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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

07.03.2011 09:31    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (5.177)    |   Stichworte: Ausnahmen, Benzin, Biosprit, E10, E10 Kraftstoff, E10 Unverträglichkeit, E10 Verträglichkeit, Ethanol, Freigabe, Hersteller, Information, Kraftstoff, Marken, Modelle, MOTOR-TALK, Problematik, Umfrage, Verträglichkeit

Tankst Du E10?

Seitdem am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, dass die Mineralölkonzerne die weitere Auslieferung vom Biokraftstoff E10 an die Tankstellen vorerst stoppen, ist das Chaos perfekt. Die Medien überschlagen sich, Schuldzuweisungen für den E10-Flopp gibt es nach allen Richtungen und keiner weiß so recht, welchen Meldungen man noch Glauben schenken darf und welchen nicht. Am Dienstag, 8. März 2011, soll nun in einem „Benzin-Gipfel“ eine Lösung gefunden werden, wie man aus dem E10 Debakel wieder rauskommt. Dabei soll es um Maßnahmen gehen, wie E10 von den Autofahrern angenommen werden kann. Der Aufschrei nach der kompletten Abschaffung von E10 wird dort allerdings laut aktueller Meldungen kein Thema sein. Wir gehen deswegen das Thema „E10“ hier mal etwas grundsätzlicher an, denn natürlich ist vor allem auf MOTOR-TALK das Interesse daran riesig.

 

E10 tanken oder nicht?E10 tanken oder nicht?Die Verunsicherung ist groß: Eine uneinheitliche und unwillige Informationspolitik seitens der Automobilhersteller und Mineralölkonzerne sorgt dafür, dass die deutschen Autofahrer den neuen Sprit lieber meiden – jedenfalls dort, wo er bislang verfügbar ist. Für Super oder Super Plus zahlen sie im Schnitt acht Cent mehr pro Liter – und der Nachschub der Tankstellen an Super E5 wird mittlerweile knapp. Dies hat dazu geführt, dass die Mineralölkonzerne am vergangenen Donnerstag den vorläufigen Produktionsstopp von E10 ausgerufen haben, um das E10 Versorgungssystem nicht platzen zu lassen, weil keiner den Biokraftstoff tanken will.

 

Auch auf MOTOR-TALK ist die Verunsicherung und das Interesse groß. Erste Nutzer haben schon dazu aufgerufen, E10 komplett zu boykottieren, um „die da oben“ zum Umdenken zu bringen. Was steckt aber wirklich hinter E10, und was ist Eure Meinung dazu? Das wollten wir mal wissen und sind das Thema deshalb etwas grundsätzlicher angegangen. Außerdem haben wir uns angeschaut, wie gut die Hersteller über E10 informiert haben.

 

Rechtlicher Hintergrund

 

Die Richtlinie 2009/30/EG des Europäischen Parlaments verpflichtet alle Mitgliedstaaten, ein System zur Überwachung und Verringerung der Treibhausgasemissionen einzuführen. Dies kann u.a. durch die Einführung eines Ottokraftstoffs mit maximal zehn Volumenprozent Kraftstoffethanol (Bioethanol) unter dem Branchenkürzel E10 (von Ethanol 10 %) erfolgen. Was immer man davon hält, die deutsche Regierung setzt damit letztendlich europäisches Recht um, und das sogar eher spät: In Frankreich z.B. wird E10 schon seit 2009 verkauft. Dadurch soll die Abhängigkeit vom Erdöl vermindert und der CO2-Ausstoß im Verkehr reduziert werden. Die entsprechenden Gutachten gehen von einem CO2-Vorteil von 35 Prozent aus, den Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen gegenüber Erdöl hat.

 

Für Fahrzeuge, die E10 nicht vertragen, muss laut EU-Richtlinie mindestens bis 2013 das bisherige Benzin als sogenannte Bestandsschutzsorte weiterhin angeboten werden. In Deutschland verkauftes Ethanol muss zusätzlich eine positive Umweltbilanz gegenüber Erdöl haben.

 

Kritik

 

Kritiker monieren vor allem, dass eine bessere Umweltbilanz von Super E10 gegenüber herkömmlichem Super sich nicht wirklich belegen lässt. Es wird den Regierungen vorgeworfen, Nebeneffekte wie Abholzung, Bodenverödung, -vergiftung etc. einfach auszublenden. Ein positiver Effekt von Ethanol im Sprit auf die Umwelt sei zudem, falls vorhanden, angesichts der Menge der Beimischung allenfalls marginal.

 

Klar ist, durch den niedrigeren Brennwert von Ethanol gegenüber Benzin aus Erdöl (65,5%) sinkt auch der Brennwert des gemischten Sprits. Dadurch sinkt die Leistung und steigt der Verbrauch. Der errechnete Mehrverbrauch ist allerdings marginal, er beträgt 1,7 % (bei bisher 6 l/100 km wären das 0,1 l/100 km mehr).

 

Weiter wird kritisiert, dass E10 manche Pkw schädigen kann. Deshalb sind alle Autohersteller verpflichtet, Auskunft über die E10-Verträglichkeit ihrer Modelle zu geben. Das DAT-Institut hat daher im Auftrag der bundesregierung eine Liste der Herstellerangaben zur Verträglichkeit von E10 erstellt.

 

Was steckt wirklich dahinter? E10 und die Risiken

 

Eine sehr vollständige Erklärung zu den Hintergründen und möglichen Risiken von E10 gibt es im Blog von Rotherbach. Wir haben die wesentlichen Infos daraus hier mal zusammengezogen.

 

Oft hört man, dass Ethanol sowohl Dichtungen als auch den Motor selbst schädigen kann. Das ist zwar nicht falsch, relativiert sich aber in den meisten Aspekten durch die verhältnismäßig geringe Beimischung. Seit 1980 befindet sich bereits ein 5%iger Anteil Ethanol im Benzin, der die Klopffestigkeit steigern und Bleiadditive ersetzen sollte. Die jetzige Verdopplung dieser Menge stellt nur in wenigen Ausnahmefällen ein Risiko dar.

 

 

Benzindirekteinspritzer mit Hochdruckpumpen

 

Infos zu E10Infos zu E10Die Hydrophilie von Ethanol bewirkt, dass geringe Mengen Wasser mit korrosionsgefährdeten Teilen im Motor in Berührung kommen können, jedoch zu wenig, um Schäden zu hinterlassen. Auch eine Verdünnung des Motoröls und damit zusammenhängend eine Verkürzung des Ölwechselintervalls ist auszuschließen, da sich das Wasser absetzen und bei entsprechenden Motortemperaturen verdampfen würde. Riskanter ist die Säure-Base-Reaktivität. Es kann bei Leichtmetallen wie Aluminium zu einem „scheinbaren Auflösen des Bauteils“ kommen – ein schleichender Prozess, der durch Beschädigungen beschleunigt werden kann. Aus diesem Grund gibt es keine Freigabe für Benzindirekteinspritzer mit Hochdruckpumpen. Durch die Steigerung des Druckes erhöht sich die Reaktivität von Ethanol, bei entsprechenden Tests wurden Korrosionsspuren an Aluminiumverschraubungen festgestellt. Alle anderen Benziner bleiben hiervon weitgehend verschont, nur eine drastische Erhöhung des Ethanolanteils wäre gefährlich.

 

Da betroffene Leitungen und Dichtungen für den Kontakt mit Benzin ausgelegt sind, ist die Eigenschaft von Ethanol als Lösungsmittel zu vernachlässigen. Hier besteht das einzige Risiko darin, dass Weichmacher abgetragen werden können, was zu sprödem Material oder Rissen führen kann. Aber dieser Prozess verläuft so langsam, dass in der Regel eher der normale Verschleiß eintritt.

 

Relevant für alle Modelle ist die höhere Betriebstemperatur bei der Verwendung von E10 im Vergleich zu herkömmlichem Super. Ethanol benötigt weniger Sauerstoff bei der Verbrennung, wodurch ohne Anpassung ein mageres Gemisch entsteht. Im normalen Betrieb wird dies aber durch die Lambdaregelung per Änderung der Einspritzmenge korrigiert. Bei älteren Fahrzeugen ohne geregelten Katalysator empfiehlt sich eine Anpassung mit Hilfe eines Abgastesters. Durch den geringen Ethanolanteil sind generell Schäden an Auslassventilen oder Katalysator aber unwahrscheinlich.

 

Die Hersteller: Desinformation aus Angst vor Garantieansprüchen?

 

Wie gut informieren die Pkw-Hersteller?Wie gut informieren die Pkw-Hersteller?Alle Hersteller waren verpflichtet, zum Marktstart von E10 verbindliche Angaben zu machen, welche Modelle sie für den neuen Kraftstoff zulassen. Die Qualität der Angaben ist aber sehr unterschiedlich. Die meisten deutschen Hersteller, wie z.B. VW und Opel, haben fast ihre gesamte Modellpalette für E10 freigegeben. Ausnahmen wurden meist klar benannt. Ebenfalls vorbildlich: Volvo testete alle Pkw bis 1976 rückwärts, Ford macht sogar Ausführungen zu Pkw vor Baujahr 1940. Andere Hersteller machen es sich dagegen eher einfach. So gibt z.B. Nissan pauschal alle Modelle ab Bj. 2000 frei. Ob sich da wirklich alle 2000er Modelle technisch so entscheidend vom 1999er Modell unterscheiden? Ist E10 in einem Modell Baujahr 1999 doch sicher – oder in einem Modell 2001 unsicher? Man weiß es nicht, und ohne entsprechendes technisches Hintergrundwissen ist man zwangsläufig verunsichert.

 

Auch Mazda gibt Freigaben nur für aktuelle Modellreihen (Mazda2-6) ab 2003. Die direkten Vorgänger Premacy oder Demio werden pauschal ausgeschlossen. Am einfachsten macht es sich Lada. Erst ab Modelljahr 2011 (Euro5) werden hier die Autos für den Betrieb mit E10 freigegeben.

 

E10 und die Motorrad-HerstellerE10 und die Motorrad-HerstellerNun ist es natürlich für Autohersteller eher unwirtschaftlich, 10 Jahre alte Autos gründlich auf E10-Verträglichkeit zu untersuchen bzw. zu testen. Der Verdacht steht im Raum, dass etliche Fahrzeugmodelle eigentlich kein Problem mit Ethanol haben – die Hersteller aber ein Problem damit, das für diese älteren Modelle zu bescheinigen. Aus Angst vor möglichen Garantieansprüchen? Die Frage darf erlaubt sein, ob es überhaupt möglich ist, die Restlebensdauer eines 15 Jahre alten Alltagsautos durch Betankung mit E10 noch zu verkürzen.

 

Auch auf Nachfrage bei den Herstellern erhält der Kunde übrigens keine andere oder genauere Aussage als die, die auch in den allgemein zugänglichen Listen steht. Andere Hersteller schicken OPR-Codes ins Rennen; ebenfalls nicht sehr kundenfreundlich.

 

Die Tankstellen: An der Grenze zum Betrug?

 

Die Verunsicherung der Autofahrer durch E10 wurde durch die Tankstellen und Mineralölkonzerne kräftig befördert. Obwohl der Stichtag lange bekannt war dauerte es zunächst mal Wochen, bis es überhaupt irgendwo ein Schild gab, auf dem E10 steht. Bis heute ist das nicht flächendeckend so. Seit nun die meisten Tankstellen E10 führen, zeichnen sich allerdings zwei unschöne Trends ab.

 

1. Trend: Super E5 ist keine Alternative mehr.

 

Zwar müssen Tankstellen zum Bestandsschutz weiterhin Super mit 5% Ethanol führen. Zu welchem Preis und mit wie viel Oktan max., da gibt es keine Vorschrift. Also kann das bisherige Super zum gleichen Preis wie Super Plus angeboten werden, oder es gibt gleich nur noch Super Plus. So soll natürlich der Absatz von E10 gestützt werden, die Einführung einer neuen Sorte ging schon immer nur über den Preis. Hintergrund: 2011 müssen die Tankstellen zu 6,25% Agrokraftstoffe verkaufen – das geht nur, wenn E10 billiger verkauft wird, als es ist. Und das geht nur, wenn herkömmliches Benzin teurer verkauft wird, als es ist.

 

Soweit ist das nachvollziehbar. Immer öfter wird aber der Vorwurf der Abzocke erhoben. Der VCD rechnet es vor: In der Herstellung ist E10 um rund 0,5 ct. je Liter teurer als E5. Nimmt man den Mehrverbrauch hinzu, der theoretisch durch E10 entsteht, dürfte es allenfalls 20 Cent je gefahrene 100 km zu kompensieren geben. Das wäre nicht mal die Hälfte der derzeitigen Preisdifferenz von 8 Cent im Bundesdurchschnitt.

 

2. Trend: Was man wirklich tankt, weiß man nicht.

 

Mit der Einführung von E10 kann man derzeit eigentlich nur bei Super Plus wirklich sicher sein, was man wirklich tankt. Der Grund: In den entsprechenden DIN-Normen zur Kraftstoffqualität gibt es zwar eine Höchstgrenze für Ethanol, aber keine Mindestgrenze. So kann dann 95 Oktan Benzin E5 zwischen einem und fünf Prozent Ethanol enthalten, Super E10 sogar zwischen einem und zehn Prozent. Zusätzlich kann sogar Super Plus als Super E5 verkauft werden – die Mindestoktanzahl ist gegeben.

 

Das alles wäre im Grunde nicht schlimm – würden nicht viele Autofahrer bewusst einen höheren Preis in Kauf nehmen, um E5 zu tanken. Dadurch wird es dann eigentlich zu einem legalen "Betrug". Schließlich hätte man in vielen Fällen den gleichen Sprit auch billiger haben können. Nach Untersuchungen des ADAC hingen in den letzten Wochen auch an mehreren Tankstellen unterschiedlich ausgepreiste Sorten am mutmaßlich gleichen Tank.

 

Und nun?

 

Wer also weder Zeit noch die Fachkenntnis für eine technische Analyse seines Kraftstoffes hat, dem bleibt nur, sich nach den Empfehlungen des Herstellers und den Ausschilderungen an der Tankstelle zu richten. Wer das tut, zahlt derzeit u.U. kräftig drauf.

 

Was können die Autofahrer daher erwarten? Sie können von den Autoherstellern erwarten, dass diese ihre Empfehlungen zum Thema E10 nach technischen Gesichtspunkten und nicht zuerst nach Gesichtspunkten der juristischen Risikoabwehr aussprechen, und dass sie sich damit die Mühe machen, die erforderlich ist. Sie können erwarten, dass offensichtliche Panikmache unterbleibt, und dass sie nicht die Versäumnisse der Konzerne nachträglich an der Zapfsäule finanzieren und dabei noch falsch informiert werden.

 

Was sagt Dein Hersteller zu E10?

 

Abarth, Alfa Romeo, Audi, BMW, Chevrolet, Chrysler, Citroen, Dacia, Daewoo, Daihatsu, Fiat, Ford, Honda, Hyundai, Lancia, Land Rover, Lexus, Mazda, Mercedes-Benz, Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Seat, Skoda, Smart, Subaru, Suzuki, Toyota, Volkswagen, Volvo, DAT-Liste der Herstellerangaben zur Verträglichkeit von E10


03.11.2014 11:06    |    Onmyoji

Sorry aber.......Danke, den Wicky kann ich gut verstehen.

ich bleibe bei E5 als notwendig und ausreichend für den Betrieb moderner Motoren.

Alles andere fördert nur den Reichtum von Spekulanten, ist kein Beitrag zu mehr

Lebensqualität für etwa 7 Milliarden Menschen auf dieser Erde, aber da kann jeder

wie er mag, sein eigenes, scheinheiliges Credo dem anderen unterstellen und im

Club zur Cohiba greifen!

Ist Wing Chun nicht auch ein Trinig für mehr Klarheit?

Absurd diese Diskussion


03.11.2014 13:29    |    S Klasse Fan

Zeugt von großem Verständnis der Sachlage ;)


03.11.2014 14:08    |    Onmyoji

Zynismen bringen keinen weiter,

doch Danke für den wertvollen Beitrag


03.11.2014 18:23    |    Drahkke

Warum soll E5 "notwendig und ausreichend für den Betrieb moderner Motoren" sein? :confused:

 

Wenn man konsequent gegen die Nutzung von Alkohol in fossilen Kraftstoffen ist, dann gibt es auch für E5 keine Notwendigkeit.


03.11.2014 22:33    |    S Klasse Fan

Es entzieht sich mir jeder Logik wie jemand Fahrern von 10% Ethanolanteil vorwerfen kann sie würden zur globalen Spekulation auf Lebensmittel beitragen, aber dann selber definiert dass das bei 5% kein Problem sei.

 

Das ist wie das Beklagen von Gold welches durch Sklavenhaltung gefördert wird und in unseren Handys verbaut wird. 5% Gold aus Sklavenhaltung gehören zum Betrieb eines modernen Handys dazu, 10% sind aber menschenrechtswidrig.


04.11.2014 07:25    |    Onmyoji

Schade, dass Kopfnüsse hier nicht so recht Wirkung zeigen, realiter soll das ja das Denkvermögen fördern.

 

Die Mineralölindustrie und die Motorenbauer haben uns vor etwa 40 Jahren die Notwendigkeit von 5% eingeredet das ging damals glatt durch das prächtige Wachstumswunderdenken und die Deutschen Autohirne, alle hatten einen tollen Vorteil, heute ist es zum Standard geworden - gut oder schlecht, die Frage stellt sich nicht mehr, Evolution geht immer nach vorne los, wobei manches irgendwann komplett abstirbt.

Mittlerweile wissen wir, daß auch 5% unverträglich sind und weltweite Probleme geschaffen haben oder

daran beteiligt sind.

Doch 5% sind weniger Belastung für ALLE als 10% und bei Tempo 100 gibt es weniger Schadstoffe aus dem Rohr, ein Vorteil für die Menschheit zu dem jeder Autofahrer ein wenig beitragen kann - oder? Auch wenn Andere sich einen Dreck darum scheren und weiter auf Egotrip bleiben.

 

Aber, SKF hat Recht, Adam Smith hat bei den Grundlagen des Kapitalismus auf Versklavung gesetzt,

die Annahme, daß es kein System gäbe welches nicht auf Gier basierte, hat unendliches Leid in die Welt gebracht. Doch wie ich bereits ausgeführt habe, soll jeder nach seiner facon glückilich werden. Das gehört zum Verständnis von Freiheit dazu, aber eben nur solange durch diese Freiheit niemand begrenzt wird, dann kommt die Moral ins Spiel.

 

Der Rest ist dann eine Frage des Bewußtseins - übrigens mein Handy ist nicht von Audi und funktioniert schon so um die 20Jahre und "Speedneed" kommt nur noch selten vor.

Was ich nicht wertschätze ist eine User-Mentalität und die substanzlose Verteidigung von Konsumdiktaten der Industrie. Die Diskussion über Ethanolzugaben denke ich, verhindert das Denken über den Tellerrand, trägt dazu bei, daß es keine wirkliche Bereitschaft zur Nutzung regenerativer Energiequellen gibt. Und verfügbare Agrarflächen genutzt werden um die Not der MEISTEN von bald 10.000.000.000 Menschen zu lindern. Fossile Energieträger werden in Zukunft zur Herstellung von z.B. Medikamenten benötigt werden, nicht zum Antrieb von spritfressenden Egoboostern.

 

Klarheit statt Verwirrung ist eine Frage der Einsicht (intellegere) dafür kann man sich etscheiden. Das geht am Besten wenn wir nicht dem Drang zur Interpretation folgen sondern Gehörtes oder Gelesenes erst einmal wirken lassen und den eigenen Standpunkt klären bevor wir uns äußern.


04.11.2014 09:52    |    S Klasse Fan

Dass der Einsatz von Ethanol zu Monokulturen in Brasilien und den USA geführt hat, und in diesen Ländern tatsächlich auch dazu geführt hat dass eine gewisse Korrelation zwischen Sprit- und Nahrungsmittelpreisen geführt hat ist richtig. Aber wenn man das als Problem sieht, müsste man konsequenterweise jede Form von Ethanol im Treibstoff ablehnen, egal ob es nun bei E5 reelle 4, oder beim E10 reelle 7% sind.

 

Außerdem: Es gibt keine regenerativen Energiequellen, auch Ethanol ist soweit keine. Die Statistik darüber wie hoch die Emissionen für den "Anbau" eines Liters Ethanol sind reiche ich gerne nach, aber die Klimabelastung durch die Verbrennung eines Liters Ethanol liegt nur etwa 20% unter der eines Liters Benzin, wenn man die gesamte Förderung und Verarbeitung mit einbezieht.

 

Trotzdem halte ich es für überaus sinnvoll, dass europäische und amerikanische Landwirte in eh viel zu effizenten Landwirtschaften die brachliegenden Flächen nutzen um darauf Treibstoff anzubauen.

 

Man muss natürlich verhindern dass dadurch in Schwellenländern der Anbau von Treibstoff ertragreicher wird. Aber das wird sich nur dann selbst regulieren wenn man solche Länder vom Weltmarkt abkoppelt.


04.11.2014 11:13    |    Onmyoji

Sicher, alle Statistik ist richtig solange Du sie selbst fälschst.

 

Nein, wir können uns nicht mehr leisten das Geschehen in "Schwellenländern" von unserm Wohlergehen

abzukoppeln. Eine rein wirtschaftliche Globalisierung führt zweifelsfrei zu einem Kollaps den wir nicht

überstehen werden - keine Chance unseren Kinder eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

Einerlei ob E5 oder E10, 20% Klimabelastung sind unumkehrbar. und in diesem Maß unerträglich, laß uns gemeinsam über 0% nachdenken.

Illusorisch?, ich weiß, aber Hoffnung stirbt zuletzt und setzt den Impuls zur Veränderung - die Welt ist

heute näher denn je und als wir denken können. Alles spielt sich vor unsere Haustür ab.

 

Schön mit Dir zu plaudern.


04.11.2014 11:44    |    marcu90

Zitat:

Onmyoji

Einerlei ob E5 oder E10, 20% Klimabelastung sind unumkehrbar

Das hast du falsch verstanden: er meinte, dass ein Liter Ethanol 20% weniger Klimabelastung als ein Liter Benzin verursacht.


04.11.2014 13:55    |    Kung Fu

Wobei die Ethanolproduktionskette noch in den Kinderschuhen und verbesserungsfähig ist.


04.11.2014 13:57    |    ScorpaenaLoppei

Zitat:

Die Mineralölindustrie und die Motorenbauer haben uns vor etwa 40 Jahren die Notwendigkeit von 5% eingeredet das ging damals glatt durch das prächtige Wachstumswunderdenken und die Deutschen Autohirne

Nicht wirklich richtig... Alkohol in Autos wird schon viel länger verwendet! Selbst das Model T fuhr mit Alk, bevor es sich zeigte, dass mit dem "unerschöpflichen" Dinosprit mehr zu verdienen ist.

 

Zitat:

Doch 5% sind weniger Belastung für ALLE als 10% und bei Tempo 100 gibt es weniger Schadstoffe aus dem Rohr, ein Vorteil für die Menschheit zu dem jeder Autofahrer ein wenig beitragen kann - oder?

"Tempo 100" stimmt! Mach ich immer, selten 130 aber eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Deutschland vorschlagen ist nah am Suizidversuch. Pauschal 130 wär trotzdem super!

"5% sind weniger Belastung für ALLE als 10%" ist blödsinn! Zweifelsfrei richtig, wenn man 20 Jahre alte Technik verwendet, aber falsch wenn man bedenkt, dass heute aus praktisch allem Ethanol hergestellt werden kann. Das braucht keinen Maisanbau mehr. Das geht aus Holzabfall, Algen oder einfach den 50% Lebensmitteln, die wir grosszügigerweise direkt in die Tonne hauen! Also Ethanol, richtig produziert, ist äusserst klimaschonend (also immer im Vergleich zu Dinosprit) und bestimmt keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

Dass die Klimabelastung sofort und drastisch gesenkt werden muss, da bin ich absolut einverstanden, aber die Verbrennungsmotoren sind jetzt da und alternativen in vernünftigem Ausmass (vorerst) nicht zu erwarten. Daher fahr ich weiter E85 und hoffe, dass bald ein bezahlbarer Elektrokombi verkauft wird.


04.11.2014 14:13    |    S Klasse Fan

Ein Tempolimit ist totaler Unfug von Neidern und Leuten die wegen eigener Unsicherheit anderen was verbieten müssen.

 

Angenommen der Klimawandel ist menschgemacht, dann ist ein Tempolimit hierzulande im globalen Kontext sowas von ohne Auswirkung.


04.11.2014 15:04    |    ScorpaenaLoppei

Ja ja.... alles was ich selber beitrage ist "im globalen Kontext sowas von ohne Auswirkung"! Toll wenn jeder so denkt! Auf was bitte soll ich neidisch sein? Warum eigene Unsicherheit? Mit 250 geradeaus fahren braucht jetzt nicht sonderlich viel Können... Aber ich versteh Dich schon! Früher im jugendlichen Sturm und drang und mit pappis 740iL hätte ich auch solchen Quatsch von mir gegeben. Mein aktueller kann halt nur noch 230.... zumindest steht sowas in der BA.

Ach und überleg Dir das mit dem Tempolimit nochmal! Du würdest in Zukunft viel früher am Ziel sein, weil plötzlich nur noch 50% der Staus den Weg blockieren.


04.11.2014 19:22    |    Onmyoji

Marcu90, ja hab' ich falsch verstanden, danke für die Erhellung, sorry an SKF

Aber, Scorpionsfisch, wenn Ethanol so einfach aus Müll hergestellt werden kann und mitweltfreundlicher als Diosprit ist, dienen die riesigen Anbauflächen ww, wieder nur dem Profit der Konzerne - oder?

Könntest Du tasächlich empfehlen E10 zu tanken, wenn ja, wie steht es mit Co2, Leistung und Verbrauch?

SKF, von Tempolimit habe ich nicht gesprochen, gemeint war eher partielle Selbstbeschränkung

Ich verachte Stau erzeugende Tempolimits mit Schnecken-Fahrten z.B. auf der A40 2,5 Std. für 90km

Ja ich liebe Geschwindigkeiten über 250kmh und habe nie Schweißausbrüche dabei erlebt

Ja ich sehe verantwortungsvolles Verhalten im globalen Kontext und fahre nur noch selten schnell

Jeder der denkt, sein Beitrag stünde nicht im globalen Kontext, denkt in der Tat nicht intelligent genug.

Ja ich bin sicher dieses Thema kann zum Umdenken anregen.


05.11.2014 09:40    |    ScorpaenaLoppei

Zitat:

wenn Ethanol so einfach aus Müll hergestellt werden kann und mitweltfreundlicher als Diosprit ist, dienen die riesigen Anbauflächen ww, wieder nur dem Profit der Konzerne

Vermutlich richtig. Aber zum einen ist es nicht egal ob sich Bauern oder Ölkonzerne bereichern? Langfristig müsste halt die Herkunft des Ethanols deklariert werden.

 

Zitat:

Könntest Du tasächlich empfehlen E10 zu tanken, wenn ja, wie steht es mit Co2, Leistung und Verbrauch?

Nun das sollte jeder selber herausfinden. Ich habe mich hauptsächlich für die Auswirkungen von E85 interessiert. Da spricht man von CO2 Einsparungen gegenüber Benzin von 20 - 75 %, je nach Quelle des verarbeiteten Rohstoffes. Bezüglich Abgasen ist es so, dass allgemein weniger aus dem Auspuff kommt, wenn Ethanol verbrannt wird. Allerdings kommt eine Aldehydkomponente hinzu, die es bei Benzin nicht gibt. Ich für mich habe entschieden, dass EXX besser ist als Benzin. Es ist aber kein Freifahrtschein! Spritsparen ist trotzdem angebracht.

Die Reichweite sinkt etwas. Nämlich je nach Abstimmung und Fahrweise um 2 - 3.5 % pro 100 km und 10% Ethanol (also E10 = 3.5 %, E100 = 35 %). Die Leistung bleibt meist gleich, bei richtiger Abstimmung ist aber Mehrleistung möglich (Ethanol hat viel mehr Oktan als Benzin).


05.11.2014 10:08    |    Onmyoji

Es git am Ort eine Tanke mit E85

kann ich da einfach zutanken oder gibt es Anfangsbedingungen zu beachten?

Gibt es eine pauschale Antwort?


05.11.2014 10:34    |    ScorpaenaLoppei

Die meisten Autos vertragen bis zu einem gewissen Anteil E85 beimischungen ohne Probleme. Genaueres im Biokraftstoffe Forum. Da wurde diese Anfrage zur Erschöpfung durchgekaut.


05.11.2014 10:52    |    Kung Fu

3,5% Mehrverbrauch durch die 5% Ethanol im E10, gegenüber E5? Wie errechnet sich das?


05.11.2014 10:56    |    ScorpaenaLoppei

Nein 3.5% gegenüber reinem Benzin.


05.11.2014 11:50    |    Onmyoji

An marcu90

Nochmal Danke für Deinen Beitrag

Wenn ich die Nachricht über den e-Mail Link anklicke gelange ich nicht zum Beitrag

sondern ein weiteres Fenster öffnet sich Beta Version und ein Einladungscode des Moderators wird

verlangt.

Das geschieht nur bei Deinem Beitrag

vieleicht kannst Du das ändern?


05.11.2014 12:42    |    marcu90

Zitat:

Onmyoji

An marcu90

Nochmal Danke für Deinen Beitrag

Wenn ich die Nachricht über den e-Mail Link anklicke gelange ich nicht zum Beitrag

sondern ein weiteres Fenster öffnet sich Beta Version und ein Einladungscode des Moderators wird

verlangt.

Das geschieht nur bei Deinem Beitrag

vieleicht kannst Du das ändern?

Sorry, leider nein. Das ist ein Fehler vom Forum. Ich habe den Beitrag in der Beta Version von Motor Talk geschrieben, daher geht der Mail Link auch in die Beta... schreibe jetzt in der Live Version (Link in Mail sollte also gehen) und hier der Link zum vorherigen Beitrag: Klick.

 

Zu deiner Frage wegen E85: rein mechanisch geht das mit den meisten Motoren klar. Ethanol ist zwar weniger aggressiv als Benzin, aber auf eine andere Art und Weise aggressiv. Benzinleitungen und manche Dichtungen könnten also undicht werden, müssen sie aber nicht (Alkohol hat ja auch konservierende Wirkung, ein Automagazin hat man Benzinleitungen in Benzin und E85 eingelegt. Nur die Schläuche im Benzin wurden angegriffen, nicht die im E85!).

Aufpassen bei E85 muss man aber bei Autos mit Direkteinspritzung, unter hohen Drücken ist Ethanol dann wirklich (zumindest zu den Bauteilen in der Einspritzanlage) aggressiver als Benzin.

Auch sollte man an die Software ran: die Regelgrenzen von den Steuergeräten sind meist zu eng und können die positiven Effekte von Ethanol nicht vollständig ausnutzen.


06.11.2014 22:41    |    Onmyoji

Hallo Freunde des Alkohols schaut Euch mal den Film an!

http://www.spiegel.tv/filme/ndr-45min-biogas/

 

Habe in den Nachrichten zufällig diesen Beitrag zum EEG gefunden, da ist der Zusammenhang

mit der Bioalkoholproduktion gut vorstellbar - katastrophal in den Auswirkungen und unseriös

in der Umsetzung. Biogasproduktion wird dabei von Fachleuten mit Ethanol gleichgesetzt.

Nur bei der Verwendung von organischen Reststoffen akzeptabel.

 

Allein die Subventionen sind eine ganz große Schande, Umdenken angesagt!


06.11.2014 23:04    |    ScorpaenaLoppei

"macht in jedem Fall Sinn, wo man es kombiniert mit der Nutzung von organischen Reststoffen" Sag ich doch!

"mehr Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln, als wir produzieren können" Falsch! Wir schmeissen einen grossen Teil in den Müll und wir essen viel zu viel Fleisch. Nahrungsmittel existieren genug.

Daher finde ich: Umdenken genau dann, wenn die existierenden Nahrungsmittel genutzt werden und fair verteilt sind. Vorher mach ich lieber Schnaps daruas. Aber wie gesagt: Reste und Algen sind die Zukunft. Mais ist uralt Technik und gehört wirklich nicht mehr praktiziert. Aber kümmere Dich doch darum, woher der Alk kommt und dann kannst ja auswählen. Bei meinem Verteiler wird es klar deklariert. Gibt sicher noch mehr solche.


07.11.2014 10:31    |    notting

@ScorpaenaLoppei: Ein großer Teil der Nahrung wird weggeschmissen weil:

- Während dem Transport verdorben (lies: Transport-Schwund - lässt sich nicht ganz vermeiden).

- In der Verkaufsstelle verdorben/Haltbarkeit abgelaufen (wie Transport-Schwund, nur IMHO eher kleinere Mengen)

- Zubereitet und dann doch nicht rechtzeitig (inkl. Kühlschrank und aufwärmen) gegessen wurde (auch weil es ungewollt ein Bestandteil auf dem Kantinenteller etc. wurde) bzw. Essensreste von Kantinentellern etc., die aus hygienischen Gründen weggeworfen werden müssen (daheim kann man das ja in den Kühlschrank machen...).

 

Allerdings vermute ich, dass die Nahrung, die wir hauptsächlich wegschmeißen, für die Ethanol-Produktion ungeeignet sind bzw. ständig die Anlage an die neue "Futtermischung" angepasst werden müsste, also nicht praktikabel.

 

notting


07.11.2014 10:39    |    S Klasse Fan

Das EEG ist eine unfassbare Unverschämtheit auf Kosten der Stromzahler.

 

Verschiedene Strompreise für verschiedene "erneuerbare Energien"....Betreiber von Windkraftwerken kriegen 49 Cent pro kw/h garantierten Abnahmepreis, in Schleswig Holstein sogar ohne dass sie Strom liefern, weil die rot grüne Regierung nicht in der Lage ist die Windkraftwerke ans Netz zu bringen.

Andere erneuerbare Energien, z.B Wasserkraft bekommen nicht mal 1/5 dieses Preises, es ist einfach horrender Unsinn.

 

Und unterm Strich spart Deutschland dadurch nicht der geringste Bisschen CO2 ein, weil durch das Betreiben von Windkraftanlagen deren Strom wir verschenken müssen weil er in Leipzig teilweise negativen Handelspreis hat Unmengen an Co2 Zertifikaten freiwerden, die im Ausland munter aufgekauft werden weil dort der Staat weniger stark subventioniert und weil die Vermeidungskosten für Stromkonzerne geringer sind wenn sie Zertifikate aus Deutschland kaufen.

 

Es ist einfach glorreicher Unsinn, und jeder der den in Frage stellt ist ein Ketzer und handelt nicht "aus Prinzip" gegen den Klimawandel.


11.11.2014 17:52    |    Trackback

Kommentiert auf: Kraftstoffe:

 

E10 oder Super Plus der Praxis Test

 

[...] http://www.motor-talk.de/.../...s-gro-e-e10-verwirrspiel-t3156164.html

[...]

 

Artikel lesen ...


11.11.2014 18:14    |    schelle1

Mit Alkohol fährt kein Pferd, da brauchen mir wieder Hafer !!!


11.11.2014 18:34    |    marcu90

Egal ob mit oder ohne Alkohol: ein Pferd fährt gar nicht :rolleyes:


12.11.2014 02:04    |    schelle1

Natürlich darfst du Alkohol trinken, wenn du im Pferde-Anhänger FÄHRST.


12.11.2014 09:23    |    ufgnuk

Zitat:

11.11.2014 18:34 | marcu90

... ein Pferd fährt gar nicht

Aber natürlich tut es das! Hieße es denn sonst so...??? :p


12.11.2014 10:38    |    marcu90

Zitat:

ufgnuk

Aber natürlich tut es das! Hieße es denn sonst so...?

Das Wortspiel ist mir da gestern auch aufgefallen :D


12.11.2014 18:06    |    Kung Fu

Ich dachte immer das Pferd heißt Pferd, weil es auf der Erde geht!? :confused:


12.11.2014 18:24    |    ufgnuk

Zitat:

12.11.2014 18:06 | Kung Fu

Ich dachte immer das Pferd heißt Pferd, weil es auf der Erde geht!?

Überlaß das Denken lieber den Pferden, die haben einen größeren Kopf...! :D:D:D


15.11.2014 00:20    |    schelle1

Wenn das Pferd ne Katze wär, würde es den Baum nauf laufen !!!


05.01.2015 16:30    |    60omecu8

Ich möchte zur Ethanolproduktion noch etwas kürzlich im Deutschlandfunk aus Forschung Aktuell ausgestrahltes anmerken.

 

die Ethanol Produktion steck tatsàchlich noch in den Kinderschuhen

 

durch Katalysatoren ist es möglich aus CO2 und Wasser Ethanol herzustellen

 

zur Zeit liegt der Wirkungsgrad bei 60%

 

Ethanol= C2H5OH

CO2 H2O

 

Wenn sich die Moleküle entsprechend verbinden und der Energieaufwand gross genug ist geht das:

Energie in Form von Strom - lässt sich regenerativ Klimaneutral erzeugen. (wind, Wasser, etc.)

 

Mir erschien es auch unglaublich aber Quelle siehe hier.

http://www.deutschlandfunk.de/...erlaubt-gewinnung-von.676.de.html?...

 

Das würde den Monokulturen in Brasilien und USA Einhalt zu gebieten.

 

Aber wir deutschen sind ja besonders gut - anstatt auch daran zu forschen verpressen wir es unter die Erde.

 

ganz toll.


05.01.2015 16:41    |    ITpassion

Das ist nichts neues, ausser das man eigentlich Methanol statt Ethanol herstellt.

 

Siehe Link: http://www.rff.de/.../sprit-aus-wasser-und-luft-,246.html


06.01.2015 04:43    |    schelle1

60omecu8, eine interessante Möglichkeit ist das schon, letztendlich entscheidet aber der Wirkungsgrad des Dollars...ob oder überhaupt...und dabei spielt die Erdzerstörung nun mal gar keine Rolle. Leider Geil !


11.01.2015 10:54    |    GaryK

@60omecu8

 

Auch CO2 verpressen wir nicht. Wir trennen es aktuell nicht einmal aus den Abgasen der Kraftwerke ab. Geforscht wird daran (ich kenne die Technologie extrem gut um es vorsichtig auszudrücken), allerdings rechnet es sich nicht. Eine Tonne CO2 abzutrennen und zu komprimieren kostet ca. 60€ +/-10€, getrieben von Energiekosten - wobei ein Großteil aus der Abwärme des Rauchgases gewonnen wird. Aktuell ginge es nur über eine Finanzierung per Emissionszertifikat und die liegen je Tonne unter 5 Euronen. Deswegen machts am meisten Sinn ein Gaskraftwerk mit Rauchgaswäsche nachzurüsten, denn da bekommt man die meiste Energie je Tonne CO2 raus und die energetische Strafe der Abtrennung ist prozentual am geringsten.

 

Nur als Vergleich: Windstrom "spart" gegenüber Kohle je kWh etwa ein kg CO2 ein und wird mit 5 Cent über Börsenpreis per EEG Umlage bezahlt. Also 50€/t. Rechnest du es gegen den Strommix mit 550 g CO2 je kWh, sind es eher 100€. Solarstrom kostet aktuell ca 13 Cent/kWh und damit ca 9 Cent über Börsenpreis. Was rund 90-180€/t CO2 bei neu installlierten Anlagen bedeutet, Altanlagen kosten noch 15 Jahre lang etwa 300-450€/t CO2 mit Vergütungen jenseits 30 Cent über Börsenkurs.

 

So lange CO2 Zertifikate so spottbillig sind, wird bei der CO2 Rauchgaswäsche nichts passieren. Auch wenn ein Biogaskraftwerk mit Rauchgaswäsche effektiv eine negative CO2 Bilanz hätte.

 

Methanol aus CO2 ist ein alter Hut, guck dir das ICI Verfahren an. Ethanol ist etwas interessanter, da es eine höhere flüssige Energiedichte hat. Noch interessanter ist langfristig die Fischer-Tropsch Synthese, da über diesen Pfad auch Dieselkraftstoffe zugänglich sind. Aromaten macht man über MTG (Methanol to Gasoline), aber auch hier - "Proof of principle" gibts, ne echte Anwendung nicht. Zu teuer, jedenfalls noch.


11.01.2015 11:15    |    60omecu8

Also Gary,

Ich bin immer wieder fasziniert. Danke für deine Ausführungen. Aber warum forciert man die Produktion CO2 zu ethanol nicht?


11.01.2015 13:16    |    schelle1

Hast "du" das noch nicht verstanden ? Es geht um Dollar und nicht um den Erhalt der Erde !

Börsen sind wichtiger, als Luft zum Atmen !!!


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