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09.09.2021 09:27    |    fire-fighter    |    Kommentare (216)    |   Stichworte: BEV, eHLF, eLHF, Rosenbauer RT

Das Thema Elektroantrieb im Einsatzwagen ist inzwischen schon sehr weit vorangekommen. Früher war ich hier auch skeptisch. Mitten im Einsatz ist der Strom alle, ein Horrorszenario für einen Feuerwehrmann.

 

Dann habe ich vom CFT gehört. Dies war ein Konzeptfahrzeug von Rosenbauer, mit dem sie quer durch Europa unterwegs waren um Meinungen von den Feuerwehrleuten zu erhalten. Aus diesem Konzeptmodell sind inzwischen Fahrzeuge entstanden, die in Serie hergestellt werden können. Rosenbauer nennt diese Linie "RT". Die ersten drei Fahrzeuge laufen im realen Einsatzbetrieb in Berlin, Amsterdam und Dubai.

 

Der Rosenbauer RT ist hier jedoch keine Aufbauvariante. Man hat hier ein Feuerwehrfahrzeug von Grund auf neu gedacht und entwickelt. Dabei stand die Antriebsart zu Anfang gar nicht fest. Sehr früh in der Entwicklungsphase kam man jedoch auf die Vorteile eines elektrischen Antriebssystems.

 

Der Antrieb erfolgt direkt an den Achsen. Hier kommt Technik von Volvo zum Einsatz. Somit ist der Motor unter der Kabine entfallen, es gibt eine Topfebene geräumige Kabine. Die Vordersitze lassen sich drehen, die beiden Angriffstrupps sitzen mit Vierpunktgurten seitlich an der Wand, dadurch gibt es bessere Sicht nach vorne und eine bessere Kommunikationsmöglichkeit. Durch die drehbaren Sitze ergibt sich vor Ort ein kleiner Besprechungsraum. Der Melder und der Schlauchtrupp sitzen in Fahrtrichtung vor der Kabinenrückwand. Bei Berufsfeuerwehren kann die Kabinenrückwand als Stauraum genutzt werden.

 

Das Fahrzeug ist pneumatisch gefedert, kann also im Gelände mehr Bodenfreiheit bekommen und am EInsatzort fast bis auf Bodenniveau abgesenkt werden. Somit ergibt sich in den Geräteräumen auch eine niedrige Entnahmehöhe.

Optional ist eine Allradlenkung erhältlich, womit das Fahrzeug extrem wendig wird.

 

Die Pumpe liegt in der Mitte im Aufbau, Bedienmöglichkeit am Heck seitlich in einem Panel, oder vom Maschinistenplatz aus der Fahrerkabine. Somit ergibt sich ein zusätzlicher Geräteraum im Heck.

 

Der Akku reicht für eine Einsatzdauer von 90 Minuten bei Vollast (Licht, CAFS, alles was geht). Dies reicht für etwa 90% der Einsätze locker aus. Wenn es länger dauert, springt der Range-Extender an - ein 200kW Diesel von BMW. Dieser lädt auch noch bei Vollast zusätzlich den Akku.

 

Geladen wird in der Wache entweder direkt as dem Netz. Sollte die Anschlußleistung der Stromversorgung hierfür nicht ausreichend sein, dann gibt es ein Akku-gepuffertes Ladesystem: Der Akku im Ladegerät wird langsam auf Kapazität gebracht, wenn das HLF geladen werden muß, erfolgt das aus dem internen Akku mit hoher Leistung. Danach bleibt wieder Zeit zum Füllen des Akkus.

 

Inzwischen wurde der ursprüngliche CFT umgebaut und tourt durch Amerika. Auch hier stößt er auf reges Interesse. Nach anfänglicher Skepsis kommt die Erkenntnis, dass gerade im dichten Verkehr der großen Stadte ein wendiges Löschfahrzeug durchaus Vorteile gegenüber den langen gebräuchlichen Engines hat. Ob hier ein Umdenken stattfindet, bleibt abzuwarten. Die Chancen stehen dafür nicht schlecht.

 

UPDATE (21.09.2021)

Ich habe aufgrund der vielen Fragen mal ein paar technische Details rausgesucht:

Der RT hat zwei 50kWh Akkus im Fahrzeugboden verbaut. Durch den Zentralrohrrahmen und die tief liegenden Akkus (550kg) ergibt sich ein sehr niedriger Schwerpunkt.

Der Radstand beträgt 3,8m. Hier hat der RT einen Wendekreis von 12,5m. Optional kann der RT auch mit 4,1 oder 4,4m Radstand gefertigt werden.

Die Bodenfreiheit beträgt 250mm. Sie kann auf 175mm abgesenkt werden, oder auf 350mm angehoben werden. Die maximale Bodenfreiheit im Watmodus beträgt 470mm.

 

Motor: 2x Volvo Penta Elektromotoren mit je 180kW; Range Extender: BMW-Diesel 3l Hubraum, 6 Zylinder, 220kW (Diesel-Tank 125l)

Höchstgeschwindigkeit: 110km/h

Länge: 7.600mm

Breite: 2.350mm

Höhe: 2.900mm

Leergewicht: 11.750kg

Zul. Gesamtgewicht: 18.000kg

 

4x PA Halterung seitlich, 1x PA Halterung hinten (Zusatzsitzplatz)

N25-Normaldruckpumpe

1.200l Wasserrtank

100l Schaummitteltank

CAFS-Anlage

 

Beladung wie klassisches Berliner LHF, nur ohne tragbaren Stromerzeuger

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16.09.2021 12:17    |    Geisslein

Zitat:

@Nonameguzzi schrieb am 16. September 2021 um 11:12:10 Uhr:

Wenn dir der Solaranlagen Vorschlag nicht gefällt dann hast du ja noch den 200kw BMW Diesel auf dem dach^^

Es ist ja nicht einfach damit abgetan mir nix dir nix mal so eine Solaranlage, die diese benötigten Leistungen bringen, auf die Dächer der Feuerwachen zu installieren.

Oftmals fehlt es da an Platz, die richtige Ausrichtung ist nicht gegeben um optimal Sonnenlicht einzufangen. Und wenn Ich dran denke, wo viele der BF-Wachen untergebracht sind, teils in älteren Gemäuern, muß man sich fragen... wie soll das gehen ?!

 

Welche immensen Kosten entstehen da für die Feuerwehren, die Wachen so umzubauen, um Solarstrom für sich zu nutzen, um auch im Notfall evtl einsatzbereit zu sein, oder dann doch, wenn es hart auf hart kommt, mit dem Diesel-Extender auf dem Dach auszurücken.

 

Aber immerhin kann man sagen, daß man mit Elektro-Antrieb unterwegs ist. Wo der Strom herkommt interessiert ja nicht.


16.09.2021 13:03    |    Nonameguzzi

Du hast Recht... Letztendlich ist es mir egal woher der Strom kommt weil mir Umweltschutz an dem Auto absolut egal ist. Aus Umweltschutzgründen kauft das keine Sau. Das "E Löschfahrzeug" wird ja nur so groß beworben weil die Politik das gerne möchte um sich als Innovativ und Klimafreundlich darzustellen.

Im Täglichen Einsatzdienst hat das Fahrzeug einfach Ganz Gang Ganz viele Vorteile und kein Einziger davon ist Umweltschutz!

Ich kann mich wiederholen... Tiefere Tiefräume, besserer Schwerpu kt, besser Fahrverhalten, leiser, deutlich bessere Mannschaftskabine, bessere Geräteentnahme usw

Der E Antrieb ist hierbeiittel zum Zweck weil er es ermöglicht sachen dort zu verbauen wo ein Konventioneller Antriebsstrang den Planz verlegen würde.


16.09.2021 15:14    |    Ioniq123

Ich glaube hier überschätzen einige, was so ein Löschzug im Einsatz an Strom tatsächlich benötigt und unterschätzen im Gegenzug wieviel moderne Akkusystem inzwischen leisten können.

 

Der Einsatz eines 200kWh Akkus in derartigen Fahrzeugen ist weder aus Masse- noch aus Volumengründen unmöglich. Gewicht weniger als 1000kg Volumen weniger als 500L. Die 4 E-Maschinen, je einer pro Rad, kosten fast keinen zusätzlichen Platz. Im Ergebnis bleibt eine ganze Menge mehr Platz durch den Wegfall des Diesels, Tank, Auspuffanlage, Kühsystem und was da noch so bei Verbrennern gebraucht wird. Auch die 24V Anlage wird aus der HV Batterie betrieben. Zum "Starten" reicht eine kleine 12V Mopedbatterie aus. Die Großen LKW Bleakkus fallen also auch weg.

 

Keine Ahnung was da an Licht, Pumpen und so weiter im Einsatz gebraucht wird. Aber bei 200kWh im Boden kommt man da schon einige Stunden unter Volllast hin. Und notfalls können die 200kWh an einem HPC in 30min wieder auf 80% aufgeladen werden.

 

Die 200kWh würden auch für mehrere 100km Reichweite bei 80kmh auf der Autobahn reichen. Selbst bei einem Verbrauch von sagen wir 60kWh/100km noch über 300km.

 

So ein Akku kann aber noch mehr. Vorbei die Zeiten, als eine Pumpe mit lächerlichen 30KW betrieben werden konnte. Jetzt sind 100KW und mehr möglich. Und das ohne große Dieselagregate. Und die müssen nicht erst gestartet und hochgefahren werden. Die liefern praktisch auf Knopfdruck.

 

Große ausklapbare LED Scheinwerfer beleuchten das "Schlachtfeld" in der Nacht. Und das die ganze Nacht, wenn es sein muss. Auch wenn die 10KW und mehr "ziehen".

 

 

Klar gibt es ein Problem, wenn bei einer Großkatastrophe großflächig Stromausfall ist. Das betrifft aber auch die Dieselfahrzeuge. Denn ohne Strom laufen auch keine Tankstellen, oder doch?

 

 

Trotzdem finde ich den schnellen Umstieg derzeit noch nicht sinnvoll. Aber ich finde es gut, dass das Machbare ausgelotet wird und wenn sinnvoll in den nächsten Jahrzehnten die Flotten gaaanz langsam umgestellt werden.


16.09.2021 15:52    |    Nonameguzzi

Naja.... So eine Pumpe wird auch heute schon nicht nur mit 30kw betrieben ;)

Und auch das "Schlachtfeld" bekommen wir heutzutage mit normalen Löschfahrzeugen gut hell....

 

Wir reden halt von ganz vielen Praktischen Dingen. Ein Euro6 LKW wird im Feuerwehreinsatz immerwieder eine Standregeneration brauchen etc

Das alles fällt ja komplett weg ;)


16.09.2021 19:21    |    Goify

Nö, denn dieser Elektro-LKW hat einen verbauten Dieselmotor und der hat ganz sicher auch einen DPF.


16.09.2021 20:05    |    Hummerman

Und dieser DPF wird genau auf diesen einen Betriebszustand optimiert sein (bzw. die Motorsteuerung), mehr Zustände hat der Range Extender auch nicht.


16.09.2021 20:07    |    Kaffeegetrunken

Hallo,

 

viele Feuerwehrfahrzeug fahren wenig, wichtig ist das sie immer einsatzfähig sind auch im Katastrophenfall. Ob jetzt Akku, Wasserstoff oder mit Diesel ist doch nur die Einsatzfähigkeit wichtig. Dann sind auch noch die Kosten der Anschaffung, in Berlin ein e Bus für 600.000 oder mit Diesel für 200.000 sollte auch wichtig sein.

Bei Katastrophen ist die Betankung wichtig wie auch Reifen. Bei der Betankung bzw Laden der Fahrzeuge sehe ich ein schwerwiegendes Problem beim Akku Betrieb.

 

CO2 ist wie ein Dogma, der das Denken einschränkt (was ja wirklich passiert bei der richtigen Konzentration) und die Geldbeutel ausbluten lässt.

 

Ich persönlich habe nicht gegen Innovation, auch ist der Akku ein sinnige Sache, aber nicht als Ideologie und wer mal äh sagt und meint ist das wirklich sinnig, gleich ein Leugner ist.

 

GRuß


16.09.2021 20:40    |    cookie_dent

Zitat:

@Kaffeegetrunken schrieb am 16. September 2021 um 20:07:01 Uhr:

CO2 ist wie ein Dogma, der das Denken einschränkt (was ja wirklich passiert bei der richtigen Konzentration) und die Geldbeutel ausbluten lässt.

 

Ich persönlich habe nicht gegen Innovation, auch ist der Akku ein sinnige Sache, aber nicht als Ideologie und wer mal äh sagt und meint ist das wirklich sinnig, gleich ein Leugner ist.

 

GRuß

Sehe ich auch so. Dieses Fahrzeug ist sicherlich für 90 der Einsätze vollkommen ausreichend, für die Restlichen 10% muss man halt noch was konventionelles vorhalten.

Aber wie sieht es mit dem CO2 Rucksack für so ein Fahrzeug aus?

Bei vielen Freiwilligen fährt so ein Bock gerade mal 5000km pro Jahr.

Wieviel mehr kostet so ein Fahrzeug?

Wieviel kostet die zusätzliche Infrastruktur im Gerätehaus/der Wache?

Das sind Faktoren die ich als Feuerwehrmann und Steuerzahler mit in die Waagschale legen muss.

 

Bin gespannt wann Rheinmetall den ersten elektrischen Leopard 2 vorstellt um sich dem politischen Dogma zu unterwerfen.


16.09.2021 21:23    |    Nonameguzzi

ALso Kostenpunkt für leute die den RT jetzt bestellen soll bei RoundAbout einer Millionen liegen und damit etwas über das Doppelte von einem normalen HLF.

Der Hersteller meinte aber bis in 3 Jahren in einen Bereich zu landen das er nurnoch rund 50.000€ Teurer ist als ein normaler.

 

Als Feuerwehr muss man an dem Auto 2 Seiten sehen.

1. ELEKTRO!!!!! Das kann man einer Gemeinde die sich gerne den Umweltschutz Stempel aufdrückt natürlich super verkaufen.

2. Es ist ein Elektro weil es im Löschfahrzeugbau einfach Sinn macht diesen Weg zu gehen. Man ist nichtmehr auf die Klassischen Antriebskomponenten ANgewiesen und kann alle Sachen dort Verbauen wo sie Praktisch sind ohen Rücksicht auf Motor, Getriebe, Achsen usw zu nehmen.

 

Und jetzt zu:

 

Zitat:

@Hummerman schrieb am 16. September 2021 um 20:05:53 Uhr:

Und dieser DPF wird genau auf diesen einen Betriebszustand optimiert sein (bzw. die Motorsteuerung), mehr Zustände hat der Range Extender auch nicht.

Ja, hat er. Ist ein Kleiner POKW Diesel der oben auf dem Dach sitzt, der geht an wenn der Akku auf 20% Fällt und lädt ihn wieder voll Auf.

Und bei welcher Drehzahl er das macht ist fürs Auto erstmal egal. Der hat da oben drauf kein Standgas, kleine Lastwechsel etc und wenn der DPF sich freibrennen will dann fährt der Motor halt paar mehr Umdrehungen oder paar Weniger das ist doch egal man ist ja nicht von der Motordrehzahl abhängig.


17.09.2021 08:55    |    Geisslein

Zitat:

@Nonameguzzi schrieb am 16. September 2021 um 21:23:27 Uhr:

ALso Kostenpunkt für leute die den RT jetzt bestellen soll bei RoundAbout einer Millionen liegen und damit etwas über das Doppelte von einem normalen HLF.

Der Hersteller meinte aber bis in 3 Jahren in einen Bereich zu landen das er nurnoch rund 50.000€ Teurer ist als ein normaler.

Da legst gut und gerne noch 150.000 bis 200.000 Euro obendrauf. Dann bewegt man sich in 3 bis 4 Jahren in einem Preisbereich, der für mich in einem einigermaßen realistischen Bereich liegen würde.

Für die meisten aller Feuerwehren wird so ein Fahrzeug jedoch überhaupt nicht erschwinglich sein.

Da weitere enorme Kosten für den Umbau der Feuerwache notwendig sein werden.

 

Zitat:

@Nonameguzzi schrieb am 16. September 2021 um 21:23:27 Uhr:

Als Feuerwehr muss man an dem Auto 2 Seiten sehen.

1. ELEKTRO!!!!! Das kann man einer Gemeinde die sich gerne den Umweltschutz Stempel aufdrückt natürlich super verkaufen.

2. Es ist ein Elektro weil es im Löschfahrzeugbau einfach Sinn macht diesen Weg zu gehen. Man ist nichtmehr auf die Klassischen Antriebskomponenten ANgewiesen und kann alle Sachen dort Verbauen wo sie Praktisch sind ohen Rücksicht auf Motor, Getriebe, Achsen usw zu nehmen.

Natürlich kann man so ein Fahrzeug mit dem Aspekt "Umweltschutz" sehr gut bewerben und viele "grüne" Städte werden sich mit Sicherheit auch diesen Schwachsinn aufschwatzen lassen.

Das E-Feuerwehrfahrzeug ist ja "grün" und fährt mit Strom.

Ohne sich darüber Gedanken zu machen, daß das Fahrzeug einen Herzschrittmacher benötigt um überhaupt einsatzbereit zu sein / bzw. zu bleiben und ohne diesen Herzschrittmacher längere Einsätze gar nicht möglich sind.

 

Zu Punkt 2.

Es ist nun wirklich kein technischer Meilenstein, daß ein solcher Löschfahrzeugbau, wie hier beim Rosenbauer RT, nur Dank Elektro realisierbar ist oder wäre.

Große, geräumige, Gerätefächer, die es ermöglichen fast auf Bodenniveau die Geräte zu entnehmen, ebener Einstieg in die Manschaftskabine mit Platz zum aufrechten Stehen und individueller Sitzplatzanordnung.... das ist doch ein alter Hut und wurde schon vor 15 Jahren auf den jeweiligen Messen vorgestellt


17.09.2021 09:10    |    GLI

Zitat:

@Ioniq123 schrieb am 16. September 2021 um 15:14:00 Uhr:

Klar gibt es ein Problem, wenn bei einer Großkatastrophe großflächig Stromausfall ist. Das betrifft aber auch die Dieselfahrzeuge. Denn ohne Strom laufen auch keine Tankstellen, oder doch?

Schon wieder dieser dämliche Spruch... Ist das den Leuten nicht peinlich so einen Bullshit abzusondern?

 

Die Shell an der Ecke wird im Katastrophenfall dann gerade mal nicht funktionieren. Der Tanklaster mit Dieselantrieb aber garantiert.


17.09.2021 09:25    |    Geisslein

Zitat:

@GLI schrieb am 17. September 2021 um 09:10:59 Uhr:

 

Schon wieder dieser dämliche Spruch... Ist das den Leuten nicht peinlich so einen Bullshit abzusondern?

 

Die Shell an der Ecke wird im Katastrophenfall dann gerade mal nicht funktionieren. Der Tanklaster mit Dieselantrieb aber garantiert.

Und wenn alle Stricke reißen sollten weil der Tanklaster auch nicht weiterkommt kann Diesel per Hubschrauber an der Einsatzstelle direkt abgesetzt werden.


17.09.2021 09:41    |    Nonameguzzi

Zitat:

@Geisslein schrieb am 17. September 2021 um 08:55:01 Uhr:

sind.

Zu Punkt 2.

Es ist nun wirklich kein technischer Meilenstein, daß ein solcher Löschfahrzeugbau, wie hier beim Rosenbauer RT, nur Dank Elektro realisierbar ist oder wäre.

Große, geräumige, Gerätefächer, die es ermöglichen fast auf Bodenniveau die Geräte zu entnehmen, ebener Einstieg in die Manschaftskabine mit Platz zum aufrechten Stehen und individueller Sitzplatzanordnung.... das ist doch ein alter Hut und wurde schon vor 15 Jahren auf den jeweiligen Messen vorgestellt

Jeder einzelne der Punkte ist ein Alter Hut.

Einzelradaufhängung haben viele Ammi Bomber auf der Vorderachse, tiefe Geräteräume hat jedes Niederflur LF, 50cm Bodenfreiheit gibt's beim Unimog, Freien Heckgeräteraum beim Varus MSP.wobei auch RB schon Pumpen unters Heck gehängt hat. Wenig Lärm machen die Econics da die Bus Kabine den Motor gut abschotten etc etc etc

 

ABER: Diese ganzen Sachen in einem Fahrzeug kombinieren ist der Punkt...

Dafür muss nunmal ein eigenes Fahrgestell her denn nichtmals ein Tatra würde das gut hin bekommen.

 

Und wenn man schon ein eigenes Fahrgestell baut dann ist man halt auch nicht mehr darauf angewiesen den Motor vorne unter die Kabine zu setzten, nimmst halt ein kleineren PKW Motor setzt ihn aufs Dach schon ist die riesige Knatternde Geräuschquelle weg die für bissel Blaulicht und Ladeerhaltungen Stundenlang 7L Hubraum im Standgaß befeuert...

Für Moderne LKW's ist der Feuerwehr Dienst alles andere als gesund ein speziell darauf konzipiertes Fahrzeug umgeht da einfach viele Probleme einige davon hab ich ja schon genannt.

Die Zukunft des Feuerwehrautos wird Mittel bis Langfristig ein eigenes Fahrgestell werden, Iveco baut doch schon seit Jahren den Eurofire klar bei weitem nicht so spezialisiert aber einige Sinnvolle Ideen Umgesetzt zb die große Doka in der Serie. Hat sonst keiner....

 

Und den RT sehe ich als nächsten Logischen Schritt an ein Fahrzeug das Speziell für Feuerwehren gedacht ist..natürlich die nächsten Jahre über nur für Große Wehren interessant aber dann wird sie Zukunft zeigen was Sache ist. Bis dato werden wir das auf den Großen BF Wachen und vielen Werkfeuerwehren sehen.


17.09.2021 10:18    |    Geisslein

Zitat:

@Nonameguzzi schrieb am 17. September 2021 um 09:41:33 Uhr:

 

Und wenn man schon ein eigenes Fahrgestell baut dann ist man halt auch nicht mehr darauf angewiesen den Motor vorne unter die Kabine zu setzten, nimmst halt ein kleineren PKW Motor setzt ihn aufs Dach schon ist die riesige Knatternde Geräuschquelle weg die für bissel Blaulicht und Ladeerhaltungen Stundenlang 7L Hubraum im Standgaß befeuert...

Ich glaube, daß ein "richtiger" Einsatz weit mehr ist als nur die Stromversorgung von Blaulicht und Funkgeräten

 

Zitat:

@Nonameguzzi schrieb am 17. September 2021 um 09:41:33 Uhr:

Und den RT sehe ich als nächsten Logischen Schritt an ein Fahrzeug das Speziell für Feuerwehren gedacht ist..natürlich die nächsten Jahre über nur für Große Wehren interessant aber dann wird sie Zukunft zeigen was Sache ist. Bis dato werden wir das auf den Großen BF Wachen und vielen Werkfeuerwehren sehen.

Der einzige logische Schritt beim Rosenbauer RT ist, daß der Hersteller zeigt oder aufzeigen kann, daß ein Feuerwehrfahrzeug mit E-Antrieb "möglich" ist. Dabei bleibt es aber auch schon.

Das ist aber nur dem Hype geschuldet.

Wenn Ich aber dran denke, was zwei meiner Kumpels, die übrigens beide Ingenieure bei zwei großen deutschen Automobilhersteller sind, über die E-Mobilität berichten wird mir schlecht.

 

Ich sag nur "Never touch a running System" !

Die E-Fahrzeuge werden die Feuerwehren vor weitere Probleme stellen. Zukunftsfähig ist das noch lange nicht.

Und solange ein Herzschrittmacher auf dem Dach oder wo auch immer montiert weiterhin für Strom sorgen muß ist das einfach nur ein Witz mit Anlauf.


17.09.2021 10:45    |    Nonameguzzi

Also ich kann dir sagen was unsere meisten Einsätze sind...

Ölspur, Brandmeldeanlage, Kleine TH les bis zum Verkehrsunfall.

Die ganzen Einsätze gehen zwischen 15min und 2h...

Pumpe läuft nur manchmal ne halbe Stunde.

Das alles kann der RT Problemlos aus seinen Batterien heraus leisten.

Die Ladeinfrastruktur ist mir auch egal bei mir im Gerätehaus der FFW... Läd der halt nur an einer 16A Drehstrom Dose ich brauch den ja nicht innerhalb von 30min gefüllt mir reicht ja ein Tag.

 

Der "Herzschrittmacher" (ziemlich Poetischer Name fûr einen Onbord Generator) ist ein tolles Bauteil. Er hat kein Dickes Getriebe dran hängen, ist viel leichter und Leiser ein ein normaler LKW Diesel, verbraucht weniger da er keine Lastwechsel hat....

Und noch dazu könnte man ja mit dem Fahrzeug rückwärts ins Netz Speisen und so zb einen RT Nutzen um 5 in der Halle zu laden.....

Ob der RT das jetzt aktuell kann sei Mal dahin gestellt ist ja ein Prototyp in Berlin und dafür sind die Fahrzeuge ja da... Schauen was sie noch zusätzlich können müssen und wo man Nachbessern soll.

 

Ich denke der RT zeigt mitunter die Richtung auf in die es in Zukunft geht ja sicher nicht in den nächsten 10 Jahren, nicht Flächendeckend etc aber wenn man bedenkt welche Feuerwehren jetzt schon bestellt haben.

Ganz Prominent natürlich LosAngeles die 30 Ihrer am meisten Benutzen Fahrzeuge durch den RT ersetzen wollen.


17.09.2021 11:38    |    Geisslein

Ja, der "Herzschrittmacher" wurde von mir bewusst so gewählt ;)

Denn anders vergleichen kann man den Diesel-Extender jetzt nicht.

 

Was an dem Gesamtsystem nun leichter sein soll als an einem konventionellen Feuerwehrfahrzeug mit Dieselmotor ist mir ein Rätsel ?!

 

Zwei E-Motoren, Batterie oder Akku (je nachdem wie man es nennen möchte) plus den "Herzschrittmacher" den Ich als 6-Zylinder mit 272 PS nicht unbedingt als klein und sparsam betrachte. Zudem sind da noch 120 Liter Diesel zusätzlich mit an Bord.

Auch dient der Herzschrittmacher ja auch als alternativer Antrieb der Pumpe. Antriebsstrang und Verteilergetriebe inklusive.

 

Bei vergleichbarer Beladung sind das 4 t mehr... das ist eine Ansage !


17.09.2021 11:53    |    Goify

Und das, wo Feuerwehrfahrzeuge eh immer überladen sind.


17.09.2021 19:00    |    cookie_dent

Zitat:

@Nonameguzzi schrieb am 17. September 2021 um 10:45:09 Uhr:

Also ich kann dir sagen was unsere meisten Einsätze sind...

Ölspur, Brandmeldeanlage, Kleine TH les bis zum Verkehrsunfall.

Die ganzen Einsätze gehen zwischen 15min und 2h...

Pumpe läuft nur manchmal ne halbe Stunde.

Das alles kann der RT Problemlos aus seinen Batterien heraus leisten.

Stimmt, das kann er.

 

Zitat:

@Nonameguzzi schrieb am 17. September 2021 um 10:45:09 Uhr:

Die Ladeinfrastruktur ist mir auch egal bei mir im Gerätehaus der FFW... Läd der halt nur an einer 16A Drehstrom Dose ich brauch den ja nicht innerhalb von 30min gefüllt mir reicht ja ein Tag.

Und da gehe ich nicht mit.

An manchen Tagen hat man je nach Feuerwehr mehr als einen Einsatz pro Tag, was ist mit dem alljährlichen Großbrand/Großeinsatz, oder mit dem letzten Hochwasser, drei Tage am Stück waren die Fahrzeuge fest eingebunden und die Pumpen liefen auf Volllast.

Bei einer BF ist schnellladen sowieso Grundvoraussetzung.

 

Natürlich läuft die Kiste dann auch mit dem Generator auf dem Dach, aber dann unterscheidet er sich nicht mehr von ein Verbrenner HLF.

 

Ich sehe schon die Vorteile von so einem Fahrzeug, aber auch die Nachteile die Du hier scheinbar ausblendest. Du klingst irgendwie nach einem Rosenbauer Vertreter?


17.09.2021 19:31    |    kappa9

Zitat: "Natürlich läuft die Kiste dann auch mit dem Generator auf dem Dach, aber dann unterscheidet er sich nicht mehr von ein Verbrenner HLF." *Zitatende

 

Er darf kleiner in der Leistung sein, da der entnommene Leistungsbedarf der Systeme niemals zu 100% und dauerhaft ununterbrochen maximal ist.

Entscheidend ist die Summe der Verbräuche in einem definierten Zeitraum (= die Fläche unterhalb der Verbrauchsdiagamm dargestellten Linie muss mindesten gleich groß sein)

 

Aber:

Nochmal zurück. Lasst es doch einfach mal so stehen, dass neue Konzepte nicht nur in der Theorie sogleich abgetan werden, sondern auch mal in der Praxis getestet und verbessert werden.

 

Ja, ich weiß - das ist schwer zu ertragen, wenn jemand ein anderes System präferiert (oder zumindest für die ERFORSCHUNG plädiert), als man selbst... Haltet das einfach mal aus!

 

Dabei kristallisieren sich in der Regel auch die Einsatzprofile heraus.

Dabei mag es nach einer gewissen durchlaufenen Evolution bestimmte Anforderungsprofile geben, für die das Gerät (das Konzept) perfekt ist und für andere eben nicht.

 

Deswegen muss man es doch nicht gleich komplett schlecht reden wie es einige hier tun.

 

Wäre man zu Zeiten der ersten Dampflokprototypen so verfahren und hätte man gewissen "Fachleuten" geglaubt, dass der Menschliche Körper keine Geschwindigkeiten oberhalb 30 - maximal 40 km/h aushielte, führen wir alle noch heute bestenfalls Pferdekutschen.


17.09.2021 21:26    |    Bodo0816

Zitat:

@kappa9 schrieb am 17. September 2021 um 19:31:05 Uhr:

 

Deswegen muss man es doch nicht gleich komplett schlecht reden wie es einige hier tun.

Das Problem ist das die Elektromobilität ohne Sinn und Verstand durch gedrückt werden soll,und das auf allen Ebenen.Wenn sich der normale Verbraucher ein E-Auto holt ist das seine Sache,wenn jedoch wichtige Organisationen mit unausgereiften Plattformen klar kommen müssen wird es finster.

 

Bei diversen BF wurden in den letzten Jahrzehnten "innovative Fahrzeuge" beschafft,viele davon wurden still und heimlich ausgemustert oder dienten als Notreserve weil nicht Alltagstauglich.

 

Die LKW Fahrgestelle der Feuerwehr werden auch tagtäglich in der Wirtschaft genutzt,und selbst diese Fahrgestelle haben ihre Probleme.

Wie kann man ernsthaft glauben das frisch entwickelte E-Modelle ohne Erfahrungswerte und reale Prüfung der Alltagstauglichkeit funktionieren.Das ganze ist für mich im Moment eine medienwirksame Show und selbst wenn einige BF die Fahrzeuge 3-6 Monate fahren sagt das nichts über die Standfestigkeit von 3-10 Jahren aus.Von FF die Fahrzeuge >20 Jahre nutzen(müssen) ganz zu schweigen.


17.09.2021 21:47    |    kappa9

Wie kommt denn die Entwicklung und Erfahrung zustande, wenn man sie nicht sammeln darf?

 

Oder hatte ich das falsch verstanden und das hier vorgestellt Fahrzeug ist gar kein Konzept, welches weiter entwickelt werden soll, sondern ein fertiges Produkt, welches in Konkurrenz zu anderen Konzepten steht?

 

Frei nach dem Prinzip: "Sage mir nicht, was alles nicht geht, sondern zeige mir wie man die Schwachstellen verbessert"


17.09.2021 22:15    |    Bodo0816

Zitat:

@kappa9 schrieb am 17. September 2021 um 21:47:54 Uhr:

 

Oder hatte ich das falsch verstanden und das hier vorgestellt Fahrzeug ist gar kein Konzept, welches weiter entwickelt werden soll, sondern ein fertiges Produkt, welches in Konkurrenz zu anderen Konzepten steht?

Genau da liegt das Problem,ohne Kooperation mit einem großen Hersteller (z.b.Scania,Iveco,Mercedes,Volvo oder MAN) wird das Projekt scheitern.Rosenbauer macht sehr gute Aufbauten,ein standfestes Fahrgestell zu entwickeln ist nochmal eine andere Hausnummer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Falcon_(Feuerwehrfahrzeug)


18.09.2021 00:10    |    Hummerman

@Bodo0816 Rosenbauer hat damit über Jahre Erfahrungen und auch sehr erfolgreiche Modelle, siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenbauer_Panther


18.09.2021 07:05    |    Nonameguzzi

Also die Panther laufen einwandfrei die aktuelle Generation sitzt auf einem Eigenentwickelten Fahrgestell mit Volvo Penta Motoren (nicht Volvo Trucks)


18.09.2021 09:03    |    Geisslein

Zitat:

@kappa9 schrieb am 17. September 2021 um 21:47:54 Uhr:

Wie kommt denn die Entwicklung und Erfahrung zustande, wenn man sie nicht sammeln darf?

 

Oder hatte ich das falsch verstanden und das hier vorgestellt Fahrzeug ist gar kein Konzept, welches weiter entwickelt werden soll, sondern ein fertiges Produkt, welches in Konkurrenz zu anderen Konzepten steht?

 

Frei nach dem Prinzip: "Sage mir nicht, was alles nicht geht, sondern zeige mir wie man die Schwachstellen verbessert"

Der Prototyp des RT (CFT) wurde vom Hersteller doch zurückbehalten.

Die RT selbst sind nach meinem Informationsstand doch schon sehr sehr nahe am Serienmodell dran.


18.09.2021 09:29    |    kappa9

Zitat:

@Geisslein schrieb am 18. September 2021 um 09:03:35 Uhr:

Zitat:

@kappa9 schrieb am 17. September 2021 um 21:47:54 Uhr:

Wie kommt denn die Entwicklung und Erfahrung zustande, wenn man sie nicht sammeln darf?

 

Oder hatte ich das falsch verstanden und das hier vorgestellt Fahrzeug ist gar kein Konzept, welches weiter entwickelt werden soll, sondern ein fertiges Produkt, welches in Konkurrenz zu anderen Konzepten steht?

 

Frei nach dem Prinzip: "Sage mir nicht, was alles nicht geht, sondern zeige mir wie man die Schwachstellen verbessert"

Der Prototyp des RT (CFT) wurde vom Hersteller doch zurückbehalten.

Die RT selbst sind nach meinem Informationsstand doch schon sehr sehr nahe am Serienmodell dran.

Und wie soll die Serienreife und eine echte Evolution mit Erfahrungen aus dem echten Leben einfließen, wenn genau ein Mangel derselben zum Vorwurf erhoben wird?

 

Jedenfalls konnte ich nirgends dem Ursprungsbericht entnehmen, dass flächendeckend nun der Einsatz erzwungen würde und alle Diesel verteufelt würden.

Dabei wird gerade von den Gegnern der E-Fahrzeuge an die E-Befürworter der Vorwurf der erzwungenen Ideologie erhoben.

Hier erscheint es mir so, als würde alleine die Existenz eines noch nichteinmal vollständig entwickelten und noch nicht voll konkurrenzfähigen Systemes bereits Existenzängste verursachen.

 

 

Ich finde freie Forschung, Feldversuche und auch breit angelegte Alternativen im Prinzip gut. (Und ja, seit vielen Jahren fahre ich selbst dabei noch eher größere V8 Benziner - nur verfalle ich dabei weder für die eine, noch die andere Seite in ideologisch getriebene Polemik).

 

Mir gefällt die im Blog genannte Variante als interessantes und in der Praxis unvoreingenommen zu prüfendes Konzept!


18.09.2021 09:30    |    Bodo0816

Zitat:

@Nonameguzzi schrieb am 18. September 2021 um 07:05:43 Uhr:

Also die Panther laufen einwandfrei die aktuelle Generation sitzt auf einem Eigenentwickelten Fahrgestell mit Volvo Penta Motoren (nicht Volvo Trucks)

Der Panther 8x8 XL entstand als Notlösung weil MAN keine größeren Chassis liefern konnte,meines Wissen nach wurde das Chassis nur verlängert und verstärkt.

Die neueren Panther laufen auf eigenen Chassis,wobei da sicher mehr copy and paste und Bestückung aus dem Baukasten zum tragen kommt.

Beim RT verhält sich das anders weil alle Komponenten neu entwickelt werden müssen,das ist nicht vergleichbar mit der alten Bauweise.


18.09.2021 10:14    |    Bodo0816

Zitat:

@kappa9 schrieb am 18. September 2021 um 09:29:24 Uhr:

Zitat:

 

 

Dabei wird gerade von den Gegnern der E-Fahrzeuge an die E-Befürworter der Vorwurf der erzwungenen Ideologie erhoben.

Hier erscheint es mir so, als würde alleine die Existenz eines noch nichteinmal vollständig entwickelten und noch nicht voll konkurrenzfähigen Systemes bereits Existenzängste verursachen.

Wenn die Beschaffer die Systeme auf pro und contra abwägen können sehe ich kein Problem,Sorge bereitet mir unsere Politik die auf Teufel komm raus auf den Klimazug aufspringen wollen ungeachtet der Folgen.

Diese Folgen kenne ich aus dem Freundeskreis,

- Hochspannungstrassen müssen bis in den Süden gebaut werden,in direkter Nachbarschaft zu bebauten

Wohngebieten

- Da die Windenergie forciert ausgebaut werden soll dürfen Abstände zum Wohngebiet verkürzt werden,

bei einem guten Freund steht eine WKA in direkter Umgebung mit allen Folgen(Lärm,Schattenschlag,etc)

- Einige Bekannte betreiben Biogasanlagen(NawaRO) 0,5-1 MW,was sich da für Materialschlachten

abspielen spottet jeder Beschreibung und wie sich das mit dem Thema Klimaschutz

verträgt,inclusive Monokulturen,habe ich noch nicht verstanden.

 

Lange Rede kurzer Sinn,ich sehe schon den nächsten Bürgermeister der dieses Fahrzeug für die Publicity "durchdrücken" will.Wenn das System nicht funktioniert dürfen halt andere die Suppe auslöffeln.


18.09.2021 11:34    |    Geisslein

Zitat:

@kappa9 schrieb am 18. September 2021 um 09:29:24 Uhr:

 

Jedenfalls konnte ich nirgends dem Ursprungsbericht entnehmen, dass flächendeckend nun der Einsatz erzwungen würde und alle Diesel verteufelt würden.

Dabei wird gerade von den Gegnern der E-Fahrzeuge an die E-Befürworter der Vorwurf der erzwungenen Ideologie erhoben.

Hier erscheint es mir so, als würde alleine die Existenz eines noch nichteinmal vollständig entwickelten und noch nicht voll konkurrenzfähigen Systemes bereits Existenzängste verursachen.

Grundsätzlich hat das jetzt nichts mit Gegnern der E-Fahrzeuge vs. Befürwörter von E-Fahrzeugen zu tun.

 

Hier muß man ganz klar abwägen, ob ein Fahrzeug wie der RT die Einsätze wirklich rein elektrisch abarbeiten kann, oder ob das Fahrzeug ab einem gewissen Zeitpunkt der Saft ausgeht und der benötigte Strom dann vom Diesel-Extender gezückt wird.

Und genau an diesem Punkt müsste sich eigentlich Jeder an den Kopf fassen (auch die E-Beführwörter) und hinterfragen wo dann der Sinn von E-Fahrzeugen liegt.

 

Ich gehe doch auch nicht mit der elektrischen Kettensäge in den Wald und benötige ein Stromaggregat um diese betreiben zu können.

Dann kann Ich es bleiben lassen, gleich zur Motorsäge greifen und kann das Stromaggregat daheim lassen (Stichwort "mehr Platz" und "weniger Gewicht").

 

Solche Punkte werden für eine Feuerwehr, die solche Fahrzeuge anschaffen, dann doch schnell peinlich und sorgen mit Sicherheit für Gelächter und Kopfschütteln in der Bevölkerung.


18.09.2021 12:17    |    kappa9

Ich sehe das anders: wenn (und genau DAS gilt es ja unter anderem in der Praxis zu beweisen und je nach Potential zu verbessern) das für fast alle Situationen, bis auf wenige Ausnahmen genügt, wäre es für viele (und eben nicht alle) Themen geeignet.

 

Eine einfache -wenn auch begründbare- Behauptung (wissenschaftlich auch These genannt), genügt mir nicht, um das von vorneherein pauschal abzulehnen.

Ich bin nicht zugänglich für Totschlagargumente ohne wissenschaftliche Beweisführung.


18.09.2021 12:20    |    Hummerman

Zitat:

@Bodo0816 schrieb am 18. September 2021 um 09:30:04 Uhr:

Beim RT verhält sich das anders weil alle Komponenten neu entwickelt werden müssen,das ist nicht vergleichbar mit der alten Bauweise.

Die wichtigsten Komponenten stammen eh von Zulieferern, die sich auf ihrem Gebiet auskennen.

 

@Geisslein: Selbst wenn im Einsatzfall der REx laufen muss, ist das Fahrzeug immernoch deutlich leiser. Und wenn in über 90 % der Fälle rein elektrisch gearbeitet werden kann, dann umso besser.

Ganz ehrlich, die meisten Feuerwehrfahrzeuge stehen sich kaputt, es gibt Bewegungsfahrten damit die Motoren überhaupt mal auf Betriebstemperatur kommen usw.


18.09.2021 12:25    |    kappa9

Zitat:

@Geisslein schrieb am 18. September 2021 um 11:34:50 Uhr:

Zitat:

@kappa9 schrieb am 18. September 2021 um 09:29:24 Uhr:

 

Jedenfalls konnte ich nirgends dem Ursprungsbericht entnehmen, dass flächendeckend nun der Einsatz erzwungen würde und alle Diesel verteufelt würden.

Dabei wird gerade von den Gegnern der E-Fahrzeuge an die E-Befürworter der Vorwurf der erzwungenen Ideologie erhoben.

Hier erscheint es mir so, als würde alleine die Existenz eines noch nichteinmal vollständig entwickelten und noch nicht voll konkurrenzfähigen Systemes bereits Existenzängste verursachen.

...

Solche Punkte werden für eine Feuerwehr, die solche Fahrzeuge anschaffen, dann doch schnell peinlich und sorgen mit Sicherheit für Gelächter und Kopfschütteln in der Bevölkerung.

Es gibt auch genügend Gegenbeispiele.

Etwa 20m von unserer Haustüre entfernt ist ein Hydrant. Das scheint einer der letzten Richtung des hinter unserem Hauses befindlichen Naturschutzgebietes zu sein.

In der letzten Hitzeperiode vor einigen Wochen fuhr unsere BF hier wohl irgendwelche Bewässerungseinsätze in dutzenden Umläufen.

Auf Touren laufende Dieselmotore - laut und extrem stinkend pusteten ihre Abgase stundenlang genau in unser Haus. Wir kamen vom Einkauf zurück und hatte in der oberen Etage gelüftet gelassen. Das war ekelhaft!

Da hätte ich mir alles Vollelektrisch bei den BF-Fahrzeugen gewünscht und applaudiert, wenn die leise und lokal Abgasfrei gewesen wären.

Nix mit Lächerlich.

Selbst wenn nach Stunden mal ein REX angesprungen wäre, hätte ich mich über die emissionsarmen Stunden gefreut, die das ermöglicht hätte.


18.09.2021 12:27    |    Geisslein

Zitat:

@kappa9 schrieb am 18. September 2021 um 12:17:30 Uhr:

Ich sehe das anders: wenn (und genau DAS gilt es ja unter anderem in der Praxis zu beweisen und je nach Potential zu verbessern) das für fast alle Situationen, bis auf wenige Ausnahmen genügt, wäre es für viele (und eben nicht alle) Themen geeignet.

 

Eine einfache -wenn auch begründbare- Behauptung (wissenschaftlich auch These genannt), genügt mir nicht, um das von vorneherein pauschal abzulehnen.

Ich bin nicht zugänglich für Totschlagargumente ohne wissenschaftliche Beweisführung.

Bei der Feuerwehr zählen nunmal Totschlagargumente und keine wissenschaftlichen Thesen.

Da gilt es nicht in der Praxis etwas zu beweisen. Das muß in allen Situationen funktionieren und auch keine Ausnahme zulassen.

Versagt hier was, bist Du unten durch !


18.09.2021 12:31    |    kappa9

Zitat:

@Geisslein schrieb am 18. September 2021 um 12:27:23 Uhr:

Zitat:

@kappa9 schrieb am 18. September 2021 um 12:17:30 Uhr:

Ich sehe das anders: wenn (und genau DAS gilt es ja unter anderem in der Praxis zu beweisen und je nach Potential zu verbessern) das für fast alle Situationen, bis auf wenige Ausnahmen genügt, wäre es für viele (und eben nicht alle) Themen geeignet.

 

Eine einfache -wenn auch begründbare- Behauptung (wissenschaftlich auch These genannt), genügt mir nicht, um das von vorneherein pauschal abzulehnen.

Ich bin nicht zugänglich für Totschlagargumente ohne wissenschaftliche Beweisführung.

Bei der Feuerwehr zählen nunmal Totschlagargumente und keine wissenschaftlichen Thesen.

Da gilt es nicht in der Praxis etwas zu beweisen. Das muß in allen Situationen funktionieren und auch keine Ausnahme zulassen.

Versagt hier was, bist Du unten durch !

Ja nee is klaar - wie kommt man den DAHIN? (Rhetorische Frage)

Durch Praxistests und über Prototypen hinaus gehende Herstellung der Serienreife.

 

Deiner Aussage nach müssen ja alle Generationen vor Euch unten durch sein, denn sie setzten aus heutiger Sicht veraltetes minder leistungsfähiges Material ein. Oder gibt es bei Euch noch Handpumpen auf einem Pferdewagen?

Eben: Alles, was heute so toll funktioniert, musste erst einmal mühsam und mit viel try-and-error dort hin gebracht werden. Das wird hier aber konsequent unterschlagen.


18.09.2021 12:40    |    Geisslein

Zitat:

@Hummerman schrieb am 18. September 2021 um 12:20:17 Uhr:

@Geisslein: Selbst wenn im Einsatzfall der REx laufen muss, ist das Fahrzeug immernoch deutlich leiser. Und wenn in über 90 % der Fälle rein elektrisch gearbeitet werden kann, dann umso besser.

Ganz ehrlich, die meisten Feuerwehrfahrzeuge stehen sich kaputt, es gibt Bewegungsfahrten damit die Motoren überhaupt mal auf Betriebstemperatur kommen usw.

Deine Ansichten kann Ich nicht teilen.

Es geht hier um ein E-Fahrzeug, welches einen Diesel-Extender benötigt, wenn die Akkus, bzw. Batterien leer sind und nicht um den Geräuschpegel des Extenders.

Das Bsp. mit der Kettensäge habe Ich genannt.

 

Klar kann die Berliner Feuerwehr mit dem Fahrzeug mit Sicherheit 90 % der Einsätze rein elektrisch abarbeiten und das so als Argument in die Welt setzen.

Nur wie sehen die Einsätze hier aus... Mülleimerbrände, kleinere Brände in der Öffentlichkeit, Fehlalarme von BMA usw. ?!

Hinfahren, ausschießen und wieder zurück zur Wache.

Der RT kann hier gezielt eingesetzt werden und um nachher sagen zu können 90 % geht ohne Probleme.

Das schaut aber dann bei einer anderen Feuerwehr wieder anders aus. Da sinkt dann die Quote schnell mit Einsätzen, die rein eletrisch abgearbeitet werden können.


18.09.2021 12:59    |    Hummerman

Zitat:

@Geisslein schrieb am 18. September 2021 um 12:40:28 Uhr:

Deine Ansichten kann Ich nicht teilen.

Es geht hier um ein E-Fahrzeug, welches einen Diesel-Extender benötigt, wenn die Akkus, bzw. Batterien leer sind und nicht um den Geräuschpegel des Extenders.

Das Bsp. mit der Kettensäge habe Ich genannt.

Und was genau spricht da dagegen?

 

Genauso wenig spricht etwas dagegen, mit der Akku-Kettensäge in den Wald zu gehen und für die letzten Schnitte den Stromerzeuger laufen zu lassen.

Wobei das auf Baustellen sogar gang und gäbe ist, dass dort Generatoren für elektrische Werkzeuge aufgestellt werden.


18.09.2021 13:35    |    cookie_dent

Zitat:

@Hummerman schrieb am 18. September 2021 um 12:59:12 Uhr:

Zitat:

Und was genau spricht da dagegen?

 

Genauso wenig spricht etwas dagegen, mit der Akku-Kettensäge in den Wald zu gehen und für die letzten Schnitte den Stromerzeuger laufen zu lassen.

Wobei das auf Baustellen sogar gang und gäbe ist, dass dort Generatoren für elektrische Werkzeuge aufgestellt werden.

Es spricht dagegen ständig einen Generator als Ballast mitzuführen weil die primäre Energiequelle schnell oder zu einem unpassenden Zeitpunkt erschöpft ist, es ist und bleibt eine Krücke.


18.09.2021 13:41    |    kappa9

Die Krücke für einen eventuellen und kurzen Moment ist mir lieber, als stundenlang in der Stinkerei ungereinigter Extrem-Abgase und Lärm stehen zu müssen. Eine Stunde Kettesäge macht mehr Abgasdreck, als mein V8 auf 100km.


18.09.2021 13:59    |    Hummerman

Zitat:

@cookie_dent schrieb am 18. September 2021 um 13:35:08 Uhr:

Es spricht dagegen ständig einen Generator als Ballast mitzuführen weil die primäre Energiequelle schnell oder zu einem unpassenden Zeitpunkt erschöpft ist, es ist und bleibt eine Krücke.

Zum Glück sind auf den Diesel-Fahrzeugen keine benzinbetriebenen Stromerzeuger verladen...

Die wahrscheinlich ähnlich viel wiegen wie der REx.


18.09.2021 15:05    |    romeon

Zitat:

@kappa9 schrieb am 18. September 2021 um 13:41:48 Uhr:

Die Krücke für einen eventuellen und kurzen Moment ist mir lieber, als stundenlang in der Stinkerei ungereinigter Extrem-Abgase und Lärm stehen zu müssen. Eine Stunde Kettesäge macht mehr Abgasdreck, als mein V8 auf 100km.

Und die Klamotten nicht vergessen, da hat man noch länger was davon :D . Wobei das für mich dazu gehört.

Früher wurde gearbeitet, heutzutage (also in Deutschland) muss das Werkzeug vegan sein, bevor man es benutzt.


Deine Antwort auf "Elektroantrieb bei der Feuerwehr? Ja, das geht!"

Blogempfehlung

Mein Blog hat am 20.04.2009 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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fire-fighter fire-fighter

MAN F8 19.291 LF24

Skoda

In 20 Jahren Feuerwehr gibt es wirklich nichts mehr, was ich noch nicht erlebt habe.

FS CE besitze ich seit 2007, dafür noch mal vielen Dank an die Gemeinde :cool:

Meine Brötchen (und auch das für obendrauf) verdiene ich mir im weltweiten Service für Industrieelle X-Ray Anlagen

Privat bewege ich z.Zt. einen Skoda Octavia RS.

Wer mehr wissen will - PN!

Wo der fire-fighter herkommt...

Meine Ursprungsheimat liegt in Berenbostel. Das ist ein Stadtteil von Garbsen, in der Nähe von Hannover. Ein Teil der Berichte stammt aus meiner Zeit dort. Seit ein paar Jahren hat es mich beruflich ins schönste Bundesland der Welt verschlagen. Seitdem bin ich hier in Ahrensburg, in der Nähe von Hamburg aktiv.

Auf den Fotos kann man den Unterschied anhand der Einsatzkleidung erkennen. Niedersachsen bevorzugt orange Jacken, in Schleswig-Holstein ist die Nomexjacke dunkel.

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