• Online: 4.806

MOTORBASAR.de - Der MOTOR-TALK Fahrzeugmarkt mit über 400.000 Anzeigen

07.03.2011 09:31    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (5.177)    |   Stichworte: Ausnahmen, Benzin, Biosprit, E10, E10 Kraftstoff, E10 Unverträglichkeit, E10 Verträglichkeit, Ethanol, Freigabe, Hersteller, Information, Kraftstoff, Marken, Modelle, MOTOR-TALK, Problematik, Umfrage, Verträglichkeit

Tankst Du E10?

Seitdem am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, dass die Mineralölkonzerne die weitere Auslieferung vom Biokraftstoff E10 an die Tankstellen vorerst stoppen, ist das Chaos perfekt. Die Medien überschlagen sich, Schuldzuweisungen für den E10-Flopp gibt es nach allen Richtungen und keiner weiß so recht, welchen Meldungen man noch Glauben schenken darf und welchen nicht. Am Dienstag, 8. März 2011, soll nun in einem „Benzin-Gipfel“ eine Lösung gefunden werden, wie man aus dem E10 Debakel wieder rauskommt. Dabei soll es um Maßnahmen gehen, wie E10 von den Autofahrern angenommen werden kann. Der Aufschrei nach der kompletten Abschaffung von E10 wird dort allerdings laut aktueller Meldungen kein Thema sein. Wir gehen deswegen das Thema „E10“ hier mal etwas grundsätzlicher an, denn natürlich ist vor allem auf MOTOR-TALK das Interesse daran riesig.

 

E10 tanken oder nicht?E10 tanken oder nicht?Die Verunsicherung ist groß: Eine uneinheitliche und unwillige Informationspolitik seitens der Automobilhersteller und Mineralölkonzerne sorgt dafür, dass die deutschen Autofahrer den neuen Sprit lieber meiden – jedenfalls dort, wo er bislang verfügbar ist. Für Super oder Super Plus zahlen sie im Schnitt acht Cent mehr pro Liter – und der Nachschub der Tankstellen an Super E5 wird mittlerweile knapp. Dies hat dazu geführt, dass die Mineralölkonzerne am vergangenen Donnerstag den vorläufigen Produktionsstopp von E10 ausgerufen haben, um das E10 Versorgungssystem nicht platzen zu lassen, weil keiner den Biokraftstoff tanken will.

 

Auch auf MOTOR-TALK ist die Verunsicherung und das Interesse groß. Erste Nutzer haben schon dazu aufgerufen, E10 komplett zu boykottieren, um „die da oben“ zum Umdenken zu bringen. Was steckt aber wirklich hinter E10, und was ist Eure Meinung dazu? Das wollten wir mal wissen und sind das Thema deshalb etwas grundsätzlicher angegangen. Außerdem haben wir uns angeschaut, wie gut die Hersteller über E10 informiert haben.

 

Rechtlicher Hintergrund

 

Die Richtlinie 2009/30/EG des Europäischen Parlaments verpflichtet alle Mitgliedstaaten, ein System zur Überwachung und Verringerung der Treibhausgasemissionen einzuführen. Dies kann u.a. durch die Einführung eines Ottokraftstoffs mit maximal zehn Volumenprozent Kraftstoffethanol (Bioethanol) unter dem Branchenkürzel E10 (von Ethanol 10 %) erfolgen. Was immer man davon hält, die deutsche Regierung setzt damit letztendlich europäisches Recht um, und das sogar eher spät: In Frankreich z.B. wird E10 schon seit 2009 verkauft. Dadurch soll die Abhängigkeit vom Erdöl vermindert und der CO2-Ausstoß im Verkehr reduziert werden. Die entsprechenden Gutachten gehen von einem CO2-Vorteil von 35 Prozent aus, den Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen gegenüber Erdöl hat.

 

Für Fahrzeuge, die E10 nicht vertragen, muss laut EU-Richtlinie mindestens bis 2013 das bisherige Benzin als sogenannte Bestandsschutzsorte weiterhin angeboten werden. In Deutschland verkauftes Ethanol muss zusätzlich eine positive Umweltbilanz gegenüber Erdöl haben.

 

Kritik

 

Kritiker monieren vor allem, dass eine bessere Umweltbilanz von Super E10 gegenüber herkömmlichem Super sich nicht wirklich belegen lässt. Es wird den Regierungen vorgeworfen, Nebeneffekte wie Abholzung, Bodenverödung, -vergiftung etc. einfach auszublenden. Ein positiver Effekt von Ethanol im Sprit auf die Umwelt sei zudem, falls vorhanden, angesichts der Menge der Beimischung allenfalls marginal.

 

Klar ist, durch den niedrigeren Brennwert von Ethanol gegenüber Benzin aus Erdöl (65,5%) sinkt auch der Brennwert des gemischten Sprits. Dadurch sinkt die Leistung und steigt der Verbrauch. Der errechnete Mehrverbrauch ist allerdings marginal, er beträgt 1,7 % (bei bisher 6 l/100 km wären das 0,1 l/100 km mehr).

 

Weiter wird kritisiert, dass E10 manche Pkw schädigen kann. Deshalb sind alle Autohersteller verpflichtet, Auskunft über die E10-Verträglichkeit ihrer Modelle zu geben. Das DAT-Institut hat daher im Auftrag der bundesregierung eine Liste der Herstellerangaben zur Verträglichkeit von E10 erstellt.

 

Was steckt wirklich dahinter? E10 und die Risiken

 

Eine sehr vollständige Erklärung zu den Hintergründen und möglichen Risiken von E10 gibt es im Blog von Rotherbach. Wir haben die wesentlichen Infos daraus hier mal zusammengezogen.

 

Oft hört man, dass Ethanol sowohl Dichtungen als auch den Motor selbst schädigen kann. Das ist zwar nicht falsch, relativiert sich aber in den meisten Aspekten durch die verhältnismäßig geringe Beimischung. Seit 1980 befindet sich bereits ein 5%iger Anteil Ethanol im Benzin, der die Klopffestigkeit steigern und Bleiadditive ersetzen sollte. Die jetzige Verdopplung dieser Menge stellt nur in wenigen Ausnahmefällen ein Risiko dar.

 

 

Benzindirekteinspritzer mit Hochdruckpumpen

 

Infos zu E10Infos zu E10Die Hydrophilie von Ethanol bewirkt, dass geringe Mengen Wasser mit korrosionsgefährdeten Teilen im Motor in Berührung kommen können, jedoch zu wenig, um Schäden zu hinterlassen. Auch eine Verdünnung des Motoröls und damit zusammenhängend eine Verkürzung des Ölwechselintervalls ist auszuschließen, da sich das Wasser absetzen und bei entsprechenden Motortemperaturen verdampfen würde. Riskanter ist die Säure-Base-Reaktivität. Es kann bei Leichtmetallen wie Aluminium zu einem „scheinbaren Auflösen des Bauteils“ kommen – ein schleichender Prozess, der durch Beschädigungen beschleunigt werden kann. Aus diesem Grund gibt es keine Freigabe für Benzindirekteinspritzer mit Hochdruckpumpen. Durch die Steigerung des Druckes erhöht sich die Reaktivität von Ethanol, bei entsprechenden Tests wurden Korrosionsspuren an Aluminiumverschraubungen festgestellt. Alle anderen Benziner bleiben hiervon weitgehend verschont, nur eine drastische Erhöhung des Ethanolanteils wäre gefährlich.

 

Da betroffene Leitungen und Dichtungen für den Kontakt mit Benzin ausgelegt sind, ist die Eigenschaft von Ethanol als Lösungsmittel zu vernachlässigen. Hier besteht das einzige Risiko darin, dass Weichmacher abgetragen werden können, was zu sprödem Material oder Rissen führen kann. Aber dieser Prozess verläuft so langsam, dass in der Regel eher der normale Verschleiß eintritt.

 

Relevant für alle Modelle ist die höhere Betriebstemperatur bei der Verwendung von E10 im Vergleich zu herkömmlichem Super. Ethanol benötigt weniger Sauerstoff bei der Verbrennung, wodurch ohne Anpassung ein mageres Gemisch entsteht. Im normalen Betrieb wird dies aber durch die Lambdaregelung per Änderung der Einspritzmenge korrigiert. Bei älteren Fahrzeugen ohne geregelten Katalysator empfiehlt sich eine Anpassung mit Hilfe eines Abgastesters. Durch den geringen Ethanolanteil sind generell Schäden an Auslassventilen oder Katalysator aber unwahrscheinlich.

 

Die Hersteller: Desinformation aus Angst vor Garantieansprüchen?

 

Wie gut informieren die Pkw-Hersteller?Wie gut informieren die Pkw-Hersteller?Alle Hersteller waren verpflichtet, zum Marktstart von E10 verbindliche Angaben zu machen, welche Modelle sie für den neuen Kraftstoff zulassen. Die Qualität der Angaben ist aber sehr unterschiedlich. Die meisten deutschen Hersteller, wie z.B. VW und Opel, haben fast ihre gesamte Modellpalette für E10 freigegeben. Ausnahmen wurden meist klar benannt. Ebenfalls vorbildlich: Volvo testete alle Pkw bis 1976 rückwärts, Ford macht sogar Ausführungen zu Pkw vor Baujahr 1940. Andere Hersteller machen es sich dagegen eher einfach. So gibt z.B. Nissan pauschal alle Modelle ab Bj. 2000 frei. Ob sich da wirklich alle 2000er Modelle technisch so entscheidend vom 1999er Modell unterscheiden? Ist E10 in einem Modell Baujahr 1999 doch sicher – oder in einem Modell 2001 unsicher? Man weiß es nicht, und ohne entsprechendes technisches Hintergrundwissen ist man zwangsläufig verunsichert.

 

Auch Mazda gibt Freigaben nur für aktuelle Modellreihen (Mazda2-6) ab 2003. Die direkten Vorgänger Premacy oder Demio werden pauschal ausgeschlossen. Am einfachsten macht es sich Lada. Erst ab Modelljahr 2011 (Euro5) werden hier die Autos für den Betrieb mit E10 freigegeben.

 

E10 und die Motorrad-HerstellerE10 und die Motorrad-HerstellerNun ist es natürlich für Autohersteller eher unwirtschaftlich, 10 Jahre alte Autos gründlich auf E10-Verträglichkeit zu untersuchen bzw. zu testen. Der Verdacht steht im Raum, dass etliche Fahrzeugmodelle eigentlich kein Problem mit Ethanol haben – die Hersteller aber ein Problem damit, das für diese älteren Modelle zu bescheinigen. Aus Angst vor möglichen Garantieansprüchen? Die Frage darf erlaubt sein, ob es überhaupt möglich ist, die Restlebensdauer eines 15 Jahre alten Alltagsautos durch Betankung mit E10 noch zu verkürzen.

 

Auch auf Nachfrage bei den Herstellern erhält der Kunde übrigens keine andere oder genauere Aussage als die, die auch in den allgemein zugänglichen Listen steht. Andere Hersteller schicken OPR-Codes ins Rennen; ebenfalls nicht sehr kundenfreundlich.

 

Die Tankstellen: An der Grenze zum Betrug?

 

Die Verunsicherung der Autofahrer durch E10 wurde durch die Tankstellen und Mineralölkonzerne kräftig befördert. Obwohl der Stichtag lange bekannt war dauerte es zunächst mal Wochen, bis es überhaupt irgendwo ein Schild gab, auf dem E10 steht. Bis heute ist das nicht flächendeckend so. Seit nun die meisten Tankstellen E10 führen, zeichnen sich allerdings zwei unschöne Trends ab.

 

1. Trend: Super E5 ist keine Alternative mehr.

 

Zwar müssen Tankstellen zum Bestandsschutz weiterhin Super mit 5% Ethanol führen. Zu welchem Preis und mit wie viel Oktan max., da gibt es keine Vorschrift. Also kann das bisherige Super zum gleichen Preis wie Super Plus angeboten werden, oder es gibt gleich nur noch Super Plus. So soll natürlich der Absatz von E10 gestützt werden, die Einführung einer neuen Sorte ging schon immer nur über den Preis. Hintergrund: 2011 müssen die Tankstellen zu 6,25% Agrokraftstoffe verkaufen – das geht nur, wenn E10 billiger verkauft wird, als es ist. Und das geht nur, wenn herkömmliches Benzin teurer verkauft wird, als es ist.

 

Soweit ist das nachvollziehbar. Immer öfter wird aber der Vorwurf der Abzocke erhoben. Der VCD rechnet es vor: In der Herstellung ist E10 um rund 0,5 ct. je Liter teurer als E5. Nimmt man den Mehrverbrauch hinzu, der theoretisch durch E10 entsteht, dürfte es allenfalls 20 Cent je gefahrene 100 km zu kompensieren geben. Das wäre nicht mal die Hälfte der derzeitigen Preisdifferenz von 8 Cent im Bundesdurchschnitt.

 

2. Trend: Was man wirklich tankt, weiß man nicht.

 

Mit der Einführung von E10 kann man derzeit eigentlich nur bei Super Plus wirklich sicher sein, was man wirklich tankt. Der Grund: In den entsprechenden DIN-Normen zur Kraftstoffqualität gibt es zwar eine Höchstgrenze für Ethanol, aber keine Mindestgrenze. So kann dann 95 Oktan Benzin E5 zwischen einem und fünf Prozent Ethanol enthalten, Super E10 sogar zwischen einem und zehn Prozent. Zusätzlich kann sogar Super Plus als Super E5 verkauft werden – die Mindestoktanzahl ist gegeben.

 

Das alles wäre im Grunde nicht schlimm – würden nicht viele Autofahrer bewusst einen höheren Preis in Kauf nehmen, um E5 zu tanken. Dadurch wird es dann eigentlich zu einem legalen "Betrug". Schließlich hätte man in vielen Fällen den gleichen Sprit auch billiger haben können. Nach Untersuchungen des ADAC hingen in den letzten Wochen auch an mehreren Tankstellen unterschiedlich ausgepreiste Sorten am mutmaßlich gleichen Tank.

 

Und nun?

 

Wer also weder Zeit noch die Fachkenntnis für eine technische Analyse seines Kraftstoffes hat, dem bleibt nur, sich nach den Empfehlungen des Herstellers und den Ausschilderungen an der Tankstelle zu richten. Wer das tut, zahlt derzeit u.U. kräftig drauf.

 

Was können die Autofahrer daher erwarten? Sie können von den Autoherstellern erwarten, dass diese ihre Empfehlungen zum Thema E10 nach technischen Gesichtspunkten und nicht zuerst nach Gesichtspunkten der juristischen Risikoabwehr aussprechen, und dass sie sich damit die Mühe machen, die erforderlich ist. Sie können erwarten, dass offensichtliche Panikmache unterbleibt, und dass sie nicht die Versäumnisse der Konzerne nachträglich an der Zapfsäule finanzieren und dabei noch falsch informiert werden.

 

Was sagt Dein Hersteller zu E10?

 

Abarth, Alfa Romeo, Audi, BMW, Chevrolet, Chrysler, Citroen, Dacia, Daewoo, Daihatsu, Fiat, Ford, Honda, Hyundai, Lancia, Land Rover, Lexus, Mazda, Mercedes-Benz, Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Seat, Skoda, Smart, Subaru, Suzuki, Toyota, Volkswagen, Volvo, DAT-Liste der Herstellerangaben zur Verträglichkeit von E10


16.01.2012 12:24    |    saturn78

Zitat:

Trotzdem Tank ich kein E 10 nach dem ich Autogas fahre und der spritt bei mir ca 3 monate in den Tank ist dann zersetzt sich das E 10 ja nur

??? Was soll sich da zersetzen??? Zersetzt sich der Wodka/Weinbrand/Cognac, wenn du die Flasche mal 3-Monate nicht anfasst???

 


16.01.2012 19:36    |    Finn79

@Roland, Turbinenprinzip überhitztes Wasser wird durch Expansion frei gesetzt. Gibt sogar versuche mit Kolbenmotoren.

 

Wassereinspritzung wurde schon im zweiten Weltkrieg an den Messerschmidts genutzt, als die letzten so hoch gezüchtet waren.


16.01.2012 20:34    |    Nobbi 35

Ich hatte schon mal einen Motorschaden und will keinen zweiten reskieren


16.01.2012 20:36    |    Drahkke

Durch E10? :eek:


16.01.2012 20:39    |    marcu90

Es gibt durchaus Motoren, die E10 nicht vertragen - die Fahrzeuge von Nobbi gehören zu 50% aber garantiert zu denen, die es Vertragen ;):D


16.01.2012 21:14    |    testmal

@ marcu90

Es gibt durchaus Motoren, die E10 nicht vertragen - die Fahrzeuge von Noobi gehören zu 50% aber garantiert zu denen, die es Vertragen ;):D

 

Moin marcu90,

 

gehören die BMW-Diesel auch dazu, die jetzt zurück gerufen werden,

weil vielleicht der Bioanteil die Spritzuführung zerstört?

- es soll sogar zu Bränden geführt haben!

Meine Erfahrungen mit Kunststoff-Lieferanten sind sehr unterschiedlich.

- kaum wechselt der Einkauf seinen Zulieferanten, welcher alles verspricht

und zertifiziert ist, gibt es plötzlich Probleme !

Wer testet eigentlich in der Serie einen neuen Lieferanten?

Es werden doch nur technische Daten verglichen,

die Testabteilung ist doch die "Letzte Abteilung",

welche bei einer Kostenreduzierung informiert wird!

- warum wohl?

weil die das wohl nichtzulassen würden!

 

schönen Gruß


16.01.2012 21:20    |    schwandtke1

Hi

Ich muss da mal nachfragen.

Seit einem Jahr gibts E-10. Wer hat da einen Motorschaden der nachweislich auf E-10 zurückzuführen ist?

So schnell geht das? Irgendwie klingt das eher unglaubwürdig, aber was soll´s, geschrieben wird viel, abgeschrieben noch mehr.


16.01.2012 21:27    |    testmal

@schwandtke1

abgeschrieben noch mehr.

 

Moin,

wovon soll abgeschrieben werden, wenn darüber narürlich

still Schweigen herscht!

such mal :rolleyes:


16.01.2012 21:32    |    marcu90

Testmal! Auch Moin!

Ich verstehe nicht ganz, warum du jetzt mit Diesel ankommst. Hier geht es um Benzin.

(Der eigentliche Witz an meiner Aussage war übrigens, dass 50% der Fahrzeuge von Nobbi Diesel benötigen ;) )

 

Schwandtke: ich habe nichts von einem Motorschaden mitbekommen. Ich schätze mal, in einem Autoforum würden wir davon mitbekommen... und wenn nicht, gibts ja immer noch die Bild :o


16.01.2012 21:32    |    saturn78

Naja,vor rund einem Jahr gab es hier so einige, die entweder von "guten Kumpels", "Freunden" oder sogar selbst von Schäden durch E10 zu berichten wussten....

Leider sind sie nie mit konkreten Zahlen, Daten oder Fakten rübergekommen...


16.01.2012 21:35    |    schwandtke1

Es kursieren soviele Gerüchte über Motorschäden, aber eben nichts wirklich wahres


16.01.2012 21:40    |    saturn78

Zitat:

Es kursieren soviele Gerüchte über Motorschäden, aber eben nichts wirklich wahres

 

Doch doch, ich kenne einen!!!

Ein Schaden nach dem Tanken von E85, bzw.unmittelbar danach.....- gut, war ein TDI,...aber trotzdem...


16.01.2012 21:42    |    schwandtke1

scheisse passiert ...


16.01.2012 21:43    |    marcu90

Viele Besitzer haben anfangs nach einem Motorschaden (voreillig) nach E10 geschrien (selber ein paar Threats im Golf 3 erlebt), letztendlich war es immer eine andere Ursache (zumal unsere Motoren durchweg weitaus mehr Ethanol vertragen)


16.01.2012 21:58    |    Finn79

@saturn

 

Auto frontal gegen den Baum e10 war schuld, Auto war betrunken.....


16.01.2012 22:01    |    testmal

@marcu90

Viele Besitzer haben anfangs nach einem Motorschaden (voreillig) nach E10 geschrien (selber ein paar Threats im Golf 3 erlebt), letztendlich war es immer eine andere Ursache (zumal unsere Motoren durchweg weitaus mehr Ethanol vertragen)

 

Moin,

das die Mechanik im Motor das verträgt, ist eigentlich klar,

- aber der Rest im Auto,

heute, alles irgendwie aus unbekannten Kunststoff-Mix,

weil, kommt ja nicht mehr aus Made in Germany,

 

ich würde da ganz vorsichtig sein.

Gruß


16.01.2012 22:06    |    saturn78

...nicht vergessen...der pöse,pöse Ami hat seit 1978 E10. Viele Bundesstaaten seit 2011 E15. Es gibt schlicht keine "Europa-Motore" oder "Europa-Tanks". 


16.01.2012 22:23    |    testmal

 ...nicht vergessen...der pöse,pöse Ami hat seit 1978 E10. Viele Bundesstaaten seit 2011 E15. Es gibt schlicht keine "Europa-Motore" oder "Europa-Tanks".

 

Jo, hast Recht,

 

nur kennst Du die UL-Vorschriften?

Da hat jeder Hersteller außerhalb USA irgendwie Probleme,

- Soll den eigenen Markt vor dem Ausland schützen!

Bis dann


16.01.2012 22:28    |    saturn78

Zitat:

nur kennst Du die UL-Vorschriften?

...die kann man nachlesen...

Da hat jeder Hersteller außerhalb USA irgendwie Probleme,

Nö, nicht jeder....

- Soll den eigenen Markt vor dem Ausland schützen!

Bestimmt....

Bis dann

 

Bis denn....


17.01.2012 10:30    |    Roland0815

testmal tippselte:

Zitat:

nur kennst Du die UL-Vorschriften?

...

Ja. Die sind kein Hexenwerk. Sie entsprechen im Wesentlichen unseren DIN/EN-Normen. Nur sind die UL praxisnäher angesetzt.

 

Zitat:

... Da hat jeder Hersteller außerhalb USA irgendwie Probleme...

Auch falsch. Wer eine DIN/EN-Zertifizierung bekommt, bekommt meistens ohne Änderung am Produkt die entsprechende UL-Norm zertifiziert. Es ist lediglich etwas Papier mehr zu bedrucken.

 

Zitat:

- Soll den eigenen Markt vor dem Ausland schützen!

Urban legend von Leuten, die keine Ahnung haben...


17.01.2012 21:54    |    testmal

@ Roland 8 1 5

 

 Urban legend von Leuten, die keine Ahnung haben...

 

Moin,

wenn Du meinst, Dann hast Du wohl recht.

- Wir haben es im Griff, ist halt viel sensibler und

irgendwie auch veraltet!

- Trotzdem werden unsere En-Normen nicht sofort anerkannt,

was war das für ein langer Weg für unsere Fahrzeuge,

es hat fast Generationen gedauert,

bis aus der Lach-Nummer VW-Käfer,

andere Fahrzeuge, wie BMW, Audi ... anerkannt wurden.

- Ein porsche oder mercedes war das einzige, aber zu teuer.

Gruß


17.01.2012 23:21    |    Roland0815

Die letzt UL-Prüfung, die ich bei meinem Arbeitgeber miterlebt habe, war ein 3-Tages-Meeting mit den UL Leuten, dann lag das Cert unterschrieben auf dem Tisch. Da mussten keine Änderungen am EN-geprüften Gerät gemacht werden. Die wollten lediglich ihre Anforderungen erfüllt sehen.

 

Da ist weder etwas sensibler, noch "veraltet".

 

Vielleicht liegt das einfach an der Kompetenz der Leute im Unternehmen, dass mancher das UL Cert nicht sofort kriegt (nur mit verrenkungen), und manch andere schon...


18.01.2012 00:59    |    Fu90

testmal schrieb

Zitat:

gehören die BMW-Diesel auch dazu, die jetzt zurück gerufen werden,

 

weil vielleicht der Bioanteil die Spritzuführung zerstört?

 

- es soll sogar zu Bränden geführt haben!

Welchen Rückruf meinst du da?


18.01.2012 10:19    |    saturn78

Zitat:

gehören die BMW-Diesel auch dazu,

Ja, die BMW-Diesel gehen durch E10 kaputt, definitiv....


18.01.2012 10:31    |    andis hp

Was "Testmal" meinte, ist das der Biodiesel die Einspritzpumpe/Hochdurckpumpe/Spritzuführung beschädigen kann. Diese Beschädigung kann u.U. Brände im Motorraum auslösen, bzw. wurden schon Brände ausgelöst.

Deswegen werden alle Mini-/BMW-Modelle mit Diesel (ab Bj. 2000) wegen Überprüfung dieser Komponenten in die Werkstatt zurückbeordert.

Ist in diversen Autozeitschriften (u.a. AutoB..., AutoMotorSp...) abgedruckt/behandelt worden.

OK, Biodiesel hat nix mit E10 zu tun, aber faktisch stimmt seine Aussage. Einzige Gemeinsamkeit ist eben "Bio".

 

Mfg

Andi

 

@all: nur zur Info: Bei uns in der Region haben so ziemlich alle Tankstellen das "normale" SuperE5 zum 01.01.12 abgeschafft.

Es gibt nur noch Super E10 bzw. das ca. 10Cent teuere SuperPlus.

Habe bei meinem freundlichen Tankwart (freie Tanke) nachgefragt: " Ich darf auf Anfrage nur sagen, das es die Kunden es so gewollt haben. Wenn ich was anderes sage, gibt´s Probleme mit dem Lieferanten! Bis zu Schluß haben ca. 15-20% E10 getankt, aber über 70% das E5, der Rest SuperPlus!"

Das heißt auf Deutsch: Er muss die Kunden auf Anfrage anlügen, damit er überhaupt noch beliefert wird!


18.01.2012 10:50    |    saturn78

Wir haben seit februar 2009 eine Erhöhung des Biogenenanteils im Diesel von 5% auf 7%. 

Diese Erhöhung ist auch nicht vom Himmel gefallen, sondern seit ewigen Zeiten beschlossen (wie E10).

Ein Armutszeugnis, wenn sich ein Hersteller nicht entsprechend Vorbereitet hätte (bei dieser gewaltigen Erhöhung).

 

Das alle BMW-Diesel, seit 2000 zurückgerufen werden....Naja...da hätt ich gern mal ne Quelle gesehen.

Das wäre ja die größte Rückrufaktion, in der Geschichte des Automobilbaues....


18.01.2012 10:58    |    andis hp

In der vorletzten AutoB... war (Glaube ich) ein Artikel drin. Rubrik "Rückrufe/Serviceaktionen der Hersteller".

Kann dir den genauen Wortlaut nicht mehr sagen, sonst würde ich ihn hier nennen.

Ich habe es gelesen, zwei Tage nachdem der Rückruf der VW-Diesel (2LiterDiesel) bekannt wurde.

Da hatte ich gedacht, was ist jetzt los, fehlt nur noch Mercedes.

 

Mfg

Andi


18.01.2012 11:18    |    saturn78

....oh man...VW ruft EINIGE 2,0TDI zurück, hier geht es um ein Vibrationsproblem an Druckleitungen, die sich, bei Regeneration, ggf. lockern KÖNNTEN. Als Maßnahme wird ein kleines Tilgergewicht verbaut.

 

Das hat mit 0%, 5%, 7%, oder 10% Bio-Anteil nichts zu tun.

 

Und genau so stand es auch in der AutoBlöd.

Wer natürlich Schwierigkeiten hat, die hochkomplexen Texte dieses qualitativ hochwertigen Machwerks zu lesen.....


19.01.2012 21:19    |    testmal

saturn78

Zitat:

gehören die BMW-Diesel auch dazu,

Ja, die BMW-Diesel gehen durch E10 kaputt, definitiv....

 

Moin,

habe nicht von E10 gesprochen, sondern von Biodiesel,

hat bekanntermaßen die gleichen Nachteile wie Biosprit :rolleyes:

 

@andis hp

OK, Biodiesel hat nix mit E10 zu tun, aber faktisch stimmt seine Aussage. Einzige Gemeinsamkeit ist eben "Bio".

 

Mion,

"Bio" und alle Nachteile, da können sich E10 und B10 die Hand reichen!

 

Interessanter ist eigentlich, das auf beiden Kraftstoffen gewaltige Steuern,

durch EU-Beschluß vorgesehen sind!

- Ob dann noch B10 kostengünstiger ist,

war aber auch zu erwarten, wenn sich alle solche Sparschweine kaufen.

 

Merke: je weiniger Du verbrauchst, um so höher müssen die Preise steigen,

          um die Verluste aus zu gleichen.

 

Mit E10 oder B10 sind die EU-Vorgaben erstmal 2012 erfüllt,

dann gehst weiter nach oben!

 

Schönen Gruß


19.01.2012 22:58    |    Kung Fu

Bio ist nunmal Bio. Egal, ob Bio-Tomaten oder Bio-Diesel. Alles dasselbe, ich lasse mir da keine Fakten einreden, so! :p


20.01.2012 23:42    |    testmal

@ Kung Fu

Bio ist nunmal Bio. Egal, ob Bio-Tomaten oder Bio-Diesel. Alles dasselbe, ich lasse mir da keine Fakten einreden, so! :p

 

Jo hast recht,

daraus wird auch Bio-Diesel hergestellt! :D

- Wo liegt denn der Unterschit, zwischen E10 und B10,

für E10 muß doch nur noch einmal destilliert werden, oder?,,

wegen des Zündpunktes, na klar dadurch verändert sich die Zusammensetzung,

- aber beide Verfahren verschwenden Anbaugebiete für notwendige Nahrungsmittel, nicht unbedingt bei uns, die lagen ja jahrelang brach,

aber in den Ländern die es wirklich brauchen!

- merkwürdig ist unsere Shelltankstelle, immer wieder

steht da kein Preis,

entweder ist es ausverkauft, oder die wollen

den shit einstellen :confused:

 

Testmal


21.01.2012 14:32    |    marcu90

Durch den biologischen Anteil in unserem Benzin wird das Nahrungsmittelverteilungsproblem auf der Welt in keinster weise gefördert :rolleyes:


21.01.2012 14:36    |    Finn79

Aber wenn wir kein Ethanol im Kraftstoff hätten würde sich genauso viel ändern. Also ist es völlig egal ob nun mit oder ohne. Mein Tip kauf doch jeden Tag ein brot und schick es nach Afrika um dein Gewissen zu beruhigen.


21.01.2012 14:51    |    marcu90

Nur bis es in Afrika ankommt, will es derjenige auch nicht mehr...

Desshalb ist es nutzlos, hier in Europa rumzuheulen, dass in Afrika Menschen verhungern :( - Flugzeug wäre auch noch eine teure Alternative.


21.01.2012 18:57    |    Roland0815

marcu90 tippselte:

Zitat:

Durch den biologischen Anteil in unserem Benzin wird das Nahrungsmittelverteilungsproblem auf der Welt in keinster weise gefördert :rolleyes:

Doch. Genau die Venichtung des (industriellen) Nahrungsmittelüberschuss durch Umwandlung in Energie oder Industrierohstoffe wird das Problem in den 3.Weltländern lösen.

Denn nur dann können die lokalen Bauern dort wieder mit fairen Preisen konkurrieren. Solange wir mit unserer subventionierten Landwirtschaft unsere Überproduktion dort (auch unter hiesigen Erzeugerpreisen) abkippen, kommen die Bauern dort auf keinen grünen Zweig.

Und (kostenlose) Brote hinschicken verschlimmert das Problem nur...


21.01.2012 19:03    |    Drahkke

So sieht es aus. Leider haben das viele Zeitgenossen noch nicht wirklich verstanden.


21.01.2012 20:33    |    cx500c_alex

Solang die USA jeden liter ethanol mit 3 dollar subventioniert und in brasilien nur großgrundbesitzer zuckerrohr mit umwelt und humanitär äußerst bedenklichen methoden anbauen, wird die ganze geschichte sicherlich NIE dazu führen, daß die kleinbauern in irgendeinem "problemland" reelle preise für ihr produkt erhalten.


22.01.2012 10:16    |    Roland0815

Wirklich? Du hast wohl vor zwei Jahren nicht mitbekommen, was in Mexiko begonnen hat? Dort sind aufgrund der Exportstops von US-Land die Mais-Preise inzwischen so weit angestiegen, dass sich der Eigenanbau wieder rechnet. Das wäre schonmal ein "irgendein" Problemland.

 

Zuckerrohr wird aus Exportgründen von Brasilien genauso subventioniert, wie die Landwirtschaft hierzulande. Das ist also kein Maßstab. Im "fairen" Wettbewerb würde die Zuckerrübe hierzulande besser abschneiden. Erst recht, wenn man sie zur Ethanol-Herstellung heranzieht, bei welcher auch Stärke-Anteile umgewandelt werden.

 

P.S: 3U$ Subvention pro Liter Ethanol? Kriegen die Amis 1,80U$ ausgezahlt, wenn sie einen Liter Ethanol mitnehmen? Ich komme eher auf 26ct pro Liter. Du solltest deine Fakten schon mal überprüfen, bevor du sie vom Stammtisch hierher bringst.


22.01.2012 13:17    |    cx500c_alex

1. Ohne massive subventionen ging hier gar nichts, auszugsweise hier was von FRONTAL21 (19.4.2011)

http://frontal21.zdf.de/ZDFde/download/0,6753,7021116,00.pdf

Vorreiter bei der Biospritproduktion sind die USA. So werden inzwischen 40 Prozent der Maisernte zu Ethanol ver-arbeitet. Kyle Wendlandt aus Iowa beliefert seit Jahren die nahegelegene Raffinerie Golden Grain Energy. Das Geschäft läuft glänzend, Kyle blickt optimistisch in die Zukunft.

O-Ton Kyle Wendlandt, Farmer: Ich glaube weiter fest daran, dass wir amerikanischen Farmer in der Lage sind, genug Mais für die Ethanol-Industrie zu produzieren und auch noch genügend Mais für die kleinen Länder der Dritten Welt.

Farmer wie Kyle vertrauen auf die Pläne der US-Regierung. Der sogenannte Biofuel-Plan sieht vor, die Produktion von Biokraftstoffen bis 2022 zu verfünffachen. Das aber schafft gravierende Umweltprobleme durch den massiven Einsatz von Pestiziden und Dünger und kostet viel Geld.

O-Ton Prof. David Pimentel, Cornell University Ithaca: Maisethanol wird jedes Jahr mit etwa zwölf Milliarden Dollar subventioniert. Ein Teil geht an die Farmer, ein anderer an die großen Biosprithersteller. Zwölf Milliarden: Das heißt, wir subventionieren jeden Liter Ethanol mit rund drei Dollar


22.01.2012 13:55    |    Finn79

Das ist nur die eine Seite, die USA vernichten jedes Jahr Weizen um den Preis oben zu halten, weil sie viel zu viel produzieren.

 

Würde man das gleiche Prizip hier ein führen, könnten die Bauern ohne Subventionen vom Staat leben, damit wären allen geholfen.

 

Nur soweit denken die wenigsten.


Deine Antwort auf "Nicht super: Das große E10-Verwirrspiel"