Thu Mar 25 22:17:32 CET 2010
|
Achsmanschette51801
|
Kommentare (43)
| Stichworte:
Bild, Geschichte, Nachbar, Sozialamt, Umzug, Wahrheit
Hallo, liebe Zielgruppe! [bild=1]In der Bild-Zeitung stand es beiläufig: "Gröpelingen Große Aufregung beim Sozialamt West im Schiffbauerweg. Vormittags kam ein Mann (25) rein gestürmt.In der Hand eine Axt im Anschlag, suchte er die Sachbearbeiterin seiner Mutter. Sozialamts-Mitarbeiter riefen die Polizei, versuchten vergeblichden Mann in einem Büro einzuschließen. Er konnte flüchten, lief der Polizei aber direkt in die Arme. Zwangseinweisung in die Psychiatrie." Ich gehöre zu den Leuten, die die Geschichte dahinter kennen und die will ich Euch jetzt erzählen. [mehr] Vorgeschichte: Mutter und Sohn wohnten zusammen im selben Haus eine Etage unter uns in einer Zweizimmerwohnung mit gut 40 m². Beide waren auf dem Arbeitsmarkt chancenlos und so auf staatliche Unterstützung angewiesen. Die Miete für die Wohnung wurde direkt vom Amt gezahlt. Eines Tagen starb die Oma (Mutter der Mutter) und vererbte ihnen ca. 18.000 €, von denen nach Abzug einiger Gebühren gut 16.000 € übrigblieben. Vom Amt kam die klare Ansage, daß die beiden die nächsten 21 Monate von diesen 16.000 € zu leben hätten und stellte die Zahlungen ein. Da aber die Mutter aus der Beziehung mit dem Vater des Sohnes einen Haufen Schulden mitbekommen hatte (Betrag war weit über 20.000 €), ließ der Gerichtsvollzieher nicht lange auf sich warten und pfändete, was er pfänden konnte. So konnten sie die zweite Monatsmiete schon nicht mehr zahlen. Also meldeten sie sich wieder beim Amt und ersuchten um Hilfe. Diese bekamen sie allerdings nicht, auch nicht, nachdem sie der Sachbearbeiterin mitteilten, was mit dem Erbe geschehen war. Die Sachbearbeiterin berief sich darauf, daß sie ja geerbt hätten und sich die nächsten jetzt noch 20 Monate nicht blicken zu lassen haben. Es kam, was kommen mußte: Die Miete konnte nicht weiter gezahlt werden und so erfolgte die fristlose Kündigung durch den Vermieter. Erneut versuchten die beiden, vom Amt Hilfe zu bekommen. Immerhin drohte jetzt Obdachlosigkeit. Aber die Sachbearbeiterin blockte rigoros ab. So kam es nach inzwischen 9 Monaten zur Räumung der Wohnung und die beiden standen auf der Straße. Da alles gute Zureden an die Sachbearbeiterin fruchtlos blieb, reagierte der Sohn am 6.März sagen wir etwas ungehalten und die Zeitungsnotiz entstand. [bild=2]Er selbst war es übrigens, der am darauffolgenden Tag seine inzwischen ehemaligen Nachbarn (uns) besuchte und die Bild-Zeitung mitbrachte, die ich dann fotografierte. Da wir gerade einen Geburtstag feierten (nicht meinen, ich habe ja erst 9 Tage später), luden wir ihn ein, damit der völlig abgemagerte Junge (maximal 60 kg bei gut 1,80 m Größe) endlich mal wieder etwas zu essen bekommt. In der ganzen Zeit haben wir ihm häufiger etwas zu essen gegeben, seine Mutter hat auch immer etwas bekommen, wenn wir es entbehren konnten. Zum Amt begleiten konnten wir die beiden damals leider nie, wir haben beide von 7:30 bis 16 Uhr gearbeitet und ich bin abends beim Abendgymnasium gewesen. Es wäre sicher anders verlaufen, wenn ich da hätte helfen können. Das ist jetzt schon ein paar Jahre her, das war noch vor der Zusammenlegung vor Arbeitslosen- und Sozialhilfe. |
Sat May 08 17:15:40 CEST 2010 |
Faltenbalg29976
mit 25 chancenlos auf dem arbeitsmarkt, der arme bengel. solche menschen sollte man auf den mond schießen.
Sat May 08 23:41:34 CEST 2010 |
Achsmanschette51801
Ja, genau, alle Behinderten auf den Mond schießen.
Auch nicht besser als sie in KZs zu stecken 🙄
Sun May 09 09:50:10 CEST 2010 |
notting
@meehster: Full ACK.
notting
Mon Apr 25 13:49:02 CEST 2011 |
Pingback
Kommentiert auf: „Mann stürmte mit Axt ins Sozialamt“ – Die Wahrheit dahinter | Jetzt spreche ich!
Deine Antwort auf ""Mann stürmte mit Axt ins Sozialamt" - Die Wahrheit dahinter"