Variante.

 

Was haben unsere Hersteller die ja alle so ein Saubermannimage haben in den letzten Jahrzehnten so auf die Straße gebracht was der Umwelt zu Gute kam? Einen Golf Citystromer der gefühlt 3 km Reichweite gepackt hat und den man bei einer Handvoll Stadtwerke getestet hat bevor der als zu unpraktisch und zu teuer eingestampft wurde. Dann waren da noch diese 3 Liter Autos die damals kein Schwein gekauft hat. In Sachen Umweltschutz wird in Europa leider deutlich mehr Augenwischerei betrieben als in den USA.

 

Als die Amis schon 15 Jahre verpflichtend mit Kats und bleifreiem Benzin durch die Gegend gefahren sind haben wir noch gerätselt was dieses komische "bleifrei" eigentlich sein soll. Ich kann mich noch gut an Smogalarme und ähnliches erinnern.

 

Nehmen wir mal die Umweltplaketten. Was haben die Dinger bisher gebracht? Richtig, absolut überhaupt nichts! Die Feinstaubwerte steigen seit Jahren immer weiter, Städte wie Stuttgart sind mittlerweile richtig verzweifelt weil Sie nicht wissen was Sie dagegen unternehmen sollen. Die haben bereits "nur grün" Zonen. Gebracht hats alles nichts. Was wirklich helfen würde ist das Ende der ganzen Dieselsubventionen. Damit würde die Attraktivität der ganzen Stinker deutlich sinken und man würde sich vielleicht umweltfreundlicheren Konzepten zuwenden.

 

Zu Kyoto: Ja, die Amis haben das Ding NICHT unterzeichnet. Was da unterzeichnet wurde war aber eh wieder die typische politische Augenwischerei. Man könnte deutlich mehr tun, will man aber gar nicht. JEDE Nation fürchtet um Folgen für Ihre Wirtschaft die durch zu harte Klimaziele entstehen. Hätte Kyoto ausgereicht würde man sicherlich nicht schon am Nachfolger arbeiten. Ausgerechnet Japan lehnt jedwede Verlängerung des Kyoto Protokolls ab. Werden die jetzt auch öffentlich als Umweltschweine angeprangert? Nein! Und warum? Weil das Thema keine Sau mehr interessiert. Ich wiederhole es gern: Augenwischerei! Sämtliche Klimakonferenzen der letzten Jahre haben gezeigt das man sich einig ist das man sich uneinig ist. Da ist NICHTS verwertbares bei rumgekommen. Selbst das viel zitierte 2° Ziel war nicht mehr als eine billige Absichtserklärung. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Wir

 

Zu TTIP: Wie Ascender schon sagte: So GUT WIE NIEMAND weiß was da eigentlich drinsteht. Vieles was da in den Medien diskutiert wird ist nichts anderes als Spekulation. Wäre ich bösartig könnte man auch sagen das diese Stimmungsmache simple Stimmungsmache von europäischer Seite ist. Da aber weder ich, noch du, noch sonst wer in der Öffentlichkeit (nicht mal unsere Politiker) den Inhalt kennen tun wir alle gut daran uns da etwas zurückzuhalten. Sollten sich die bisherigen Unkenrufe in den Medien tatsächlich bewahrheiten bin ich sicherlich der Letzte der das Gut findet.

 

Zum Abschluss: Auch wenn ich amerikanische Autos sehr mag bin ich sicherlich keiner dieser deutschen Freaks die öffentlich mit Schlangenlederstiefeln, Cowboyhut und Südstaatenflagge rumrennen und sagen das in den USA alles besser ist. Mitnichten! Es gibt genug Dinge die mir auch an den USA nicht gefallen. Waffengesetze, radikale Konservative (die wir leider auch haben), sowie Außenpolitik sind nur ein paar der Schlagworte die mir gerade in den Sinn kommen. Ich finde es nur immer wieder befremdlich und zum Kotzen wie wir Deutschen uns als Heilsbringer des Planeten aufspielen. Panikmache und Überheblichkeit sind nicht umsonst 2 Dinge die weltweit mit uns assoziiert werden. Besonders diese Überheblichkeit trieft aus vielen Kommentaren in der Öffentlichkeit. Sei es beim Thema Umweltschutz, Flüchtlingskrise, Griechenland oder jede andere Sau die über Monate dank unserer Medien durchs öffentliche Dorf getrieben werden.

 

Ich bin der Meinung wir sollten erst einmal vor unserer eigenen Haustüre kehren bevor wir anfangen auf andere mit Fackeln und Mistgabeln loszugehen.


25.09.2015 15:26    |    Hellhound1979

Warum begreifen eigentlich so viele (nicht konkret auf die Kommentare hier gemünzt) nicht, das die Abweichung der Emmissonen zwischen Test- und Realbetrieb nicht das ist was VW zum Verhängnis geworden ist? Sondern das Erschleichen ein Zulassung für ein nicht zulassungfähiges Fahrzeug!

 

In einem andere Thread brachte jemand ein schönes Beispiel:

Ein Hersteller homolgiert einen PKW mit Katalysator, Abgasnorm geschafft, alles super.

Jetz entschließt er sich dazu, denn so ein Kat kostet ja Geld, die Serienfahrzeuge einfach ohne zu verkaufen.


25.09.2015 15:39    |    Dynamix

Aber steht das im Endeffekt nicht im gleichen Zusammenhang? Wenn die Kiste ohne die Defeat Software gar keine Zulassung bekommen hätte eben weil die Emissionen zu hoch sind dann läuft das am Ende doch genau darauf hinaus. Der Wagen schafft die für die Zulassung relevanten Abgasgrenzwerte nur mit einer Software die im normalen Fahrbetrieb nicht aktiv ist. Punkt.

 

Diese Diskrepanz zwischen Test- und Realbetrieb hat doch erst dazu geführt das die EPA da nachgebohrt hat ;)


25.09.2015 16:11    |    Hellhound1979

Das ist richtig, keine Frage. Es ist aber eher ein bürokratischer Haken, ein zu hoher Realausstoß ist ok, wenn der Wagen den Test ordnungsgemäß bestanden hat.

Im großen deutsche Mustang Forum hatten wir einen ähnlichen Fall, es war eine Abgasanlage mit einem Nachrüst-Kat ("Sporkat") ohne entsprechende Papiere verbaut. Der Wagen hat die AU mehrfach tadellos bestanden. Trotzdem wurde der Wagen in der Emissionsklasse auf den schlechtesten Wert zurück gestuft. Die Aussage des Fahrers: "War schon beim Kauf so." Wurde gleich als Bemessunggrundlage zur Nachzahlung der Kfz Steuer herangezogen. Obendrauf kam dann noch eine empfindliche Geldstrafe und ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung! Wie gesagt, der Wagen war technisch einwandfrei, es fehlte lediglich ein Wisch mit einer Nummer die dies auch bestätigt. Aufgefallen war das Ganze in einer Routinekontrolle wegen einer, sagen wir etwas auffälligen, Endrohrgestaltung hinten.


25.09.2015 19:42    |    Rockport1911

@taue2512 : Schön wieder einen Artikel von dir zu lesen.

 

Ich bin noch ein wenig davon überzeugt das hier auch wirtschaftliche Sabotage am Werk ist.

Auch muss man sich fragen was geschehen wäre wenn keine Hinweise auf eine Softwareumgehung gefunden hätte. Hätte man die erhöhten realen Werte so hingenommen?

 

Schade das jetzt wahrscheinlich nur VW die Prügel für eine solche Manipulation einstecken wird, aber es wahrscheinlich so ist das andere Hersteller auch mit solchen Mitteln arbeiten....


26.09.2015 11:05    |    geddy2011

Wie seht Ihr denn die Verhätnismäßigkeit zu der Strafzahlung von 900 Millionen Dollar für ein Vergehen von GM wo zig Menschen gestorben sind, zu den jetzt geschätzten 18 Milliarden von VW für ein Vergehen von Betrugs zu Abgasemmissionen.

Es ist schon sehr scheinheilig wenn man sich bei einem Wert (no²) beim Diesel (weil gesundheitsschädlig) ultra niedrige Grenzwerte setzt. Dafür aber bei den Co² Werten die unseren Planeten und damit auch unsere Gesundheit genauso schädigen mit Füßen tritt. Die 8 Zylinder mit Hubraum ohne Ende in Amerika können unseren Motoren in Europa da nicht annähernd das Wasser reichen.

Der Betrug war natürlich trotzdem ein Vergehen welches bestraft werden muß, aber das wird ja auch passieren.


26.09.2015 11:38    |    Ascender

Die 18 Milliarden halte ich auch für überzogen. BP hat seinerzeit für das Desaster mit "Deep Water Horizon" etwa 4,5 Mrd. US-$ an Strafe bezahlt. Darüber hinaus gab es noch Schadensersatzforderungen und Kosten für die Bewältigung der Krise in Höhe von 38,1 Milliarden Dollar.

Aber die genaue Strafe muss erst noch festgelegt werden. Es geht wohl auch mehr um den Betrug, als um das Vergehen an sich.

Wie gesagt: Wir dürfen hier nicht in stupiden Anti-Amerikanismus verfallen. Siehe mein Post oben.


26.09.2015 12:19    |    Dynamix

@geddy2011 Sind die 18 Millionen etwa schon irgendwo bestätigt? Nein? Wozu also der Vergleich?

 

Der Unterschied zwischen der GM Geschichte und VW ist das GM RECHTSKRÄFTIG zu der Strafe verurteilt wurde während in der Causa VW bisher nur wilde Spekulationen durch die Presse geistern. Die 18 Milliarden beziehen sich auf die höchstmögliche Strafe. Wenn Rechtsprechung so funktionieren würde wie es in der Presse gerne suggeriert wird bräuchten wir generell keine Juristen.

 

Ich bin mir sicher das die Strafe für VW milder ausfallen wird als die für GM.

 

Wo du gerade CO2 ansprichst: Das was da aus den meisten Dieselmotoren dank CO2 Hysterie so rauskommt ist deutlich schädlicher als CO2 ansich. Schonmal gewundert warum die ach so tollen sauberen Diesel mittlerweile alle wie ein Hallenbad müffeln? Nein? Solltest du aber! Wenn Stickoxide schon so hoch konzentriert sind das du sie RIECHEN kannst ist das alles andere als gesund. Hohe Stickoxidemissionen sind nachweislich stark krebserregend und 1000 mal gefährlicher als CO2.

 

Ein weiterer Fakt der gerne verschwiegen wird: CO2 ist für unsere Umwelt überlebenswichtig! Schaff mal von heut auf morgen sämtliches CO2 ab. Mal sehen wie lange du dann selbst noch lebst wenn es dank fehlendem CO2 keine Pflanzen mehr gibt die dein überlebenswichtiges O2 produzieren ;)

 

Weiterhin wird auch gerne vergessen zu erwähnen das selbst die pessimisstischsten Studien von maximal 12% ausgehen die Autos am weltweiten CO2 Ausstoß haben. Wo bleiben die anderen 88%? In der Industrie die bis heute nichts oder nur kaum was für den Umweltschutz tut und die Politik schaut seelenruhig zu. Hängen ja Arbeitsplätze dran ;) Würde man hier ansetzen könnte man viel mehr für die Umwelt tun als versuchen mit einem Heidenaufwand (der ja auch wieder ne Menge böses CO2 freisetzt) Dieselmotoren sauberer zu bekommen (und Sie dabei wieder deutlich dreckiger zu machen als vorher). Die ganzen Umweltprobleme ala Feinstaub und Stickoxid sind erst dadurch entstanden das man versucht hat mit aller Macht die CO2 Grenzwerte zu drücken. Selbst ein alter stinkiger Euro 1 Diesel emittiert dank fehlender Direkteinspritzung kein Feinstaub und auch keine Stickoxide (weil die entsprechende Abgasnachbehandlung fehlt)

 

Langer Rede kurzer Sinn: Selbst wenn wir von heute auf morgen alle Autos abschaffen ist das Problem nicht gelöst. Und auch die vielbeschworene Elektromobilität ist mitnichten das Allheilmittel.

 

Machen wir doch mal ein kleines Gedankenspiel:

 

Nehmen wir an wir würden ab morgen alle Autos mit Verbrennungsmotoren durch Elektroautos ersetzen. Nehmen wir ebenso an das wir in der Lage wären den dadurch extrem ansteigenden Energiehunger auch zu stillen. Was meinst du WIE der Strom produziert wird der zusätzlich gebraucht wird? Erneuerbare Energien? Wohl eher nicht. Die Energie käme wie gewohnt aus Kohle- und Atomkraftwerken. Die Kohlekraftwerke würden das bei den Autos eingesparte CO2 wieder in die Atmosphäre blasen. Aber es bleibt doch noch die CO2 neutrale Atomkraft! Stimmt! Allerdings hat Atomkraft leider eine entscheidende unvorteilhafte Eigenschaft: Die Brennstäbe halten nicht ewig. Irgendwann müssen die ausgelagert werden. Das würde irgendwann unweigerlich dazu führen das wir riesige Atommüllhaufen hätten. Das Radioaktivität nicht gerade zu den gesündesten Umwelteinflüssen gehört dürfte mittlerweile jeder Erstklässler mitbekommen haben ;) Dagegen ist Stickoxid in ungefähr so ungesund wie ein frischer Salat :D

 

Es ist also schon sehr scheinheilig wenn man sich beim CO2 (weil vermeintlich hoch gesundheitsschädlich) ultra niedrige Grenzwerte setzt. Dafür aber bei den NOx Werten die unseren Planeten UND den Menschen gleichermaßen schädigen mit Füßen tritt ;)

 

Wegen diesem behämmerten CO2 Hype werden die viel gefährlicheren Schadstoffe im Abgas völlig außer Acht gelassen. Man kann von den Amerikanern ja halten was man will, aber in Sachen Abgasreinigung bei Autos sind die uns Jahrzehnte voraus. Man hat damals im Gegensatz zu uns aus der Ölkrise gelernt! Man hat sofort angefangen kleinere und sparsamere Autos zu bauen. Dazu hat man dank neuer Gesetzgebung bereits 1975 den Katalysator sowie bleifreies Benzin eingeführt. Wann war die Ölkrise nochmal? Richtig, Anfang der 70er Jahre! Die haben also keine 5 Jahre gebraucht um vernünftige Umweltgesetze auf den Weg zu bringen. Was haben wir in der gleichen Zeit getan? Lasst mich überlegen..... Richtig, überhaupt nichts! Wir haben einfach weitergemacht wie bisher.

 

Das ausgerechnet wir Europäer uns als Umweltretter aufschwingen ist schon ziemlich peinlich. Und zum Thema böse 8-Zylinder die unseren ach so sauberen Motoren nicht das Wasser reichen können sage ich nur so viel: Mein oller Small Block der technisch aus dem Jahr 1955 stammt packt D3 (sauberer als Euro 2 aber genauso steuerlich eingeordnet) und das völlig legal! Lass dir gesagt sein das ich einige Kumpels mit deutlich moderneren Autos habe und deren Autos schlucken kaum weniger, wenn nicht sogar mehr und ich bewege mich in Sachen Autogröße schon am absoluten Maximum der Skala. Ein paar der Jungs fahren Autos aus der gleichen Zeit die im Verhältnis (alle von denen sind im Alltag hart an der 10 Liter Grenze und darüber hinaus!) gesehen alle ausnahmslos mehr schlucken. Da bin ich mit den 10-13 Litern im Schnitt nicht soviel schlimmer, im Verhältnis zu Gewicht und Größe sogar deutlich umweltfreundlicher unterwegs.

 

Genau wegen der Leute die ewig auf Vorurteilen rumreiten und mit dem Finger auf andere zeigen kommen wir hier in Sachen Umweltschutz nicht voran. Die EU konnte sich doch genausowenig noch nie auf wirklich verbindliche Klimaziele einigen. Da werden Klimakonferenzen abgehalten die Milliarden kosten nur damit man am Ende feststellt das man sich auf keine verbindlichen Ziele einigen kann. Warum ist das so? Weil trotz gemeinsamer Flagge jeder seine eigenen Interessen verfolgt. Man hat es doch wunderbar in anderen Bereichen gesehen wie die EU versagt weil am Ende doch jeder sein eigenes Ding durchzieht. Da reichen schon die Schlagworte Griechenlandrettung und Flüchtlingskrise. Was meint Ihr warum die Ungaren die Flüchtlinge erst festgehalten und dann entgegen der Abmachung weitergeschickt haben? Weil Sie zu ersterem dank "Dublin" (wer das nicht kennt möge bitte den entsprechenden EU-Vertrag ergooglen) gezwungen wurden und dann Dank Überforderung doch letzteres getan haben.

 

Warum also zeigt man dann einzig und allein auf die USA? Ach so, weil man damit ja davon ablenken kann das man eigentlich keinen Deut besser, eigentlich sogar schlimmer ist! DAS macht natürlich Sinn :) Natürlich haben die USA da auch Ihre eigenen Probleme siehe mexikanische Grenze und Co. Aber anstatt immer mit dem erhobenen Zeigefinger zu zeigen sollten wir mal alle in uns gehen und überlegen warum die Welt so ist wie sie ist. Nicht wegen eines einzigen Landes, sondern wegen einer GEMEINSAMEN Kultur und Wertevorstellung die wir uns mit den Amerikanern und allen westeuropäischen Ländern teilen. Wir zeigen auf die Amis weil Sie angeblich ausschließlich dicke Spritschlucker mit V8 fahren, dabei sind in den Top 10 der Verkaufszahlen zu 70 Prozent Autos zu finden die es maximal mit 6-Zylindern gibt. Dazu kommt das gerade in Deutschland mehr Spritschlucker entwickelt werden als in jedem anderen Land der Welt. Beispiele gefällig?

 

- Porsche: Die haben NUR spritdurstige Sportwagen im Progarmm und die "zivileren" Modelle sind die größten Spritvernichter von allen. So ein Cayenne Turbo süffelt gerne mal 50 Liter aufwärts durch auch wenn man bei Prosche versucht das mit einem Bordcomputer zu vertuschen der ab 30 Litern abschaltet ;)

 

- Mercedes: Neben Diesel, Diesel und nochmal Diesel hat man eben auch ne ganze Reihe potenter Motoren von 6-12 Zylindern im Programm. Da können Sie noch so viele Blue Efficiency Logos an Ihre Autos pappen, sauber als der Rest werden die dadurch auch nicht.

 

- BMW: Hier das gleiche wie bei Mercedes. Dicke Motoren durch den gesamten Konzern. Die i3 Geschichte mutet da eher wie ein Feigenblatt an.

 

- VW Konzern: Hier haben wir neben den ganzen Brot- und Butter Autos auch so nette Umweltschutzprojekte wie den Bugatti Veyron. Einen hypersparsamen V16 Quadturbo der mit aller Macht und ohne Rücksicht auf Verluste entwickelt wurde nur um zu zeigen das Fugen Ferdi und Deutschland den längsten haben ;) Da mutet der zögerliche Versuch mit dem XL1 ein sparsames Auto in limitierter Stückzahl (warum? Angst vorm Kunden?) auf den Markt zu werfen geradezu...... "Pein-lich" an :D

 

Sorry Jung, aber deine 2 Diesel blasen in der Summe sicherlich mehr hochgiftige Stoffe in die Luft als meine beiden V8. Klar verbrauchen die mehr und die hauen auch mehr CO2 raus aber so nette Sachen wie Stickoxid und die anderen eigentlichen hochgiftigen Bestandteile des Abgases wirst du dort in schwacher Konzentration bis absolut gar nicht vorhanden vorfinden. Was bringt es die Hälfte zu verbrauchen und damit nur halb soviel CO2 zu emmitieren wenn man dafür im Gegenzug Schadstoffe in Kauf nimmt die mehr als 10 mal so schädlich sind wie CO2.

 

Bevor jemand mit "schau dich doch an" ankommt: Ich bestreite den Großteil meines Alltags mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die beiden V8 sind reines Hobby und werden entsprechend wenig gefahren. Wer wie du 2 Diesel braucht fährt mit Sicherheit deutlich mehr (lohnt sich ja erst so richtig wenn man 25.000km - 30.000km und mehr pro Jahr fährt) als ich und stößt damit deutlich mehr Abgase aus. Jetzt wo du aufgeklärt bist:

 

Wo bleibt deine Entschuldigung weil du mich und die Umwelt mit deinen beiden direkteinspritzenden Turbodieseln vorsätzlich in einem viel höheren Maße schädigst als es jedes alte Auto könnte? :D


26.09.2015 13:57    |    geddy2011

Mein lieber Herr Gesangsverein @Dynamix Dir scheine ich ja mächtig auf den Schlips getreten zu haben! Aber was meine Aufgeklärtheit angeht, nun, ich habe fast 40 Jahre für GM gearbeitet und weiß sehr gut wie die Amis ticken. Ich weiß sehr wohl das "wir" unser Elektroauto schon in dem Moment zu Grabe getragen haben als es gerade fertig war. Und das der beste Entwickler danach direkt zu BMW geangen ist um hier die E-Mobilität zu pushen. Wir hatten und haben einen Menge hochranginge Manager die nicht verstehen warum in Europa so viele Anstrengungen unternommen werden um mit kleinen Motoren und viel zu teuren Materialien immer sparsamere Autos entwickelt werden. In dem Moment wo der Verbaucher in Amiland die dicken Pickup's wieder gekauft hat war alles Interesse an sparsameren Fahrzeugen wieder Schnee von gestern.

Mir fallen ja eine Menge Nationen ein die in Sachen Umwelt sogar noch besser sind wie wir, aber die USA und China gehören sicher nicht dazu!!

Ich wüßte nicht warum ich mich entschuldigen muß, weil ich und millionen andere einen Diesel fahren! Als Verbraucher bekomme ich nicht den Hinweis " das Auto dürfen Sie nicht kaufen ist Schlecht für die Umwelt" im Gegenteil wenn die Diesel nicht in den Fahrzeugflotten vorhanden wären, ist der neueste Grenzwert in CO² gar nicht zu halten. Aber der Wert interesiert Dich ja nicht besonders wie ich in Deinem Bericht gelesen habe.

Also schönes Wo.-ende und dreh ruhig mal ne Runde mit dem Chevy mich stört es nicht!!!


26.09.2015 16:41    |    Hellhound1979

Moderne Benzinmotoren mit G-Kat ab Euro 2 sind so sauber, da kann man sich noch nicht mal in der Garage mit umbringen, da haben Dieselfahrer es bedeutend leichter... :D

 

CO2 ist im übrigen vollkommen ungiftig!


26.09.2015 17:04    |    Dynamix

@geddy2011 Keine Panik, meinen Schlipsen gehts gut ;) Für gewöhnlich trage ich am Wochenende auch keine :D

 

By the way: Man müsste das gelesene auch verstehen. Ich habe nirgends behauptet das mir CO2 am allerwertesten vorbeigeht oder das zuviel davon gut ist. Ich habe lediglich gesagt das CO2 mitnichten so gefährlich ist wie behauptet.

 

Wie soll ich das verständlich machen?! Stell dir vor du sitzt mit deinen Kumpels in der Kneipe. Du bist normalerweise jemand der einem guten Whiskey nicht abgeneigt ist und so kippst du dir launig einen nach dem anderen hinter die Binde. Plötzlich kommt Vater Staat um die Ecke und setzt sich mit an den Tresen. Vater Staat sagt dir das du deinen Whiskeykonsum in den nächsten Jahren massivst einschränken musst weil es für dich nicht gut ist. Gleichzeitig sind auch die Whiskeyproduzenten dank Vater Staat angehalten Whiskey zu produzieren der viel weniger Alkohol enthält, ist ja schließlich ungesund. Die Whiskeyproduzenten wenden also ein neues Destillationsverfahren an bei dem blöderweise Arsen entsteht. Stattdessen kippst du dir also den Ersatzwhiskey rein weil Vater Staat und deine Kumpels sagen das wäre besser für dich als der pure Whiskey. Ende vom Lied: Du stirbst zwar nicht an einer Alkohol- dafür an einer Arsenvergiftung.

 

Wird der Punkt so in etwa klar? ;)

 

Was mir eigentlich an der ganzen Sache so auf den Keks geht ist diese europäische Heuchelei. Wasser predigen und Wein saufen, dass ist es was wir besonders gut können. Wie gesagt, die Amis sind mitnichten überall besser aber gerade beim Punkt Auto und Umwelt sind Sie uns eben doch voraus. Seit Jahrzenten wird uns in Europa eingeredet der Diesel wäre DIE Lösung auf sämtliche Umweltprobleme. In Deutschland wird der Quatsch auch noch niedriger besteuert. Die meisten Dieselfahrer kaufen sich doch so ein Ding nicht um die Umwelt zu schützen, sondern weil der Sprit billig ist und dementsprechen lohnenswert für Vielfahrer und Firmenflotten ist. Ich bin der Meinung das die Dieseltechnik eine Sackgasse ist.

 

Ich weiß bei vielen Deutschen sitzt der Hass gegen die Amerikaner (vielleicht sind da noch einige stinkig weil ausgerechnet Sie es waren die unsere World Dominaton Tour 1945 unterbrochen haben) dank unserer Medien sehr tief, aber das tut er auch bei Flüchtlingen (für den Flüchtlingsstrom ist by the way die GESAMTE westliche Welt verantwortlich), Griechenland und anderen Themen. Wir würden wirklich gut daran tun unseren Medien weniger von dem Quatsch zu glauben die Sie täglich in Ihrer Sensations- und Quotengeilheit verzapfen.


04.11.2015 11:09    |    v36401

Zurück zur bitteren Realität: Ich habe meinen 2er Golf mit 54PS- Saug-Diesel etwa 480.000 Km gefahren. Etwa bei der Hälfte habe ich ihm neue Düsen verpasst, sonst hat er außer Diesel- und gelegentlich Salatöl aus dem Großmarkt und ab zu zu einem neuen Zahnriemen und Motoröl nie etwas gebraucht.

 

Dokumentierter Verbrauch über die gesamte Laufzeit von 15 Jahren 3,7 Liter. Ich gebe allerdings zu, daß mein Arbeitsweg viel Autobahn enthält und daß ich diesen in der Regel im Windschatten des nächstbesten Lastzuges zurücklegte. Vielen mag das bescheuert vorkommen, es zeigt aber, daß man ohne übermäßigen technischen Aufwand im Jahre 1987 einen vollwertigen Familien- PKW bauen konnte, der problemlos mit 4l/100Km gefahren werden konnte. Aber...

 

Die Zeit ging über mein Gölfchen hinweg und heute habe ich einen Polo 1,4 TDI und bemühe mich, ihn auch nur annähernd an die Verbrauchswerte seines Vorgängers zu bringen. NO-GO! Durchschnittlich 4,7 Liter trinkt er und weniger würde es wohl nur ohne Motor bergab gehen.

 

Was einmal durch den Tankdeckel geflossen ist, das kommt hinten wieder raus. Zudem muß man eigentlich sämtliche Energie- und Rohstoffansätze über den ganzen Lebensdauerzyklus mit einrechnen und da ist Langlebigkeit allemal ein hoch zu bewertender Faktor, der allerdings bei den üblich Tests gar kein Kriterium ist.

 

Ismen sind immer ein Problem, denn sie lenken von praktischen Erwägungen ab. So auch der Antiamerikanismus. Es gibt nach meiner Meinung nur ein einziges Land auf diesem Planeten, das seine eigenen Interessen so defensiv und zurückhaltend verteidigt, wie Deutschland (Japan?). Wenn überhaupt. Im Umkehrschluss kann man sagen, daß die anderen Länder sehr wohl die Interessen ihrer Industrie argwöhnisch schützen. Sich darüber zu wundern, daß die USA das tun, ist also eher naiv. Die Antwort auf US- Protektionismus sollte daher kein Haß sein, sondern die Überlegung, wie eigene deutsche Interessen zu definieren und umzusetzen wären...

 

Wenn man nun einmal den Namen der französischen Schule von taue2512 übersetzt, kommt das was heraus? Richtig: Ecole de Guerre Economique heißt Schule für den Wirtschaftskrieg. Ich bitte sich einmal die Empörung vorzustellen, in unserem Land würde eine solche Schule eingerichtet, mit einem solchen Namen...

 

taue2512 stellt hier lediglich die immer richtige erste Frage des Kriminalisten am Tatort: "Qui bono?" was nichts anderes heißt, als "Wem nutzt es?" Wir haben in Deutschland verlernt strategisch zu denken und gehen immer wieder den unverbesserlichen Optimisten auf den Leim, die an das Gute im Menschen glauben wollen.

 

Noch ein paar Beispiele? Als Airbus in den 80er Jahren auf den Gedanken kam, mit nur 2 Motoren über den Nordatlantik fliegen zu wollen, kam aus den USA ein Aufschrei der Empörung. Dort hatte man für die Langstrecke nur drei- und viermotoriges Gerät in den Lieferlisten. Und da kamen die Europäer und machten dem einvernehmlichen US- Monopol ein Ende. Was folgte waren gesetzliche Auflagen in den USA, mit dem Ziel, Airbus nicht nur vom US- Markt fernzuhalten, sondern auch die Flugzeuge der Airbus- Kunden von den USA. Heute wissen, wir, wie die Sache ausging: McDonnell-Douglas und Lockheed sind Geschichte und Boeing hat außer der 747 nur noch zweimotorige Flieger auch für die Langstrecke im Programm.

 

Noch ein Gedicht zum Thema Freihandel - als die letzten US- Stahlwerke auf der Kippe standen, weil Fernost den Massenmarkt überschwemmt und die Spezialstähle aus EU kommen, war freier Handel ganz plötzlich egal, auf einmal wurden Einfuhrzölle erhoben...

 

Noch eine kleine Antwort auf Dynamix, der den Diesel selbst für das Problem hält. Nicht das Verbrennungsverfahren ist das Problem, sondern der Umgang damit. Wenn man die Brennraumtemperatur so schnell ansteigen läßt, daß die Einspritzung so lange dauert, bis ein Teil des Brennstoffes nur noch verkokt, hat man einen Teil davon damit sinnlos in Ruß verwandelt. Unser Problem ist also, daß man den Diesel zum Rennmotor verwandelt hat, statt ihn seinen Dienst in langen Hüben und bei niedriger Drehzahl tun zu lassen. Motoren. Die sehr gute Variante Elsbett-Diesel ist ja nie in größere Serien gegangen

 

Übrigens gehen alte Autos ja nur zum Teil in den Hochofen, sondern sie landen auf PKW- Transportern mit litauischen, rumänischen und ungarischen Kennzeichen. Und am Bestimmungsort sind sie dann umweltfreundlicher?


05.11.2015 05:00    |    gregi66

ich wills mal so sagen, hochmut kommt vor dem fall. ich hatte die ehre mehrere mitarbeiter von vw und audi kennen zu lernen, sorry, aber wenn ich mir so nen scheiss erzaehlen lassen muss...... mercedes hatte noch nicht mal bremsscheiben hinten als unsere autos das schon lang hatten.... audi nimmt viel alu..... bmw hatte das schon vor 40 jahren gemacht. unsere tueren werden verklebt und verzinkt... die anderen nehmen nur den rest oder abfall....

ja, ich bin eh kein vw fan.... ich hoffe das es viele sammelkagen gibt und vw wieder auf den boden der tatsachen kommt. vw volkswagen...


10.11.2015 16:35    |    gregi66

hab da noch was gefunden, deine aussage das alle es tun ist falsch, einzig und alleine vw hat betrogen.

 

http://www.auto-service.de/.../...oerde-manipulationen-autobauern.html


Deine Antwort auf "Pein-lich: VW-Abgas-Skandal und seine (politischen) Folgen"

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