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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

02.06.2009 16:13    |    taue2512    |    Kommentare (224)    |   Stichworte: 447, 660, Absturz, AF, AF447, Air France, F-GZCP, Kollision, Paris, Rio, Unfall, Vorschädigung

Was haben ein Angehöriger des brasilianischen Königshauses, der im Exil in Europa lebt, ein hochbezahlter Thyssen-Krupp Top-Manager, mehrere Angestellte des Reifenherstellers Michelin – darunter auch der mir persönlich bekannte IT-Chef der brasilianischen Niederlassung – sowie die 9 besten Aussendienstmitarbeiter des Jahres 2008 eines in dem französischen Städtchen Limoges ansässigen Elektotechnik-Herstellers nebst über 200 anderen Personen gemeinsam? Eigentlich nichts, ausser das sie jetzt alle tot sind und irgendwo in rund 3.000 Metern Tiefe auf dem Grund des Atlantiks liegen. Die Sache mit dem Prämienflug für die 9 belohnten Aussendienstler – die zusammen mit Ihren Ehefrauen diese 4-tägige Reise nach Brasilien als sogenanntes „Incentive“ antreten durften – bestätigt zumindest eine heissdiskutierte Theorie: Zuviel Einsatz und Ehrgeiz auf der Arbeit sind ungesund!

 

Nein, an meiner verfluchten Vielfliegerkarte lag es nicht, das der Flug AF447 von Rio nach Paris am 1.6.2009 auf einmal nach gut 3,5 Stunden Flug vor der brasilianischen Küste von den Radarschirmen verschwand. Die boshafte Karte wartet nämlich immer noch darauf, endlich zerstört zu werden. Als mich die Nachricht von diesem Flug-Zwischenfall gestern in Deutschland per SMS auf mein französisches Telefon erreichte, war ich gerade erst aufgestanden.

 

Es ist allerdings schon merkwürdig, wie schnell die Medien auf Ereignisse wie dieses anspringen. Vermutungen werden zum grössten Teil vorschnell ohne faktischen Zusammenhang geäussert und schuldige gesucht. Will oder hat man gerade niemanden greifbar ist es das Wetter, vielleicht weil so sich die Umwelt-Lobyisten in Ihrem Glauben vom immer schlechter werdenden Weltwetter bestärkt fühlen. Aber Blitzschlag? Nein, ich finde diese Theorie sehr unwahrscheinlich. Ein Flugzeug wird im Laufe seines Lebens hundertfach im Flug vom Blitz getroffen, ohne das es ernsthafte Schäden davonträgt, denn der Rumpf wirkt ebenso wie bei einem Auto als sogenannter Faradayischer Käfig.

 

Gut, der hier betroffene Flieger – ein Airbus A330-200 ist relativ neu und bereits mit vielen technischen Spielereien ausgerüstet, aber das Flugzeug lässt sich im Notfall auch noch manuell steuern wenn eines der drei unabhängig voneinander verbauten Steuersysteme noch einsatzbereit ist.

 

Die Sache mit der Überspannung ist also für mich zumindest sehr unlogisch, zumal sich der Flieger im betreffenden Moment in sehr grosser Höhe befunden haben muss. Der Pilot war sehr erfahren und hatte über 11.000 Stunden Flugerfahrung gesammelt, das sollte es also auch nicht sein.

 

Warum aber dieser ganze Medienrummel? Gut, meistens sterben erheblich mehr Menschen bei Flugzeugabstürzen auf einmal, als bei anderen Unglücken aber wie schnell tauchen von überall her auf einmal selbsternannte Experten auf, die die möglichsten aber auch leider die unmöglichsten Theorien zur Ursachenfindung beitragen. Erinnern wir uns: 1992 hatte Air France schon mal einen Flieger im Elsass verloren, schnell wurden Interessengruppen gebildet und der Prozess ist nach mittlerweile fast 17 Jahren immer noch wegen einzelner Schadenersatzfragen gegenüber Air France am Laufen. Warum? Nur weil jemand anderer am Steuer sitzt und man ist nur Passagier? Wurden die Passagiere etwa gezwungen mitzufliegen? Verklagt jemand gleich Mercedes oder BMW, weil es eine Massenkarambolage auf irgendeiner Autobahn gab? Wohl kaum!

 

Und genauso schnell wie die Vermutungen vermischen sich Schicksalsschläge und Glücksgeschichten: Ein Amerikaner, der zusammen mit einem brasilianischen Kumpel nach Europa reisen wollte entschied sich im letzten Moment doch lieber mit dem Kumpel in Rio zu bleiben, als Grenzbeamte feststellten das der Reisepass des Brasilianers abgelaufen war. Ein weiterer Franzose wollte unbedingt auf diesen Flug umbuchen, Air France lehnte aber störrisch ab und füllte die letzten freien Plätze lieber mit bevorzugten Kunden – den sogenannten Frequent Travellers – auf und verweigerte dem Herrn mit seinem Billigticket das Boarding.

 

Noch heile: Tag der AuslieferungNoch heile: Tag der Auslieferung

 

Bleiben wir einmal bei den belegbaren Fakten: Die Maschine vom Typ AIRBUS A330-200 wurde im April 2005 direkt an Air France als F- GZCP mit der Seriennummer 660 ausgeliefert. Hätte sie damals die Seriennummer 666 bekommen, wären heute wohl die Weltuntergangsprediger und Satanisten auf den Plan gerufen worden. Und gut 2.500 Flugzyklen bei knapp 19.000 Flugstunden sind für einen Langstreckenflieger dieses jungen Alters ebenfalls mehr als normal.

 

Meine Theorie: Die Maschine war voll bis auf den letzten Platz und auch relativ schwer beladen. Das MTOW (Maximale Startgewicht) war fast komplett ausgereizt, als sie um 23:00h deutscher Zeit am 31.5.2009 vom Flughafen Rio de Janeiro abhob. Da die Wetterkarte relativ heftige Turbulenzen in diesem Bereich ankündigte, ist meiner Meinung nach während des Fluges eine extreme Überbelastung des Heckleitwerks, der Fluegel oder des Rumpfes aufgetreten und das Flugzeug quasi in der Luft auseinandergebrochen. Weiter unterstuetzt wird diese Theorie durch eine Vorschaedigung des nun abgestuerzten Flugzeugs: Am 17.8.2006 touchierte ein Fluegel der Ungluecksmaschine beim rangieren auf dem Flughafen Paris Charles-de-Gaulle (CDG) einen anderen parkenden AIRBUS A321. Die Schaeden im Heckbereich des A321 wurden im Unfallbericht als "substantiell" bewertet, waehrend der Fluegel des nun abgestuerzten A330 lediglich "gering" beschaedigt gewesen sein soll. Beide Flugzeuge wurden damals "gegrounded" und Reparaturen ausgefuehrt. Wie passt das denn zusammen? 

 

Ein ähnlicher Zwischenfall mit einem abgerissenen Heckleitwerk aufgrund von Ueberbelastungen im Flug durch starke Ruderausschlaege der Piloten ereignete sich ja bereits 2001 über New York, damals allerdings war es ein älterer A300.

 

WetterkarteWetterkarte

 

Wrackteile, sowie eine Ölspur wurden inzwischen ja gut 1.500 km vor der suedamerikanischen Küste ausgemacht. Schiffe befinden sich auf dem Weg zur vermuteten Absturzstelle.

 

Das soll nun nicht heissen, das der A330 ein schlechtes Flugzeug ist. Dies ist der erste Absturz dieses Typs und der erste grosse Verlust für Air France nach dem Zwischenfall mit der Concorde in Paris im Juli 2000.

 

Übrigens: Die Gefahr mit dem Auto zu verunglücken ist ungefähr 90 Mal höher als bei reisen mit dem Flieger, denn wie eine alte goldene Pilotenregel aus meiner eigenen Flugausbildung besagt: „Die meisten Unfälle passieren am Boden!“. Und eine weitere: „Runter kommen sie immer – irgendwie“.


18.06.2009 19:00    |    Slatertor

Gerade ist eine Maschine in NJ gelandet, deren Kapitän plötzlich verstorben ist. Scheint die Zeit der ungewöhnlchen Zwischenfälle zu werden. Erst schneidet wohl jemand mit Absicht zwei Verbindungskabel durch, die keinerlei tragende Rolle haben... jetzt stirbt der 61 Jahre alte Kapitän im Cockpit einer Linienmaschine nach Medienberichten eines natürlichen Todes. Sachen gibt´s...


18.06.2009 19:20    |    uwedgl

Das ist wohl alles eher ein sekundäres Problem derer, die das Zusammenmatschen, was man so "Nachrichten" nennt. Sonst keine Meldung wert, auf einmal interessant. Das wird auch wieder abebben.

 

61-im Cockpit gestorben?

 

*LOL*

 

Sachen gibt's!

 

Wenn's ihm im Cockpit so gut gefallen hat, war das bestimmt auch der beste Platz für ihn.

 

Beileid seinen Angehörigen.


18.06.2009 23:59    |    taue2512

Oder der Kaept'n hat sich in den Armen der Chef-Stewardess einfach ueberfordert... :D


19.06.2009 01:00    |    Slatertor

Ohhh böööööse ! :D Das gehört sich aber nicht ! Pfui ! :D :D

 

Ich denke mal, er ist da gestorben, wo er es sich gewünscht hat. Bei Ausübung seiner liebsten Tätigkeit....;)

 

Ok, war jetzt noch böser..... Tut mir Leid ! Gelobe Besserung...


19.06.2009 22:59    |    uwedgl

Hier hat sich mal jemand wissenschaftlich mit der Theorie eines Meteoritentreffers auseinandergesetzt:

http://www.scienceblogs.de/.../...bsturz-durch-meteoriteneinschlag.php

Laut den Berechnungen könnte so ein Ereignis alle 30 Jahre eintreten.


20.06.2009 12:45    |    digi1

Interessante Seite, aber Meteoriten kommen hier bestimmt nicht in Frage. Der Druckverlust wäre sonst nicht erst Minuten nach Ausfall der Elektronik eingetreten.


20.06.2009 13:40    |    uwedgl

Runter kommen sie immer-schon richtig. Verdächtig ist in diesem Fall das plötzliche Abschmieren aus dem Reiseflug, zumal sich inzwischen abzeichnet, dass es kein sonderlich markantes Wetter gab.

 

Die Unfälle der letzten paar Monate passierten meist beim Start, oder der Landung. Im Falle des Colgan Air Zubringers bei Buffalo in den USA im Landeanflug, wie auch bei der Turkish 737 in den Niederlanden. Der Captain der Colgan Air war wohl einfach etwas zu mutig, was die Nutzung des Autopiloten bei Vereisung anbetrifft und die Besatzung der Turkish 737 bei Amsterdam hat die Langsamflugeigenschaften eines Jets anscheinend überschätzt. Tragisch auch der Absturz der MD80 in Spanien nach dem Start. Hier waren es wohl nicht ausgefahrene Vorflügel. Probleme in der Sensorik können leicht zu Missverständnissen führen, da man sich eigentlich nicht mehr durch direkten Augenschein von der korrekten Funktion der Steuerung überzeugen kann.

 

Alles heikle Situationen, die wirklich erhöhte Aufmerksamkeit erfordern, da sich alle Parameter dauernd positiv, oder negativ verändern. Das ist im Reiseflug eigentlich nicht so, es sei denn, Bordcomputer und Regelkreise lassen sich derart verwirren, dass sie ein Flugzeug ausser Kontrolle bringen können. Das kann physikalisch-technische Ursachen haben, öffnet aber auch Tür und Tor für ein Anschlagsszenario.


21.06.2009 20:45    |    uwedgl

Nach letzten Information rückt nun der gemeldete Defekt einer Toilette in das Blickfeld der Unfallermittler. Vielleicht hat ein defekter Verschluss der Toilettenentleerung eine explosive Dekompression verursacht.

 

Hier der englische Text der Meldung:

A new possibility is under investigation regarding the causes of the crash.

According to an "informed source" quoted in the first edition of this Saturday's Journal du Dimanche (JDD), the French BEA consider "the possibility of a leak in the wastewater conduits, reported shortly after take-off by a first automated message warning from the Airbus A330."

"The leak, undetectable to the crew" may have "caused a prolonged water flow," says Le Journal du Dimanche.Then, when the aircraft hit temperatures below -50°C, the water flow would have produced "a major frost outburst within the composite membrane (half metal, half-composite carbon-type)", explains the weekly newspaper.

This composite membrane is located inside the fuselage at the rear of the aircraft. According to the "informed source" quoted by Le JDD, it would be "frost which caused a sudden in-flight break-out of the aircraft structure."

 

http://translate.google.com/translate?...


22.06.2009 10:31    |    taue2512

Hatte ich nicht irgendwo auf einer der ersten Kommentar-Seiten 

in den ACARS-Medlungen das Toiletten-Leck bereits erwaehnt? Aber das dieser Defekt der Mannschaft angeblich nicht bekannt war, halte ich fuer ein Geruecht: Die Meldung das die Toilette leckt wurde einige Tage zuvor vom "Commandant du Bord" - also dem Chefpiloten hoechstpersoenlich ueber das System abgesetzt.


22.06.2009 13:34    |    Slatertor

Egal wie oft ich mir die Theorien rund um einen Meteoritenschlag durchlese, sie werden nicht plausibler. Natürlich ist ein solcher Einschlag zwar möglich, aber gegenüber den anderen Theorien so unwahrscheinlich, dass ich diese Möglichkeit -wenn überhaupt- als eine der Letzten in Betracht ziehen würde.

 

Die Toilettentheorie hat meiner Meinung nach 2 Haken:

1. Die Maschine war schon seit langer Zeit im Reiseflug bei entsprechend niedrigen Temperaturen unterwegs. Es hätte also bereits früher eine Vereisung und damit verbunden die Dekompression eintreten müssen.

 

2. Wenn der Schaden bekannt war, wäre die Crew bestimmt nicht gestartet, hätte sie den Defekt als gefährlich eingestuft. Und das hätte sie bei unkontrolliert laufendem Wasser sicherlich getan. Allein wegen der Gefahr eines Kurzschlusses.

 

Bei den letzten Berichten und Bildern ist mir etwas aufgefallen. Es existieren Bilder, die die Bergung einer nahezu komplett erhaltenen Galley (Bordküche) o.ä. zeigen. Sogar einen Trolley kann man sehen. Bei dem tragischen Absturz der Swissair MD-11 Flug 111 am 02.09.98 wurden fast nur Bruchstücke geborgen. Man hat weit über 90% des Flugzeuges damals aus dem Meer gefischt bzw. vom Grund geborgen. Eine ganze Galley oder sowas war nicht dabei. Der überwiegende Teil der Fundstücke war nicht größer als ein Sitzkissen.

Wenn die Maschine auf FL 350 zebrochen sein soll, kann ich mir das nicht erklären. SR 111 ist aus viel geringerer Höhe auf die oberfläche aufgeschlagen und auch nicht in "ungünstigem" Winkel unkontrolliert zerschellt. Trotzdem wurde sie in überwiegend kleine Bruchstücke zerissen. AF 447 anscheinend nicht. Da werden andauernd große Teile geborgen. Ist doch merkwürdig oder ?


22.06.2009 14:18    |    taue2512

Zitat:

Und das hätte sie bei unkontrolliert laufendem Wasser sicherlich getan. Allein wegen der Gefahr eines Kurzschlusses.

Hier nochmal die betreffende Meldung vom 11.5.2009:

 

 

Anscheinend hatten die ein meldenswertes Leck in der Toilette L54 unter dem Waschbecken und an dem Sitz 4K Fehler mit der Elektrik:

 

 

ACARS mode: G Aircraft reg: F-GZCP [Airbus A332]

Message label: 80 Block id: 5 Msg no: M50A

Flight id: AF0019 [EWR-CDG] [Air France]

Message content:-

VER/046/A340/M SCH/AF0019/KEWR/LFPG/10MAY/2300 FTX/ADDRESS/MAINTENA BJR.EN CABINE TOILET L54 FUITE DESSOUS LAVABO NIVEAU EVAC.+SIEGE 4K INOP ELEC.MERCI CDB CAMUS

 

Also, wenn ich als Pilot die Verantwortung ueber die Sicherheit fuer mehr als 200 Pasagiere habe und von meinem Vorgaenger eine solche Nachricht bei der Uebernahme des Fliegers lese und davon ausgehen muss das irgendwo in meiner Maschine "frei" Wasser rumschwappt welches evtl. sogar fuer den Ausfall der in der gleichen Meldung genannten Sitzelektrik gesorgt hat, wuerde ich gewiss nicht abheben.

 

Alle anderen Entscheidungen - auch die Tatsache, das dem seit dem 11.5. (Tag der Meldung) nicht weiter reparaturtechnisch nachgegangen wurde - setze ich mit vorsaetzlichem Mord seitens der AF-Verantwortlichen gleich.


22.06.2009 15:16    |    Slatertor

Das ist genau meine Meinung. Also hat/haben der/die Pilot(en) entweder keine Kenntnis von der Beschädigung gehabt, oder die fatale Fehlentscheidung getroffen trotzdem zu starten. Es ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass die Piloten keine Kenntnis hatten. Alleine bei den Startvorbereitungen wäre die entsprechende Fehlermeldung ja wieder aufgetaucht. Auch im Bordbuch müßte der Fehler eingetragen sein. Die Besatzung hätte damit grob fahrlässig gehandelt. Fragt sich nur, ob entsprechend Druck seitens AF auf die Crew augeübt wurde, den Flug auch mit Fehler unbedingt durchzuführen. Ist im hart umkämpften Airlinegeschäft ja nichts neues. Laut Sitzplan befindet sich Sitz 4K am Ende des vorderen Drittels der Maschine auf der rechten Fensterposition. Dahinter befindet sich erst ein Notausgang, dann eine Toilette. Da laut Acars mit 54 "L" wohl eine Toilette der linken Seite gemeint ist, ist der Schaden an 4K eher nicht auf die Undichtigkeit zurückzuführen. Es sei denn, der Commandant hätte sich geirrt. Außerdem soll das Wasser ja angeblich zum Heck des Flugzeuges abfließen. Dann wäre die Sitzreihe 5 betroffen gewesen.

 

Zitat:

auch die Tatsache, das dem seit dem 11.5. (Tag der Meldung) nicht weiter reparaturtechnisch nachgegangen wurde

Ist das eine Tatsache ? Das würde mich jetzt echt erschüttern. Dann hätte AF eine echte Mitschuld. Und die Crews vor dem Unglücksflug die Scheuklappen oder Daumenschrauben angelegt gehabt. Sofern es denn die Ursache war. Evtl. ist nicht eine Dekompression die Ursache sondern einer oder mehrere Kurzschlüsse durch das Wasser. Würde zu den Fehlermeldungen der Avionik passen. Was dagegen spricht ist, dass alle Systeme redundant waren. Warum also der Kontrollverlust ? Geht nur bei Totalverlust aller Systeme. Sollte das passiert sein, wäre auch der Druckabfall mit dem unkontrollierten Absturz und evtl. daraus resultierenden Auseinanderbrechen der Maschine erklärt. Die vorherige Strukturschwächung könnte ein Auseinanderbrechen in diesem Fall begünstigt haben.

 

Aber warum dann die großen Wrackteile ? Gibt es dafür eine passende Erklärung ?


23.06.2009 09:49    |    uwedgl

Laut letzten Meldungen wurden die ersten, schwachen Signale des/der Flugschreiber von AF447 aufgefangen.

 

Die Chancen, die Dinger zu finden, sind auch bei der eingeschränkten Reichweite der Beacons eigentlich nicht schlecht. Man kann entsprechende Horchgeräte in die nötigen Tiefen ablassen, sodass ein möglicher Reichweitennachteil damit ausgeglichen wird.

 

Für mich ist das nur die Frage, ob man diese Kästen finden will und nicht, ob man es kann, oder nicht.

 

Das Problem mit der Abwasseranlage ist doch schon mal ziemlich konkret. Ob das genügt, einen Jet zum Absturz zu bringen, oder vielleicht doch noch weitere Einflußgrößen (auch Sabotage) eine Rolle gespielt haben, muss man dann mal abwarten.


23.06.2009 12:28    |    Slatertor

Die Medien berichten, dass die Information mit den aufgefangenen "Pings" aus Quellen in der Marine stammt. Es heißt weiter, dass Signale durch das französische Atom-U-Boot aufgefangen wurden und das Bergungsboot "Nautile" auf dem Weg ist, den/die Flugschreiber zu bergen. Das Gebiet soll darüber hinaus ziemlich uneben sein. Von Schluchten bis 5000 m Tiefe ist da die Rede.

 

Die BEA hat diese Meldungen dementiert. Das ist kein gutes Zeichen. Wahrscheinlich will man sich die Möglichkeit offen halten, die Flugschreiber -falls nicht sowieso schon längst geborgen und unter Verschluss- ihrem Schicksal zu überlassen. Eine Bergung ist technisch problemlos möglich, da "Nautile " auf eine maximale Tauchtiefe von 6000 m ausgelegt ist. (Sofern nicht das umliegende Gelände eine Bergung unmöglich macht)

 

Ich frage mich nach wie vor, wie die großen Trümmerteile zustande kommen. Und, warum man trotz modernster Technik bisher kein größeres Trümmerfeld ausgemacht hat.

 

Ich hoffe, die bergen endlich die Flugschreiber. Wenn dem so sein sollte, muß das jedoch nichts heißen. Schließlich kann man ja immernoch behaupten, sie wären beim Aufprall und durch die große Tiefe unbrauchbar geworden. Es bleibt also spannend.


23.06.2009 20:12    |    Slatertor

Ein kleiner Nachtrag zum Thema "Wrackteilgröße:"

 

Hier ein Link zu dem Foto der von mir beschriebenen Galley die von AF 447 übrig blieb. Man achte auf die nahezu intakten Transportboxen:

 

http://aviation-safety.net/.../displayphoto.php?...

 

 

 

Zum Vergleich ein paar Foto´s von SR 111... so wie die folgenden Foto´s sah fast alles aus was geborgen wurde:

 

http://www.tsb.gc.ca/.../recov43.asp

http://www.tsb.gc.ca/.../recon9.asp

 

 

Hier die Foto´s der größten gefundenen Wrackteile von SR 111:

 

http://www.tsb.gc.ca/.../recon6.asp

http://www.tsb.gc.ca/.../recov14.asp

 

Dieses Foto zeigt, dass der Rest der Maschine bequem in hunderten Kartons Platz findet:

 

http://www.tsb.gc.ca/.../recov20.asp

 

 

Warum sind von AF 447 so große Teile erhalten geblieben ?


24.06.2009 00:24    |    Slatertor

Inzwischen bin ich mir fast sicher, dass soetwas nur bei einer versuchten Notlandung passieren kann. Wäre die Maschine in großer Höhe auseinandergebrochen, so hätte es wie TWA 800 ausgesehen. SR 111 liefert den Beweis, dass eine große Maschine bei Aufschlag auf das Wasser mit hoher Geschwindigkeit bei nur recht mittelprächtiger Höhe anders aussieht. (SR111 war zwischen 12 und 5000 feet unterwegs) Eine fast intakte Galley ? Meiner Meinung nach nahezu unmöglich. Sie ist Innenausstattung. Wenn sie komplett erhalten ist, sind auch größere Teile des Flugzeuges noch erhalten. Dieses Trümmerfeld hätte man längst orten können/müssen.

 

Ein Beispiel: Ethiopian Airlines 961. Das da eine Galley überlebt, ist durchaus nachvollziehbar. Es war eine versuchte Notlandung.

 

Video

 

Hier stimmt doch was nicht !!! Wie kann es sein, dass die Galley von AF 447 in diesem Zustand erhalten bleibt ? Da kann nicht viel Kraft im Spiel gewesen sein. Die Wände sind sehr dünn. Selbst die Boxen stecken da trotz des einzelnen nicht unerheblichen Gewichtes drin. Da ist sehr wenig Aufprallenergie im Spiel...


24.06.2009 10:56    |    uwedgl

Man sollte sich mal keine Illusionen darüber machen, dass besonders viel von so einem Jet übrig bleiben muss. Das ist alles nur umbaute Luft. Selbst wenn so eine Kiste nominal 150 Tonnen wiegt und recht solide wirkt, ist das nur ein fliegender Tanklaster. Der Rest ist bessere Alufolie, oder eben CFK Laminat. Das einzig, wirklich kompakte an so einem Jet sind die Triebwerke und die dürften so bald nicht mehr auftauchen, da die um die fünf Tonnen wiegen und garantiert am Stück in die Tiefen des Atlantiks verschwinden. Da die auch unter Wasser beim Fall auf den Grund sicher ordentlich Fahrt aufnehmen, werden die sich wahrscheinlich auch in den Meeresboden bohren, sodass man sie nie wieder finden wird. Das kennt man ja von den bekannten Schiffskatastrophen, bei denen riesige Schiffskörper sich allein durch die in Bewegung geratenen Wassermassen bei ihrem Versinken noch am Meeresboden einige Meter fortbewegt haben, eh sie zum Liegen kamen (siehe Rumpfhälften der Titanic, die nicht an der gleichen Stelle am Grund liegen). Hinzu kommt die Gebirgssituation des mittelatlantischen Rückens. Es gab genug Fälle von abgestürzten Flugzeugen in den Gebirgen an Land, deren Trümmer erst Jahrzehnte später durch natürliche Gletscherbewegung ans Tageslicht kamen. Die Chancen bei einem Gebirge unter Wasser stehen dagegen ungleich schlechter.


24.06.2009 11:17    |    uwedgl

p.s.: Gegen eine Notwasserung spricht der Zustand der aufgefundenen, toten Passagiere. Sie waren teilweise schwer verstümmelt und die Kleidung ist ihnen vom Leibe gerissen worden. Das sieht nach einem Zerplatzen der Kabine bei hoher Geschwindigkeit und großer Höhe aus. Sie wurden explosionsartig dekomprimiert und sind daran gestorben.


24.06.2009 12:13    |    digi1

Ich wäre dafür, die Blackboxes künftig in die Bordküche einzubauen .... lol


24.06.2009 12:32    |    taue2512

So, gestern Nacht kam im französischen TV die Meldung das nun doch das das Mini-U-Boot Nautile konkret einem eingefangenen Signal nachgeht. Die Meldung der Zeitung "Le Monde" war ja im laufe des gestrigen Tages von mehreren offiziellen Seiten dementiert worden. Bei mir entsteht aber der fade Beigeschmack das hier die Öffentlichkeit gezielt mit falschen oder gegensätzlichen Meldungen getäuscht werden soll.

 

Wegen der Galley: Die Küchengalley und auch die Toiletten sind fertige Module, die an ein paar Stellen mit dem Boden verschraubt sind. Ich denke das sich ein solches komplettes Modul durchaus durch Fliehkräfte nach dem auseinanderbrechen des Rumpfes im Flug leicht lösen und einzeln und getrennt von den anderen Teilen herabstürzen kann, während die anderen Teile wegen einer besseren Aerodynamik höhere Fallgeschwindigkeiten entwickeln. Bei einem freien Fall aus mehreren km Höhe kann es dabei bei einer solchen "Schrankwand" zu einer Rotationsbewegung kommen - die die Fallgeschwindigkeit wie bei einem Ahornsamen etwas bremst und abschwächt. So hatte ja auch damals angeblich die Stewardess den freien Fall aus dem Flieger überlebt, angeschnallt an einer Sitzreihe die sich wie ein Ahornsamen im Wind drehte und letztendlich im Schnee aufschlug. Man sieht ja auch das die Galley gut schwimmt, u.a. wegen der Honigwaben-Struktur der Wände, leicht aber hochfest.

 

Toll für die Hinterbliebenen ist ja auch die Berichterstattung bezgl. der Opfer. Zuerst sagen alle: "Die waren sofort tot als die Dekompression stattfand", was durch die Tatsache untermauert wurde das alle kein Wasser in den Lungen hatten. Dann wird gesagt das viele von denen wohl doch erst nach einem langen Fall beim Aufschlag aufs Wasser gestorben sind.

 

Die gesamte Unfallforschung zu diesem Incident nimmt immer abenteuerlichere Formen an. Mich würde es auch nicht wundern wenn bald wieder die abenteuerlichsten Theorien rausgekramt werden, wie in einem anderen Forum geschrieben:

 

Die Unfalluntersuchung vom Flug AF 447 hat ergeben, das der Grund für den Absturz ein plötzlich auftauchender Regenbogen gewesen ist, der vollbesetzte A330 kollidierte nach neuesten Erkenntnissen der Ermittler mit einem prall gefüllten Goldtopf am Ende desselben.


24.06.2009 13:07    |    uwedgl

Das ist bisher die einzige, relativ ehrliche Darstellung des Falles.

 

http://info.kopp-verlag.de/.../...-af-447-wird-immer-mysterioeser.html

 

Schlimm auch, dass selbst die Hinterbliebenen nur ungenügend darüber informiert werden, um nicht sogar zu sagen verarscht, was mit ihren Angehörigen passiert ist.

 

Alle Umstände machen eine Verschleierung der Absturzgründe wahrscheinlich: Es ist der abgelegene Ort ohne Luftraumüberwachung, dass tiefe Meer darunter und die nicht ganz ungefährliche Situation, die das lokale Wetter am Äquator anbetrifft.

 

Für ein Mordkomplott, bzw. Sabotageakt fehlt zwar bis jetzt das rechte Motiv, aber ich zweifle angesichts der hochkarätigen Besetzung mit einflussreichen Leuten in diesem Fall nicht daran, dass es durchaus eins gibt.

 

Ich bin mir daher auch absolut sicher, dass in gewissen Hinterzimmern eiskalt entsprechende Mordaufträge erteilt werden, trotzdem muss man jetzt einfach mal abwarten.


24.06.2009 15:13    |    uwedgl

p.s.: Selbst das alberne Gequatsche über UFOs dürfte bewusst in die Diskussion geworfen worden sein, um weitere Verwirrung zu stiften.


24.06.2009 15:14    |    Slatertor

Ok, die Geschichte mit der versuchten Notlandung war evtl. im Hinblick auf den Zustand der gefundenen Leichen ein "Schnellschuss" meinerseits. Mir ist selbstverständlich bewusst, dass eine Flugzeugkonstruktion nicht mehr als eine bessere "Coladose" ist und deshalb nach einem Absturz für gewöhnlich kleine Trümmer übrig bleiben. Man muß jedoch auch bedenken, dass erst ca. 50 Leichen geborgen wurden. Es ist also gut möglich, dass noch größere Trümmerteile vorhanden sind, in denen weitere Leichen eingeschlossen sind. Doch das erklärt immernoch nicht vollständig den Zustand der Galley. Wenn das Flugzeug wirklich auf FL 350 zerborsten ist, diese "Schrankwand" aufgrund der Leichtbauweise wie ein Samen im Wind die ca. 10,5 Km (!) zum Meer herabgesegelt ist, sollte die Industrie tatsächlich darüber nachdenken, die Blackboxes zukünftig in die Galley zu bauen. ;) Ich halte das für weniger wahrscheinlich. Für mich spricht der Erhaltungszustand eher für ein Zerbrechen in geringerer Höhe oder kurz vor der Wasseroberfläche. Evtl. ist das Flugzeug ja "nur" in zwei Teile zerbrochen. Die Passagiere der ersten Reihen hinter dem Riss würden dann auch die charakteristischen Spuren aufweisen. Wohlgemerkt auch dann, wenn die Maschine auf geringer Höhe zerbricht. Dann allerdings wegen der Gerschwindigkeit (Fahrtwind) nicht wegen des Unterdrucks (Dekompression). Die Galley hätte so bessere Überlebenschancen. Und so hochfest ist deren Konstruktion nun auch wieder nicht.

 

Die Informationslage ist in der Tat äußerst fragwürdig. Vieles weist in diesem Zusammenhang auf eine Vertuschung hin. Mit welchem Motiv ist weiter völlig unklar. Vom Anschlag bis zu wirtschaftlichen Interessen ist vieles möglich. Wenn nun tatsächlich die Flugschreiber geborgen werden sollten, wird wahrscheinlich bis zu deren Auswertung wieder viel Zeit ins Land gehen. Zeit, in der das Interesse der Öffentlichkeit weiter stark abnehmen wird. Alles zugunsten derer, die da evtl. etwas zu verheimlichen haben.

 

Das Gebiet in dem das Flugzeug abstürzte ist natürlich für eine Bergung äußerst ungünstig. Ich gehe auch davon aus, dass höchstens 20 bis 30 % der Maschine geborgen werden. Entweder um Spurenträger zu vernichten, oder um Kosten/Aufwand zu sparen.

 

Für die Hinterbliebenen ist das natürlich auch eine Sauerei. Es wird nach so einem Ereignis immer erzählt, dass die Passagiere nicht gelitten hätten. Auf einige mag das ja zutreffen. Auf viele andere Passagiere sicherlich nicht. Selbst bei der Katastrophe von Lockerbie hat man Leichen gefunden die Kreuze umklammerten, sich bei den Händen hielten oder deren blankes Leid und Entsetzen in den toten Gesichtern versteinert war. Und auch bei den folgenden Autopsien der Toten bei dieser und anderen Katastrophen -wie z.B. Air India 182- wurde häufig festgestellt, dass viele Menschen auch ein Auseinanderbrechen in großer Höhe überlebten und erst am Boden starben. Ob bei vollem Bewusstsein oder ohnmächtig bleibt dabei unklar. Ein Absturz ist und bleibt immer ein sehr grausames und grauenhaftes Unterfangen, dass man nicht seinen schlimmsten Feinden wünscht. Den Hinterbliebenen kann man da nur sehr viel Kraft wünschen.


24.06.2009 16:30    |    Slatertor

p.s.: Hier der Link zu einem weiteren großen Wrackteil. Jumpseats der Stewardessen/Stewards denke ich...

 

http://i514.photobucket.com/.../wrackteil_af447_airfrance_a330.jpg

 

Auch wenn ich die folgende Seite nur ungern verlinke... unter Bild.de kann man aktuell bei der Fotostrecke (Fotogalerie) neue Bilder von Wrackteilen sehen. Die sind auch einige relativ groß für einen Sturz aus FL 350...


26.06.2009 10:33    |    taue2512

Ein Detail wundert mich auch etwas: Laut Berichten soll ja angeblich die Leiche des Piloten gefunden worden sein - ebenfalls unbekleidet. Warum bitteschön war der Herr Pilot nicht ordnungsgemäss in seinem Sitz festgeschnallt? Ich meine wenn ich als Lfz-Führer für eine Kiste verantwortlich bin, wo mehrere Indizien darauf hindeuten das es in ein paar Minuten sehr ungemütlich werden kann, schnalle ich mich doch an, oder? Das steht auch in den Guidelines der Fluggesellschaften.

 

Will heissen: Wenn er mit Becken- und Brustgurt fixiert gewesen wäre, wäre er nicht nackig irgendwo gefunden worden, oder? Und Sitz plus Cockpit und Gurt ist eine recht solide Einheit, die u.U. auch als grosses Stück zur Erde fällt. War der Co-Pilot evtl. doch alleine, als sich die Maschine zerlegte?


26.06.2009 12:37    |    Slatertor

Der angebliche Fund des Piloten ist auf jeden Fall sehr bemerkenswert und sehr ungewöhnlich. Dann kann er in meinen Augen eigentlich nicht im Cockpit gewesen sein. Für einen Wechsel auf die Zweitcrew (zweiter Copilot) war es nach 4 Stunden des Fluges aber noch zu früh.

 

Ich kann mir den Fund -sollte es stimmen- auch nicht wirklich erklären.... Sollte er sich in so einer Gefahrenlage losgeschnallt und das Cockpit tatsächlich verlassen haben, wäre das nur schwer nachvollziehbar.


26.06.2009 15:08    |    digi1

Der wollte wohl nur nachschauen, ob die Tragflächen noch dran sind und hat deshalb seinen Platz verlassen ...

 

Aber bei Turbolenzen sollten eigentlich alle Passagiere angeschnallt sein. An deren Verletzungen müsste sich doch feststellen lassen, ob die gewaltsam aus dem Gurt gerissen sind oder unverhofft und nicht angeschnallt vom Unglück überrascht wurden.


26.06.2009 16:53    |    uwedgl

Wäre nicht das erste Mal, dass Einer seinen Platz kurz vor dem großen Knall für eine banale Pinkelpause verlassen hätte.


26.06.2009 17:41    |    Slatertor

DHL 611, Egyptair 990, alles Fälle wo man(n) sich kurz vor dem Knall nochmal "erleichtert" hat. Ich finde es aber dennoch mysteriös. Und jetzt der ganze "Hickhack" um die Blackboxsignale. Erst sind sie angeblich empfangen worden, dann wieder nicht, dann doch wieder. Aktuell sind sie überigens wieder nicht empfangen worden. Willkommen in Absurdistan !!

 

Weiß einer ob Michael Jackson auf den Flug gebucht war ? Möglicherweise ist ihm kurz vor Antritt ja die Nase abgefallen und er war nicht an Bord. Dann könnte es ein Attentat auf ihn gewesen sein, was jetzt nachgeholt wurde.... ;) Tut mir Leid... RIP Michael !

 

Scherz beiseite ! Es ist einfach nicht zu glauben, wie wenig aktuelle Informationen von AF 447 zu kriegen sind. Was machen die denn den lieben langen Tag ? Dümpeln da rum und finden angeblich so gut wie nichts. Und das seit Wochen ! So langsam geht mir diese Informationspolitik gewaltig auf die Nerven. Und neue Erkenntnisse ? Fehlanzeige. Immernoch die fast schon skurrilen Spekulationen um Turbolenzen und Pitotröhrchen. Das muss einfach Methode haben.

 

Am 2. Juli will die BEA angeblich einen ersten Bericht vorlegen. Ich bin ja mal gespannt was da drin steht. Nach der aktuellen Lage dürfte ja nur ein großes "?" drinstehen... Und wehe die kommen wieder mit dem Gewitter um die Ecke. Das dürfte sich ja nun wirklich erledigt haben. Zuzutrauen ist denen aber alles. Das Ende vom Lied: Wahrscheinlich ein Pilotenfehler. Ist ja immer dann der Fall, wenn man sich um Schadenersatz drücken will. Dann zahlt die Air France ein paar tausend Euro und die Sache ist gegessen. Der arme Pilot kann sich ja ohnehin nicht wehren. Wäre er nur nicht pinkeln gewesen....


26.06.2009 19:04    |    uwedgl

In einem anderen Forum wird darüber spekuliert, in welchem Zusammenhang die Sichtung einer weiteren Flugzeugbesatzung mit diesem Fall steht, die Lichterscheinungen am Himmel und im Meer etwas weiter nördlich gesehen haben. Räumlich passt die Sichtung nicht direkt zu dem Absturz von AF 447, aber es wäre doch mal interessant zu wissen, ob und wenn ja, was dort passiert ist. Da schwirren Vermutungen durch den Raum, dass hier doch ein weiteres Flugzeug unbekannter Herkunft-womöglich militärisch-im Spiel war.


26.06.2009 19:46    |    Slatertor

So unnatürlich wie dieser fast schon bizarre Absturz ist, wundert mich fast nichts mehr. Auch nicht die Präsenz dieser "Leuchterscheinung". Auch wenn diese Erscheinung von Airlinepiloten gesehen und beschrieben wurde, so bin ich trotzdem skeptisch. Wie oft haben Leute in der nähe von Abstürzen Feuer, Explosionen, Lichtblitze, Rauch etc. etc. gesehen bzw. gehört ?! Es ist nun mal so, dass sich mit der Gewissheit in der Nähe einer solchen Tragödie gewesen zu sein, die Psyche verselbstständigt. Ich weiß nicht, wie realistisch diese Beobachtung ist. Der "Blitz" soll 6 Sekunden gedauert haben.... Rakete ? Alles irgendwie möglich und unmöglich zugleich. Fast so, wie bei TWA 800. Wie von mir geschrieben, finde ich es einfach unmöglich wie mit Informationen umgegangen wird. Meldungen, dann wieder das Dementie. Schließlich wieder eine Meldung und dann war alles doch ganz anders. Da stinkt einiges gewaltig. Was bleibt ist diese widerliche Ungewissheit.

 

Wäre ich verantwortlich, so würde ich eine Grundsatzentscheidung treffen. Entweder leite ich die Informationen so wie sie gewonnen werden weiter oder ich lasse es eben bleiben. Aber das Gebaren seitens der BEA jetzt, ist unerträglich !


26.06.2009 20:10    |    uwedgl

Klar, in diesem System von Lügen und verdeckten Operationen zusammen mit der immer willigen Presse werden auch Piloten mit tausenden Flugstunden einfach mal zu Deppen abgestempelt. Es sollen zwei Piloten von der Air Comet gewesen sein, die diese Vorgänge beobachtet haben wollen. Deren Sichtung war doch ziemlich konkret. Ein gleißend heller Lichtstrahl, der sich nach einigen Sekunden in seine Einzelteile zerlegte und darauf folgend orangende Lichter auf der Wasseroberfläche. Nein, hier waren sicher keine fliegenden Untertassen im Spiel, aber vielleicht doch ein zweites Flugzeug. Es kann ja eine Drohne gewesen sein. Global Hawk & Co. verfügen über interkontinentale Reichweiten. Es sind auch Waffenträger und wer weis, was so ein Flugroboter anstellt, wenn er sich aufgrund eingeschränkter Urteilsfähigkeit seiner Sensoren irgendwie bedroht glaubt. Dies nur mal so als Theorie.


26.06.2009 22:07    |    Slatertor

Tja, da haben ein Pilot und dessen Copilot eine Sichtung. Eine ungewöhnliche Erscheinung besonders grellen Lichtes. Kann immernoch alles Mögliche gewesen sein. Ich finde das weniger überzeugend. Zumal das nicht in der direkten Nähe zum Absturzort gesichtet wurde.

 

Was dritte Flugzeuge angeht, ich glaube, dass ist Fiktion. Wenn man den Jet vernichten will, gibt es viele billigere, unkompliziertere, einfachere Möglichkeiten. Das ist der Punkt.... Punkt.


26.06.2009 23:26    |    uwedgl

Beispielsweise Plastiksprengstoff im Wassertank. Leider fehlt bis jetzt ein Motiv für einen Mordanschlag. Ich zweifle nicht daran, dass man seitens gewisser Kreise kein Problem damit hat, sowas zu veranlassen, aber es gibt im Moment einfach kein Motiv.

 

Dadurch, dass Jacko gestorben ist, wird dieser Vorfall wahrscheinlich endgültig vergessen werden, bis irgendwann mal ein Unfallbericht irgendwelche Lügen über menschliches Versagen zusammendichtet.


26.06.2009 23:45    |    uwedgl

Entwurf eines Anschlagsszenarios im Dunstkreis von Wirtschaftskriminalität:

http://www.webergarn.de/rufer/?p=8053


27.06.2009 13:32    |    Slatertor

Motive gibt es genug. Vom Mord an einer oder mehrerer Personen im Flugzeug bis zu witschaftlichen Interessen wie im Beispiel auf webergarn spekuliert. Wenn es ein Anschlag war, werden wir wahrscheinlich nie davon erfahren. Höchstens durch einen Zufall. Dann findet man entsprechende Artikel häufig auf den Seiten der Ufologen und Verschwörungstheoretiker, denen sowieso kaum jemand Beachtung schenkt.

 

Ich finde es schade, wie dreist Menschen die Menschheit verarschen können. Wie oft hat man dieses tiefe unbestimmte Bauchgefühl, dass mit einer Sache etwas grundliegendes nicht stimmt ?! Man kann nicht sagen was, aber man weiß, es ist etwas daran faul. Seit jeher zweifeln Menschen an der offiziellen Version der Mondlandung, des Kennedy-Attentates, des 11. September etc.

 

Bekennt man sich dazu, wird man verspottet. Als Spinner, Träumer bezeichnet. Viele Menschen fühlen das etwas nicht so ist, wie von offizieller Stelle angegeben wird. Sie haben jedoch Angst es auszusprechen oder wollen es einfach nicht wahr haben. Mit einer Lüge zu leben ist einfacher, als gegen die Strom zu schwimmen. Ich z.B. fühle, dass mit diesem Absturz irgendetwas nicht stimmt. Ich kann nicht sagen was genau, aber er ist in höchstem Maße ungewöhnlich. Deshalb halte ich meine Augen und Ohren auf, versuche möglichst viele Informationen zu gewinnen. Leider, auch durch Jackos Ableben begünstigt, ist die Informationslage noch schlechter geworden. Z.B. hört man im Moment faktisch nichts mehr über die Bergungsarbeiten. Die minimalen Informationen die durchkommen, werden gleich wieder dementiert...

 

Jetzt bitte nicht falsch verstehen ! Ich bin niemand der an Ufo´s oder an die teilweise wahnwitzigen Theorien rund um alle Weltereignisse wie 9/11 oder Kennedy glaubt. Ich habe nur immer das Gefühl, dass im offiziellen Bericht nicht die ganze Wahrheit steht. Das ist alles.


27.06.2009 14:46    |    uwedgl

Sich gegen den Mainstream zu stemmen und sich eine eigene Meinung zu gönnen, ist sicher nicht besonders bequem. Zuviel Selbstzensur sollte man sich aber auch nicht auferlegen. Natürlich muss man dann auch mal mit Liebesentzug rechnen, aber um allgemeine Beliebtheit sollte es einem auch nicht unbedingt gehen.

 

Auch wenn es hier keinen direkten Zusammenhang gibt, würde mich schon mal interessieren, welche Lichterscheinungen da beobachtet wurden. Das ist doch schon mal ein Indiz dafür, dass diese Gegend anscheinend ein Abenteuerspielplatz für illegale Schweinereien ist. Dinge passieren bei Nacht und Nebel, außerhalb der Reichweiten ziviler RADAR-Geräte. Wenn das mal keine Einladung zum Tanz ist, dann weis ich nicht was. Nur wer die Gesetzte macht, weis auch, wie man sie am effektivsten bricht.


27.06.2009 19:20    |    Slatertor

Ich fürchte, wir werden es so leicht nicht rauskriegen. Erstens, weil kein ziviler Radar Zeuge war, zum Zweiten weil Brasilien heute offiziell die Suche nach Leichen eingestellt hat. Meiner Meinung nach dürfen wir uns wenig Hoffnung auf Bergung der Flugschreiber -wenn nicht schon im geheimen geschehen- machen. Die werden wohl alle in absehbarer Zeit abrücken. Auch die "Leuchterscheinung" wird dann wohl nie erklärt.

 

Die BEA hat bis hierher echt mal einen beschissenen Job gemacht !!!! Hätte ich eine(n) Angehörige(n) verloren, würde ich wahrscheinlich echt durchdrehen...


27.06.2009 21:16    |    taue2512

Wenn die Versicherung halbwegs Eier in der Hose hat, würde sie den Herrn Ballard engagieren die Flugschreiber aufzutreiben - der hat ja schliesslich auch die Titanic gefunden. Wenn dann ein Verschulden seitens AirFrance am Ende rauskommt, geht vielleicht ein Moloch vor die Hunde. Aber dann gibts ja wieder mal Staatshilfen, um einen Konkurs abzuwenden - diesmal jedoch dann von französischer Seite.

 

Die Wirtschaftsverschwörungs-Theorie halte ich bei der derzeitigen Lage allerdings für sehr abwegig. Ein versehentlicher Abschuss ist m.E. eine Option aber für mich persönlich bleiben die Vorbeschädigungen und mangelnde Wartung das Kernproblem. Der auf der o.a. Website angedeutete Deal bezieht sich auf AIRBUS/Grumman und die Tanker von Boeing und da sind die Karten noch nicht einmal alle auf dem Tisch ausgespielt und eine finale Entscheidung ist anhängig.


27.06.2009 22:39    |    uwedgl

Wie auch immer, die weitere Suche wird eingestellt.

http://www.plapperstorch.de/?p=9953

Falls es so war, dann war das das perfekte Verbrechen.

 

Was die Spekulationen zu dem Fall anbetrifft, muss man sagen, dass die offiziellen Verlautbarungen selbst der größte Schwachsinn sind, da sie sich am Rande der Plausibilität bewegen.

 

Keine wilden Böen, keine Blitze, Vereisung ebenfalls unwahrscheinlich-etwas Einfaches, Brachiales und Unerwartetes hat die Maschine vom Himmel geholt. Es ging sehr schnell, alles dauerte nur wenige Minuten.

 

Da sind die automatischen Meldungen bezüglich des Versagens im bordeigenen Wassersystem. Vielleicht hat die Gewalt einer berstenden Bordwasserversorgung die Maschine so beschädigt, dass sie außer Kontrolle geriet und abstürzte. Viele chemische Stoffe reagieren heftig exotherm mit Wasser, das verdampft und sich explosionsartig ausdehnen kann. Selbst bordeigene Gaserzeuger kommen dafür in Frage. Es gibt dann nicht unbedingt Feuer, aber gewaltige Druckanstiege, ähnlich wie bei einem explodierendem Dampfkessel.


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