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BMW...aber nicht nur

Verschiedenes aus dem Alltag eines Autofans

22.02.2009 21:09    |    BMW-Fan91    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: Neuvorstellung, Technik

Nabend liebe Blogleser,

 

nachdem es in den letzten Wochen in meinem Blog ein wenig ruhiger geworden war, jetzt nun wieder etwas Neues aus dem Bereich der Antriebstechnik.

 

Heute möchte ich gern über etwas schreiben, was für zumindest für mich, aber vielleicht auch für andere ein wenig überraschend kam, da von der doch eher konservativ einzuordnenden Firma Mercedes, in letzter Zeit unter der Bevölkerung ein wenig in Verruf geraten, wegen mangelnder Innovationsfreudigkeit und fehlenden Bemühungen um das derzeit heiß diskutierte Thema Umweltschutz.

 

Anfang des Jahres auf der Automobilmesse in Detroit überraschte Mercedes mit dem Blue Zero E-Cell auf Basis der B-Klasse.

Erstaunlich allein schon deshalb, weil erstmals unter deutschen Premiumherstellern ein reines Elekrokonzept wirklich Form annimmt und nicht als konturloses Planungsobjekt in der Phantasie der Ingenieure umhergeistert.

Gerade, wo unter deutschen Herstellern (Ausnahme VW mit der New Small Family) doch eher der Zukunftstrend Hybrid auszumachen war, platziert sich Mercedes prompt an der Spitze.

 

Zudem hab ich persönlich das erste Mal das Gefühl, dass man konkret mit etwas rechnen kann, dass man nicht wie schon so oft in den letzten Jahren mit beiläufig erwähnten und angekündigten Innovationen über das tatsächliche Fehlen eben solcher von den Strategen hinweggetröstet werden soll.

 

 

Konkret heißt in diesem speziellen Fall 2010, wenn Mercedes auf Basis der Sandwich-Plattform der aktuellen A- und B-Klasse erstmals ein vollwertiges und vor allem voll alltagstaugliches Elekto-Mobil auf den Markt bringen will.

Geplant sind drei verschiedene Antriebskonzepte, zum Einen der E-Cell, ein reines Elektoauto, der F-Cell mit Brennstoffzelle und dann eine dritte Version mit einem zusätzlich installierten Range extender in Form eines Smart 1l-Turbo Dreizylinders.

 

 

Antriebskonzepte im VergleichAntriebskonzepte im Vergleich200km Reichweite allein schon bei der E-Cell Ausführung mit 15,3 KWh Li-Io-Akku, 400km mit installierter Brennstoffzelle und 600km mit separatem "Notstromaggregat", sind beachtlich. Umso mehr noch, wenn man sich die Tagesfahrleistung des "Durchschnittarbeitnehmers" vor Augen führt. Mehr als 100km werden außer bei fleißigen Vertretern und Urlaubsfahrern selten abgefragt werden und zumindest für den Stadtverkehr ist so ein Auto optimal, mal abgesehen vom Preis, über den allerdings noch nichts bekannt ist.

Aber auch hier gilt: Nachfrage und Angebot regeln den Preis, was im Bezug auf den Eletroantrieb so viel heißt wie, dass die finanziellen Aufwendungen mit jeder produzierten Einheit weiter sinken und damit auch massenverträglicher werden würden.

 

Sandwichboden der alten A-KlasseSandwichboden der alten A-Klasse

Zur praktischen Seite heißt es bei Mercedes, dass das Blue Zero Konzept durch die Unterbringung der Li-Io-Akkus in dem Zwischenraum des Sandwichbodens einen Kofferaum von 500l besitzt und gleichzeitig die Passagiere durch diese Konfiguration mit dem doppelten Boden keinerlei Einschränkungen beim Platzangebot hinnehmen müssen.

 

Jetzt werden wieder viele sagen, ja aber die Ladezeiten der Akkus...

Beim E-Cell beträgt sie 3-4 Stunden, wobei innerhalb von 30min schon wieder der Saft für die nächsten 50km gepeichert werden kann.

Dies ist zwar noch weit entfernt vom Komfort des normalen Betankens aber ein guter erster Schritt, zumal der Verwendungszweck solcher Fahrzeuge eh vorsieht, dass sie über Nacht geladen werden.

Und mal ehrlich, mit ein wenig Erfindergeist und gutem Willen könnten bald zumindest die größeren Städte Elektor-kompatibel ausgerüstet sein, beispielsweise mit Lademöglichkeiten in Parkhäusern.

 

Zurück zum Konzept. Bei einer Bordspannung von 250 bis 400 Volt verrichtet im Blue Zero ein 100kw und 320Nm starker E-Motor an der Vorderachse seinen Dienst.

Von 0-100km geht es in 11 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt abgeregelte 150km/h. Mehr als ausreichend für den Alltag, ja man möchte beinahe sagen: Geht doch, warum ist auf die Idee mit dem Elektroantrieb nicht schon eher jemand gekommen?

 

Wenige werden es wissen, aber schon 1860 nach der Erfindung des Blei-Akkumulators war das Elektromobil ein gut bekanntes Möglichkeit des Vorankommens. Selbst nach der Erfindung der Motorkutsche durch Karl Benz war das E-Auto das schnellere und leisere Fahrzeug, der Knackpunkt waren wie heute die Akkus. Sie neigten zu Explosionen und waren schwer und wenig ergiebig, was dazu führte, dass wie so oft die Bequemlichkeit der Menschen siegte und das einfach zu gewinnende und vor allem einfach zu lagernde Öl dem Strom vorgezogen wurde.

Wer weiß, wie die Welt heute Aussehen würde, wäre die Entwicklung damals einen Schritt weiter gewesen.

 

Fest steht jedenfalls, dass vor allem die Varianten mit reinem E-Motor und Range extender eine Zukunft haben werden; über den Wasserstoff mag ich an dieser Stelle nicht spekulieren, zu schwierig ist es ihn in großen Mengen zu gewinnen und zu transportieren.

200km bzw. 600km werden für viele wie schon beschrieben ausreichend sein.

Wenn nun noch der Preis stimmt, dürfte der Serienfertigung dieses überaus schön gestalteten Mercedes Concept eigentlich nichts mehr im Wege stehen und er gleichzeitig den Weg in die Zukunft beschreiben, einen Weg den hoffentlich auch einige andere Hersteller in naher Zukunft wählen werden: Für die Mobilität von morgen.

 

 

Was sagt ihr eigentlich zum Elektoantrieb allgemein? Wie empfindet ihr die Stärken und Schwächen, käme ein E-Fahrzeug bei euch in die engere Wahl bei einem Neuwagenkauf?

Über eine ausgeprägte Resonanz wäre ich sehr dankbar.

 

In diesem Sinne noch einen schönen Abend und liebe Grüße,

euer BMW-Fan


23.02.2009 12:35    |    fragger123

Schön, dass du auch mal was von Mercedes schreibst!

Klingt wirklich vielversprechend, damit wird die Marke mit dem Stern wieder an erfolgreiche alte Zeiten anknüpfen können.

Problematisch könnte das "Tanken" werden, wenn man keine Garage hat. Am Rande einer Plattenbausiedlung ein Verlängerungskabel zu verlegen halte ich schon für sehr heikel.


23.02.2009 23:12    |    BMW-Fan91

Bleibt nur zu hoffen, dass Mercedes auch wirklich an dem Konzept festhält und das ganze Projekt nicht wieder nur ein Marketinggag war.

 

lg


23.02.2009 23:14    |    Patriots

Interresanter Beitrag.


23.02.2009 23:24    |    BMW-Fan91

Auf jeden Fall wenn man sich vor Augen führt, dass die Abneigung gegenüber einem E-Auto, die in der Bevölkerung bezüglich Reichweite zu spüren ist, eigentlich unbegründet ist, wenn man sich die Reichweiten anschaut.

 

lg


24.02.2009 14:17    |    fragger123

Mercedes hat schon immer (mit) die besten Autos gebaut,da gehts jetzt (endlich) wieder weiter:)


03.03.2009 01:29    |    checkyChan

Die Brennstoffzellentechnologie ist noch Zukunftsmusik und bei reinem Elektrobetrieb ist die Reichweite stark begrenzt.


03.03.2009 21:11    |    BMW-Fan91

Ok die Brennstoffzellen kann in den nächsten fünf bis zehn Jahren aus vielerlei Gründen den Benzinmotor noch nicht ersetzten.

Aber wir müssen uns meiner Meinung nach allgemein fragen, ob wir nicht langsam eine Umstellung bei den Antrieben wollen, um die Entwicklung in eine andere Richtung zu lenken, die aber natürlich auch mit Einschränkungen und Kompromissen in der Übergangsphase verbunden sein würden.

 

Auf jeden Fall denke ich, dass 200km im reinen Elektrobetrieb für viele ausreichen würde, die ihr Fahrzeug nur auf Kurzstrecke bewegen. Von diesen Leuten, gibt es soweit ich gelesen habe unter den A- und B-Klasse Kunden recht viele.

 

lg


03.03.2009 21:34    |    checkyChan

Nur durch Stückkostendegression wird man Massenmärkte erschließen können. Dazu muss E-Autos zunächst einmal an Akzeptanz und Attraktivität gewinnen. Kompromisse hinsichtlich der Reichweit sind ja noch akzeptabel, aber es braucht ein adäquates Tankstellennetz. Wer keine Garage besitzt, der hat Probleme mit dem Tanken. Eine Verlängerungkabel zur Steckdose ist einfach zu unpraktisch.

 

Ein Elektro-Smart ist 2010 geplant, wenn ich mich nicht irre. Interessant ist auch, dass man nicht notwendigerweise ein Getriebe braucht, Gokart fahren mit dem vollen Drehmoment von Anfang an.


03.03.2009 21:38    |    BMW-Fan91

Ich glaub bei vernünftigen Einsatzes seitens der Städte und Kommunen könnte schon ziemlich schnell ein adäquates Stromversorgungsnetz mit Extra-Zapfsäulen oder verbreiteten Aufladestationen geschaffen werden.

 

Kostet natürlich Geld, das meistens nicht gerade locker sitzt aber es ist klar, dass solch eine Umstellung nicht ohne Opfer zu bringen zu realisieren ist.


19.05.2009 17:43    |    Nik999

Würde ich sofort kaufen, keine Frage. Die Reichweitengeschichte bei reinen E-Mobilen ist noch ärgerlich, klar. Ich bin mir aber zu 100% sicher, das eine beginnende Verbreitung dieser Technik als Fahrzeugantriebskonzept einen wahren Entwicklungsschub bei der Batterietechnik auslösen würde...zumindest würden die Hersteller endlich mal ihre Schubladen öffnen und all die kleinen Geheimnisse, die in den letzten 20 Jahren von findigen Entwicklern zusammengekauft wurden, ans Tageslicht bringen....es ließe sich ja schließlich Geld damit machen.

 

Was ich nicht sehe, ist die lange Ladezeit....das ließe sich jetzt schon technisch lösen, ohne allzu großen Aufwand...Stichwort GoldCap, falls das jemandem was sagt. Da sind Ladezeiten von wenigen Sekunden machbar, eigentlich nur begrenzt durch die speisende Quelle.

 

Allerdings hab ich Bedenken, ob tatsächlich die deutschen Autobauer das Rennen machen werden....den Amis kommt Ihre brutale Absatzkrise und die Hilfsbereitschaft der Obama-Regierung bei schlüssigen Konzepten zugute....und wenn die amerikanischen Autobauer nicht völlig verblödet sind, ziehen sie sich nun genau an derartigen Technologien hoch, das Ganze mit Schwerpunkt Mittelklasse- und Premiumsektor und in Verbindung mit den Japanern.

 

Egal, wie auch immer....der reine Elektroantrieb ist für mich tatsächlich die absolute und einzige Zukunft für den Individualverkehr...und das sag ich nicht nur, weil ich Elektrotechniker bin ;-)

 

Mein Traum sähe so aus:

 

Ein hervorragend ausgestatteter, geräumiger Wagen mit Allradantrieb, gerne auch ein sog. "SUV" (was immer das sein soll) mit erhöhter Sitzposition, Allradantrieb realisiert durch je einen E-Motor pro Rad (vielleicht sogar eine Art Nabenmotor, dann wäre die Kühlung auch gratis) mit einer jeweiligen Pmax von, sagen wir mal, 60kw. Getriebe und Antriebswellen, ebenso Differentiale, Über- und Untersetzungen wären überflüsig, die mechanischen Bremsen könnten auch massiv kleiner ausfallen, dadurch würde der Wagen schonmal erheblich leichter, der Schwerpunkt in Form von Akkus sauber auf die Fläche zwischen den Rädern verteilt und im Sandwichboden tief angeordnet, würde den Schwerpunkt sauber nach unten bringen und im Fahrgastbereich Leichtbau ermöglichen. Das ganze geregelt von einer leistungsfähigen Elektronik (mal Apple fragen*gg*)......ja, ich denke, da käme Freude auf!

 

LG Nik


19.05.2009 20:04    |    BMW-Fan91

Deine Vision klingt eigentlich gar nicht so unrealistisch. Die Ladezeiten sind mit der Technologie realisierbar und an den Akkus wird es in ein paar Jahren auch nicht mehr mangeln.

Die einzigen Sachen, die dann dafür sorgen werden, dass wir den meisten Autos noch eine Weile Fossiles verbrennen werden, sind die hohen Kosten und der Wille der Ölindustrie und der Entwickler.

 

Grüße


20.05.2009 14:54    |    Nik999

Die hohen Kosten sind Stückzahlabhängig, technisch ist das Ganze nicht zu begründen. Ein E-Motor ist relativ einfach herzustellen, und bei den Stromspeichern machts einfach nur die Masse.

 

Der Wille der Ölindustrie war- und ist sicherlich der Faktor, der dazu geführt hat, das die Technik nicht schon längst marktreif und verbreitet ist.....ergo warten wirs mal ab. Aber am Ende müssen nur mal ein paar Firmen anfangen, die Technik anzubieten, und der Kunde muß kaufen.......sobald sich Geld damit verdienen läßt, werden dann die Energiemultis das Ruder übernehmen, und die Ölscheichs können sich wieder aufs Eselreiten einstallen.... :-)

 

Nik


21.05.2009 13:12    |    BMW-Fan91

Das wird das schwierigste sein, den ersten Impuls zu geben, die neue Technologie zu fahren und zu kaufen.

Viele Menschen sind ziemlich ausgeprägte Gewohnheitstiere und deshlab wird es anfangs für den Elektoantrieb schwer werden.

Sei es drum, es muss etwas passieren, denn wir können es uns nicht erlauben, so lange zu warten, bis uns unvermittelt das Öl ausgeht. Aber es wird seine Zeit dauern.

 

Grüße


22.05.2009 11:36    |    Nik999

Täusch Dich da mal nicht, es hängt so viel in der pipeline zur Zeit, das die Einführung meiner Meinung nach quasi bevorsteht. Das sich MB nun bei Tesla eingekauft hat, ist nur ein weiteres Indiz dafür, das es nicht mehr allzu lange dauern kann.

 

Was ja auch sehr zu begrüßen wäre..... ;-)


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