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BMW...aber nicht nur

Verschiedenes aus dem Alltag eines Autofans

03.02.2009 23:03    |    BMW-Fan91    |    Kommentare (54)    |   Stichworte: Kommentar

Haltet Ihr es für den richten Schritt, die Oldtimer zur Rettung von GM zu versteigern?

GM-KonzernzentraleGM-Konzernzentrale

Guten Abend liebe Blogleser,

 

was haben wir nicht alles negatives über die Wirtschaftslage lesen müssen in den letzten Tagen, Wochen, Monaten. Schwarzmalerisch wurde da eine unglaublich schlechte Konjunktur vorhergesagt, solange bis es selbst die geglaubt haben, die von der Finanzkrise kaum was gespürt haben.

 

Die Geschichte des ehemals weltgrößten Automobilproduzenten der Welt, General Motors hingegen, ist Realität, bittere Realität für zehntausende von Arbeitern in der amerikanischen Auto- und Zuliefererindustrie.

Was ist aus GM geworden?

Aus einem Konzern, der starrsinnig und naiv an einer Modellpolitik festgehalen hat, die man schon vor Jahren über den Haufen hätte werfen müssen.

Einem Konzern, der es geschafft hat, mit einseitiger Technik, einseitigem Design und einseitigem, viel zu hohen Spritverbrauch den immer stärker werdenden Trend der Umweltfreundlichkeit, der ja schließlich nicht von heute auf morgen und schon gar nicht unbegründet aufkam, gekonnt zu ignorieren.

 

Was muss passieren, damit kurzsichtige, träge Führungspersonen die Zeit zum Handeln erkennen. Anscheinend, wie schon so oft in der Geschichte der Menschheit, eine Trägodie mehr oder weniger starken Ausmaßes. Ist es denn nicht möglich, die blindmachende Brille des momentanen Erfolges abzulegen um vorrausschauend zu handeln.

 

Das ist doch das, was uns immer nahe gelegt wird: vorausschauendes Handeln, Fahren, Kaufen usw. Aber was ist in den Führungsetagen?

Wollte oder konnte man die Tendenz zur Abkehr von fossilen Brennstoffen im Automobilsektor nicht wahrnehmen? Wahrscheinlich Möglichkeit Nr.1.

Solange es funktioniert, dachte man sich in Detroit bauen wir mal die ganz dicken Dinger. Wozu investieren, läuft doch. Hohe Absatzzahlen, klingelnde Kassen und über allem die bequemliche Arroganz, einen gesellschaftlichen Umbruch nicht wahrnehmen zu brauchen.

 

Dafür, zurcht mögen einige vielleicht sagen, erhält GM jetzt die Quittung. Es ist eigetreten, was eigentlich schon längst überfällig war.

Alles auf einem Standbein aufgebaut, welches nun weggebrochen ist. Keine Frage auch europäische Hersteller leiden, aber käme BMW auf die Idee die alten Schmuckstücke des frisch generalüberholten Museums billig zu verscherbeln?

Doch wohl kaum.

Aber gerade dies scheint für GM in der Not der einzige Ausweg zu sein, wenn auch kein wirklicher. Geht nun duch diese peinliche Oldtimerversteigerung der letzte Reste Image verloren, sind doch die erwarteten Erlöse nur ein ganz kleiner Tropfen auf den heißen Stein.

3,7 Millionen Dollar möchte GM mit dieser Versteigerung gewinnen und soll justament mit einem Überlebenskredit von 13,7 Milliarden Dollar vor der Pleite bewahrt werden.

 

Wenn man sich dieses Verhältnis vor Augen führt bleibt einem nicht mehr allzu viel zu sagen, vielleicht triffts Folgendes: Wenn schon sterben, dann mit Würde. GM ist grad auf dem besten Wege, es ohne letztgenanntes zu tun.

Aber vielleicht ist ja auch egal was im Moment passiert, wenn GM durchkommt, was man ja nur hoffen kann, dann wird aus der Krise ein absolut gestärkter Konzern herauskommen, einer der reif für die Zukunft ist.

 

Es wäre wünschenswert...

 

 

Für die, die es bis hier geschafft haben: wie seht ihr die Situation und die Zukunftschancen dieses Konzerns?

Wäre schön, wenn wir ein kleines Feedback von euch bekommen würden.

 

In dem Sinne liebe Grüße,

BMW-Fan


04.02.2009 06:19    |    Achsmanschette28188

Zitat:

Was ist aus GM geworden?

Aus einem Konzern, der starrsinnig und naiv an einer Modellpolitik festgehalen hat, die man schon vor Jahren über den Haufen hätte werfen müssen.

Hinterher ist man immer schlauer. Es gibt allerdings derzeit allgemein ein ziemlich kurzes Gedächtnis, glaube ich. Erinnern wie uns mal, wie das in den letzten Jahren war mit der deutschen GM-Tochter namens Opel:

 

* Entscheidung 1 in den 90ern: Diesel sind dreckig. Wird keiner mehr kaufen. Wir entwickeln daher keinen eigenen Diesel mehr, sondern kaufen für die paar Dieselkäufer in Fernost Motoren zu.

* Entscheidung 2: Wir haben zwar zwei ganz nette Geländekisten (Frontera, Monterey), aber sowas braucht keiner und wird daher in Zukunft auch nicht mehr gekauft. Stellen wir daher auch ein.

 

Dann kam der deutsche Autokäufer (m/w) und riss den Autoherstellern reihenweise Diesel und Geländewagen aus der Hand. Ob das sinvoll war oder nicht, lassen wie jetzt mal außen vor, weil unerheblich.

 

Folge: Opel, die eigentlich alles politisch korrekt und "richtig" gemacht hatten, marginalisierten ihren Marktanteil und fuhren in den letzten 10, 12 Jahren Verluste ein wie noch nie. Die anderen verkauften munter ihre Diesel und Geländewagen und machten über viele Jahhre Gewinne wie noch nie. Die Diskussion, ob es Opel damit heute noch geben würde, hätten die Amis die Milliarden(!)verluste nicht brav ausgeglichen, ist müßig, aber gut getan haben Opel die o.g. Entscheidungen wohl eher nicht.

 

Was wäre denn mit einer Autofirma in den USA passiert, die z.B. vor 5 Jahren gesagt hätte: Och nö Du, lieber Käufer, wir verkaufen Dir ab jetzt keine Trucks mehr, dafür hätten wir jetzt Kompaktfahrzeuge im Angebot.... würde die heute noch existieren?

 

Just my 2 cents,

 

Arvin S.


04.02.2009 08:13    |    Reifenfüller32090

GM wird nicht untergehen. Das kann sich Amerika nicht leisten. Zu viele Leute würden plötzlich auf der Straße stehen. Was sind schon 14 Mrd. $ in einem 800 Mrd. $ Notfond.

Der Rettungsschirm wird sich über dem GM Konzern öffnen er wird sanft zu Boden gleiten und mit den Steuer Milliarden weitermachen wie zuvor auch.

Die Amerikaner werden auch weiterhin GM Fahrzeuge kaufen. Der Slogan im Moment lautet doch Buy American. Obama spricht die Nation wird folgen.

 

Für mich als OPEL Fahrer und Liebhaber ist nur zu wünschen das OPEL diese Krise übersteht und endlich die Milliardendifferenz mit dem Mutterkonzern ausgeglichen wird. Das sich aber auch in der Europäischen Autowirtschaft etwas ändern muss steht wohl fest aber das ist ein anderes Thema.

 

MfG


04.02.2009 09:30    |    Achsmanschette28188

Zitat:

Das sich aber auch in der Europäischen Autowirtschaft etwas ändern muss steht wohl fest aber das ist ein anderes Thema.

Und wenn auch diesmal die Hersteller sündhaft viel Geld in sparsame Autos stecken und der Käufer (m/w) dann alles andere tut, als sie dem Hersteller aus den Händen zu reißen? (Ich sag nur A2 und Lupo 3L, Formel E, BMW eta-Serie.) Ein Bekannter von mir hat gerade seinen S5 bestellt, ein anderer wird wohl beim Q5 zuschlagen. Ob (z.B.) Audi unter diesen Vorzeichen sagt: "Okay, weg mit Q und S, wir bauen jetzt wieder den A2"? Das wäre wohl unmittelbar unternehmensgefährdend.

 

Arvin S.


04.02.2009 09:58    |    Fensterheber30844

Nicht zu Vergessen ist das AUDI plant einen Nachfolger des A2 rauszubringen, meine etwas von 2012 gelesen zu haben aber nicht zu 100% sicher.


04.02.2009 10:32    |    Wandlerautomatik

Zitat:

Ein Bekannter von mir hat gerade seinen S5 bestellt, ein anderer wird wohl beim Q5 zuschlagen. Ob (z.B.) Audi unter diesen Vorzeichen sagt: "Okay, weg mit Q und S, wir bauen jetzt wieder den A2"?

Ist ja hübsch, und vorn weg: Ich bin auch kein Ökofaschist mit meinem 10 Jahre alten 323i. Meiner Meinung nach musss sich die deutsche Automobilindustrie die Frage gefallen lassen, was sie denn für "die kleinen Leute" im Angebot hat. Also Für welche, die eine Familienkutsche benötigen. Ok, VAG ist breit aufgestellt, aber es ist eben nicht VW oder Audi, was die jetzt über die Abwrackpremie absetzen, sondern Skoda.

Bei Kleinwagen sieht's düster aus und beim Kleinstwagen ist es zappenduster. Meine Mutter braucht was neues für die Stadt. Bisher isses ein Cuore L7 vfl (Klima, alles elektrisch, jahreszeitlich zwischen 5L und 6L). Nix vergleichbares beim Deutschen zu finden. Die Französisch-Japanische CoOp (C1, 107, Aygo) hat nen lächerlichen Kofferraum (geht der Einkaufskorb nicht zwischen Rückbank und Ladekante durch - was soll'n das sein?). IQ hat keinen Kofferraum und wenn man die +2 Sitze umklappt hat man 'ne ebene Fläche von der aus der Einkauf durch den Innenraum segeln kann: Müll. Außerdem isser teuer, mager ausgestattet und designd wie 'ne Fit-Flasche. Opel Agila oder ein Corsa käme noch in Betracht, ist aber auch schon recht teuer, sowohl in der Anschaffung, als auch im Unterhalt bis hin zum Spritverbrauch. Fiat 500: schnuckelig, säuft aber. Smart: will keiner bezahlen und krankt am kurzen Radstand - Spritverbrauch ist auch nicht gerade berauschend. Es wird wieder ein Cuore werden, der L276 diesmal, ähnlich ausgestattet, wie der alte.

Kaufen kann man jetzt den Smart und den Cuore. Die anderen meinen, gegen Juli könne man wieder fragen...

 

Was ich eigentlich sagen wollte: Die Deutschen verpennen ein ganzes Marktsegment, aber heulen rum, das angeblich niemand ihre doch so tollen Autos kaufen wollen. Geht's noch?


04.02.2009 10:57    |    andyrx

bei den lächerlichen Erlösen die GM damit erzielt wäre es sinnvoller die ein oder andere Werbung oder Marketingaktion zu canceln als die eigene Geschichte zu verschleudern....mehr Negatives Marketing geht als diese Aktion geht doch gar nicht:rolleyes:

 

mfg Andy


04.02.2009 16:07    |    Arnimon

*Zynikmodus an*

 

Vielleicht ist diese Oldtimerverramschaktion lediglich eine Folge plötzlicher

Erkenntnis bei GM?

Nach dem Motto; "wir sehen das Ende nahen,laßt uns schon mal mit der

Nachlassabwicklung beginnen".

 

*Zynikmodus aus*


04.02.2009 17:19    |    S4ckr4tt3

man sollte auch nie vergessen, warum es den asiatischen autoherstellern möglich ist, diese fahrzeuge so billig auf den markt zu bringen. genauso, ist es mit inovationen. billige man-power ist eben das A und O des ganzen geschäfts! gewinne macht man mit investition. so lautet doch der allgemeine grundsatz. aber mehr gewinn macht man mit (in der quantität verglichenen) kleineren investition. das ist es was die japaner so voran treibt.

 

es gibt kaum patente deutscher hersteller, die keinen japanischen namen im entwicklungsauftrag tragen.

 

 

naja... lächerlich ist der verkauf schon. der betrag ist ein tropfen auf den heißen stein. aber warum soll man die alten kisten halten?! das firmenmuseum selber ist mit einem fahrzeug jedes models gefüllt. dann kann die hauseigene sammlung ruhig ausverkauft werden. unterhalt frisst das zeug ja auch.


04.02.2009 18:23    |    Spiralschlauch11740

Mir stellt sich dabei die Frage:

 

Sind es nur Oldtimer, wie sie normal vom Band liefen, oder tatsächlich Prototypen wie eines der C1 Corvettes? Das erschließt sich mir nicht.

 

Ich gehe mal davon aus, dass es nur die Serienfahrzeuge á la BelAir usw. Wahrscheinlich entweder das erste oder letzte Modell der Serie/Baureihe. Da wird wohl eine menge Kohle bei rauskommen... Zu 99,9% sicher kann man sich sein, dass Jay Leno da sein wird... Er sucht ja auch immer solche Raritäten bzw. Besonderheiten...

 

Die Marke "GM" gibt es ja nicht direkt... Aber die Hersteller, die unter GM aggieren, werden ja von der Konzernleitung dazu "gezwungen" bestimmte Marktbereiche abzudecken. Teilweise kann man aber die Gedankengänge der GM Manager nachvollziehen.

 

1990 bzw. 1991 gründete man "Saturn Cars". Hier sollten preiswerte und günstige Importwagen angeboten werden. Naja, irgendwann wurde die Marke so umgestellt, dass man Opel Fahrzeuge als Saturns einreihte... Ein Hit waren sie nicht. Es liegt nicht an der Größe oder der Qualität (denke ich mal an den Opel Astra, der drüben nur "Saturn Astra" heißt und im Gegensatz zum US-Ford Focus dem europäischen Wagen 1:1 gleicht), liegt es eher an den Amerikanern selbst sowie den bisherigen Gewohnheiten (großer Wagen, niedriger Spritpreis, viel Leistung, billiger Preis).

 

GM ließ das bauen, was die Ammis haben wollten:

 

SUVs mit großem Motor

 

Ach, außerdem: um die Preise zu drücken: ABS ist in vielen Fahrzeugen nur gegen Aufpreis zu bekommen - bei uns in Europa UNDENKBAR.

 

Um auf die Oldies zurück zu kommen:

 

Es ist schade, aber ich denke mal, die Fahrzeuge verschlucken mit Sicherheit Unmengen an Geld für Erhaltung, Pflege, Betriebsbereithalten, Versicherung, Unterbringung, Personal, ...

 

Dazu muss ja noch ein Gebäude unterhalten werden, es müssen dieses und jenes beachtet werden. Und das Ganze ist ja auch nur "totes" Geld. Denn da die Fahrzeuge ja sowieso nicht zu verkaufen wären (Ausnahme jetzt), wurde eine Menge Geld umsonst investiert...


04.02.2009 23:15    |    BMW-Fan91

Es ist ja schon so, dass unter den zu versteigernden Fahrzeugen auch Unikate wie Cadillac-Papamobil, mehrere Filmfahrzeuge und firmeninterne Prototypen sind, die es nicht in die Serie geschafft haben.

 

All jene stehen doch in gewissem Masse für die Kultur, die besondere Geschichte GMs und wenn dieser Konzern überlebt, was ich wirklich hoffe, dann fehlt einfach ein elementarer, interessanter und bedeutungsvoller Baustein in der Geschichte jenes Generationen von Amerikanern prägenden Firmenzusammenschlusses.

 

Ich sehe es schon kommen: GM, die Krise ist überwunden, versucht verzweifelt einige der besonderen Objekte für teuer Geld von Privatkunden zurückzukaufen, weil sie plötzlich eine gewisse Leere in den Museumshallen verspüren und das Image des Eigene-Historien-Veramschers wieder abstreifen wollen.

 

Aber der Hauptpunkt ist doch, dass diese unglaublich imageschädigende Vorgehensweise an Geld zu kommen unterm Strich eine Nullnummer ist, vor allem wenn man sich das Volumen der Hilfskredite betrachtet, wobei man jedoch das wichtigste nicht vergessen sollte: Was zählt ist, dass der Konzern überlebt, sonst wäre die Autowelt definitiv von heute auf morgen um einen bedeutenden Bestandteil ärmer.

 

liebe grüße


05.02.2009 01:20    |    Mitsumichi

Welche Autos kann man den nun konkret ergattern. :D


05.02.2009 05:38    |    Achsmanschette28188

@Wandlerautomatik:

Zitat:

Die Deutschen verpennen ein ganzes Marktsegment

Sehe ich nicht so. Wir wären in diesem Segment schlicht nicht konkurrenzfähig. Denn wie schon der alte Henry T. Ford erkannte: "small car - small profit", und ich könnte nun mal für einen deutschen Cuore-Konkurrenten nicht beliebig viel Geld nehmen, ohne den Erfolg zu gefährden. Schon Audi hat bei Präsentation des TT erkannt: wenn ich das Ding komplett in Deutschland baue, entsteht dabei ein Preis, den ich am Markt nicht mehr durchsetzen kann.

Bleibe also nur, doch mal einen der Ansätze weiterzuverfolgen und einen "deutschen" Sub-A konsequent in einem Billiglohnland fertigen zu lassen. Nur wissen wir doch alle, wie solche Pläne in Deutschland gleich zu massiver Imageverschlechterung führen. Ist also auch keine tragfähige Option - bestimmte Segmente muss man halt Zähne knirschend denen überlassen, die mit anderen Kostenstrukturen arbeiten. Worunter ich wesentlich mehr verstehe als den Nettolohn des Arbeiters, nämlich sonstige Kosten inkl. Lohnbüro, Genehmigungsverfahren und sonstige Bürokratiekosten etc.

Aber das führt jetzt doch irgendwie ab vom Thema, was die Zukunft für GM und natürlich Opel bringt ;)

Und dazu kann ich gleich noch ergänzen: was smart derzeit preismäßig macht, ist schon ziemlich frech, aber wenn nicht jetzt in Zeiten der Nachfrage, wann denn dann? Den Opel Agila find ich dagegen in der derzeitigen Marktlage preislich nicht uninteressant.

 

Arvin S.


05.02.2009 06:21    |    Spiralschlauch10603

Grundsätzlich sieht diese Fahrzeugverkaufsaktion eher nach einer Goodwill Aktion aus. Der Verkauf von einigen dieser Fahrzeuge wird den Konzern sicher nicht aus der Misäre bringen da diese Summen ja tatsächlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein bedeuten. Aber auf der anderen Seite gibt es auch das Sprichwort "mühsam füllt das Eichhörnchen seinen Bau".

Warum sollten sie an diesen Fahrzeugen festhalten? Natürlich hängt da einiges an Geschichte daran und jedem Automobilliebhaber tut es im Herzen weh solch eine Sammlung womöglich bei ebay zu sehen.

Doch wie wären die Meldungen der ewig Besserwissenden die ihre Meldungen anhand von momentanen Situationen abgeben? Ich höre jetzt schon wie sie sich darüber empören das doch GM dies und das besser machen hätte können.

Da aber keiner in die Zukunft blicken kann und sicher die meisten Manager den Blick für die Realität verloren haben in solchen Positionen (28 Mill. Jahresgehalt Fordboss)ist es sicher nicht einfach das richtige zu tun.

Wobei wenn bei mir jedes Monat der Geldbote mit ca. 2mille im Koffer vor der Tür steht verliere ich vielleicht auch den Bezug dazu was der Liter Sprit oder das Kilo Brot kostet;).

Ich habe aber nicht wirklich Mitleid mit den Managern:mad:

 

Nur kurz zur Inovation, hat jeder schon den GM EV 1 vergessen. Zweisitziges Serienreifes Elektroauto. War vielleicht schlecht beworben, schlechte Ersatzteilgarantie usw.,aber sein wir ehrlich den wollte damals weder bei den Amis noch bei uns in Europa jemand haben genauso wie die sogenannten 3l Autos die max. der Zweitwagen waren da man im Normalfall ein Fahrzeug braucht wo zumindest 4Personen mit Gepäck hinein passen.

 

vmax1200


05.02.2009 13:21    |    mbjadcnein

Die Versteigerung von "Schätzchen" dürfte wohl nur für neue Fussmatten vor der Zentrale reichen, zur finanziellen Festigung trägt das nix bei.

Ist eine typische Entscheidung von Mänätschern, welche einfach kein Benzin im Blut mehr haben (reine Zahlenfresser). Werden sie später bereuen.

 

Aber noch was:

von wegen alte Technik > GM hatte immer wieder tolle Innovationen, die aber von den Käufern nicht angenommen wurden (Airbag, ABS, Nachtsichtsystem, Head-up usw.)

 

von wegen hoher Spritverbrauch > ein "Argument", das von Leuten kommt, die nie einen US-Wagen hatten. Ich kann den Cadillac Seville 4,6 l-V8 & 305PS ganz bequem mit mit 10-12 Litern/100km fahren.

 

von wegen nur SUV/Pickup > einfach mal die GM Fahrzeuge auf deren Homepage ansehen, da gibt es seit Jahrzehnten etliche kleinere Modelle.

Es wurde schon erwähnt, daß man aber auch die großen, dicken Brummer bauen musste, weil die Kundschaft sonst schon vor Jahren komplett zu Toyota, Nissan, Lexus, MB, BMW abgewandert wäre (deren Absatz ist ja ebenfalls ordentlich abgesackt).


05.02.2009 21:12    |    Antriebswelle28724

13,7 Millionen? Das ist doch Peanuts. Wenn die ein oder zwei Vorstandsmitglieder einsparen, dann springt die Summe locker jedes Jahr raus.


05.02.2009 21:14    |    Spiralschlauch11740

Wahrscheinlich hat das ganze ja auch nur einen symbolischen Effekt...


05.02.2009 21:29    |    BMW-Fan91

Der symbolische Effekt hätte dann doch eher negative Auswirkungen als positive, oder wird einer sagen: brave Leute bei GM, ihr sucht wirklich nach einer Lösung, das Finazproblem zu bewältigen? Wohl eher nicht, vor allem, da an anderer Stelle ein viel größeres Einsparpotenzial wartet.

Warum mal nicht auch die Manager an schlechten Zeiten teilhaben lassen? Es gibt doch auch genauso Erfolgsprovisionen bei gut laufendem Geschäft.

 

@mbjadcnein

Es ist uns bewusst, dass nicht alle Fahrzeuge von GM bzw. der Konzernmarken 20l+ verbrauchen. Generell kann man aber sagen, dass effiziente Technik fehlt und kein sparsames Auto dabei ist. Nur Fahrzeuge, bei denen man das Wort mittelmäßig in den Mund nehmen kann, denn von guter Energieausnutzung kann man bei den veralteten Konzepten nicht gerade sprechen.

 

Ich mag persönlich amerikanische Autos, vor allem die sportlicheren unter ihnen sehr gerne, das ändert aber nichts an meiner Meinung, dass bei GM mehr als bei anderen Herstellern ungenutztes Einsparpotenzial bei den Autos vorhanden war und ist.

 

Ganz allgemein an dieser Stelle vielen Dank liebe Blogleser, dass ihr so zahlreich Stellung bezieht zu den Aussagen des Artikels und der Problematik an sich.

 

Noch einen schönen Abend

BMW-Fan


05.02.2009 23:07    |    Spiralschlauch10603

@BMW-Fan91

Ganz genau so gehört es schon längst gemacht wer keine Leistung bringt soll auch keine Erfolgsprämie bekommen und wer die Situation verschlechtert der sollte mit einem Teil seines Gehaltes dafür gerade stehen.

Wenn der kleine Arbeiter in der Produktion einen Fehler macht und dies dem Unternehmen eine Menge Geld kostet (und da meine ich nicht Milliarden) dann kann er sich am nächsten Tag die Papiere holen.

Aber die Hrn. Manager verzichten halt auf die Prämien oder ein Jahresgehalt wenn's umbedingt sein muß und Leben halt von den Millionen aus dem Vorjahr:mad:den Kosten haben sie eh keine mit Dienstwagen,Dienstwohnung,Firmenjet usw...

Ich Glaube auch das die keinen "Hausverstand" mehr besitzen die fahren auf einer Schiene die gerade aus läuft und kommen von dem Geleis nicht runter. Sie haben es einfach verlernt nach rechts und nach links zu schauen. So entstehen dann diese Familiensilber verscherbel Ideen:confused:.

 

Ich finde amerikanische Fahrzeuge auch sehr cool und zum Thema Einsparungspotenzial, ja, war oder besser ist sicher ausreichend vorhanden (nicht nur bei GM sicher auch bei Ford u. Chrysler auch die Riesen Toyota Jeep's (TUNDRA) fahren nicht mit Wasser) nur war es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bis vor der Imobilienkrise nicht notwendig und hat auch keinen gejuckt. Die Gallone Sprit kostete einen Spot im Vergleich zu 1liter bei uns. Diesel ist soviel ich weiß verpönt und nicht mal an allen Tankstellen erhältlich und wenn ist es meist eine Zapfseule, etwas abseits der anderen, den Trucks vorbehalten.

War der V8 kaputt dann holte man sich mit einer 3ten Hypothek auf das Haus einen neuen.

Umwelt nach der Devise was geht uns Californien an bzw Kyoto sind das die neuen Sneakers von N..e?:eek:

 

Die einzige welche von dieser Krise profitieren wird ist hoffentlich die Umwelt den jetzt müssen alle Fahrzeughersteller in die Hände spucken um wieder hoch zu kommen.

 

ups habe mich etwas vom Thema entfernt und nein bin kein Ökofutzi.


06.02.2009 13:25    |    Speed4Me

@Blogger

 

Deine Thesen stimmen aber soweit nicht 100%ig. GM hat bereits mitte der 90er Elektroautos mit bis zu 100km Reichweite angeboten. Nur unter der Regierung Bush (Öl-Lobbyist schlechthin) wurden diese Fahrzeuge extra besteuert und Hummers z.T. steuerlich gefördert. Hier trägt also durchaus auch die Regierung Bush einen Teil der Schuld, die den US-Markt eben in ihre Bahnen gelenkt hat.

Zudem war ein großes Problem von GM schon immer die starke Bindung an einen einzigen Markt (Kein Risikosplitting). Das man aber gerade in den letzten Jahren den Hybrid-Boom (o.a. Downsizing) nicht für entsprechende Fahrzeuge genutzt hat, war sicherlich auch ein fataler Fehler, aber der macht sich eben erst jetzt - in der Krise - deutlich bemerkbar. Diesel war und wird mit Sicherheit nie eine Alternative sein in den USA, weil ohne steuerliche Subvention einfach der Kaufanreiz fehlt (Diesel ca. 10-20% teurer als Benzin!).

 

Bin Mal gespannt wie sich das Ganze weiterentwickelt. Durch wirtschaftliche Abschottung und "Buy american" wird sich das auch nicht ändern... nach der Krise ist vor der Krise und da wird GM wieder schwer zu knabbern haben, wenn sich nicht wirklich etwas an der Firmenpolitik ändert.

 

Das man jetzt auch noch die Schmuckstücke verkaufen will, zeugt eigentlich nur von der Verzweiflung und Ahnungslosigkeit des Vorstands. Genau so ne seltendämliche AKtion wie VW's "Wir lassen nur noch VAG-Fahrer aufs Werksgelände" :rolleyes:


06.02.2009 14:50    |    Spiralschlauch11740

@ Speed4Me

 

Da gibt es eine schöne Präsentation zu ... Habe ich irgendwo zwischen meinen Emails :D

 

Diesel wird langsam in den Staaten beliebter. Mercedes hatte schon in den 70ern mehr Dieselfahrzeuge in den USA abgesetzt gehabt als in Deutschland zu der Zeit (ob das stimmt, kann ich nicht sagen, bein kein Kenner. Die Info habe ich irgendwo mal aufgeschnappt). Zudem ist der Kaufanreiz für die Amis, und das habe ich in einem US-Forum für C30 Fahrer erfahren nicht nur, dass der Wagen in den Staaten DEUTLICH weniger Kraftstoff verbrauchen würde als die gleichwertigen Benziner (C30 T5 ~9l, C30 D5 ~5l), nein, Dieselkraftstofftanken haben selten lange Wartezeiten weil so wenige Fahrzeuge es fahren.

 

So wird in dieses C30 Forum der Diesel aus Europe begierig erwartet (soll 2010/2011 kommen).

 

Der Markt ist vorhanden! Nur nutzt den kein US-Hersteller...


06.02.2009 17:57    |    CopCar

Zitat:

Aus einem Konzern, der starrsinnig und naiv an einer Modellpolitik festgehalen hat, die man schon vor Jahren über den Haufen hätte werfen müssen.

 

Einem Konzern, der es geschafft hat, mit einseitiger Technik, einseitigem Design und einseitigem, viel zu hohen Spritverbrauch den immer stärker werdenden Trend der Umweltfreundlichkeit, der ja schließlich nicht von heute auf morgen und schon gar nicht unbegründet aufkam, gekonnt zu ignorieren.

Der Blogger scheint die Modelpalette gar nicht zu kennen und nur den Dünnschiss der deutschen Medien nachzuplappern :)


06.02.2009 19:47    |    BMW-Fan91

Moment mal, ich kenn die Modellpalette schon ganz gut und bin alles andere als ein "Medien-Dünnschiss-Nachplapperer"

 

Was ich gesagt habe, habe ich auch begründet und ich stehe zu meiner Meinung.

Deinerseits könnte aber ein bisschen mehr Freundlichkeit nicht schaden und eine konkretere Ausführung deiner Kritik wäre für mich im Vergleich zu deiner Aussage hilfreich und verwertbar.

 

lg


06.02.2009 19:54    |    DoNuT_1985

@CopCar: Und was ist jetzt deine Gegenthese? :confused:

 

Ich war leider noch nie in den Vereinigten Staaten, aber die Bilder, die zu uns herüberschwappen, vermitteln nicht gerade den Eindruck, dass dort besonders effiziente Modelle unterwegs sind - Mann muss sich ja nur mal ansehen, wie die Modellpaletten aussehen, europäische Modelle haben da teilweise ganz andere Modellpaletten, wo die Basisaggregate wegfallen und dafür eher noch ein zusätzliche Sechszylinder angeboten wird... :rolleyes:

 

Dass sie jetzt mit heruntergelassenen Hosen dastehen, ist aber ein rein hausgemachtes Problem: Ford und GM hätten in den letzten paar Jahren genug europäische Modelle für den Markt adaptieren können, auf den Plattformen von Astra, Focus, Insignia/Vectra und Konsorten hätte man doch ohne weiteres Designs amerikanischer Machart aufsetzen können, aber was machen sie jetzt? :confused:

 

Gut möglich, dass Elektroantriebe und Hybriden mittelfristig eine Rolle spielen werden, nur wie wollen die Konzerne die Zeit bis nach 2010 überbrücken, nur weil sie bis dorthin vielleicht jeweils ein Modell alibimäßig auf den Markt geworfen haben, heißt da ja nicht, dass die Kassen gleich wieder klingeln...

 

Ich glaube nicht, dass GM oder Ford pleite gehen werden, aber sie werden wohl gewaltig Federn lassen müssen... da hat man die Technik im eigenen Haus und baut lieber sündteure Elektro-Konzepte mit eingeschränkter Alltagstauglichkeit... ich seh da nicht, was der Plan ist, die Kurve noch zu kriegen... :(


06.02.2009 20:20    |    BMW-Fan91

Der Elektoantrieb wird meiner Meinung nach in einigen Jahren bereits einen deutlichen Teil bei den Neuzulassungen einehmen, weil der Elektoantrieb an Effizienz kaum zu überbieten ist.

 

Worauf man achten muss ist, dass der Strom für die Elektofahrzeuge aus regenerativen Energien stammt, um die CO2 Bilanz dieser Antriebsart nicht gründlich zu verhageln.

 

Das Einzige, was Elekto-Konzepte noch davon abhält, den Markt zu erobern ist die eingeschränkte Reichweite, die aber schon in naher Zukunft durch neue Batteriekonzepte soweit ausgebaut sein wird, dass diese Fahrzeuge nahezu uneingeschränkt alltagstauglich sind.

 

lg


06.02.2009 20:29    |    mbjadcnein

Schön, daß der BMW-Fan doch mehr Ahnung hat, als zunächst angenommen.

Leider gibt es halt etliche, die einfach nur das übliche blablabla nachplappern.

 

Übrigens, auf den Plattformen von Astra, Focus, Insignia/Vectra GIBT und GAB es Fahrzeuge !

Daß man in den Medien natürlich nur die fetten Dinger sieht, gehört zur Propaganda. Drüben sind sehr viele Leute in Fahrzeugen unterwegs, die auch bei uns als "Normal" durchgehen. Bloß wer schaut denn auf die Wagen? Oder werden hier die ganzen Astras, Gölfe usw. beachtet?

 

Ach ja, daß Dieselfahrzeuge stark gefragt sein werden, kann schon sein. Nur haben die USA kaum Raffinerien, in denen der PKW-Sprit (schwefelarm) hergestellt wird !

Als Folge werden die Amis vor allem in Europa Diesel kaufen, womit eine erneute Preissteigerung ausgelöst wird.

Deutsche Hersteller graben sich also hier das Wasser ab, um in den Staaten zu verkaufen, mannomann !!!


06.02.2009 20:47    |    tobistenzel

Diesel in den USA ist schon ein tolles Thema...

 

In Europa Diesel einzukaufen wird schwierig, da wir selbst schon Diesel aus Russland mportieren müssen, weil es absolut nicht mehr ausreicht. Benzin dagegen gibt es genügend, der wird nach Amerika gefahren...

Vor ein paar Wochen habe ich mal geschaut, wie denn die Dieselpreise in den USA sind. Normalerweise sind das schon 20% mehr als Benzin, aber da waren es über 40%! Wenn man einen sparsamen Benziner zum Vergleich nimmt hat es der Diesel sehr schwer bei den Kosten. Anschaffung ist ja auch teurer, dazu braucht man in den USA noch mehr Abgasreinigung, was auch nicht billig ist.

 

Beim E-Antrieb in den USA gibt es auch ein paar Fragen. Die Stromerzeugung ist dort nicht gerade umweltfreundlich und die ganze Technik vom Kraftwerk bis zur Stromverteilung ist teilweise uralt...

Der Volt wird GM auch nicht retten können; entweder verkaufen sie das Auto recht günstig und verdienen nichts daran oder sie verlangen den vollen Preis dafür. Das kauft dann keiner. Die Technik, längere Strecken elektrisch fahren zu können ist verdammt teuer.

In den nächsten Jahren würde ich nicht mit vielen E-Autos rechnen.

 

Viel Sinn macht es bei der Stromversorgung sowieso nicht, höchstens wenn man sich wirklich auf kurze Strecken beschränkt.

Da ist der Verbrennungsmotor schlecht und der E-Antrieb viel besser.


06.02.2009 20:53    |    Spiralschlauch11740

Also, Focus wird in den Staaten angeboten. Bildet neben dem F250 eines der Stützen der Unternehmung. Allerdings ist der US-Focus II alles Andere als Gut!

 

Der basiert noch auf der alten Focus Plattform und sieht fast gleich aus, nur ist die Technik noch "bescheidener" und das Design etwas "klobiger".

 

Der Opel Astra (Saturn Astra) wird dort auch angeboten. Verkauft sich nicht besonders gut, wie ich oben schon erwähnte. Der Golf oder auch Rabbit genannt, wird immer beliebter. Allerdings fast nur mit starken Motoren.

 

So ist es bei fast allen europäischen Herstellern. So als Anhaltspunkt: Volvo (Kernmarkt USA) verkauft fast nur T5 (5 Zylinder Turbo) oder Motoren mit mehr als 2,5l Hubraum. Kein Diesel wird angeboten. Das war früher auch so. 2.0l Hubraum!? SPINNEN DIE!? Nein, kleinster Motor war ein 2,3l mit 113ps. Beliebter waren 155 bzw. 165 ps Turbo Benziner. Uvm.!

 

Das Problem was ich sehe ist nicht, dass die Marktpolitik so blöde ist. Man hat das gebaut, was der Kunde wollte. Nur hat der Kunde im vergangenen Jahr plötzlich angefangen sich über die Umwelt und über der Erhaltung dessen begonnen sich zu informieren und zu denken. Sofort (quasi über Nacht in Entwicklungszeiten von PKW gesehen) wollte der Kunde sparsame Fahrzeuge. Hybride sollten es sein...

 

Der alte Prius, dieses mißlungen Viech, war lange nicht beliebt, bis die Hollywood Stars den Prius II kauften. Nun ist der Hype auf Hybride los. Toyota kam eine Zeit lang kaum den Bestellungen hinter her.

 

Chevy, Ford und Chrysler hatten schon früher alternative Fahrzeuge als Konzept vorgestellt gehabt. Aber die Resonanz der Kunden auf den Messen ließ zu wünschen übrig weshalb man diese nicht weiter nachging...

 

Und nun ist die Firma bzw. sind alle 3 Riesen "pleite" weil der Kunde plötzlich umdachte!?


06.02.2009 22:12    |    BMW-Fan91

Das gehört eben in meinen Augen zu einer der Kernkompetenzen eines guten Managers. Sich in die lage der käufer hineinzuversetzen, Zukunftstrends rechtzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren.

 

Ich bin aber überzeugt, dass die GM-Mannen vom jahrelangen Erfolg der recht eingleisigen strategie in gewisser weise verwöhnt waren und "abgestumpt" sind, was einen schnelle Entscheidungskompetenz und vorrausschauendes Denken belangt. Denke immer wie es morgen sein könnte...das war wohl kein großes thema in detroit.

 

Zu meinem Schreibstil: ich neige dazu, Sachverhalte eher überspitzt als verharmlost auszuführen um dadurch zum nachdenken und diskutieren anzuregen.

Dies hat allerdings nichts mit Nachplappern zu tun, da ich es pflege, mir eine eigene Meinung zu bilden.

 

lg


06.02.2009 22:51    |    Spiralschlauch11740

@ BMW-Fan

 

Okay, vom Erfolg der "einfachen" Produkte etwas abgestumpft sollte man als Manager schon gar nicht sein.

 

Manche US-Marken hatten begonnen, ihre Produkte richtig gut auszubauen. Cadillac hat mit dem BLS, CTS und STS US-Fahrzeuge auf die Beine gestellt, die in Europa eigentlich 1a ankommen sollten. Okay, der BLS ist ein Saab 9-3, trotzdem.

 

Selbst bei Topgear war man POSITIV überrascht, dass sich die neuen Limosinen nicht wie gewohnt "behäbig" und "schaukelnd" durch die Kurven bewegten. Agile Fahrzeuge mit 1a Laufeigenschaften, gute Verbrauchswerte und, was zwei Stilbrüche für Cadillac dargestellt haben:

 

Ein Kombi und Diesel Motoren

 

Große Motorenauswahl. Flexifuel, Gas, usw.

 

Die Fahrzeuge sind ausgereift, vom Preis her sehr gut und designtechnisch eigenständig. Nur kauft sie keiner! Die Amis kaufen sie nicht, weil das Fahrverhalten nicht den Wünschen entspricht (komfortbetont, mehr als 55 bzw. 60 mph fahren die ja nicht). Die Europäer kaufen sie nicht, weil sie nicht wissen, dass die Fahrzeuge sparsamer sind als die bisher gängigen Vorurteile "Groß, Behäbig, Durstig".

 

Viele der Produkte aus den USA sind gut. So würde ich mir jederzeit einen 300C kaufen. Haltet mich für bekloppt, aber das Design ist Perfekt! Eigenständig und trotzdem schlicht. Hingucker aber elegant. Der V8 Hemi ist zwar durstig, aber es gibt den MB Diesel... Allerdings, der 300C ist in den USA von den Verkäufen her gut gewesen, nur kamen wir Europäer in den Genuss der Kombiversion vom 300C. Die Amis haben nur den Dodge Avenger (???) Kombi... Man wünscht sich den 300C als Kombi, aber man baut den nicht. Da wird die Nachfrage einfach ignoriert.

 

Andere "Teilmarken" (nenne ich jetzt mal so) haben einfach den Zeitgeist komplett ignoriert. So sind Ford und GM verglichen mit dem Chrysler Konzern fortschrittlich und haben den Zeitgeist aufgeschnappt. Bei Chrysler gibt es ja die Marke "Jeep". Was hat Jeep im Programm? Jeep hat in Deutschland 6 Fahrzeuge im Programm. Nun, was für Fahrzeuge? Einfach: Geländewagen. Alle mit größeren Motoren - einzig der Compass kommt mit kleineren Motoren (und Diesel) daher. Dodge ist ja auch wieder so. Nitro? SUV bzw. Kompakt SUV. RAM? Pickup/SAV mit 4x4. Usw.

 

GM und Ford sind eigentlich - so finde ich - die, die am cleversten und sinnvollsten den Markt von den großen 3en abdecken (erklärt sich wohl auch darin, dass die US-Behörden auch nur Ford und GM nutzen :D).

 

Ich hoffe aber, dass GM sich wieder aufrappelt. Ford schafft das sowieso, da braucht man sich keine Gedanken machen ;) Die Familienunternehmung aus Dearborn hat einige (bzw. viele) Krisen hinter sich gebracht :)


06.02.2009 22:54    |    Achsmanschette11232

mal ganz ehrlich...ein teil von mir wünscht sich das gm endlich aufgibt...schade um die abertausenden jobs und deren menschen die von heut auf morgen zusehen muessen wie sie voran kommen...gm hat einfach alles verschlafen..umsonst haben sich nicht deutsche hersteller dort etabliert X..und die werden in den nächsten jahren sämtliche ami hersteller vom markt verdrängen..sehts ein..dort wird es auf lang doer kurz nur noch europäer und asiaten geben..X motorisierung egal aber selbst ein ami hat iwann gemerkt ich brauch kein dicken motor das auto muss hübsch sein...leider waren es zu wenige..auch bei opel hat es gm verissen und trotz der raschen einfuehrung der TD/CDTI etc gebracht hat es nix da die letzten baureihen /vectra signum meines erachtens ami mässig waren das hatte einfach nix...andererseits würde ich mir wünschen das sie es schaffen aber bitte nichtmehr als größter konzern...zu 100% kratzen investoren oder europäische / asiatische hersteller schon mit der Hufe und warten bis GM eine Marke wie Pontiac/Lincoln/Opel verkaufen.wo man noch sagen kann "mit denen können wir noch was anfangen" und auch wenn es viele nicht hören wollen opel ist das beste pferd im stall von GM das belegen zahlen und fakten ob sie gegen vw audi etc gut sind spielt keine rolle geht nur um GM..(am meisten meine ich diese hersteller die autos gebaut haben die man heutzutage "oldtimer" nennt die ganzen 50er 60er erfolgreichen marken...ganz ehrlich?gm soll froh sein wenn sie durchkommen und sagen können ihnen sind noch 4-5 marken übriggebliebenn..verkaufen die nix von denen gehen sie den bach herunter...und 800 Mrd FOnd? sorry aber USA is nix mehr in 3-5 jahren..bush etc haben die einzmalige weltmacht den bach herunter getrieben..obama muss es ausbaden aber mehr als ne 3 weltmacht wird dieses land nicht mehr und auch asien wird so schnell nich wieder auf die beine kommen..die europäer warum auch immer haben gehandelt zwar auch leicht zu spät aber sie haben es geschafft...mein vater 89 sagt dazu nich viel...ausser das es in in ein paar jahren noch 5 autohersteller gibt und selbst das wären 2 zuviel...nunja...


06.02.2009 22:56    |    Spiralschlauch11740

*Hust*

 

Lincoln gehört zu Ford

 

*Hust*


06.02.2009 23:48    |    Spiralschlauch10603

Zitat:

Nur hat der Kunde im vergangenen Jahr plötzlich angefangen sich über die Umwelt und über der Erhaltung dessen begonnen sich zu informieren und zu denken.

Ich glaube da traust den Amerikanern zu viel zu in punkto Umweltdenken, der Kunde wurde aufgrund der Auswirkungen der Immobilienkrise und was daraus folgte dazu gezwungen umzudenken und wäre das nicht passiert, würden wir hier nicht schreiben.

 

@novelty cross

Ich kann mir nicht ganz vorstellen das sämtliche US Automobilhersteller vom Markt verschwinden und Europäer und Japaner den US Markt übernehmen, nachdem GM über Jahrzente größter Automobilhersteller war können sie es nicht so schlecht gemacht haben und welcher Betrieb kann schon von heut auf morgen sein Produkt komplett umstellen?

 

Im übrigen Opel, Vauxhall,Saab, Hummer,Buick, Cadillac, Chevrolett, Corvette, GMC, Pontiac, Saturn, GM Daewoo, Holden


06.02.2009 23:59    |    KKW 20

Corvette ist eigentlich nur in Europa selbstständig, wo anders werden die auch als Chevy vermarktet.;)


07.02.2009 07:52    |    Spiralschlauch10603

Ganz genau seit ca. 2005 da sie sich von Chevy (Daewoo) am europäischen Markt abgrenzen wollten.;)


07.02.2009 08:23    |    Spiralschlauch10603

Die Firm. www.barrett-jackson.com soll im übrigen die Versteigerung der Fahrzeuge durchführen.

Bin beeindruckt von den dort angebotenen Fahrzeugen.


08.02.2009 02:26    |    spoce

@BMW-Fan91

 

Der Kritiker hat schon etwas Recht, Deine Aussagen sind recht pauschalisiert.

"Einem Konzern, der es geschafft hat, mit einseitiger Technik, einseitigem Design und einseitigem, viel zu hohen Spritverbrauch den immer stärker werdenden Trend der Umweltfreundlichkeit"

 

Fakt ist, dass GM den ein oder anderen Fehler in der Modell- und Markenpolitik begangen hat, es aber grundlegende, betriebswirtschaftliche Probleme gibt, die die finanzielle Situation begründen.

 

Fakt ist nämlich auch, dass GM in den USA ganz normale, sehr kleine, kleine und sehr moderne Autos in den USA anbietet, welche in Verbrauchsfragen einem europäischen Kleinwagen oder Kompaktwagen nicht nachstehen.

Fakt ist auch, dass GM eine weitdiversifizierte Modellpalette hat, sowohl mit konservativem, als auch mit ausgefallenem Design, mit konservativer, als auch mit moderner Technik.

Man sollte dabei nicht außer Acht lassen, dass die Kunden trotz der Verfügbarkeit der Wagen, die von der deutschen Wahrnehmung gerne ausgeblendet werden, nach wie vor am liebsten zum SUV greift - Chevrolet Silverado, Ford F-150 vorneweg.

Man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass die Modellpalette sowie die Motorenpalette in den USA von Toyota der von GM erstaunlich gleicht. Es muss klar sein, dass der Prius als reiner Marketinggag das Image von Toyota unglaublich verbessert hat, aber ein Yaris genauso "einseitig" ist wie ein Aveo, ein Tacoma genauso "einseitig" wie ein Silverado.

 

Gerade da sich die Spritpreise im Vergleich zum Sommer wieder mehr als halbiert haben nimmt die relative Nachfrage nach den größeren Fahrzeugen wieder zu. Hätte man diese bei GM von heute auf morgen aus dem Programm genommen könnte man GM heute also verfehlte Modellpolitik vorwerfen.

 

Wie gesagt, das was hier propagiert wird (GM kackt ja so ab, hat nur unbeliebte, riesige Autos die keiner mehr kauft und jeder Ami will eine kleine Kiste..) ist einfach nicht korrekt.

Der Käufer will nach wie vor schiere Größe, 6 Zylinder, ein weiches Fahrwerk und eine Plastiklandschaft.

 

Hochqualitative Alternativen wie der Astra, moderne Wagen wie der Saab oder kleine Autos wie der Aveo werden schlicht und ergreifend nicht gekauft - die doppelt so großen Fahrzeuge der selben Marken allerdings durchaus.


08.02.2009 06:49    |    CopCar

spoce hat mir ´ne Menge Tipparbeit abgenommen :)


08.02.2009 11:42    |    KKW 20

Um noch was zu ergänzen. Die angeblich so beliebten Okö-Schleudern stehen sich drüben bei den Händlern die Reifen platt. Einen Prius oder Civic Hybrid wird man, wenn überhaupt, dann an der Ostküste oder Westküste und vielleicht noch in größeren Städten im Ökostaat Colorado antreffen. In der großen Pampa dazwischen hält man nach wie vor der Limousine, dem Pickup oder dem SUV mit 6 und 8 Zylindern die Treue.


08.02.2009 13:38    |    mbjadcnein

Wie soll denn z. B. Toyota eine US-Marke übernehmen, wenn die selbst in der Krise sind?

(Umsatzminus bei ca. 50% !)

 

Übrigens kann ich es nicht mehr hören/lesen, daß die Amis "Plastiklandschaften" mögen etc.

In den kleineren Modellen ist natürlich großzügig Kunststoff verbaut, wie bei ALLEN anderen Herstellern weltweit auch!

Soooo Premium sind beispielsweise deutsche Karren nicht. Ein A6 lässt nach 5 Jahren gewaltig nach. Verfärbte Polster & Verkleidungen, lose Teile, abgeplatzter Softlack undundund. Also ich könnte Sachen berichten, da würde mancher vom Glauben abfallen.


Deine Antwort auf "Der GM-Basar - oder wie man seine Historie verscherbelt"

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