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23.05.2018 21:31    |    ElHeineken    |    Kommentare (50)    |   Stichworte: 2 (6K), Benzinfilter, Ibiza, Luftfilter, Öl, Seat, Wartung, Zündkerzen

Bei Familienautos die nur selten gefahren werden und schon höheres Alter haben ist die Wartungshistorie häufiger mal, sagen wir, "löchrig" :D

 

Noch mit altem ZahnriemenNoch mit altem ZahnriemenEin Beispiel hier der Zahnriemen. Laut Wartungsplan soll er alle 90.000 km ersetzt werden, ein maximales Alter ist nicht angegeben.

 

Jetzt könnte man argumentieren dass der ja bei 64.197 km getauscht wurde und man damit ja noch bis 154.000 km warten könnte .. aber schon die Tatsache dass er das letzte Mal nach exakt zehn Jahren (2007) und mit weniger als 90.000 km dran war spricht eine andere Sprache.

 

Mit nun fast 11 Jahren seit dem letzten Wechsel sollte man sich dringend darum kümmern.

 

Auch wenn ich schon einmal einen Zahnriemen selber gewechselt habe so sind meine Erinnerungen daran nicht wirklich schön. Man kann zwar viel Geld sparen (schließlich ist der Riemen billig) aber das Risiko ist eben auch nicht unerheblich, zusätzlich der Zeitaufwand.

 

Alt und neuAlt und neuAlso erst mal einen Werkstattermin ausmachen. Wenige Tage später steht der Wagen mit neuer Wasserpumpe, neuem Kühlwasser, neuem Zahnriemen, Spanner und Keilrippenriemen da. Feine Sache :)

 

Die restlichen Punkte auf dem Plan wären die folgenden:

  • Öl- und Ölfilterwechsel (alle 15.000 km)
  • Luftfilterwechsel (alle 60.000 km)
  • Benzinfilterwechsel (60.000 km)
  • Zündkerzenwechsel (alle 90.000 km)

 

Im Nachhinein hätte man sich das mit den Zündkerzen sparen können. Hatte ich wohl mit dem Modell vor 1996 verwechselt denn dort sind sie alle 30.000 km fällig.

 

Neu und altNeu und altDer Luftfilter hätte vielleicht noch ein bisschen drin bleiben können aber da macht man auch lieber reinen Tisch, gleiches gilt für den Benzinfilter. Da er im Gegensatz zum Jazz nicht im Tank verbaut ist geht dabei auch kein halber Vormittag drauf.

 

Bis auf die Tatsache dass man einen sehr schlanken Kerzenschlüssel benutzen sollte (den ich natürlich nicht hatte) und man die Alukappen an den Kerzen vor dem Einbau herunter schraubt :rolleyes:) ging es einfach. Abdeckung und Luftfiltergehäuse hrunter, Zündkabel abziehen, Kerzen herausschrauben, hinein schrauben, Kabel wieder drauf, fertig.

 

Die Kerzen in ihre LöchernDie Kerzen in ihre LöchernEin Ölwechsel ohne besondere Vorkommnisse mal abgesehen von der Zeit die es gedauert hat ein geeignetes Öl auf Basis einer 20 Jahre alten Anleitung zu besorgen. Am Ende fiel die Wahl auf ein teilsynthetisches 5W-40 mit passender VW-Freigabe.

 

Das gleiche Öl steckt auch im Jazz, da konnte man gleich das übrig gebliebene weiterverwenden und muss keine Reste zur Rückgabestelle bringen.

 

Das die Brühe vermutlich 30.000 statt 15.000 km drin war (Alter unbekannt) hat man ihr schon angemerkt.

 

Schwarzes Gold?Schwarzes Gold?Beim herausschrauben des sehr festen Ölfilters kam die Aufnahme fast mit heraus und warum der Ölfilter hinten eine Schraube hat ist mir jetzt auch klar. Mit "eine dreiviertel Umdrehung festziehen" ist es da nämlich nicht getan, zumindest wenn man keinen Ölverlust haben möchte.

 

Nun noch einen Blick auf die Belag- und Bremsscheibendicke werfen. Hier netterweise keine Überraschungen. Auch die Reifen sollten noch bis zum Ende der Saison halten.

 

Die Kontrolle der der Belagdicke in den Trommeln der Hinterachse geht dank eines Gummistopfens, einer Taschenlampe und einem Zahnarztspiegel erfreulich schnell von statten, zumindest verglichen mit dem Abnehmen der Trommel denn das schließt die Demontage des Radlagers mit ein :p

 

Blick in die TrommelBlick in die TrommelBei der Gelegenheit gleich die vorderen Bremsscheiben vermessen denn der Ersatzteilmarkt listet mindestens drei verschiedene Bremsen für dieses Fahrzeug. Nun wissen wir im Zweifel was zu bestellen ist (innenbelüftet, 20 mm Dicke und 240 mm Durchmesser).

 

Zum Benzinfilter gibt es nur den üblichen Hinweis die Sicherung der Benzinpumpe zu ziehen (Nr. 18 im Sicherungskasten am linken Knie des Fahrers) wärend der Motor läuft. Nach kurzem Gestotter geht der Wagen aus und die Benzinleitung ist drucklos.

 

Neuer Filter über der Mitte der HinterachseNeuer Filter über der Mitte der HinterachseTrotzdem ein bisschen eine Sauerei, vor allem da doch einige 100 ml im Filter verbleiben. Alten Filter aushängen, neuen Filter einhängen, Sicherung wieder rein, Zündung einige Male ein und aus schalten (damit die Pumpe Druck aufbauen kann) und gestartet - alles dicht.

 

Zu guter Letzt noch eine Probefahrt und das Zurücksetzen der Wartungsanzeige, finito :D Hoffen wir mal das uns der Kleine mit der schwergängigen Kupplung und den leichten Rostspuren noch lange Freude machen wird.

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24.05.2018 01:38    |    jcwfan

Schönes Auto! :) Ich hatte einen 94er in dunkelblau-violett-metallic. Sehr zuverlässig der Kleine...;)

Zahnriemenintervall, laut Seat damals, alle 110000km oder 10 Jahre. Gewechselt bei 100000km.

Hochwertige Zündkerzen inkl. Kabel und Stecker behob mein "Regenwetter-Start-Problem" (hatten alle meine Bekannten mit ihren 3er/4er Golfs); sollte an der Verteilerkappe liegen (war bei mir aber nicht der Fall).

Öl hatte ich ein teilsynthetisches von ROWE, ich meine 10W40.

Mit Rost hatte meiner ein bissl zu kämpfen. Unterboden um die Gummistopfen und am Einstiegskasten. Unterboden teilweise durch Hartwachs ersetzt und konserviert inkl. Hohlraumkonservierung. Da musste ich dran bleiben...;)

Ich denke, mit dem Ibi kann man lange Freude haben. Freue mich immer, wenn ich einen 6K sehe...Erinnerungen ;)

Dann weiterhin gute Fahrt! :)


24.05.2018 05:54    |    ElHeineken

@jcwfan Danke :)


24.05.2018 06:17    |    ToledoDriver82

Wie einfach doch die Wartung bei solchen Autos ist ;) wenn das Blech mit macht (sehr schlechte Erfahrungen beim Toledo 1L) dann sollte der noch ne ganze Weile halten.


24.05.2018 06:24    |    ElHeineken

Ja, der Rost ..

Hier geht es rund um das linke, hintere Blech los. Es wurde nach unachtsamem Abbiegen eines Lastwagenfahrers vor vielen Jahren ausgetauscht.

 

Fürst erste mal mit Fett versiegelt aber werde da wohl die Tage mal ran müssen.



24.05.2018 07:02    |    ToledoDriver82

Bei meinem 1L war de Unterboden an allen Stopfen durch,teilweise Faust groß und das ist erst nach dem entfernen vom originalen USB sichtbar geworden...dafür waren Schweller und Radläufe ok.

Bin ja auch wieder auf der Suche und so etwas "einfaches" in der Wartung ist das was ich brauche, allerdings eine Nummer größer und auch mal Langstrecken tauglich.


24.05.2018 11:20    |    Goify

So habe ich es beim Familien-Forester auch gemacht, nur musste ich zusätzlich das Öl im Differential wechseln und habe dann ein Loch im Endschalldämpfer und einen ölenden Stoßdämpfer entdeckt. Macht zusätzliche 1.100 €.

Das hört sich extrem an, denn die Stoßdämpfer sollte man paarweise ersetzen, damit er mit nur einem neuen Niveau-Dämpfer nicht schief steht und ein Stück kostet 400 € und gibt es nur original von Subaru.

 

Übermorgen baue ich das dann alles ein und werde das Fahrwerk mit Wasserwaage erst mal grob wieder einstellen.


24.05.2018 18:16    |    jcwfan

@ToledoDriver82 Jup, bei mir auch. Allerdings Schweller, wo die Bleche aufeinander treffen, blöde Stelle bei mir. War kurz davor, den kompletten Unterbodenschutz zu entfernen und komplett auf Wachs zu wechseln.:mad: Radläufe auch top. Hab die leichten Steinschlag Rostflecken vom Vorbesitzer entfernt und Ruhe.

@ElHeineken Die Naht am Einstiegskasten? Bei mir meinte man, das käme von innen. Aber: Ich habe den Rost entfernt, lackiert und dick mit Fett eingeschmiert (an der Naht ist der Lack durch die Bewegung immer minimal gerissen). Kam kein Rost nach.

Wo auch viele Ibis Rost hatten: Ablauf vorne, hinter den Radläufen. Hatte ich immer im Blick, den Dreck brav rausgespült und blieb, zum Glück, rostfrei.


24.05.2018 18:21    |    ToledoDriver82

Zitat:

@ToledoDriver82 Jup, bei mir auch. Allerdings Schweller, wo die Bleche aufeinander treffen, blöde Stelle bei mir. War kurz davor, den kompletten Unterbodenschutz zu entfernen und komplett auf Wachs zu wechseln.:mad: Radläufe auch top. Hab die leichten Steinschlag Rostflecken vom Vorbesitzer entfernt und Ruhe.

War das erste Auto das ich noch vorm TÜV Ende zum Verwerter gebracht habe


Bilder

24.05.2018 19:37    |    jcwfan

Zitat: War das erste Auto das ich noch vorm TÜV Ende zum Verwerter gebracht habe

Oje, wenn das Blech nicht hält... Ich hab mir schon überlegt, ob die Flintstones Variante was für mich wäre :D


24.05.2018 19:39    |    ToledoDriver82

:D:D:D kommt vor,man lernt eben immer dazu ;)


24.05.2018 20:05    |    ElHeineken

In meinem Fall gehe ich mal davon aus dass der Rost von außen kommt. Wenn er dann irgendwann von Innen anschlägt war es das dann eh .. wäre mein erstes Auto das so endet.

PS: Das erinnert mich daran das der NSX mit der Alu-Karosserie die richtige Wahl war :D


24.05.2018 20:07    |    ToledoDriver82

Zitat:

PS: Das erinnert mich daran das der NSX mit der Alu-Karosserie die richtige Wahl war :D

Das war so oder so eine gute Wahl :D


24.05.2018 20:13    |    ElHeineken

:D


24.05.2018 22:33    |    Goify

Also das Alu, was ich kenne, korrodiert mind. so schlimm wie gewöhnlicher Stahl. Da sehe ich keinen Vorteil.


25.05.2018 06:06    |    ElHeineken

Also da bin ich doch leicht anderer Meinung. Insbesondere ohne Salzkontakt kann man Alu den ganzen Tag im Regen stehen lasen ohne das viel passiert. Mit einer Stahlkarosserie der direkte Weg zum Rat :D

 

Natürlich ist auch Alu nicht für die Ewigkeit aber doch wesentlich gutmütiger als Stahl. Nofalls fragen wir mal die Audi A2-Gemeinde dazu.


25.05.2018 20:44    |    DeutzDavid

Gar nicht so schlimm, wäre sogar noch gegangen

 

Neu ist aber immer besser

 

 

In Afrika gehts auch ohne Ölwechsel, und da laufen die teilweise noch mehrere 100.000km mit demselben Öl


25.05.2018 21:02    |    Turboschlumpf6

Natürlich! Sogar mehrere Millionen km mir einer Tankfüllung. ;)


25.05.2018 21:12    |    ElHeineken

Egal was, ich werde es nicht ausprobieren :D


25.05.2018 21:19    |    ToledoDriver82

Ich auch nicht :D


26.05.2018 09:53    |    DeutzDavid

Ca. 4 Jahre und 100.000km ohne Ölwechsel beim W124 ging ohne Probleme, der Motor lief immer :D Wir haben nur ab und zu etwas nachgefüllt

 

 

Geht aber nur bei alten Motoren, heute wären da ständig alle Ölsiebe zu


26.05.2018 13:51    |    Turboschlumpf6

Bei Audi muss man ständig nachfüllen. So bleibt das Öl stets frisch. :)


26.05.2018 14:18    |    DeutzDavid

1l auf 5000km ca.


26.05.2018 14:51    |    Turboschlumpf6

Mein Arbeitskollege kippt 1 Liter auf 800 km rein. Er sagt, da wäre noch alles im Rahmen.

 

Ich habe bei den allermeisten Autos niemals Öl nachfüllen müssen. Der Benz hat jetzt auch keinen Tropfen auf 20.000 km verloren.


26.05.2018 16:33    |    tommel1960

`99 er Ibiza vor 7 Jahren für 700 erworben, hat sich letztens der TÜV Prüfer gewundert, nichts zum Durchkloppen. Nockenwelle/Hydrostößel neu (gebraucht), Bremse hinten neu, gebrauchten Kat eingeschweißt, Auspufftopf hinten, Gelenkwellenmanschette außen, und Schaltwellensimmering. Läuft seit ca 30.000 Km.


Bild

26.05.2018 17:21    |    Turboschlumpf6

Ich fand diese Ibiza-Generation damals richtig cool. Heute wirkt so ein Ibiza schon arg alt.


26.05.2018 17:50    |    tommel1960

Ach ja, die Zündspule mußte auch getauscht werden. Auch gebraucht aus einem Polo 6 N, bei 165.000 darf die mal kaputt gehen.


26.05.2018 18:05    |    ElHeineken

Bisher bin ich zufrieden. Einzig wirklich störend finde ich die schwergängige Kupplung.

Da mir der Vergleich fehlt kann ich aber nicht sagen ob das normal ist oder vielleicht doch nicht..


26.05.2018 18:11    |    tommel1960

Meistens ist das Ausrücklager auf der Führung trocken, kann man leider nicht schmieren, da in der Getriebeglocke. Dadurch ist die Kupplung schwergängig, ist aber auch bei anderen Fabrikaten so.


26.05.2018 18:44    |    ElHeineken

Das ist auch eine Aussage, dann werde ich da nicht mehr viel rumprobieren :D


26.05.2018 18:56    |    tommel1960

Hab versucht, das Lager durch das Schauloch am Getriebe mit Öl gangbar zu machen, hielt paar Wochen. Getriebe hatte ich so oder so ausgebaut, dann das Lager gefettet, und ging wieder leicht.


26.05.2018 19:50    |    ElHeineken

Dake. Werde ich mal im Kopf behalten für den Fall dass mal ein Kupplungswechsel ansteht.


27.05.2018 18:06    |    ElHeineken

Frage mich gerade wie es ausgerechnet dieser Blogeintrag mal wieder auf die Motor-Talk Titelseite geschafft hat .. das hat immer so etwas Orakel-artiges :D


27.05.2018 18:08    |    DeutzDavid

Ist doch ein recht interessanter Blog :D

 

 

Hier übrigens das Bild, außer neuen Glühkerzen und ab und zu Luftfilter ausblasen, hatte der Motor mit ca. 500.000km nie was

 

Der Staub hat die Maschine geschützt :D

 

 

Der lief immer, auch ohne Ölwechsel :D Hatte das gute 15W-40 mineralisch drin


Bild

27.05.2018 18:18    |    ElHeineken

Nachdem du einen Liter auf 5000 km geschrieben hast kann das gut sein.

Der Seat braucht nach Wartungsplan 3,5 l alle 15.000 km, das käme dann fast hin :D


04.06.2018 23:05    |    Jebo76

Mir würde noch einfallen alle 2 bis 3 die Bremsflüssigkeit zu wechseln, bzw. wechseln zu lassen.


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