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10.02.2020 19:38    |    jennss    |    Kommentare (162)

E-Auto-SucheE-Auto-Suche

"Ich hätte ja gerne ein E-Auto, aber die Gebrauchten sind noch so irre teuer", hört man manchmal. Tatsächlich sind die Gebrauchten auf Mobile.de erstaunlich wertstabil. Das hat natürlich seinen Grund, denn selbst die alten E-Autos sind ideale Zweitwagen, sofern man zuhause laden kann.

 

Zweitwagen brauchen meistens keine große Reichweite, werden gewöhnlich auf Kurzstrecken gefahren. Daher sind auch gebrauchte E-Autos noch sehr beliebt und hoch im Wiederverkaufswert, selbst die Modelle mit nur 160 km oder 190 km Reichweite nach Nefz-Norm, wie eGolf, e-Up oder i3 der 1. Generation, weil es für sie einen idealen Einsatzbereich gibt. Wir haben selbst einen Smart EQ und null Probleme mit der Reichweite als Zweitwagen.

 

Wer mit einer relativ kurzen Reichweite auskommt, hat ggf. die Wahl zwischen Gebrauchten und Neuwagen mit Umweltprämie. Neue E-Autos mit mäßiger Reichweite sind z.B. Smart, e.Go und eUp der 2. Generation, aber auch noch Honda e, Mini Cooper SE und andere. Die Schwelle zu einem Erstauto bzw. einzigen Auto im Haushalt sehe ich bei etwa 300 km nach WLTP. Solche sind dann für gelegentliche Langstrecken schon ganz brauchbar, ggf. mit Zeitzugabe ggü. Verbrennern, je nach Langstreckenfahrstil, was aber recht unproblematisch ist, solange diese Entfernungen nicht so oft vorkommen.

 

Für City-Betrieb ist ein E-Antrieb noch besser als ein Verbrenner mit normaler Automatik. Komfort und Fahrspaß sind immer wieder ein Genuss. Man kann dank sofortigem Ansprechen im Verkehr sehr schnell reagieren, was auch in gewisser Weise Entspannung bringt. Es verstopft bei Kurzstrecken kein DPF (Dieselpartikelfilter) und die Fahrkosten sind wunderbar niedrig. Selbst alte E-Autos sind noch immer steuerbefreit (10 Jahre). Ein e-Up von 2013 hat eine Akkugarantie von 160000 km/8 Jahre, d.h. man kauft einen Gebrauchtwagen, auf den es beim teuersten Bauteil noch immer Garantie gibt (bis 160000 km). Dabei geht der Akku natürlich auch nicht gleich kaputt, wenn er aus dem Garantiezeitraum heraus ist, da die Hersteller ja auch immer einiges an Reserven eingeplant haben. Nach bisherigen Erkenntnissen sind die Akkus tatsächlich deutlich haltbarer als oft befürchtet. Jedoch sinkt allmählich die Reichweite. Beim Verbrenner hingegen stehen oft teure Reparaturen bevor, wie z.B. Zahnriemenwechsel. Bei alten E-Autos gibt es ja viel weniger Teile, die kaputt gehen können. Insofern erscheint mir ein gebrauchtes E-Auto kalkulierbarer als ein Verbrenner. Wenn jedoch irgendwann einzelne Zellen des Akkus getauscht werden müssen, kann es leicht über 1000 € kommen. In den meisten Fällen dürfte der Akku jedoch ein durchschnittliches Autoleben lang halten. Bei Gebrauchtkauf eines älteren E-Autos ist eine Kapazitätsmessung des Akkus empfehlenswert. So hat der Käufer eine gewisse Sicherheit.

 

Obwohl BMW beim i3 damals nur 100000 km Garantie gab, während VW schon bei 160000 km lag (BMW inzwischen auch), dürften die i3-Akkus technisch besser sein, weil vollklimatisiert. Der eGolf wie auch der eUp haben keine Akkuheizung und -kühlung, können aber auch nur 40 kW laden (BMW 50 kW. Der eGolf anfangs evtl. auch 50 kW). Der i3 hat jedoch recht viel PS (170) für den kleinen Akku (netto ca. 20 kWh), was auch etwas belastend ist. Der ADAC hat beim i3 einen Dauertest laufen. Nach 84000 km und ca. 5 Jahren Alter lag der i3 Rex (1. Generation, kleinster Akku) bei ca. 93% Restkapazität. Der Akku des Rex-Modells wird sicher nicht weniger belastet als der des reinen Stromers. Der Rex lädt intern mit maximal 38 PS bzw. 28 kW. Überhaupt ist es sicher auch nicht schlecht, beim Verkäufer zu fragen, wie er meistens geladen hat. Unter 1C (= Volladen in einer Stunde) dürfte der Akku nicht sonderlich hoch belastet sein, bei 50 kW und 20 kWh Kapazität sieht die Belastung allerdings schon anders aus. Sicherlich deswegen und wegen der hohen Motorleistung hat BMW schon damals den Akku vollklimatisiert, was ihn schont, denn eine hohe Temperatur beim Laden und Fahren ist nicht gut für die Zellen.

 

Als einzigen Vorteil eines nicht-klimatisierten Akkus sehe ich den fehlenden "Vampirstrom" der Heizung/Kühlung des Akkus und damit den geringeren Verbrauch.

 

Einen guten Beitrag zu den Bedenken der Akkulebensdauer hat @zerschmetterling81 geschrieben.

 

In Anbetracht der hohen Umweltprämie demnächst ist der Gebrauchtkauf dennoch gut zu überlegen. Minimum dürfte etwa ein Seat Mii electric sein, der mit maximalem Rabatt (10% Schwerbehindertenrabatt oder geht noch mehr?) auf etwa 12600 € kommt. Das wird sich dann vermutlich auch auf die Gebrauchtpreise auswirken.

 

Alte Teslas sind noch wieder ein anderes Ding. Auch die haben hohe Wiederverkaufswerte und können gut als einziges Auto genutzt werden, da sie schon damals hohe Akkukapazitäten hatten. Die ersten Teslas können auch heute noch kostenlos an Superchargern laden, wenn ich mich nicht irre, und die Laufleistungen sind bei den großen Akkus sehr hoch. 400000 km und mehr sind keine Seltenheit. Es gab jedoch mal Schwächen bei der DU (DriveUnit, nicht nur der Motor) und auch bei Akkus. Dies kann man wohl als Kinderkrankheiten betrachten, denn Motoren halten sonst eine halbe Ewigkeit.

j.

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10.02.2020 20:05    |    Alexander67

Naja, es ist eine Frage der Definition.

Aber für mich ist der Erstwagen das Auto mit dem ich die meisten Fahrten mache. Alternativ könnte man auch die meisten Kilometer nehmen. Aber das kommt bei mir auf das selbe raus.

 

Da man mit dem E-Auto eher die meisten Fahrten macht, wäre das eher mein Erstwagen.


10.02.2020 20:19    |    Martinirosso

Zwei Dinge welche man als E-Autofahrer unbedingt benötigt:

Skrupellosigkeit gegenüber der Umweltanforderungen: denn selbst Diesel sind besser.

Risikofreudigkeit, denn in Kürze wird wohl Wasserstoff das Rennen machen, da die Forschung den Schritt in die Serienfertigung geht und man sehen kann, wie die Gelder der Anleger jetzt in Wasserstoff fließen und nicht mehr in Akku-Technik.

Voraussetzung ist natürlich auch: keine eigenen Kinder, welche einem Vorwürfe machen könnten.


10.02.2020 20:24    |    Alexander67

Zitat:

@Martinirosso schrieb am 10. Februar 2020 um 20:19:13 Uhr:

Zwei Dinge welche man als E-Autofahrer unbedingt benötigt:

Skrupellosigkeit gegenüber der Umweltanforderungen: denn selbst Diesel sind besser.

Risikofreudigkeit, denn in Kürze wird wohl Wasserstoff das Rennen machen, da die Forschung den Schritt in die Serienfertigung geht und man sehen kann, wie die Gelder der Anleger jetzt in Wasserstoff fließen und nicht mehr in Akku-Technik.

Voraussetzung ist natürlich auch: keine eigenen Kinder, welche einem Vorwürfe machen könnten.

Wäre ich mir nicht so sicher.

Also bezüglich der Umwelt habe ich sogar starke Zweifel an der These.

Habe es aber nie selbst nachgerechnet.

 

Und bezüglich Wasserstoff mal abwarten.

Ich gebe zu, dass ich bisher von den BEV nicht wirklich überzeugt bin.

Also wer Zuhause laden kann und keine Reichweiten- Probleme zu erwarten hat, der hat wohl kein Problem.

Aber alle anderen....


10.02.2020 20:36    |    notting

- IIRC haben die meisten Teslas mit 400Mm schon einen Akkutausch hinter sich, meist auf Garantie. Bei neueren Teslas hat sich Tesla in den Garantiebedingungen nun offiziell das Recht gesichert die Ladeleitung permanent reduzieren zu dürfen um ältere Akkus zu schonen (ich meine nicht die temperatur-bedingten Gründe). Allerdings tun sie es schon seit Jahren (z. B. 90 statt 120kW).

- Es gibt Teslas, wo das Gratis-Supercharging nur für den Erstkäufer gilt, aufpassen!

- "Selbst alte E-Autos sind noch immer steuerbefreit (10 Jahre)." - ab EZ... Im nächsten Satz wird von EZ 2013 geredet, d.h. nur noch 3 Jahre keine Steuer.

- Den C-Faktor erklärt man besser so: Z. B. 2C liegen vor, wenn die Ladeleistung in kW doppelt so hoch ist wie die Akkukapazität in kWh. 1C sollte den Akku nicht besonders stressen, außer wenn er eine beschissene Klimatisierung hat. Leaf I und II sind diesbzgl. sehr negativ aufgefallen.

 

Mir fehlt hier zwischen dem E-Up und dem eGolf der Zoe. Ok, hab die Renault-Brille auf :-)

Angebl. kann man beim Zoe den Akku nachträgl. kaufen. Kosten je nach Restkapazität, die gemessen wird.

Allerdings kostet der Zoe II ungefähr soviel wie der Zoe I, aber der Zoe II hat als kleinsten Akku elektr. begrenzte 41kWh und es ist eine CCS-Option verfügbar während der Zoe I zum gleichen Preis einen 22kWh-Akku hatte aber kein CCS verfügbar ist usw. Außerdem ist die Prämie beim Neukauf kürzl. erhöht wurde (beim Zoe I lange Zeit 5kEUR inkl. staatl. Prämie, jetzt 6kEUR.

 

Was bei allen Gebrauchten gilt: Multimedia-System prüfen! Funktioniert alles? Wurde die SIM-Karte deaktiviert weil die Hersteller-Services über Mobilfunk nicht genutzt wurden? Kann man noch aktuelle Karten für das Navi kaufen? GPS-Week-Rollover-Update verfügbar/installiert?

 

In https://www.heise.de/autos/artikel/Was-kostet-ein-E-Auto-4648432.html steht übrigens, dass sich für Wenigfahrer ein gebrauchter E-Up ggü. einem Benziner-Up nicht lohnt auch wenn man daheim laden kann wegen der zu unterschiedl. Anschaffungspreisen.

 

notting


10.02.2020 20:42    |    Alexander67

Der c-Faktor spielt auch bei der Leistungsabgabe eine Rolle.

Zugegeben hier spielt auch das Gaspedal eine Rolle, ebenso wie beim elektrisch bremsen, was ja wiederum eine Form des Ladens ist.

Also kinetische Energie oder auch potentielle Lageenergie werden beim Bremsen wieder zu Ladung im Akku.


10.02.2020 20:50    |    Sp3kul4tiuS

wir haben zwei Erstwagen :P

Einmal im Jahr schaue ich mal was es so gibt. Aber mehr wird daraus auch nicht.


10.02.2020 21:22    |    notting

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 10. Februar 2020 um 20:42:12 Uhr:

Der c-Faktor spielt auch bei der Leistungsabgabe eine Rolle.

Zugegeben hier spielt auch das Gaspedal eine Rolle, ebenso wie beim elektrisch bremsen, was ja wiederum eine Form des Ladens ist.

Also kinetische Energie oder auch potentielle Lageenergie werden beim Bremsen wieder zu Ladung im Akku.

Das ist an sich richtig, aber die Spitzen-Motorleistung dürfte i.d.R. stärker zeitl. begrenzt sein als die Spitzen-Ladeleistung, weil letzteres die Benutzer in der Praxis sonst noch mehr nerven würde. Außerdem muss der Motor auch selbst vor Überhitzung geschützt werden.

 

notting


10.02.2020 22:10    |    Alexander67

Zitat:

@notting schrieb am 10. Februar 2020 um 21:22:17 Uhr:

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 10. Februar 2020 um 20:42:12 Uhr:

Der c-Faktor spielt auch bei der Leistungsabgabe eine Rolle.

Zugegeben hier spielt auch das Gaspedal eine Rolle, ebenso wie beim elektrisch bremsen, was ja wiederum eine Form des Ladens ist.

Also kinetische Energie oder auch potentielle Lageenergie werden beim Bremsen wieder zu Ladung im Akku.

Das ist an sich richtig, aber die Spitzen-Motorleistung dürfte i.d.R. stärker zeitl. begrenzt sein als die Spitzen-Ladeleistung, weil letzteres die Benutzer in der Praxis sonst noch mehr nerven würde. Außerdem muss der Motor auch selbst vor Überhitzung geschützt werden.

 

notting

Ja, das spielt natürlich auch eine Rolle.

Aber wenn man mal den auch erwähnten "22kWh-Akku" betrachtet, dann kann der bei c=1 nur 22kW (Dauer-)leistung.

Ok, er wird mehr können.

Aber ich denke kleine Akkus, insbesondere in Hybriden oder gar Hybriden ohne Plug-In, werden bestimmt immer wieder ganz schön hoch belastend.


10.02.2020 22:13    |    Goify

Wenn einem die Umwelt wichtig ist, hat man nur einen Erstwagen. Jedes zusätzliche Auto - auch wenn es nur mit Sonnenlicht fahren sollte - belastet die Umwelt unnötig. Daher ist die ganze Fragestellung obsolet.


10.02.2020 22:30    |    Schwarzwald4motion

Zitat:

@Goify schrieb am 10. Februar 2020 um 22:13:43 Uhr:

Wenn einem die Umwelt wichtig ist, (…) Daher ist die ganze Fragestellung obsolet.

War bloß nicht die Fragestellung.


10.02.2020 22:38    |    Alexander67

Zitat:

@Goify schrieb am 10. Februar 2020 um 22:13:43 Uhr:

Wenn einem die Umwelt wichtig ist, hat man nur einen Erstwagen. Jedes zusätzliche Auto - auch wenn es nur mit Sonnenlicht fahren sollte - belastet die Umwelt unnötig. Daher ist die ganze Fragestellung obsolet.

Sehe ich nicht so.

OK, die Frage ist ob man auch 3 oder 4 oder... Autos braucht.

Mein Erstwagen ist derzeit ein 3008 Diesel-Hybrid.

Leider nicht mehr für jede Innenstadt...

Nun ja, mal sehen. Der wird vermutlich noch bis maximal 2026 gefahren. Dann ist er 12 Jahre alt und wohl auch über 200000km.

Der Zweitwagen ist ein 307cc. 2014 als 10Jähriger gekauft und soll noch bis mindestens 2034.

Dann bekommt der ein H-Kennzeichen. Sollte dann 150000km haben.

Und dann noch der T3.

Im Verbrauch nicht so umwerfend gut.

Oder in den Fahrleistungen.

Aber Platz.

Sich da mal neben einen E-Klasse Kombi stellen dessen Besitzer sich abmüht einen Fernseher einzuladen. Dann den Kopf schütteln und etwas über Kleinwagen sagen in die man nicht mal einen Fernseher rein bekommt.

Hat schon was...

Mit dem Auto könnte ich mir jetzt auch einen kleineren Erstwagen leisten.

Einen gebrauchten Yaris Hybrid mit wenig km könnte ich für meinen noch bekommen.

Das wäre dann der Plan die die Probleme in Innenstädten zu groß werden.

Vom Umweltschutz her sehe keinen wesentlichen negativen Effekt wenn da 2 Autos stehen die auf das Jahr betrachtet nicht viel gefahren werden. Das Problem ist eher der Erstwagen. Bzw. dessen Fahrleistung.


10.02.2020 22:38    |    Goify

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 10. Februar 2020 um 22:30:32 Uhr:

War bloß nicht die Fragestellung.

Das stimmt, der TE hat keine Frage gestellt.


10.02.2020 22:41    |    Goify

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 10. Februar 2020 um 22:38:08 Uhr:

Vom Umweltschutz her sehe keinen wesentlichen negativen Effekt wenn da 2 Autos stehen die auf das Jahr betrachtet nicht viel gefahren werden. Das Problem ist eher der Erstwagen. Bzw. dessen Fahrleistung.

Würden Autos auf Bäumen wachsen, würde ich dir voll zustimmen. Aber das tun sie nicht.


10.02.2020 22:47    |    Alexander67

Falsches Forum


10.02.2020 22:57    |    jennss

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 10. Februar 2020 um 20:05:04 Uhr:

Naja, es ist eine Frage der Definition.

Aber für mich ist der Erstwagen das Auto mit dem ich die meisten Fahrten mache.

Das stimmt, so kann man es sehen. Deswegen habe ich auch manchmal "einziges Auto" geschrieben. Wir haben gerade den BMW 225xe und den Smart EQ. Der BMW ist auch gut langstreckentauglich, der Smart EQ kaum. Ich fahre 90% der Kilometer mit dem Smart. Kurzstrecken gehen auch mit dem BMW, nur nicht ganz so praktisch und mit höheren Fahrkosten. Der Kleine ist quasi ein Spezialist und da sehr gut, nämlich in der City. Die Bezeichnungen "Erstwagen" und "Zweitwagen" sind eigentlich nicht wichtig, aber halt geläufig, also dass der Zweitwagen das Kurzstreckenfahrzeug ist und der Erstwagen für alles geht, d.h. als mögliches, einziges Auto geeignet wäre. Der Zweitwagen gilt als Ergänzung, auch wenn er mehr gefahren wird - deswegen so die Überschrift.

 

Den Umweltaspekt sehe ich im Thema eher unbedeutend. Überhaupt glaube ich, dass die meisten Autofahrer in Wirklichkeit viel weniger nach Umweltfreundlichkeit entscheiden als es den Anschein hat. Die Sache mit der Umwelt ist der Grund für die Regierung, E-Autos zu fördern. Der Käufer entscheidet nach seinen Kriterien, also eher Praxistauglichkeit, Fahrspaß, Komfort etc..

j.


10.02.2020 22:59    |    Goify

Ich wollte nur das Thema Zweitwagen vom richtigen Winkel aus beleuchten. Der geht ja doch oft verloren in der Euphorie für das Elektroauto und man bemüht das Milchmädchen für dessen Rechtfertigung.

Gut ist die Herangehensweise mit dem Gebrauchtwagen, denn damit hat man den größten Wertverlust schon mal hinter sich.


10.02.2020 23:01    |    Alexander67

Zitat:

@Goify schrieb am 10. Februar 2020 um 22:41:40 Uhr:

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 10. Februar 2020 um 22:38:08 Uhr:

Vom Umweltschutz her sehe keinen wesentlichen negativen Effekt wenn da 2 Autos stehen die auf das Jahr betrachtet nicht viel gefahren werden. Das Problem ist eher der Erstwagen. Bzw. dessen Fahrleistung.

Würden Autos auf Bäumen wachsen, würde ich die voll zustimmen. Aber das tun sie nicht.

Der T3 ist ein Ex Feuerwehr.

Zum Verschrotten echt zu schade und als Erstwagen in jeder Beziehung untauglich.

Aber er erlaubt mir zukünftig kleinere/sparsamere Erstwagen.

 

Der 307cc ist halt eben das Cabriolet für den Sommer.

Nicht ganz so sparsam wie der Erstwagen.

Aber auch nicht schlecht.

 

Beide als Gebrauchtwagen gekauft die als Erstwagen nicht geeignet und/oder zu schade sind.

Beides Fahrzeuge die es wert sind erhalten zu werden.

Quasi wie ein Apfel der vom Baum gefallen ist und den ich lieber selbst esse als ihn den Würmern zu überlassen.

Also ja, in gewisser Weise vom Baum gefallen, also quasi da gewachsen.

;-)


10.02.2020 23:30    |    Grasoman

Zitat:

Ein e-Up von 2013 hat eine Akkugarantie von 160000 km/8 Jahre, d.h. man kauft einen Gebrauchtwagen, auf den es beim teuersten Bauteil noch immer Garantie gibt (bis 160000 km).

Bis 160.000 km nur im Optimalfall. Realistischer: noch 1 Jahr. EZ war 2013, jetzt ist 2020, also sind 7 Jahre weg und es gibt noch 1 Jahr Restgarantie. Im Optimalfall knapp 2 Jahre.

 

Und dann gibt es diese Garantie auch nur auf so 70% Restkapazität. Wenn der Akku also noch 70% hat, ist es auch nichtmal ein Garantiefall. Leider geht es danach aber dann ziemlich drastisch bergab mit der Akkukapazität. Und eine Garantie (eine freiwillige Leistung des Herstellers) ist an Herstellerbedingungen gebunden wie z.B. regelmäßige Hersteller-Inspektionen. Hat irgendeine Nase zwischendrin eine der Inspektionen verpasst (oder sich gespart) => ist es auch Essig mit der Batteriegarantie.

 

Dann gibt's am 7-jährigen e-Up nur noch das 1 Jahr Sachmängelhaftung des gewerblichen Verkäufers (mit der bekannten Beweislastumkehr in den ersten 6 Monaten), weshalb kaum ein gewerblicher Verkäufer so "alte" BEVs handelt, sondern die lieber an Gewerbe oder Export verkauft. Wer den 7-jährigen von privat gekauft hat: hatte gleich nicht mal die Sachmängelhaftung und schaut bei Akku-Defekten ganz in die Röhre.

 

Und es gab wirklich grottige Akkus: Leaf 1. Generation, iMiev/C-Zero/iOn vor der Umstellung auf die Lizard Zellchemie. Diese LMO-Akkus altern auch schnell, hatten oft nur 5 Jahre, 100.000 km Garantie. Auch die ersten 2-3 Jahre der Lizard-Batterien (dann NMC) waren bei Hitze nicht viel besser.

 

Zitat:

Bei alten E-Autos gibt es ja viel weniger Teile, die kaputt gehen können. Insofern erscheint mir ein gebrauchtes E-Auto kalkulierbarer als ein Verbrenner. Wenn jedoch irgendwann einzelne Zellen des Akkus getauscht werden müssen, kann es leicht über 1000 € kommen.

Und vor allem muss man erstmal den Batterie-Dienstleister finden, der das wirklich auch kompetent und routiniert macht und nur die nötigen die richtigen Zellen austauscht. Selbst dann hat man danach ein Pack, das halt schlecht balanciert (wieder nur auf das Minimum der schlechtesten Zellen), weil die Zellkapazitäten so unterschiedlich sind.

 

Das Standard-Angebot der Hersteller ist ein komplett neues Akkupack - aber immer noch mit der grottigen Kapazität von vor x Jahren. Und dieser neue Akku kann locker mehr kosten als das ganze neue Auto. Habe ich selbst gesehen: C-Zero neu vor einigen Jahren: 18500 EUR, der Akku (nur 15 kWh!) allein als Ersatzteil 24.000 EUR.

 

Hingegen den Zahnriemenwechsel macht jeder Kfz-Schrauber und jede Werkstatt-Kette. Selbst wenn dann noch ein Auspuffendtopf, Zündkerzen, ein Kraftstofffilter, Motor-Luftfilter, paarmal Motoröl und z.B. eine Lambdasonde dazu kommen sollten: das ist alles Standardkram. Selbst einen DPF auszubauen und beim DPF-Dienstleister wie Barten thermisch reinigen zu lassen (375 EUR), ist eher Standardzeug.

 

Und gegen 4-6 Liter Super/100km für nen Kleinstwagen (5,60-8,40 EUR mit 1,40 EUR/Liter Super) muss man mit z.B. 20kWh/100km*26 Cent/kWh=5,20 EUR/100km erstmal eine große "Spritkostenersparnis" rausfahren auf den vielleicht 10.000 km im Jahr. Nein, das wird auch nix. 0,40 EUR mal 100 = 40 EUR. Das sind Peanuts. Selbst 3,20 EUR * 100 = 320 EUR im Jahr => immer noch Kleinkram. Und bei 10.000 km im Jahr ist so ein Zweitauto schon richtig viel bewegt worden, etliche sind eher so bei 5000 km/Jahr.

 

Einen gut abgehangenen BEV-Zeitwagen fährt man IMHO nicht, weil er billig/günstig ist. Sondern weil es vielleicht ein bisschen mehr Freude macht und das Umwelt-Gewissen beruhigt.

 

Zitat:

Neue E-Autos mit mäßiger Reichweite sind z.B. Smart, e.Go und eUp der 2. Generation, aber auch noch Honda e, Mini Cooper SE und andere.

Ich finde Honda e, Mini Cooper SE da schon deutlich zu teuer als Zweitwagen.


11.02.2020 08:27    |    PIPD black

Zitat:

@jennss schrieb am 10. Februar 2020 um 22:57:27 Uhr:

Den Umweltaspekt sehe ich im Thema eher unbedeutend. Überhaupt glaube ich, dass die meisten Autofahrer in Wirklichkeit viel weniger nach Umweltfreundlichkeit entscheiden als es den Anschein hat.

Welch Überraschung.:o Nicht jeder (oder besser: die meisten) ist so gut betugt, sich 2 teure Elektrokarren in den Hof zu stellen.

 

Zitat:

Die Sache mit der Umwelt ist der Grund für die Regierung, E-Autos zu fördern.

Nee du, die Sache mit der Umwelt ist einfach nur "Fähnchen in den Wind halten" um Stimmen zu fangen und die hiesige in der Klemme steckende Automobilindustrie zu fördern.


11.02.2020 08:30    |    jennss

Ja, der alte Leaf hatte wohl keine guten Akkus. Insbesondere der 33 kWh-Akku hatte Probleme, soweit ich weiß.

 

Einen Stromer, bei dem eine Kapazität nur knapp über 70% ausgelesen wurde, würde ich wohl auch nicht nehmen. 7 Jahre und über 80% sind ok., denke ich, abhängig vom Preis.

 

Ja, das Argument für einen Stromer ist vor allem die perfekte Stadteignung inkl. Fahrspaß und Komfort, weniger die Kosten.

j.


11.02.2020 08:37    |    Goify

Ich sehe die Argumente für den Stromer sogar langsam schwinden. Mir kommt es so vor, als sei der Hype wieder am abkühlen und das E-Auto wird zur gleichen Nische wie Autogas.


11.02.2020 09:21    |    jennss

Das sehe ich nicht. :D

Ladesäulen werden immer mehr, das Angebot an E-Autos immer größer, in Auto-Zeitschriften kommen sehr viele E-Auto- Berichte, die Förderung steigt weiter. Etwas bremsen solche Kettenbriefe auf WhatsApp, z.B. über einen Prof. Wellnitz (den habe ich von verschiedenen Leuten schon bekommen) mit Worstcase-Szenarien etc., aber einen schwindenden Hype kann ich nicht erkennen. Insgesamt verbessert sich die Aufklärung.

j.


11.02.2020 09:31    |    Goify

Zitat:

@jennss schrieb am 11. Februar 2020 um 09:21:02 Uhr:

Insgesamt verbessert sich die Aufklärung.

Mit Fakten oder Fake-News? :D


11.02.2020 09:34    |    Schwarzwald4motion

Hoffe mal sehr das die Blase langsam Platzt und auch andere erkennen das es schlicht quasi alternativlos ist wenn der Individualverkehr auch nur Rudimentär bestehen bleiben soll.

Etwas Tragisch ist aber schon das sich ein E-Auto erst bei vielen Km Rechnet, die Akkugröße aber den City-Radius kaum verlässt ohne Argumente der Gegner zur Emissionsrechnungen Tangieren (CO2-Rucksack).

Dabei stellen diese auch nur den Aktuellen Strommix zur Diskussion, also die Autolebenszeit wird nicht entsprechend berücksichtigt.


11.02.2020 09:50    |    Goify

Meinst du, dass sich am Strommix noch großartig was tut in den nächsten 10 Jahren?


11.02.2020 10:11    |    Alexander67

Zitat:

@Goify schrieb am 11. Februar 2020 um 09:50:57 Uhr:

Meinst du, dass sich am Strommix noch großartig was tut in den nächsten 10 Jahren?

Ja, selbst das umstrittene neue Steinkohle Kraftwerk ist da ein Schritt in die richtige Richtung.

Das ist um Welten besser als alte Braunkohle Kraftwerke.

Dann auch Kraft-Wärne-Kopplungen inklusive denen die die Abwärme wiederum zur Stromerzeugung nutzen.

Gerade der Kraft-Anteil von denen kann sehr gut auch zur Spitzenlastabdeckung oder bei Windflaute oder Wolken eingesetzt werden.

Nicht zu vergessen mehr Solarzellen.

 

Ja, da tut sich auch ohne neue Windkraft einiges.


11.02.2020 10:11    |    Schwarzwald4motion

Zitat:

@Goify schrieb am 11. Februar 2020 um 09:50:57 Uhr:

Meinst du, dass sich am Strommix noch großartig was tut in den nächsten 10 Jahren?

Hängt praktisch ausschließlich an der Politik, Möglichkeiten gäbe es genug.

Eines der Hauptprobleme sind die Energiekonzerne deren Lobbys Dezentrale Kleinlösungen auf Gedeih und Verderb verhindern wollen, diese soufflieren der Politik ihre eigenen Gewinnmaximierungsstrategien.

Wenn diese Strukturen durchbrochen werden können (CO2-Emissionsrechtehandel) könnte sogar konservative dies u.U. schaffen. :D


11.02.2020 10:27    |    jennss

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 11. Februar 2020 um 09:34:17 Uhr:

Etwas Tragisch ist aber schon das sich ein E-Auto erst bei vielen Km Rechnet, die Akkugröße aber den City-Radius kaum verlässt ohne Argumente der Gegner zur Emissionsrechnungen Tangieren (CO2-Rucksack).

Dabei stellen diese auch nur den Aktuellen Strommix zur Diskussion, also die Autolebenszeit wird nicht entsprechend berücksichtigt.

Die Autolebenszeit ist noch nicht wirklich klar zu sagen. Von der Laufleistung her erreichen Stromer im Schnitt sicher recht locker die Durchschnitte der Verbrenner (200000 km), zumal die Akkus immer größer und besser klimatisiert werden. Unklar ist der Faktor der Alterung. Daher geben die Hersteller "nur" 8 Jahre Garantie. Sicher kann man das erst nach 10 bis 20 Jahren einschätzen. Es ist halt eine neue Technik und noch nicht so weit ausentwickelt wie Verbrenner, wo wohl nicht mehr viel rauszuholen ist.

 

Preislich sehe ich es jedoch positiv. Ein vergleichbarer Golf mit 150 PS TDI kostet ab 32790 € (nur mit DSG zu bekommen). Das unterbietet der ID.3 schon ohne die Umweltprämie. Er hat 330 km nach WLTP-Norm und ist damit auch einigermaßen langstreckentauglich (100 kW laden wird wohl Aufpreis kosten, bleibt aber sicher noch unter dem TDI-Preis. Fahrkosten sind klar niedriger als beim Diesel. Auf Langstrecke bekommt man an Ionity-Ladesäulen 33 Ct./kWh. Überhaupt denke ich, dass dieser Quatsch mit den 79 Ct. nur gegen Teslas Supercharger geht. Viele Marken bekommen den günstigen Preis.

 

Zum CO2 ist die Sache eigentlich klar. VW produziert den ID.3 schon CO2-frei mit Ökostrom. An allen Fronten verbessert sich die Situation:

 

- Akkuherstellung bzgl. CO2

- Ladesäulen-Situation/Infrastruktur

- Reichweiten

- Ladezeiten

- Neupreise der Autos

- Ökostrom-Anteil (pro Jahr +4%?)

- Recycling der Akkus

- Erfahrungen zur Lebensdauer etc.

 

Das kann man doch kaum übersehen.

j.


11.02.2020 10:28    |    Goify

Ich plane gerade ein Nahwärmenetz für ein Dorf. Angeschlossen werden sollen ca. 50 Wohngebäude und betrieben werden soll es mit regional erzeugten Hackschnitzeln auf Basis einer Genossenschaft.

Die Politik fördert die gesamte Anlage mit ca. 60 % Zuschuss. Was will man mehr? Die Politik hat ihre Hausaufgaben gemacht, jetzt muss jeder einzelne was tun, wenn er nicht zu bequem dafür ist (wie fast immer).


11.02.2020 10:31    |    Alexander67

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 11. Februar 2020 um 10:11:30 Uhr:

Zitat:

@Goify schrieb am 11. Februar 2020 um 09:50:57 Uhr:

Meinst du, dass sich am Strommix noch großartig was tut in den nächsten 10 Jahren?

Hängt praktisch ausschließlich an der Politik, Möglichkeiten gäbe es genug.

Eines der Hauptprobleme sind die Energiekonzerne deren Lobbys Dezentrale Kleinlösungen auf Gedeih und Verderb verhindern wollen, diese soufflieren der Politik ihre eigenen Gewinnmaximierungsstrategien.

Wenn diese Strukturen durchbrochen werden können (CO2-Emissionsrechtehandel) könnte sogar konservative dies u.U. schaffen. :D

Ja!!!

Kraft-Wärme Kopplung in jedem Haus ist möglich.

Mit Wärme und Stromspeicher. Vor allem Wärmespeicher.

In Abhängigkeit vom Ladezustand und Strompreis kann dann so ein Gerät problemlos Strom für den Eigenbedarf und oder den Verkauf erzeugen. Zusätzlich zu Solarzellen und Solarthermie und Wärmepumpe (mit dem eigenen Strom erzeugt) kann quasi jeder sehr autark in der Stromversorgung werden.

Quasi ohne große Atom oder Kohlekraftwerke.

 

Aber dann stehen deren Betreiber ja ohne dieses Geschäftsmodell da.


11.02.2020 10:41    |    2704

Zitat:

@Goify schrieb am 11. Februar 2020 um 10:28:29 Uhr:

Ich plane gerade ein Nahwärmenetz für ein Dorf. Angeschlossen werden sollen ca. 50 Wohngebäude und betrieben werden soll es mit regional erzeugten Hackschnitzeln auf Basis einer Genossenschaft.

Die Politik fördert die gesamte Anlage mit ca. 60 % Zuschuss. Was will man mehr? Die Politik hat ihre Hausaufgaben gemacht, jetzt muss jeder einzelne was tun, wenn er nicht zu bequem dafür ist (wie fast immer).

Die Politik hat ihre Hausaufgaben gemacht? Und wieso wurde in Bayern die 10H-Regelung extra eingeführt (im rest Deutschlands gilt 5H), die bewirkt, dass keine neuen Windenergieanlagen mehr gebaut werden können? Da sollen mit Steuergeldern Stromtrassen gebaut werden, obwohl man den Strom vor Ort produzieren könnte. Was hat die Politik gemacht? Zumindest in Bayern nichts als Sch....


11.02.2020 10:54    |    Alexander67

Zitat:

@2704 schrieb am 11. Februar 2020 um 10:41:09 Uhr:

Zitat:

@Goify schrieb am 11. Februar 2020 um 10:28:29 Uhr:

Ich plane gerade ein Nahwärmenetz für ein Dorf. Angeschlossen werden sollen ca. 50 Wohngebäude und betrieben werden soll es mit regional erzeugten Hackschnitzeln auf Basis einer Genossenschaft.

Die Politik fördert die gesamte Anlage mit ca. 60 % Zuschuss. Was will man mehr? Die Politik hat ihre Hausaufgaben gemacht, jetzt muss jeder einzelne was tun, wenn er nicht zu bequem dafür ist (wie fast immer).

Die Politik hat ihre Hausaufgaben gemacht? Und wieso wurde in Bayern die 10H-Regelung extra eingeführt (im rest Deutschlands gilt 5H), die bewirkt, dass keine neuen Windenergieanlagen mehr gebaut werden können? Da sollen mit Steuergeldern Stromtrassen gebaut werden, obwohl man den Strom vor Ort produzieren könnte. Was hat die Politik gemacht? Zumindest in Bayern nichts als Sch....

Ganz nebenbei ohne Stromversorgung und diese Lösung wird auch lokale Stromversorgung per Kraft-Wärme nachhaltig verhindert.


11.02.2020 11:05    |    Alubremslicht

Interessant, der Dauertest des i3. Wir haben einen als Zweitwagen gekauft, 3,5 Jahre alt, 45.000 Km, gute Ausstattung für 20.000 €. Unser bestes Auto ever!

 

Mit dem fahren wir natürlich viel mehr als mit dem Erstwagen - der eben nur noch bewegt wird wenn 5 Sitzplätze nötig, AHK nötig (Fahrräder auf AHK), lange Urlaubsfahrt nach Holland (für 800 Km ist der als Stadtwagen konzipierte i3 leider nicht geeignet) und wenn beide gleichzeitig benötigt werden immer die längere Strecke elektrisch.

 

Jetzt zeigt der Tacho 84.000 Km, fast 6 Jahre - also sehr ähnlich wie der des Dauertests beim ADAC - und 93% Akkukapazität könnte hinkommen. Es ist nämlich so, dass wir in der Praxis noch keinen Reichweitenverlust spüren.

 

Wir laden viel zu Hause an der Schukodose mit dem Ziegel (nein, das ist kein Notladegerät, das ist ein Ladegerät für niedrige Ladeleistung, zu Hause und meist über Nacht ausreichend), öfters aber auch bei Kaufland und am Flughafen CCS mit fast 50 kW (als Schwabe kommt man ja nicht umhin auch etwas auf die Jagd nach kostenlosen Lademöglichkeiten zu gehen).

 

Das Türkonzept ist weniger praktisch, ansonsten ist der BMW i3 aber voll alltagstauglich. Säcke mit Schnittgut zum Häckselplatz, flache Pakete vom IKEA (nach kostenloser CCS-Ladung :-) und sogar mal eine Waschmaschine - alles passt rein.

 

Das wäre dann also unsere (meine Frau fährt sogar öfter damit weil ich oft zur Arbeit radle) persönliche Erfahrung mit einem Elektro Gebrauchtwagen als Zweitwagen der den bislang Erstwagen fast zum Standzeug degradiert. Nur Mut, die Wartung ist gering (na ja, bei BMW immer noch nicht ganz billig, hatte aber Glück dass ich noch zur Wartung zum BMW Haus ging, kurz nach Garantieende war die Lade-Verriegelung defekt - da musste die ganze Einheit mit Verriegelung und Stellmotor ausgetauscht werden, das hätte mehrere hundert Euro gekostet. Das ging dann aber auf Kulanz ohne Kosten für uns) und der i3 fährt sich immer noch wie neu. Ich denke, dass wir den noch sehr lange weiter nutzen werden. Klar, er hat jetzt viel weniger Reichweite als aktuelle Modelle - aber das ändert ja nichts daran dass es für unseren Zweck völlig ausreichend ist.


11.02.2020 11:24    |    Alexander67

Zitat:

@Goify schrieb am 11. Februar 2020 um 10:28:29 Uhr:

Ich plane gerade ein Nahwärmenetz für ein Dorf. Angeschlossen werden sollen ca. 50 Wohngebäude und betrieben werden soll es mit regional erzeugten Hackschnitzeln auf Basis einer Genossenschaft.

Die Politik fördert die gesamte Anlage mit ca. 60 % Zuschuss. Was will man mehr? Die Politik hat ihre Hausaufgaben gemacht, jetzt muss jeder einzelne was tun, wenn er nicht zu bequem dafür ist (wie fast immer).

OK, jetzt etwas mehr Zeit.

Da das noch in der Planung ist.

Weshalb nicht (auch) eine Kraftwärme-Kopplung?

 

Bzw. wie wären dann die Zuschüsse?

 

Ja, die Kraft-Wärne-Kopplung geht nicht mit Holz.

Aber wie viel Holz benötigt ihr denn um das ganze Dorf zu heizen?

Und ganz nebenbei ist so eine Kraftwärme-Kopplung auch eine Notstromversorgung zumindest für wichtige Gebäude.

Stichwort Katastrophenvorsorge.

 

 

PS. So eine Kraftwärme-Kopplung kann man je nach Auslegung auch mit Biodiesel und altem Frittenfett oder mit Alkohol und Biogas oder ... betreiben

 

PS2. Klar geht Kraft-Wärme-Kopplung auch mit Holz.

Biogas oder Holzvergaser. Ob es da effektive fertige Lösungen auf dem Markt gibt kann ich aber nicht beurteilen.


11.02.2020 12:25    |    Goify

Der Holzvergaser steht im Nachbarort und ist für uns noch nicht ganz ausgeschlossen. Allerdings hat dieser sehr hohe Anforderungen an das Hackgut bzgl. Feuchte und Sauberkeit.


11.02.2020 13:06    |    Alexander67

Zitat:

@Goify schrieb am 11. Februar 2020 um 12:25:10 Uhr:

Der Holzvergaser steht im Nachbarort und ist für uns noch nicht ganz ausgeschlossen. Allerdings hat dieser sehr hohe Anforderungen an das Hackgut bzgl. Feuchte und Sauberkeit.

Ich denke vor allem Feuchtigkeit.

Ob da jetzt Asche mit Steinen oder nur Asche heraus kommt sollte keine soo riesige Rolle spielen.

 

Aber Feuchtigkeit reduziert auch den Wirkungsgrad der Holzverfeuerung ganz erheblich.

Deswegen sind ja auch Braunkohle-Kraftwerke sehr wenig effizient.

 

Wirklich feuchtes Holz wäre vermutlich etwas für Biogas-Anlagen.

Wenn da die feuchte Sch... von irgendwelchen Nutztieren hinzu kommt, dann fällt die feuchte im Holz gar nicht mehr auf.

Das sollte aber ein Experte genauer klären können.


11.02.2020 14:27    |    chipart

Zitat:

@Martinirosso schrieb am 10. Februar 2020 um 20:19:13 Uhr:

... denn in Kürze wird wohl Wasserstoff das Rennen machen, da die Forschung den Schritt in die Serienfertigung geht und man sehen kann, wie die Gelder der Anleger jetzt in Wasserstoff fließen und nicht mehr in Akku-Technik.

Du solltest eine Quelle hierzu angeben. Ja, genau - ich hab‘s gleich: Das war der Chef eines großen deutschen Automobilherstellers bei der Eröffnung der IAA irgendwann Anfang der 90er Jahre (NECAR hiess das Ding glaub ich). Dauert gar nicht mehr lange, und die ganze Welt versteht, dass nur der deutscher (sprich: schwäbische) Ingenieur kapiert hat, was wirklich die beste Technik ist.

 

Aber ich bin ja ganz bei Dir: So bald sich die Betamax-Videorekorder endlich durchgesetzt haben wird die Welt auch merken, dass H2-Brennstoffzellen den Batterieelektrischen Autos überlegen sind ;-)


11.02.2020 14:40    |    Alubremslicht

Zitat:

@chipart schrieb am 11. Februar 2020 um 14:27:19 Uhr:

Zitat:

@Martinirosso schrieb am 10. Februar 2020 um 20:19:13 Uhr:

... denn in Kürze wird wohl Wasserstoff das Rennen machen, da die Forschung den Schritt in die Serienfertigung geht und man sehen kann, wie die Gelder der Anleger jetzt in Wasserstoff fließen und nicht mehr in Akku-Technik.

Du solltest eine Quelle hierzu angeben. Ja, genau - ich hab‘s gleich: Das war der Chef eines großen deutschen Automobilherstellers bei der Eröffnung der IAA irgendwann Anfang der 90er Jahre (NECAR hiess das Ding glaub ich). Dauert gar nicht mehr lange, und die ganze Welt versteht, dass nur der deutscher (sprich: schwäbische) Ingenieur kapiert hat, was wirklich die beste Technik ist.

 

Aber ich bin ja ganz bei Dir: So bald sich die Betamax-Videorekorder endlich durchgesetzt haben wird die Welt auch merken, dass H2-Brennstoffzellen den Batterieelektrischen Autos überlegen sind ;-)

Vergesse nicht die bayrischen Ingenieure. Auf der IAA letztes Jahr hatte BMW ein Schnittmodell eines Brennstoffzellenaggregats ausgestellt. Direkt neben so einem riesigen, verbrauchsstarken SUV. Ich habe es mir interessiert angeschaut und vor Allem zugehört wie ein offensichtlich technisch sich auskennender Besucher Detailfragen zu Schichtdicken etc. gestellt hat. Die Antwort des BMW-lers sprach Bände! So genau könne man das nicht sagen, die Stacks selber seien ja von Toyota.

 

Es waren also nur die Leitungen und Schnittstellen "drum rum" von BMW - aber eben publikumswirksam das Schnittmodell in einer toll in Szene gesetzten Glasvitrine! Also auch bei BMW schreitet die Wasserstofftechnologie in riesigen Schritten - nicht - voran.

 

Wasserstoff/Brennstoffzellentechnik für PKWs stand vor einigen Jahren noch direkt am Abgrund - heute ist man da einen Schritt weiter, würde ich sagen.


11.02.2020 14:57    |    ricofan

Hallo,

 

1. Als City-Auto würde ich ein kleines E-Auto befürworten, da hier sowieso zu fast 90 % nur 1 Person(Fahrer) an Bord ist. Bei mir wäre auch eine private Ladesmöglichkeit vorhanden.

 

Im TV wurde vor kurzem ein ausführlicher, doch eher kritischer Bericht über die Umweltschäden, verursacht auch durch die E-Autos, gesendet.

Es wurden nur kleine E-Motoren bei einer hohen Km-Leistung überhaupt als einigermaßen umweltfreundlich eingestuft. Jeder Diesel und Benziner ist insgesamt umweltfreundlicher - wenn alle Aspekte beachtet werden. Die Umweltschäden für die Rohstoffgewinnung der Batterien sind beträchtlich und steigen.

 

Wie richtig hier erkannt, stehen für die meisten Autofahrern die Umweltaspekte nicht primär im Vordergrund.

Insgesamt ist aber die Wasserstoff-Technologie, z.B. auch für den Fernverkehr, vorteilhafter und daher, für mich, vorzuziehen -

aber jetzt für die Stadt- siehe oben unter 1.


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