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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

21.05.2020 11:38    |    jennss    |    Kommentare (186)

cngcng

Erdgas galt eine Zeit lang als Antrieb der Zukunft, hat dann aber doch nicht so richtig Anklang und Verbreitung gefunden. Ich bin jetzt nicht der Erdgas-Fachmann. Die Erdgas-Fans mögen mich hier bitte korrigieren, wenn etwas nicht stimmt.

 

VW will jetzt Erdgas zugunsten der E-Antriebe aufgeben. Das ist besonders deswegen tragisch, weil der VW-Konzern 90% der Erdgasautos in Deutschland verkauft hat (2014). Dabei ist die Umweltbilanz besser als bei Benzinern. CO2 spart man etwa 20% bis 25% und es verbrennt etwas sauberer, so dass keine Partikelfilter notwendig sind.

 

Lange Zeit gab es Kaufprämien für Erdgasautos, allerdings nicht so hoch wie jetzt bei E-Autos. Das Erdgas selbst ist noch heute subventioniert und somit günstiger zu fahren als Benzin. Außerdem ist CNG für Fahrer steuerlich ca. 30% günstiger als Benziner. Eine Tankstelle ist zwar nicht so teuer wie bei Brennstoffzellen (1 Mio. Euro), aber mit 250000 € auch nicht sehr günstig. Das bremste die Verbreitung. Erdgas braucht Zuleitungen, wird nicht über Tankwagen geliefert. In Italien wurde oder wird noch Erdgas noch massiver gefördert und erreicht im Verkehr 2,2% Anteil (Stand 2015). Zwischen 2005 und 2011 hat Italien den CNG-Anteil durch hohe Förderungen verdoppelt. Absolut gesehen ist das aber immer noch wenig.

Btw: Haben sich LPG und CNG gegenseitig kannibalisiert?

 

Erdgasautos sind teurer als Benziner (ungefördert ca. +4000 bis 5000 €) und auch etwas teurer als Diesel, aber die Fahrkosten sind dank Förderung (Stand 2015: Steuer 18 Ct. pro kg, während Benzin bei 65 Ct. und Diesel bei 47 Ct. liegen) sehr niedrig, also ähnlich wie elektro (Strom allerdings ohne Förderung), und man bekommt die höheren Kosten so ab ca. 60000 km wieder raus (hängt vom individuellen Modell ab). Ein Problem blieb trotz Förderung das Tankstellennetz. Erdgasautos haben weniger Reichweite als Benziner, also so ca. 250 bis 350 km, und man kann sie natürlich nicht zuhause laden :). Allerdings gibt es bivalente Technik und dann kann man mit Benzin weiterfahren. Monovalente Technik ist jedoch konsequenter, d.h. effizienter und ggf. mit mehr Motorleistung. Weiterhin ist das Fahrerlebnis im Gegensatz zum E-Auto kaum anders als bei Benzinern, d.h. ggf. nur etwas leiser, und die Motorauswahl ist selbst bei VW vergleichsweise gering.

 

In manchen Tiefgaragen ist das Parken mit Gasautos verboten, aber ich bin mir nicht sicher, ob das bei CNG irgendwie gerechtfertigt ist. Es ist wohl reine Vorsicht oder gar Unwissenheit (?) der Hausbesitzer. Es könnte mit LPG (Autogas) verwechselt werden.

 

Erdgas wäre ein umwelttechnischer Fortschritt gewesen und hat etwas Verkauf erzielt, jedoch bei weitem nicht so viel wie Benziner und Diesel. Was nun nach VWs Rückzug mit der Erdgastechnik wird (aktuelle Modelle bekommen keine Nachfolger), sehe ich fraglich. Wie wird Fiat bei seiner Erdgasflotte entscheiden? Das Netz wird wohl nicht weiter ausgebaut, aber solange Erdgasautos rumfahren, gibt es weiterhin Tankstellenbetrieb (nicht rentabel).

j.

 

PS: Infoquellen sind im Text verlinkt.

 

PPS: Erdgas-Auto-Galerie: https://www.autobild.de/.../...utschland-modelluebersicht-5134267.html

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21.05.2020 12:02    |    notting

Renault hat AFAIK vor kurzem (wieder?) angefangen LPG-Fahrzeuge anzubieten (davor war das höchstens bei Dacia zu finden, beschäftige mich seit 2008 mit dem Thema LPG/CNG (zunächst intensiv und seit ich mein aktuelles Auto haben nur noch am Rande) bzw. Renault, weil ich 2009 einen Renault gekauft habe und davor meine Eltern immer Renaults hatten seit es mich gibt).

Kleinere Renault-BEV-Nutzfahrzeuge gibt's mit H2-REx.

 

Ein CNG-Hybrid wird keinen Sinn machen von den Kosten/Gewicht/etc. her.

Denke CNG ist am Sterben, auch wegen H2.

 

notting

 

PS: Hättest noch eine Umfrage reinmachen können, ob man meint, dass CNG doch noch richtig hochkommen könnte oder wegen (P)HEV/BEV/FCEV sterben wird.


21.05.2020 12:12    |    Schwarzwald4motion

Erdgas ist ja noch sehr lange bei Heizungen, dem Kochen u.s.w. in Benutzung. Auch Mobil in Campern sehr beliebt und Schadstoffarm. Aber es bleibt nun mal meist eine Fossile Ressource.

 

Der Mehrpreis wird den Abstand zu Geförderten E-Autos Auffressen, sehe hier keine Langfristige Investitionsstrategie weder für die Hersteller noch den Kunden.

Aber es wird doch wie immer bestimmt irgendwo Nischen geben wo die Antriebsart ideal ist oder?


21.05.2020 13:28    |    gato311

Beim CNG besteht in Europa schlicht das Problem, dass die Lobby zu schwach ist. So hat die Mehrheit der Verbraucher nicht verstanten, dass CNG stufenlos einspeisbar ohne technische Umrüstungen bis 100 % klimaneutral ist und dies vor allem auch nach und nach technisch implementierbar ist, ohne dass es unbezahlbar wird.

 

Nun haben unsere EU-Politiker die großen Biogasanlagenbetreiber zum Abwandern nach USA gebracht, indem das Biogas verstromen durch die Einspeisevergütungen mittlerweile vor allem bei Einberechnung des Flilteraufwandes viel attraktiver ist als das Einspeisen ins Netz.

 

Da nun die Autolobby es auch nur geschafft hat, im Elektrobereich eine Sonderwurst beim Flottenverbrauch zu bekommen, ist CNG im PKW-Bereich leider tot. Was nützt einem ein immer noch sehr günstiger realer CO2 Wert eines verkauften CNG-Autos, wenn jedes verkaufte E-Auto mit 0 g CO2 den Flottenverbrauch runterzieht. Nur so sind die gesetzten Werte überhaupt schaffbar. Hier liegt der Hauptfehler der ganzen Politik.

 

Ich habe nichts gegen E-Autos, aber die übertriebene Förderung mit Fake-Werten. Dabei hat ein CNG genauso Potential CO2-neutral zu fahren wie ein E-Auto.

 

Natürlich war den Autoherstellern es wichtiger, die Sonderwurst im E-Auto-Bereich per Lobby durchzudrücken, weil sie die Technik eh für den China-Markt meinen zu brauchen, wo die Gewinne gemacht werden. Alles Taktiererei, wo diese an sich gute und vor allem für den Verbraucher bezahlbare Technik hinten runterfällt.

 

Hinzu kommen noch die diffusen Ängste der Verbraucher bzgl. Gas, teils noch geschürt durch die Schlampigkeit der Werkstätten und TÜV-Prüfer im Umgang mit minderwertigen Gastanks.

 

Das Parkverbot in Tiefgaragen war schon immer totaler Humbug und unbegründet und beruht auf einer Verwechselung mit LPG, welches teils schwerer als Luft sein kann und nicht so schnell sich nach oben verflüchtigt.

 

Schade drum, aber kann man wohl nicht mehr ändern. Einen richtigen Hals kriege ich aber, wenn in letzter Zeit immer mehr perfekt gewartete Tankstellen ohne anstehende Reparaturen oder Überprüfungen einfach dicht gemacht werden, obwohl das Geld schon versenkt wurde. Das ist wirklich nicht nötig, diese Brückentechnik so noch vorzeitig abzusägen und so nur den CO2-Ausstoß künstlich zu erhöhen, da die Fahrzeuge sicher nicht durch E-Autos jetzt ersetzt werden.

 

Gerade in der Tiefgarage ist CNG viel sicherer als Benzin oder LPG, da es kontrolliert verbrennt und sich nicht irgendwo sammelt und dort zu eine Feuer- oder Erstickungsgefahr werden kann. Ich habe solche Hinweise schon immer ignoriert. In der Praxis hat man mit sowas wohl nur Probleme, wenn man dick CNG-Werbung rumfährt.

Ansonsten erkennt das Auto eh keiner von den Unbedarften als CNG-Auto und die, die es erkennen, wissen auch, dass es unbedenklich ist.

 

 

@Schwarzwald4motion Ich habe noch keinen Camper gesehen, wo mit CNG gekocht, gekühlt oder geheizt wird. Das ist immer LPG (Flüssiggas).

 

Ideal ist CNG z.B. bei ÖPNV-Bussen oder Müllautos, wo LNG (tiefgekühltes Erdgas) für die Reichweite nicht nötig ist.


21.05.2020 13:34    |    Schwarzwald4motion

Zitat:

@gato311 schrieb am 21. Mai 2020 um 13:28:12 Uhr:

..Ich habe noch keinen Camper gesehen, wo mit CNG gekocht, gekühlt oder geheizt wird. Das ist immer LPG (Flüssiggas)...

Habe ich auch so bewusst nicht Formuliert, denn letztlich bleibt die Fossile Komponente die das Scheitern bedingt.


21.05.2020 13:46    |    gato311

Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht?

 

Kann es sein, dass Du irgendwas völlig verwechselst?

 

LPG ist meines Wissens immer fossil (Abfallprodukt in der Raffinerie, Propan/Butan-Mischung).

 

CNG ist überwiegend Methan mit etwas H2. Dem Methan ist es chemisch egal, ob fossil oder nicht. Und dass der Bio-Anteil beim CNG geringer ist als möglich mit den vorhandenen Anlagen liegt allein daran, dass es in Europa wirtschaftlicher ist, Bio-Gas zu verstromen. In USA sieht es deshalb anders aus.


21.05.2020 14:11    |    Schwarzwald4motion

Wenn wir es schaffen die Fossilen Komponenten rauszuhalten gerne, leider sind schon Beim H2 die grünen Werbeversprechungen nur heiße Luft gewesen. Das ändert sich hoffentlich aber bis dahin ist der E-Antrieb die Konkurrenz.


21.05.2020 14:14    |    tomate67

1. Die meisten Erdgasautos verkauft VW meines Wissens nicht in Deutschland

 

2. Die Parkhausgeschichte gilt für LPG und nicht für Erdgas.

 

3. Erdgas bzw Biomethan ist in Europa schwer am Kommen. Dies allerdings nicht bei den Pkws, sondern im Schwerlastverkehr. Bei Bussen und LKWs gibt es keine ökologisch und ökonomisch sinnvolle elektrische Alternative(das Berliner Fiasko mit dem Umstieg auf Elektrobusse wäre fast zum Totlachen, wenn es nicht so eine wahnsinnige Verschwendung von Steuergeldern wäre).

 

4. VW wurde quasi zu einem Rückzug gezwungen. Obwohl CNG fast einen Biogasanteil von 50% hat(europaweit!!!), wird bei der Berechnung der Flottenemmisionen rein fossiles Gas berücksichtigt. Damit überschreitet ein TGI den Grenzwert geringfügig anstatt ihn deutlich zu unterschreiten. Jeder Konzern ist aber darauf angewiesen, um die Diesel und Benziner mit zu finanzieren. Das geht zur Zeit nur mit Elektroautos, weil deren Emmisionen pauschal mit 0g doppelt gerechnet werden( jedes E-Auto lässt den Konzern 17.000€ sparen, ein CNG Auto nichts, obwohl die Umweltbilanz beim derzeitigen Strommix ungefähr gleich ist).

In China wird dies gerade geändert(der zweitgrößte Absatzmarkt von VW) und in Europa Anfang nächsten Jahres neu diskutiert.

Diess Ankündigung ist hoffentlich nur der Versuch Druck auszuüben.

 

P.S. Klingt komisch, könnte sich aber so entwickeln. Vor der Corona Pandemie entwickelte sich die Mobilität vom individual Verkehr zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Jetzt nach der ersten Öffnung boomt der Automarkt in China, keiner will mehr Bus oder Bahn fährt. In China und Indien, wo über die Hälfte der Menschheit lebt, ist CNG ein sehr großes Thema(weniger wegen CO2, sondern mehr wegen der Luftverschmutzung).

 

5. Diesel ist einfach zu günstig, um einen Wechsel voran zu treiben.


21.05.2020 14:18    |    notting

Zitat:

@tomate67 schrieb am 21. Mai 2020 um 14:14:32 Uhr:

2. Die Parkhausgeschichte gilt für LPG und nicht für Erdgas.

Was ist "die Parkhausgeschichte"? Über das Hausrecht kann man z. B. _allen_ Fahrzeuge mit Gastank verbieten reinzufahren, Punkt. Habe schon Einfahrtsverbotsschilder über Parkhaus-Einfahrten gesehen wo einfach nur "Gas" drinstand.

 

notting


21.05.2020 14:58    |    jennss

Zitat:

@tomate67 schrieb am 21. Mai 2020 um 14:14:32 Uhr:

1. Die meisten Erdgasautos verkauft VW meines Wissens nicht in Deutschland

Du hast es wahrscheinlich anders gelesen als ich es meinte, nämlich dass in Deutschland VW 90% Anteil an den CNG-Autos hatte, die übrigen 10% sind von Fiat etc..

 

Zitat:

2. Die Parkhausgeschichte gilt für LPG und nicht für Erdgas.

Leider wird es wohl mit CNG bei Hausbesitzern in einen Topf geworfen.

 

Kann man an Zapfsäulen in Deutschland sehen, ob es regeneratives Erdgas ist? Wie viel Prozent der Säulen in Deutschland haben Biomethan?

 

Wie viel Förderung kann oder konnte man maximal für ein Erdgasauto bekommen? Ich habe da keine konkreten Zahlen gefunden. Es ist wohl regional unterschiedlich.

 

Zitat:

5. Diesel ist einfach zu günstig, um einen Wechsel voran zu treiben.

Ich denke, es fehlt bei Erdgas vom Fahren her auch der gewisse Reiz. Es bietet ggü. Dieseln und Benzinern keinen Vorteil. Dagegen hat der E-Antrieb einen wertvollen Vorteil, weil der Antrieb mehr Haben-wollen auslöst. Automatik ist "gratis" und das Ansprechen perfekt. Für Käufer bleibt beim CNG-Auto der Umweltaspekt und den interessieren in Wirklichkeit gar nicht so viele Menschen, leider.

j.


21.05.2020 15:23    |    tomate67

Zitat:

@notting schrieb am 21. Mai 2020 um 14:18:10 Uhr:

Zitat:

@tomate67 schrieb am 21. Mai 2020 um 14:14:32 Uhr:

2. Die Parkhausgeschichte gilt für LPG und nicht für Erdgas.

Was ist "die Parkhausgeschichte"? Über das Hausrecht kann man z. B. _allen_ Fahrzeuge mit Gastank verbieten reinzufahren, Punkt. Habe schon Einfahrtsverbotsschilder über Parkhaus-Einfahrten gesehen wo einfach nur "Gas" drinstand.

 

notting

Es gibt einen entscheidenden Unterschied. LPG ist in Parkhäusern/Tiefgaragen nur unter Auflagen zugelassen. Es muss also ein Schild "LPG frei" dran hängen(habe ich noch nie gesehen ;) ). CNG ist grundsätzlich erlaubt, hängt also kein Schild dran, dann darf man rein.

 

https://www.gibgas.de/Fakten/Mobilität/Tiefgarage


22.05.2020 00:03    |    3ismanN

Also bezüglich irgendwelcher Verbote für Gasbetriebene Fahrzeuge ( CNG / LNG) kann ich in der Garagenverordnung für Niedersachsen z.B. nichts finden:

 

http://www.nds-voris.de/.../?...

 

und auch diverse andere Quellen berichten das ich da nichts finden kann, weil es keine Restriktionen gibt.

 

http://www.autogas.website/.../parken-in-parkhaeusern-und-tiefgaragen

https://www.adac.de/.../

 

Warum die Hersteller zwecks CO2 Reduzierung neben Diesel nicht auch auf CNG / LPG gesetzt haben frag ich mich schon lange. Wäre es doch eine günstige und kosten effiziente Möglichkeit gewesen die CO2 Emissionen zu senken.

 

Und das ein Werkseitiges Gasfahrzeug teuer ist als ein Benziner glaube ich nicht. Ein Umrüster macht es bei einem 4 Zylinder Motor für 1500 - 2000€. Wenn der Gasbetrieb monovalent direkt vom Hersteller kommen würde, gäbe es wahrscheinlich keine Mehrkosten. Evtl. könnte man sogar noch bei der Abgasbehandlung sparen.

 

Aber gegen 0 Co2 Emission eines Elektroautos kommt Gas natürlich nicht an.

 

Gruß

Stefan

 

 

 

Gruß

Stefan


22.05.2020 07:39    |    Zarrooo

Ich hab mich vor etwa 15 Jahren mal mit "Gaskochern" auseinandergesetzt, weil ich damals >30tkm pro Jahr gefahren bin. Erdgas war da ziemlich schnell raus, das Angebot an Fahrzeugen war sehr eingeschränkt, ein Tankstellennetz so gut wie nicht vorhanden.

 

Das Tankstellennetz ist in diesen 15 Jahren (in meiner Umgebung und der meines damaligen Arbeitsplatzes) nicht besser geworden. Beim Fahrzeugangebot gibt es inzwischen immerhin Motorisierungen, die über einen schlappen Basis-Sauger hinaus gehen, und CNG-Autos in mehr Fahrzeugklassen als früher - aber nicht jeder will einen VW (mit welchen Markenlogo auch immer im Kühlergrill) oder einen Fiat fahren. Und mehr Auswahl gibt es halt nicht (mehr). Volvo, Opel und Mercedes haben nichts mehr im Programm.

 

Nachrichten über beim Tanken explodierende Erdgas-Autos (soweit ich mich erinnere alle aus dem VW-Konzern) machen bei Otto-Normalverbraucher auch wenig Lust auf diese Technik. Selbst in den Niederlanden, wo LPG vergleichsweise populär ist, will kaum kaum jemand ein CNG-Auto haben. Und wie (in Deutschland) die Besteuerung von CNG nach 2026 aussieht, weiß auch niemand.

 

Was wird nun also aus Erdgasantrieben? Genau das gleiche, wie schon in den vergangenen 15 Jahren: nix.


22.05.2020 10:38    |    Lewellyn

Seit 2004 wird konstant die 1000ste CNG-Tankstelle fürs nächste Jahr versprochen. Aktuell sinds 850, waren schon mal über 900.

 

Vermutlich wird das mit den Wasserstofftankstellen ähnlich sein. Irgendwann müssen die Dinger rentabel sein, das sind sie aber nie wegen der wartungsintensiven und teuren Hochdrucktechnik.


22.05.2020 10:43    |    Emsland666

Zitat:

 

2. Die Parkhausgeschichte gilt für LPG und nicht für Erdgas.

Also mW gibt es keinerleit gesetzliche Einschränkungen, sondern nur private Verbote und da kenne ich hier nur die Schilder "PKW mit Gasantrieb verboten". Halte ich für Unfug, aber sicherlich für mich ein Argument, kein "Gasauto" zu kaufen.


22.05.2020 11:24    |    jodi2

Parken in deutschen Tiefgaragen war wohl wirklich lange Zeit pauschal verboten, vor allem für LPG, das wurde aber Mitte der Neunziger aufgehoben, da Technik/Sicherheit besser geworden waren.Wenn nix anderes ausgewiesen ist/der Hausherr es nicht explizit verbietet, darf man also längst auch mit LPG überall rein.

Ich habe allerdings gerade erst beim Stöbern im www gesehen, dass der Flughafen Frankfurt LPG in seinen Parkhäusern auch heute noch verbietet.

Allerdings war ich in meinem Leben vermutlich schon fast 100mal dort/die Hälfte mit unserem LPG und hab da nie einen Hinweis gesehen.

 

Als wir vor zehn Jahren unseren Caddy auf LPG umgerüstet haben, hatten wir vorher auch CNG angeschaut.  Von Technik und Sauberkeit vermutlich noch besser, aber das Tankstellennetz bei uns und in den meisten deutschen Ländern ein Graus und da wir das Auto überwiegend für Kurzurlaube in D und Nachbarländern genutzt haben, war CNG indiskutabel. Besonders negativ meiner Meinung nach vor allem zusammen mit dem obligatorischen 17 Liter Mini-Benzintank, was wohl steuerliche Vorteile hatte (weniger KFZ-Steuer?) und da es CNG nur ab Werk gibt/Nachrüstung zu aufwendig und teuer, alle Fahrzeuge immer nur mit diesem Mini-Benzintank. Mit unserem LPG haben wir auch hier und da mal keine Tanke gefunden oder waren auch mal zu faul groß zu suchen, dann gingen mit vollem 60l Benzintank immer noch 600km, das hätte uns vielleicht auch für CNG gereicht, aber im Urlaubsland evtl. alle 1-1,5h Benzin nachtanken müssen?Ich hab damals diverse Berichte von CNG Fahrern gelesen über abenteuerliche Urlausbreisen in Europa, dass muss ein ähnliches Abenteuer wie bis vor einigen Jahren noch mit E-Auto gewesen sein und damit sind Reisen in Europa dank anders als bei CNG wirklich deutlich wachsendem Ladenetz inzwischen einfacher als mit CNG.


22.05.2020 11:32    |    tomate67

1. Stimmt zumindest für Deutschland, auch in Bremen als letztes Bundesland gibt es laut GaVo keine Verbote für Flüssiggase mehr.

2. Wird die Tiefgaragenfrage total überbewertet

 

und

3. Es geht hier nicht um LPG oder den Vergleich von CNG und LPG(dazu gibt es schon lange lange threads)

 

Schaut man nach News zum Thema CNG findet man sehr viele Einträge der Logistikbranche. Große Hersteller setzen darauf wegen drei ganz wichtigen politischen Entscheidungen

 

a) Mautbefreiung und Förderung beim Kauf

b) Keine große Preiserhöhung des Kraftstoffes durch CO2 Steuer

c) Im Gegensatz zu den Pkws wird bei den LKWs der biogene Anteil des CNG, immerhin 50%, berücksichtigt. Es ist derzeit das einzige Angebot, bei dem die Hersteller die Flottenemmisionsziele schaffen und Strafzahlungen vermeiden können. VW hat angekündigt sich bei den Pkws aus CNG zurück zu ziehen, die VW Tochter Scania setzt dagegen voll auf CNG und LNG(auch Volvo hält bei den Trucks an CNG und LNG fest).

 

An c) sieht man, wie eine politische Entscheidung viel bewirken kann. Zu den Pkws stehen noch etliche aus(Anfang 2021). Wer weiß, ob nicht eines Tages der Realausstoß stärker berücksichtigt wird?


22.05.2020 11:51    |    jodi2

Ich wollte keine Grundsatzdiskussion CNG/LPG anstoßen, sondern nur berichten warum wir uns damals gegen CNG entschieden haben und diese Gründe gelten heute immer noch bzw. mit zunehmender Verbreitung von E-Autos und Ladesäulen wohl noch mehr und haben sicher zum CNG Abwärtstrend bei PKW beigetragen.

 

CNG für den Schwerverkehr kannte ich noch nicht, scheint mir sinnvoll und bislang mehr als H2 dafür.


22.05.2020 16:02    |    tomate67

Pflege und hege deinen LPG Caddy gut. "Dank" neuer Abgasnormen wird die Umrüstung neuer Autos in Deutschland nahezu unmöglich und Werkslösungen werden kaum angeboten.

 

Der Bestand ist wohl auch deshalb in den letzten sechs Jahren von 500.000 auf ca 375.000 gesunken.


22.05.2020 19:17    |    steviewde

@jennss

Ich frage mich erstmal warum jemand, der von der Materie keine Ahnung hat etwas dazu schriebt ....

Aber deine Zusammenfassung stimmt dennoch in weiten Teilen.

Warum der "Reiz" fehlt ist mit sachlichen Argumenten leider nicht zu begründen.

CNG Autos waren lange Zeit "unsexy". Und ganz oft gilt der uralte Grundsatz: "Ich kaufe mir ein Auto, das ich nicht brauche, vom Geld, das ich nicht habe, um dem Nachbarn zu imponieren, den ich nicht mag."

Frage: Wer braucht - aus sachlichen Gründen - einen Wagen der unteren Mittelklasse, als Diesel mit 400Nm und 130kW? Diesel ist doch nur "sexy" geworden, weil es die letzten 35 Jahre auf Grund der jährlichen "Subventionen" in Höhe von gut 20 Mrd.€ in der Motorenentwicklung immer weiter getrieben wurde. Wer wollte denn 1982 einen MB W115 (im Volksmund "Strich-Achter") mit 55 Diesel PS fahren? Außer Bauern? Da war man mit dem Käfer schneller.

Heutige CNGs mit den 96kW im Seat Leon oder Golf, oder sogar 125kW im Audi A4 und A5 sind absolut auf Augenhöhe mit anderen Benzinern - bei Kraftstoffkosten unter Diesel. Und Seat bietet seine CNGs zu Preisen an, die niedriger sind, als Diesel.

Der Diesel ist für mich persönlich nur noch interessant für Zugfahrzeuge. SUV für Pferdeanhänger, oder kleine und leichteNutzfahrzeuge in der 3,5 to Klasse.

Ich fahre seit 14 Jahren und 500.000km CNG (früher noch "Erdgas") und seit ca. 2 Jahren konsequent mit Biomethan. Damit sinkt der Well2Wheel CO2 Ausstoß auf unter 50g/km.

Wenn die RED II in Kraft tritt wird es noch interessanter, weil dann Biomethan nicht nur aus Stroh, sondern auch aus Gülle anrechenbar wird. Und da gibt es Studien, die sogar "negative" CO2 Werte zeigen.

In Deutschland ist mittlerweile ca. jede zweite CNG Tankstelle eine 100% Biomethan Tankstelle.

Das Problem sind Politik (die haben keine Ahnung und wollen nur Wählerstimmen) und Lobby (die haben Ahnung und wollen nur das, was für sie selbst gut ist).

CNG ist also:

- sofort verfügbar

- klimaschonend

- kostengünstig

 

Ich könnte noch Stunden die ganzen Vorteile von CNG weiter ausführen, möchte ab zu ein/zwei Nachteilen kommen ;-)

 

1. Es gibt keinen mittelgroßen SUV (z.B: Seat Atteca) als CNG

2. Wer wirklich nichts aus "seinem Dorf" raus kommt und keine CNG Tankstelle da ist, hat es sich auch erübrigt.

3. Wer immer nach England in der Urlaub will (oder Norwegen) ist mit CNG auch nicht gut bedient.

 

Und was die Aussage von VW bzgl. "Ausstieg" anbelangt ... naja ... klug war es nicht.

Aber bis 2026 werden sie gebaut und somit ist auch die Ersatzteilversorgung bis 2036 gesetzlich(!!) vorgeschrieben.

Und um die Tankstellen muss man sich auch keine Sorgen machen. Die Marge wird nämlich mit den LKW und Bussen gemacht. Solange die fahren (Mautbefreiung ist gerade durch), wird es auch nicht zu einem übermäßigen CNG Tankstellen Sterben kommen.

 

Mehr dazu gibt es aber hier:

www.gibgas.de

www.cng-club.de

www.ngva.eu

 

der "Stevie"


22.05.2020 19:26    |    Lewellyn

In Frankreich gibt es ebenfalls so gut wie keine CNG-Tankstellen.

 

CNG war politisch (dank der Diesellobby) nicht gewollt.

 

Das der Diesel sich nun als Sackgasse entpuppt hat, nun ja. 20 Jahre liefs wie geschmiert.


22.05.2020 20:20    |    tomate67

Zitat:

@Lewellyn schrieb am 22. Mai 2020 um 19:26:52 Uhr:

In Frankreich gibt es ebenfalls so gut wie keine CNG-Tankstellen.

 

CNG war politisch (dank der Diesellobby) nicht gewollt.

 

Das der Diesel sich nun als Sackgasse entpuppt hat, nun ja. 20 Jahre liefs wie geschmiert.

https://cng-stations.net/Frankreich.de.htm

Die Versorgung ist mangelhaft, aber so gut wie keine würde ich nicht sagen. Die Tanken befinden sich meistens in Gewerbegebieten, ein Hinweis darauf, dass es auch um die Logistikbranche geht.


22.05.2020 20:26    |    steviewde

.... ich war 2009 mit unserem Caddy EcoFuel in Frankreich.

Da gab es 35 und davon gefühlt die Hälfte "defekt".

Heute sind es 100. Für mich ein Traum ;-)

Das schöne ist ja, dass es jeder selbst entscheiden kann wofür man sein verdientes Netto ausgibt.

Ich habe in 14 Jahren CNG ca. (!!!) 15.000€ an Steuern, Versicherung und Kraftstoff ggü. Diesel gespart.

 

der "Stevie"


22.05.2020 20:30    |    jennss

Zitat:

@steviewde schrieb am 22. Mai 2020 um 19:17:57 Uhr:

@jennss

Ich frage mich erstmal warum jemand, der von der Materie keine Ahnung hat etwas dazu schriebt ....

Aber deine Zusammenfassung stimmt dennoch in weiten Teilen.

Danke :).

Ich bin auch immer etwas vorsichtig mit Themen, in die ich nicht so vertieft bin, weil ich das von Elektro kenne, wo auch immer mal was Falsches geschrieben wird, siehe Datensalat....

Ich schreibe was darüber, weil es mich interessiert und hier in der Community auch oft gute Kommentare zum Thema kommen, die noch weiter Aufschluss geben, z.B. jetzt auch von dir :). Zudem grenzt das Thema ja auch indirekt an Elektro.

 

Zitat:

Warum der "Reiz" fehlt ist mit sachlichen Argumenten leider nicht zu begründen.

Damit meinte ich, dass das CNG-Auto nicht besser läuft als ein Benziner/Diesel. Auch Elektro hat weniger Reichweite und noch nicht so ein super Ladenetz, aber es hat den Trumpf, dass es sich deutlich besser fährt als Verbrenner (Komfort, Antriebsreaktion, Fahrspaß). Das meinte ich mit fehlendem Reiz bei CNG, der ein Ausgleich für die Defizite sein kann. So bleibt dann nur das gute Gewisse, etwas sauberer unterwegs zu sein, sowie die Fahrkosten, wenn man entsprechend viel fährt.

 

Zitat:

Wer wollte denn 1982 einen MB W115 (im Volksmund "Strich-Achter") mit 55 Diesel PS fahren? Außer Bauern? Da war man mit dem Käfer schneller.

Um den 200D habe ich unsere Nachbarn als Kind immer beneidet. Diese "Gemütlichkeit" passte sehr gut zu dem weichen Fahrwerk (er hatte dann auch noch den W123 als hellblauen 200D, irgendwie cool).

 

Zitat:

Wenn die RED II in Kraft tritt wird es noch interessanter, weil dann Biomethan nicht nur aus Stroh, sondern auch aus Gülle anrechenbar wird. Und da gibt es Studien, die sogar "negative" CO2 Werte zeigen.

Wie würde Biomethan als Massentreibstoff funktionieren? Wäre das machbar in Deutschland?

 

Zitat:

Und was die Aussage von VW bzgl. "Ausstieg" anbelangt ... naja ... klug war es nicht.

Aber bis 2026 werden sie gebaut und somit ist auch die Ersatzteilversorgung bis 2036 gesetzlich(!!) vorgeschrieben.

Wer weiß, wenn das jetzt nochmal Thema wird... vielleicht erlebt CNG ja noch einen 2. Frühling und VW überlegt es sich nochmal :).

j.


22.05.2020 20:33    |    notting

Zitat:

@steviewde schrieb am 22. Mai 2020 um 20:26:50 Uhr:

.... ich war 2009 mit unserem Caddy EcoFuel in Frankreich.

Da gab es 35 und davon gefühlt die Hälfte "defekt".

Heute sind es 100. Für mich ein Traum ;-)

Das schöne ist ja, dass es jeder selbst entscheiden kann wofür man sein verdientes Netto ausgibt.

Ich habe in 14 Jahren CNG ca. (!!!) 15.000€ an Steuern, Versicherung und Kraftstoff ggü. Diesel gespart.

Sind da die Kaufwiderstand-Unterschiede und die großen Umwege zu den CNG-Tankstellen schon einberechnet? (zumindest ist es bei uns so)

 

Ganz am Rande: Hab mir 2009 einen Renault gekauft. Habe über LPG nachgedacht. Wurde aber für dieses Modell nicht ab Werk mit LPG angeboten. Hab die Nachrüstung sein lassen. Als das Auto 4 Jahre alt war = 2 Jahre über Garantie, hatte ich ein teures Problem mit dem Motor. Statt mehreren kEUR habe ich inkl. Ersatzfahrzeug nicht mal 500EUR gezahlt wg. Kulanz. Glaube nicht, dass ich die mit einem Gas-Umbau bekommen hätte. Ergo wären dann ein paar Jahre 1kEUR/Jahr Ersparnus schon dahin gewesen. Mal ganz davon abgesehen, dass nicht nur der Umbau an sich fällig gewesen wäre, sondern IIRC noch eine teure Härtung der Ventilsitze oder so. Auf jeden Fall teuer.

 

notting


22.05.2020 20:52    |    steviewde

Zitat:

@notting schrieb am 22. Mai 2020 um 20:33:48 Uhr:

 

Sind da die Kaufwiderstand-Unterschiede und die großen Umwege zu den CNG-Tankstellen schon einberechnet? (zumindest ist es bei uns so)

...

notting

... Kaufwiderstand-Unterschiede????

Was soll das sein?

 

Ich hatte keine großen Umwege zu CNG Tankstellen.

Habe aber tw. 30km Umweg in Kauf genommen, um H-Gas zu bekommen (anstatt L-Gas). Das war gleich teuer, hatte aber 25% mehr Reichweite, Im Caddy dann bis zu 600km (kurzer Radstand, 27kg Füllmenge).

Jetzt mach ich tw. einen kleinen Umweg, um Biomethan zu bekommen.

 

der "Stevie"


22.05.2020 20:56    |    gato311

>Kann man an Zapfsäulen in Deutschland sehen, ob es regeneratives Erdgas ist? Wie viel Prozent der Säulen in Deutschland haben Biomethan?

 

In den einschlägigen Tankseiten ist es ausgewiesen, was die Tanke einkauft bzw. ins Gasnetz einspeisen lässt. Das Gas, was Du tankst, ist sowieso immer das aus dem jeweiligen lokalen Netz. Das ist ja eh "nur" bilanziell dann 100 % Bio. Wenn man an so einer Tanke tankt, wird halt die entsprechende Menge Biogas eingespeist ins Netz irgendwoanders.

Ist halt immer in erster Linie Methan (CH2), egal ob aus der Erde oder aus irgend einer Biomasse. Es gibt da keinen chemischen Unterschied wie z.B. bei Diesel/Biodiesel.

 

 

>Wie viel Förderung kann oder konnte man maximal für ein Erdgasauto bekommen? Ich habe da keine konkreten Zahlen gefunden. Es ist wohl regional unterschiedlich.

 

Die Förderungen sind in Deutschland weitgehend ausgelaufen. Das sind absolute Einzelfälle mal, wenn man bei den entsprechenden Stadtwerken ohnehin schon Kunde ist. Das ist dann mal nen 300 Euro Tankgutschein oder sowas...


22.05.2020 21:02    |    steviewde

Zitat:

@jennss schrieb am 22. Mai 2020 um 20:30:36 Uhr:

 

Wie würde Biomethan als Massentreibstoff funktionieren? Wäre das machbar in Deutschland?

... das kommt drauf an. Wenn man die aktuellen, in die Jahre gekommenen NaWaRo Biogasanlagen mit einrechnet, bestimmt. Allerdings ist das Biogas nicht als Kraftstoff anrechenbar - zu Recht - weil Mais ein Nahrungsmittel ist.

 

Zitat:

 

Wer weiß, wenn das jetzt nochmal Thema wird... vielleicht erlebt CNG ja noch einen 2. Frühling und VW überlegt es sich nochmal :).

j.

.... hoffentlich.

Mal sehen wie toll sich die Elektrofahrzeuge von dem Laden an den Autofahrer (m/w/d) bringen lassen.

Ich hatte kürzlich gelesen, dass es 2025 über 1 Mio in Europa sein sollen. Also nur im Jahr 2025 und 2024 auch schon 700.000(??).

Elektroautos haben aber nix und rein gar nix mit Umweltschutz zu tun.

Lediglich lokal keine Verbrennungsabgase.

Der einzige Grund warum jetzt alle auf Elektro gehen ist das 95g Gesetz in Europa. Für jedes Gramm über 95g/km zahl man ab 2020 für jedes verkaufte Auto 95€ Strafe an die EU.

Wer hätte das gedacht, dass man das nicht "weglobbyiert" bekommt ;) Dieselgate sei dank.

 

In der Schweiz wird der Biogasanteil im Gasnetz direkt auf den CO2 Ausstoß des Fahrzeugs angerechnet.

Ein Golf, wie ich ihn fahre hat da keine 92g/km, sondern nur ca. 74g/km (die haben 20% Biogas im Netz).

Hier nachzulesen:

https://www.cng-mobility.ch/.../

 

der "Stevie"


22.05.2020 21:09    |    notting

Zitat:

@steviewde schrieb am 22. Mai 2020 um 20:52:00 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 22. Mai 2020 um 20:33:48 Uhr:

 

Sind da die Kaufwiderstand-Unterschiede und die großen Umwege zu den CNG-Tankstellen schon einberechnet? (zumindest ist es bei uns so)

...

notting

... Kaufwiderstand-Unterschiede????

Was soll das sein?

Such mal bei Wikipedia nach "kaufwiderstand". Gibt keinen Artikel dazu, aber wenige Artikel wo das Wort verwendet wird und aus dem Kontext klar wird, was gemeint ist. Kaufwiderstand ist nicht nur wenn etwas viel kostet, sondern auch wenn ein Kunde sich vor einem potenziellen Kauf deswegen "fürchtet" weil die Nutzung für ihr sehr ungewohnt und/oder umständl. sein wird bzw. er nicht so ganz verstanden hat, was das Produkt grundsätzl. tut bzw. anders tut als andere Produkte.

 

notting


22.05.2020 21:16    |    jennss

Zitat:

@steviewde schrieb am 22. Mai 2020 um 21:02:41 Uhr:

Elektroautos haben aber nix und rein gar nix mit Umweltschutz zu tun.

Es gibt aber in vielen Staaten die Umweltprämie für E-Autos. In Anbetracht der doch viel größeren Verbrenner-Lobby kann das eigentlich keine Lobby-Entscheidung gewesen sein. Da muss schon was dran sein, selbst, wenn es nur um die Prognose und nicht um den Status quo geht.

 

Zitat:

Lediglich lokal keine Verbrennungsabgase.

Das ist je nach Region schon einiges, nicht nur in China. Zusammenhang Corona und Feinstaub.

Und E-Autos werden auch im Alter im sauberer, da sie Strom aus einer immer sauberer werdenden Herstellung beziehen. Das würde aber auch mit CNG funktionieren. (Biomethan)

 

Zudem besteht das Potential, komplett CO2-frei zu fahren. Der Ökostromanteil steigt pro Jahr jetzt so um die 5%, glaube ich, aktuell ca. 52%. Der CO2-Rucksack ist je nach Hersteller auch bald hinfällig (VW ID.3 soll bereits CO2-neutral hergestellt werden).

 

Allerdings könnte man sicher auch noch den Bioanteil bei CNG anheben und somit CO2-neutral fahren. Nur geht es halt nicht komplett ohne Schadstoffe.

 

Zitat:

Der einzige Grund warum jetzt alle auf Elektro gehen ist das 95g Gesetz in Europa.

Ja, aktuell ist das insofern etwas unfair, weil ja noch nicht 100% Ökostrom verwendet wird.

j.


22.05.2020 21:20    |    jennss

Zitat:

@notting schrieb am 22. Mai 2020 um 21:09:51 Uhr:

Zitat:

@steviewde schrieb am 22. Mai 2020 um 20:52:00 Uhr:

 

... Kaufwiderstand-Unterschiede????

Was soll das sein?

Kaufwiderstand ist nicht nur wenn etwas viel kostet, sondern auch wenn ein Kunde sich vor einem potenziellen Kauf deswegen "fürchtet" weil die Nutzung für ihr sehr ungewohnt und/oder umständl. sein wird bzw. er nicht so ganz verstanden hat, was das Produkt grundsätzl. tut bzw. anders tut als andere Produkte.

Interessanter Begriff, trifft ja auch auf E-Autos zu.

j.


23.05.2020 09:14    |    steviewde

Zitat:

@notting schrieb am 22. Mai 2020 um 21:09:51 Uhr:

 

Such mal bei Wikipedia nach "kaufwiderstand". Gibt keinen Artikel dazu, aber wenige Artikel wo das Wort verwendet wird und aus dem Kontext klar wird, was gemeint ist. Kaufwiderstand ist nicht nur wenn etwas viel kostet, sondern auch wenn ein Kunde sich vor einem potenziellen Kauf deswegen "fürchtet" weil die Nutzung für ihr sehr ungewohnt und/oder umständl. sein wird bzw. er nicht so ganz verstanden hat, was das Produkt grundsätzl. tut bzw. anders tut als andere Produkte.

 

notting

.... jaa, neeee, isss klaaa. :cool:

Und wie soll das in meiner finanziellen Betrachtung eingeflossen sein, wenn es eher ein .... "Gefühl" (??) ... ist?

Und was ist dann bitte auch noch die Wortschöpfung "Kaufwiderstand-Unterschied"??

Da wäre mit doch ein zu dieser Diskussion passender Vergleich sehr hilfreich, um drauf antworten zu können.

 

der "Stevie"


23.05.2020 09:19    |    notting

Zitat:

@steviewde schrieb am 23. Mai 2020 um 09:14:59 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 22. Mai 2020 um 21:09:51 Uhr:

 

Such mal bei Wikipedia nach "kaufwiderstand". Gibt keinen Artikel dazu, aber wenige Artikel wo das Wort verwendet wird und aus dem Kontext klar wird, was gemeint ist. Kaufwiderstand ist nicht nur wenn etwas viel kostet, sondern auch wenn ein Kunde sich vor einem potenziellen Kauf deswegen "fürchtet" weil die Nutzung für ihr sehr ungewohnt und/oder umständl. sein wird bzw. er nicht so ganz verstanden hat, was das Produkt grundsätzl. tut bzw. anders tut als andere Produkte.

 

notting

.... jaa, neeee, isss klaaa. :cool:

Und wie soll das in meiner finanziellen Betrachtung eingeflossen sein, wenn es eher ein .... "Gefühl" (??) ... ist?

Und was ist dann bitte auch noch die Wortschöpfung "Kaufwiderstand-Unterschied"??

Da wäre mit doch ein zu dieser Diskussion passender Vergleich sehr hilfreich, um drauf antworten zu können.

Kleinere Umwege zur Tankstelle = geringerer Kaufwiderstand. Benzin-/Diesel-Tankstellen findet man viel eher als CNG-Tankstellen = geringerer Kaufwiderstand was dieses Punkt angeht. Dazu kommen eben die im nächsten Teilsatz erwähnten Kosten für diese Tankfahrten.

 

notting


23.05.2020 11:45    |    flex-didi

Zitat:

@tomate67 schrieb am 21. Mai 2020 um 14:14:32 Uhr:

...

4. VW wurde quasi zu einem Rückzug gezwungen. Obwohl CNG fast einen Biogasanteil von 50% hat(europaweit!!!), wird bei der Berechnung der Flottenemmisionen rein fossiles Gas berücksichtigt. Damit überschreitet ein ….

autsch, das ist fatal.

mit dem entsprechenden entwicklungsaufwand / vorlauf ist dann wohl auch zu erklären - die neusten modelle (Golf 8, A3, Leon...) bekommen wohl noch ihre CNG-Varianten.

 

Aber es ist auch schon laut/offiz. geworden, dass es die letzten sein werden, danach Schluss.

Ziemlich fies und mit Debüt sogleich das Wasser abgegraben.


23.05.2020 13:26    |    Walker_CH4

Mahlzeit,

es ist schade das die Erdgasautos vom Markt verschwinden aber unter den jetzigen steuerlichen Rahmenbedingungen und nach dem Dieselgate wird es wohl so kommen. Die Erdgastechnologie ist

dem Kunden über die Jahre nicht richtig verkauft worden, die Hersteller wollten diese Technik eigentlich nicht.

Mit den Elektroautos ist das nicht anders, erst die Vorgaben der EU und die begleitende Steuerung durch

die einzelnen Länder haben das geändert. Am Ende ist auch mit der Erdgastechnlologie der Wirkungsgrad nur mäßig zu verbessern und daher wird sich das bald erledigt haben. Der Verbrennungsmotor ist nicht die Lösung auf dem Weg zu einer ökologischen Mobilität, auch wenn wir sicher nicht so einen zügigen Wechsel hätten, wenn mehr Gaser in der Flotte vorhanden wären. Die Chance ist nun vertan, die Hersteller wollten lieber Diesel verkaufen und haben diesen dann nicht einmal sauber gemacht, mit den bekannten Folgen.

Da eine Kombination aus Elektro und CNG schon aufgrund der beengten Bauräume und wegen Gewichts - problemen auch keine Lösung ist, steht eine Hybrid - Lösung auch keine Option da.

Was die Tiefgaragen betrifft, so gibt seit der Novellierung der Tiefgaragenverordnung vor ein paar Jahren kein

Verbot mehr aber jeder Besitzer einer Tiefgarage kann durch Schilder die Einfahrt bestimmter Fahrzeuge untersagen. Das ist das Hausrecht, wenn einem rote Autos nicht zusagen, dann hängt man ein passendes Schild

auf und gut.

Zum Schluss noch ein kleiner Seitenhieb in Richtung LPG, wenn ihr den Erdgaser einfach akzeptiert hättet und

in Ihm nicht einen Konkurenten gesehen hättet, dann wären beide heute besser dran. Auch durch diesen unseligen Grabenkampf ist das Ende für beide heute absehbar, zu Unrecht wie ich finde. Beide Kraftstoffe

verbessern das Abgasverhalten eines Verbrennungsmotor erheblich.

Leider sehe ich bei den beiden zukünftigen Antrieben gerade ein ähnliches Problem, immer wenn ich zu einer

Veranstaltung über Wasserstoffantrieb gehe, gibt es dort einen Sprecher der Elektromobilität richtig schlecht

macht. Jedem Depp ist bekannt, das in einem Wasserstoffauto immer auch ein Elektroauto steckt, warum dann

ausgerechnet das schlecht gemacht wird, das erschließt sich mir nicht. Wollen wir mal hoffen, das hier nicht die nächste Technologie durch Engstirnigkeit zu Grabe getragen wird.

 

MfG

Walker


23.05.2020 13:33    |    steviewde

Zitat:

@notting schrieb am 23. Mai 2020 um 09:19:43 Uhr:

 

Kleinere Umwege zur Tankstelle = geringerer Kaufwiderstand. Benzin-/Diesel-Tankstellen findet man viel eher als CNG-Tankstellen = geringerer Kaufwiderstand was dieses Punkt angeht. Dazu kommen eben die im nächsten Teilsatz erwähnten Kosten für diese Tankfahrten.

 

notting

.... der "Kaufwiderstand" einen teueren Diesel oder Benziner zu fahren war/ist größer. Bei Elektro sowieso.

 

Aber wenn wir schon beim "Kaufwiderstand" sind.

Der Kilo-Preis für CNG ist für den .... "unbeda?ften" Autofahrer auch ein Problem.

Wer weiß denn schon, dass 1 Kilo CNG ungefähr 1,3l Diesel und 1,5l Benzin entspricht?

Aktuell kostet Diesel ca. 1€/Liter und CNG 1,11€/kg. "Boah, is dat teuer!"

Ja, neee, 1,11€/kg CNG entspricht ca. 0,8 €/Liter Diesel. Also der Liter Diesel müsste 80 Cent kosten, damit man den gleichen Preis pro Kilometer hat.

 

https://www.gibgas.de/Fakten/Preis/Preisfindung

 

der "Stevie"


23.05.2020 17:13    |    tomate67

Ganz ehrlich... Diesel und LPG sind praktischer, es stehen mehr Tankstellen zur Verfügung und die Mehrausgaben bei den aktuellen Spritpreisen sind gering.

 

Gut, die Spritpreise können sich ändern, Diesel hat mal 1,60€ und LPG über 0,80€ gekostet, aber diese Preise sind gesunken und CNG ist im gleichen Zeitraum teurer geworden, von 0,78€ auf 0,95€.

 

Das einzige wirklich gute Argument um an CNG festzuhalten ist der geringe CO2 Ausstoß. CNG Fahrer reden nicht nur grün, sie handeln auch so. Vor diesem Hintergrund sind die politischen Weichen, die von Parteien getrieben gestellt werden, deren Markenzeichen die Umwelt ist, eine Ohrfeige für unser Umweltengagement. Ich hätte nie gedacht, dass der größte Feind der Umwelt die Umweltpartei durch ihre ideologische Engstirnigkeit wird. Wie kann man bei Flottenemmisionen das Potential biogener Kraftstoffe so ignorieren?

Selbst beim LKW Verkehr wird versucht zu blockieren, weil ja alles kurzfristig auf unser marodes teures und unzureichendes Schienennetz soll.... unfassbar


23.05.2020 23:37    |    GLKman

Eine Mittelklassekarre hat 2020 im Schnitt 200PS kostet mit Leder und allen Assistenz-Kram über 70T Euro. Aber dann bitte mit CNG weil man da so schön billig fahren kann? Schön blöd.

Als Taxifahrer kann man das natürlich anders sehen, weil mit CNG tankt man immer noch am billigsten und den Austausch rostiger Gasflaschen kann der von der Steuer absetzen.

Die Umwelt ist trotzdem dran, weil Erdgas einfach und billig aus der Erde kommt und als CO2 den Auspuff verlässt. Das bisschen weniger CO2 als Diesel spielt dabei eigentlich keine Rolle.

Echter Biokraftstoff macht zwar den größeren Aufwand bei Herstellung und Abgasreinigung, schlägt aber alle fossilen Gase und Strom aus Braunkohle, ja auch deutscher Fake-Ökostrom angeblich aus Norwegen bei der CO2 Bilanz um Längen.

Ökoaktivisten scheinen das aber 2020 nicht mehr wahrzunehmen, weil alle vom Elektro-Hype so fasziniert sind.


24.05.2020 11:10    |    jennss

Ich denke, wenn sich CNG-Autos fahren würden wie Elektroautos, hätte es da auch einen Hype geben können. Ökologisch sind CNG-Autos ja auch gut, aber es fehlt das Haben-wollen für den normalen Käufer, dem Umweltfreundlichkeit nur mäßig wichtig ist.

 

Btw: Wir nutzen in Deutschland Ökostrom aus Norwegen?

j.


24.05.2020 11:31    |    flex-didi

naja, so ein Hype alleine löst bei (E-)Autos ja dennoch nicht den Kaufrausch aus, weil man spätestens bei der Geldbörse wieder nüchterner wird !


Deine Antwort auf "Was wird nun aus Erdgasantrieben?"

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