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02.06.2009 16:13    |    taue2512    |    Kommentare (224)    |   Stichworte: 447, 660, Absturz, AF, AF447, Air France, F-GZCP, Kollision, Paris, Rio, Unfall, Vorschädigung

Was haben ein Angehöriger des brasilianischen Königshauses, der im Exil in Europa lebt, ein hochbezahlter Thyssen-Krupp Top-Manager, mehrere Angestellte des Reifenherstellers Michelin – darunter auch der mir persönlich bekannte IT-Chef der brasilianischen Niederlassung – sowie die 9 besten Aussendienstmitarbeiter des Jahres 2008 eines in dem französischen Städtchen Limoges ansässigen Elektotechnik-Herstellers nebst über 200 anderen Personen gemeinsam? Eigentlich nichts, ausser das sie jetzt alle tot sind und irgendwo in rund 3.000 Metern Tiefe auf dem Grund des Atlantiks liegen. Die Sache mit dem Prämienflug für die 9 belohnten Aussendienstler – die zusammen mit Ihren Ehefrauen diese 4-tägige Reise nach Brasilien als sogenanntes „Incentive“ antreten durften – bestätigt zumindest eine heissdiskutierte Theorie: Zuviel Einsatz und Ehrgeiz auf der Arbeit sind ungesund!

 

Nein, an meiner verfluchten Vielfliegerkarte lag es nicht, das der Flug AF447 von Rio nach Paris am 1.6.2009 auf einmal nach gut 3,5 Stunden Flug vor der brasilianischen Küste von den Radarschirmen verschwand. Die boshafte Karte wartet nämlich immer noch darauf, endlich zerstört zu werden. Als mich die Nachricht von diesem Flug-Zwischenfall gestern in Deutschland per SMS auf mein französisches Telefon erreichte, war ich gerade erst aufgestanden.

 

Es ist allerdings schon merkwürdig, wie schnell die Medien auf Ereignisse wie dieses anspringen. Vermutungen werden zum grössten Teil vorschnell ohne faktischen Zusammenhang geäussert und schuldige gesucht. Will oder hat man gerade niemanden greifbar ist es das Wetter, vielleicht weil so sich die Umwelt-Lobyisten in Ihrem Glauben vom immer schlechter werdenden Weltwetter bestärkt fühlen. Aber Blitzschlag? Nein, ich finde diese Theorie sehr unwahrscheinlich. Ein Flugzeug wird im Laufe seines Lebens hundertfach im Flug vom Blitz getroffen, ohne das es ernsthafte Schäden davonträgt, denn der Rumpf wirkt ebenso wie bei einem Auto als sogenannter Faradayischer Käfig.

 

Gut, der hier betroffene Flieger – ein Airbus A330-200 ist relativ neu und bereits mit vielen technischen Spielereien ausgerüstet, aber das Flugzeug lässt sich im Notfall auch noch manuell steuern wenn eines der drei unabhängig voneinander verbauten Steuersysteme noch einsatzbereit ist.

 

Die Sache mit der Überspannung ist also für mich zumindest sehr unlogisch, zumal sich der Flieger im betreffenden Moment in sehr grosser Höhe befunden haben muss. Der Pilot war sehr erfahren und hatte über 11.000 Stunden Flugerfahrung gesammelt, das sollte es also auch nicht sein.

 

Warum aber dieser ganze Medienrummel? Gut, meistens sterben erheblich mehr Menschen bei Flugzeugabstürzen auf einmal, als bei anderen Unglücken aber wie schnell tauchen von überall her auf einmal selbsternannte Experten auf, die die möglichsten aber auch leider die unmöglichsten Theorien zur Ursachenfindung beitragen. Erinnern wir uns: 1992 hatte Air France schon mal einen Flieger im Elsass verloren, schnell wurden Interessengruppen gebildet und der Prozess ist nach mittlerweile fast 17 Jahren immer noch wegen einzelner Schadenersatzfragen gegenüber Air France am Laufen. Warum? Nur weil jemand anderer am Steuer sitzt und man ist nur Passagier? Wurden die Passagiere etwa gezwungen mitzufliegen? Verklagt jemand gleich Mercedes oder BMW, weil es eine Massenkarambolage auf irgendeiner Autobahn gab? Wohl kaum!

 

Und genauso schnell wie die Vermutungen vermischen sich Schicksalsschläge und Glücksgeschichten: Ein Amerikaner, der zusammen mit einem brasilianischen Kumpel nach Europa reisen wollte entschied sich im letzten Moment doch lieber mit dem Kumpel in Rio zu bleiben, als Grenzbeamte feststellten das der Reisepass des Brasilianers abgelaufen war. Ein weiterer Franzose wollte unbedingt auf diesen Flug umbuchen, Air France lehnte aber störrisch ab und füllte die letzten freien Plätze lieber mit bevorzugten Kunden – den sogenannten Frequent Travellers – auf und verweigerte dem Herrn mit seinem Billigticket das Boarding.

 

Noch heile: Tag der AuslieferungNoch heile: Tag der Auslieferung

 

Bleiben wir einmal bei den belegbaren Fakten: Die Maschine vom Typ AIRBUS A330-200 wurde im April 2005 direkt an Air France als F- GZCP mit der Seriennummer 660 ausgeliefert. Hätte sie damals die Seriennummer 666 bekommen, wären heute wohl die Weltuntergangsprediger und Satanisten auf den Plan gerufen worden. Und gut 2.500 Flugzyklen bei knapp 19.000 Flugstunden sind für einen Langstreckenflieger dieses jungen Alters ebenfalls mehr als normal.

 

Meine Theorie: Die Maschine war voll bis auf den letzten Platz und auch relativ schwer beladen. Das MTOW (Maximale Startgewicht) war fast komplett ausgereizt, als sie um 23:00h deutscher Zeit am 31.5.2009 vom Flughafen Rio de Janeiro abhob. Da die Wetterkarte relativ heftige Turbulenzen in diesem Bereich ankündigte, ist meiner Meinung nach während des Fluges eine extreme Überbelastung des Heckleitwerks, der Fluegel oder des Rumpfes aufgetreten und das Flugzeug quasi in der Luft auseinandergebrochen. Weiter unterstuetzt wird diese Theorie durch eine Vorschaedigung des nun abgestuerzten Flugzeugs: Am 17.8.2006 touchierte ein Fluegel der Ungluecksmaschine beim rangieren auf dem Flughafen Paris Charles-de-Gaulle (CDG) einen anderen parkenden AIRBUS A321. Die Schaeden im Heckbereich des A321 wurden im Unfallbericht als "substantiell" bewertet, waehrend der Fluegel des nun abgestuerzten A330 lediglich "gering" beschaedigt gewesen sein soll. Beide Flugzeuge wurden damals "gegrounded" und Reparaturen ausgefuehrt. Wie passt das denn zusammen? 

 

Ein ähnlicher Zwischenfall mit einem abgerissenen Heckleitwerk aufgrund von Ueberbelastungen im Flug durch starke Ruderausschlaege der Piloten ereignete sich ja bereits 2001 über New York, damals allerdings war es ein älterer A300.

 

WetterkarteWetterkarte

 

Wrackteile, sowie eine Ölspur wurden inzwischen ja gut 1.500 km vor der suedamerikanischen Küste ausgemacht. Schiffe befinden sich auf dem Weg zur vermuteten Absturzstelle.

 

Das soll nun nicht heissen, das der A330 ein schlechtes Flugzeug ist. Dies ist der erste Absturz dieses Typs und der erste grosse Verlust für Air France nach dem Zwischenfall mit der Concorde in Paris im Juli 2000.

 

Übrigens: Die Gefahr mit dem Auto zu verunglücken ist ungefähr 90 Mal höher als bei reisen mit dem Flieger, denn wie eine alte goldene Pilotenregel aus meiner eigenen Flugausbildung besagt: „Die meisten Unfälle passieren am Boden!“. Und eine weitere: „Runter kommen sie immer – irgendwie“.


02.06.2009 16:37    |    MT-Christoph

Beim Autounfall ist man aber nicht gleich Matsche Patsche mit anschließendem Barbecue wenn man auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist.


02.06.2009 16:39    |    taue2512

Kommt drauf an, in einem Lamborghini anscheinend schon. ;)


02.06.2009 16:45    |    MT-Christoph

Lamborghini ist kein Auto sondern irgendwas anderes.


02.06.2009 17:12    |    schipplock

ich mag es nicht, wenn jemand die wilden Vermutungen der TV-Sender in Frage stellt, wenn man selbst nur Vermutungen aufstellt, aber vielleicht hast du ja Recht. Tod sind sie trotzdem alle und es spielt fuer sie wohl keine Rolle mehr, wieso sie den steilen Weg nach unten nahmen und es sei ihnen deswegen ein wenig Egoismus gegoennt ;).


02.06.2009 17:15    |    bobby-pilot

Zu deiner Theorie:

Abgesehen vom Flugzeugtyp war 2001 auch die Ursache gänzlich anders gelagert. Hier wurden Rudervollausschläge gegeben, zunächst in die eine danach in die andere Richung. Das hat des Seitenleitwerk nicht verkraftet (dafür ist es nicht ausgelegt). Im normalen Flugbetrieb wird das Seitenruder nicht vom Piloten benutzt, schon gar nicht bei hohen Fluggeschwindigkeiten.

 

Einen direkten Bezug zum Abfluggewicht sehe ich nicht (das muß natürlich nichts heißen).

 

Die ICAO-Turbulenzdefinitionen besagen bei der schwersten Kategorie "extreme Turbulence" sinngemäß: aircraft structural Integritiy may be in doubt.

 

Vielleicht war es Turbulenz.

 

Vielleicht war es auch was ganz anderes :-/

 

 

Warten wirs ab und wünschen allen Angehörigen Kraft.


02.06.2009 17:16    |    RedDragon220

Hm, mit dem damaligen A300 war es aber mehr oder weniger ein Pilotenfehler, weil die Piloten falsch angewiesen wurden, sehr kurz hintereinander ins Seitenleitwerk zu treten, und dieses der enormen Belastung nicht standgehalten hat.

Und mir würde es nicht in den Sinn kommen, was die Piloten auf Reiseflughöhe (beim A330 jetzt) wie blöde in die Seitenruder treten sollten. Also denk ich mal, das es eher unwahrscheinlich ist.

 

Grad bei solchen Komplexen Systemen wie ein Flugzeug kann man als Laie nicht sagen was schuld war/ist. Da muss man wohl oder übel den offiziellen Unfallbericht abwarten.

 

@flachmeister: viele Notsituationen gehen in der Fliegerei glimpflich aus, quasi mit einem blauen Auge. Das empfinden kommt nur daher, weil die Medien sich daran zerreißen, erinnert euch nur an die beiden Qantas Vorfälle... jahrelang, jahrzente lang ist nichts passiert aber sofort kamen die Meldungen "IST QANTAS NOCH SICHER?!"


02.06.2009 17:20    |    Michi126

Ist doch klar das sie herausfinden wollen was da genau los war. Nur so können sie die Flugzeuge noch sicherer machen.


02.06.2009 17:25    |    MT-Christoph

Zitat:

@flachmeister: viele Notsituationen gehen in der Fliegerei glimpflich aus, quasi mit einem blauen Auge. Das empfinden kommt nur daher, weil die Medien sich daran zerreißen, erinnert euch nur an die beiden Qantas Vorfälle... jahrelang, jahrzente lang ist nichts passiert aber sofort kamen die Meldungen "IST QANTAS NOCH SICHER?!"

Ich fühle mich trotzdem immer ein klein wenig ausgeliefert wenn ich quasi das "Ruder" meines wie auch immer gearteten Fahrzeugs (Flugzeug, Space Shuttle, Reisebus, Taxi e.t.c.) nicht selber im Griff habe. Und Panikmache find ich auch total doof. ;)


02.06.2009 17:43    |    aufallenvieren

Was bedeuten denn ESOL und EMBD mit den zahlen?

Wenns 1500km vor Afrika war musst du deinen Unglückskreis aber etwas nach Osten verlagern. Und 8000m Tief ist es da nicht wohl eher zwischen 3500m und 4500m. Aber das ist den Passagieren jetzt wohl auch egal...:rolleyes:

Bin gespannt was dabei raus kommt..


02.06.2009 18:14    |    __NEO__

Mein Beileid den Betroffenen, Angehörigen und Freunden der Verunglückten. :-/ Ich bin die Strecke in den letzten 12 Jahren jährlich zweimal geflogen - auch mit AF und das ist dann schon ein verdammt dummes Gefühl.


02.06.2009 18:23    |    Lewellyn

Zunächst mal mein aufrichtiges Mitgefühl den Angehörigen.

Das wird nicht einfach für sie. Ohne Gewissheit über die Umstände und höchstwahrscheinlich ohne Grab.

 

Ich vermute stark, dass diese Unglück niemals wirklich aufgeklärt wird, weil über den Ort so viel Ungewissheit herscht und wenn die Flugschreiberbatterien in 30 Tagen alle sind, wird man ihn niemals finden. Ob überhaupt aussagefähige Wrackteile geborgen werden können, ist bei der Tiefe und dem Suchgebiet äußerst fraglich.

 

Was es auch war, es kam plötzlich und passierte so schnell, dass die Besatzung keinerlei Notruf mehr absetzen konnte. Das begrenzt zumindest die Szenarien.


02.06.2009 18:25    |    bobby-pilot

Zu den Wettermeldungen:

ISOL = isolated

EMBD = embedded (eingelagert in andere Wolken)

CB = Cumulonimbus (Gewitterwolke)

1. Zahl = Wolkenobergrenze (x100, in ft, )

2. Wolkenuntergrenze

 

In Worten: vereinzelte, teils eingelagerte Gewitterwolken mit Obergrenzen bis zu 52000' (normale Reisflughöhe bis max 41000')


02.06.2009 18:49    |    Standspurpirat208

Im September flieg ich auf genau der selben Route aus dem Urlaub nach Hause. Schon ein etwas komisches Gefühl..


02.06.2009 19:16    |    Spiralschlauch190

Das Kuriose ist, das diese Maschine noch vor einigen Wochen hier auf dem Airbus Gelände in Hamburg stand. An der Maschine hatte ich selber sogar noch einige Module für das Cockpit installiert als es gefertigt wurde.

 

Ein Blitzschlag ist bei der Maschine unmöglich. Dafür bürgen nicht nur sämtliche Tests sondern auch eine gewissenhafte Entwicklung von vorneherein und eine sorgfältige, doppelt und dreifach überwachte verarbeitung unsererseits.

 

Es ist schon eine Tragödie mit anzusehen, wie das Kind unserer Produktivität jetzt irgendwo auf dem Meeresboden in Trümmern liegt und als Sarg über Dutzende Menschen herhalten muss :(

 

Gestern noch zusammengebaut und heute schon in Trümmern. Gespannt bin ich aber dennoch auf die letztendliche Ursache, falls sie wirklich ohne zweifel feststellbar sein sollte, was ich aber auch bezweifele nach einigen Gesprächen mit unserern Ingenieuren. Einen Blitzschlag schließen hier bei Airbus alle aus. Es ist einfach ein Ding der unmöglichkeit theoretisch betrachtet.

 

LG, Denis


02.06.2009 19:27    |    bobby-pilot

Wie könnt ihr einen Blitzschlag ausschließen? Das passiert doch täglich ;)

 

Nee, im Ernst:

 

Ganz grundsätzlich: Ein Unfall ist immer eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände.

 

Es kann also durchaus sein, dass ein Blitzschlag mit zum Dilemma beigetragen hat.

Eben stand außerdem auf Spiegel-online, dass die Maschine eine Druckabfall gemeldet hat, die Meldungen über Elektrik-Probleme waren ja ziemlich schnell der Öffentlichkeit bekannt.

 

(Für alle nicht eingeweihten: Das Flugzeug kann automatisch Navigationsdaten, Sensorwerte u. ä. über Datenfunk senden. Bei Unregelmäßigkeiten können die Techniker der Airline dann anhand dieser Daten schon Vorkehrungen für eine Fehlersuche oder eine Reparatur am Boden treffen.)

 

cheers


02.06.2009 19:35    |    schipplock

Spieglein, Spieglein an der Wand...zitieren kann man vieles, aber nicht den Spiegel. Aber ich glaube dir einfach mal :D.


02.06.2009 19:45    |    KKW 20

Druckabfall kann dann entweder mit einem rapiden Höhenverlust oder mit einer Beschädigung des Kabinenbereichs zusammenhängen. Schon früh wurde mit ''einer Zerstörung in der Luft'' gemutmaßt, was dann wohl heißt, daß die Mühle in der Luft auseinandergebrochen ist.

Mit der Ermittlung des Unfallhergangs sollen sich aber die Experten befassen, nicht das der Blogartikel noch web.de oder GMX ähnliche Ausmaße annimmt. Spekulieren kann man nämlich viel.


02.06.2009 19:53    |    Spiralschlauch190

Spekulieren ist gut. In der Airbus Kantine gibt es derzeit kein anderes Thema. Wieso? Weshalb? Warum? Wer in welcher Abteilung hat geschlampt? :D etc. pp. Ich versuche mich da eigentlich rauszuhalten.

 

Ich spekuliere nur ungerne über Dinge, die Menschenleben gekostet haben. Die zuständigen Leute hier haben jetzt schon glühende Schädel und die der Air France auch, von denen einige auch schon hier sind. Deren Job möchte ich derzeit nicht haben.


02.06.2009 20:09    |    KKW 20

Arbeitest du in Toulouse, weil du geschrieben hast das du an der Maschine mitgearbeitet hast?

 

Zitat:

Ich spekuliere nur ungerne über Dinge, die Menschenleben gekostet haben. Die zuständigen Leute hier haben jetzt schon glühende Schädel und die der Air France auch, von denen einige auch schon hier sind. Deren Job möchte ich derzeit nicht haben.

Mit diesen Leuten dürfte zur Zeit, keiner ernsthaft tauschen wollen.


02.06.2009 20:13    |    Spiralschlauch190

Nein in Hamburg. Aber das Cockpit und sämtliche Komponenten werden hier zusammengebaut. Und an diesem A330-200 war ich 2004/2005 nunmal auch als Elektroniker zugange. ;)


02.06.2009 20:14    |    KKW 20

Ah, so ist das. Danke dir.:)


02.06.2009 23:48    |    Slatertor

Hallo alle zusammen !

Bevor CVR und FDR (Cockpit Voice Recorder und Flight Data Recorder) nicht geborgen sind, ist natürlich alles Spekulation. Ich habe selbst etwa 94 Abschlußberichte verschiedener Abstürze gelesen und als pdf vorliegen. Diese sind ja zum Glück auf den Seiten der verschiedenen Behörden als Download verfügbar. Für mich ist es nahezu undenkbar, dass ein Blitzschlag allein für die Katastrophe verantwortlich sein soll.

 

Ich finde interessant, dass Air France genau mit dieser Theorie so früh an die Presse ging. Na klar, die Maschine war in einem Gewittergebiet, der Bordcomputer meldete einen elektronischen Ausfall. Da zählen wir doch 1 und 1 zusammen und vermuten einen Blitz. Was ich jedoch mehr als interessant finde, ist folgende Tatsache:

 

Das Flugzeug war vorher in einen Unfall verwickelt worden. Am Airport Charles de Gaulle war ein Airbus A 321 am Heck von einem Flügel der Unglücksmaschine schwer beschädigt worden. Wer jetzt wen warum und wie getroffen hat, lasse ich mal außen vor. Der Schaden wurde angeblich ordnungsgemäß instandgesetzt und im April bei einem Routinecheck nichts festgestellt.

 

Ich zähle da mal 2 und 3 zusammen. Der Flieger ist in schweren Turbolenzen. Irgendjemand hat bei der Instandsetzung "Scheiße" gebaut. Also bricht der "instandgesetzte" Flügel oder Teile davon ab... Das ist ein guter Grund für den plötzlichen Verlust der Maschine. Air France weiß evtl. um Kostendruck und Wartungsmängel. Da das Wrack in schlecht zugänglichem Gebiet liegt, stellen sie erstmal die naheliegendste Theorie in den Raum. Blitzschlag !

 

Ich finde das vorschnelle Reagieren der Air France schon ziemlich verdächtig. Möglicherweise spekulieren die ja darauf, dass kein Flugschreiber geborgen wird ?! Ich habe zumindest noch keine Airline erlebt, die bereits VOR auffinden des Wracks schon konduliert und eine (naheliegende ;-) ) Lösung parat hatte.

 

In diesem Sinne.... Gruß aus Münster ! Christian


03.06.2009 00:18    |    aufallenvieren

Kanns du bitte die Seite verlinken wo man die Abschlussberichte lesen kann..! Würd mich sehr interessieren.


03.06.2009 10:02    |    uwedgl

Wenn die Maschine voll beladen und strukturell angeschlagen war, dann war dieser Flug wohl einer zuviel.

 

Hinzu kommt, dass man in böigem Wetter eigentlich langsamer fliegen und keine abrupten Steuerausschläge machen sollte, aber das bedeutet in über 10km Flughöhe, dass man sinken muss, sonst hört der Flieger in der dünnen Luft einfach auf, zu fliegen. Dann kann es bei knapp 800km/h zu einem Strömungsabriss kommen und dann geht's unweigerlich abwärts. In so einer Situation könnte es dann auch leicht zu einem Brechen der Strukturen kommen.

 

Wenn man das so liest, scheint es so, als wenn die Air France diese Wartungsaufgaben ein wenig sehr locker nimmt. Schon das Concorde-Disaster 2000 wäre so auch nicht passiert, wenn man das Fahrwerk korrekt zusammengeschraubt hätte. Auch hier wurde eine Unglücksursache vorgeschoben, die den Vorgang zwar verschlimmert, aber nicht unbedingt ausgelöst hat. Die Concorde galt bis zu dem Zeitpunkt eigentlich als das sicherste Flugzeug der Welt und nur durch reine Schlamperei hat man sich den Schnitt und den guten Ruf dieses Prestigefliegers versaut.


03.06.2009 10:05    |    taue2512

@aufallenvieren:

Fuer Deutschland ist das die Bundesstelle fuer Flugunfalluntersuchungen. Klickste hier...

 

Die Sache mit der Concorde hatte aber nix mit dem Fahrwerk zu tun. Die Landebahn wurde 12h lang nicht auf Fremdkoerper untersucht und das Teil was schlussendlich das Leck im Fluegeltank waehrend des Starts verursachte hatte kurz zuvor eine amerikanische Maschine verloren.


03.06.2009 10:21    |    schipplock

es ist wohl nicht im Interesse von Air France, dass eine Maschine auf Grund mangelnder Wartung im Meer kompostiert wird. Auch wenn dieser Schaden wahrscheinlich von einer Versicherung getragen wird, so entsteht ja auch ein schlechter Ruf und diese Maschine ist ja erst mal weg und muss anderweitig ausgeglichen werden.

 

Ich glaube, wenn ueberhaupt, an einen ganz menschlichen Fehler, der passierte und immer wieder passieren wird. Ob nun auf Seiten der Piloten oder der Mechaniker, die fuer die Wartung zustaendig waren/sind.


03.06.2009 10:24    |    taue2512

Hier nochmal die Originalmeldung der Vorschädigung vom 17.8.2006:

 

DATE: 17.08.2006 LOCAL TIME: - LOCATION: Paris-CDG Intl AP (LFPG) COUNTRY: France

AIRLINE1: Air France TYPE: Airbus A321-211 REGISTRATION: F-GTAM C/N: 1859 AGE: 3 y + 9 m

AIRLINE2: Air France TYPE: Airbus A330-203 REGISTRATION: F-GZCP C/N: 660 AGE: 1 y + 5 m

OPERATION:1 ISP FLIGHT No.: - FROM: Paris-CDG TO: Rome-FCO VIA: -

OPERATION2: ISP FLIGHT No.: - FROM: Paris-CDG TO: Ouagadougou VIA: -

OCCUPANTS1: PAX: - CREW: x

FATALITIES: PAX: 0 CREW: 0 OTHER: 0

INJURIES: PAX: 0 CREW: 0 OTHER: 0

DAMAGE TO AIRCRAFT: minor

OCCUPANTS2: PAX: - CREW: x

FATALITIES: PAX: 0 CREW: 0 OTHER: 0

INJURIES: PAX: 0 CREW: 0 OTHER: 0

DAMAGE TO AIRCRAFT: minor

Both aircraft suffered damage in a ground collision at Charles de Gaulle Airport. The tail of the A321 was substantially damaged when it was hit by the taxiing A330. Damage to the latter was considered as minor.

SOURCE(S): - 

 

Leute, verkauft schnell Eure gesamten AIRBUS-Aktien... ;)


03.06.2009 10:53    |    uwedgl

Letzter Stand zum Thema Concorde: Ein britischer Concorde Captain kam zu dem Schluss, dass man anscheinend bei der etwas chaotischen Wartung der Maschine vor dem Abflug vergessen hatte, einen sogenannten "Spacer" zwischen den Rädern des linken Hauptfahrwerks einzubauen. Die Stahlgürtelteile des geborstenen, eigenen Fahrwerks perforierten dann die Tanks. Das da noch anderer Schrott rumlag, war sicher nicht sehr günstig, tat aber nicht mehr wirklich was zur Sache. Das diese Katastrophe schon mit dem Anrollen der Maschine ein böses Ende nehmen könnte, dafür spricht auch die Zeugenaussage einiger Feuerwehrmänner, die dem Spektakel eines Concordestarts beiwohnten und schon zu Beginn des Startlaufs der Maschine Rauchentwicklung am Fahrwerk bemerkt haben. Das wurde sicher nicht besonders in der Presse breitgetreten, aber so ist inzwischen der offizielle Stand der Erkenntnis.

 

Ob Airbus, oder Concorde: Diese Probleme sind so alt, wie die Jetfliegerei selbst. Schon die britische Comet kam in die Schlagzeilen, als einige Abstürze zunächst rätselhaft waren, bis man herausfand, dass gewisse, überkomene Technologien, Blechteile zu vernieten, in der Form nicht geeignet sind für Fluggerät, das sich in sehr dünner Luft bewegt und dauernd großen Druckdifferenzen beim Durchfliegen der Luftschichten ausgesetzt ist. Mehrere Comet sind leider kurz nach dem manuellen Druckausgleich auf Reiseflughöhe geplatzt, wie Luftballons. Bei der Concorde dagegen war das langbeinige Fahrwerk auch schon immer ein neuralgischer Punkt. Solche Zwischenfälle mit defekten Fahrwerken kamen mehrfach vor. Sie war auf der Rollbahn halt auch das schnellste Verkehrsflugzeug, da sie wohl erst bei 400km/h abhebt. Dann noch wichtige Teile nicht einzubauen, kann einfach nicht gut ausgehen.

 

Hier noch die Abhandlung bei Wikipedia über die Besonderheiten des Fliegens u. A. nahe der Schallgeschwindigkeit:

http://de.wikipedia.org/wiki/Str%C3%B6mungsabriss#Highspeed_Stall

In einem A340 habe ich auch schon mal "1100km/h" auf dem Infosystem gesehen. Wenn man an die Pionierzeiten der Fliegerei denkt, mit welchen Problemen man sich diesen Geschwindigkeiten angenähert hat, ist man schon verwundert, wie selbstverständlich diese heute erreicht werden.


03.06.2009 13:33    |    taue2512

Anscheinend hat es der Sturm auf AIRBUS A330 abgesehen. Wenn man die Entwicklung der Wetterkarte verfolgt, ist das gleiche Schlechtwettergebiet das den Absturz verursacht hat, auch fuer den Zwischenfall mit einem weiteren A330 verantwortlich wobei 23 Menschen verletzt wurden.

 

DATE: 25.05.2009 LOCAL TIME: ~17:00 LOCATION: north of Sao Paulo area (SBGR) COUNTRY: Brazil
AIRLINE: TAM TYPE: Airbus A330-223 REGISTRATION: PT-MVN PHOTO C/N: 876 AGE: 1 y + 6 m
OPERATION: ISP FLIGHT No.: JJ 8095 FROM: Miami TO: Sao Paulo-GRU VIA: -
OCCUPANTS: PAX: 154 CREW: -
FATALITIES: PAX: 0 CREW: 0 OTHER: 0
INJURIES: PAX: 21 CREW: 2 OTHER: 0
DAMAGE TO AIRCRAFT: minor / none
During early stages of its descent, the aircraft encountered unexpected turbulence injuring at least 21 passengers on board. The flight was continued and the A330 landed safely at Sao Paulo-Guarulhos International Airport. There are no reports about any injured crewmembers.


03.06.2009 14:56    |    Slatertor

@aufallenvieren : Es gibt viele Seiten, wo man die Berichte (final reports) runterladen kann. Entweder direkt bei der jeweils zuständigen Behörde z.B. NTSB in den USA, das BFU in Deutschland usw... In diesem Fall ist u.a. die BEA aus Frankreich zuständig. Oder aber man geht auf die Seiten, die sich direkt mit Abstürzen bzw. Flugunfällen beschäftigen. In diesem Fall ist aviation-safety.net oder auch jacdec.de die richtige Adresse. Bei letzterer findet man unter der Rubrik "links" eine Auflistung sämtlicher Behördenadressen im WWW. Bei aviation safety eine chronologische Liste aller Unglücke, die meisten mit Link zum final report. (Soweit vorhanden bzw. als download verfügbar)

 

Nur damit keine Missverständnisse entstehen... Ich bin NICHT sensationsgeil oder erquicke mich am Leid anderer Menschen. Ich fühle mit den Angehörigen und Hinterbliebenen dieser schrecklichen Katastrophe. Doch eine Antwort auf das "Warum" dieser und anderer schrecklicher Ereignisse zu finden, war und ist elementar wichtig. Einmal um zukünftig solche Ereignisse weitgehend zu verhindern, andererseits um auch kein unnötiges Mißtrauen gegenüber der phantastischen Technik der Fliegerei aufzubauen. Deshalb beschäftige ich mich seit etwa 15 Jahren damit.

 

Auch diese Katastrophe wird eine Verkettung von unglücklichen Umständen sein. Doch egal was letztenendes zum Absturz geführt hat, auch ein final report kann manchmal nicht die ganze Wahrheit ans Licht bringen. So ist die Absturzursache von Flug TWA 800, so wie der final report sie angibt, mehr als fraglich. Möglich zwar, aber fraglich. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Nichts desto trotz, sollte man immer mehrere Quellen einbeziehen. Die Unfallvorgeschichte der Maschine und die vorschnelle Reaktion der Air France sind z.B. solche Quellen.

 

Zum Thema Concorde: Die flog ja bereits lange vor dem Absturz ohne große Gewinne für Air France wie auch British Airways. Außerdem war der Jet nur in relativ geringer Stückzahl gebaut worden. Viele Ersatzteile entstammten daher nicht genutzten "geparkten" Maschinen. Neuteile gab es zwar noch, diese waren aber rar bzw. unwahrscheinlich teuer, wenn sie in geringer Stückzahl neu angefertigt werden mussten. Dieser "Sparzwang" könnte daher zu dem Fahrwerksproblem geführt haben. Ich unterstütze jedoch "aufallenvieren" wenn er sagt, dass der Hauptgrund für den Absturz das verlorene Teil auf der Fahrbahn war. Denn auch ein Spacer hätte das Unglück nicht verhindert.

 

Zum Thema aktueller Absturz: Ist euch mal aufgefallen, dass an Bord des Flugzeuges viele "hochgestellte" Persönlichkeiten waren ?

Muß natürlich nichts heißen. Nur das ein Druckabfall vom Computer gemeldet worden sein soll, gibt mir zu denken. Spricht ja theoretisch für ein Auseinanderbrechen oder zumindest Verlust von Kabinenteilen. Auch interessant ist in diesem Zusammenhang die Theorie, dass Wasser in die Maschine eingedrungen sein könnte, dass dann durch einen Blitzschlag plötzlich verdammpft und dadurch die Außenhaut beschädigt haben könnte.

 

Wie den auch sei, warten wir ab, bis cvr und fdr geborgen sind. (Falls sie geborgen werden)

 

Gruß,

Christian


03.06.2009 15:29    |    taue2512

Das mit dem Wassereinbruch koennte auch andere Ursachen haben, siehe ACARS-Meldung vom 11.5.09 aus der nun verunfallten Maschine.

 

Anscheinend hatten die ein meldenswertes Leck in der Toilette L54 unter dem Waschbecken und an dem Sitz 4K Fehler mit der Elektrik:

 

ACARS mode: G Aircraft reg: F-GZCP [Airbus A332]

Message label: 80 Block id: 5 Msg no: M50A

Flight id: AF0019 [EWR-CDG] [Air France]

Message content:-

VER/046/A340/M SCH/AF0019/KEWR/LFPG/10MAY/2300 FTX/ADDRESS/MAINTENA BJR.EN CABINE TOILET L54 FUITE DESSOUS LAVABO NIVEAU EVAC.+SIEGE 4K INOP ELEC.MERCI CDB CAMUS

 

und am 1.4.09 folgende Meldung von einem verstopften Spritfilter:

 

ACARS mode: 2 Aircraft reg: F-GZCP [Airbus A332]

Message label: H1 Block id: 2 Msg no: C01A

Flight id: AF0732 [CDG-NIM-OUA] [Air France]

Message content:-

#CFB.1/FLR/DBN013/FR0903310945 73340004ECU2B 1,ECU2A,,,,,,FUEL FILTER CLOGGED,HARD

 

Wobei ich mal davon ausgehe, das zwischenweitlich die Bodenmannschaft entsprechende Aktionen unternommen hatte.


03.06.2009 20:12    |    uwedgl

Tja, Firstclass Passagiere sind nur selten Normalverdiener. Da wird man immer irgendwelche Obertanen finden, deren Ableben Gründe zu Spekulationen über eine vorsätzliche Aktion gegen sie liefern könnte.

 

Sicher die beste Methode, um einen Mord zu vertuschen und ein Grund, warum die aktiven Monarchen der Welt selten zusammen mit ihren Familien in einem Flugzeug fliegen (Der Prinz von Brasilien ist unter den Opfern, aber Brasilien ist keine Monarchie).

 

Man könnte den Gedanken auch weiterspinnen, dass hier weniger einer der Passagiere ermordet, sondern die französische Regierung kompromittiert werden sollte, aber im Moment spricht nichts für so ein Staats-Mobbing, oder Mordkomplott.

 

Zur Zeit muss man davon ausgehen, dass die einfach Pech hatten und in das dickste Mistwetter geraten sind, was man sich in diesen Regionen nur vorstellen kann: Blitzeinschlag, Stromausfall, Triebwerke abgesoffen, Steuerflächen durch Böen und Blitzwirkung abgerissen, die RAT demoliert, dann gibt es nicht mehr viel Hoffnung, dass zu überstehen.

 

Hier eine Ausarbeitung eines Meteorologen über die Bedingungen in dem fraglichen Gebiet und zu dem Zeitpunkt. Interessant auch die Leserkommentare, die anscheinend von Berufsfliegern stammen, die diese Strecke, als auch den Flugzeugtyp kennen.

http://www.weathergraphics.com/tim/af447/


03.06.2009 20:30    |    swallerius

Es gibt ja inzwischen auch die Meldung, das der Bordcomputer vereiste Fühler in den Tragflächen meldete. Normalerweise sind die beheizt, jedoch kann unter widrigsten Bedingungen auch diese versagen. Für mich hört sich das inzwischen so an, als hätten die Crew und die Insaßen einfach nur Riesenpech gehabt und waren zur falschen Zeit am falschem Ort.

 

Gruß

 

Simon


03.06.2009 22:56    |    Slatertor

Hm ja, würde ich zustimmen. Im Moment schaut alles so aus, dass wir hier Zeugen einer schlimmen Tragödie geworden sind. Ich habe auch gehört, dass erst der AP abgeschaltet wurde bzw. sich abgeschaltet hat, dann mehrere andere Systeme den Dienst quittierten, die Klappensteuerung versagte und dann nach dem Versagen des Hauptcomputers auch der Druck abgefallen ist. Ich finde das deshalb bemerkenswert, weil ja alle Systeme redundant ausgelegt sind. Klingt fast so, als hätte es eine oder mehrere Ursachen gegeben, die das durch Gewicht etc. sowieso grenzwertig fliegende Flugzeug in eine ungünstige Flug- bzw. Belastungslage gebracht haben, die aufgrund des schlechten Wetters schließlich zum Zerbersten der Hülle führten. (Alles natürlich absolute Spekulation)

 

@uwedgl : Ist eine sehr interessante Seite. Allerdings gibt es dort viele Stimmen, die Airbus -besonders das fly by wire Prinzip- verteufeln. Ich persönlich bin auch eher der Meinung, dass eine alte TU 154M im Zweifel sicherer sein kann, als z.B. eine schlecht gewartete 737 oder A 320. Einfach deshalb, weil die Elektronik überschaubar ist, alles mit Seilzügen verbunden ist, die Triebwerke fast jeden Sprit schlucken und man die Geräte auch zur Not mal auf einer Sandpiste notlanden kann. (Fahrwerk wurde aufgrund der russischen Verhältnisse auf relativ unbefestigte Bahnen ausgelegt) Nichts desto trotz, ist Air France ja nicht auf der EU blacklist. Ich gehe also davon aus, dass die Bordsysteme (nicht unbedingt der vormals unfallbeschädigte Flügel -s. meinen ersten Kommentar-) in einwandfreiem Zustand waren. Es muß also einen oder mehrere Gründe geben, warum der Airbus da nicht standhalten konnte.

 

Natürlich war meine Anspielung auf die "höhergestellten" Fluggäste nicht die Aufforderung Verschwörungstheorien zu entwickeln. Ich habe einfach nur diesen Fakt beobachtet. Schließlich kann ja auch eine Bombe für den Druckabfall gesorgt haben. Zumal ja angeblich eine entsprechende Drohung einen anderen Flug betreffend eingegangen sein soll.

 

Wie geschrieben, man muß abwarten und hoffen, dass die Flugschreiber geborgen werden. Sonst ist und bleibt alles Spekulation.

 

Gruß,

Christian


04.06.2009 00:08    |    uwedgl

Tatsache ist, dass sich kaum einer Gedanken darüber macht, wie dünn die Luft in der Höhe (ca. 10km) ist. Das Fenster, das den Flug dort oben gerade noch möglich macht, ist ziemlich schmal. Egal, was den Flugweg eines Airliners dort oben stören könnte, es kann sofort dramatische Auswirkungen haben. Eine Turbulenz, die Maschine in noch dünnere Luft hochreisst, sie stallen lässt, um dann umgehend in die Tiefe zu stürzen und dabei durch extreme G-Kräfte zerstört zu werden.


04.06.2009 00:55    |    Slatertor

@uwedgl: Jap, ist vollkommen richtig. Jedoch gibt es eine Kleinigkeit die komisch ist. Das Wetter ist da fast immer denkbar schlecht, da dort zwei Luftmassen dauerhaft aufeinandertreffen. Gewitter sind da quasi an der Tagesordnung. Seit Jahren fliegen da tagtäglich zig Jets durch. Es sind zwei Lufthansa Jets vor und nach dem Absturz durch das Gebiet geflogen, ohne nennenswerte Probleme zu haben. Auch in den Jahrzehnten vorher ist trotz des ständig schlechten Wetters kaum etwas passiert. Das finde ich schon merkwürdig. Ausgerechnet an dem Tag verschwört sich das schlechte Wetter so gravierend, dass dieses Flugzeug keine Chance hat ? Möglich ist das schon. Keine Frage. Ich bestreite nicht, dass der Airbus in heftig schlechtem Wetter unterwegs war. Ich bestreite auch nicht, dass man diesen "Hexenkessel" nicht unterschätzen darf. Aber es sei doch mal festgehalten, dass außer der verunglückten Maschine -meines Wissens nach- keine Andere dort in dieser verhängnisvollen Nacht Probleme hatte.

 

Ist schon sehr seltsam das Ganze...

 

Gruß,

Christian


04.06.2009 09:54    |    uwedgl

Womöglich ein negativer "Lottogewinn"? Solche extremen Wettererscheinungen können sehr eng begrenzt sein. Das kennt man ja aus eigener Erfahrung: Im Nachbardorf hat die Böenwalze Dächer abgedeckt und die Wassermassen die Keller geflutet und die Blümchen vor der eigenen Haustür haben kaum einen Tropfen abbekommen.

 

10000km über Wasser über den Atlantik mit einem zweistrahligen Jet finde ich schon gewagt-trotz ETOPS, usw.. Immerhin haben andere Flüge keine Probleme im Zusammenhang mit dem Wetter in der Gegend gemeldet-wenn es denn das Wetter gewesen ist, denn man hat bis jetzt wohl ziemlich wenige Trümmer im Wasser gefunden. Inzwischen tauchen auch Spekulationen über einen Bomben-, oder Raketenanschlag auf.

 

Die Ceiberweiber schreiben zusammenfassend:

http://www.ceiberweiber.at/index.php?...

 

Es gab eine Bombendrohung gegen Air France:

http://www.blick.ch/news/ausland/air-france-bekam-bombendrohung-120586

 

Boden-Luft Rakete trifft "versehentlich" ein Zivilflugzeug:

http://www.lifegen.de/.../shownews.php4?...

 

Es ist vielleicht nur das Rauschen im Blätterwald, da jeder sein Käseblatt voll bekommen muss, aber das überhaupt keine Meldungen aus dem Cockpit kamen, macht den Vorfall doch irgendwie verdächtig. Dafür sitzen ja zwei Mann im Cockpit. Einer fliegt die Kiste, der Andere arbeitet ihm zu und macht auch den Funkverkehr. Da sollte für einen Druck auf den Funkknopf und eine Blindsendung mit einem "Mayday-May-Mayday" immer noch Zeit sein.


04.06.2009 13:07    |    Slatertor

Verdächtig ist diese Katastrophe auf jeden Fall. Die Darstellungen der einzelnen Theorien bei den "Ceiberweibern" sind sehr informativ. Ich vermute bzw. spekuliere einfach mal frei, dass die Maschine in der Luft auseinanderbrach. Dafür spricht einmal der Druckabfall (sofern er gravierend war) der fehlende Funkspruch und die weite Verteilung der Trümmer.

 

Nur wenn dem so war, stellt sich die Frage nach dem Grund dafür. Die A 330 fliegt jahrelang ohne Probleme. Sie ist stabil genug konstruiert, um heftigen Turbulenzen zu widerstehen. Entweder -wieder absolute Spekulation meinerseits- hat sich ein bislang unentdeckter Konstruktionsmangel eingeschlichen, Material war durch schlechte Wartung übermüdet und brach, eine Bombe oder Rakete zerfetzte das Flugzeug oder durch den Ausfall von Steuerung etc. geriet das Flugzeug mangels Kontrollierbarkeit in eine so extreme Fluglage, dass es wegen Überlastung auseinanderbrach. Letzteres und auch Raketenbeschuß sind überigens schon mehrfach vorgekommen. (Siehe Lauda Air Katastrophe oder Korean Air 007) In diesem Fall hätten die Piloten jedoch in der Zeit von Kotrollverlust bis zum Auseinanderbrechen theoretisch Zeit für einen Notruf gehabt. Es sei denn, vorher ist urplötzlich der gesamte Strom ausgefallen und zum Ausfahren der Ratte war keine Zeit/Möglichkeit mehr.

 

Aber wie ich in meinem ersten Kommentar andeutete, hab ich den reparierten Unfallschaden in Verdacht. Ein Flugzeug ist extremer Leichtbau. Daher auch überaus empfindlich. Was, wenn zwar der Schaden am Flügel repariert wurde, der Aufprall jedoch eine Stauchung oder Überlastung in der Struktur des Flügels und oder Rumpf zur Folge hatte, welche -aus welchen Gründen auch immer- übersehen oder nicht ordungsgemäß instandgesetzt worden ist.

 

Ein mögliches Szenario: Die heftigen Turbolenzen führen zum Bruch der Zelle oder des Flügels. In dem Fall könnten zunächst Leitungen in der Zelle durch einen Riss im Rumpf / Bruch eines Spanten beschädigt worden sein, weshalb die Instrumente ausfielen und erster Druckabfall eintritt. Dann bricht die ganze Zelle, der Druck entweicht vollends und der Airbus ist verloren.

 

Ich bin überigens auch kein Freund von twinjets auf Transatlantikstrecken. Langstrecken gehören -gerade über Wasser- von Drei- oder Vierstrahlern geflogen. Da frisst Gier mal wieder Hirn. (Meine persönliche Meinung)

 

Gruß,

Christian


04.06.2009 23:27    |    uwedgl

Das Geschwindigkeitsfenster in welchem sich Flugzeuge in diesen großen Flughöhen aerodynamisch bewegen, nennt sich übrigens "coffin corner" - Sargecke. Das spricht doch schon Bände. Eine Bombe ist also nicht zwingend nötig, um so einen Vogel von seinem Drahtseil zu kippen.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Coffin_Corner

Zitat:

Overspeed – Mach limit

 

Wegen der mit der Höhe abnehmenden Lufttemperatur sinkt auch die Schallgeschwindigkeit. Bereits bei Mach-Zahlen ab etwa 0.8 strömt in einem Bereich oberhalb der Tragfläche die Luft schneller als der Schall. Der Verdichtungsstoß beim Austritt der Strömung aus diesem Bereich ist bei einem für den Unterschallbereich entwickelten Flügelprofil stärker ausgeprägt und liegt weiter vorne. Dahinter löst sich die Strömung ab, Steuerklappen verlieren an Einfluss. Bei steigender Geschwindigkeit wandern der Verdichtungsstoß und mit ihm der Auftriebsschwerpunkt nach hinten. Das Flugzeug senkt die Nase und beschleunigt weiter. Dieses als Mach tuck bezeichnete Phänomen war Ursache mehrerer Abstürze. Im Rahmen der Zulassung zertifizieren die Luftfahrtbehörden eine maximum operational Mach number (MMO). Bei modernen Verkehrsflugzeugen liegt diese jenseits der kritischen Machzahl, aber unterhalb von 1.0.

 

Bei den meisten kleineren Flugzeuge ist ein Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit im Horizontalflug aufgrund fehlender Leistung nicht möglich.

Es ist also ein regelrechter Drahtseilakt, denn im Extremfall gibt es zwischen zu schnell und zu langsam keinen nennenswerten Unterschied. Stallspeed und Vne liegen so dicht zusammen, dass man sehr schnell in große Schwierigkeiten kommt, wenn die Strömung gestört wird. Trotzdem sind zu dem Zeitpunkt (kurz vorher/nachher) immerhin noch mehrere, andere Maschinen durch dieses Gebiet mit dem angeblich so schlechten Wetter geflogen, die keine Probleme hatten.

 

Gab es eventuell doch Probleme mit der Avionik, die die Maschine zum Absturz brachten? Könnten hier Dinge passiert sein, die man eher mit Chuck Yeager in Verbindung bringt, der beim Versuch, die Schallmauer zu durchbrechen, beinahe umgekommen wäre? Das Höhenruder seines Raketenflugzeugs musste nur getrimmt werden, dann gings.

 

Kann es sein, dass so ein Effekt beim Flug eines supermodernen A330 nahe Schallgeschwindigkeit und partiell vielleicht auch schon darüber, diesen Absturz verursacht hat? Es würde zu einem plötzlichen Verschwinden, wie im vorliegenden Fall, passen.

 

Ich erinnere mich noch gut an einen Flug mit einem A340, als mir bewusst wurde, was 1100 km/h auf der Anzeige bedeuten könnten und ich dachte auch an Chuck Yeager. Immerhin hatte ich besseres Wetter und ein Flugzeug, das anscheinend ordentlich flog.


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