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06.10.2021 20:44    |    jennss    |    Kommentare (319)

Laden im ParkhausLaden im Parkhaus

Sehr wahrscheinlich bekommen wir in der neuen Regierung u.a. die Grünen. Manche befürchten, dass es mit dem Autofahren bald ganz teuer wird. Schon jetzt sehen viele eine Ungerechtigkeit. E-Autos seien zu teuer. Und tatsächlich gibt es da aktuell eine Ungerechtigkeit. Aber warum sollten nicht die Grünen dafür sorgen, dass das e-Auto auch für Niedrigverdiener gut funktioniert?

 

Ich lese öfter in Foren oder auf Instagram in Kommentaren: "Ein E-Auto kann ich mir nicht leisten und ich könnte das auch nur schlecht laden."

 

Diese beiden Punkte sind leider nicht selten durchaus nachvollziehbar. Es fehlt zum einen ein Gebrauchtmarkt für günstige Autos und zum anderen ergeben sich gerade für Menschen, die kein großes Einkommen haben, Nachteile durch die fehlende Möglichkeit zuhause laden zu können. Und so fahren diese weiterhin Verbrenner, trotz steigender Spritpreise. Es ist eine Ungerechtigkeit, dass ausgerechnet nur Menschen mit eigenem Stellplatz, also tendenziell Besserverdienende, günstigen Haushaltsstrom laden können. Selbst mit Vielfahrer-Tarifen wird nicht ganz der Preis vom Strom zuhause erreicht. Und zuhause laden hat zudem noch praktische Vorteile, solange die Infrastruktur nicht sonderlich gut ausgebaut ist. Diese doppelte Ungerechtigkeit gilt es zu beheben. Je früher das Problem angegangen wird, desto besser.

 

Ohne die Laternenparker zu überzeugen wird e-Mobilität nur für einen begrenzten Teil funktionieren. Im September wurden 17% reine E-Autos in Deutschland zugelassen. Das ist neuer Rekord. Ich wette, ein größerer Teil davon kann zuhause laden. Es nützt ja nichts, wenn ein E-Auto eine Menge Spaß macht, dabei aber unpraktisch und nicht so günstig wie versprochen ist.

 

Norwegen hatte zuletzt 77,5% reine E-Auto-Zulassungen, während Verbrenner bei nur noch ca. 5% liegen (Diesel und Benziner zusammen, ohne Hybride). Norwegen muss also irgendwas richtig gemacht haben, nicht nur die finanziellen Aspekte, sondern auch bei der Infrastruktur.

 

Höhere Spritpreise sind zwar durchaus ein Weg, mehr Leute über E-Autos nachdenken zu lassen, aber dann muss es für sie auch gut funktionieren. Sonst stehen Niedrigverdiener vor der Wahl Pest oder Cholera, also Verbrenner mit teurem Sprit oder E-Auto mit nicht besonders günstigem Strom und umständlicher Lademöglichkeit.

 

Ich hätte da ein paar Wünsche an die nächste Regierung bzgl. e-Mobilität:

 

- Regional gültige Ladekarten vom Ort subventioniert für niedrige Ladekosten innerhalb des Ortes (gleicher Preis wie zuhause laden, also ca. 30 Ct. pro kWh, auch DC)

- Alle Supermärkte mit DC-Ladesäulen (die sehe ich in einer Schlüsselrolle für Laternenparker), außerdem auch Einkaufszentren und Baumärkte.

- Transparente Solardach-Förderung vom Staat (löst zwei potentielle Probleme: Lokales Stromnetz wird entlastet und es erhöht den Anteil an erzeugter grüner Energie im Land)

- Akku-Recycling voranbringen halte ich für sehr wichtig, denn es wird nicht mehr so viele Jahre dauern bis die Masse an alten E-Auto-Akkus aus dem Secondlife kommt, also die Autos, die jetzt verkauft werden. Ich würde sagen, in 10 bis 15 Jahren muss der Recyclingprozess perfekt laufen.

- Weitere Grenze von 20000 € netto (= 23800 € brutto, oder 25000 € netto bei ca. 30000 € brutto) mit 7000 € (statt nur 6000 €) staatlicher Förderung bei weiterhin 3000 € Herstellerprämie, also noch 1000 € mehr als bisher, zumindest solange bis es einen brauchbaren Gebrauchtmarkt gibt. Prinzipiell finde ich die weitgehend feste Umweltprämie mit nur 2 Stufen aber schon ganz gut. Je günstiger ein Auto ist, desto höher ist der prozentuale Anteil der Prämie.

- Mehr Aufklärung, wie E-Mobilität in der Praxis funktioniert, z.B. über Flyer in EKZ (statt Workshops ;)), aber auch lokale kleine E-Auto-Messen mit unkomplizierten Probefahrmöglichkeiten.

- Offizielle Preisangaben der Autos müssen ohne Abzug der Prämien sein (was Tesla macht, finde ich nicht ok.. Selbst Fachzeitschriften halten die offiziellen Preise oft noch für solche ohne Prämienabzug)

- NEFZ-Reichweiten und -Verbräuche einstampfen. Das verwirrt nur, denn manche Hersteller geben noch immer Nefz-Werte an.

 

Das Deutschlandnetz scheint eine gute Idee zu sein. Ob Plug&Pay wie bei Tesla an Superchargern der richtige Weg ist, da bin ich mir nicht so sicher. Dabei wird der Preis vom Strom ja immer von einer Person (Autobesitzer) abgezogen. Mit Karte geht es bei jedem (Kartenbesitzer). Wichtig ist aber die Zuverlässigkeit der Ladesäulen und dass mehr als eine CCS-Säule pro Ladeort vorhanden ist (Ausfallsicherheit).

 

Ich bin gespannt, wie die nächsten Jahre für die E-Mobilität verlaufen werden.

j.

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08.10.2021 18:57    |    reox

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 8. Oktober 2021 um 18:37:25 Uhr:

...

Ich hätte es besser gefunden, wenn es eine gesetzliche Regelung gegeben hätte, die Jahr für Jahr x % weniger gesundheits- und klimaschädliche Abgase verlangt.

...

Das gibt's doch schon länger.

EU-weite Flottengrenzwerte und Abgas-Normen, die sich nach und nach verschärfen/verringern.


08.10.2021 18:58    |    Schwarzwald4motion

Ich hab nur eine kurze Einlassung zu dem Thema gefunden, Da plädiert er einfach für eine dreigleisige Strategie E Auto, H2 und eFuel. Und vermisst mehr Unterstützung Für die synthetischen, und in Anbetracht der zwingenden Anwendungsfälle wo es kaum etwas anderes geben kann hat er nicht unrecht. Da ist überhaupt nichts von „Falsche Strategie in Bezug auf E-Autos“ ganz im Gegenteil.


08.10.2021 19:15    |    Acidrain2001

Also unabhängig davon was der Prof. Koch jetzt genau gesagt haben mag, finde ich das was @Schwarzwald4motion schreibt ja eine sinnvolle Zusammenfassung.

Weder fliegen wir mit dem Elektro-Jumbo über den Atlantik noch fahren wir auch noch in 50 Jahren ausschließlich mit eFuel Verbrennern, also sind wir mal gespannt auf den richtigen Mix.


08.10.2021 19:32    |    Bazingo

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 8. Oktober 2021 um 18:58:34 Uhr:

Ich hab nur eine kurze Einlassung zu dem Thema gefunden, Da plädiert er einfach für eine dreigleisige Strategie E Auto, H2 und eFuel. Und vermisst mehr Unterstützung Für die synthetischen, und in Anbetracht der zwingenden Anwendungsfälle wo es kaum etwas anderes geben kann hat er nicht unrecht. Da ist überhaupt nichts von „Falsche Strategie in Bezug auf E-Autos“ ganz im Gegenteil.

Genau das meinte ich.

Mit „falsche Strategie“ meine ich die ausschließliche Konzentration auf Batteriemobilität.

Ich bin auch der Meinung dass man eine mehrgleisige Strategie fahren sollte. Die Koreaner und die Japaner machen das gerade.

Bevor das jetzt in eine Endlosschleife ausartet klinke ich mich aus.

Meine Meinung habe ich kund getan


08.10.2021 20:47    |    reox

Zitat:

@Bazingo schrieb am 8. Oktober 2021 um 19:32:32 Uhr:

...

Mit „falsche Strategie“ meine ich die ausschließliche Konzentration auf Batteriemobilität.

Ich bin auch der Meinung dass man eine mehrgleisige Strategie fahren sollte. Die Koreaner und die Japaner machen das gerade.

Bevor das jetzt in eine Endlosschleife ausartet klinke ich mich aus.

Meine Meinung habe ich kund getan

@Bazingo

Danke, dass du das nochmal klar stellst. Anfangs dachte ich, du willst uns hier eine ökologische Notwendigkeit für Efuels im PKW als Tatsache verkaufen.

 

Die Zahl der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen hat weltweit im Jahr 2020 deutlich zugenommen: Sie stieg um 38 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 3,18 Millionen – die Entwicklung lief damit deutlich gegen den Trend des Gesamtmarktes, der insbesondere durch die Corona-Pandemie von einem spürbaren Rückgang geprägt war./... /Im Jahr 2020 wurden weltweit rund 9.000 Brennstoffzellenautos neu zugelassen, ein Wachstum von rund 17 Prozent. Der weltweite Bestand an Brennstoffzellen-Pkw liegt nun bei rund 28.000.

 

Die grüne Wachstumsstrategie der japanischen Regierung sieht vor, ab Mitte der 2030er Jahre auf dem Archipel keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen./... /An den Gesamtverkäufen im Land machten Hybridfahrzeuge einen Anteil von 37,1 Prozent aus, batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride kamen auf einen Anteil von jeweils 0,6 Prozent und Brennstoffzellenfahrzeuge von 0,03 Prozent,

 

Doch trotz allen Drucks, den die Mineralölwirtschaft bisher ausgeübt hat: Für den Großteil der Expert:innen steht fest, dass E-Fuels vor allem für Flugzeuge, Schiffe und eventuell für LKWs eine Lösung sind. Nicht aber für normale PKW. Bleibt es dabei, würde der Mineralölindustrie der größte Kunde verloren gehen.

 

Aus diesem Grunde könnten wasserstoffbasierte Brennstoffe bis 2040 kostenmäßig wettbewerbsfähig sein. Dieser Zeitraum sei aber angesichts der Dringlichkeit zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen für Sektoren, in denen eine direkte Elektrifizierung möglich ist, viel zu lang.

 

Shell meint, marktrelevant große Mengen nicht vor 2030 anbieten zu können.


08.10.2021 21:00    |    Thomas123er

Zitat:

@reox schrieb am 8. Oktober 2021 um 20:47:49 Uhr:

 

Shell meint, marktrelevant große Mengen nicht vor 2030 anbieten zu können.

"Die Erprobungen für E-Fuels laufen auf Hochtouren. In Deutschland fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie synthetische Kraftstoffe. Synthetische Kraftstoffe gelten als wichtiger Baustein für die Lösung der ehrgeizigen Klimaziele der EU. Auch die Vertreter der Mineralölindustrie beteiligen sich bei der Entwicklung und wollen den Vertrieb in die bestehende Kraftstoff-Versorgungsstruktur integrieren. Beim e-Diesel ist man derzeit deutlich weiter als beim e-Benzin. Die Schweizer Pilotanlage soll 400.000 Liter synthetischen Selbstzünderkraftstoff pro Jahr herstellen können. Shell meint, marktrelevant große Mengen nicht vor 2030 anbieten zu können."

Quelle: obiger Link


08.10.2021 21:23    |    Alexander67

Zitat:

@Bazingo schrieb am 8. Oktober 2021 um 19:32:32 Uhr:

.....

Bevor das jetzt in eine Endlosschleife ausartet klinke ich mich aus.

Meine Meinung habe ich kund getan

Weil alle über das Thema hinaus gehen.

Das Thema ist Gerechtigkeit bei der Förderung.

Weil sich nur Neuwagenkäufer die Prämie greifen können.

 

Da gibt es nur 2:Fragen.

1.) Benötigen wir mehr BEV und Plugin?

(Brennstoffzelle Klammer ich jetzt aus.)

Ja.

Weitere Fragen wie wo der Strom jetzt oder zukünftig her kommt ist da nur ein Thema an Rande dieser Frage.

2.) Kann man das auch machen ohne nicht Neuwagenkäufer zu benachteiligten?

Nein!

Entweder man macht gewünschte Fahrzeuge günstiger oder ungewünschte teurer.

Ungewünschte teurer bedeutet auch gebrauchte teurer machen. Das trifft dann auch die mit kleinen Resourcen.

Also gewünschte günstiger.

Da fallen dann auch Dacia drunter.


08.10.2021 23:04    |    newt3

"Norwegen hatte zuletzt 77,5% reine E-Auto-Zulassungen, während Verbrenner bei nur noch ca. 5% liegen (Diesel und Benziner zusammen, ohne Hybride). Norwegen muss also irgendwas richtig gemacht haben, nicht nur die finanziellen Aspekte, sondern auch bei der Infrastruktur."

->die exportieren erdöl. daher kommt die kohle für's elektrische fahren

->die norweger haben 98% erneuerbare energien (das meiste davon aus wasserkraft) https://norwegen.ahk.de/kernbereiche/erneuerbare-energien da kann man es sich 'erlauben' vermehrt elektrisch zu fahren

 

iinteressant ist mal den strombedarf für's elektrische fahren hochzurechnen.

->ich nehme mal die 1100kwh strom im jahr die eine mir bekannte person allein lebend in einem einfamilienhaus (heizung und wassererwärmung auf gas, kochen auf strom) verbraucht.

->jetzt braucht ein e-auto wie der hyundai ioniq elektro ca 15kwh/100km ( https://ev-database.de/pkw/1165/Hyundai-IONIQ-Elektro im mix, sommer, winter, stand autobahn, überland...das ist schon fast wohlwollend weil man im winter ggf öfter ins auto muss als im sommer...und vermutlich auch mehr AB-kilomter sammelt als stadtkilometer) + ca 15% ladeverluste (an der schuko) = 17kwh die man pro 100km braucht damit das auto letztendlich fährt.

->wieviel kilometer kann derjenige fahren, wenn er im haushalt ganz auf strom verzichten würde? 1100kwh / 17kwh x 100km = 6471km

->durchschnittliche fahrleistung eines pkw in deutschland liegt bei 12700km im jahr also ungefähr dem doppelten.

->sprich hat dann den dreifachen strombedarf (200% mehr)

 

Das traut sich kaum jemand mal vorzurechnen.

Klar verbrauchen viele Pro Kopf mehr strom (wei sie eben mehr verbrauchen oder auch wg elektrischer warmwasseraufbereitung) aber auch einige weniger (mehrköpfiger haushalt relativiert sich einiges, mehrfamilienhaus anstelle efh relativiert sich auch einiges). aber auch bei den e-atuos ist der ioniq-elektro ja eher eines der sparsameren (nimmt man den id3 als durschnitt liegt man mit verbrauch und ladeverlusten vermutlich schon 30% drüber)

 

Es heißt nicht, dass wir unsere Strommenge in Deutschland verdreifachen müssen, denn 'nur' 25% entfällt auf private haushalte. aber auch in industrie/gewerbe entsteht durchs elektrische fahren erhöhter strombedarf.

 

Sprich unser Strombedarf steigt ganz erheblich, wenn wir meinen in 15 Jahren zu großen Teilen elektrisch fahren zu können. Das Einsparpotential über die Aushalte ist eher überschaubar. Geh ich da vom Gas oder Öl weg - weil ebenfalls fossil - steigt der Energieverbrauch fürs Heizen sogar noch. Gleiches Thema auch in der Industrieproduktion.

 

Einfache Lösung was den Privat PKW angeht:

- sein lassen

- weniger fahren. mach ich keine 12700km mehr sondern nur noch 6350km hab ich nicht den dreifachen strombedarf gesehen auf meinen haushalt sondern 'nur' noch den doppelten

 

Öffis:

In Österreich kann ich aktuell für 949€ ein Öffi Ticket für das Gesamte Land kaufen - für alle Öffis wohlgemerkt!

https://www.klimaticket.at/

Das ist NICHT mit einer hiesigen "Bahncard 100 (aktuell 4027€,,,also mehr als das vierfache...)gleichzusetzen" die nahverkehr (s-bahn, busse, u-bahn, straßenbahn) nur in gewissen städten abdeckt aber nicht in deren randbereichen UND wenn ich es richtig interpretiere auch nur die ankunft, anreise zur fernbahn im nahverkehr abdeckung (und nicht den nahverkehr an sich)

--->nun könnte man argumentieren unser land ist viel größer. aber müßte das nicht die öffis in summe sogar günstiger machen und nicht teurer? klar kann ich weitere strecken als in ö fahren aber letztendlich wird jeder auch nur die fahrten machen zu denen er zeit hat (wie bisher mit dem pkw. wenns mehr ist belebt es halt die wirtschaft...woraus ich auch wieder öffis verbessern kann)

->ich denke ohne solche lösungen wird es nicht gehen. und da gehört der nah und fernverkehr mal gewaltig ausgebaut

 

Solar:

Ich war schon drauf und dran mir eine kleine solaranlage zu kaufen (self pv, balkonkraftwerk, wie auch immer man das nennen möchte)

Je 1000wp ist mit einem solarertrag von ca 929kwh zu rechnen (je nach ort in deutschland unterschiedlich)

->sprich mit ca 1200wp auf dem dach ließen sich ca 1100kwh strom erzeugen!

->so eine 1280wp anlage kostet ca 949€ ( https://greenakku.de/selfPV:::1.html )

ABER

->leider sind nur 600wp zulässig zur einfachen installation an der steckdose (die krieg ich schon für 484€)

halb so wild könnte man sich denken. mach ich eben nur die hälfte an strom dann tu ich ja auch schon gutes (und spare wenns gut läuft 550kwh x 0,34€ = 187€ strom im jahr...THEORETISCH amotisiert sich das also schon in 3 jahren (pessimistisch gedacht in unter 5)

ABER

->ich habe keinen ferraris stromzähler(der analoge mit dem rädchen der auch rückwärts laufen kann) sondern seit kurzem einen digitalen stromzähler. und selbst wer noch einen hat: meldet ihr eure 600wp anlage an wird der energieversorger oder netzbetreiber euch einen neuen zähler setzen. und wer nicht anmeldet bei dem ist sicherlich auch bald zählertausch dran.

 

was passiert also:

->ich erzeuge vielleicht die 550kwh trotzdem, hab haber 80% meines strombedarfs vermutlich zu zeiten wo kein ertrag durch die solaranlage passiert. der fernseher läuft nur wenn es dunkel ist, zum abendessen scheint im winter auch keine sonne und im sommer steht sie schon tief. das gleiche morgens für tee oder kaffe. strom für lampen brauch ich auch nur,wenns dunkel ist. die 20% die ich als eigenertrag dann nutzen kann sind etwas grundlast (heizung, kühlschrank, standby weniger geräte zb), das hauswasserwerk (wobei man den gartensprecher auch nicht bei voller sonne laufen hat) und beim mittag kochen ja auch nur bruchteile (herd hat ja viiel mehr wat als ich bei sonne erzeuge). vielleicht sind die 20% dann sogar schöngerechnet.

diese 20% von 550kwh wären 110kwh x 0,34€ = 37,40€. sprich 13 jahre um eine investition von 484€ zu amotiersieren, vielleicht auch 11,5 jahre falsl die strompreise stark steigen.

 

5 Jahre später bezahle ich vermutlich 30% weniger, also nur 338€ für die gleiche anlage. sieht wäre dann 145,20 günstiger, ich hätte bei heutiger installation 5x37,40€=187€ stromkosten gespart.

differenz gerade mal 40€. also kann ich mit dem balkonkraftwerk auch einfach "warten".

 

mit größeren solaranlage geht das ähnlich. die brauchen dann einen elektriker zum anschluss, ggf änderungen in der hauselektrik. nur was nützen mir 6000wp (ca 5400kwh jahresertrag) auf dem dach, wenn meine grundlast weiterhin so gering ist. ok wenn die sonne scheint recht es zum wasserkochen und vielleicht mittags fürs induktionsfeld auf kleiner stufe.

vielleicht kann ich wenns gut läuft 250kwh (x34cent=85€) an strom davon selbst abgreifen also nicht an den stromversorger zahlen müssen.

850kwhx0,34€= 289€ stromkosten habe ich weiterhin (zzgl grundgebühr nicht zu verachten!)

die restlichen 5150 gehen ins netz und werden zu ca 7cent vergütet = 360,5€

->mit 85€+360,5€ - 289€ = 147€ jahresertag aus einer 6000wp anlage....die kostet glaub aktuell inkl installation ca 9000€. armotisation 61jahre....so lange hält der kram nicht, das dach auch nicht, und solange leb ich auch nicht mehr

->kauft man 3kwh speicher dazu (ca 3000€ extra?) kann ich evtl 80% meines stroms selbst nutzen. bin dann aber bei 12000€ bei der anlage. 80%x1100kwhx0,34€= 300€ stromkostenersparnis im jahr. rechnet sich also auch in 40 jahren nicht (oder auch in 20 wenn ich eine schleichende verdreifachung des strompreises in der zeit annehme)

 

positiv wenn man sich eine anlage aufs dach packt:

- es wird mehr grüner strom erzeugt

- ich speise strom ins netz ein den irgendwo anders jemand verwenden kann. ich selbst habe davon wenig bzw zahle drauf (da eben keine amotisation)

- negativ: es scheint sich nicht zu rechnen

- sobald das e-auto als stromspeicher dient (ich glaub das kann aktuell nur der leaf ist aber in europa nicht umgesetzt?) wird es evtl etwas interessanter. der speicher kostet mich dann nichts extra und wenn er nicht nur 10kw laden sondenr auch abgeben kann reicht es auch abends zu kochen. autark (also ohne strombetreiber und grundgebühren) geht dann trotzdem nicht denn dann bräuchte es eine sehr große solaranlage und das auto müßte mittem am tag immer zu hause stehen. mindestens im winter würde es trotzdem kaum für fahren und haus reichen.

 

fazit:

->will der staat mehr solar strom in privathaushalten muss er das massiv fördern

->diese haushalte hatten am tag bisher vielleicht 150 watt grundlast (kühlschrank+standby+heizung) und nun bringen sie alle, weil die sonne scheint, plötzlich 5kw solarertrag. das netz schaft das evtl sogar weil es ja für last (kochen, staubsauger, licht etc pp geht ja aktuell zu stoßzeiten auch alles gleichzeitig) ausgelegt ist aber der strom muss dann auch irgendwo verbraucht werden (das e-auto steht bei leute die ein auto brauchen tagsüber nicht vor der tür. evtl zieht es aber strom in der firma. die industrie braucht auch strom usw)

 

und natürlich muss ich mir immer auch die frage stellen:

->steht das aufwendig und aus rohstoffen produzierte solarmodell bei mir in deutschland überhaupt am richtigen ort? in süditalien oder der sahara brächte es (ich kenne die zahlen nicht genau) den 1,5-2fache, irgendwo in lee von gebirgen das 2,5fache. eigentlich gehört also dort alles zugepflastert wo der ertrag auch wirklich hoch ist


09.10.2021 03:03    |    Martyn136

Zitat:

@Acidrain2001 schrieb am 8. Oktober 2021 um 15:10:42 Uhr:

Erstens, E-Fuels sind sicherlich ein sinnvoller Beitrag zur Dekarbonisierung, allerdings aufgrund des bereits angesprochenen Wirkungsgrads eher was für Spezialanwendungen. Gehe davon aus, dass bspw. die Luftfahrt den größten Teil der irgendwann mal verfügbaren E-Fuel-Kapazitäten benötigt. Und da ist ja aktuell keine wirkliche Alternativtechnologie in Sicht, zumindest bei Mittel- und Langstrecke.

Allerdings sind E-Fuels auch nicht die einzige Art von CO2-neutralen Treibstoffen.

 

Es gibt ja auch noch die klassischen Biokraftstoffe wie wir sie schon vor Jahren in Form von B100 Biodiesel und Super E85 Kraftstoff hatten.

 

Diese stehen auch nicht Zwangsläufig in Konkurrenz zu Nahrungsmittel. Es gibt genug Gegenden wo man kaum Sachen anbauen kann die als Nahrung taugen, aber für Sachen die zur Treibstofferzeugung dienen geht es gerade noch. Oder auch die ganze III. und IV. Wahl Sachen die niemand mehr will, und Abfälle wie Trester, etc.


09.10.2021 03:31    |    Martyn136

Zitat:

@Thomas123er schrieb am 8. Oktober 2021 um 16:56:30 Uhr:

Ich verstehe nicht, wieso einige hier an einer völlig überholten Technik festhalten wollen. Was macht für euch die Attraktivität des Verbrennungsmotors aus? Der war schon immer eine Krücke, so wie die Dampfmaschine. Seinen Erfolg hat er ausschließlich seinem Energiespeicher zu verdanken: (scheinbar) billig, in Massen verfügbar, schnell zu befüllen.

Der wichtigste Vorteil, den du schon erwähnt hast, ist die Flexibilität und Unabhängingkeit durch den Energiespeicher. Man kann mit einem Verbrenner immer spontan überall losfahren. Und notfalls könnten man auch mit mit Ethanol statt Benzin oder Methylesther statt Diesel fahren.

 

Ausserdem hat man bei Verbrennungsmotoren viele Möglichkeien einem Auto Charakter zu geben. Das fängt schon bei der Karosserie an, wo man bei einem Verbrenner viel mehr Möglichkeiten hat. Und auch beim Antriebsstrang. Man kann 125KW / 170PS sowohl aus einem 1,2 Liter Turbo-Dreizylinder mit Twin-Scroll-Lader holen oder aus einem 2,9 Liter V6-Saugbenziner. Und man kann sich beim Getriebe für ein 7-Gang-DSG, eine 6-Gang oder 8-Gang Wandlerautomatik, ein CVT ohne Schaltstufen oder mit 6 oder 8 simulierten Schaltstufen entscheiden. Das gibt dem Auto dann Charakter.

 

Klar gibt es auch beim Elektroantrieb Unterschiede und Entwicklungspotential, aber da geht es meist nur um eine etwas bessere Effizienz oder geringere Produktionskosten. Aber um nichts das der Fahrer wirklich spüren könnte.

 

Theoeritisch könnte man natürlich schon auch einem Elektroauto mehr Charakter geben, z.B. durch ein DSG, aber das wird bislang leider so gut wie garnicht gemacht, weil alle Hersteller auf dem "Purifikations-Trip" sind.


09.10.2021 07:04    |    RGBLicht

Pfff, was soll dieser Text. Ich trete einen Schritt zurück und stelle mir einfach vor, es gäbe ausreichend Ladesäulen, jeder könnte sich ein E-Auto leisten und dann sehe ich mir die Städte an und der Infarkt bleibt der Gleiche. Individualverkehr hat seine Berechtigung und auch ich genieße ihn. Wenn ich aber diese ganzen Mittel verwenden würde die Alternativen interessanter, komfortabler, verlässlicher, angenehmer zu machen, würden sich viele Forderungen überhaupt nicht stellen. Denn egal ob ein Auto ein Verbrenner oder Elektro ist, wenn es nicht benötigt/benutzt wird ist das für die Umwelt auch am allerbesten. Wenn ich es schaffe, dass viele überhaupt kein Auto mehr benötigen, stellen sich viele Fragestellungen gar nicht mehr in diesem Umfang. Natürlich schafft man damit andere Herausforderungen, Arbeitskräfte in der Industrie etc. werden nicht mehr benötigt, wenn weniger Autos verkauft werden würden etc. mancher Zopf sollte irgendwann aber doch mal gekürzt werden, abschneiden muss ja nicht gleich sein.


09.10.2021 07:21    |    Schwarzwald4motion

Naja wenn’s um Charakter von Produkten geht dann ist es eher Hobby und da gehört es auch hin egal ob Dampflokomotive eine Erntemaschine mit Treibriemen oder ein Verbrenner.

 

 

Wir haben nun eine Übergangszeit die wird sicherlich noch locker zehn Jahre dauern wo wir mit einer ganzen Reihe Unzulänglichkeiten leben müssen bis wir uns daran gewöhnt haben unseren Alltag darauf einzustellen (wahrscheinlich betrifft das nur die E-Autos die ersten und zweiten Generation)

 

Dann dürften diese Themenstränge des Umbruchsauch gegessen sein.

 

Es muss sich auch keiner persönlich angesprochen fühlen es war eine Anmerkung zu unserer Gesellschaft.


09.10.2021 08:12    |    Acidrain2001

Der Charakter eines Autos ist ja nun wirklich nicht abhängig von der Motor-Technologie. Mal abgesehen davon, dass da andere Faktoren wie Fahrwerk und Design auch dazu gehören, kann man ja in ein Elektroauto auch unterschiedlich starke Motoren einbauen, Vorder/Hinter/Allradantrieb, andere Softwareabstimmung etc. Schaut euch doch mal Tesla an oder aktuell BMW mit i4 (Standard) und i4 M50 (Sportmodell)


09.10.2021 08:46    |    Schwarzwald4motion

Nun ja Charakter ist vielleicht nicht das zielführende Argument in einer Gerechtigkeitsdebatte.

 

 

Andererseits wenn die breite Masse im Einheitsbrei herumeiern muss und wenige auserwählte ihre Profilneurosen ausleben können würde auch was nicht stimmen.

 

 

Aber natürlich werden anhand der technischen Effizienz und der Umgebungsbedingungen und den Erfordernissen die Autos immer ähnlicher.

 

Es ist wie bei der Mode es gibt den Laufsteg und den Alltag, und da sind die Unterschiede in der Zielgruppe eher fein.


09.10.2021 11:06    |    Acidrain2001

Verstehe nicht ganz was du meinst, die Zielgruppe ist doch wie bei den “herkömmlichen“ Autos sehr unterschiedlich.

 

Schau dir doch nur mal die folgenden beispielhaften BEVs an:

 

Renault Zoe

Fiat 500e Cabrio

Ford Focus Electric

Hyundai Kona Elektro

Tesla Model 3

Audi e-Tron

Porsche Taycan

Mercedes EQV

 

Ist doch schon ne ordentliche Bandbreite, und die Zielgruppen könnten nicht unterschiedlicher sein.


09.10.2021 11:53    |    cng-lpg

Zitat:

@reox schrieb am 8. Oktober 2021 um 18:57:20 Uhr:

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 8. Oktober 2021 um 18:37:25 Uhr:

...

Ich hätte es besser gefunden, wenn es eine gesetzliche Regelung gegeben hätte, die Jahr für Jahr x % weniger gesundheits- und klimaschädliche Abgase verlangt.

...

Das gibt's doch schon länger.

EU-weite Flottengrenzwerte und Abgas-Normen, die sich nach und nach verschärfen/verringern.

Nein, es gibt eben keine kontinuierliche, gleichmäßige Verringerung der Grenzwerte, sondern Sprünge, die eine kontinuierliche Entwicklung verhindert, da geht in Kürze nur Elektro oder nichts. Genau das verhindert aber Entwicklungen in viele Richtungen, die sicher auch mal in Sackgassen führen würden, aber auch neue, bessere Techniken bringen könnten.

 

Zitat:

@Bazingo schrieb am 8. Oktober 2021 um 19:32:32 Uhr:

...

Mit „falsche Strategie“ meine ich die ausschließliche Konzentration auf Batteriemobilität.

Ich bin auch der Meinung dass man eine mehrgleisige Strategie fahren sollte. Die Koreaner und die Japaner machen das gerade.

...

Ganz genau. Der gesamte Markt wird in eine Richtung gezwungen, was sowohl für die Verbraucher, als auch mittelfristig für die deutsche/europäische Industrie ganz übel ausgehen kann. Das Risiko ist groß, dass unsere Industrie und Wirtschaft in gar nicht so langer Zeit sehr blöde aus der Wäsche gucken wird, wenn andere Konzepte als das reine E-Auto erfolgreicher sein sollten und Deutschland und Europa abgehängt sind.

 

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 8. Oktober 2021 um 21:23:38 Uhr:

...

Das Thema ist Gerechtigkeit bei der Förderung.

Weil sich nur Neuwagenkäufer die Prämie greifen können.

 

Da gibt es nur 2:Fragen.

1.) Benötigen wir mehr BEV und Plugin?

(Brennstoffzelle Klammer ich jetzt aus.)

Ja.

Weitere Fragen wie wo der Strom jetzt oder zukünftig her kommt ist da nur ein Thema an Rande dieser Frage.

2.) Kann man das auch machen ohne nicht Neuwagenkäufer zu benachteiligten?

Nein!

Entweder man macht gewünschte Fahrzeuge günstiger oder ungewünschte teurer.

Ungewünschte teurer bedeutet auch gebrauchte teurer machen. Das trifft dann auch die mit kleinen Resourcen.

Also gewünschte günstiger.

Da fallen dann auch Dacia drunter.

Deine Frage 1 ist schon falsch beantwortet, denn gerade die Techniken wie Brennstoffzellen könnten den richtigen Weg darstellen! Dieses Ausschließen ist der große Fehler.

 

Deine Frage 2 ist ebenfalls falsch beantwortet, denn diese ganze Suventioniererei erzwingt lediglich eine einzige Lösung, obwohl noch keiner weiß ob es nicht bessere Lösungen geben könnte.

 

Außerdem: Wenn schon die eine Lösung des Elektroautos gefördert werden soll, warum dann nicht so dass die fetten Autos mit ihrem geringeren Nutzen für Gesundheit, Umwelt und Klima geringer als die kleineren Fahrzeuge gefördert werden? So könnte ich mir das vorstellen: Fahrzeuge bis 25.000 € Bruttopreis werden mit 15.000 € gefördert und je 1.000 € mehr Bruttopreis gibt es 500 € weniger. Der Neuwagen für 30.000 € würde besipielsweise nur noch mit 12.500 € subventioniert, das Auto für 40.000 € nur noch mit 7.500 €, eines für 50.000 € nur noch mit 2.500 €.

 

Solch eine Förderung würde insgesamt vermutlich sogar mehr Neuwagenkäufe generieren ohne den Steuerzahler unterm Strich mehr zu kosten und wahrscheinlich mehr Angebote wie den Dacia Spring bringen. Der Verbraucher bekäme mehr Auswahl und evtl. würde der eine oder andere Käufer statt eines 2-Tonnen-Suffs einen Kleinwagen für den Arbeitsweg wählen. Auch wenn das die Ausnahme sein wird, denn die Fahrzeuge der Mittelklasse, der gehobenen Mittelklasse und der Oberklasse verkaufen sich mit und ohne Elektrosubvention, schon wegen der bereits geltenden massiven Steuervorteile für Geschäftswagen. Es werden nicht ohne Grund nur ein Drittel der Neuwagen von Privatpersonen erworben.

 

 

Gruß Michael


09.10.2021 11:57    |    Schwarzwald4motion

Ich meinte innerhalb der Zielgruppe.

 

Das Design ist einfach nicht mehr so emotional oder Ausladend Sondern nüchtern auf das Wesentliche angepasst. Da bleibt natürlich die jeweilige „Charakter“ auf der Strecke. Charakter ist sowieso oft eine Euphemistische Umschreibung für funktionelle Probleme :D:D:p


09.10.2021 12:01    |    Acidrain2001

Ja ok verstehe. Charakter in dem Sinne wie früher gibt's natürlich nicht mehr, aber das ist ja bei allen Autos so. Früher war ein V8 eine Diva, die man zu nehmen und zu pflegen hatte. Heute ist ein V8 einfach ein starker Motor.


09.10.2021 12:06    |    notting

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 9. Oktober 2021 um 11:53:41 Uhr:

Außerdem: Wenn schon die eine Lösung des Elektroautos gefördert werden soll, warum dann nicht so dass die fetten Autos mit ihrem geringeren Nutzen für Gesundheit, Umwelt und Klima geringer als die kleineren Fahrzeuge gefördert werden? So könnte ich mir das vorstellen: Fahrzeuge bis 25.000 € Bruttopreis werden mit 15.000 € gefördert und je 1.000 € mehr Bruttopreis gibt es 500 € weniger. Der Neuwagen für 30.000 € würde besipielsweise nur noch mit 12.500 € subventioniert, das Auto für 40.000 € nur noch mit 7.500 €, eines für 50.000 € nur noch mit 2.500 €.

Man braucht z. T. fette Autos, z. B. für Familien mit 3 Kindern oder weil man eine größere Anhängelast braucht (Anhängelast = man schleppt zusätzl. Ladekapazität nur mit sich herum, wenn man sie auch wirklich nutzt). Mit eingermaßen Anhängelast (>1t) ist man schnell in der Region um 50kEUR brutto.

 

Außerdem muss man aufpassen über die Subventionen nicht dafür zu sorgen, dass hinterher ein Haufen Kleinwagen mit zu wenig Reichweite und Ladegeschwindigkeit (auch hinsichtl. der techn. Weiterentwicklung) defakto ungenutzt herumstehen, der Kleinwagens also umweltschädlich ist, weil unterm Strich unnötig hoher Resourcen-Verbrauch auch wg. der Produktion (dazu gehört für mich auch, wenn der Kleinwagen ein Spaßfahrzeug ist, also immer gleichzeitig daheim ein Erstfahrzeug ungenutzt herumsteht). Zudem kenne ich verdammt viele Fälle, wo das Fahrzeug was statistisch als Zweitwagen betrachtet werden dürfte für irgendjmd. das Erstfahrzeug ist und eben auch mal mehr Reichweite braucht.

 

notting


09.10.2021 12:48    |    cng-lpg

Das Märchen von "Ich brauche aber die total übermotorisierte, viel zu schwere fette Karre!". Der größte Teil der in Deutschland gefahrenen Kilometer fällt auf Kurzstrecken an. Dazu ein paar Mittelstrecken, die auch mit einem Dacia Spring mit 33 kW machbar sind. Für die wenigen Restkilometer könnte man locker auf Mietwagen etwa über Carsharing o. ä. zurückgreifen.

 

Du forderst nichts weiter als die Subventionierung des Luxus' der Bessergestellten auf Kosten der Habenixe. Dabei würde bei meinem Vorschlag sogar der deutlich überdurchschnittlich gut verdienende Käufer des dicken Autos für 50.000 € eine Förderung bekommen. Es wären halt nur 2.500 € statt knapp 10.000 €. Das würde der Gutverdiener überleben. Sein Nachbar bekäme aber anders als jetzt auch eine Förderung für seinen billigen Kleinwagen, der ohne Subvention eben nicht drin wäre. Das wäre für mich "Gerechtigkeit bei E-Mobilität".

 

 

Gruß Michael


09.10.2021 13:10    |    cng-lpg

Mal eine kleine Ergänzung, weil ich zu den typischen Durchschnittsverdienern gehöre: Meine Frau und ich verdienen gut genug um unser Alter zumindest ein wenig mit einem Haus abzusichern. Meine Rente wird dank nicht beendeten Studiums und mehrjähriger Pausen im Beruf wegen eines unverschuldeten Unfalls und längerer Krankheit dreistellig sein, meine Frau wird auch nicht viel mehr bekommen, da sie viel Zeit in die Kindererziehung gesteckt hat.

 

Wir haben unser Einkommen zum Vorteil für die Gesellschaft zu großen Teilen in unsere Kinder investiert. 2x mehr als ein Vierteljahrhundert den kompletten Lebensunterhalt einschließlich Dach übern Kopf und Mobilität zu bezahlen erfordert schon den einen oder anderen Euro. Dafür profitieren nun alle von unseren Kindern. Die ältere Tochter steht kurz vorm Ende ihres Referendariats als Gymnasiallehrerin, die jüngere schreibt gerade an ihrer Masterarbeit, die mit Corona zu tun hat.

 

Der als Neuwagen mit viel Rabatt als EU-Import gekaufte Hyundai meiner Frau ist 5 Jahre alt und kostete selbst nach Preisliste unter 20.000 €. An dessen AHK kann man natürlich keine Pferdeanhänger hängen, aber nicht nur unseren typischen 750 kg Hänger. Wir sind schon mit zwei Kindern eine Familie mit mehr Kindern als sie der Durchschnitt hat und der Hyundai ist ein Fünfsitzer - also würde der Wagen auch für eine Familie reichen.

 

Ich habe einen Alltagskombi (Opel, 9 Jahre alt), ein Spaßauto (Saab Cabrio, auch mit AHK) und ein Moped (eine alte 600er von Yamaha). Die haben in der Anschaffung in der Summe kaum mehr als der Hyundai gekostet. Unser Familienfuhrpark schont die Ressourcen und kostete in der Anschaffung zusammen knapp 25.000 €.

 

Uns geht es gut, aber Neuwagen für 30.000 €, 40.000 € oder gar 50.000 € wären für uns reine Wolkenkuckucksheime, absolut unerreichbar. Nicht vergessen: Wir sind Durchschnittsverdiener, wir verdienen nicht schlecht, aber eben auch nicht richtig gut.

 

Das ist Fakt: Die augenblickliche Subventionierung der Elektroautos geht aussschließlich an Leute, die aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten sicher auch ohne Subvention ihnen gefallende und ausreichende Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb kaufen könnten.

 

Und genau das ist der Punkt: "Gerechtigkeit bei E-Mobilität" müsste auch Geringverdiener erreichen, sonst ist da nichts gerecht. Tatsächlich erreicht die augenblickliche Subvention nicht einmal die meisten Durchschnittsverdiener.

 

 

Gruß Michael


09.10.2021 13:19    |    Schwarzwald4motion

Ich sehe die Subventionen im Moment absolut nicht als Gerechtigkeitsthema, das ist eher ein Luxus Thema.

 

Jemand der nicht willens oder in der Lage ist anzusparen wird zwangsläufig ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen. Der Rest ist direkt oder indirekt der CO2 Problematik geschuldet die letztlich allen zugute kommt.

 

Laut mehreren Studien ist im Moment ein E-Auto tendenziell immer noch nicht billiger als ein Verbrenner sondern eher teurer (ja nach TCO) Trotz Förderung.

 

Das alles sind Anschub Subventionen, da kann man echt noch keine Gerechtigkeitsdebatte darauf aufbauen.


09.10.2021 13:24    |    bsa11

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 9. Oktober 2021 um 12:48:22 Uhr:

Das Märchen von "Ich brauche aber die total übermotorisierte, viel zu schwere fette Karre!". Der größte Teil der in Deutschland gefahrenen Kilometer fällt auf Kurzstrecken an. Dazu ein paar Mittelstrecken, die auch mit einem Dacia Spring mit 33 kW machbar sind. Für die wenigen Restkilometer könnte man locker auf Mietwagen etwa über Carsharing o. ä. zurückgreifen.

 

Gruß Michael

Dieses Nivellieren ständig nach unten ist nicht überzeugend. So könnte man auch bei der Wohnungswahl argumentieren, nur 1,5 Zimmer zu nehmen, weil tagsüber so viele nicht zu Hause sind. Die Betten für die Nacht kann man dann für 4 Personen locker unterbringen.

Ich mache kein Carsharing auf keiner Strecke (kurz oder Lang), weil ich gewisse Ausstattungen auf jedem meter haben möchte. Mir hilft die Pendlerstatistik als Lebensdefinition für Autonutzung auch nicht, wenn ich eine Langstrecke zeiteffizient und (für die Fahrsicherheit entspannt) absolviere. Die gehaßten und dogmatisch definierten fetten Autos haben bessere Crashverhalten, oft kürzere Bremsewge, und manche andere Kriterien, die man in Kleineren wegen dem preisrahmen nicht anbietet/findet. Aus diesem Grund nahm ich lieber gebrauchte große, als kleine neue.

Ein Fähigkeit über das eigene Nutzungshorizont hinaus zu urteilen würde hier viele Argumente versachlichen.


09.10.2021 13:28    |    notting

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 9. Oktober 2021 um 12:48:22 Uhr:

Das Märchen von "Ich brauche aber die total übermotorisierte, viel zu schwere fette Karre!". Der größte Teil der in Deutschland gefahrenen Kilometer fällt auf Kurzstrecken an.

Quelle? Ich habe nur Quellen gefunden, dass 40-50% der Fahrten Kurzstrecken sind.

Beispiele:

- Morgens zur Arbeit. Auf dem Heimweg <=5km bevor man daheim ist auf einem Supermarkt-Parkplatz halten und einkaufen gehen -> 33,33% der Strecken an dem Tag sind <=5km.

- Wie oben, nur nacheinander auf zwei Supermarkt-Parkplätz halten und einkaufen gehen bevor man daheim ist -> 50% der Strecken an dem Tag sind <=5km.

- Analog für Kollegen mitnehmen, Kinder zur Schule/Kindergarten bringen usw. bzw. wenn das dazukommt.

 

Aber auch auf Supermarkt-Parkplätzen ist nicht garantiert, dass:

- die Ladesäule frei ist.

- der Tarif dort akzeptabel ist.

- der Akku leer genug ist um trotz max. Ladeleistung (>=11kW, sonst ist man ein Assi der unnötig die Ladesäule blockiert und somit mehr als nötig Resourcen verschwendet bzw. mehr Platzverschwendung durch weitere Ladesäulen provoziert) sicher nicht ganz voll zu sein auch wenn's im Supermarkt unerwartet länger dauert, weil man sonst wieder der Assi ist, der die Ladesäule unnötig blockiert.

 

Zitat:

Dazu ein paar Mittelstrecken, die auch mit einem Dacia Spring mit 33 kW machbar sind. Für die wenigen Restkilometer könnte man locker auf Mietwagen etwa über Carsharing o. ä. zurückgreifen.

Die nächsten bundesweit bekannten Mietwagen-Firmen zu nutzen bedeutet hier ca. 40km Umweg (Hinweis: Ich wohne in einer Hochschul-Stadt). Und die haben in der Nacht auch meist nur sehr eingeschränkten Service. Ich denke hier an Notfälle.

Mit dem Dacia Spring dürfte man es hier nicht mal in die nächste Uni-Klinik und zurück mit einer Akkuladung schaffen, insb. im Winter und insb. wenn man es _weil_ ein Angehöriger in die UKL eingeliefert wurde etwas eiliger hat und man am Ziel nicht laden kann (hab gerade auf GoingElectric nachgeschaut) bzw. auch wieder die Frage mit dem akzeptablen Tarif ist.

Gerade wenn man nicht soviel Geld für einen eigenen Stellplatz + Ladeinfrastruktur hat, ist man darauf angewiesen, dass das Auto möglichst schnell lädt. Was das angeht ist aber der Spring noch viel übler als ein Zoe, der mind. 30kEUR brutto ohne Rabatte etc. kostet.

Und eine offizielle Anhängelast haben beide nicht.

 

Zitat:

Du forderst nichts weiter als die Subventionierung vom Luxus der Bessergestellten auf Kosten der Habenixe. Dabei würde bei meinem Vorschlag sogar der deutlich überdurchschnittlich gut verdienende Käufer des dicken Autos für 50.000 € eine Förderung bekommen. Es wären halt nur 2.500 € statt knapp 10.000 €. Das würde der Gutverdiener überleben. Sein Nachbar bekäme aber anders als jetzt auch eine Förderung für seinen billigen Kleinwagen, der ohne Subvention eben nicht drin wäre. Das wäre für mich "Gerechtigkeit bei E-Mobilität".

Kompletter Blödsinn. Ich schreibe das was ich auch vorhin schon geschrieben habe _gerade_ weil ich selbst schon kurz nach meinem Abschluss 3x unerwarteterweise aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Firmen gekündigt bzw. nicht verlängert wurde. Dadurch musste ich auf Druck der Arbeitsagentur hin im Umkreis von bis zu 90km suchen (heißt i.d.R. viel Autobahn-Anteil, gerade wenn man mit dem Weg zur Arbeit nicht soviel Zeit verbrennen will -> weniger verbrannte Zeit = mehr zusätzl. freie Tage auf Basis von Überstunden), auch wenn es um ein (Ketten-)Zeitvertrag geht, wo man erst recht nicht weiß, ob sich der Umzug in die teure Großstadt lohnt. Mal abgesehen davon gibt's bei mir familiäre Gründe nicht wegzuziehen.

Vor ein paar Jahren habe ich als ich nicht verlängert wurde trotz >1 Jahr Suche, guter Arbeitszeugnisse etc. und einigen Bewerbungsgesprächen wieder nur was in ca. 80km Entfernung gefunden, nur in einer ganz anderen Richtung.

Und auch heute dürfte kein Filterkriterium für Alg-Empfänger sein, ob der Arbeitgeber allen Arbeitnehmern garantierte Lademöglichkeiten bietet.

 

Da braucht man einfach Autos mit guter Reichweite bzw. Förderung von irgendwelchen nur als Zweitwägelchen brauchbaren Fahrzeugen ist rausgeschmissenes Geld. Lieber Geringverdienern eine Förderung beim Kauf von bereits "normal" geförderten E-Autos mit guter Reichweite und Ladeleistung geben (sodass jedes Auto in der Summe max. 2x gefördert wurde).

 

notting


09.10.2021 13:50    |    cookie_dent

Zitat:

@bsa11 schrieb am 9. Oktober 2021 um 13:24:42 Uhr:

Dieses Nivellieren ständig nach unten ist nicht überzeugend. So könnte man auch bei der Wohnungswahl argumentieren, nur 1,5 Zimmer zu nehmen, weil tagsüber so viele nicht zu Hause sind. Die Betten für die Nacht kann man dann für 4 Personen locker unterbringen.

Ich mache kein Carsharing auf keiner Strecke (kurz oder Lang), weil ich gewisse Ausstattungen auf jedem meter haben möchte. Mir hilft die Pendlerstatistik als Lebensdefinition für Autonutzung auch nicht, wenn ich eine Langstrecke zeiteffizient und (für die Fahrsicherheit entspannt) absolviere. Die gehaßten und dogmatisch definierten fetten Autos haben bessere Crashverhalten, oft kürzere Bremsewge, und manche andere Kriterien, die man in Kleineren wegen dem preisrahmen nicht anbietet/findet. Aus diesem Grund nahm ich lieber gebrauchte große, als kleine neue.

Mir fehlt noch der Fahrspaß den eine "total übermotorisierte, viel zu schwere fette Karre" bietet.

Ansonsten alles schön auf den Punkt gebracht.

 

Zitat:

@bsa11 schrieb am 9. Oktober 2021 um 13:24:42 Uhr:

Ein Fähigkeit über das eigene Nutzungshorizont hinaus zu urteilen würde hier viele Argumente versachlichen.

Amen


09.10.2021 13:51    |    cng-lpg

Zitat:

@bsa11 schrieb am 9. Oktober 2021 um 13:24:42 Uhr:

...

Ich mache kein Carsharing auf keiner Strecke (kurz oder Lang), weil ich gewisse Ausstattungen auf jedem meter haben möchte.

...

Eben! Es ist etwas, das Du möchtest, das Dir Freude bereitet. Aber es ist keine Notwendigkeit. Für solchen Dinge gibt es ein Wort: Luxus. Den es geben muss und für den ich uneingeschränkt bin. Mein Cabrio ist auch reiner Luxus, das brauche ich nicht. Aber mir macht es Spaß, es ist eben der Luxus, der mir Freude bereitet.

 

 

Gruß Michael


09.10.2021 13:57    |    bsa11

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 9. Oktober 2021 um 13:51:01 Uhr:

Zitat:

@bsa11 schrieb am 9. Oktober 2021 um 13:24:42 Uhr:

...

Ich mache kein Carsharing auf keiner Strecke (kurz oder Lang), weil ich gewisse Ausstattungen auf jedem meter haben möchte.

...

Eben! Es ist etwas, das Du möchtest, das Dir Freude bereitet. Aber es ist keine Notwendigkeit. Für solchen Dinge gibt es ein Wort: Luxus. Den es geben muss und für den ich uneingeschränkt bin! Mein Cabrio ist auch reiner Luxus, das brauche ich nicht. Aber mir macht es Spaß, es ist eben der Luxus, der mir Freude bereitet.

 

 

Gruß Michael

Lordosenstütze für den Rücken = Luxus; Mehrkreisbremsanlage=Luxus; maskierendes LED Licht für Nachtfahrt=Luxus; höhere Crashsicherheit= Luxus; aktive Kopfstütze um das Peitschenschlagsysndrom zu vermeiden/lindern= Luxus...habe ich nun kapiert


09.10.2021 13:59    |    cng-lpg

@notting: Du rechtfertigst Deine Ansprüche, indem Du sie, also Deinen Luxus als Standard definierst. Wenn der tatsächlich Standard sein sollte, müsste man die Subventionen mal eben verfünffachen, damit sich die Gering- und Durchschnittsverdiener weingstens einen Teil Deines Luxus' leisten können.

 

Damit das nicht falsch rüber kommt: Es sollen sich Gutverdiener etwas leisten können und auch etwas leisten, aber diese Kreise brauchen halt diese Subventionen eigentlich gar nicht. Die augenblickliche Subvention lässt sich mit einem alten Spruch gut beschreiben: "Der Teufel schei..t auf den größten Haufen!"

 

 

Gruß Michael


09.10.2021 14:04    |    cng-lpg

Zitat:

@bsa11 schrieb am 9. Oktober 2021 um 13:57:31 Uhr:

Lordosenstütze für den Rücken = Luxus; Mehrkreisbremsanlage=Luxus; maskierendes LED Licht für Nachtfahrt=Luxus; höhere Crashsicherheit= Luxus; aktive Kopfstütze um das Peitschenschlagsysndrom zu vermeiden/lindern= Luxus...habe ich nun kapiert

Also das ist ein Eigentor. Du möchtest mehr Sicherheit? Bitte sehr, dazu bräuchten wir nur ab sofort alle Fahrzeuge ab Gesamtmasse x zu verbieten. Deine Sicherheit im schweren Auto geht nämlich bereits dank der Physik auf Kosten der kleinen und leichten Fahrzeuge.

 

Warum hat nicht einer die Eier zuzugeben, dass er das dicke Auto will, WEIL es unnötiger Luxus ist?

 

 

Gruß Michael


09.10.2021 14:37    |    reox

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 9. Oktober 2021 um 11:53:41 Uhr:

Zitat:

@reox schrieb am 8. Oktober 2021 um 18:57:20 Uhr:

 

Das gibt's doch schon länger.

EU-weite Flottengrenzwerte und Abgas-Normen, die sich nach und nach verschärfen/verringern.

Nein, es gibt eben keine kontinuierliche, gleichmäßige Verringerung der Grenzwerte, sondern Sprünge, die eine kontinuierliche Entwicklung verhindert, da geht in Kürze nur Elektro oder nichts. Genau das verhindert aber Entwicklungen in viele Richtungen, die sicher auch mal in Sackgassen führen würden, aber auch neue, bessere Techniken bringen könnten.

Du kannst dir sofort ein Brennstoffzellen-KFZ kaufen. Die Hersteller können auch Verbrenner anbieten, bei denen muss aber sichergestellt sein, dass die nur mit CO2-neutralen Efuels betankt werden können. Beide können superschnell betankt werden, also genau das, was alle immer einfordern.

Das könnten die Hersteller sofort anbieten oder im Verbund mit den Mineralöl-Anbietern für 2025 oder 2030 ankündigen. Warum passiert das nicht, das ist doch das klassische Angebot/Nachfrage-Prinzip?


09.10.2021 15:31    |    notting

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 9. Oktober 2021 um 13:59:24 Uhr:

@notting: Du rechtfertigst Deine Ansprüche, indem Du sie, also Deinen Luxus als Standard definierst. Wenn der tatsächlich Standard sein sollte, müsste man die Subventionen mal eben verfünffachen, damit sich die Gering- und Durchschnittsverdiener weingstens einen Teil Deines Luxus' leisten können.

 

Damit das nicht falsch rüber kommt: Es sollen sich Gutverdiener etwas leisten können und auch etwas leisten, aber diese Kreise brauchen halt diese Subventionen eigentlich gar nicht. Die augenblickliche Subvention lässt sich mit einem alten Spruch gut beschreiben: "Der Teufel schei..t auf den größten Haufen!"

Nochmal: Was bringt es z. B. Geringverdienern, dass es haufenweise BEV mit zu geringer Reichweite um zu ihrem Job zu kommen auf dem Markt gibt?! -> Reine Verschwendung, da eher nur als reine Zweitfahrzeuge zum Einkaufen etc. zu gebrauchen. Solche Leute müssen aber erstmal schauen wie sie zur Arbeit kommen!

Wie geschrieben habe auch ich durch Arbeitslosigkeit eine Stelle annehmen müssen die mit ca. 80km viel weiter weg war als die alte.

 

Mein jetziges Auto hat als Neuwagen nach Rabatten ohne AHK ca. 14kEUR gekostet. Ein Auto was möglichst nahe an Reichweite/Tankgeschwindigkeit, Größe und offizieller Anhängelast kommt, kostet ohne Prämie (also nur inkl. Hersteller-Rabatt) ca. 42-50kEUR. Richtig unterm Strich lohnen tut sich das nur, wenn man wirklich viel mit Haushaltsstrom fährt (Gratis-Laden ist immer seltener bzw. insb. in größerem Umfang sinnvoll nutzbar möglich). Das setzt aber a) einen eigenen Stellplatz voraus, was kostet und b) die entspr. Infrastruktur die auch kostet und auch jede Änderung daran (z. B. Umzug).

 

Ja, da ist ein sehr großer Preisunterschied. Aber das mit der Förderung von nur extremst eingeschränkt für den Weg zur Arbeit etc. nutzbaren E-Autos ist vor allem längerfristig aus Sicht von Geringverdienern nicht hilfreich (längerfristig = die Wege zur Arbeit werden immer länger).

 

notting


09.10.2021 15:45    |    notting

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 9. Oktober 2021 um 14:04:54 Uhr:

Zitat:

@bsa11 schrieb am 9. Oktober 2021 um 13:57:31 Uhr:

Lordosenstütze für den Rücken = Luxus; Mehrkreisbremsanlage=Luxus; maskierendes LED Licht für Nachtfahrt=Luxus; höhere Crashsicherheit= Luxus; aktive Kopfstütze um das Peitschenschlagsysndrom zu vermeiden/lindern= Luxus...habe ich nun kapiert

Also das ist ein Eigentor. Du möchtest mehr Sicherheit? Bitte sehr, dazu bräuchten wir nur ab sofort alle Fahrzeuge ab Gesamtmasse x zu verbieten. Deine Sicherheit im schweren Auto geht nämlich bereits dank der Physik auf Kosten der kleinen und leichten Fahrzeuge.

 

Warum hat nicht einer die Eier zuzugeben, dass er das dicke Auto will, WEIL es unnötiger Luxus ist?

Das was du schreibst ist Unsinn, weil man auch Kleinwagen überspitzt gesagt wie eine Kanonenkugel bauen kann, die im Falle eines Falles mangels eigener Knautschzone größeren Unfallgegnern die Knatschzone "wegfressen". Desweiteren dürften BEV von der Kinematik her sicherer sein (ich rede also nicht von Brandgefahr), weil

- tieferer Schwerpunkt durch den Akku im Unterboden = kann nicht so leicht von einer Böe umgeworfen werden (reines Anheben dürfte i.d.R. auch in einem Umwerfen enden weil die Autos meist nicht auf exakt symmetrische Gewichtsverteilung beladen sind)

- weniger Platz für Nebenaggregate nötig und AFAIK sind auch die Motoren tendenziell kleiner = mehr Platz für Knautschzone

- der Akku im Unterboden der Sicherheitszelle zusätzl. Stabilität gibt

 

BEV heißt aber, dass man einen eher schwerere Fahrzeug hat wg. dem Akku.

 

notting


09.10.2021 15:50    |    cookie_dent

Zitat:

@reox schrieb am 9. Oktober 2021 um 14:37:22 Uhr:

Du kannst dir sofort ein Brennstoffzellen-KFZ kaufen. Die Hersteller können auch Verbrenner anbieten, bei denen muss aber sichergestellt sein, dass die nur mit CO2-neutralen Efuels betankt werden können. Beide können superschnell betankt werden, also genau das, was alle immer einfordern.

Das könnten die Hersteller sofort anbieten oder im Verbund mit den Mineralöl-Anbietern für 2025 oder 2030 ankündigen. Warum passiert das nicht, das ist doch das klassische Angebot/Nachfrage-Prinzip?

Das wird doch schon anderer Stelle durchgekaut.

Es ist politisch nicht erwünscht, ineffizient und es besteht keine Technologieoffenheit.

 

Ich wäre der erste der seinen Verbrenner mit reinem BIO Sprit oder E-Fuels betankt, wenn es sowas nur gäbe. Ich wäre auch bereit dafür deutlich mehr auszugeben als für fossilen Sprit.

Die Nachfrage ist da, nur das Angebot nicht weil der E-Antrieb derzeit als der heilige Gral angesehen wird.

 

Was nützt mir als Laternenparker das tollste und hoch geförderte BEV, wenn ich die Kiste nicht ohne große Einschränkungen und Lebenszeitvernichtung geladen bekomme.

Letztendlich bin ich weiterhin gezwungen fossilen Sprit zu tanken und mich als Umweltsau beschimpfen zu lassen.


09.10.2021 16:26    |    bsa11

Zitat:

@cng-lpg schrieb am 9. Oktober 2021 um 14:04:54 Uhr:

Zitat:

@bsa11 schrieb am 9. Oktober 2021 um 13:57:31 Uhr:

Lordosenstütze für den Rücken = Luxus; Mehrkreisbremsanlage=Luxus; maskierendes LED Licht für Nachtfahrt=Luxus; höhere Crashsicherheit= Luxus; aktive Kopfstütze um das Peitschenschlagsysndrom zu vermeiden/lindern= Luxus...habe ich nun kapiert

Also das ist ein Eigentor. Du möchtest mehr Sicherheit? Bitte sehr, dazu bräuchten wir nur ab sofort alle Fahrzeuge ab Gesamtmasse x zu verbieten. Deine Sicherheit im schweren Auto geht nämlich bereits dank der Physik auf Kosten der kleinen und leichten Fahrzeuge.

 

Warum hat nicht einer die Eier zuzugeben, dass er das dicke Auto will, WEIL es unnötiger Luxus ist?

 

 

Gruß Michael

Ich denke, wenn ein Fiat 500 einem anderen Fiat 500 (Geringgewichte) hinten drauffährt und im angefahrenen keine aktive Kopfstütze ist, wird die Nackengefährdung auch im unerwünschten Maß vorhanden sein. Wäre es doch drinn, ist Luxus;

Wenn der Fiat 500 Fahrer für den Rücken die Lordose braucht, aber nicht kriegt, kann sich mit dem ach ja....wäre Luxus gewesen, trösten;

Gute Sicht ist auch im Leichtwagen sitzend ein Standardelement der Sicherheit... bitte nicht übertreiben, ab einer Sicht-Entfernung zählt das als Luxus, ist nur in schweren autos sinnvoll;

Generell: was ich so schätze in diesen Diskussionen, daß es fast kein Thema gibt, wo die Beiträge ohne Emotion, Feindbild, abwertenden persönlichen Hinweise, und die Selbsterhebung auf den Moralpodest auskommen. Der Vorteil ist, man muß selten über Sachargumente nachdenken ohne dem läuft fast besser. Wo ich stehe, das ist normal, der Maßstab, eine andere Nutzungspräferenz des Autos ist häufig ein unerträglicher Gedanke.


09.10.2021 17:00    |    reox

Zitat:

@cookie_dent schrieb am 9. Oktober 2021 um 15:50:10 Uhr:

Zitat:

@reox schrieb am 9. Oktober 2021 um 14:37:22 Uhr:

Du kannst dir sofort ein Brennstoffzellen-KFZ kaufen. Die Hersteller können auch Verbrenner anbieten, bei denen muss aber sichergestellt sein, dass die nur mit CO2-neutralen Efuels betankt werden können. Beide können superschnell betankt werden, also genau das, was alle immer einfordern.

Das könnten die Hersteller sofort anbieten oder im Verbund mit den Mineralöl-Anbietern für 2025 oder 2030 ankündigen. Warum passiert das nicht, das ist doch das klassische Angebot/Nachfrage-Prinzip?

Das wird doch schon anderer Stelle durchgekaut.

Es ist politisch nicht erwünscht, ineffizient und es besteht keine Technologieoffenheit.

...

Wo wird denn die Technologie eingeschränkt? Die EU fordert ab 2035 CO2-Neutralität beim PKW. Alle Hersteller und Kraftstoffanbieter haben alle Freiheiten, dieses, mit welcher Technologie auch immer, zu entwickeln.


09.10.2021 17:37    |    Acidrain2001

Aktuell ist einfach die Batterie-Elektrische Variante marktreif. Alles andere eben noch nicht, obwohl siehe Wasserstoff und Brennstoffzelle daran schon seit Jahrzehnten gearbeitet wird. Und wir müssen halt irgendwann mal machen, nicht nur warten.

 

Das Ziel in den 2030er Jahren CO2 neutral zu sein ist ja nichts, was “der große Führer Kim Jong Merkel in seiner unendlichen Weisheit“ vorgegeben hat, sondern wird benötigt zum den Klimawandel zu stoppen oder zumindest abzumildern. Und weil das immer hier auf Deutschland bezogen wird, das betrifft die ganze Welt und deshalb, o Wunder, gibt es auf der ganzen Welt Programme zur Förderung der Elektromobilität und der erneuerbaren Energien. Ist ja nicht so dass wir oder die EU das erfunden hätten. Im Gegenteil, wir sind schon eher die Trödler , mal abgesehen von der dritten Welt, die noch ganz andere Anstrengungen vor sich hat.


09.10.2021 20:46    |    Alexander67

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 9. Oktober 2021 um 07:21:53 Uhr:

.....

Wir haben nun eine Übergangszeit die wird sicherlich noch locker zehn Jahre dauern wo wir mit einer ganzen Reihe Unzulänglichkeiten leben müssen bis wir uns daran gewöhnt haben unseren Alltag darauf einzustellen (wahrscheinlich betrifft das nur die E-Autos die ersten und zweiten Generation)

....

Gerade weil wir in einer Übergangszeit sind, mitten im Umbruch, sind Plugin Hybride derzeit sehr interessant.

 

Die haben die Reichweite von Verbrennern.

Können elektrisch pur.

Und haben mehr Rekuperationsmöglichkeiten als Vollhybride.


09.10.2021 21:50    |    Schwarzwald4motion

Es gibt bestimmt Fahrprofile wo ein PHEV sogar sinnvoll sein könnte, trotzdem schleppt man dann meistens einen Motor unnötig herum der aufwändig gewartet werden muss.

Trotz Fördermaßnahmen dürfte ein PHEV in aller erster Linie den Herstellern beim Übergang nutzen.

 

Und mir fällt jetzt beim besten willen nicht ein inwiefern das die Gerechtigkeitsthematik tangiert.


09.10.2021 21:52    |    notting

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 9. Oktober 2021 um 21:50:06 Uhr:

Es gibt bestimmt Fahrprofile wo ein PHEV sogar sinnvoll sein könnte, trotzdem schleppt man dann meistens einen Motor unnötig herum der aufwändig gewartet werden muss.

Trotz Fördermaßnahmen dürfte ein PHEV in aller erster Linie den Herstellern beim Übergang nutzen.

 

Und mir fällt jetzt beim besten willen nicht ein inwiefern das die Gerechtigkeitsthematik tangiert.

Es sollte trotz geringerem Kaufpreis Sprit sparen, insb. wenn man zwischendrin doch mal die Chance hat zu laden, auch wenn die meisten PHEV sehr lahm laden.

 

notting


09.10.2021 22:00    |    cookie_dent

Zitat:

@reox schrieb am 9. Oktober 2021 um 17:00:36 Uhr:

Wo wird denn die Technologie eingeschränkt? Die EU fordert ab 2035 CO2-Neutralität beim PKW. Alle Hersteller und Kraftstoffanbieter haben alle Freiheiten, dieses, mit welcher Technologie auch immer, zu entwickeln.

Die Technologie wird in sofern eingeschränkt das 4,1 Milliarden € derzeit in die Förderung der PKW Elektromobilität gesteckt werden, zu Power to X gibt es da lediglich:

 

Zitat:

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "PtX-Technologien sind der Schlüssel für einen klimafreundlichen See- und Luftverkehr..."

Die Nationale Wasserstoffstrategie enthält 600 Millionen Euro, die das BMU zur Förderung der Herstellung von strombasierten Kraftstoffen für den Luft- und Seeverkehr nutzen wird.

Also nicht für PKW´s

Das ist eine eindeutig festgelegte Marschrichtung und das meine ich mit "keine Technologieoffenheit".

 

Natürlich können Hersteller und Kraftstoffanbieter entwickeln bis sie schwarz werden, aber wozu wenn es nicht gewünscht und gefördert wird?


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