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21.06.2020 21:31    |    ElHeineken    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: Austausch, Elektrik, Elektronik, Honda, Kondensator, Kontrollmodul, Lüfter, NA1, NSX

Nach dem vielen Aufwand der in die Konstruktion des Tacho-Testers gegangen ist mal zur Abwechslung was einfaches: Den Kondensatortausch im Lüfterkontrollmodul. Warum einfach? Weil es nur ein einziger Kondensator ist und auch die Platine wie in einem Radio aus den 90er aussieht (sie ist sogar nur einlagig).

 

LüfterkontrollmodulLüfterkontrollmodul Konkrete Problem mit dem Kondensator in diesem Steuergerät für die Motorlüfter sind zwar nicht bekannt, dafür kann es aber Probleme mit kalten Lötstellen geben.

 

Diese führen dazu, dass die Lüfter ab Zündung-Ein laufen obwohl sie das erst tun sollen wenn die Kühlmitteltemperatur ein gewisses Maß überschritten hat.

 

Hier sehr schön illustriert in einem Video von Kaz aus dem NSX-Club Großbritannien. Erst laufen die Lüfter sofort an, beim zweiten ist Ruhe.

 

 

Da wir die Paneele hinter den Sitzen wegen Zugriffs auf das Traktionskontrollmodul (TCS) sowieso ab haben, kümmern wir uns auch gleich um das Lüfterkontrollmodul.

 

Losgeschraubt und Stecker gelöstLosgeschraubt und Stecker gelöstEs befindet sich als unauffälliger, kleiner schwarzer Kasten ziemlich genau in der Mitte zwischen den Sitzen. Für den Zugriff entfernen wir jeweils das Panel hinter dem Fahrer- und Beifahrersitz. Dazu muss als erstes die Abdeckung ganz oben aus ihren drei Clips (Links, Mitte, Rechts) gezogen werden. Anschließend können die beiden großen Paneele hinter den Sitzen entfernt werden.

 

Idealerweise werden sie nach oben geschoben und ausgehängt wodurch die Clips im Fahrzeug verbleiben. Mit etwas mehr Gewalt kann man die Clips aber auch mit heraus ziehen - Honda hält sie in den Paneelen in Metallführungen, sie gehen also nicht so leicht kaputt.

 

Das Modul ist oben und unten festgeschraubt, unten kann es etwas fummelig werden aber das zentrale Element der Rückwand lässt sich nur entfernen wenn die Armstütze ausgebaut wird und das war mir dann doch zu viel Aufwand.

 

Nach dem ÖffnenNach dem ÖffnenHält man das Gehäuse in der Hand entdeckt man, dass es nicht zusammengeschraubt sondern nur zusammengeclipst ist. Biegt man das Gehäuse vorsichtig auseinander fällt der Boden raus und die Platine ist frei.

 

Der zu ersetzende Kondensator hört auf den Namen "C4" hat 10 V und 100 uF. Der Durchmesser beträgt 5 mm und die Höhe 10 mm. Die Beine haben Rastermaß 5 mm (RM5). Da wir auch hier auf trockene Polymer-Kondensatoren setzen wird er durch einen United Chemicon PSF mit 16 V, 100 uF, 6.3 mm Durchmesser, 6 mm Höhe und Rastermaß 2,5 ersetzt.

 

Er taugt als Ersatz da die Spannung immer höher sein darf, er niedriger sowie genug Platz für den größeren Durchmesser da ist und sich die Beine auf 5 mm aufbiegen lassen.

 

ErledigtErledigtDer Einbau ist kein größeres Problem - auslöten, noch einmal die technischen Daten überprüfen und beim Einbau des neuen Kondensators die Polung beachten - fertig.

 

Von kalten Lötstellen war übrigens nichts zu finden aber sollte das Problem später einmal auftreten ist es schnell behoben - bezüglich des Kondensators brauchen wir uns auf jeden Fall keinen Kopf mehr machen.

 

In einem nächsten Eintrag dann der gleiche Spaß für das Traktionskontrollmodul - da lötet es sich schon deutlich schwerer aber auch das bekommt man hin.

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22.06.2020 12:02    |    der_Derk

Hm, schon interessant, dass in der 12 V-Umgebung ein 10 V-Typ verwendet wurde...

 

Die Platine hat 'nen Coating (Schutzlack), den hast Du an der Lötstelle natürlich erneuert? ;)


22.06.2020 12:04    |    ElHeineken

Klar, allerdings mit dem Pinsel :D


22.06.2020 12:31    |    der_Derk

Auch damit wäre der normativen Anforderung Genüge getan ;).

 

Wird nur gerne vergessen bei Reparaturen, und der Hersteller hat diesen Millicentbetrag ja auch nicht grundlos bei der Fertigung investiert...


22.06.2020 15:07    |    lippe1audi

Habe auch deinen Bericht über die Kondensator-Tauschorgie beim Tacho-Modu gelesen. Kann es ein, dass du unter Verfolgungswahn hinsichtlich der Störung durch defekte Kondensatoren leidest, oder sind in den Honda-Elektronik-Komponenten/Baugruppen durch die Bank minderwertige C's verbaut? Auch das: Was hat eine kalte Lötstelle mit Kondensatoren gemein? Eigentlich überhaupt nichts, diese "Kalten" gibt es bei allen Bautteilen. Eher könnte ich mir vorstellen, dass größere, axial verdrahtete C's bei mechanischem Stress im Auto erheblich stärker anfällig an ihren Anschlüssen sein könnten. Das hat dann aber nichts mit "Kalter" zu tun, sondern damit, dass die Dinger einfach nicht solide befestigt sind, z.B. durch andere Montage und einen Klecks Heißkleber.

Die 10 Volt des C's sind dann - aber auch nur dann - leicht erklärbar, wenn z.B. wegen der vielen ICs ein Spannungsregler für 5 Volt sorgt.

Grüße, lippe1audi


22.06.2020 15:25    |    raphrav

Ne, das Thema ist ein anderes: Es werden Autos zu Oldtimern, die nennenswerte Elektronik verbaut haben. Und gerade in den "Anfangszeiten" der Elektronik im großen Stil waren die Packmaße auf der Platine noch entspannter, und man musste noch einiges in puncto Haltbarkeit lernen. Die Folge: Es wurden eben diese Elkos massenhaft verbaut.

Und so haben wir halt Autos, die nun 30 werden und voll Elektronik sind, aber eben noch nicht die prinzipiell (physikalisch) haltbare haben.

 

Heutzutage nimmst ja Elkos z.B. nur noch da, wo es entweder egal ist oder wirklich nicht anders geht, alles andere erledigt Keramik, schon alleine, weil die Kapazitätsdichte da mittlerweile wesentlich höher ist und damit die Platine kleiner wird.

Und so kacke SMD für den Bastler oder auch für Reparaturen ist, mechanisch haltbarer sind die Platinen halt (vielleicht auch nicht das Entscheidungskriterium, sondern Herstellkosten und Baugröße, aber halt auch so ein Nebeneffekt...)

 

Und genau dazwischen, zwischen "keiner Elektronik" und "haltbarer Elektronik" ist der NSX.

Und vielleicht ist der Autor hier einer der ersten, der sich das antut und es auch noch dokumentiert, aber er wird nicht alleine bleiben, da bin ich sicher.

Auf die Oldtimerfreunde unter uns kommt da eine riesige Welle zu...

 

Und noch ein Punkt zu den Spannungsfestigkeiten der Elkos. Die sind immer eine Maximalangabe, was der Elko kann/darf. Wenn du mehr nimmst, hast du zwei "Nachteile": Einmal den Preis (Pi mal Daumen 6ct statt 5ct, also egal), einmal die Baugröße. Wie hier aber schön beschrieben, wurden die über die Jahre sowieso massiv kleiner, also auch kein Nachteil. Elektrisch gesehen sowieso nicht...


22.06.2020 16:31    |    ElHeineken

@lippe1audi : Mit der kalten Lötstelle hast du natürlich recht, das ist unabhängig von der Problematik mit den auslaufenden Kondensatoren. Normalerweise wartete man bis das Problem mit den laufenden Lüftern auftritt und lötete dann nach.

 

Da ich das Ding eh schon draußen hatte und keine Probleme mit den Lötstellen erkennen konnte habe ich mich kurzfristig entschieden den einen Kondensatortausch zu tauschen - mehr steckt eigentlich nicht dahinter.

 

Da die NSX-Gemeinde recht gut vernetzt ist gibt es kaum Schwächen die nicht schon mehrfach aufgetreten sind. Was die Probleme der Audio-Komponenten und der Klimaanlagensteuerung angeht kann ich dir sogar die wahrscheinlichste Reihenfolge mitteilen in der sie ausfallen werden :-)

 

So unproblematisch der Wagen bei der Mechanik ist, so viel (klassische) Elektronik steckt drin. Manches wurde im Lauf der Jahre nachgebessert (z.B. die elektrische Servolenkung) aber das meiste ist unverändert. Alles noch ohne ein Bussystem aufgebaut und die Kabelstränge entsprechend mächtig.

 

Wir sind gerade dabei den Tacho-Tester noch einmal aufzubohren und alle Funktionen zu unterstützen. Alleine 38 logische Eingänge plus diverser Kleinkram auf 60 Pins.

 

Was zu meiner Paranoia auch noch dazu kommt sind die exorbitanten Ersatzteilpreise (sofern noch erhältlich). Egal welches Steuergerät abraucht, es wird sehr, sehr teuer.

 

Vielleicht erklärt das meinen Alt-Kondensatoren-Allergie ein wenig :D


22.06.2020 16:33    |    ElHeineken

@raphrav Damit triffst du den Nagel auf den Kopf. Im Bereich der Stereoanlagen, usw. ist die Problematik ganz ähnlich wenn auch in leicht anderer Form. Nicht wenig Anbieter haben sich auf die Wiederbelebung und Überholung von HiFi-Komponenten spezialisiert und was dort als erstes raus fliegt sind die Kondensatoren :D


23.06.2020 06:56    |    Quautiputzli

Hi, es ist hier doch die Rede von den Lüftern hinter dem Kühler oder. Da muss ich mal schauen, ob das beim Legend so ähnlich ist. Ich denke schon, dass die bei mir immer gleich auf kleiner Stufe anlaufen. Da muss ich mal zum Test die Klima ausmachen, sonst denke ich ist es normal dass die anlaufen.


23.06.2020 07:16    |    ElHeineken

Kann natürlich beim Legend so sein, beim NSX ist es aber so dass die Lüfter bei kaltem Motor nicht anlaufen sollen, außer natürlich die Klima ist an.

 

Aber vielleicht ist ja das selbe Modul verbaut und es finden sich ein paar kalte Lötstellen?

 

PS: Ich habe für deinen Legend letztens einen Satz Microfilme gekauft. Würde ich dir gerne zukommem lassen - muss sie aber noch scannen.


23.06.2020 09:27    |    lippe1audi

@ ElHeineken

Hm.... bin kein Honda-Fahrer/Kenner. Sollte es sich um einen (Fst-) Oldtimer handeln, wären Kondensatorprobleme allerdings deutlich besser nachvollziehbar. Ohne dies zu wissen, hatte ich gemutmaßt, das die C's eher vorsorglich gewechselt wurden. Das Prob mit alten Elkos kenne ich selbst leider zur Genüge, z.B. in Computern. Musste gerade erst vor 2 Wochen einen alten, sonst extrem zuverlässigen Compi ausrangieren, weil die C's der Netzteile auf der Hauptplatine allesamt "aufgeblüht" waren. Da half auch ein Auswechseln nicht mehr, bei deren Defekt hatten sie noch andere Bautteile "mitgenommen".

Kann dir nur noch empfehlen, bei der Auswahl dann auf qualitativ Gute zu setzen, z.B. solche mit sehr geringem Innenwiderstand. Die sind bei Impulsbelastungen stabiler. Ist wie fast immer im Leben, für Qualität muss man erheblich tiefer in die Tasche greifen.

Ach, noch'n Hinweis, aufgrund eines Statements von dir in dem Tacho-Tester-Beitrag. Da hattest du eine schöne Platine entworfen, die aber dann doch nicht genutzt, weil dir der Aufwand für eine Erstellung zu hoch war.

Schau dich mal in Fernost um, da bekommt man nach dem Einsenden der Daten für die Vorlage für einen Betrag unter 10 Euro gleich 5 Exemplare dieser Platine. Dauert zwar 3 Wochen, aber für den Preis ist das Warten lohnend. Als ein Beispiel für solche Hersteller nenne ich "elecrow.com". In z.B. Elektronik-Foren bekommst du aber noch weitere Hersteller genannt, und kannst auch was über deren Service und Zuverlässigkeit erfahren.

 

Und noch 'ne Frage, die du aber nicht beantworten musst, wenn sie dir nicht gefallen sollte: bist du Dortmunder?

Grüße, lippe1audi


23.06.2020 19:35    |    ElHeineken

@lippe1audi

In meinem Fall ist der Wagen von 1997 und der Austausch ist prophylaktisch. Das Gros der Fahrzeuge ist aus 1991 und damit schon bald im Oldtimer-Alter.

Habe im letzten Winter das 1991er Klimabedienteil eines befreundeten Fahrers repariert - der hat gewartet bis es Funktionsstörungen gab: https://www.motor-talk.de/.../...toren-klimasteuerung-ii-t6751405.html

 

Soweit möglich werden die Kondensatoren durch trockene Aluminium-Polymer mit möglichst hoher Lebensdauer (sofern erhältlich und die Größe mitspielt) ersetzt. Die haben besonders gute Werte, außer natürlich beim Leckstrom. Daher mache ich Ausnahmen für analoge Schaltkreise (Audio-Verstärker, Tachonadeltreiber) bzw. dort wo es sich nicht um Stützkondensatoren handelt. Beim Tacho z.B. sind Sondertypen mit besonders niedrigem Leckstrom verbaut, da braucht man erst gar nicht mit Alu-Polymer ankommen.

 

Bezüglich der Platinen kam heute Post von JLCPCB (siehe Anhang).

Da ich meine Fehlerquote kenne bevorzuge ich einen funktionierenden Prototypen bevor ich etwas in Auftrag gebe. So kann ich einigermaßen sicher sein, dass die Platinen auch funktionieren ..

 

Oh, bevor ich es vergesse, ich wohne in der Region Stuttgart und bin in Zuffenhausen aufgewachsen - überlege immer mal ob ich den NSX mal zum Foto-Shooting vor's Porsche-Museum stellen soll :D


Bild

24.06.2020 13:17    |    Quautiputzli

Habs mal getestet bei mir. Der Lüftermotor geht nicht an wenn man die Zündung einschaltet. Selbst mit Klima nicht.


24.06.2020 19:13    |    ElHeineken

Das klingt ja erst mal so als ob alles OK wäre.


25.06.2020 12:46    |    Trottel2011

Interessant finde ich, dass Honda eher Elektrikprobleme in dem Alter haben kann... Bei Jaguar sind es Kabelprobleme, wie bei Benz. Nur dass bei Benz die Kabel vergammelten (biologisch abgebaut) während bei Jaguar die Kabel einfach gebacken werden und zu Staub zerfallen.

 

Beim Motorsteuergerät für den V12 gibt es eine Schwachstelle, den ich hoffe niemals zu haben... Auf dem Steuergerät - welches im Kofferraum sitzt - ist ein Unterdrucksensor. Dieses erhält per Schlauch vom Motorraum seinen Unterdruck. Mal eben ca. 3m Schlauch und Rohr, welches über Jahrzehnte undicht wird. Der Sensor, der so extrem empfindlich ist, muss auch genauestens eingerichtet werden. Sicherlich könnte man da mit Poteniometern usw. arbeiten aber nö... Will ich nicht :D

 

DA habe ich Schiss vor...


25.06.2020 12:55    |    ElHeineken

Das klingt wahrlich nach einer interessanten Konstruktion :D


25.06.2020 14:31    |    lippe1audi

Fehlerquote beim Erstellen eines Platinenlayouts? Hm.... das kommt mir irgendwie bekannt vor. Bei den aus meiner Sicht aufwendigeren selbst erstellten Layouts gibts deshalb häufiger zwei Versionen: die Fertige (F) und die um Fehler bereinigte Fertige (FbF). Bei meinem letzten Projekt hatte ich für meinen 14 Jahre alten Audi eine Öl-Temp-Anzeige erstellt und eingebaut. Auch hier gabs die zwei Platinen-Stadien. Obwohl die FbF-Platinen von meinem China-Fertiger schon länger zurück sind, ist immer noch die F-Platine im Auto. Hier 'ne Leiterbahn, da eine, die Kontaktbelegung einer Steckverbindung, etc......, aber egal, solange das funktioniert, bleibt die auch drin.:p

 

Die teil-persönliche Anfrage deswegen, weil ich mich zu erinnern glaubte, dass in meiner Wohnortnähe ein Honda-Händler gleichen Namens seine Zelte hat. Stimmte aber doch nicht ganz, nur die ersten 5 Buchstaben seines Namens stimmen überein.

Grüße, lippe1audi


01.07.2020 14:17    |    bluebrain

Zitat:

Hm, schon interessant, dass in der 12 V-Umgebung ein 10 V-Typ verwendet wurde...

Weil die Schaltung mit 5V läuft und nicht mit 12V.


01.07.2020 17:30    |    lippe1audi

War schon 13 Beiträge vorher beantwortet.;)

Grüße, lippe1audi


01.07.2020 19:37    |    bluebrain

oops :)


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