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19.01.2020 23:20    |    jennss    |    Kommentare (134)

ID.3-Modell
ID.3 Modell

Herbert Diess hat am 16.01.20 eine Rede zum VW-Konzern gehalten. Ich finde sie in vielen Punkten sehr gut und interessant. Zu finden ist sie z.B. hier oder hier.

 

Als Hersteller darf man sich nicht ausruhen und muss immer mitdenken, wie die Zukunft aussehen könnte. Es gibt natürlich keine Garantie, dass man richtig liegt und so ist ein gewisses Maß an Mut erforderlich, in Zusammenhang mit Konsequenzen im Handeln.

 

Herbert Diess hat Nokia in der Rede erwähnt:

 

Zitat:

Ich erinnere mich noch gut an eine Situation, in der ich mir von Nokia Mitarbeitern – ich hatte einige Hundert übernommen – erklären ließ, wie sie im Kampf gegen Apple untergegangen sind. Die Logik war: „Wir haben 43 verschiedene Mobiltelefone, für jeden das richtige, kein Mensch will Touch, man muss das iPhone mindestens einmal täglich laden, während unser Akku eine Woche hält.“ Und: Nokia hatte Rekordjahre, war aber praktisch schon tot.

 

Steve Jobs hingegen hatte verstanden, dass sich die Funktion des Device grundlegend änderte. Der Zugang zum Internet wurde wichtiger als das Telefon selbst. Und auch die Ladezeit war für die Kunden nicht mehr so entscheidend. Wenige Jahre später war Nokia Geschichte.

Das ist der Grund, warum VW es jetzt mit der Elektromobilität so konsequent macht. Ich meine, es werden noch einige Autohersteller sterben, wenn sie den Zeitgeist nicht erkennen und auf's falsche Pferd bzw. auf die falsche Technologie setzen. Es hat ein großer Umbruch angefangen und ich bin sicher, viele andere haben nicht den Mut zu diesem radikalen Schritt in die Zukunft. Klar, er birgt auch das Risiko in die falsche Richtung zu investieren, aber ist das Risiko nicht noch größer, bei der bisherigen Technik zu bleiben? Ich sage mir immer: Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Ich denke, Tesla wird ein großer Player sein, ist es eigentlich jetzt schon und wertvoller als Ford und GM zusammen. Kleine Hersteller fallen heraus. So ist das auch in anderen Bereichen, wenn die Technologien zu komplex werden. Herbert Diess hat auch die Digitalisierung mit Software erwähnt. Auch da ist ein Umbruch in Gange.

 

Ich denke da wieder an den Umbruch in der Fotografie zum Ende des 2. Jahrtausends. Von den ehrwürdigen deutschen Herstellern hat es nur Leica geschafft zu überleben. Leica war damals ein großer Vorreiter bei der Kleinbildfotografie und in die Digitaltechnik haben sie es so gerade geschafft, während Rolleiflex, Contax, Kodak, Zeiss-Ikon etc. reihenweise untergingen. Voigtländer baut immerhin noch Objektive ohne AF. Eine große Technologie braucht enorme Investitionen. Bei der Fotografie ging das schon mit dem Autofokus in den 80ern los (Minolta 7000 in 1985), später mit Sensoren, Software u.v.m.. Kleinen Herstellern würde ich unbedingt empfehlen Anschluss zu suchen an große. Sonst sind sie schnell weg, denn auch die Nische mit alter Technik stirbt oftmals irgendwann.

 

Ich würde Autoherstellern raten zu schauen, wie es Leica geschafft hat, mit einem Mix aus Eigenständigkeit, Kooperationen und der Besinnung auf ihre besonderen Fähigkeiten, ohne selbst Innovationen zu vergessen. Die haben so gerade noch die Kurve bekommen und das außergewöhnlich. Sie schwammen teils mit und teils gegen den Strom. Dem Management gebührt großer Respekt, nachdem sie den Wandel schon fast verschlafen hatten. Was die bei Huawei in die Handys bauen, ist top, und die Pflege der Leica M-Reihe ist grandios, finde ich. Der Schritt, das SL-Bajonett jetzt für andere Hersteller zu öffnen, war ebenfalls mutig, aber ohne Mut geht es nicht in die Zukunft.

 

Im Mittelmaß geht man im Teich der großen und finanzstarken Hersteller unter. Das gilt, je komplexer und integrierter die Technologien werden. Ich wünsche mir, dass möglichst viele deutsche Autohersteller überleben werden und nicht nur VW. Das Wichtigste ist wohl zu überlegen: Was können wir, was müssen wir einkaufen und wie positionieren wir uns auf dem Markt? Ideen und (realistische) Visionen sind besonders dann von Bedeutung, wenn man selbst nur begrenzte finanzielle Mittel hat. Die eigene Historie bzw. den gewachsenen Charakter einer Marke kann man durchaus auch in die neue Zeit transferieren. Man muss sich nur überlegen, wie.

j.

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20.01.2020 01:01    |    Alexander67

Der Vergleich passt nicht.

 

Nokia ging nicht unter weil die zu lange gewartet hatten. Ok, das war nicht optimal.

 

Nokia ging unter weil die hinterher viel zu konsequent auf Windows Phone gesetzt hatten.

 

Diese Windows-Phone Modelle wollte keiner, und das war der Untergang von Nokia.

 

Auf der selben Hardware hätte auch ein Android oder ein sonstiges Linux Basiertes OS laufen können. Und da hatten sich auch viele Entwickler für ausgesprochen. So hört man es zumindest.

Aber die oberste Führung dachte es gäbe einen sooo tollen Deal mit M$.

 

Windows Phone war eine Totgeburt und Nokia ist an den Komplikationen bei der Geburt gestorben.

 

PS. Mir wäre ein Smartphone von 1,5 oder gar 2 cm dicke, welches aber mehrere Tage hält wesentlich lieber als das was ich jetzt habe.


20.01.2020 01:37    |    nickydw

Die Story eines befreundeten Autohändlers. Ein Kunde (hat schon mehrere Autos gekauft) kam und war sehr interessiert an einem (hochpreisigen) Auto, auf die Frage hin ob es denn Apple Carplay könnte "nein, es wird nur Android Auto unterstützt, Firmenpolitik" der Kunde hat dann ein Auto einer anderen Marke gekauft.

Das muss man mal sacken lassen, weil sein Handy nicht kompatibel war hat er ein anderes Auto gekauft. Digitalisierung/Vernetzung ist neben Elektromobilität ein Megatrend und hat für die junge Generation einen hohen Stellenwert. Hersteller die sich dagegen wehren werden untergehen.

Bestes Beispiel ist wiedereinmal Tesla, ich nutze das Handy als Fahrzeugschlüssel und habe noch nicht einmal mehr einen Start Knopf und ich Frage mich warum bekommen andere Hersteller nicht solch innovativen Lösungen hin.


20.01.2020 03:04    |    Alexander67

Zitat:

@nickydw schrieb am 20. Januar 2020 um 01:37:08 Uhr:

Die Story eines befreundeten Autohändlers. Ein Kunde (hat schon mehrere Autos gekauft) kam und war sehr interessiert an einem (hochpreisigen) Auto, auf die Frage hin ob es denn Apple Carplay könnte "nein, es wird nur Android Auto unterstützt, Firmenpolitik" der Kunde hat dann ein Auto einer anderen Marke gekauft.

Das muss man mal sacken lassen, weil sein Handy nicht kompatibel war hat er ein anderes Auto gekauft. Digitalisierung/Vernetzung ist neben Elektromobilität ein Megatrend und hat für die junge Generation einen hohen Stellenwert. Hersteller die sich dagegen wehren werden untergehen.

Bestes Beispiel ist wiedereinmal Tesla, ich nutze das Handy als Fahrzeugschlüssel und habe noch nicht einmal mehr einen Start Knopf und ich Frage mich warum bekommen andere Hersteller nicht solch innovativen Lösungen hin.

Dieses ich kaufe dieses Fahrzeug nicht, weil die zu Verfügung stehenden Autoradios nicht können was ich will ist nicht so überraschend.

Und einige Manager hier in Deutschland haben schon vor über 10 Jahren den Markt für die Nachrüstung von Autoradios abgeschrieben. Weil ja das Autoradio nur unwichtiges Zubehör is, welches mehr und mehr in das Fahrzeug integriert wird.

Aber Autos werden oft über mehr als 10 Jahre gefahren.

Multimedia ist nur 2 bis 5 Jahre aktuell.

 

Automobilhersteller müssen eine gute Schnittstelle zum Multimedia-System bereitstellen.

Eine die sicherstellt, dass man nicht über das Autoradio das ganze Fahrzeug hacken kann.

Hardwaremäßig sicherstellen.

Also das Fahrzeug kann nicht vom Radio lesen, sondern nur an das Autoradio senden.

Den Rest kann der KFZ- Hersteller quasi dem Markt überlassen.

 

Ein bisschen wie im Fall Nokia.

Niemand wollte Windows, also wurde die eigentlich auch Android taugliche Hardware nicht vom Markt angenommen.

Hätte es ab Werk sowohl Windows als auch Android gegeben, dann hätte der Kunde wählen können und hätte diese Hardware evtl. auch gekauft. Also ich hätte vermutlich.

 

Der geniale Deal mit M$ hat das aber wohl verboten.

 

Ach ja, in Sachen Schlüssel bin ich konservativ.

Den will ich in das Zündschloss stecken können bzw. müssen.

Aber auch hier, der Hersteller der beides anbietet, der verprellt keine Kunden.

 

PS.: So einen nur Lese Adapter habe ich schon mal im Netz gesehen.

Das war eine Bastellösung um das VAN-Bus (quasi wie CAN, aber vor über 10 Jahren in Frankreich bzw. bei französischen Fahrzeugen genutzt) mit selbstbau Autoradios nutzen zu können.

Oder zumindest hätte ich das gerne dafür genutzt.

So ein nur schreibe Interface an den Fahrzeugbus Richtung Autoradio und bei einem normalen Autoradiowechsel wird das Fahrzeug nicht gefährdet.


20.01.2020 06:15    |    jennss

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 20. Januar 2020 um 01:01:57 Uhr:

Der Vergleich passt nicht.

 

Nokia ging nicht unter weil die zu lange gewartet hatten. Ok, das war nicht optimal.

 

Nokia ging unter weil die hinterher viel zu konsequent auf Windows Phone gesetzt hatten.

 

Diese Windows-Phone Modelle wollte keiner, und das war der Untergang von Nokia.

Da ist was dran. Aber ich denke, Windows Phone war nur der Sargnagel. Der Deal mit MS war eine Flucht nach vorne. Zu dem Zeitpunkt hatte man seine Reputation als guter Handyhersteller bereits komplett verloren und es war fast ein Neustart. Man wäre sonst Samsung und Co. nur hinterhergelaufen. Dafür war Nokia wohl zu klein und so hat man MS vertraut.

j.


20.01.2020 08:01    |    Trottel2011

Der Nachrüstmarkt ist heute auch sehr schwer umzusetzen. Ich kenne nicht viele Hersteller, die Carplay und Android Auto als Nachrüstoption haben. Und in Zeiten wo die Radios nur noch eine Kontrolleinheit sine und nicht ztsächlich da sitzen, wo die Bedienung ost, erschqert auch dem Zubehörmarkt passende Sachen anzubieten.

 

Mein Fiat 124 Spider hat ab Werk nur die Mazda Radioanlage. Es ist laut Fiat gar nicht möglich den Spider nachzurüsten. Doof: Mazda bietet die Möglichkeit an und das ist Plug and Play, auch für den Spider (als MX5 Schwester).

 

Fiat hat viele Käufer zu Gunsten des MX5 verloren. Genauso dass man bei BMW für Carplay ein Abo zahlen sollte. Es ist gratis. Die Software kostet kein Geld. Keine Lizenz. Aber BMW verlangt Geld dafür.


20.01.2020 08:06    |    PIPD black

Zitat:

Das ist der Grund, warum VW es jetzt mit der Elektromobilität so konsequent macht

Ach wat?

Und ich dachte, die machen das nur, um weiterhin überhaupt noch Absatz zu generieren nachdem sie mit ihren Betrügereien den Verbrenner madig und schlecht gemacht haben.

Mit dem E-Kram rennen sie nur dem Markt hinterher, wie damals mit Touran oder Tiguan. Klar haben sie damit Kassenschlager produziert, aber innovativ war da nix. Das hat man schon immer anderen überlassen und ist später aufgesprungen.....wie jetzt auch wieder. Da man nix anderes hat, küngelt man dann auch auf politischer Ebene und steuert so den Markt (Kaufanreize, reduzierte 1%-Versteuerung,...).

Innovativ wäre, würde man bestehe Technik auf neue Energieträger "adaptieren" bzw. deren Entwicklung vorantrieben. Inzwischen ist man sich doch im Großen und Ganzen einig, dass die E-Technik nur ne Krücke ist, eine Brückentechnik, aber kein adäquater Ersatz für die bisherigen Verbrenner. Bei VW fehlen die Innovationen. Die können bzw. wollen nur nachmachen.

 

Der Diess vermarktet in seiner Rede nur das heutige Programm von VW. Nix anderes. Es ist Werbung in eigener Sache. Soll er. Ist seine Aufgabe. Aber Lobgesänge auf das Geschwätz? Nee Danke.


20.01.2020 08:59    |    andy_neu

Man kann sich alles schönreden!

Und egal in welche Richtung man argumentieren will, es gibt immer Beispiele die, die eigene Ansicht untermauern wird.


20.01.2020 09:12    |    Schwarzwald4motion

VW ist ein riesen Konzern, ein Richtungswechsel muss gut überlegt sein.

Gerade was ihr Kundenprofil angeht war schon immer eher die Devise besser Spät aber Richtig.


20.01.2020 09:13    |    jennss

Zitat:

@PIPD black schrieb am 20. Januar 2020 um 08:06:59 Uhr:

Mit dem E-Kram rennen sie nur dem Markt hinterher, wie damals mit Touran oder Tiguan. Klar haben sie damit Kassenschlager produziert, aber innovativ war da nix.

Innovativ muss es gar nicht sein, wenn man Erfolg haben will. Es braucht nur die richtige Kombination von Eigenschaften. Selbst Apple hat so manch vorhandene Technologie erfolgreich gemacht, weil das Gesamtpaket für den Kunden stimmte.

 

Der ID.3 hat sehr viel vom BMW i3 angeguckt, finde ich. Aber beim ID.3 ist das Gesamtpaket eher das, was mehr Menschen wollen. Entscheidend ist da auch das Verhältnis von Preis und Reichweite. Das lässt sich wohl nur mit Großeinkauf und damit niedrigen Kosten lösen.

 

VW hat auch viel von Tesla angeguckt, finde ich, z.B. mit dem Prebooking und Ladesäulen wollen sie auch aufbauen.

 

Entscheidend für Erfolg ist auch, sich gut in die Lage der Kunden hineinversetzen zu können.

j.


20.01.2020 09:26    |    PIPD black

Zitat:

@jennss schrieb am 20. Januar 2020 um 09:13:26 Uhr:

Innovativ muss es gar nicht sein, wenn man Erfolg haben will. Es braucht nur die richtige Kombination von Eigenschaften.

Damit hast du doch die VW-Linie auf den Punkt gebracht.

Für das/die Unternehmen ist Erfolg (oder besser: GELD) das Wichtigste. Der Rest ist sekundär.

Man fordert aber (durch staatliche Programme, welche von der Industrie tw. forciert werden) zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf. Das was man da aktuell mit dem ID3 macht, nennt sich im Neudeutsch: GreenWashing. Da wäre es sinnvoller an neuen Dingen zur forschen und laborieren, als anderen etwas nachzumachen, unabhängig davon wie erfolgreich man damit ist. Aber das kostet Geld und überläßt man lieber anderen.

 

Es war schon seit jeher so, dass die Industrie bei solchen Dingen eher Bremser als Vorgänger war. Warum auch? Läuft doch mit dem alten Scheiß. Man macht nur das Nötigste und schwimmt schön mit. Lief ja auch lange so.

 

Warum doktorn BMW und MB schon seit über 20 Jahren am Wasserstoff-Auto und warum gibt es das immer noch nicht in großer Serie?

Warum gibt es seit Ewigkeit Erdgasautos aber keine ausreichende Tankstellendichte?

 

Weil sie nicht können? Wohl eher weil man nicht will!

Es besteht ja anscheinend kein Druck zum Handeln.


20.01.2020 09:29    |    Alexander67

Zitat:

@jennss schrieb am 20. Januar 2020 um 06:15:33 Uhr:

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 20. Januar 2020 um 01:01:57 Uhr:

Der Vergleich passt nicht.

 

Nokia ging nicht unter weil die zu lange gewartet hatten. Ok, das war nicht optimal.

 

Nokia ging unter weil die hinterher viel zu konsequent auf Windows Phone gesetzt hatten.

 

Diese Windows-Phone Modelle wollte keiner, und das war der Untergang von Nokia.

Da ist was dran. Aber ich denke, Windows Phone war nur der Sargnagel. Der Deal mit MS war eine Flucht nach vorne. Zu dem Zeitpunkt hatte man seine Reputation als guter Handyhersteller bereits komplett verloren und es war fast ein Neustart. Man wäre sonst Samsung und Co. nur hinterhergelaufen. Dafür war Nokia wohl zu klein und so hat man MS vertraut.

j.

Nein, die Reputation als guter Hersteller war noch immer da.

Das war wohl der Grund für dieses tolle Angebot von M$.

Was wohl auch daran liegt, dass M$ den Markt ja auch verpasst hatte.

Nur bei Nokia hing alles an dem Schwenk. M$ hatte noch immer den Desktop und Laptop Markt.

 

M$ hatte es auf diesem neuen Markt auch schwerer, weil ein großes Teil des Endkundenmarktes nicht kommerziell geprägt war. Es gab bis in die 80er hinein einen Spruch, dass noch niemand entlassen wurde weil er bei IBM gekauft hatte.

Über IBM-kompatible PC hat das auf MS abgefärbt.

Der Mobile Markt war und ist aber noch immer sehr Endkunden getrieben.

Es geht also nicht mehr darum einen Entscheidungsträger zu überzeugen und dann womöglich zehn-tausende Geräte zu verkaufen. Wobei die Entscheidungsträger gerne absichern. Was ist da besser als ein "Ich habe nichts falsch gemacht, ich habe gekauft was alle kaufen."

Ich habe da zusätzlich auch den Eindruck von Lobbyarbeit oder gar Bestechung.

 

Der Schwarm folgt aber nicht unbedingt nur einem.

Das ist viel komplexer.


20.01.2020 09:33    |    Superbernie1966

Man soll die Leute an den Taten messen.

 

Ich finde es falsch von einem Weltkonzern nur noch Elektro machen zu wollen. Selbst in der B(ananen)RD sind wir zu weit von einer leistungsfähigen Stromversorgung weg. Man denke nur an die nicht existente Nord-Süd Trasse. Aber auch die steht für Zentralismus und nicht für lokale Versorgung.

Selbst in großen Teilen der USA ist die Stromversorgung nicht sicher. Ganz zu schweigen von Entwicklungsländern.

Ich kenne die typische Kundschaft von VW nicht. Ein EV ( gerne auch PEV ) brauchen zuverlässig die Ladung und bald werden die "über tags" Lademöglichkeiten erschöpft sein. Also nach Feierabend laden. In der Tiefgarage ? Unter der Laterne ? Mit welchem Strom ? - war natürlich rhetorisch

 

Mit Freude habe ich letzthin Superbenzin in D-Land für 1,299 getankt. Diesel ist teurer gewesen. Dafür ist der Strompreis auf über 32 Eurocent/kwh gestiegen. Wohin wird der Strompreis gehen ? Natürlich wird der Preis für Strom steigen und das Perverse ist: Großverbraucher dürfen sich von der EEG Umlage befreien lassen während der normalo Mieter keine Möglichkeit hat sich dem zu entziehen. Häuslebesitzer bauen sich eine 5kw Solaranlage aufs Dach mit Batteriepuffer und brauchen nur noch die Hälfte beziehen.

 

Unter dem Strich: VW als Konzern mit Staatsbeteiligung wird weiter existieren und Steuergelder ( Fördergelder / Zuschüsse ) verpulvern.

Ich verstehe dass die Leute die von VW profitieren so weiter machen wollen. Unanständig finde ich dass das von Leuten bezahlt werden soll die mit VW nichts am Hut haben. Genauso wie GEZ ( "Gebührenservice der öffentlich-rechtlichen" Propaganda) .

Oder dass Banken auf Kosten der kleinen Leute saniert werden weil "systemrelevant". Genauso dass vor 2 Jahren Erweiterungen im Braunkohletagebau wegen "Versorgungssicherheit" genehmigt wurden aber die Förderung für Windkraftanlagen gekürzt wurden.

Ab einer gewissen Unternehmensgrösse sind wir ganz dick mit und in der Politik und das empfinde ich als unanständig. Ein Führer eines Unternehmens oder in der Politik muß in der Lage sein "alternative Wahrheiten" zu verkünden. Mir ist das zuwider. Das Ergebnis dessen ist stets eine Umverteilung der Lasten von oben nach unten.


20.01.2020 09:45    |    Schwarzwald4motion

Zitat:

@PIPD black schrieb am 20. Januar 2020 um 09:26:14 Uhr:

Zitat:

@jennss schrieb am 20. Januar 2020 um 09:13:26 Uhr:

Innovativ muss es gar nicht sein, wenn man Erfolg haben will. Es braucht nur die richtige Kombination von Eigenschaften.

Warum doktorn BMW und MB schon seit über 20 Jahren am Wasserstoff-Auto und warum gibt es das immer noch nicht in großer Serie?...

Darum:

H2 Kurze Erklärung.

Sind Wasserstoff-Fahrzeuge die Zukunft?

Das Wasserstoffauto hat verloren!

Technologie sehr ineffizient.

Es bleibt ein Märchen.

:p


20.01.2020 09:47    |    PIPD black

DANKE Bernie, schön auf den Punkt gebracht.


20.01.2020 09:51    |    cso-cso

Das Hauptsächliche was ich aus der Rede von Diess heraushöre, ist die Gewinnmaximierung, um das Unternehmen am Markt weiter bestehen zu lassen. Das grösste Vorbild ist Tesla. An Teslas Innovationsmut wird Volkswagen nicht herankommen, aber in dessen Fahrwasser schwimmen.

Die drei Säulen der Kundenakzeptanz: Einfach, billig, komfortabel. Es gibt nicht nur den einen Grund, warum sich neue Systeme durchsetzen und bestehende untergehen.

Wenn der VW Konzern es unter Berücksichtigung der notwendigen Margen schafft, einfach zu händelnde, komfortable und dabei finanzierbare Produkte anzubieten, werden sie am Markt bestehen bleiben.

Im Vergleich zu Tesla ist aber VW, was die Flexibilität und schnelle Umsetzung angeht, wie die Titanic zu einem Offshore Rennboot.

Ich bin gespannt, ob der Kapitän Diess es schafft, das Ruder schnell und kraftvoll genug herumzureissen.


20.01.2020 09:52    |    ricco68

Apple ist aber eher Tesla und Nokia mit zig Varianten des selben Themas und weltweiten Verkäufen, weil die Dinger so einfach zu bedienen sind, ist doch eher VW. Momentan.

 

Nur weil VW viel Geld investiert, bedeutet ja nicht, dass der Weg hin zu hohen Autos mit großen Akkus und kleinem Kofferraum richtig ist.


20.01.2020 10:02    |    ricco68

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 20. Januar 2020 um 09:45:52 Uhr:

Warum doktorn BMW und MB schon seit über 20 Jahren am Wasserstoff-Auto und warum gibt es das immer noch nicht in großer Serie?...

Die MB-Forschung war viele jahre bei mir ganz in der Nähe. Da sah man die Busse und Autos immer am Haken hängen, wie so von Verbrennern wieder zurück geschleppt wurden. Schliesslich wurde das Werk verkauft.

 

Die Brennstoffzelle halte ich für ein absolutes Nischenprodukt - wenn überhaupt.

Sonst hätte das ein großer Weltkonzern schon längst mit richtigem Einsatz zur Großserienreife weiter entwickelt.


20.01.2020 10:14    |    PIPD black

Zitat:

@ricco68 schrieb am 20. Januar 2020 um 10:02:59 Uhr:

Sonst hätte das ein großer Weltkonzern schon längst mit richtigem Einsatz zur Großserienreife weiter entwickelt.

Das bezweifle ich ganz stark. Die Konzerne tun alles, um ihren Status Quo zu halten. Dazu werden auch schon mal Entwicklungen und Patente eingekauft und in der Schublade versenkt, damit keine Konkurrenz aufkommt.

 

Leider hat das mit Tesla nicht geklappt. Und Tesla hatte das Glück/den Erfolg Geldgeber zu aquirieren, die auch nach wenig (geldlichen) Erfolg immer noch Potential gesehen und weiter investiert haben. Das brachte die konventionellen Hersteller in Zugzwang.

 

Großen Konzernen geht es nicht um die Forschung, die haufenweise Kohle kostet und sich nur spät und gar nicht rechnet. Die Geschäfte sind geprägt von Einsparungen und Kostendrückerei. Es geht um EBIT und cashflow, um Absatz- und Umsatzzahlen, Rentabilität und zufriedene Aktionäre mit entsprechenden Dividendenzahlungen. Der Rest ist fast Nebensache.

 

Will man es auf den punkt bringen: Es geht immer nur ums Geld!


20.01.2020 10:29    |    Schwarzwald4motion

Zitat:

@PIPD black schrieb am 20. Januar 2020 um 10:14:04 Uhr:

..Es geht immer nur ums Geld!

Das ist ja nun wirklich nichts neues deshalb ist die Marktwirtschaft ja erfolgreicher als der Kommunismus :D

 

Und deshalb funktioniert es auch nur über Hebel wie CO2 Bepreisung wirklich gut. das ist mitnichten Greenwashing mit PR-Methoden fürs Image, sondern hat einen Effekt.


20.01.2020 10:47    |    Alexander67

Zitat:

@PIPD black schrieb am 20. Januar 2020 um 10:14:04 Uhr:

Zitat:

@ricco68 schrieb am 20. Januar 2020 um 10:02:59 Uhr:

Sonst hätte das ein großer Weltkonzern schon längst mit richtigem Einsatz zur Großserienreife weiter entwickelt.

Das bezweifle ich ganz stark. Die Konzerne tun alles, um ihren Status Quo zu halten. Dazu werden auch schon mal Entwicklungen und Patente eingekauft und in der Schublade versenkt, damit keine Konkurrenz aufkommt.

 

Leider hat das mit Tesla nicht geklappt. Und Tesla hatte das Glück/den Erfolg Geldgeber zu aquirieren, die auch nach wenig (geldlichen) Erfolg immer noch Potential gesehen und weiter investiert haben. Das brachte die konventionellen Hersteller in Zugzwang.

 

Großen Konzernen geht es nicht um die Forschung, die haufenweise Kohle kostet und sich nur spät und gar nicht rechnet. Die Geschäfte sind geprägt von Einsparungen und Kostendrückerei. Es geht um EBIT und cashflow, um Absatz- und Umsatzzahlen, Rentabilität und zufriedene Aktionäre mit entsprechenden Dividendenzahlungen. Der Rest ist fast Nebensache.

 

Will man es auf den punkt bringen: Es geht immer nur ums Geld!

Stimmt.

Solange das Patent günstig ist kann man es ja kaufen.

Aber dann eine Serienreife daraus zu entwickeln um das Produkt erst in 5 Jahren auf den Markt zu bringen ist zu langfristig gedacht.

Das verhagelt einem doch nur für 4 oder 5 oder noch mehr Jahre die Bilanzen.

 

Es gibt natürlich auch Firmen die da etwas anders vorgehen, aber sich nicht sooo viele.

Und auch oft nicht sooo planvoll wie man es erwarten würde.


20.01.2020 11:10    |    Alexander67

Zitat:

@ricco68 schrieb am 20. Januar 2020 um 10:02:59 Uhr:

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 20. Januar 2020 um 09:45:52 Uhr:

Warum doktorn BMW und MB schon seit über 20 Jahren am Wasserstoff-Auto und warum gibt es das immer noch nicht in großer Serie?...

Die MB-Forschung war viele jahre bei mir ganz in der Nähe. Da sah man die Busse und Autos immer am Haken hängen, wie so von Verbrennern wieder zurück geschleppt wurden. Schliesslich wurde das Werk verkauft.

 

Die Brennstoffzelle halte ich für ein absolutes Nischenprodukt - wenn überhaupt.

Sonst hätte das ein großer Weltkonzern schon längst mit richtigem Einsatz zur Großserienreife weiter entwickelt.

Wo richtig Druck dahinter ist, da läuft die Brennstoffzelle.

U-Boote zum Beispiel.

Seltsam....

 

Da drängt sich der Verdacht auf, dass die Forschung im Automobilbereich hier in Deutschland teilweise nur Alibicharakter hat.

Z.B. um Fördergelder zu kassieren.

Schreibe ich jetzt mal ohne Zahlen zu kennen.

Aber wer will, der darf ruhig Mal etwas Recherche betreiben um das zu bestätigen oder zu wiederlegen.


20.01.2020 11:11    |    jennss

Dem Erfolg eine besonders hohe Priorität einzuräumen, finde ich für ein großes Unternehmen völlig legitim. Schließlich hat man auch eine hohe Verantwortung ggü. seinen Mitarbeitern.

 

VW hat einen Mittelweg gesucht zwischen Mut und Sicherheit. Tesla hat viel mehr Mut bewiesen, ist aber auch ein hohes Risiko gefahren.

j.


20.01.2020 11:17    |    Alexander67

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 20. Januar 2020 um 09:45:52 Uhr:

Zitat:

@PIPD black schrieb am 20. Januar 2020 um 09:26:14 Uhr:

 

 

Warum doktorn BMW und MB schon seit über 20 Jahren am Wasserstoff-Auto und warum gibt es das immer noch nicht in großer Serie?...

Darum:

H2 Kurze Erklärung.

Sind Wasserstoff-Fahrzeuge die Zukunft?

Das Wasserstoffauto hat verloren!

Technologie sehr ineffizient.

Es bleibt ein Märchen.

:p

Ich halte das speziell auf der Langstrecke bzw. bei langstreckentauglichen Fahrzeugen noch lange nicht für entschieden.

Der Wasserstoff kann an Tankstellen (zu günstigen Strompreisen) erzeugt und gespeichert werden.

Wasserstoff kann derzeit wesentlich schneller nachgetankt werden als Strom.

Und ein Langstrecken Fahrzeug darf ja rühig auch 2 oder 300 km per Batterie fahren können.

Die Brennstoffzelle wäre dann "nur" der Range-Extender.


20.01.2020 11:21    |    Alexander67

Zitat:

@jennss schrieb am 20. Januar 2020 um 11:11:41 Uhr:

Dem Erfolg eine besonders hohe Priorität einzuräumen, finde ich für ein großes Unternehmen völlig legitim. Schließlich hat man auch eine hohe Verantwortung ggü. seinen Mitarbeitern.

 

VW hat einen Mittelweg gesucht zwischen Mut und Sicherheit. Tesla hat viel mehr Mut bewiesen, ist aber auch ein hohes Risiko gefahren.

j.

Tesla konnte bzw. musste auch mehr Risiko gehen.

Entweder erfolgreich mitspielen oder untergehen.

Im letzten Fall wäre nur der Einstieg bzw. die Mittel für den Einstieg verloren.

Quasi ein ich setze 1000$ und kann x Millionen gewinnen oder die 1000$ verlieren.


20.01.2020 11:39    |    Schwarzwald4motion

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 20. Januar 2020 um 11:17:39 Uhr:

...Ich halte das speziell auf der Langstrecke (…) darf ja rühig auch 2 oder 300 km per Batterie fahren können.

Die Brennstoffzelle wäre dann "nur" der Range-Extender.

Darauf läuft's hinaus (REX) gibt's ja jetzt schon für Schiffe oder Züge, aber natürlich nicht aus erneuerbaren Energien. Dies sollte die Grundvoraussetzung sein und dauert sicherlich noch eine kleine Ewigkeit?!

Momentan schaffen sie es doch nicht einmal Benzin aus erneuerbarem H2 herzustellen (Stand ~2018)

VW hat einen etwas anderen Kundenstamm als BMW oder Mercedes, deshalb ist die Entscheidung sicherlich etwas leichter gefallen.


20.01.2020 11:49    |    PIPD black

Zitat:

@jennss schrieb am 20. Januar 2020 um 11:11:41 Uhr:

VW hat einen Mittelweg gesucht zwischen Mut und Sicherheit.

Welchen Mut?

Die früheren E-Golf und E-up!, die zu nix zu gebrauchen waren, außer die CO2-Bilanz des Unternehmens zu schönen, so wie die jetzigen auch? Den Mut E-Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, nachdem andere die Grundsteine dafür gelegt haben und es sowas wie Akzeptanz in der Gesellschaft dafür gibt? Beim ID3 ist das die gleiche Nummer wie bei Touran und Tiguan. Erst andere machen lassen, dann mit eigenem Kram um die Ecke kommen. Mut kann ich da nicht erkennen.

 

Sicherheit?

Klar die Sicherheit, dass trotz tollen innovativem E-Baukastens der größte Teil der Autokäufer weiterhin konventionelle Fahrzeuge kaufen wird, insbesondere SUV. Von den großen V6, V8, V10 im Konzern will ich noch gar nicht reden. Die kann man sich dank E- u. Hybrid-Angebot in der Flotte nämlich auch noch weiterhin leisten.


20.01.2020 11:50    |    Alexander67

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 20. Januar 2020 um 11:39:57 Uhr:

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 20. Januar 2020 um 11:17:39 Uhr:

...Ich halte das speziell auf der Langstrecke (…) darf ja rühig auch 2 oder 300 km per Batterie fahren können.

Die Brennstoffzelle wäre dann "nur" der Range-Extender.

Darauf läuft's hinaus (REX) gibt's ja jetzt schon für Schiffe oder Züge, aber natürlich nicht aus erneuerbaren Energien. Dies sollte die Grundvoraussetzung sein und dauert sicherlich noch eine kleine Ewigkeit?!

Momentan schaffen sie es doch nicht einmal Benzin aus erneuerbarem H2 herzustellen (Stand ~2018)

VW hat einen etwas anderen Kundenstamm als BMW oder Mercedes, deshalb ist die Entscheidung sicherlich etwas leichter gefallen.

Benzin aus H2 herzustellen ist ja auch ein Umweg.

Weshalb nicht gleich H2 tanken?


20.01.2020 12:12    |    Schwarzwald4motion

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 20. Januar 2020 um 11:50:03 Uhr:

...Benzin aus H2 herzustellen ist ja auch ein Umweg.

Weshalb nicht gleich H2 tanken?

Noch besser Strom Tanken statt daraus H2 Herzustellen ;)


20.01.2020 12:52    |    jennss

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 20. Januar 2020 um 11:17:39 Uhr:

 

Ich halte das speziell auf der Langstrecke bzw. bei langstreckentauglichen Fahrzeugen noch lange nicht für entschieden.

Der Wasserstoff kann an Tankstellen (zu günstigen Strompreisen) erzeugt und gespeichert werden.

Wasserstoff kann derzeit wesentlich schneller nachgetankt werden als Strom.

Und ein Langstrecken Fahrzeug darf ja rühig auch 2 oder 300 km per Batterie fahren können.

Die Brennstoffzelle wäre dann "nur" der Range-Extender.

Ein teurer RangeExtender. Mal abwarten, was das nächste H²-Auto kosten wird. Im Moment sind ca. 70000 € das Minimum.

Schnell nachladen geht nur dann, wenn nach dem Vorgänger eine Pause von 10 bis 20 Minuten war, weil die Tankstelle Druck aufbauen muss.

Fahren mit H² ist ca. doppelt so teuer wie mit Akku.

Soweit ich weiß, wird Wasserstoff derzeit aus Erdgas gewonnen, weil es aus Strom zu teuer ist oder so.

Das Problem mit dem Vereisen der Zapfhähne ist auch noch nicht gelöst, wenn ich mich nicht irre.

Eine H²-Tankstelle kostet ca. 1 Mio. Euro. Der Ausbau für ein Netz kommt teuer.

Ein Porsche Taycan lädt in 5 Minuten schon 100 km. Da ist der Zeitvorteil der Brennstoffzelle nicht mehr groß.

 

Bei PKWs erscheint es mir nicht sinnvoll, aber bei LKWs könnte H² kommen.

j.


20.01.2020 12:57    |    jennss

Zitat:

@PIPD black schrieb am 20. Januar 2020 um 11:49:34 Uhr:

Zitat:

@jennss schrieb am 20. Januar 2020 um 11:11:41 Uhr:

VW hat einen Mittelweg gesucht zwischen Mut und Sicherheit.

Welchen Mut?

Die früheren E-Golf und E-up!, die zu nix zu gebrauchen waren, außer die CO2-Bilanz des Unternehmens zu schönen, so wie die jetzigen auch?

So schlecht waren die nicht und haben Erfahrung gebracht.

Mut für große Investitionen: Den MEB entwickeln und hohe Mengen an Akkuzellen abnehmen. (Verträge abschließen)

j.


20.01.2020 13:18    |    t-nigs

Zitat:

@nickydw schrieb am 20. Januar 2020 um 01:37:08 Uhr:

Die Story eines befreundeten Autohändlers. Ein Kunde (hat schon mehrere Autos gekauft) kam und war sehr interessiert an einem (hochpreisigen) Auto, auf die Frage hin ob es denn Apple Carplay könnte "nein, es wird nur Android Auto unterstützt, Firmenpolitik" der Kunde hat dann ein Auto einer anderen Marke gekauft.

Würde ich auch so machen. Ich habe in meinem Audi CarPlay und musste natürlich das teure Audi-Navi und Online-Dienste für tausende Euro dazu bestellen, die ich nicht nutze. Das habe ich zähneknirschend akzeptieren müssen, weil CarPlay noch "neu" war.

 

Google Maps ist jedem kostenpflichtigen Navi mindestens ebenbürtig. Unkompliziertes Roaming und Offline-Karten entbehren im Fahrzeug eingebauten Datenträgern mit Kartendaten und manuellem Karten-Update jeglicher Grundlage. Ein modernes Smartphone schlägt zudem in Sachen Performance quasi jedes eingebaute System. Das Audi-Navi ist eine Diashow gegen Google Maps über CarPlay. Von Spotify und co fange ich gar nicht erst an.

 

Ich würde zukünftig kein Auto kaufen, welches entweder kein CarPlay integriert hat oder nur in Kombination mit überflüssigen und teuren Extras anbietet. Zum Glück ist BMW mit ihrem Vorhaben CarPlay als Abo anzubieten richtig schnell auf die Schnauze gefallen. Die wären mit sowas für mich als Hersteller direkt raus gewesen.


20.01.2020 13:19    |    paelzerbu

Ein Risiko bleibt bei der Strategie von VW sicher. Andererseits darf man beispielsweise den Absatzmarkt China nicht ausser Acht lassen. Da setzt man eben voll (mit Förderung) auf den Elektromotor. Wer das als Anbieter nicht mit macht, hat hier verloren.

Die E-Mobilität wird sich bestimmt langfristig etablieren. Dabei ist es aber gar nicht so, daß sie den ganzen Markt abdecken muß. Man muss aber auch hier konkurrenzfähig bleiben. Was ist denn mit den ganzen Foto- und Phonoprodukten aus D passiert? Sie waren technisch top, gingen aber unter, weil sie zu teuer waren.

Insofern macht es VW richtig. Den technischen Vorreiter mögen Andere machen. Damit ist VW bisher immer gut gefahren. Sie kamen meist spät, aber dann gewaltig, siehe Tiguan, Golf (damals), u.a.

Bald kommt aber auch das autonome Fahren hinzu, wenn nicht überall, dann doch zumindest auf immer mehr Strecken. Deutschland ist hier bestimmt nicht Vorreiter, muß die Technik aber anbieten können. Umsetzen lässt sich das wohl am besten mit Elektrofahrzeugen.

Dabei weiß ich nicht einmal, ob ich mich darüber freuen soll. Der Vorteil des Autos war für mich auch, daß ich jederzeit überall hin fahren konnte, und da auch Freiheiten hatte. Ich frage mich auch gelegentlich, ob ich den ganzen Schnickschnack in meinem Wagen auch wirklich brauche. Aber vielleicht bin ich einfach zu alt......


20.01.2020 13:57    |    PIPD black

Zitat:

@paelzerbu schrieb am 20. Januar 2020 um 13:19:09 Uhr:

China nicht ausser Acht lassen. Da setzt man eben voll (mit Förderung) auf den Elektromotor.

Das ist inzwischen überholt. Die Chinesen haben nämlich festgestellt, dass die Stromproduktion für ihre E-Fahrzeuge mehr Schadstoffe ausstößt als die gleiche Anzahl von Verbrennerfahrzeugen im Vergleich dazu. Denn für den benötige Energiemenge, reichen dort die erneuerbaren Energien bei weitem nicht aus. Da wird alles zu Strom gemacht, was sich verheizen läßt.


20.01.2020 14:06    |    Schwarzwald4motion

Zitat:

@PIPD black schrieb am 20. Januar 2020 um 13:57:01 Uhr:

...Die Chinesen haben nämlich festgestellt, dass die Stromproduktion für ihre E-Fahrzeuge mehr Schadstoffe ausstößt als die gleiche Anzahl von Verbrennerfahrzeugen im Vergleich dazu...

Na dann mal her mit den Links :p

 

Lässt sich aber gut an dem Strommix festmachen, da ist China noch deutlich schlechter.


20.01.2020 14:08    |    paelzerbu

Ja und? Den Chinesen ist der Strommix nicht so wichtig. Hauptsache ist dort, daß die Luft in den stark belasteten Gegenden besser wird. Ob die Abgase dann verlagert werden....so what....


20.01.2020 14:27    |    Schwarzwald4motion

Schon klar bei uns kursiert das Gerücht das unser Nebel hin und wieder für Smog gehalten wird, ändert aber nichts daran das auch China das Pariser abkommen Ratifizierte.


20.01.2020 14:35    |    Alexander67

Zitat:

@jennss schrieb am 20. Januar 2020 um 12:52:28 Uhr:

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 20. Januar 2020 um 11:17:39 Uhr:

 

Ich halte das speziell auf der Langstrecke bzw. bei langstreckentauglichen Fahrzeugen noch lange nicht für entschieden.

Der Wasserstoff kann an Tankstellen (zu günstigen Strompreisen) erzeugt und gespeichert werden.

Wasserstoff kann derzeit wesentlich schneller nachgetankt werden als Strom.

Und ein Langstrecken Fahrzeug darf ja rühig auch 2 oder 300 km per Batterie fahren können.

Die Brennstoffzelle wäre dann "nur" der Range-Extender.

Ein teurer RangeExtender. Mal abwarten, was das nächste H²-Auto kosten wird. Im Moment sind ca. 70000 € das Minimum.

Schnell nachladen geht nur dann, wenn nach dem Vorgänger eine Pause von 10 bis 20 Minuten war, weil die Tankstelle Druck aufbauen muss.

Das ist eine Frage der Technik.

Wenn es keine andere Lösung gibt, dann eben eine Art hmm "Revolver-Tankstelle".

Oder ein austauschbarer Drucktank.

Man gibt den angebrochenen ab und bekommt einen vollen zurück.

Oder....

Zitat:

 

 

Fahren mit H² ist ca. doppelt so teuer wie mit Akku.

Soweit ich weiß, wird Wasserstoff derzeit aus Erdgas gewonnen, weil es aus Strom zu teuer ist oder so.

Ja, das Problem gibt es (noch?).

Aber mit einer CO2 Steuer hat sich das schnell erledigt.

Zitat:

 

Das Problem mit dem Vereisen der Zapfhähne ist auch noch nicht gelöst, wenn ich mich nicht irre.

Siehe austauschbaren Tank.

OK, das kann man auch mit standardisierten austauschbaren Akkus.

Zitat:

 

Eine H²-Tankstelle kostet ca. 1 Mio. Euro. Der Ausbau für ein Netz kommt teuer.

Ein Porsche Taycan lädt in 5 Minuten schon 100 km. Da ist der Zeitvorteil der Brennstoffzelle nicht mehr groß.

 

Bei PKWs erscheint es mir nicht sinnvoll, aber bei LKWs könnte H² kommen.

j.

Wir werden sehen wie es sich entwickelt.

Aber Akku ist eben derzeit auch nicht perfekt.

Selbst die 5 Minuten für 100km.

Ähm, was kostet das Auto?

Bei angenommenen 100t€ kann man für 1 von denen eine Tankstelle für 1 Million € bauen.

Da tanken mehr als 10 Autos pro Tag, also wenn sich das mal durchgesetzt haben sollte.


20.01.2020 15:23    |    Digger-NRG

@PIPD black Allein nach den Aussagen zu urteilen, die du über e-Up und e-Golf tätigst merkt man, dass du vom Automobil in Relation zur Wirtschaft keine Ahnung hast. Ist ja auch nicht schlimm. Du weißt andere Dinge ;)

 

Der ID3 und folgende basieren auf einer neuen Plattform. Um überhaupt erstmal Akzeptanz bzw. Werte zu schöpfen, wie die E-Mobilität abseits der rosaroten Theorie angenommen wird, macht man erste Gehversuche - so günstig wie möglich.

Man nehme konventionelle Karosserien und setzt dort E-Technik ein. Neue Art der Antriebe in vertrauter Umgebung. Genau das hat der E-Golf gemacht. Ein gut verarbeitetes und beliebtes Fahrzeug mit neuartigem Antrieb.

 

Was haben denn hier andere zu bieten?

Ford? mhmm...nichts. Übrigens: Der Mustang Mach-E ist doch nichts anderes als das, was VW etabliert.

Opel...hat was.

VW...hat was.

 

Es geht ja auch nicht immer darum, innovativ neue Dinge zu schaffen, die am Ende nicht funktionieren (siehe OS Android wo das Meiste auch nicht vernünftig läuft).

 

Sicherlich sind Touran und Tiguan keine Innovationen gewesen. Das macht diese beiden Fahrzeuge aber alles andere als schlecht - die Dinger waren/sind zurecht extrem erfolgreich und bringen viel Geld ein.

 

Volkswagen ist ein Wirtschaftsunternehmen und eben kein Startup oder Wohltätigkeitsverein.

 

Ich verstehe dieses ganze bescheuerte Gehetze gegen VW nicht.

VW hat schon immer tolle Technik massentauglich gemacht. Natürlich sind hier auch größere und weniger große Flinten passiert. Geht aber wohl jedem so.

Nur bevor ich über VW herziehe muss ich mich doch mal fragen, was andere so machen....hier sehe ich aktuell nicht viele Alternativen zu Verbrennern.

 

Achja, Dieselbetrug haben sie übrigens auch nicht alleine gemacht und damit den Verbrennerruf beschädigt (--> siehe den überführten Daimler).


20.01.2020 15:48    |    Alexander67

Zitat:

@Digger-NRG schrieb am 20. Januar 2020 um 15:23:27 Uhr:

.....

Ich verstehe dieses ganze bescheuerte Gehetze gegen VW nicht.

VW hat schon immer tolle Technik massentauglich gemacht. Natürlich sind hier auch größere und weniger große Flinten passiert. Geht aber wohl jedem so.

Nur bevor ich über VW herziehe muss ich mich doch mal fragen, was andere so machen....hier sehe ich aktuell nicht viele Alternativen zu Verbrennern.

 

Achja, Dieselbetrug haben sie übrigens auch nicht alleine gemacht und damit den Verbrennerruf beschädigt (--> siehe den überführten Daimler).

Also ich verstehe das "Gehetze"

Erstens sind die eine der beiden Nummer 1.

Zweiten war der Dieselskandal bei VW wirklich sehr extrem. Vermutlich wären die anderen auch sonst nicht aufgefallen.

Und wenn, VW ist als erstes aufgefallen, dieser Ruf hält lange.

Und ja, da war nicht nur VW, ... da waren auch andere Hersteller und letztlich natürlich auch die Zulieferer.

 

Wobei die Zulieferer ja "nur" geliefert haben was VW und Co bestellt haben.

Natürlich könnte man jetzt argumentieren, diese Zulieferer hätten gleich zur Staatsanwaltschaft rennen müssen.

Aber, hey, das sind die zahlenden Kunden, denen kann man doch nicht die Polizei auf den Hals hetzen.


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