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12.10.2018 12:51    |    jennss    |    Kommentare (303)

Elektrische Beschleunigung im AlltagElektrische Beschleunigung im Alltag

Smart wird ab 2020 rein elektrisch, Porsche (ausgenommen 911er) ab 2027, andere Hersteller werden sicher bald ähnlich entscheiden und den Bau von Verbrennern einstellen. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. In Norwegen wird der Verkauf von Verbrennern ab 2025 verboten, in Dänemark, Niederland, China und Irland ab 2030. In Frankreich und GB wird das Verbot voraussichtlich 2040 kommen. Deutschland ist noch unentschlossen. So oder so wird die Elektromobilität aber kommen und es wird nicht nur Auswirkungen auf die Abgase in Städten haben. Auch sehe ich die Verkehrsgeschwindigkeit verändert, vor allem in der Stadt (schneller) und auf der Autobahn (langsamer). Mit dem E-Auto ist das Beschleunigen eine so unspektakuläre Sache, dass man dazu neigt, oft ziemlich kräftig zu beschleunigen. Bei unserem 225xe drücke ich im E-Modus oft fast voll runter und er zieht trotz nur 88 PS mit 1,7 t Gewicht so gut ab, dass ich fast jedes Mal einen deutlichen Abstand zu den Hinterleuten habe. Dabei ist er nach Zahlen im E-Modus gar nicht so überragend und braucht wohl gut 13 Sekunden auf 100 oder noch mehr (Leider werden bei PlugIns nur die Zeiten der Gesamtleistung gemessen). Auch ist das Reagieren im Straßenverkehr schneller. Neulich las ich hier im Forum, dass jemand seinen eGolf bis 100 km/h subjektiv so schnell empfindet wie seinen GTI, obwohl der GTI ca. 100 PS mehr hat.

 

Ich denke, durch die Elektromobilität werden sich vor allem die Beschleunigungen der sonst langsamen Verkehrsteilnehmer verbessern. Wenn ich im Rückspiegel sehe, wie viel Meter das ausmachen kann, dürfte sich der Verkehrsfluss in vollen Innenstädten merklich verbessern bzw. der Durchfluss erhöhen, ohne dass die Maximalgeschwindigkeit sich ändert, und es kommen mehr Fahrzeuge bei einer Ampelperiode durch. Die Beschleunigung macht da erstaunlich viel aus. Wir haben hier Ampeln, wo regelmäßig nur ca. 3 bis 4 Autos rüberkommen. Worstcase sind dann auch mal nur zwei, weil die da vorne nicht aus den Puschen kommen. Die Hinterleute sind dann entsprechend genervt oder fahren noch bei rot mit rüber. Mit schnellerem Anfahren wären das sicher 20 bis 50% mehr Autos pro Ampelphase. Ich denke, dies kann man am besten Einschätzen, wenn man selbst bereits elektrische Antriebe gefahren ist. Es gibt keine Verzögerung durch das Schalten und kein Turboloch. Die Gaspedalaktion kommt immer sofort an die Räder.

 

Ein weiterer, kleiner Punkt für die Stadt ist, dass das Geräusch der Autos leiser wird. Wir haben hier Straßen, die wegen Lärm ab 22 Uhr nur noch mit 30 km/h befahren werden dürfen. Ich fahre der Gesetze wegen natürlich auch elektrisch nur 30, aber eigentlich gibt es dafür keinen technischen Grund, da das Auto sehr leise ist. Dies wirkt sich natürlich nicht auf den Durchfluss des Verkehrs aus, aber so ist man auch nachts ein wenig schneller. Lärmbedinge Geschwindigkeitsgrenzen werden wohl weitgehend überflüssig.

 

Umgewöhnen müssen sich in Städten und Ortschaften auch Fußgänger, die sich nun nicht mehr darauf verlassen können, ein Auto zu hören. Da aber auch (seltenere) Radler auf den Straßen leise unterwegs sind, ist diese Einstellung vielleicht sowieso nicht so schlecht. Gefährlicher wird es nicht. Als Gehörloser bin ich schon darauf eingestellt, mich als Fußgänger öfter umzusehen und bin bis heute noch nicht angefahren worden :). Wie sich die Situation für Blinde ändert, kann ich nicht einschätzen. Leichter wird es für sie ohne Motorgeräusch sicher nicht.

 

Auf der anderen Seite fahren viele E-Autos auf der Autobahn nicht mehr so schnell wie die Verbrennergeschwister. Ein E-Golf ist auf 150 begrenzt. Selbst der VW Neo soll ab 2020 trotz Minimum 170 PS nur 160 km/h maximal laufen. Ein Tesla läuft zwar auch einige Minuten 250 km/h, aber insgesamt werden solche Speedorgien auf der linken Spur sicher seltener werden. Für alle Länder außer Deutschland ist diese Einschränkung eh unbedeutend, aber hier dürfte man es schon merken.

 

Eine andere Sache ist, dass das Stadtbild sich auch ein bisschen durch die Ladesäulen ändern wird. Man wird sehen, wo sich diese am besten positionieren lassen.

 

Die Einsatzbereiche von Kleinwagen und größeren Autos dürften sich zudem aufgrund unterschiedlicher Reichweiten mehr unterscheiden als es bei Verbrennern der Fall war. Dies kann man als Nachteil sehen. Ein elektrischer Smart braucht länger von Hamburg nach Münschen als ein Verbrenner-Smart und ist nicht mehr so universell, aber man muss abwarten, wie sich die Reichweiten bei den kleinen Autos entwickeln werden. Da eine große Kapazität nicht nur Platz im Auto braucht, sondern auch eine Kostenfrage ist, könnte es sein, wird man kleine Autos tendenziell wohl auch nicht mit so großen Akkus ausrüsten. Wenn Akkus irgendwann sehr günstig werden, könnte so ein (einfach aufgebautes) E-Auto dann auch irgendwann deutlich unter den Verbrennerpreisen liegen.

 

Die E-Mobilität wird einiges ändern, zum Besseren und zum Schlechteren.

j.

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16.10.2018 19:35    |    BravoI

Ich sehe nur bei Kaufland Ladeseule, welche nicht immer frei ist, sonst keine Ladeseule mir über Weg gelaufen... leider bei Batarie, welche immer leer - passt das nicht.

 

Gruß


16.10.2018 19:41    |    notting

@BravoI: https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/ bzgl. Typ2 mal angeschaut?

Ja, man sollte daheim laden können.

 

notting


16.10.2018 19:44    |    BravoI

Notting ich will keine Umweg(e) machen, das scmeckt mir nicht.


16.10.2018 19:54    |    notting

@BravoI: Zum Tanken muss man heute hin und wieder auch Umwege machen. Aber wie ich bereits schrieb: Ja, man sollte daheim laden können.

 

notting


16.10.2018 19:57    |    BravoI

Daheim und Arbeit - kann ich nicht. Umweg machen und, ok, veileicht halbe Stunde (blöd stehen) warten... habe keine Zeit !


16.10.2018 20:03    |    notting

@BravoI: Der Zoe II soll wohl CCS und mehr Ladeleistung kommen. Oder der Hyundai Kona Elektro bzw. Kia Niro EV kann 70kW bzw. gibt's auch mit 64kWh Akku (leider können viele CCS-Ladesäulen nur 50kW und über Typ2 geht ohne teuren mobilen CCS-Lader nur 4,6kW).

Ist halt auch die Frage was du für eine Fahrleistung hast. Wenn du wenig fährst und der Kaufland eine Schnellladesäule hat (gibt ein paar die dann eben 50kW haben)...

 

Ich persönl. warte auch noch mit dem Thema E-Auto, nicht nur wg. der Ladegeschwindigkeit, sondern auch weil ich viel fahre und entspr. Reichweite brauche.

 

notting


17.10.2018 03:59    |    rolandnatze

Im Moment sind E_Autos durch ihren hohen Energieverbrauch bei der Herstellung, erst ab ca. Km 100.000 umweltschonender als gleichwertige Verbrenner.

Die Bilanz wird davon abhängen, wie der Strom produziert wird. Eigentlich gehört zukünftig auf jede Garage eine Solaranlage. Die ambitionierten Ziele mancher Länder ? mal abwarten, ich tippe der Verbrenner wird noch gute 20 Jahre unser Auto sein, auch weil es bei der E- Infrastruktur noch hakt.


17.10.2018 09:06    |    thps

Zitat:

Im Moment sind E_Autos durch ihren hohen Energieverbrauch bei der Herstellung, erst ab ca. Km 100.000 umweltschonender als gleichwertige Verbrenner.

Aber das ist doch gut! 95 % aller Autos werden Laufleistungen jenseits der 100.000 km erreichen.


17.10.2018 09:30    |    schleich-kaefer

Zitat:

Aber das ist doch gut! 95 % aller Autos werden Laufleistungen jenseits der 100.000 km erreichen.

Ja, verbrenner. Gibt es schon Langzeitbeobachtungen von Akkus in E-Autos? Wie lange halten sie wirklich? Was ist wenn jemand das E-Auto nur als Stadtauto benutzt (soll eigentlich mit seiner schlechten Reichweite nur dafür geeignet sein) oder nur als Kurzstrecke (Langstrecke geht de facto nicht). Dann braucht man 15..20 Jahre für 100000 km. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass irgendeine Batterie von heute so lange hält. Und wenn ja, dann mit einem drastischen Kapazitätverlust. Vom Wertverlust des Auto muss man ja nicht mehr reden.


17.10.2018 11:22    |    thps

Zitat:

Ja, verbrenner. Gibt es schon Langzeitbeobachtungen von Akkus in E-Autos? Wie lange halten sie wirklich? Was ist wenn jemand das E-Auto nur als Stadtauto benutzt (soll eigentlich mit seiner schlechten Reichweite nur dafür geeignet sein) oder nur als Kurzstrecke (Langstrecke geht de facto nicht). Dann braucht man 15..20 Jahre für 100000 km. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass irgendeine Batterie von heute so lange hält. Und wenn ja, dann mit einem drastischen Kapazitätverlust. Vom Wertverlust des Auto muss man ja nicht mehr reden.

Also bis jetzt zeigt sich, das die Akkus weit weniger nachlassen als Anfangs zu vermuten war. Die ersten Tesla Roadster werden jetzt 10 Jahre alt. Von einem defekten Akku habe ich noch nichts gelesen. Die Model S werden nun 5/6 Jahre mit teils sehr hohen Laufleistungen. Auch da gibt es keine Probleme.

Übrigens hat das Model S und generell die E-Autos auf dem Markt einen echt geringen Wertverlust.

 

Ich persönlich habe ja mal auf ein Schnapper gehofft, aber bis jetzt gibt es da keine Chance.

 

Die Produktion eines kleinen Stadtautos wie der Smart EQ belastet die Umwelt auch deutlich weniger als ein Model S oder X. Das liegt hauptsächlich an der deutlich kleineren Batterie. Ein Verbrenner Smart verbraucht aber nicht so viel weniger als ein größeres Auto. Meine Vermutung (Achtung! Ich habe natürlich keine Belege) ist das sich ein kleineres Auto aus Sicht des CO2 Footprints schon bei weniger Kilometer rentiert.


17.10.2018 11:46    |    schleich-kaefer

Naja, Tesla... Wer kann sich schon einen Tesla leisten? Bei diesem Verein muss man nicht nur viel Geld haben, sondern noch viel mehr Geduld:

https://teslamag.de/.../...kunden-reparaturzeit-teilebeschaffung-12926


17.10.2018 11:54    |    schleich-kaefer

Zitat:

mal abwarten, ich tippe der Verbrenner wird noch gute 20 Jahre unser Auto sein, auch weil es bei der E- Infrastruktur noch hakt.

Mindestens. Solange die E-Autos in Punkto Anschaffungspreis, Reichweite, Ladezeit, Unterhaltungskosten, Verfügbarkeit am Gebrauchtmarkt mit Verbrenner nicht mithalten können, werden sie sich ZU RECHT nicht als Massenprodukt durchsetzen.


17.10.2018 11:59    |    thps

Naja das liegt einfach an der Modellpalette. Denkst du das Tesla in ein Model 3 Standard Range eine schlechtere Akku-Qualität einbaut als in ein Model X?

 

Das Model 3 in der Basis wird in DE sicher für ca. 40.000€ erhältlich sein und als 3 Jähriger Gebrauchter für 20.000-25.000€ erhältlich sein.


17.10.2018 12:57    |    jennss

Sorry, Leute, dass ich die Alarme zu diesem Blogartikel erst jetzt bearbeitet habe (PN geschrieben, eine reichte). Hatte die im Cockpit nicht bemerkt (stehen leider nicht in der Nachrichtenleiste ganz oben). Ich möchte grundsätzlich bitten, respektvoll mit anderen Meinungen und Ansichten umzugehen und ggf. gemäßigtere und vor allem nicht persönliche Worte zu wählen. Stellt euch vor, ihr sprecht mit jemandem, der euch gegenüber sitzt.

 

Die Entwicklung mit der Elektromobilität ist zweifellos spannend und kann aus ganz unterschiedlichen Sichten und Bedürfnissen betrachtet werden. Bei dem einen funktioniert es, bei dem anderen bisher nicht. Ich freue mich grundsätzlich über verschiedene Meinungen und sehe sie als Bereicherung, auch wenn sie gar nicht meiner eigenen Ansicht entsprechen. Die Wortwahl/Formulierung ist im Forum/Blog aber echt wichtig. Damit wird der Respekt deutlich oder eben nicht...

j.


17.10.2018 13:05    |    jennss

Zitat:

Daheim und Arbeit - kann ich nicht. Umweg machen und, ok, veileicht halbe Stunde (blöd stehen) warten... habe keine Zeit !

Im Moment sind die Ladesäulen ziemlich verteilt, oft nur zwei an einem Ort. Das finde ich auch nicht so ideal. Wenn man zum Laden fährt, sollte man schon eine gewisse Sicherheit haben, nicht warten zu müssen. Klar, man guckt ggf. in die App, ob eine Säule gerade belegt ist, aber in der Zeit bis man da ist, kann sie belegt werden. Von daher hoffe ich, dass Ladeplätze in Zukunft mindestens 4 Säulen bieten.

 

Zitat:

Das Model 3 in der Basis wird in DE sicher für ca. 40.000€ erhältlich sein und als 3 Jähriger Gebrauchter für 20.000-25.000€ erhältlich sein.

Wenn man die Gebrauchtpreise vom Model S sieht, wird man für 20000 bis 25000 € wohl noch kein 3 Jahre altes Model 3 bekommen. Leider sind die Gebrauchtpreise sehr hoch. Aber mit größerem Angebot wird sich das wohl irgendwann ändern.

 

Zur Umweltdiskussion ein Artikel aus AutoBild zum ADAC EcoTest:

E-Autos und Hybride sind am saubersten

 

Zitat:

Solange die E-Autos in Punkto Anschaffungspreis, Reichweite, Ladezeit, Unterhaltungskosten, Verfügbarkeit am Gebrauchtmarkt mit Verbrenner nicht mithalten können, werden sie sich ZU RECHT nicht als Massenprodukt durchsetzen.

Sehe ich genauso. Allerdings wird ja genau daran gearbeitet :).

j.


17.10.2018 14:06    |    XuQishi

Ich frag mich bei den teilweise unmöglichen Beschleunigungen bei E-Autos, ob das nicht viele Leute überfordert und es dann einfach öfter knallt, weil einer auffährt, der mit dem Fuß gezuckt hat. Das ist ja teilweise Rennwagenniveau. Oder man kriegt halt ne Schlange, weil der Bremsassistent gerade mal wieder die Front gerettet hat ;).

 

 

Aber ja, Power entspannt an sich. Wenn man weiß, dass man überholen kann, wann man will, weil das Auto ordentlich wegzieht, hat man viel weniger den Drang dazu. Am "schlimmsten" bin ich mit nem Benz-Saugdiesel gefahren, weil man damit nicht bremsen wollte. Wenn man das mal auf der Autobahn beachtet, rasen Leute mit teuren, starken Sportwagen eigentlich am seltensten wie die Blöden. Das sind eher die 150-PS-(ex-)Vertreterdiesel.

 

Was die Lautstärke angeht: die Autos heute sind mit denen aus den 80ern nicht zu vergleichen. Die waren gefühlt doppelt so laut wie heute, heute hört man praktisch nur noch Reifen abgesehen von irgendwelchen Sportwagen mit Klappenanlage und Motorrädern.


17.10.2018 14:18    |    FWebe

Ich freue mich tatsächlich, wenn ich mit einem Verbrenner mit hoher Last beschleunigen kann, weil der Motor dann das macht, wofür er im Fahrzeug drin ist.

Anders ausgedrückt ist mir im Regelfall eine sonderlich starke Beschleunigung gar nicht mal so wichtig und viel mehr der Punkt, ob ich den Motor dabei gut nutzen kann.


17.10.2018 15:53    |    draine

Ich glaube nicht das sich die Beschleunigungsgeschwindigkeit erhöhen wird. Denn das würde dann für den Körper unangenehm werden (Kopfnicken, G-Kräfte, psychisch Gefühl von Hektik etc.). Schon heute ist es so, das man selbst mit einem VW Up! und 60 PS in der Stadt völligst übermotorisiert zwischen GTI, RS und AMG ist. Es gibt einfach keinen Grund schneller zu beschleunigen.


17.10.2018 16:11    |    jennss

Zitat:

Ich frag mich bei den teilweise unmöglichen Beschleunigungen bei E-Autos, ob das nicht viele Leute überfordert und es dann einfach öfter knallt, weil einer auffährt, der mit dem Fuß gezuckt hat. Das ist ja teilweise Rennwagenniveau.

Also die 88 PS von unserem 225xe und 82 PS aus dem Smart fahren auf den ersten Metern (bis ca. 15 km/h) nicht extrem an, aber danach zieht es einfach sehr sauber los. Es ist kein Einkuppeln nötig und auch kein Hochschalten. Die Beschleunigung ist ohne Verzögerung. Man kann mit einem DSG sicher auch fix anfahren, also wenn Start/Stop und AutoHold (VW) abgeschaltet sind. Beim E-Auto ist der Start auf den ersten Metern nur dann besser, wenn der Verbrenner an der Ampel abgeschaltet war, was ja inzwischen üblich ist, um Sprit zu sparen. Aber zwischen 15 und 50 km/h zieht das E-Auto wirklich wunderbar gleichmäßig, unauffälllig und schnell durch, selbst so kleine Motoren mit nur ca. 80 PS. Am besten mal gleichstarke Autos (E-Auto und Verbrenner) selbst vergleichen. Dann versteht man, wie es gemeint ist. Ich bin sicher, dass ein BMW 2er AT mit einem 88 PS-Benziner bei 1,7 t Gewicht als Handschalter oder auch Automat deutlich schlechter von der Ampel wegkommen würde als der 225xe im E-Modus. Das Besondere ist dann ja, dass bei großer Verbreitung von E-Autos die schlappen, langsam anfahrenden Verbrenner nicht mehr dazwischen sind. Gut abgehende Verbrenner sind eh kein Problem. Absolut gesehen sind E-Autos beim Start nicht unbedingt schneller, aber es fällt eben so leicht, diese voll auszunutzen.

j.


17.10.2018 16:43    |    schleich-kaefer

Ich finde die ganze Beschleunigungsdebatte völlig fehl am Platz. Abgesehen von ein paar Technikfreaks und sportliche Fahrer (ich möchte das Wort Raser nicht benutzen, obwohl es mich in den Fingern juckt) interessiert das keinen Normalo. Und vor allem denke ich, dass diese starke Beschleunigung für viele ein Problem wird, zumindest am Anfang. Und es wird sicherlich unseren schnellen und hektischen Verkehr nicht beruhigen - falls es tatsächlich so gefahren werden sollte, was die Kiste hergibt.

Ich persönlich sehe in einer in den Sitz drückenden Beschleunigung nichts spaßiges. Im Gegenteil. Es ist einfach unangenehm, genauso wie die Seitenkräfte. Es mag ein Kick für junge, unerfahrene, männliche Fahrer sein, aber irgendwann erreicht man einen Alter, wo man einfach entspannt fahren möchte. Und selbsvertändlich kann man mit einem E-Auto auch entspannt fahren. Wie mit jedem Auto.


17.10.2018 16:46    |    jennss

Probiere doch mal einen BMW i3 oder eGolf beim Händler (kostet ja nix). Ich denke, dann wird deutlich, was ich meine. Die Autofreaks/Racer kommen wohl mit jedem Auto gut vom Fleck. Ich denke eher, dass vor allem die Normalos mit E-Autos besser wegkommen.

j.


17.10.2018 17:02    |    FWebe

Wie gesagt, diese ganze Anfahrthematik hat weniger mit den Antrieben und mehr mit den Anwendern zu tun, wenngleich normal gefahren die meisten Elektrofahrzeuge die ersten Meter tatsächlich mehr Leistung zur Verfügung haben.

 

https://youtu.be/6YuTpPr3Uv0

 

Ich fände diesbezüglich allgemein mal "zivile" Dragrennen interessant, sprich einen Ampelstart aus dem Standgas heraus und nicht mit vorherigem Hochdrehen.


17.10.2018 18:18    |    jennss

Zitat:

Ich fände diesbezüglich allgemein mal "zivile" Dragrennen interessant, sprich einen Ampelstart aus dem Standgas heraus und nicht mit vorherigem Hochdrehen.

Besser noch aus der normalen Situation an der Ampel, also mit abgeschaltetem Benziner (Start/Stop).

Wer will, kann auch mit Handschalter super starten. Dabei ist AutoHold von VW sogar ein Vorteil. Beim DSG ist es zum Anfahren eher ein Nachteil. Beim Golf GTE hatte ich damit bei der Probefahrt die Situation, dass das Auto im Hybridmodus eine ganze Sekunde gar nicht vom Fleck kam (Start-Stop + AutoHold). Das war ein bisschen Shocking, denn ich wusste nicht, was los ist. Aber wenn man sein Auto kennt, kann man es auch zum guten Beschleunigen bekommen. Beim E-Auto ist es nur eben der Standard. Es braucht keine bestimmte Einstellung und kein Können.

j.


17.10.2018 18:30    |    FWebe

Schau dir diesbezüglich mal das System bei FCA an. Dort unterstützt der Anlasser des StartStopp-Systems den Antrieb beim Anfahren, so dass quasi die erste Umdrehung beim Anlassen gleich in Vortrieb umgesetzt wird.


17.10.2018 22:33    |    MikeEngine

Deine Erkenntnisse und Thesen sind ganz interessant.

 

Allerdings denke ich nicht, dass die Leute auf einmal in der Stadt alle schneller beschleunigen werden. Jetzt, wo E-Autos noch neu sind, probieren das alle gerne aus, wie leise und doch stark die beschleunigen, aber wenn solche Autos, was ich nicht hoffe, alltäglich gebraucht werden, wird sich eine Fahrweise, wie heute einstellen. Schließlich ist es auch anstrengend, an jeder Ampel einen Kavaliersstart hinzulegen :)

 

Die andere Sache ist: So schnell werden reine E-Mobile keinen signifikanten Anteil am Straßenverkehr haben. Und das ist nicht schlecht. Ja, Tesla und einige andere Hersteller haben tolle Modelle auf den Markt gebracht. Aber letztlich sind die Batterien einfach noch TEUER, sehr ENERGIEAUFWÄNDIG in der Herstellung, schwer, enthalten Metalle aus Konfliktregionen ('Blutmetalle') und laden noch ziemlich langsam. Für Kleinwagen, Lieferdienste, Roller, sowas wie den Twizy etc. kann das Sinn machen, aber nicht um 2 Tonnen Autos zu bewegen. Und von Flensburg an den Bodensee oder noch weiter, fährt man mit keinem aktuellen E-Auto an einem Tag.

 

Dazu kommt, dass, WENN man schon Batterien, also diese relativ teuren und raren Ressourcen zur Verfügung hat, man sie lieber verwenden sollte, um möglichst VIELE Umweltfreundliche Autos herszustellen. Und das sind zur Zeit Hybridelektrische Autos. EIn Hybrid hat eine ca. 1/10 so kleine Batterie, wie ein entsprechendes E-Mobil. Das heißt man kann 10 Hybridautos mit der gleichen Batteriemasse herstellen, wie EIN E-Auto!!! Also ich bin sicher es ist für alle besser wenn 10 Hybridautos herumfahren als 1 E-Auto und 9 Verbrenner, weil die Batterieressourcen eben Nicht reichen!!!! Da sollte man auch einfach GLOBAL denken. Dann wird einem schnell klar, dass es JETZT sinnvoller ist die Welt zu Hybridisieren, anstatt, dass einige wenige mit E-Autos herumfahren und der Großteil mit reinen Verbrennern!!

 

Mit der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen hast Du wahrscheinlich recht. Und das fände ich auch gut. Dann ginge es alles etwas entspannter zu (hoffentlich) und man wird nicht mehr von 250 km/h schnellen 2,5 Tonnen X6 Monstern bedroht. Allerdings kann es wohl noch eine Weile dauern. Bis dahin wäre ein Tempolimit auch akzeptabel. :D


18.10.2018 08:05    |    thps

Welche Ressourcen sind denn zu knapp für die Batterieherstellung?

 

Mit einem Tesla Model S/X fährt man die Strecke Lindau/Flensburg in etwa 11 Stunden inklusive der (Lade)pausen(2h- 2 1/2h), die man bei einer Strecke von 1000 km sowieso einhalten sollte....


18.10.2018 10:25    |    Mazout

Ich sehe die Problematik mit E-Antrieben ab 2030 kaum noch.

Da ab etwa diesem Zeitpunkt auch vollautonomes Fahren etabliert sein wird und sich alle an leise E-Autos und deren Eigenschaften längst gewöhnt haben. Individuell von Personen gesteuerter Verkehr und die allgemeine Verkehrsdichte wird ab ca. 2025 schon allmählich abnehmen. Ampeln werden allmählich überflüssig werden, weil autonome Fahrzeuge sich ohne Ampeln vor Kreuzungen"absprechen". Der Mensch als Störfaktor bekommt die Macht über das Beschleunigung/Bremsen/Lenken bis spätestens 2050 schrittweise ganz entzogen. Er darf nur noch sein Ziel wählen, aber nicht mehr selbst steuern und in den Verkehr eingreifen. Das wird dann nur noch auf abgesperrten Strecken oder zu gewissen Sperrzeiten möglich sein.


18.10.2018 10:26    |    draine

Warum sollte der Verkehr abnehmen? Selbst wenn man Carsharing betreibt, müssen die Autos ja irgendwie zum nächsten Kunden kommen. Dann eben leer.


18.10.2018 10:43    |    Mazout

Familien mit beispielsweise 4 Personen im Haushalt (Vater, Mutter, 2 gerade erwachsene Kinder) besitzen heute im ländlichen Bereich 3-4 PKW.

Sobald Autos autonom fahren können reduziert sich das auf 1-2 PKW pro Familie, weil der Wagen nicht den ganzen Tag ungenutzt vor dem Firmengelände oder der Uni stehen wird, wo Vater arbeitet oder Tochter studiert, sondern immer wieder nach Hause oder zu anderen Stationen zurückkehrt, wenn andere Familienmitglieder oder sonstige registrierte Nutzer ihn brauchen.

Die Zahl der zugelassenen PKW wird zuerst abnehmen (schätze ab 2025). Die Verkehrsdichte nimmt allmählich ab, weil die Lücken zwischen den Fahrzeugen und die Wartezeit an Kreuzungen und in Staus durch autonome und vernetzte Fahrzeuge reduziert bzw. vermieden werden. Die Fahrzeuge sind kürzer auf der Straße um von A nach B zu kommen. Die Zahl der benötigten Parkplätze wird ebenfalls abnehmen, weil weniger Fahrzeuge, aber häufiger in Bewegung sind.


18.10.2018 10:53    |    draine

Jemand hat es schon mal treffend gesagt. Alles steht ungenutzt rum. Mein Haus, Mein Fernseher, mein Handy, meine Dusche wird auch nur 1x am Tag genutzt. Trotzdem wollen die Leute ihren jeweils eigenen Gegenstand besitzen. Daher glaube ich der Trend wird eher zum Drittauto bzw. E-Scooter gesehen, neben mind. zwei Verbrennern.


18.10.2018 11:01    |    schleich-kaefer

Zitat:

Jemand hat es schon mal treffend gesagt. Alles steht ungenutzt rum. Mein Haus, Mein Fernseher, mein Handy, meine Dusche wird auch nur 1x am Tag genutzt. Trotzdem wollen die Leute ihren jeweils eigenen Gegenstand besitzen. Daher glaube ich der Trend wird eher zum Drittauto bzw. E-Scooter gesehen, neben mind. zwei Verbrennern.

Das sehe ich genau so. Der Kollege Mazout macht mMn. einen großen Denkfehler - ich denke die meisten möchten einfach ein eigenes Auto besitzen und es nur selber (plus Familie) benutzen. Dann können sie es auch so behandlen und pflegen, wie es ihnen passt. Ein Auto fahren, was wildfremde Menschen vorher gefahren haben? Nein, Danke!

 

@Mazout: grade die Glaskugel neu kalibriert?


18.10.2018 11:13    |    FWebe

Zitat:

Da ab etwa diesem Zeitpunkt auch vollautonomes Fahren etabliert sein wird

Ich glaube ehrlich gesagt, dass es sowas vermutlich nie geben wird. Nicht nur ist es technisch aufwändig, es ist sogar absolut überflüssig.

Was für ein Vorteil bringt einem ein Fahrzeug, dass mit Pech nicht das macht, was man von ihm möchte?


18.10.2018 11:34    |    schleich-kaefer

Ein gemischter Verkehr (autonom und von Menschen gesteuert) wird ein Fiasko sein. Mit dem autonomen Fahren kann es nur dann gut funktionieren, wenn es gar keine große Unbekannte im System gibt, sprich den individual Verkehr (=Mensch). Und wenn alle Fahrzeuge vernetzt sind. ALLE. Das ist in Praxis de facto nicht umsetzbar, wo nur eine schreittweise Einführung von autonomen Autos möglich ist. Dann kommen noch alle die ethischen Aspekte dazu. Aber auch technisch halte ich das autonome Fahren für unmöglich. Das geht alles halbwegs, solange es modellierbar ist, auf bestimmten Strecken funkioniert das sogar. Aber die Welt ist zu kompliziert. Hundertprozentiges autonomes Fahren, überall, wird nicht funkionieren. Daher sehe ich das Thema sehr, sher schwarz. Das ist eine moderne Utopie wie einst Kommunismus.


18.10.2018 11:36    |    draine

Zum Individualverkehr gehört nicht nur das Auto. Es gibt ja noch Radfahrer und Fußgänger. Die kann man nicht vernetzen.


18.10.2018 11:38    |    schleich-kaefer

Zitat:

Probiere doch mal einen BMW i3 oder eGolf beim Händler (kostet ja nix). Ich denke, dann wird deutlich, was ich meine.

Vielleicht mache ich das tatsächlich...


18.10.2018 11:40    |    FWebe

Kennzeichen der Radfahrer und Fußgänger ist übrigens genau jenes, dass sie im weitesten Sinne autonom unterwegs sind.


18.10.2018 11:40    |    schleich-kaefer

Zitat:

Zum Individualverkehr gehört nicht nur das Auto. Es gibt ja noch Radfahrer und Fußgänger. Die kann man nicht vernetzen.

Ganz richtig. Weitere Gründe, weshalb es nicht funktionieren wird.


18.10.2018 12:26    |    XuQishi

Klar kann man, man darf dann halt nur noch mit seinem Funkmodul auf die Straße. Wahrscheinlich baut man so was einfach in die Handys ein. Nur bei Tieren wird's kompliziert.

Dazu gesagt glaube ich nicht, dass innerstädtisches autonomes Fahren bis 2030 gehen wird. Vielleicht 2040, aber da Moores Gesetz ziemlich am Boden liegt, glaube ich das eigentlich auch nicht.


18.10.2018 17:32    |    MikeEngine

@thps: Kobalt ist das Metall, was fast ausschließlich in der Republik Kongo gewonnen wird. Und Bestandteil der Autobatterien, wie fast aller Batterien ist: http://www.faz.net/.../...ng-durch-kinderarbeit-in-kongo-14024437.html

 

Letztlich ist einfach das Nummer 1 Argument gegen Elektrische PKWs dieses:

 

Wenn JETZT eine gewisse Menge an Batterien WELTWEIT PRODUZIERT wird, MACHT es MEHR SINN diese in HYBRID-AUTOS ZU VERBAUEN für eine MAXIMALE Anzahl an Energieeffizienten PKWs, ANSTATT EINIGE E-AUTOS zu bauen und den REST der PKWS als STINKNORMALE VERBRENNER ZU PRODUZIEREN!!! Stinknormal passt da gut :)

 

Und Nochmal: Mit der Batteriemasse von 1 E-Auto kann man 10 Hybridautos in der gleichen Klasse herstellen!

 

Mich NERVT einfach dieser HYPE auf E-Autos in unseren 1. Welt-Ländern, der nur die eigene Umgebung sieht! Die WELT kann man nicht einfach von jetzt auf morgen auf E-Autos umstellen.

Es müssen erstmal die Zwischenschritte gegangen werden!

 

Das ist jetzt der Hybrid! Lieber 1.000.000 Hybride anstatt 100.000 E.Autos und 900.000 Verbrenner!

 

Man muss das GLOBAL sehen. Nicht nur in sein kleines beschauliches Vorörtchen in Deutschland!!!!


18.10.2018 18:44    |    chris_924

Naja ich persönlich bin der Meinung das es ein hartes Wettrennen zwischen E-Autos mit Brennstoffzellen und welchen mit Akku geben wird.

Das Problem ist das die(wenn ich falsch liege bitte korrigieren) Lithium Reserven niemals auch nur für 10% der Autos reichen werden, noch knapper wird die ganze Sache wenn man die wachsende Bevölkerung beobachtet und mit einbezieht, denn dadruch werden natürlich auch mehr Autos benötigt. Autos mit Brennstoffzellen sind nicht nur in Bezug auf Lithium besser, sondern bieten auch den Vorteil, dass das betanken natürlich deutlich schneller geht.

Ein weiterer Vorteil durch die Verwendung von Wasserstoff findet sich in dessen Herstellung, denn er kann durch Strom aus erneuerbarer Energiequellen hergestellt werden. zudem gilt die Herstellung vom Akku, sowie dessen Recyling auch als ziemlich umstritten was den Schadstoffausstoß angeht.

Oder wer weiß, ob wir überhaupt noch in der Zukunft Autos so extrem brauchen, immerhin schreitet die Landflucht immer weiter voran, wenn es irgendwann keine Menschen mehr gibt die auf dem Land leben, sondern nur noch in der Stadt sinkt der Bedarf an Autos wahrscheinlich automatisch.

 

Gruß


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