Schockvideos in Fahrschulen - Ein sinnvoller Beitrag zur Verkehrserziehung? : BMW...aber nicht nur
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BMW...aber nicht nur

Verschiedenes aus dem Alltag eines Autofans

02.03.2009 22:42    |    BMW-Fan91    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Führerschein, Kommentar, Video

Leider ist es traurige Realität: Zu viele junge Menschen sterben jährlich im Strassenverkehr, aufgrund von Übermut, Unwissenheit, falscher Selbsteinschätzung oder aus anderen Gründen.

 

Die Idee mit Schockvideos als Unfallprävention war deshalb schnell geboren.

Aber leisten Schockvideos wie das oben gezeigte wirklich einen nennenswerten Beitrag zur Verbesserung der Unfallbilanz oder wirken sie nur im ersten Moment abschreckend, sind dann aber schnell wieder vergessen?

 

Da ich persönlich noch recht vertraut mit der Materie Führerschein und Fahrschule bin, mache ich mir über dieses Thema vielleicht mehr Gedanken als manch anderer, aber ich persönlich denke einfach, dass solche Schockvideos nachhaltig keinen Effekt, keine bedeutende Wirkung zu verbuchen haben.

 

Dafür sind sie einfach zu unpersönlich, zu gespielt. Klar sie machen einen schon nachdenklich und im ersten Augenblick fand ich auch, dass solch ein Filmchen Eindruck hinterlässt.

Aber dann?

Hab ich mich beim nächsten Einsteigen ins Auto daran erinnert? Hab ich in der Stadt daran gedacht, dass ich immer schön auf die Geschwindigkeit achten muss, weil ich sonst jemanden überfahre wie im Video?

 

Definitiv Nein!

 

Und das wirft ja einmal mehr die Sinnfrage auf, denn nicht nur mir geht es so.

Lernprozesse, ohne jetzt in die pädagogische Ecke abzudriften;) sind viel intensiver, viel effektiver, wenn etwas mit persönlichem Kontakt erfahren, erlebt wird, in allen Bereichen, in allen Phasen des Lebens.

 

Wär es denn nicht genau deshalb viel sinnvoller, ein praktisches Training in die Führerscheinzeit einzubauen, ein verpflichtendes Fahrsicherheitstraining sozusagen, um das Auto im Grenzbereich zu "erfahren" und ein Gefühl für die unglaublich und häufig unterschätzten Massenkräfte eines Autos schon bei Tempo 50 zu vermitteln?

 

Einfach ein Lehrgang, der durch persönlichen Kontakt mit kritischen Situation die Kompetenzen vermittelt, die im normalen Fahren, im Alltag nie vermittelt werden (können).

Ein Lehrgang, der ohne den Schülern Angst einzujagen, beibringt, sich und das Fahrzeug richtig einzuschätzen und somit effektiv und spürbar dazu beiträgt, die Anzahl der grausigen Unfälle, besonders unter jungen Fahrern, mit schweren oder sogar tödlichen Folgen für die Beteiligten zu verringern.

 

Meiner Ansicht nach wär das ein geeigneter und mit großer Sicherheit auch ein erfolgreicher Weg, denn der andere Weg, die Schockvideos, wirken einfach zu oberflächlich und dringen nicht tief genug ins Bewusstsein ein, um die jungen Fahrer für die Risiken im Strassenverkehr zu sensibilisieren. Zu guter Letzt könnte dann vielleicht auch die Leichtsinnigkeit junger Fahrer im Umgang mit Alkohol am Steuer verringert werden, indem sie bei solchen direkt erfahrbaren Grenzbereichssituationen zu spüren bekommen, dass Fahrern nicht so leicht ist, wie viele nach bestandenem Führerschein fatalerweise annehmen.

Zwar arbeitet die Polizei schon lange mit solchen Bildern und Warnungen, aber da ist man dann wieder bei meiner Aussage von oben angekommen: Aufgenommen und rasch vergessen.

 

Liebe Blogleser, wie seht ihr denn die Problematik, bringen Schockvideos etwas, was haltet ihr von meinem Vorschlag und habt ihr vielleicht noch andere Ideen zu diesem Thema?

Lasst euch nicht davon abhalten, die Kommentarfunktion zu verwenden;)

 

 

Ansonsten noch einen schönen Abend und liebe Grüße,

BMW-Fan


03.03.2009 01:18    |    checkyChan

Verkehrserziehung? Für erwachsene Menschen oder kleine Kinder? Mehr Eigenverantwortung und weniger Staat sind die Lösung. Wenn ich jemand zu einem Fahrtraining zwinge, wird genau dieser oberflächliche Effekt auftreten, wie beschrieben. Sittliche Reife ist eben etwas, was man nicht erzwingen kann.

03.03.2009 10:28    |    Mr. Moe

Klar ist das Video erschreckend, aber es wirkt auch zu künstlich. Ich habe in der Fahrschule auch solche Filme gesehen (wenn ich mich recht erinnere...) aber am nächsten Tag wars schon wieder vergessen. Also bringt es irgendwie nichts.

Aber ein Allheilmittel für diese Art von gestörten Typen hab ich auch nicht.

 

PS: Ich finde die eingeblendete Internetadresse "2xFun.com" in diesem Video mehr als geschmacklos:mad:

03.03.2009 21:17    |    BMW-Fan91

Sorry, für die Adresse kann ich nichts.

 

Aber bezüglich der Aussage von checkyChan

warum ist es für dich so abwegig junge erwachsene Menschen durch ein Fahrertraining mehr Achtsamkeit und einen bewussteren Umgang mit ihrem Fahrzeug beizubringen?

Es gibt doch die schönen Wörter "lebenslanges Lernen". Warum soll man nicht in diesem Fall junge Menschen zu ihrem Glück zwingen.

Ich meine auf freiwilliger Basis läuft ja nicht unbedingt immer viel.

 

Zu guter Letzt: Sachen die man perönlich erlebt bleiben viel besser und länger in Erinnerung. Der oberflächliche Effekt der Videos tritt gerade dann meiner Meinung nach nicht auf.

 

lg

03.03.2009 22:11    |    PuntoFlame

Hi.

Also das Video finde ich schon echt derb.

Ist echt verdammt krass....

Aber ob solche Schock Videos wirklich so viel bringen?

Im moment wo man die sieht ist man schon ziemlich nachdenklich, zumindest ich, aber sehr lange hällt das meist nicht an.

Nach ein Paar Tagen spätestens denkt da doch keiner mer dran.

Ich denke man sollte die Probezeit und die Strafen überdenken.

Einfach nur ne Nachschulung bringt in meinen Augen nicht viel, ausser bei Leuten die einfach nur Fehler machen weil sie noch zu unsicher fahren.

Bei Leuten die denken sie seihen Rennfahrer sollten mehr "Psychologische" Strafen vorkommen.

Ist nur die Frage in welcher form.

Ich meine als Strafe "bei Drei Unfällen aufräumen/helfen" ist ja je nachdem auch schwierig.

Der eine muss dreimal Ölbindemittel verteilen, der andere muss Blutlachen/körperteile aufräumen und wird danach nen knacks fürs leben haben.

Das ist jetzt nur ne Übertriebene Darstellung, aber ich denke wenn man solche leute irgendwie in Folgen von Unfällen einbinden kann währe das eine Sinnvollere "Bestrafung" als einfach den Führerschein ne gewisse Zeit zu entziehen.

Bei Nicht belehrbaren ist das aber wohl meist das einzige Mittel.

 

Ist halt schwer, wir waren doch alle mal Jung und wussten/konnten alles besser.;)

Gruß

03.03.2009 22:20    |    BMW-Fan91

Na ja die Idee mit der Einbindung in die Aufräumarbeiten nach einem Unfall, um ein Bild von der Zerstörung und den Verletzungen zu bekommen, ist glaube ich für viele psychisch schon zu belastend.

 

Eigentlich ist doch ein Fahrtraining gar keine schlechte Idee, immerhin erinnert man sich intuitiv immer wieder an das, was man dort gelernt hat. So können Unfälle vielleicht vermieden werden oder zumindest das Bewusstsein für die Kräfte eines Autos gestärkt werden.

03.03.2009 22:45    |    NiraA3

Zitat:

Klar sie machen einen schon nachdenklich und im ersten Augenblick fand ich auch, dass solch ein Filmchen Eindruck hinterlässt.

Aber dann?

Hab ich mich beim nächsten Einsteigen ins Auto daran erinnert? Hab ich in der Stadt daran gedacht, dass ich immer schön auf die Geschwindigkeit achten muss, weil ich sonst jemanden überfahre wie im Video?

 

Definitiv Nein!

Genau so sehe ich das.

Beim Anschauen des Videos war ich auch etwas geschockt und wurde nachdenklich, aber morgen früh, beim Einstiegen in mein Auto, werde ich da mit großer Sicherheit nicht mehr dran denken.

Fahrsicherheitstrainings finde ich spitze.

Im Mai werde ich an einem solchen teilnehmen - ich bin gespannt!

03.03.2009 23:14    |    Sreyness

Finde dieses Video auch erschreckend ... aber es prägt sich nicht so ein wie die Macher es gerne hätten.

Eigenverantwortung kann man nicht schulen, entweder man hatt sie oder nicht, bzw. kommt sie erst.

 

Die Fahrsicherheitstrainings finde ich auch gut, zu meiner Zeit waren die zwar nicht Pflicht aber ich hab 3 mal eines gemacht (also jedes Jahr eines ... sollte mal wieder eines machen ... war noch nicht mit einem Quattro am Start ;) )

 

lg Harald

04.03.2009 00:33    |    Druckluftschrauber768

Das Problem bei den Sicherheitstrainings ist meiner Meinung nach, dass die hirnfrei Fraktion auf Deutschlands Straßen sich dann erst recht für unbesiegbar hält. Wenn die mal die Folgen von solchem Rasen sehen, ist das sicherlich abschreckender. Nur leider halt nicht vertretbar, da sicherlich etlich danach einen für Leben weg haben werden.

 

Das Problem ist vielmehr, dass die Jugend meint alles zu können und besser zu wissen. Finds immer lustig wenn man die "ich brauch kein ESP"-Fraktion mal fragt, ob die schon einmal ein Auto mit 4 Bremspedalen gesehen haben bzw wie die sonst jedes Rad einzeln abbremsen :D

06.03.2009 18:48    |    Faltenbalg47673

Ein Fahrsicherheitstraining ist sicher sehr sinnvoll - aber nicht ohne Fahrpraxis. Ich würde es vorschreiben z.B. als Muss nach 6 Monaten - 2 Jahren.

 

Schock - Videos - Ich weiß nicht.

Ich habe in 2007 meinen jüngsten Bruder durch einen Autounfall verloren (36 Jahre, 3 Kinder), in 2008 meinen Vater...

 

Was soll ich sagen, natürlich hat mich das Monate lang verändert, aber auch das flaut wieder ab.

 

Ein Video bringt sicher noch weniger im Vergleich dazu.

 

kd

06.03.2009 19:54    |    BMW-Fan91

Das mit deinem Bruder und deinem Vater tut mir leid.

 

Man bekommt dadurch mit Sicherheit einen anderen Blick auf das Thema, den wir gar nicht mitfühlen können.

Mit der Fahrpaxis im Übrigen hast du recht, man sollte schon sein auto, bzw. das normale Fahrverhalten kennen, bevor man die Grenzbereiche erfährt.

 

lg

28.09.2012 20:50    |    Trackback

Kommentiert auf: Verkehr & Sicherheit:

 

Hohe tödliche Unfallzahlen von jungen Fahranfängern.

 

[...] Hier habe ich noch einen interssanten Blog bei MT über dieses Thema gefunden.

 

http://www.motor-talk.de/.../...ag-zur-verkehrserziehung-t2175878.html

[...]

 

Artikel lesen ...

28.09.2012 20:53    |    Drahkke

Schaden kann das Zeigen solcher Schockvideos sicherlich nicht. Die Wirkung dürfte mit der Realitätsnähe steigen.

Deine Antwort auf "Schockvideos in Fahrschulen - Ein sinnvoller Beitrag zur Verkehrserziehung?"

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