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29.05.2020 12:01    |    jennss    |    Kommentare (65)

Ist die E-Plattform ein entscheidender Vorteil?

Wenige Hersteller setzen auf eine reine Elektroplattform, die meisten noch auf eine Verbrennerbasis.

 

Beispiele zur reinen Elektroplattform:

Teslas

VW ID-Modelle

Porsche Taycan

BMW i3

Honda e

 

Auf gemeinsamer Plattform mit Verbrennern z.B.:

VW e-Up

Opel Corsa-e

Hyundai Ioniq

Hyundai Kona

Mercedes EQC und EQA (?)

Mini Cooper SE

 

Die reine E-Plattform bietet:

- Heckantrieb: Enger Wendekreis, bessere Traktion

- Meist Akku als "Skateboard" (Brettform) ganz unten

- Dadurch manchmal erhöhte Bauweise (fast SUV)

- Akkukapazität skalierbar durch Freiraum lassen im "Skateboard"

- Mehr Radstand/Platz

- Kurze Fronthaube

 

Irgendwo las ich mal: "Der Mercedes EQC hat einen Mitteltunnel, wie dumm."

Das sehe ich jedoch anders: Ein Mitteltunnel ermöglicht eine Akkuaufnahme bei noch relativ tiefer Position. Das halte ich für klug. So hat auch der Taycan einen kleinen Mitteltunnel im Fond (obwohl ich nicht weiß, ob das dem Akku zugute kommt).

 

Was die Zugfähigkeit angeht: Ich denke, das kann man nicht sagen, ob kombinierte Plattformen da Nachteile haben. Eine hohe Zuglast bietet z.B. der Polestar 2 (E-Plattform), wie auch der Audi E-Tron (basiert vermutlich auf Verbrenner). Allerdings kann man ein Auto auch nicht immer klar zuordnen, denn bei sehr hohem Aufwand sind die Grenzen der Plattformen verwischt.

 

Zu den Kosten: Je größer die Stückzahl der E-Autos ist, desto vorteilhafter dürfte die E-Plattform sein. Irgendwo liegt da der Breakeven-Punkt. Bei niedriger Stückzahl lohnt die Entwicklung einer reinen E-Plattform nicht. Ein ID.3 soll ggü. dem eGolf immerhin 40% günstiger zu fertigen sein. VW muss jedoch 2 Plattformen in einer Klasse pflegen, also Golf 8 und ID.3. Bei gemeinsamer Plattform könnte es leichter sein, viele Optionen und Farben anzubieten, sofern es der gleiche Produktionsort ist.

 

Gute Beispiele sind ID.3 und Corsa-e. Der Corsa ist deutlich niedriger, hat "Fußgaragen" zwischen den Akkus. Der ID.3 dagegen setzt auf einen großen Akku im Unterboden ("Skateboard"). Den ID.3 gibt es mit 3 Akkugrößen, den Corsa-e nur mit einer, bei der der Platz im Boden voll ausgenutzt wird. Beim ID.3 ist der Boden nur bei größtem Akku voll bestückt. Ich könnte mir vorstellen, dass der Akkuwechsel beim ID.3 leichter ist. Im Normalfall sollte der Akku aber ein Autoleben lang halten. Beim BMW i3 mit 60 Ah konnte man auf 94 Ah wechseln. Der komplette Akku wurde getauscht, der alte zurückgenommen. Das Angebot haben allerdings nur wenige in Anspruch genommen.

 

Der ID.3 hat 10,2 m Wendekreis, da er die Vorderräder dank Hinterradantrieb weiter einschlagen kann. Golf und der kleinere Corsa-e haben ca. 10,7 m Wendekreis. Das ist insofern bemerkenswert, weil der ID.3 einen deutlich größeren Radstand hat als der Golf und auf den Rücksitzen fast soviel Platz haben soll wie ein Passat.

 

Der Taycan ist als reine E-Konstruktion dem Verbrenner etwas ähnlich (Fußgaragen). Wie es bei Zoe und Leaf 2 aussieht, weiß ich nicht. Die sind ja recht hoch, haben aber trotzdem Frontantrieb. Typisch für kombinierte Plattformen ist eigentlich oft der gemeinsame Frontantrieb. Die Eigenschaften sind jedoch nicht klar festgelegt. Der Smart ist wohl eine E-Plattform, die auf Verbrenner umgestellt wurde - eine Ausnahme. Perfekte Achslastverhältnisse kann man offenbar bei allen Varianten mit E-Antrieb erreichen.

 

Während der Golf 7 und der Up schon von Beginn an für Verbrenner und E-Antrieb konstruiert wurden, hat man den Mini tatsächlich komplett nachträglich umgebaut, was viel Aufwand gewesen sein soll (Rahmen im Motorraum, Karosserie ca. 2 cm höher gelegt).

 

Wie seht ihr das? Wie würdet ihr entscheiden, wenn ihr Firmenchef wärt? BMW setzt nach dem i3 gar wieder auf eine gemeinsame Plattform. Ist 2020 noch zu früh/riskant für E-Plattformen? Sollte sich der ID.3 nicht gut verkaufen, hätte man viele Millionen in den Sand gesetzt.

 

Werden die Vorteile der reinen E-Plattform womöglich überschätzt oder bringen sie weitere Argumente für ein E-Auto.

j.

 

PS: Erstes Foto ist von VW, die anderen von mir.

 

PPS: Hier nochmal mein Hochformat-Video zur IAA 2019 (randlos am Handy anzusehen). Dort sieht man viele E-Autos:

 

 

(lauter Videoschnipsel ohne Kommentar)

 

00:12 min. VW ID.3

2:17 VW ID.R

2:46 Seat El Born

3:02 VW ID.3

3:19 VW e-Up

3:35 ABT Caddy e

3:45 VW Spielzeug

4:00 Porsche Taycan

4:50 Lamborghini

5:21 Fr. Merkel + Greenpeace

6:36 Ducati

6:45 Audi

7:59 Outdoor

8:15 Exotisches

8:40 Honda e

9:25 M-Byte

9:59 Wey

10:48 Bosch

11:15 Emp800

11:25 BMW i8 Roadster

11:40 Exotisches

12:00 Tesla

12:18 Zero Motorrad

12:30 Isdera

12:43 Jaguar iPace

13:05 Hyundai

14:23 BMW i4, Roller, Studie

15:24 Opel eCorsa

16:15 BMW i8-Nachfolger, Motorrad

16:40 Mini

16:58 Jaguar iPace Batterie

17:42 San Yuan

17:55 Hippie Bus T1

18:13 Maybach

19:05 Mercedes EQC

19:25 Smart

20:23 Mercedes EQV

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21.05.2020 11:38    |    jennss    |    Kommentare (124)

cngcng

Erdgas galt eine Zeit lang als Antrieb der Zukunft, hat dann aber doch nicht so richtig Anklang und Verbreitung gefunden. Ich bin jetzt nicht der Erdgas-Fachmann. Die Erdgas-Fans mögen mich hier bitte korrigieren, wenn etwas nicht stimmt.

 

VW will jetzt Erdgas zugunsten der E-Antriebe aufgeben. Das ist besonders deswegen tragisch, weil der VW-Konzern 90% der Erdgasautos in Deutschland verkauft hat (2014). Dabei ist die Umweltbilanz besser als bei Benzinern. CO2 spart man etwa 20% bis 25% und es verbrennt etwas sauberer, so dass keine Partikelfilter notwendig sind.

 

Lange Zeit gab es Kaufprämien für Erdgasautos, allerdings nicht so hoch wie jetzt bei E-Autos. Das Erdgas selbst ist noch heute subventioniert und somit günstiger zu fahren als Benzin. Außerdem ist CNG für Fahrer steuerlich ca. 30% günstiger als Benziner. Eine Tankstelle ist zwar nicht so teuer wie bei Brennstoffzellen (1 Mio. Euro), aber mit 250000 € auch nicht sehr günstig. Das bremste die Verbreitung. Erdgas braucht Zuleitungen, wird nicht über Tankwagen geliefert. In Italien wurde oder wird noch Erdgas noch massiver gefördert und erreicht im Verkehr 2,2% Anteil (Stand 2015). Zwischen 2005 und 2011 hat Italien den CNG-Anteil durch hohe Förderungen verdoppelt. Absolut gesehen ist das aber immer noch wenig.

Btw: Haben sich LPG und CNG gegenseitig kannibalisiert?

 

Erdgasautos sind teurer als Benziner (ungefördert ca. +4000 bis 5000 €) und auch etwas teurer als Diesel, aber die Fahrkosten sind dank Förderung (Stand 2015: Steuer 18 Ct. pro kg, während Benzin bei 65 Ct. und Diesel bei 47 Ct. liegen) sehr niedrig, also ähnlich wie elektro (Strom allerdings ohne Förderung), und man bekommt die höheren Kosten so ab ca. 60000 km wieder raus (hängt vom individuellen Modell ab). Ein Problem blieb trotz Förderung das Tankstellennetz. Erdgasautos haben weniger Reichweite als Benziner, also so ca. 250 bis 350 km, und man kann sie natürlich nicht zuhause laden :). Allerdings gibt es bivalente Technik und dann kann man mit Benzin weiterfahren. Monovalente Technik ist jedoch konsequenter, d.h. effizienter und ggf. mit mehr Motorleistung. Weiterhin ist das Fahrerlebnis im Gegensatz zum E-Auto kaum anders als bei Benzinern, d.h. ggf. nur etwas leiser, und die Motorauswahl ist selbst bei VW vergleichsweise gering.

 

In manchen Tiefgaragen ist das Parken mit Gasautos verboten, aber ich bin mir nicht sicher, ob das bei CNG irgendwie gerechtfertigt ist. Es ist wohl reine Vorsicht oder gar Unwissenheit (?) der Hausbesitzer. Es könnte mit LPG (Autogas) verwechselt werden.

 

Erdgas wäre ein umwelttechnischer Fortschritt gewesen und hat etwas Verkauf erzielt, jedoch bei weitem nicht so viel wie Benziner und Diesel. Was nun nach VWs Rückzug mit der Erdgastechnik wird (aktuelle Modelle bekommen keine Nachfolger), sehe ich fraglich. Wie wird Fiat bei seiner Erdgasflotte entscheiden? Das Netz wird wohl nicht weiter ausgebaut, aber solange Erdgasautos rumfahren, gibt es weiterhin Tankstellenbetrieb (nicht rentabel).

j.

 

PS: Infoquellen sind im Text verlinkt.

 

PPS: Erdgas-Auto-Galerie: https://www.autobild.de/.../...utschland-modelluebersicht-5134267.html

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15.05.2020 22:55    |    jennss    |    Kommentare (22)

Wäre es eine brauchbare F&F-Idee, die bisherige Tuningszene mit E-Autos herauszufordern?

Ich bin nach Game of Thrones (2,5 Monate geguckt, 38 DVDs) jetzt dabei, die Serie Fast & Furious zu gucken und mit Teil 3 fertig. Soweit ich mich getraut habe, Wikipedia zu überfliegen (da steht der komplette Inhalt inkl. Spoiler), geht es wohl in keinem Teil um E-Autos :D.

 

Eigentlich passen die auch kein Stück dazu, sind völlig anders als die bisherige Faszination der Serie. Aber genau das könnte auch einen neuen Reiz bzw. Stoff für eine weitere Folge ausmachen: Die etablierte Szene lacht, als da einer mit Porsche Taycan auftaucht, soundfrei.. Nach erstem Achtungserfolg wird er doch von einem Verbrenner geschlagen (der Taycan schafft 200 km/h zwar unter 10 s., aber nicht die 400 m) und dann kommt ein Typ mit Tesla Roadster 2 vorbei... Oder jemand tunt ein E-Auto. Also ich könnte mir da schon eine lustige Story vorstellen. Kennt ihr Fast & Furious? Porsche und Elon würden das sicher gerne sponsern... ;)

j.

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10.05.2020 14:14    |    jennss    |    Kommentare (14)

Welcher E-Auto-Kanal gefällt euch besser (am besten)?

nextmove-163gradnextmove-163grad

Eigentlich gucke ich gar nicht so viel YouTube. Alexander Bloch von AMS finde ich ganz gut und es gibt auch noch andere, die gute Infos liefern. Rein im E-Bereich sind es weniger. Herausragend finde ich 163° - Oliver Krüger, weil er sehr viel Erfahrung hat und immer auch die Dinge erwähnt, die mich gerade interessieren. In letzter Zeit fiel mir immer öfter auch Nextmove auf, mit guten Vergleichen zum Verbrauch, also richtigen Verbrauchsfahrten und nicht nur Hochrechnungen aus einem Bordcomputer-Verbrauch. Nextmove hat sogar noch mehr Abonnenten als 163°. Sicher gibt es noch andere, die ich nicht kenne. Schreibt sie doch mal in die Kommentare, die ihr besonders gut findet, also speziell für den E-Auto-Bereich.

j.

 

https://www.youtube.com/channel/UCgmB8S3f8-9dR8alVUZuZxQ/videos (Nextmove)

 

https://www.youtube.com/channel/UCbe4BpM5-Ta7MIlbKOofTDA/videos (163 Grad - Oliver Krüger)

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04.05.2020 22:50    |    jennss    |    Kommentare (189)

Ist die Förderung der E-Mobilität richtig?

ladesaeuleladesaeule

Kurze Umfrage:

Viele Staaten fördern aktuell E-Mobilität. Nicht jeder Bürger ist damit einverstanden. Einige fühlen sich benachteiligt, wenn sie wieder einen Verbrenner kaufen wollen. Manche sind der Auffassung, dass sich eine neue Technik selbst durchsetzen können muss. Ansonsten ist sie nicht gut genug, um Verbrenner abzulösen. Andere wiederum finden die Förderungen richtig.

 

Sind Steuergelder für Ladeinfrastruktur und E-Autos (inkl. Brennstoffzellenautos, d.h. Kaufzuschüsse inkl. Steuererleichterungen) rausgeschmissenes Geld oder findet ihr die (zeitweilige) Förderung richtig? Wie seht ihr das? Sollte sich der Staat heraushalten?

j.

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Mein Blog hat am 06.02.2020 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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