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21.05.2019 21:40    |    jennss    |    Kommentare (148)

Motorraum 225xe (Benziner + Hochvoltstartergenerator)Motorraum 225xe (Benziner + Hochvoltstartergenerator)

Immer wieder liest man zu PlugIn-Hybriden (PHEV = plug-in hybrid electric vehicle), sie seien nur für den Hersteller ein Mittel, günstige CO²-Werte zu erreichen und ansonsten unsinnig. Besonders Fans reiner E-Autos sehen das häufig so. Man schaue sich z.B. die Kommentare zum neuen Opel PHEV unter https://ecomento.de/.../...brid-opel-stellt-neuen-teilzeit-stromer-vor an. Plugin-Hybride seien Betrug, der kleine Akku bringt kaum etwas, das doppelte System hat nur Nachteile. Auszüge:

 

Zitat:

Wieder ein Fzg, das unnötige Technik enthält. Trotz 2 E-Motoren braucht man ein 8-Stufen Getriebe, welch ein Irrsinn der Resourcenverschwendung. ein 13 kWh-Akku für 50 km E-Reichweite, ein E-Motor an der Hinterachse den man zuschalten kann, also weitgehenst ungenutzt mitgeschleppt wird.

Oder:

 

Zitat:

Solange der Staat solche Schönrechnungen explizit erlaubt (die weniger intelligenten Kunden fallen leider darauf rein), und solche Autos auch noch finanziell fördert, wird die Autoindustrie noch möglichst lange PHEV verkaufen wollen.

Ist ein PHEV so ein Unsinn und Betrug? Mir scheint, hier wird die Lage ein bisschen zu fundamentalistisch gesehen. Klar ist ein reines E-Auto konsequenter, ganz ohne lokale Emissionen, aber wenn ich so meine Fahrten mit unserem BMW 225xe (Reichweite nach Nefz 41 km, real ca. 18 bis 33 km) betrachte, liegen die elektrischen Strecken auch vor allem im Citybereich, wo man gerne auf Abgase verzichtet. Mit den verschiedenen Modi kann ich es auch regeln, wo ich rein elektrisch fahre und wo mit Benzin, selbst auf Reisen ohne externen Strom.

 

Bringt ein kleiner Akku mit real 20, 30 oder 40 km nichts? Das könnte man denken, denn die Akkus und Reichweiten von reinen E-Autos liegen in ganz anderen Dimensionen. Ich erreiche elektrische Anteile zwischen 30% (Winter, ca. 20 km elektrisch) und 70% (Sommer, ca. 30 km elektrisch). Das ist keineswegs besonders viel, sondern ziemlich durchschnittlich unter den 225xe-Fahrern. Im Mittel sind es über das ganze Jahr etwa 40 bis 50% mit nur 7,6 kWh (!). Von daher abgeleitet gehe ich beim neuen Opel (60 km nach NEFZ bzw. 50 km nach WLTP) von etwa 70% E-Anteil über das ganze Jahr aus (Durchschnitt über alle Fahrer).

 

Obwohl unser 225xe nur einen kleinen 35 l.-Tank hat und der Benziner selbst auch nicht supersparsam ist, dürfte die Autobahnreichweite noch größer sein als bei einem Tesla mit 100 kWh. Der in obigem Link genannte Opel mit WLTP 50 km Reichweite hat nur 13,6 kWh, also etwa ein siebtel vom Tesla-CO²-Rucksack. Möglicher Gedanke Unwissender: Mit dem Tesla ist man auch 7x soviel elektrisch unterwegs. Aber genau da liegt der Fehler, denn die meisten Strecken sind Kurzstrecken.

 

Durch den zusätzlichen Benzinmotor braucht man keinen großen Akku, um eine hohe Reichweite bzw. universelle Einsatzmöglichkeiten zu erzielen und trotzdem liegt der elektrisch gefahrene Anteil beim Opel im Schnitt wohl bei geschätzten 70%. Für die restlichen 30% kauft man beim reinen E-Auto nun also noch über 86 kWh dazu. Aus ökologischer Sicht liegt das E-Auto also gar nicht mal unbedingt vorne, denn durch den schon hohen elektrischen Anteil des PHEVs zieht es sich beim Tesla in die Länge, in Sachen CO² irgendwann zu überholen.

 

Zur Haltbarkeit des Akkus beim PHEV: Der ADAC hat da einen Dauertest laufen. Der Opel Ampera 1 (150 elektrische PS) mit 40 bis 80 km elektrischer Reichweite bzw. 16 kWh-Akku hat nach 175000 km noch keine messbare Akkudegeneration. Das dürfte auch am langsamen Laden liegen.

 

Es soll hier also ein Plädoyer für PHEVs sein, jedoch nicht gegen E-Autos. Der PHEV ist allerdings nicht für jeden sinnvoll. Scheinbar widersprüchlich erscheint, dass ausgerechnet das Auto ohne Benzinmotor (und mit großem Akku) für Menschen ohne eigene Lademöglichkeit besser geeignet ist oder zumindest sinnvoller, denn Hybride laden langsam für nur wenige Kilometer, weswegen ein häuslicher bzw. täglicher Anschluss sehr zu empfehlen ist. Unseren 225xe lade ich praktisch nur zuhause, was entgegen der vorherigen Befürchtungen übrigens keine Last darstellt, da das Kabel schnell zur Hand ist (wichtig). Als Laternenparker wäre er für mich nur ein Active Tourer mit 218i-Verbrauch und Fahrleistungen zwischen 225ix (bis 125 km/h) und 218i (bzw. eher 219i ;), da über 125 km/h noch der Hochvoltstartergenerator 15 kW liefert). Aus Benziner-Fahrer-Sicht ist das zwar gar nicht schlecht, aber aus E-Fahrer-Sicht am Sinn vorbei. Ein reines E-Auto mit großem Akku können dagegen auch Laternenparker gut nutzen, denn man braucht damit viel seltener zu laden bzw. viel weniger gesamte Ladezeit.

 

Was noch gegen PlugIn-Hybride spricht: Es gibt sie nur mit relativ starker (Gesamt-)Motorisierung, weil die Einzelmotoren auch alleine brauchbar fahren können sollen und somit sind sie nicht in sehr günstiger Preisklasse zu finden. Weiterhin wird die hohe Systemleistung nur im Hybridmodus erreicht. Im rein elektrischen Modus fährt unser 225xe z.B. nur mit 88 PS, wenn auch überraschend gut damit. Er macht im E-Modus, wie auch im Hybridmodus Spaß.

 

Und es fallen die Ölwechsel nicht weg. Allerdings habe ich durch fast 50% elektrischen Anteil erst bei 36500 Kilometern den ersten Ölwechsel gehabt. Das schafft wohl kein reiner Benziner, oder? Und bei VWs GTEs verlängert der E-Motor offenbar nicht die Ölwechsel, soweit ich weiß, also ist das kein grundsätzlicher Vorteil.

 

Die häufigen harten Kritiken am PlugIn halte ich für übertrieben. Ich denke, der PlugIn-Hybrid hat noch eine längere Zukunft, auch aus ökologischer Sicht, insbesondere, wenn die Reichweiten noch etwas größer werden als bei der ersten Generation. Der neue 225xe bekommt 57 km Reichweite nach Nefz (ein WLTP-Wert wurde noch nicht genannt, oder?) und der Passat GTE hat jetzt 70 km nach Nefz bzw. 57 km nach WLTP. Das ist die neue Generation von PlugIn-Hybriden mit hohem elektrischen Anteil. Wie beim BMW i3 REx der ersten Generation auf Spritmonitor zu erkennen ist (0,68 l. Verbrauch/100 km + Strom), erreicht ein Akku mit rund 20 kWh schon ca. 90% elektrischen Anteil.

j.

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21.05.2019 22:01    |    Redirion

Zitat:

Was noch gegen PlugIn-Hybride spricht: Es gibt sie nur mit relativ starker (Gesamt-)Motorisierung

das ist der Punkt, der mich besonders stört bei den PlugIn-Hybriden.

 

Der 225xe mit dem Dreizylinder-Motor ist hier die brave Ausnahme bei BMW. Alle anderen BMW Hybride haben 4 oder gar 6 Zylinder (7er und X5).

 

Wenn die Hersteller tatsächlich auf hohen E-Anteil aus wären, würden auch die Benzin-Motoren schrumpfen, da sie nicht mehr den primären Antrieb darstellen. Beim 7er sieht man es auch besonders gut: 4-Zylinder Plugin 740e wird durch 6-Zylinder 745e ersetzt, gleiche E-Motor-Leistung.

 

Die neuere Generation Akkus kam nur wegen WLTP und RDE, um politische Vorgaben von E-Reichweite und Emissionen einhalten zu können.

 

P.S. diese mal keine Umfrage?


21.05.2019 22:19    |    jennss

Habe auch überlegt, ob mit Umfrage, aber denke, das muss hier nicht sein. Die Kommentare sind wichtiger als ein Umfrageergebnis :).

 

Ja, es gibt da irgendwo eine Grenze, wo ein typischer Kompakt- oder Mittelklasse-Benziner dann unnötig groß wäre, also wenn der Akku so gegen 20 kWh geht. Dann ist eine Rex-Variante mit richtig kleinem Benziner vielleicht besser. Wenn die Akkugrößen der PlugIn-Hybriden weiter steigen, besinnt man sich vielleicht wieder auf das Rex-Prinzip. Nur fehlt dabei die Super-Power aus zwei Systemen im Hybridmodus.

j.


21.05.2019 22:30    |    cso-cso

Meiner Meinung nach werden die PHEVs so stark beworben und staatlich unterstützt, weil sie den Verbraucher nicht in die relative Unabhängigkeit vom Öl, Verbrenner spezifische Reparaturen und Service entlassen. Das ganze CO2 Palaver ist Mittel zum Zweck, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der ursprüngliche Hintergrund in der Entwicklung des PHEVs war Spritersparnis. Das hat wohl 1-2 effektive Liter/100km gebracht, aber dafür hat man höhere Wartungs-Reparatur- und Anschaffungskosten. Große SUV´s mit Hybrid sind gut fürs Gewissen und die Bonzen können damit auch zu ihrem City-Büro fahren, trotz Fahrverbot für Verbrenner. Für jemanden, der das Auto least, ist es eine tolle Sache. Aber nach 5 Jahren würde ich aufgrund der Reparaturwahrscheinlichkeit einen Hybrid nicht kaufen. Der andere Grund für Hybride ist die bessere Beschleunigung (Siehe Porsche). Und bei solchen Fahrzeugen ist das Argument Umwelt sowieso der blanke Hohn.


21.05.2019 22:53    |    jennss

Wie meinst du 1-2 effektive Liter? Ein Golf GTE hat nach Spritmonitor unter 4 l., ein 225xe unter 5 l. Verbrauch und beide über 200 PS mit Automatik (225xe inkl. Allrad und höher gebaut). Reine Benziner mit vergleichbarer Leistung haben vielleicht 4 l. mehr Verbrauch, der beim Hybrid durch Strom ersetzt wird. Die neue Generation mit 60+ km Reichweite nach Nefz wird noch weniger Benzin verbrauchen und statt zur Hälfte mit Strom gut 2/3 mit Strom fahren.

 

Reparaturwahrscheinlich? Wohl nicht mehr als ein Benziner. Ich habe jetzt knapp 40000 km runter und der Benziner ist dabei nur rund 20000 bis 25000 km mitgelaufen. Der E-Antrieb gilt als wartungsfrei.

 

PlugIn-Hybride durch die Stadt und NOx belastete Straßen fahren zu lassen ist ok., da sie dort allermeistens elektrisch fahren.

 

Zitat:

@cso-cso schrieb am 21. Mai 2019 um 22:30:55 Uhr:

Der andere Grund für Hybride ist die bessere Beschleunigung (Siehe Porsche). Und bei solchen Fahrzeugen ist das Argument Umwelt sowieso der blanke Hohn.

Kann ich nicht nachvollziehen. Ich hatte zwischen Golf GTI, 225xe und Mini Cooper S Allrad entschieden. Der 225xe ist es geworden und die Leistung hat mich nicht enttäuscht.

j.


21.05.2019 22:59    |    jodi2

Ich finde Deine Überlegungen gut und differenziert Jens! Ich war ja auch bis etwa letztes Jahr gedanklich noch bei PHEV, jetzt wo es ganz langsam ein bißchen mehr Auswahl gibt, mehr bei BEV. Man neigt dazu, die Variante die einem persönlich gerade besser gefällt, etwas zu positiv und vor allem die anderen dann besonders negativ einzuschätzen und nicht mehr ganz so objektiv zu urteilen.

 

Generell wirkt der Aufwand beim PHEV erstmal groß und unsinnig, in der Praxis höre/lese ich aber meist nur Gutes bei der Zuverlässigkeit, auch nach mehreren Jahren. Allerdings ist die Bilanz ohne Verbrenner da im Schnitt noch besser denke ich, ich kenne den i3 inzwischen etwas besser (einige probiert und viel gelesen) und die Rexvarianten mit Verbrenner haben eindeutig spürbar mehr Bedarf an Werkstatt und Kosten dafür, allerdings auch nicht eklatant/unerträglich viel mehr scheint mir.

 

Ich finde auch die Batterien bei PHEV immer noch zu klein, würde sie mir deutlich größer wünschen und umgekehrt bei einem Auto wie dem i3 den i3 Rex mit mehr Reichweite/größerem Tank, sagen wir um 30 Liter, dass eben eine Fernreise nicht nur mit Mühe sondern mit normalen Tankpausen alle 200-300km möglich ist. Alles zusammen um die 100kW wäre fein.

 

Die echte CO2 Bilanz eines PHEV kann ich nicht so recht einschätzen, die einen zerfleischen sie, nach Deinen Erfahrungen scheint sie dagegen sehr gut, die Wahrheit vielleicht in der Mitte?

Ein Nachteil bei BEVs mit mittlerem bis großem Akku mit dem serienmäßigen einfachen 220V Lader sind neben der Ladezeit ja auch die hohen Verluste, die erst mit besserem Drehstrom- oder AC-Lader besser bzw. Deutlich weniger werden. Wie ist das beim PHEV, die Ladezeit ist da ja meist unkritisch, aber sind die 220V Lader da besser und die Verluste geringer? Hast Du mal genau gemessen/geprüft, was Du wirklich jede Nacht an kWh reinschiebst oder ist Deine Berechnung bisher nur anhand der Anzeigen im Fahrzeug?


21.05.2019 23:06    |    Redirion

Zitat:

@jennss schrieb am 21. Mai 2019 um 22:19:00 Uhr:

Wenn die Akkugrößen der PlugIn-Hybriden weiter steigen, besinnt man sich vielleicht wieder auf das Rex-Prinzip. Nur fehlt dabei die Super-Power aus zwei Systemen im Hybridmodus.

es muss ja nicht unbedingt gleich auf einen REX geschrumpft werden. Der 3er BMW wurde z.B. auch als 316i bzw. später als 318i mit 136PS Dreizylinder angeboten. Ich bin den mal als Leihwagen gefahren. Mit der 8-Gang-Automatik fühlte der sich gar nicht so schwach an.

 

BMW hätte also auch beim aktuellen 3er BMW gern einen 325xe bringen können.

 

Zitat:

@jodi2 schrieb am 21. Mai 2019 um 22:59:37 Uhr:

Ich finde auch die Batterien bei PHEV immer noch zu klein, würde sie mir deutlich größer wünschen

BMW zeigt mit dem neuen X1 25Le in China, was möglich ist. Bei der verlängerten X1-Plattform bringen sie stattliche 24kWh unter.

Und der ähnlich große X3 bei uns bekommt mit halb so großer Batterie nur die Pflichterfüllung für die staatlichen Anforderungen.


21.05.2019 23:08    |    jennss

Mein Ladeverlust (fast 30%) liegt an der extrem langen Leitung (1x durch's Haus und von der Terrasse außen zurück). Daher kommt ja jetzt im Mai/Juni auch die Wallbox ans Haus. Prinzipiell sind die Ladeverluste mit 220 V nicht höher als mit mehr Phasen. Beim Smart 453 ist das aber speziell, da der Drehstromlader mit einem Trick funktioniert und keine 3 getrennten Lader hat, wie damals beim Smart 451. Der 453 mit Schnelllader lädt an 220 V mit relativ hohen Ladeverlusten, an Drehstrom jedoch mit niedrigen.

 

Es mag sein, dass man das eigene System/Auto positiver betrachtet. Ich habe diesen Artikel aber auch getippt, weil ich in Foren oft sehr schlechte Meinungen zu PHEVs gelesen habe. Ich denke, diese Kritiker haben keinen vollen Überblick und unterschätzen vor allem den elektrischen Anteil trotz sehr kleinem CO2-Rucksack/Akku. Ich werde ab Ende Juni ja auch noch einen BEV haben, bin insofern nicht unbedingt tendenziös :).

j.


21.05.2019 23:13    |    jennss

Zitat:

@Redirion schrieb am 21. Mai 2019 um 23:06:30 Uhr:

BMW hätte also auch beim aktuellen 3er BMW gern einen 325xe bringen können.

Ja, der wäre gut. Gleichzeitig träume ich von einem 235xe mit dem Akku/E-Motor vom i8 :D (143 PS statt 88 PS).

j.


21.05.2019 23:33    |    jodi2

Zitat:

@jennss schrieb am 21. Mai 2019 um 23:08:47 Uhr:

Ich habe diesen Artikel aber auch getippt, weil ich in Foren oft sehr schlechte Meinungen zu PHEVs gelesen habe. Ich denke, diese Kritiker haben keinen vollen Überblick und unterschätzen vor allem den elektrischen Anteil trotz sehr kleinem CO2-Rucksack/Akku.

Die größten PHEV Kritiker sind eigentlich Leute mit E-Ahnung/die sicher sehr für eine reines BEV interessieren oder schon einen haben. Trotzdem neigen diese scheint mir oft dazu, die CO2 Bilanz von PHEV zu dramatisieren und die eines BEV und generell dessen Beitrag zur Klimarettung zu positiv zu sehen. Und PHEV wird oft verdammt, weil es nur der "Büttel" und der Geldesel für die klassischen Hersteller ist, den Flottenverbrauch ziemlich unehrlich senken zu können und den Kunden mit der bewährten und billigen Technik bei Laune zu halten und gute Margen bei Verkauf und Wartung und Reparaturen zu haben.

Das mag alles stimmen, aber wie wichtig ist einem das, wenn ein PHEV generell die eigenen Anforderungen erfüllt und man real bereits überwiegend elektrisch fährt? Ich sage nicht, dass das bei jedem so ist, aber bei vielen vielleicht und dann darf es ruhig auch ein PHEV sein.

 

Mir selbst geht es eh mehr um den Fahrspaß mit E und generell mag ich neue Spielereien. Aber auch das Ungewöhnliche und die Außenseiterrolle. Muss ich wohl doch Tesla kaufen... ;-)


21.05.2019 23:45    |    BravoI

Ich sehe große Zukunft bei Hybriden. Für mich je kleiner Speiherbatatie besto besser, lieber gar keine.

Hybriden kann auch sportlich sein, zb F1.

Möchte gerne verkleinte Version mit 200PS haben, nur mit 320ccm Motor.

Aber vieleicht werde ich das nicht erleben ...

 

Gruß.


21.05.2019 23:47    |    AgilaNJOY

Unser Fahrprofil passt zu 100% auf einen PHEV mit 40-50 km Reichweite: Einkauf, Sport, Freizeitaktivitäten sind alle in 15-20 km Umkreis. Diese Fahrten machen sicher 80% aller Fahrten aus - der Rest sind Fahrten zu Verwandten mit 300-450 km und Urlaubsfahrten.

 

Nur um die weiteren Strecken sinnvoll abzuspulen Akkus für 300 km Reichweite mitzukaufen bzw -schleppen erscheint mir bei 80% kurzen Strecken völlig übertrieben und das generelle Problem mit der Abhängigkeit von Stromtankstellen bzw. deren Funktion / Kompatibilität ist für mich noch nicht befriedigend gelöst...

 

„Leider“ funktioniert unser Golf 6 noch perfekt und für die Umwelt ist jeder Ersatz eines gut funktionierenden Bestandsauto kontraproduktiv. Sonst würde es wohl ein Golf GTE werden, die gibt’s in der Schweiz als 3-4 jährige recht günstig und die Ausstattung passt in mein Anforderungsprofil :)


22.05.2019 07:52    |    jennss

Zitat:

@AgilaNJOY schrieb am 21. Mai 2019 um 23:47:08 Uhr:

 

Nur um die weiteren Strecken sinnvoll abzuspulen Akkus für 300 km Reichweite mitzukaufen bzw -schleppen erscheint mir bei 80% kurzen Strecken völlig übertrieben und das generelle Problem mit der Abhängigkeit von Stromtankstellen bzw. deren Funktion / Kompatibilität ist für mich noch nicht befriedigend gelöst...

Der Akku hat ja nicht nur die Aufgabe des rein elektrischen Fahrens, sondern auch die der Leistungserhöhung. Das kann man auch auf der Autobahn nutzen. Fahre ich Langstrecken, dann stelle ich meist auf "Sport" und der Akkustand wird bei ca. 50% gehalten. Damit macht das Auto schon Spaß.

Vor Städten stelle ich auch mal auf Save. Dann geht der Akkustand auf 90% hoch, die ich dann in der City verfahren kann.

 

Laden tue ich nur zuhause, nie im Urlaub oder so. Der PHEV lädt einfach zu langsam, was unterwegs aber ja kein Problem ist. Ich hoffe aber mit dem BEV demnächst mehr Ladesäulen-Erfahrung zu machen.

j.


22.05.2019 08:46    |    Goify

Autos sind grundsätzlich nicht umweltfreundlich. Das ist schon per se unmöglich.

Ein Hybrid ist in meinen Augen eine Mogelpackung, weil er ein normales Auto mit einem E-Auto kombiniert, also doppelte Nachteile ohne doppelte Vorteile. Dass er trotzdem gekauft wird, liegt an den geringen Aufpreisen, den teils recht geringen Benzinkosten und einem Pseudo-Ökogefühl. Wirklich helfen würde nur, das - sorry - Kackfass öfter mal stehen zu lassen, als sich ein Pseudo-Ökoauto in die Garage zu stellen und zu glauben, nur irgend was für die Umwelt damit zu tun.

Es ist mir unbegreiflich, wie das E-Auto und die Hybride diesen Ökoanstrich überhaupt bekommen konnten. Aber logisches Denken ist ja auch nicht Sache der Verbraucher.


22.05.2019 09:39    |    BravoI

Zitat:

@Goify schrieb am 22. Mai 2019 um 08:46:08 Uhr:

Aber logisches Denken ist ja auch nicht Sache der Verbraucher.

1+


22.05.2019 09:40    |    BurkhardR

Die Antwort hängt ganz stark von der Nutzung ab. Mein A3 etron zeigt im Bordcomputer einen elektrischen Fahranteil von 67% an, und auf über 50 000 km komme ich auf einen durchschnittlichen Spritverbrauch von 2,05l. Für mich ist er exakt das richtige Auto - für Andere kann es das falsche sein.


22.05.2019 11:39    |    jennss

Finde ich perfekt, mit nur etwa 10 kWh Akku/CO²-Rucksack einen E-Anteil von 2/3 zu haben, bei über 200 PS Systemleistung.

 

Im Schnitt hat der GTE/e-tron nach Spritmonitor über alle User ca. 3,8 l Benzinverbrauch, finde ich immer noch genug, um das Plugin-System locker zu rechtfertigen.

 

Ich verstehe nicht, wie man Plugin-Fahrer für dumm halten kann.

j.


22.05.2019 11:49    |    Goify

Nicht für dumm, aber der oben angesprochene Audi wird doch ganz sicher auch elektrisch aufgeladen mit unserem Strommix. Und schon ist er nur noch halb so gut, im schlimmsten Fall so schlecht wie ein normaler Verbrenner.


22.05.2019 13:16    |    BurkhardR

Sorry nein, ich habe einen Ökostromvertrag und trage so ein bisschen dazu bei, dass der riesige Ökostromüberschuss den wir haben nicht zu Negativpreisen nach Polen usw. verkauft werden muss.


22.05.2019 13:22    |    Goify

Zitat:

@BurkhardR schrieb am 22. Mai 2019 um 13:16:23 Uhr:

der riesige Ökostromüberschuss

Ökostromüberschuss kann ich das nicht nennen, wenn wir Strom aus dem Ausland teuer einkaufen. Überschuss haben wir nur an sonnigen und windigen Tagen. Zu allen anderen Zeiten (80 %), ist das nicht so.

Und das mit dem Ökostrom habe ich zwar auch, auch in meiner eigenen Firma, aber da mache ich mir keine Illusionen, dass das dann anderer Strom wäre. Das Geld fließt nur wo anders hin, nicht der Strom. Aus meiner Steckdose kommt daher ein Strommix, wie es ihn eben in Bayern am Rand zu Österreich gibt. Da ist sicherlich viel Ökostrom von den Donaukraftwerken in Austria drin, aber sicher auch tschechischer Atomstrom.


22.05.2019 13:32    |    BurkhardR

Deutschland hat im Jahr 2018 54 TWh Strom netto exportiert, nach 50 TWh 2017, also die Zeiten als Deutschland teuer aus dem Ausland importierte liegen lange zurück.


22.05.2019 13:51    |    Goify

30 TWh haben sie im gleichen Zeitraum importiert. Genau genommen haben die Deutschen sogar 80 TWh exportiert. Die Bilanz sind deine 50 TWh.


22.05.2019 13:55    |    Goify

Um mal zum Punkt zu kommen:

Deutschland exportiert tagsüber und importiert nachts. Laden wir die E-Autos tagsüber auf, wäre das wunderbar. In der Realität laden wir aber hauptsächlich nachts auf, so wie auch viele andere Elektrogeräte. Das macht die Situation noch schwieriger für unsere Stromversorger und ein Blackout ist immer wahrscheinlicher. Das E-Auto könnte für eine mittlere Katastrophe sorgen, wenn wir nicht schleunigst große Mengen an (Bio-)Gaskraftwerken errichten.


22.05.2019 15:15    |    Friedolin27

Na da bin ich ja froh, dass ich - wenn es jetzt wirklich ein Hybrid wird - diesen schön im Büro laden werde. Tue ich nur was für meinen Geldbeutel sondern auch noch was für die Umwelt :-)


22.05.2019 15:17    |    Goify

:D


22.05.2019 16:33    |    jennss

Ich sehe schon, der Plugin-Hybrid steht unter doppeltem Beschuss ;). Zum einen von der E-Auto-Fraktion und zum anderen von der Verbrenner-Fraktion. :D

 

Daher ist es für manche kein Pro-Argument, dass man mit vergleichsweise kleinem Akku viele elektrische Kilometer schaffen kann, wenn elektrisches Fahren eh was Übles ist.

j.


22.05.2019 16:53    |    Goify

Es ist dann übel, wenn du deinen Hybrid mit Kohlestrom auflädst.


22.05.2019 17:00    |    Racer_1995

Unser Nachbar hat einen PHEV und ich beneide ihn.

 

Er sagt: "Allein die Tatsache, dass ich nur noch ein Mal im Jahr zum Tanken fahre, ist ein soooo starkes politisches Statement. Da braucht mir keiner mit einem reinen Verbrenner zu kommen." (Er lädt überwiegend aus seiner eigenen PV-Anlage.)


22.05.2019 17:54    |    jennss

Nur 1x im Jahr tanken? Dann hat er praktisch keine längeren Strecken.

 

Im Strommix ist ein Teil Kohlestrom enthalten. Das ist zumindest besser als mit Benzin zu fahren, zumal der CO²-Rucksack des Plugin-Hybriden viel kleiner ist als bei einem vergleichbaren E-Auto.

j.


22.05.2019 17:57    |    Nothbuddy

Ich fahre den 530e jetzt 1 Jahr und knapp über 20.000km. Dabei sind viele Tage mit unter 50km Strecke (oft unter 30km) dabei und gelegentlich Langstrecken (bis zu 1.000km). Fahrprofil auf der Autobahn Abstandstempomat (DA+) auf ca. 150/160km/h, sonst eher ruhig aber nicht langsam. Lt. BMW ConnectedDrive bin ich ca. 40% rein elektrisch gefahren und mein Benzinverbrauch inkl. dem el. Strom (umgerechnet in Liter Benzin) sowie Ladeverlusten liegt bei ca. 5,3l/100km. Tankreichweite (46l Volumen) ca. 600-650km auf der Autobahn - wenn man's natürlich fliegen lässt weniger.

 

Ich finde das für einen 5er nicht schlecht - zumal ich im lokalen Umfeld/Stadt/Alltag rein elektrisch fahre. Tanken muss ich im Schnitt 1x im Monat, wobei ich auch schon mal über 1 Monat nicht an der Tanke stehe.

 

Das entscheidende: Beim Hybrid muss das Fahrprofil und die Einstellung zum Fahrzeug passen. Wer mit dem Hybrid hunderte Kilometer am Tag abspulen will, sollte sich lieber einen aktuellen 6d-temp Diesel holen oder den 300de-Diesel-Hybrid von Mercedes. Denn wenn das Fahrprofil nicht passt, ist ein Hybrid auch nicht ökologisch. Und leider setzt die GWV-Förderung (0,5%) hier einen Anreiz bei vielen, die weder das Interesse (an ruhigerem Fahren) noch das Fahrprofil für einen Hybrid haben.

 

Für mich kommt nach dem Hybrid trotzdem nur ein reiner E-Wagen (BMW i4, ix3, i5, oder auch kleiner = i3s) in Frage. Passt einfach perfekt zu meinem Fahrprofil und die paar Minuten längere Zwischenstops alle 300-400km kann ich auch einplanen.


22.05.2019 19:45    |    notting

https://www.heise.de/.../Klartext-Doppelt-oder-nichts-4347696.html

Zitat:

Dadurch, dass bei nicht optimalen Temperaturen die Verbräuche so stark ansteigen, ist der Betrieb dieser Autos selbst mit Haushaltsstrompreisen gerechnet häufig teurer als mit Diesel. Am aktuellen Dieselpreis knuspern viele Anbieter von Fahrstrom, die 2018er-Daten zur Treibstoffpreisentwicklung extrapolierten. An den Wartungskosten sparen Besitzer auch nichts, weil die Wartung gegenüber Verbrenner-Antrieben nicht weniger Aufwand bedeutet, sondern durch zwei Antriebe plus ihre Integration mehr. Hier wird es also teurer, genauso wie in der Wiederbeschaffung, die in jede sinnvolle Kalkulation gehört, weil es keine unsterblichen Autos gibt.

notting


22.05.2019 20:04    |    BurkhardR

Sicher sind die unsinnig hohen Strompreise in Deutschland eine Bremse, die wir Herrn Trittin verdanken. Wir zahlen doppelt soviel wie unsere Nachbarn in Ö und F und 4 mal so viel wie in den USA - würde auf den Strom nur wie beim Benzin nur 80% als Steuer aufgeschlagen gäbe es längst keine Verbrenner mehr.


22.05.2019 20:06    |    notting

Zitat:

@BurkhardR schrieb am 22. Mai 2019 um 20:04:05 Uhr:

Sicher sind die unsinnig hohen Strompreise in Deutschland eine Bremse, die wir Herrn Trittin verdanken. Wir zahlen doppelt soviel wie unsere Nachbarn in Ö und F und 4 mal so viel wie in den USA - würde auf den Strom nur wie beim Benzin nur 80% als Steuer aufgeschlagen gäbe es längst keine Verbrenner mehr.

... wobei in F der Atommüll-Anteil beim Strom auch viel höher ist und auch erst nach langem Gezerre das älteste AKW auch definitiv abgeschaltet wird, was "zufällig" so steht, dass im Fälle der Fälle das Nachbarland am meisten abkriegen wird :mad:

 

notting


22.05.2019 20:11    |    BurkhardR

Der Weltmarktpreis für Strom, egal aus welcher Quelle, ist 2,5 cent/KWh.


22.05.2019 22:21    |    jennss

Zitat:

@Goify schrieb am 22. Mai 2019 um 13:55:07 Uhr:

Das macht die Situation noch schwieriger für unsere Stromversorger und ein Blackout ist immer wahrscheinlicher. Das E-Auto könnte für eine mittlere Katastrophe sorgen, wenn wir nicht schleunigst große Mengen an (Bio-)Gaskraftwerken errichten.

Droht ein Stromnetz-Kollaps?ttps://www.autobild.de/.../...taet-ladestationen-in-deutschland-14911345.html

 

Zitat:

"Der Stromverbrauch in Deutschland wird sich durch die Elektrofahrzeuge nur geringfügig erhöhen. Selbst bei einer Million E-Autos steigt der Stromverbrauch in Deutschland dadurch nur um rund ein halbes Prozent", stellt Dr. Selma Lossau, Leiterin Netzintegration Elektromobilität bei der Netze BW GmbH, klar.

j


23.05.2019 06:50    |    Goify

Wenn wir bald 40 Mio E-Autos haben werden, steigt der Stromverbrauch allerdings um astronomische 20 %, was kein Stromnetz dieser Welt verkraften würde.


23.05.2019 07:38    |    jennss

Klar und die 20% kommen natürlich auch schon morgen, so dass gar keine Zeit mehr ist für den Ausbau. ;)

 

Manche haben allerdings auch die Vorstellung, E-Autos würden den Stromverbrauch in Deutschland verdoppeln oder mehr. Ich finde 20% sind noch ganz ok..

j.


23.05.2019 08:08    |    Goify

Nein, die kommen natürlich nicht gleich morgen, aber der derzeitige Kraftwerksausbau ist auf einem sehr geringen Level und man kann das nicht binnen 5 Jahren einfach mal eben hochfahren. Die Energieversorger sind mit dem Ausbau ca. 20 Jahre zurück und werden die Verbreitung von E-Autos massiv ausbremsen. So wie man in manchen Gegenden sein Wasser nicht zum Rasensprengen nutzen darf, werden in absehbarer Zeit die Ladepunkte daheim von der Ferne aus deaktiviert, wenn nicht genügend Strom da ist. Dann schaut man halt früh dumm aus der Wäsche, wenn das Auto noch immer bei 20 % ist.

 

Die Naivität, dass mit dem E-Auto alles besser wird und keine neuen Probleme entstehen, entsetzt mich, vorsichtig ausgedrückt.


23.05.2019 08:22    |    jennss

Die Naivität, dass es besser sei beim Verbrennungsmotor zu bleiben und nichts zu verändern, entsetzt mich, vorsichtig ausgedrückt. ;)

 

Es gibt bei Entscheidungen für die Zukunft keine Garantie, dass sie richtig sind. Auch nichts zu verändern ist eine Entscheidung.

j.

 

Btw.: Es sagt ja keiner, dass elektrisch alles besser wäre. Wichtig ist, dass es insgesamt der bessere Weg ist. Nur darum geht es bei Entscheidungen. Nichts ist frei von Nachteilen. Wäre ja auch langweilig. :)


23.05.2019 08:32    |    Goify

Und wo genau ist es der bessere Weg? Bisher ist es nur ein anderer mit Vor- und Nachteilen.

 

Und ich gehe nicht davon aus, dass wir in 50 % alle noch Verbrenner fahren werden, aber auch nicht unbedingt alle Elektro. Das Stromproblem wird uns in den nächsten 10 Jahren noch so dermaßen um die Ohren fliegen, dass es kracht. Es ist ja jetzt schon zu sehen, welchen Kampf die Stromanbieter betreiben, damit Frequenz und Spannungshöhe konstant bleiben. Die letzten Stromausfälle sollten eigentlich eine Warnung für uns sein. Hat aber wohl nicht geklappt.

Ich bin auch nicht der einzige mit Notstromer daheim, selbst E-Autofahrer testen schon, ihr Auto mit 100 Liter Diesel zu "betanken".


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