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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

10.02.2020 19:38    |    jennss    |    Kommentare (162)

E-Auto-SucheE-Auto-Suche

"Ich hätte ja gerne ein E-Auto, aber die Gebrauchten sind noch so irre teuer", hört man manchmal. Tatsächlich sind die Gebrauchten auf Mobile.de erstaunlich wertstabil. Das hat natürlich seinen Grund, denn selbst die alten E-Autos sind ideale Zweitwagen, sofern man zuhause laden kann.

 

Zweitwagen brauchen meistens keine große Reichweite, werden gewöhnlich auf Kurzstrecken gefahren. Daher sind auch gebrauchte E-Autos noch sehr beliebt und hoch im Wiederverkaufswert, selbst die Modelle mit nur 160 km oder 190 km Reichweite nach Nefz-Norm, wie eGolf, e-Up oder i3 der 1. Generation, weil es für sie einen idealen Einsatzbereich gibt. Wir haben selbst einen Smart EQ und null Probleme mit der Reichweite als Zweitwagen.

 

Wer mit einer relativ kurzen Reichweite auskommt, hat ggf. die Wahl zwischen Gebrauchten und Neuwagen mit Umweltprämie. Neue E-Autos mit mäßiger Reichweite sind z.B. Smart, e.Go und eUp der 2. Generation, aber auch noch Honda e, Mini Cooper SE und andere. Die Schwelle zu einem Erstauto bzw. einzigen Auto im Haushalt sehe ich bei etwa 300 km nach WLTP. Solche sind dann für gelegentliche Langstrecken schon ganz brauchbar, ggf. mit Zeitzugabe ggü. Verbrennern, je nach Langstreckenfahrstil, was aber recht unproblematisch ist, solange diese Entfernungen nicht so oft vorkommen.

 

Für City-Betrieb ist ein E-Antrieb noch besser als ein Verbrenner mit normaler Automatik. Komfort und Fahrspaß sind immer wieder ein Genuss. Man kann dank sofortigem Ansprechen im Verkehr sehr schnell reagieren, was auch in gewisser Weise Entspannung bringt. Es verstopft bei Kurzstrecken kein DPF (Dieselpartikelfilter) und die Fahrkosten sind wunderbar niedrig. Selbst alte E-Autos sind noch immer steuerbefreit (10 Jahre). Ein e-Up von 2013 hat eine Akkugarantie von 160000 km/8 Jahre, d.h. man kauft einen Gebrauchtwagen, auf den es beim teuersten Bauteil noch immer Garantie gibt (bis 160000 km). Dabei geht der Akku natürlich auch nicht gleich kaputt, wenn er aus dem Garantiezeitraum heraus ist, da die Hersteller ja auch immer einiges an Reserven eingeplant haben. Nach bisherigen Erkenntnissen sind die Akkus tatsächlich deutlich haltbarer als oft befürchtet. Jedoch sinkt allmählich die Reichweite. Beim Verbrenner hingegen stehen oft teure Reparaturen bevor, wie z.B. Zahnriemenwechsel. Bei alten E-Autos gibt es ja viel weniger Teile, die kaputt gehen können. Insofern erscheint mir ein gebrauchtes E-Auto kalkulierbarer als ein Verbrenner. Wenn jedoch irgendwann einzelne Zellen des Akkus getauscht werden müssen, kann es leicht über 1000 € kommen. In den meisten Fällen dürfte der Akku jedoch ein durchschnittliches Autoleben lang halten. Bei Gebrauchtkauf eines älteren E-Autos ist eine Kapazitätsmessung des Akkus empfehlenswert. So hat der Käufer eine gewisse Sicherheit.

 

Obwohl BMW beim i3 damals nur 100000 km Garantie gab, während VW schon bei 160000 km lag (BMW inzwischen auch), dürften die i3-Akkus technisch besser sein, weil vollklimatisiert. Der eGolf wie auch der eUp haben keine Akkuheizung und -kühlung, können aber auch nur 40 kW laden (BMW 50 kW. Der eGolf anfangs evtl. auch 50 kW). Der i3 hat jedoch recht viel PS (170) für den kleinen Akku (netto ca. 20 kWh), was auch etwas belastend ist. Der ADAC hat beim i3 einen Dauertest laufen. Nach 84000 km und ca. 5 Jahren Alter lag der i3 Rex (1. Generation, kleinster Akku) bei ca. 93% Restkapazität. Der Akku des Rex-Modells wird sicher nicht weniger belastet als der des reinen Stromers. Der Rex lädt intern mit maximal 38 PS bzw. 28 kW. Überhaupt ist es sicher auch nicht schlecht, beim Verkäufer zu fragen, wie er meistens geladen hat. Unter 1C (= Volladen in einer Stunde) dürfte der Akku nicht sonderlich hoch belastet sein, bei 50 kW und 20 kWh Kapazität sieht die Belastung allerdings schon anders aus. Sicherlich deswegen und wegen der hohen Motorleistung hat BMW schon damals den Akku vollklimatisiert, was ihn schont, denn eine hohe Temperatur beim Laden und Fahren ist nicht gut für die Zellen.

 

Als einzigen Vorteil eines nicht-klimatisierten Akkus sehe ich den fehlenden "Vampirstrom" der Heizung/Kühlung des Akkus und damit den geringeren Verbrauch.

 

Einen guten Beitrag zu den Bedenken der Akkulebensdauer hat @zerschmetterling81 geschrieben.

 

In Anbetracht der hohen Umweltprämie demnächst ist der Gebrauchtkauf dennoch gut zu überlegen. Minimum dürfte etwa ein Seat Mii electric sein, der mit maximalem Rabatt (10% Schwerbehindertenrabatt oder geht noch mehr?) auf etwa 12600 € kommt. Das wird sich dann vermutlich auch auf die Gebrauchtpreise auswirken.

 

Alte Teslas sind noch wieder ein anderes Ding. Auch die haben hohe Wiederverkaufswerte und können gut als einziges Auto genutzt werden, da sie schon damals hohe Akkukapazitäten hatten. Die ersten Teslas können auch heute noch kostenlos an Superchargern laden, wenn ich mich nicht irre, und die Laufleistungen sind bei den großen Akkus sehr hoch. 400000 km und mehr sind keine Seltenheit. Es gab jedoch mal Schwächen bei der DU (DriveUnit, nicht nur der Motor) und auch bei Akkus. Dies kann man wohl als Kinderkrankheiten betrachten, denn Motoren halten sonst eine halbe Ewigkeit.

j.

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11.02.2020 15:11    |    Alubremslicht

Zitat:

@ricofan schrieb am 11. Februar 2020 um 14:57:59 Uhr:

Hallo,

 

1. Als City-Auto würde ich ein kleines E-Auto befürworten, da hier sowieso zu fast 90 % nur 1 Person(Fahrer) an Bord ist. Bei mir wäre auch eine private Ladesmöglichkeit vorhanden.

 

Im TV wurde vor kurzem ein ausführlicher, doch eher kritischer Bericht über die Umweltschäden, verursacht auch durch die E-Autos, gesendet.

Es wurden nur kleine E-Motoren bei einer hohen Km-Leistung überhaupt als einigermaßen umweltfreundlich eingestuft. Jeder Diesel und Benziner ist insgesamt umweltfreundlicher - wenn alle Aspekte beachtet werden. Die Umweltschäden für die Rohstoffgewinnung der Batterien sind beträchtlich und steigen.

 

Wie richtig hier erkannt, stehen für die meisten Autofahrern die Umweltaspekte nicht primär im Vordergrund.

Insgesamt ist aber die Wasserstoff-Technologie, z.B. auch für den Fernverkehr, vorteilhafter und daher, für mich, vorzuziehen -

aber jetzt für die Stadt- siehe oben unter 1.

Da bist du wohl einer Falschmeldung (Falschbericht) aufgesessen. Mit welchen Zahlen hat der Bericht gearbeitet? Es wird nämlich gerne mal angenommen, ein Li-Ionen Akku halte nicht lang. Die Spritverbräuche der Verbrenner werden hingegen gern zu niedrig angesetzt. Also bezüglich CO2 lässt sich das ja alles berechnen und da ist auch mit unserem aktuellen Energiemix das E-Auto nun wirklich besser.

 

Umweltbelastung durch Rohstoffgewinnung: Tja, wie will man das bewerten? Interessiert es dich vor dem kauf deines Smartphones oder Tablet PC? Dafür wird immer noch mehr Kobalt und Lithium abgebaut als für E-Mobilität. (okay, dass wird sich wohl drehen in Zukunft)

 

Gerade der hohe Bedarf an diesen Rohstoffen ist aber die Chance, da genauer hinzusehen und die Methoden zu verbessern.

 

Vor Allem: Hat der Bericht den Lithium- und Kobaltabbau denn mit der Erdölgewinnung verglichen? Da entstehen doch eben riesige Umweltschäden (sogar auf dem Transport durch undichte Pipelines und Schiffsunglücke) und in Regionen mit großen Ölvorkommen gibt's oft Kriege. War die Aussage dieses Berichts denn wirklich, das sei besser! Wenn aber dieser Teil weggelassen wurde, war der Bericht unseriöse Stimmungsmache, den ohne Rohölabbau und Verarbeitung (da gehen die Umweltbelastungen weiter) fährt der ach so saubere Verbrenner nun mal nicht.

 

Und das mit der vorteilhafteren Wasserstoff-Technologie ist auch Stimmungsmache. Im PKW-Bereich wird das nix mit Wasserstoff - ganz bestimmt. Glaub es mir. Und kauf KEINE Wasserstoffaktien.


11.02.2020 15:45    |    Sp3kul4tiuS

Zitat:

@Goify schrieb am 10. Februar 2020 um 22:13:43 Uhr:

Wenn einem die Umwelt wichtig ist, hat man nur einen Erstwagen. Jedes zusätzliche Auto - auch wenn es nur mit Sonnenlicht fahren sollte - belastet die Umwelt unnötig. Daher ist die ganze Fragestellung obsolet.

zwei Berufstätige also zwei Erstwagen.

Wenn einer nicht arbeitet hat derjenige ggf einen Zweitwagen (aus Familiensicht)

 

So definiere ich das zumindest.

Bei uns ist die Kilometerleistung sogar fast gleich. Die paar Fahrten in den Urlaub teilen sich beide Kfz.

 

 

Aber in dem Satz wurde wohl angenommen das eine Person zwei Autos hat. Was aber nicht gemeint war!


11.02.2020 15:49    |    ricofan

Hallo, die Sendung wurde im Regionalfernsehn wiederholt, war seriös und sicher gut recherchiert.

Klar ist auch, dass die Erdölförderung meistens auch nicht sehr umweltfreundlich ist, doch wird diese meistens in der Wüste oder im Wasser durchgeführt und nicht in z.T. landwirtschaftlich genutzten Flächen mit einem immensen Wasserverbrauch, mit Zerstörung des Grundwasserspiegels und durch die dann hohe Verdampfung Mitverursacher von Wetterkapriolen.

Daher wurde auch bei der Berechnung nur kleinere E-Motoren mit kleinen Batterien als "einigermaßen" noch umweltneutral herangezogen, da auch die Entsorgung z.Zt. sehr umweltbelastet und nicht gelöst in die Betrachtung einbezogen wurde.

 

Die Wasserstofftechnik ist auf jeden Fall für die breite Bevölkerung vorteilhafter, da sie ähnlich den fossilen Brennstoffen unabhängig von Ladewartezeiten ist, die ja erst bei einer größeren Anzahl von E-Autos zu doch überschaubaren, unübersehbaren Nachteilen im Fernverkehr (Tankstellen) und dann zu riesigen Batterien führen, um größere Distanzen zu erzielen. Dies wurde negativ beurteilt, der Bericht setzte sich durchaus auch kritisch mit Diesel und Benzinverbrauch auseinander.

 

Die Sendung ist sicher noch auf YouTube zu sehen.

 

Übrigens malen E-Autos mit dieser fantastischen Beschleunigung unabhängig von Umweltaspekten ein breites Grinsen ins Gesicht.


11.02.2020 15:53    |    Sp3kul4tiuS

nicht jedes e-Auto ist extrem flott. Der Zoe war zumindest nicht sonderlich schnell.

Was jetzt aber nicht schlimm sein muss.


11.02.2020 16:00    |    Goify

Zitat:

@ricofan schrieb am 11. Februar 2020 um 15:49:02 Uhr:

Übrigens malen E-Autos mit dieser fantastischen Beschleunigung unabhängig von Umweltaspekten ein breites Grinsen ins Gesicht.

Mein Auto kann zwei schwarze Striche auf die Straße malen. Gilt das auch? ;)


11.02.2020 16:16    |    Alexander67

Zitat:

@ricofan schrieb am 11. Februar 2020 um 14:57:59 Uhr:

....

Wie richtig hier erkannt, stehen für die meisten Autofahrern die Umweltaspekte nicht primär im Vordergrund.

Insgesamt ist aber die Wasserstoff-Technologie, z.B. auch für den Fernverkehr, vorteilhafter und daher, für mich, vorzuziehen -

aber jetzt für die Stadt- siehe oben unter 1.

Nun ja, woran will man festmachen ob "Umweltaspekte (nicht) primär im Vordergrund" stehen?

Leider bin ich eben eher ein Vielfahrer.

Mein Auto ist bezüglich CO2 aber relativ effizient.

Also mein Erstwagen (3008 Diesel-Hybrid) mit dem ich die meisten Fahrten mache.

Und den würde ich gerne noch etwas fahren bevor der Schrottreif ist.

Irgendwann muss ich entscheiden was der Nachfolger von dem wird. Eine Entscheidung die ich gerne noch etwas verzögern will. Der Nachfolger soll auch relativ effizient sein. Eine Option ist ein Yaris Hybrid.

Klein (was mir bei einem T3 als Drittwagen eher egal ist) und auch gut im Verbrauch.

Mal sehen.

 

PS. Und so ein Yaris ist 100% Langstreckentauglich.

Aktuelle E-Autos haben da Einschränkungen.

Außer die mit Range-Extender.

Und bei denen erwarte ich mindestens 25l Tank.


11.02.2020 16:43    |    Goify

Ich steige jetzt auch auf was Kleineres um und kann den Neuen im Mai abholen. Man braucht nicht immer eine große Mittelklasse-Limousine.


11.02.2020 17:14    |    jennss

Zitat:

@PIPD black schrieb am 11. Februar 2020 um 08:27:50 Uhr:

Zitat:

Die Sache mit der Umwelt ist der Grund für die Regierung, E-Autos zu fördern.

Nee du, die Sache mit der Umwelt ist einfach nur "Fähnchen in den Wind halten" um Stimmen zu fangen und die hiesige in der Klemme steckende Automobilindustrie zu fördern.

Für die deutsche Autoindustrie wäre es eigentlich doch viel besser, beim Verbrenner zu bleiben. Bei Verbrennern hat Deutschland einen großen Vorsprung. Mit Elektro werden die Karten komplett neu gemischt. Aber die Förderung ist natürlich doch für unsere Autohersteller hier gut, denn sonst verpassen sie den Anschluss, wenn alle anderen auf Elektro wechseln. Bei Tesla sieht man, wohin die Autotechnik geht. Die sind bereits wertvoller als VW. Und das ohne Kompaktklasse.

j.


11.02.2020 17:17    |    jennss

Zitat:

@Alubremslicht schrieb am 11. Februar 2020 um 11:05:39 Uhr:

Interessant, der Dauertest des i3. Wir haben einen als Zweitwagen gekauft, 3,5 Jahre alt, 45.000 Km, gute Ausstattung für 20.000 €. Unser bestes Auto ever!

...

Danke für deine Erfahrungen. Das zeigt doch, dass sich ein Gebrauchter lohnen kann.

j.


11.02.2020 17:22    |    Alubremslicht

Zitat:

@jennss schrieb am 11. Februar 2020 um 17:17:58 Uhr:

Zitat:

@Alubremslicht schrieb am 11. Februar 2020 um 11:05:39 Uhr:

Interessant, der Dauertest des i3. Wir haben einen als Zweitwagen gekauft, 3,5 Jahre alt, 45.000 Km, gute Ausstattung für 20.000 €. Unser bestes Auto ever!

...

Danke für deine Erfahrungen. Das zeigt doch, dass sich ein Gebrauchter lohnen kann.

j.

Danke :-)


11.02.2020 17:31    |    jennss

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 11. Februar 2020 um 16:16:37 Uhr:

PS. Und so ein Yaris ist 100% Langstreckentauglich.

Aktuelle E-Autos haben da Einschränkungen.

Außer die mit Range-Extender.

Lange Zeit war ich auch der Auffassung, dass ich nur mit Range Extender kaufen würde. Jetzt nicht mehr. Seitdem wir den Smart haben, habe ich die Scheu vor Ladesäulen abgelegt und würde auf einen REx verzichten, einfach weil unnötig (es sei denn, man will mit Smart Langstrecken fahren). Ich bin mal mit dem BMW 225xe nach Köln gefahren und sah bei einer Pause den Opel Ampera-e (WLTP 424 km) an einer Ladesäule. Die Leute waren dort essen, wo wir auch noch hingingen und mehr als eine halbe Stunde blieben, essen, WC, quatschen und so. Die Zeit vergeht wie im Flug. Da dachte ich, dass ich mit Ampera-e auf Langstrecke keinen deut langsamer wäre als mit unserem Hybrid. Ich denke, viele Leute wären mit E-Autos auf Langstrecke gar nicht langsamer, denken es nur. Es ist vor allem eine Kopfsache und Umgewöhnung mit dem Laden, kommt aber natürlich auch auf das E-Auto an.

 

BTW: Zum Umweltaspekt: https://drehmoment.net/zehn-argumente-gegen-elektroautos/

Dort ist allerdings noch der Strommix 2018 erwähnt. Da waren es 40,2% enerneuerbare Energien. 2019 waren es bereits 46%: https://www.erneuerbareenergien.de/.../grafik1-web.jpg?itok=oJbmEwrC

j.


11.02.2020 17:36    |    Alubremslicht

Zitat:

@ricofan schrieb am 11. Februar 2020 um 15:49:02 Uhr:

Hallo, die Sendung wurde im Regionalfernsehn wiederholt, war seriös und sicher gut recherchiert.

Klar ist auch, dass die Erdölförderung meistens auch nicht sehr umweltfreundlich ist, doch wird diese meistens in der Wüste oder im Wasser durchgeführt und nicht in z.T. landwirtschaftlich genutzten Flächen mit einem immensen Wasserverbrauch, mit Zerstörung des Grundwasserspiegels und durch die dann hohe Verdampfung Mitverursacher von Wetterkapriolen.

Daher wurde auch bei der Berechnung nur kleinere E-Motoren mit kleinen Batterien als "einigermaßen" noch umweltneutral herangezogen, da auch die Entsorgung z.Zt. sehr umweltbelastet und nicht gelöst in die Betrachtung einbezogen wurde.

 

Die Wasserstofftechnik ist auf jeden Fall für die breite Bevölkerung vorteilhafter, da sie ähnlich den fossilen Brennstoffen unabhängig von Ladewartezeiten ist, die ja erst bei einer größeren Anzahl von E-Autos zu doch überschaubaren, unübersehbaren Nachteilen im Fernverkehr (Tankstellen) und dann zu riesigen Batterien führen, um größere Distanzen zu erzielen. Dies wurde negativ beurteilt, der Bericht setzte sich durchaus auch kritisch mit Diesel und Benzinverbrauch auseinander.

 

Die Sendung ist sicher noch auf YouTube zu sehen.

 

Übrigens malen E-Autos mit dieser fantastischen Beschleunigung unabhängig von Umweltaspekten ein breites Grinsen ins Gesicht.

Was jetzt? Wurde in der Sendung die Öl-Problematik genauso dargestellt wie die Lithium- und Kobaltproblematik? Sag uns das bitte im Klartext. Wenn Nein -> unseriös (es gibt durchaus unseriös recherchierte Sendungen die im Regionalfernsehn wiederholt werden.)

 

Wurden die landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Atacama-Wüste gezeigt? Wurde gesagt dass die Kobaltgewinnung (teilweise mit Kinderarbeit) eigentlich Kupfergewinnung ist und das Kobalt nur ein Nebenprodukt? Wurden also alle Produkte mit hohem Kupferanteil gebrandmarkt? Das wären z. B. so Punkte die auf seriöse Recherche schließen lassen und zeigen, dass die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Recherche ohne Voreingenommenheit erfolgten.

 

Beantworte doch bitte diese Fragen. "Die Sendung ist sicher noch auf YouTube zu sehen." - dann suche sie doch bitte da und nenne uns den Titel - dann können die Anderen es ansehen und sich ein Bild davon machen wie seriös das ganze war. Danke

 

P.S. zur Entsorgung: Das ist ja momentan noch kein Thema - es wird aber an Recyclingkonzepten gearbeitet und das wird meiner Meinung nach sicher kommen wenn genügend verbrauchte Akkus da sind. Das Platin aus dem Katalysator wird Großteils verbraucht und das Öl verbrannt - da ist Recycling gar nicht möglich.


11.02.2020 17:46    |    jennss

Zitat:

@Goify schrieb am 11. Februar 2020 um 16:43:44 Uhr:

Ich steige jetzt auch auf was Kleineres um und kann den Neuen im Mai abholen. Man braucht nicht immer eine große Mittelklasse-Limousine.

Sehe ich auch so. Wir haben im Moment 2 Autos, wollen aber auch wieder zurück auf eins. Der Smart ist ein Goodie und ein großer Spaß. Den habe ich bewusst mit dem Wissen gekauft, dass er als Einzelauto mit nur 2 Sitzen uns nicht reichen würde. War halt von einer Abfindung gerade Geld flüssig :) und ich wollte Erfahrungen machen. Wir werden im Herbst den BMW vom Leasing zurückgeben (ich will nur noch rein Elektro) und den Smart (leider, leider) noch in der ersten Jahreshälfte verkaufen, um danach nur noch einen 4- oder 5-Sitzer zu bestellen. Aber der Smart, den ich zu 90% fahre, hat mir gezeigt, dass ein kleines Auto echt Vorteile hat. Ich fahre recht viel im Citybereich (Hamburg). Der BMW mit fast 12 m Wendekreis ist da schon manchmal nervig. Erwäge ernsthaft, einen e-Up (3,60 m lang) als einziges Auto zu nehmen. Hat zwar nur 260 km Reichweite nach WLTP, aber so oft fahre ich keine Langstrecken und möglich sind sie ja trotzdem. Oder einen ID.3. Der ist mit 4,26 m wieder fast so lang wie der BMW, aber wesentlich wendiger mit dem Heckantrieb. Mal sehen.

j.


11.02.2020 18:20    |    jennss

Zitat:

@Alubremslicht schrieb am 11. Februar 2020 um 17:36:39 Uhr:

 

Was jetzt? Wurde in der Sendung die Öl-Problematik genauso dargestellt wie die Lithium- und Kobaltproblematik? Sag uns das bitte im Klartext. Wenn Nein -> unseriös (es gibt durchaus unseriös recherchierte Sendungen die im Regionalfernsehn wiederholt werden.)

Ich finde vor allem diese Info interessant:

 

Zitat:

Je mehr Elektroautos auf den Straßen unterwegs sind, desto weniger Strom benötigt die „alte“ Autoindustrie: Öl-Förderung als auch Raffinieren benötigen Strom. Hier ist oft die Rede vom „grauen Strom“. Jeder Liter Diesel verbraucht vom Bohrloch über die Raffinerie bis zur Tankstelle sieben Kilowattstunden Strom. Auch für die Herstellung von Nebenprodukten wie Schmieröl oder AdBlue wird Strom benötigt.

Alleine mit dem verbrauchten Strom pro Liter Diesel in den Raffinerien etc. kann ein E-Auto je nach Verbrauch schon etwa 50 km fahren. Ich hatte zwar auch schon andere Zahlen gelesen, aber der Stromverbrauch in der Raffinerie und beim Transport ist schon beträchtlich.

j.


11.02.2020 18:37    |    notting

Zitat:

@Goify schrieb am 10. Februar 2020 um 22:59:19 Uhr:

Ich wollte nur das Thema Zweitwagen vom richtigen Winkel aus beleuchten. Der geht ja doch oft verloren in der Euphorie für das Elektroauto und man bemüht das Milchmädchen für dessen Rechtfertigung.

Gut ist die Herangehensweise mit dem Gebrauchtwagen, denn damit hat man den größten Wertverlust schon mal hinter sich.

Ich finde auch, dass ein Zweitwagen eher umweltschädl. ist, außer vllt. wenn man bei beiden Fahrzeugen genug km für die Wartungsintervalle fährt etc.

Ein Fan von Gebrauchtwagen bin ich aber überhaupt nicht. Als ich mein jetziges Auto gekauft habe, hätte bei VW der billigste halbwegs entspr. Gebrauchte mehr gekostet als meine Wunschkonfiguration direkt im Konfigurator. Und man weiß nie wie der Vorbesitzer das Auto misshandelt hat. Mein Bruder hatte deswegen schon eine teure Reparatur. Bei E-Autos hat sich z. B. Tesla kürzl. das Recht verbrieft die Ladeleistung drosseln zu dürfen um die Akku-Lebensdauer zu verlängern. Keine Beschreibung wie lange welche Leistung in welchen Abständen ok ist, total intransparent. Dass man als potenzieller Käufer den diesbzgl. Status abfragen kann stand auch nirgends. Bzw. Tesla hat sich vor kurzem auch was geleistet, wo erst zum Verkäuger gesagt wurde "Ja, die Features sind drin", aber beim ersten Firmware-Update durch den Gebrauchtwagenkäufer plötzl. Features nicht mehr funktioniert haben mit der Begründung "Wurde beim Neukauf nicht bezahlt".

 

notting


11.02.2020 18:47    |    notting

Zitat:

@Alubremslicht schrieb am 11. Februar 2020 um 15:11:04 Uhr:

Zitat:

@ricofan schrieb am 11. Februar 2020 um 14:57:59 Uhr:

[...]

Da bist du wohl einer Falschmeldung (Falschbericht) aufgesessen. Mit welchen Zahlen hat der Bericht gearbeitet? Es wird nämlich gerne mal angenommen, ein Li-Ionen Akku halte nicht lang.

Wenn aus Anschaffungskosten-Gründen meist eher eine ohnehin recht knappe Reichweite gekauft wurde oder man erwartet, dass die Schnellladefunktion ein Autoleben lang funktioniert (Tesla drosselt schon länger intransparenterweise die Schnellladeleistung wenn sie "zuviel" genutzt wird und hat sich kürzl. sogar das Recht verbrieft das tun zu dürfen), hält der Akku definitiv nicht lang im Sinne von "alle Anforderungen der Nutzer erfüllen die er bzw. das E-Auto beim Neuwagenkauf auch erfüllt hat".

 

Zitat:

[...]

Vor Allem: Hat der Bericht den Lithium- und Kobaltabbau denn mit der Erdölgewinnung verglichen? Da entstehen doch eben riesige Umweltschäden (sogar auf dem Transport durch undichte Pipelines und Schiffsunglücke) und in Regionen mit großen Ölvorkommen gibt's oft Kriege.

Warum sollte es bei entspr. Nachfrage wg. Lithium & Co. deswegen nicht auch Kriege geben? Gibt schon entspr. Artikel zu dem Thema.

Und AFAIK ist noch keine Erdölplattform wg. Kinderarbeit aufgefallen bzw. auch die Lithium-Gewinnung & Co. bedeuten schwere Eingriffe in die Natur.

 

notting


11.02.2020 19:36    |    Rostlöser251

Zitat:

@ricofan schrieb am 11. Februar 2020 um 15:49:02 Uhr:

Hallo, die Sendung wurde im Regionalfernsehn wiederholt, war seriös und sicher gut recherchiert.

Klar ist auch, dass die Erdölförderung meistens auch nicht sehr umweltfreundlich ist, doch wird diese meistens in der Wüste oder im Wasser durchgeführt und nicht in z.T. landwirtschaftlich genutzten Flächen mit einem immensen Wasserverbrauch, mit Zerstörung des Grundwasserspiegels und durch die dann hohe Verdampfung Mitverursacher von Wetterkapriolen.

Warum denn so abstrakt - machen wir es doch mal ganz konkret: Wie viele qm Wasserverbrauch ode qkm Flächenverbrauch würde denn laut dieser “seriösen und sicher gut recherchierten” Reportage durch die Exxon Valdez Katastrophe ausgeglichen?

 

Haben sie nicht gesagt? Sehr seriös!!!


11.02.2020 21:31    |    PIPD black

Zitat:

@jennss schrieb am 11. Februar 2020 um 17:14:58 Uhr:

Zitat:

@PIPD black schrieb am 11. Februar 2020 um 08:27:50 Uhr:

 

 

Nee du, die Sache mit der Umwelt ist einfach nur "Fähnchen in den Wind halten" um Stimmen zu fangen und die hiesige in der Klemme steckende Automobilindustrie zu fördern.

Für die deutsche Autoindustrie wäre es eigentlich doch viel besser, beim Verbrenner zu bleiben. Bei Verbrennern hat Deutschland einen großen Vorsprung. Mit Elektro werden die Karten komplett neu gemischt. Aber die Förderung ist natürlich doch für unsere Autohersteller hier gut, denn sonst verpassen sie den Anschluss, wenn alle anderen auf Elektro wechseln. Bei Tesla sieht man, wohin die Autotechnik geht. Die sind bereits wertvoller als VW. Und das ohne Kompaktklasse.

j.

Wie soll man als Hersteller beim Verbrenner bleiben, wenn man sich mit Betrügereien selbst das Wasser abgegraben hat. Zudem ist man auf Grund des vorgenannten gezwungen worden, etwas anzubieten, um Strafzahlungen wg. CO2 zu vermeiden.

Die angebotenen E-Karren sind die benötigten Freibriefe zur Weiterproduktion von fetten SUV.


11.02.2020 21:42    |    jennss

Es geht ja nicht nur um VW. Wenn die deutschen Hersteller versuchen, krampfhaft beim Verbrenner zu bleiben, verlieren sie den Anschluss. Dann wäre bald komplett Schluss und die Chinesen, Koreaner und Tesla machen das Rennen. Deutschland würde mittelfristig seine Position verlieren. Dann lieber jetzt schon konsequent auf Elektro setzen.

j.


11.02.2020 23:07    |    Grasoman

Zitat:

@jennss schrieb am 11. Februar 2020 um 08:30:51 Uhr:

Ja, das Argument für einen Stromer ist vor allem die perfekte Stadteignung inkl. Fahrspaß und Komfort, weniger die Kosten.

j.

Perfekte Stadteignung als Stromer: bei einem Pedelec, einer Straßenbahn, einer S-Bahn oder einem Batteriebus würde ich da sicherlich mitgehen. Aber sicher kein privater BEV-Pkw, der 24h am Tag rumsteht und da nur wertvollen Lebensraum in dicht besiedelten Bereichen verschwendet. Und die 1 Stunde Fahrten am Tag auch viel entweder im Rush-Hour-Stau oder an roten Ampeln steht.

 

Wenn BEV-Pkw in der Stadt, dann sollte es IMHO mindestens breit geteilt werden in der Nutzung, damit es auf diese Art und Weise hoffentlich recht viele Rumsteh-Autos überflüssig macht. Denn kaum hat man das Problem lokale Emissionen mit dem BEV gelöst, wäre es doch gut, wenn auch das Problem Parkraum und Verkehrsfläche mit angegangen würde. Und der "Fahrspaß" (gibt's sowas?) bliebe der gleiche, aber die Kosten gehen nochmal durch die ganzen Nutzer.


11.02.2020 23:26    |    Grasoman

Zitat:

Die angebotenen E-Karren sind die benötigten Freibriefe zur Weiterproduktion von fetten SUV.

Nö, sind sie nicht. Die Hersteller könnten an sich auch völlig cool bleiben, müssten überhaupt kein BEV oder PHEV produzieren, und würden die CO2-Strafen der EU (95 EUR pro Gramm CO2/km über dem Flottenverbrauch des Herstellers, und das pro Auto) einfach 1:1 genau auf ihre neu verkauften Fahrzeuge umlegen (immer genau so, wie diese eben CO2-Strafkosten verursachen) und alles wäre auch schick.

 

Dann wäre es beim Hersteller schlicht ein durchlaufender Posten, wie eine Art Normverbrauchs-Abgabe (Österreich hat eine NoVA schon lange, und da kamen folgten auch keine E-Karren als Pflicht), also eine Art normverbrauchs-abhängige einmalige Zulassungssteuer, nur eben über den Hersteller von den Kosten geführt. Kein Fahrzeughersteller ist also zu "E-Karren" wirklich gezwungen, solange er nicht drauf erpicht ist, den Flottenwert irgendwie einzuhalten.

 

Und fette SUV müssen sonst "lediglich" die Abgasnormen einhalten: auf CO, HC, NMHC, NOx, Partikel. Auf CO2 gibt's dabei aber kein Limit.


11.02.2020 23:39    |    Alexander67

Zitat:

@Grasoman schrieb am 11. Februar 2020 um 23:26:45 Uhr:

Zitat:

Die angebotenen E-Karren sind die benötigten Freibriefe zur Weiterproduktion von fetten SUV.

Nö, sind sie nicht. Die Hersteller könnten an sich auch völlig cool bleiben, müssten überhaupt kein BEV oder PHEV produzieren, und würden die CO2-Strafen der EU (95 EUR pro Gramm CO2/km über dem Flottenverbrauch des Herstellers, und das pro Auto) einfach 1:1 genau auf ihre neu verkauften Fahrzeuge umlegen (immer genau so, wie diese eben CO2-Strafkosten verursachen) und alles wäre auch schick.

 

Dann wäre es beim Hersteller schlicht ein durchlaufender Posten, wie eine Art Normverbrauchs-Abgabe (Österreich hat eine NoVA schon lange, und da kamen folgten auch keine E-Karren als Pflicht), also eine Art normverbrauchs-abhängige einmalige Zulassungssteuer, nur eben über den Hersteller von den Kosten geführt. Kein Fahrzeughersteller ist also zu "E-Karren" wirklich gezwungen, solange er nicht drauf erpicht ist, den Flottenwert irgendwie einzuhalten.

 

Und fette SUV müssen sonst "lediglich" die Abgasnormen einhalten: auf CO, HC, NMHC, NOx, Partikel. Auf CO2 gibt's dabei aber kein Limit.

Wenn das alle Hersteller so machen würden ja.

Aber hat Tesla nicht auch schon entsprechende CO2 Rechte mit anderen Herstellern gehandelt?

Und jeder Hersteller kann quer Subventionieren.

Wenn er entsprechende Fahrzeuge hat. Er macht den Verbrenner nur wenig teurer und kalkuliert den CO2 sparsamen etwas knapper um den Kunden mehr in Richtung von dem zu bewegen.


12.02.2020 10:51    |    Rostlöser251

Zitat:

@Grasoman schrieb am 11. Februar 2020 um 23:07:18 Uhr:

Wenn BEV-Pkw in der Stadt, dann sollte es IMHO mindestens breit geteilt werden in der Nutzung, damit es auf diese Art und Weise hoffentlich recht viele Rumsteh-Autos überflüssig macht.

Das mit dem "breit teilen" klingt immer voll krass cool - ist halt nur in der Praxis echt murks.

 

Aber wir können das ja gerne machen: Du kannst meinen Wagen morgens so zwischen 7 und 8 in der Stadt in der TG abholen (wann genau hängt halt davon ab, wie früh ich morgens raus komme und wie der Verkehr ist) und stellst ihn mir dann einfach 15 Minuten bevor ich nach Hause fahre (immer so zwischen 18 und 21 Uhr - sag ich Dir 20 Minuten bevor ich los muss) einfach wieder in die TG. Dafür zahlst Du die Hälfte der fixen Kosten und wir vereinbaren einen fairen Preis für variable Kosten pro KM die jeder fährt.

 

Haben wir einen Deal?


12.02.2020 11:00    |    Goify

Car Sharing wäre ein Rohrkrepierer, wenn es so unglücklich wie von chipart beschrieben funktionieren würde.


12.02.2020 11:37    |    Rostlöser251

Ist es das denn nicht?

 

Auch wenn sich die sog. "Carsharing"-Unternehmen (also Kurzzeit-Autovermieter; echtes Carsharing gibt es in Deutschland ohnehin praktisch nicht) jedes Jahr für neue Erfolge feiern habe ich bisher nicht den Eindruck, dass der Verkehr irgendwie nachgelassen hätte oder es einfacher geworden wäre, in Städten einen Parkplatz zu finden. Ganz im Gegenteil ist es gerade in den "Erfolgstädten" der Micro-Vermieter (also z.B. München) eher schwerer geworden, weil die Autos der Free-Float-Vermieter zusätzlich Parkraum verbrauchen.

 

Die Frage, ob Micro-Vermietung in Deinem Sinne "funktioniert", also tatsächlich Menschen dadurch auf ein eigenes Auto verzichten oder ob es vielmehr sogar gerade das Gegenteil bewirkt weil die Nutzer nun Fahrten mit so einem Mietwagen machen, anstatt Busse und Bahnen zu verwenden ist noch weitgehend offen.


12.02.2020 11:50    |    Goify

An einem Privatautoverbot in Städten kommen wir eh kaum herum, da sollten wir realistisch sein. Und dann werden wir froh sein, wenn es Carsharing noch gibt.


12.02.2020 15:17    |    Alexander67

Zitat:

@Goify schrieb am 12. Februar 2020 um 11:50:26 Uhr:

An einem Privatautoverbot in Städten kommen wir eh kaum herum, da sollten wir realistisch sein. Und dann werden wir froh sein, wenn es Carsharing noch gibt.

Jetzt Mal angenommen das stimmt so.

In welchem Zeitrahmen?

Was kommt zuerst?

- Pendler (Arbeit, Einkaufen, Arzt oder sonstiges) ausgesperrt

Oder

- Anwohner (Auch die mit persönlichem Parkplatz, Carport (Tief-) Garage)

 

Das aussperren der Fahrzeuge geht denke ich in Städten mit Ring(en) um die Innenstadt noch relativ gut.

Da ist es kein sooo riesiges Problem den Verkehr von Randgebiet zu Randgebiet über den Ring zu führen, der gerade als Grenze für den Verkehrsberühigten Bereich dient. Außerdem kann man da für diejenigen die sonst nicht gut hinkommen Parkplätze einrichten und ab da über Bus oder Bahn weitere Möglichkeiten anbieten.

 

Aber in Baden Württemberg haben die Städte of keine Ringe.

Wie soll es da funktionieren?


12.02.2020 16:01    |    Rostlöser251

Ach, dass ist doch völlig illusorisch!

 

Freiburg ist ein gutes Beispiel dafür, dass schon autofreie Stadtviertel nicht funktionieren - das führt nur zu noch mehr Verkehrschaos, weil im Überschwang der Weltverbesserer zwar die Tiefgaragen und Stellplätze weggelassen werden, aber die ganz normalen Menschen natürlich trotzdem mit dem Auto kommen.

 

Hamburg ist ein aktuell gutes Beispiel dafür, dass es schon echt schwierig ist, eine einzelne Strasse in der Innenstadt als Fussgängerzone neu auszuweisen.

 

London ist international ein gutes Beispiel dafür, dass (außer, dass es die Mehrheit der Menschen schlicht nicht will, was in einer Demokratie zumindest früher mal immer ein wichtiges Argument war) vieles an rein praktischen Problemen scheitert: Will man tatsächlich 3,5 Millionen Einwohnern Berlins von heute auf morgen verbieten, mit ihren Autos nach Hause zu fahren? Was macht man dann mit der über Million Autos? Und wenn man dann denkt, man ist schlau und sagt "naja Anwohner dürfen ja" - wer bestimmt dann eigentlich, wer Anwohner ist?

Schon heute - wo es nicht um Autoprohibition sondern nur um 0,5% je Entfernungskilometer geht - leben viele formal in einer "Dienstwagen-WG" nahe bei ihrem Büro. Wie viele Menschen dürfen denn pro qm Stadtwohnung dann in Zukunft in die Stadt fahren?

 

Zur allergrößten Not stelle ich halt meine Frau (und sie mich) auf 450 EUR-Basis als Chauffeur an und fahre in Zukunft nur noch Taxi - das ihr Taxidienst und meiner nur jeweils den anderen fährt ist halt Zufall, der mit dem Fahrverbot nix zu tun hat...


12.02.2020 16:23    |    Goify

Zitat:

@chipart schrieb am 12. Februar 2020 um 16:01:21 Uhr:

Was macht man dann mit der über Million Autos?

Bei mobile.de anbieten. Die sind schnell weg, wenn der Preis stimmt.


12.02.2020 16:25    |    Alexander67

Zitat:

@Goify schrieb am 12. Februar 2020 um 16:23:51 Uhr:

Zitat:

@chipart schrieb am 12. Februar 2020 um 16:01:21 Uhr:

Was macht man dann mit der über Million Autos?

Bei mobile.de anbieten. Die sind schnell weg, wenn der Preis stimmt.

Stimmt, zur Not auch nach Osteuropa oder Asien oder Afrika oder....


12.02.2020 16:51    |    Alexander67

Zitat:

@chipart schrieb am 12. Februar 2020 um 16:01:21 Uhr:

Ach, dass ist doch völlig illusorisch!

 

Freiburg ist ein gutes Beispiel dafür, dass schon autofreie Stadtviertel nicht funktionieren - das führt nur zu noch mehr Verkehrschaos, weil im Überschwang der Weltverbesserer zwar die Tiefgaragen und Stellplätze weggelassen werden, aber die ganz normalen Menschen natürlich trotzdem mit dem Auto kommen.

 

Hamburg ist ein aktuell gutes Beispiel dafür, dass es schon echt schwierig ist, eine einzelne Strasse in der Innenstadt als Fussgängerzone neu auszuweisen.

 

London ist international ein gutes Beispiel ........

Es gibt aber auch Beispiele wo es gut funktioniert hat.

In Saarlouis die Französische Straße wurde zur Fußgängerzone.

Vorher sagten viele das geht nicht, aber der Innere Ring und evtl auch der äußere Ring haben das gut aufgefangen.

Der Parkplatz auf dem Großen Markt ist noch immer gut erreichbar, obwohl die Deutsche Straße verkehrsberühigt ist.

Der äußere Ring ist allerdings noch verbesserungswürdig.

Wer von der St.Nazairer Allee aus nach links in die Wallerfanger Str. abbiegen willl,... Nun ja je nach Uhrzeit Chancenlos.

Da gehört ein Kreisverkehr hin.

 

Unter dem Strich muss man aber sagen, dass der Kern der Innenstadt sehr effektiv Verkehrsberühigt wurde.

Ja, nur der Kern, quasi alles was innerhalb des alten Festungsgraben liegt.

Und die Staus auf den Ein- und Ausfallstraßen sind zu einigen Zeiten schon noch extrem.

Aber es hat funktioniert. Der Innenstadtkern ist im wesentlichen Verkehrsberühigt.


12.02.2020 18:58    |    Rostlöser251

Ich kenne mich in Saarlouis nicht aus, aber laut Google Maps ist das genau eine Strasse von 171m länge und ausserdem schon zumindest seit mehr als 15 Jahren Fussgängerzone.

 

Nicht wirklich ein Beispiel für "Privatautoverbot in Städten", oder?


12.02.2020 21:13    |    Alexander67

Zitat:

@chipart schrieb am 12. Februar 2020 um 18:58:40 Uhr:

Ich kenne mich in Saarlouis nicht aus, aber laut Google Maps ist das genau eine Strasse von 171m länge und ausserdem schon zumindest seit mehr als 15 Jahren Fussgängerzone.

 

Nicht wirklich ein Beispiel für "Privatautoverbot in Städten", oder?

Ja, könnten auch schon 30 Jahre sein.

Aber Deutsche und Französische Straße waren vorher immer wirklich voll.

Und ja es ist wirklich kein richtiges Verbot. Nur weniger Verkehr. Aber es haben vorher viele gesagt, dass dies nicht geht.

Wenn es dann hier Beispiele von einer Straße oder einem ganzen Viertel gibt wo es nicht funktioniert hat (oder haben soll) dann muss man auch sehen wie in diesem Beispiel der Kern der Innenstadt vom Verkehr entlastet wurde.

 

Und wie schon geschrieben, einige Straßen sind zumindest nachmittags Stadtauswärts ziemlich voll.

Es gibt also noch genug Autos.


13.02.2020 04:18    |    Grasoman

Zitat:

@chipart schrieb am 12. Februar 2020 um 10:51:45 Uhr:

Zitat:

@Grasoman schrieb am 11. Februar 2020 um 23:07:18 Uhr:

Wenn BEV-Pkw in der Stadt, dann sollte es IMHO mindestens breit geteilt werden in der Nutzung, damit es auf diese Art und Weise hoffentlich recht viele Rumsteh-Autos überflüssig macht.

Das mit dem "breit teilen" klingt immer voll krass cool - ist halt nur in der Praxis echt murks.

 

Aber wir können das ja gerne machen: Du kannst meinen Wagen morgens so zwischen 7 und 8 in der Stadt in der TG abholen (wann genau hängt halt davon ab, wie früh ich morgens raus komme und wie der Verkehr ist) und stellst ihn mir dann einfach 15 Minuten bevor ich nach Hause fahre (immer so zwischen 18 und 21 Uhr - sag ich Dir 20 Minuten bevor ich los muss) einfach wieder in die TG. Dafür zahlst Du die Hälfte der fixen Kosten und wir vereinbaren einen fairen Preis für variable Kosten pro KM die jeder fährt.

 

Haben wir einen Deal?

Oh, du bist noch bei privatem Carsharing? Das ist doch nicht "breit teilen", wenn nur wir zwei uns deinen gebrauchten BEV teilen.

 

Denk mal in Richtung organisiertes Carsharing mit Free Floating Cars (Prinzip von DriveNow und car2go, nun zusammen unter share now). Das funktioniert wesentlich besser, weil der Ressourcen-Pool an Autos viel größer ist und der Pool der Nachfrager auch viel größer ist. Dann ist statistisch auch immer ein Auto in der Nähe, wo du eins brauchst. Die zeitliche Flexibilität ist gegeben, aber ein Auto ist nie sicher. Der ganze koordinative Aufwand, denn du da beschreibst, entfällt. Wer losfahren will, sucht sich in einer App das nächste freie Fahrzeug, reserviert es 10-15 min, läuft hin und fährt an sein Ziel und stellt es da ab. Fertig. Und wenn man will, bucht man es wieder ein, gibt es also virtuell zurück in den Pool.

 

Und zur Verkehrsberuhigung: Barcelona bietet mit seinen Superblocks ein interessantes Konzept an.

https://www.youtube.com/watch?v=ZORzsubQA_M

https://www.youtube.com/watch?v=jq2yd4QgL5I

Kleine verkehrsberuhigte Zonen verteilt auf die ganze Stadt. Keine autofreien Zonen in Ringen. Ich finde das Prinzip sehr interessant und kann mir die Anwendbarkeit auch dann vorstellen, wenn eine Stadt keine solche Schachbrett-Struktur hat.


13.02.2020 11:22    |    Rostlöser251

DriveNow, Car2Go, ShareNow oder wie auch immer die heissen ist kein Carsharing, sondern eine ganz klassische Autovermietung, die sich mit dem „Shareconomy-Label“ greenwashed. Der einzige Unterschied zu den Autovermietern, die man so kennt, ist, dass man die Autos typischerweise nicht für ganze Tage, sondern für einzelne Stunden mietet. Ausserdem haben einige davon keine festen Stationen, sondern parken irgendwo.

Es hat mit Sharing nix zu tun, weil ich ganz normal Kunde bin und keinerlei Anteil an den Autos besitze. Sondern halt für die Nutzung zahle. Wenn das Carsharing ist, dann ist Avis, Sixt und Co auch Carsharing.

 

Wie jede andere Autovermietung sorgen diese Micro-Vermieter zumindest im Moment noch nicht dafür, dass sich Menschen kein Auto kaufen, die sonst ein eigenes hätten, sondern mehr dafür, dass Fahrten die sonst mit Bussen und Bahnen gemacht würden jetzt mit individuellen Autos gemacht werden. Das ist eher kontraproduktiv.

 

Der Grund, warum solche Micro-Vermieter am eigentlichen Problem wenig ändern können (und auch, warum CarSharing in Summe nicht funktioniert): Gerade in deutschen Städten wollen die meisten Menschen zur gleichen Zeit rein und auch zur gleichen Zeit wieder raus. Wenn es statt Privatautos nur noch Micro-Vermieter gäbe, dann bräuchte der ziemlich genau so viele Autos, wie es heute Privatwagen hat, weil die alle morgens zur gleichen Zeit zur Arbeit fahren - und all diese Autos würden dann während die Leute in der Stadt arbeiten genauso sinnlos dort rumstehen.

 

Und da ist der Vergleich mit meinem Vorschlag oben genau richtig: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich nachdem ich mit einem Micro-Rental-Auto zur Arbeit gefahren bin jemand findet, der von meinem Arbeitsort woanders hin muss, ist relativ überschaubar. Noch absurder ist es, dass es jemand gibt, der nachdem ich Abends nach Hause gefahren bin vor meiner Wohnung ein Auto braucht, es aber dann am nächsten morgen wieder vor meiner Wohnung abstellt. Entweder ich habe dann am morgen kein Auto, um zur Arbeit zu fahren, oder das Micro-Rental Auto steht die ganze Nacht genau so dumm vor meiner Wohnung rum, wie heute mein Privatauto - ist also nix gewonnen durch Micro-Rental!


13.02.2020 11:34    |    Alexander67

Nicht ganz. Es gibt viele, die brauchen nicht jeden Werktag ein Auto.

Die kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder dem Motorrad zur Arbeit.

Oder öffentlicher Personennahverkehr oder...


13.02.2020 12:04    |    Rostlöser251

Wenn ich zu Fuss, mit dem Rad oder ÖPNV komme, dann mache ich das unabhängig davon, ob es Micro-Vermieter gibt. Hier kann ein solcher Micro-Vermieter also keinen Verkehr reduzieren - ganz im Gegenteil, er könnte höchstens Leute motivieren, statt dem Rad doch mal das Auto zu nehmen.

 

Bei denen die nicht jeden Werktag ein Auto brauchen ist der Bedarf sehr häufig auch nicht voneinander unabhängig: Ich kenne Viele, die z.B. Im Sommer normalerweise mit dem Rad fahren ausser, und nur wenn es stärker regnet mit dem Auto kommen. Der Regen betrifft dann aber wieder Alle die es so machen - so dass die Micro-Vermieter für Alle genug Autos vorhalten müssten und sich wieder kein Nutzen durch Mietwagennutzung ergibt


13.02.2020 14:09    |    Tillamook

Bei uns fährt das Elektroauto täglich, der größere Verbrenner ist zum Teilzeit Einsatz degradiert.

 

Mit meinem alten Verbrenner (7l / 100 km) kam ich rechnerisch im Jahr auf ca. 2.000€ Spritkosten. Schwer genau zurück zu rechnen wegen den schwankenden Preisen.

 

Seit Dezember 2018 fahre ich nun rein elektrisch. Kalkuliert habe ich im Vorfeld so:

- Würde ich nur Zuhause laden (28ct / kWh) und mit 15 kWh / 100 km Verbrauch rechnen (Werksangabe 11,7 kWh) läge ich bei rund 850€ Stromkosten im Jahr.

 

In der Praxis hat sich aber folgendes Eingespielt: Verbrauch im Sommer 10-13 kWh, Verbrauch im Winter 13-18 kWh. Im echten Jahres Durchschnitt (nicht im Median), also mit allen Verbrauchsspitzen in beide Richtungen liege ich bei 14 kWh / 100km. Zudem lade ich den Großteil an öffentlichen Säulen, hier zahle ich 15€ / Monat als Flatrate.

 

12 Monate á 15€ = 180€ Stromkosten Flatrate plus ca. 1.500 kWh Zuhause (400€) macht 600€ Stromkosten pro Jahr.

 

Fazit: Ich spare also zwischen ca. 1.200€ und 1.800€ Sprit bzw. Stromkosten pro Jahr. Dass die Wartungskosten und Reparaturkosten deutlich geringer sind sollte verständlich sein, da es schlicht deutlich weniger Mechanik gibt. Das kann jetzt jeder für sich selbst rechnen, ob und wann sich ein E-Auto rentiert.

 

Nicht mit Geld aufzuwiegen ist das Fahrverhalten (leise, linear, kräftig ohne jeglichen Schlupf). Ich plane für mein Auto 6 Jahre Nutzungsdauer ein, also sind noch etwas weniger als 5 Jahre Verbleibend. Dann ist die Garantie auf den Akku abgelaufen und ich fahre erst einmal weiter, verkaufe ihn oder nutze ihn einfach als Solarspeicher. Selbst wenn er in 10 Jahren nur noch 80 statt 140 km Reichweite hat, reicht es immer noch für den Alltag mit einer Aufladung.


13.02.2020 14:57    |    knolfi

Zitat:

@jennss schrieb am 10. Februar 2020 um 22:57:27 Uhr:

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 10. Februar 2020 um 20:05:04 Uhr:

Naja, es ist eine Frage der Definition.

Aber für mich ist der Erstwagen das Auto mit dem ich die meisten Fahrten mache.

Das stimmt, so kann man es sehen. Deswegen habe ich auch manchmal "einziges Auto" geschrieben. Wir haben gerade den BMW 225xe und den Smart EQ. Der BMW ist auch gut langstreckentauglich, der Smart EQ kaum. Ich fahre 90% der Kilometer mit dem Smart. Kurzstrecken gehen auch mit dem BMW, nur nicht ganz so praktisch und mit höheren Fahrkosten. Der Kleine ist quasi ein Spezialist und da sehr gut, nämlich in der City. Die Bezeichnungen "Erstwagen" und "Zweitwagen" sind eigentlich nicht wichtig, aber halt geläufig, also dass der Zweitwagen das Kurzstreckenfahrzeug ist und der Erstwagen für alles geht, d.h. als mögliches, einziges Auto geeignet wäre. Der Zweitwagen gilt als Ergänzung, auch wenn er mehr gefahren wird - deswegen so die Überschrift.

Hmm, ich stand und stehe ja dem Thema E-Mobilität eher skeptisch gegenüber, da ich es wie einige andere hier nur für eine Übergangslösung halte...Wasserstoff oder die Brennstoffzellentechnik haben mehr Vorteile, da sie keine schweren Speicher brauchen.

 

Dennoch kann man sich dem Thema nicht verschließen. Die Medien propagieren die E-Mobilität als grüne Mobilität und der Gesetzgeber frociert durch Steueranreize den flächendeckenden Einsatz. Somit überlege ich ebenfalls, den Zweitwagen in knapp 1,5 Jahren durch ein reines EV zu ersetzen, da mit diesen zu 90% Kurz- und Mittelstrecken bis zu einem Radius von max. 150 km absolviert werden.

 

Das Hauptfahrzeug wird evtl. durch ein PHEV ersetzt, da ich auf Langstrecken nicht auf die Vorteile des Verbrenners verzichten möchte.

 

Was für mich aber nicht in Frage käme, wäre der Gebrauchtwagenkauf eines (PH)EV, denn dafür sind die Langzeiterfahrungen mit den Akkus der Fahrzeuge noch zu dünn. Während man heute sagen kann, dass ein kleiner Vierzylinder 250.000 km und mehr hält, hat man bei den (PH)EV noch wenig Erfahrungen. Sicherlich gibt es einzelne User, die mit Ihren (PH)EV bereits 200.000 km oder mehr abgespult haben, aber bei einem konventionellen Verbranner kann man die verschlissenen Komponenten wie Motor, Getriebe, Achsen, etc. einfach tauschen (auch kostengünstig gegen Gebrauchtteile). Beim PH(EV) geht das auch, ist aber wesentlich kostenintensiver. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste bei einem Tesla das Batteriepaket tauschen lassen, weil die Akkuleistung nach 500.000 km erschöpft ist, so kann ich wohl gleich das ganze Auto wegschmeißen. Beim Verbrenner hole ich mir vom Schrotti einen ATM und fahre nochmals 300.000 km weiter.

Ich vergleiche das mal mit (m)einem Pedelec: vor fünf Jahren gekauft und aktuell knapp 9.000 km runter. Der Akku schwächelt seit gut 2.000km und die Reichweite sinkt. D. h. um die gleiche Strecke in der gleichen Zeit zu fahren, muss mehr Muskelkraft her, da der Batteriespeicher nicht mehr genug Energie liefert. Das neue Pedelec steht schon beim Händler, das Alter werde ich in Zahlung geben...ich bin gespannt, was das Pedelec, dass 2015 einen Neupreis von 3.800€ hatte, heute noch wert ist und ob es der Fahrradhändler überhaupt noch verkauft bekommt.

 

Zitat:

@jennss schrieb am 10. Februar 2020 um 22:57:27 Uhr:

Den Umweltaspekt sehe ich im Thema eher unbedeutend. Überhaupt glaube ich, dass die meisten Autofahrer in Wirklichkeit viel weniger nach Umweltfreundlichkeit entscheiden als es den Anschein hat. Die Sache mit der Umwelt ist der Grund für die Regierung, E-Autos zu fördern. Der Käufer entscheidet nach seinen Kriterien, also eher Praxistauglichkeit, Fahrspaß, Komfort etc..

j.

...und die Einsparpotentiale: als Geschäftswagen hast du bei einem E-Fahrzeug nur einen max. 0,5%-BLP-Besteuerungssatz und weniger Verschleißkosten. So soll beim neuen Taycan eine Bremsanlage wohl rd. 500.000 km halten und die Klötze müssen eher infolge von Matrialermüdung (Alterung) getauscht werden statt durch Verschleiß.

Hinzu kommt, dass man beim E-Motor von Anfang an gleich drauflatschen kann, da im Motor keine Reibung entsteht. Bei den Verbrennungmotoren ist das ja anders (gerade bei den heute allgegenwärtigen Turbomotoren): Turbo warmfahren dann erst treten und danach wieder kaltfahren. Kurzstrecken mit Verbrennern generell meiden, um Verbrauch und Schadstoffausstoß gering zu halten. Beim EV und auch beim PHEV spielt das keine bis untergeordnete Rolle.


13.02.2020 20:42    |    Grasoman

Zitat:

Der Grund, warum solche Micro-Vermieter am eigentlichen Problem wenig ändern können (und auch, warum CarSharing in Summe nicht funktioniert): Gerade in deutschen Städten wollen die meisten Menschen zur gleichen Zeit rein und auch zur gleichen Zeit wieder raus.

Genau diese Nutzung - den Rush-Hour-Verkehr zur Arbeit und zurück und damit quasi "Pflichtwege" - deckt doch aber der ÖPNV auf eigenen Gleisen (Straßenbahn, S-Bahn) und damit ohne Staus und mit viel Transportkapazität und hoher Auslastung viel besser ab als Autos, die im Schnitt nur von 1,2 Personen belegt sind und im Rush-Hour-Stau stehen. Selbst Busse auf eigenen Busspuren haben da Vorteile.

 

Und wer für diese Fahrten wirklich aufs Auto setzen muss: dann Fahrgemeinschaften, neudeutsch Ridesharing, damit wenigstens mal die 4-5 Sitzplätze im Auto belegt sind. Das ist einfach, braucht null Elektroautos, und spart 3/4 vom Berufsverkehr und seinen Kosten und Emissionen. Allein die Leute sind zu bequem und auch zu einkommensstark. Und sobald sie das Auto nicht mehr bezahlen können, rufen sie lieber nach mehr Lohn anstatt mal über Sachen wie Fahrgemeinschaften nachzudenken - und das effektive Senken ihrer autobezogenen Kosten.

 

Micro-Rental deckt IMHO den *Freiheits*aspekt (anstatt der Pflichtfahrten zur Arbeit die Ich-möchte-aber-gern-Fahrten) von Autofahren ab, und das ohne eigenes Rumsteh-Auto. Am Wochenende mal zur Oma aufs Land, abends mal ins entferntere Kino, zum Wandern in die Berge, oder mal an den einsamen Waldsee. In diesen Schwachlastzeiten des ÖPNV wird der ja typisch auch gleich wieder zusammengestrichen und an nicht-typische Individual-Ziele fährt der eh nicht hin. Die individuelle Freiheit und Mobilität bleibt damit erhalten.


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